David P. Boder Interviews Ilmar A.; September 24, 1946; Munich, Germany

var transcription = { interview: [ David Boder

[In English] Spool 152A, Spool 152A. Ilmar A., that seems the name, it can be corrected later. Spool 152A. Boder. These are the short spools from the students of the UNRRA University.

David Boder

Munich, September the 24th, 1946, at the Deutsches Museum in Munich, the UNRRA University for Displaced Persons. The interviewee is Mr. Hilman, [corrects himself] Ilmar A., 23 years old, an Estonian, who is going to give us a half-hour report on his experiences. We are reducing it now to half-hours because the students want to have a cross-section to report.

David Boder

[In German] Also, Herr Ilmar.

Ilmar A.

Ja.

David Boder

Ich will Ihnen etwas klar sagen. ErzÃhlen Sie mir nicht allgemeine Sachen Ãber die politische Lage oder so. DarÃber sind [evtl. âwir informiertâ]. Was ich will, Sie sollen zu mir in einer halben Stunde alles nacherzÃhlen, was Ihnen [betont] persÃnlich und Ihrer Familie passiert ist. Nicht wahr? Nicht die allgemeine Daten oder so was und wenn Sie Sich auch [Satzende unverstÃndlich]. Nicht wahr? Also, ich will folgendes: Wollen Sie mir sagen, wo Sie waren, was Ihnen passiert hat, von der Zeit, dass die Sowjets nach Estland gekommen sind, nicht wahr . . .

Ilmar A.

Ja.

David Boder

..bis heutigen Tag. Aber Ihnen persÃnlich. Wo haben Sie gelebt, mit Ihren Eltern. Wo sind Sie gegangen? Was hat Ihnen passiert? Nicht wahr? Also, sprechen Sie hier in der Direktion [Anm.: er meint âRichtungâ] des Mikrofons. [Beugen Sie [es] sich runter], kommen Sie nÃher. Sagen Sie mir nochmal, wo waren Sie und was hat Ihnen passiert, wenn die Sowjets nach Estonien gekommen sind?

Ilmar A.

Wenn die Sowjets in Estonien gekommen, dann war, dann war ich SchÃler in der, das war in 1940.

David Boder

Wie alt waren Sie dann? In welcher Klasse waren Sie in der Schule?

Ilmar A.

Dann war ich siebzehn Jahre alt. Dann war ich siebzehn Jahre alt. Und ich besuchte die erste Klasse im Gymnasium.

David Boder

Was heiÃt âerste Klasseâ? Die hÃchste Klasse?

Ilmar A.

âDie ersteâ das heiÃt der, die vierte Klasse, vierte Klasse

David Boder

. . . der Volks-

Ilmar A.

der Volks-, Ãh, der Mittelschule.

David Boder

Ja. Die vierte Klasse der Mittelschule. Das war also nach dem Pro-Gymnasium?

Ilmar A.

Das war nach dem Pro-Gymnasium.

David Boder

Ja. Nun, und in welcher Stadt waren Sie?

Ilmar A.

Das war in Tartu.

David Boder

In Dorpat [Anm.: dt. Name von Tartu]?

Ilmar A.

In Dorpat.

David Boder

Aha, das war die berÃhmte Jurjev UniversitÃt.

Ilmar A.

Jurjev UniversitÃt.

David Boder

Ja. Und wer waren Ihre Eltern, Ilman?

Ilmar A.

Meine Eltern waren Bauern.

David Boder

Aha, und wo haben die gelebt?

Ilmar A.

Die haben gelebt in [Ortsname; klingt wie âTartaulagâ], Gemeinde [Gemeindename, klingt wie âSaparauâ oder âSaparaiâ].

David Boder

Aha.

Ilmar A.

In [unverstÃndlich].

David Boder

Also, erzÃhlen Sie mir, was hat in der UniversitÃt passiert, wenn die Sowjets gekommen sind und was hat bei Ihnen zu Hause passiert?

Ilmar A.

Wenn die Sowjets sie sind zu uns kommen, dann war ich nicht Student, sondern war ich SchÃler, war ich in Tartu, in der, alle waren zu Hause am ersten Morgen. Aber mein Vater hatte auch ein Fabrik und ein, einen Hof, ungefÃhr 35 Hektar. Aber bis 1941 im Mai passierte nicht besonderes, sondern am 14. Juni 1941 wurden ein Teil von meiner Verwandten verschleppt nach Sibirien. Deswegen, das waren auch Demokraten. Und . . .

David Boder

Was war das?

Ilmar A.

Die hatten demokratische Meinung.

David Boder

Ja, was heiÃt das, sie hatten âdemokratische Meinungâ?

Ilmar A.

Dass sie waren ehemalige, so, AngehÃrigen von der [Name der Organisation unverstÃndlich].

David Boder

Nun ja , und? Weiter?

Ilmar A.

Und am 19., [verbessert sich] 1941, am vierzehnten Juni . . .

David Boder

[unverstÃndlich; evtl. âJunitagâ]

Ilmar A.

Ja, am 14. Junitag [unverstÃndlich] wir haben so, so Bescheid bekommen, dass die Verschleppten konnten, wir waren im Wald.

David Boder

Wer war im Wald?

Ilmar A.

Meine Eltern und ich.

David Boder

Nun, weiter.

Ilmar A.

Und ..

David Boder

Sie waren im Wald. Wie haben Sie im Walde gelebt?

Ilmar A.

Wir waren im Walde. Die, wir versteckten uns im Wald.

David Boder

Nun ja, haben Sie dort ein Haus gehabt?

Ilmar A.

Nein, wir hatten kein Haus, sondern wir hatten ein . . .

David Boder

Zelt?

Ilmar A.

Zelt, oder so was. Und wir sind versteckt. Und . . .

David Boder

Wer war das alles zusammen, dieses Versteck?

Ilmar A.

Meine Eltern, meine Eltern, meine Schwester und ich.

David Boder

Ja. Wie viele, Ãh, wie viele Leute sind Sie in Ihrer Familie?

Ilmar A.

Sieben Leute.

David Boder

Aha. Und die ganze Familie hat sich im Walde versteckt?

Ilmar A.

Ja.

David Boder

Nun, wie lange haben Sie Sich im Walde versteckt?

Ilmar A.

Wir waren im Walde bloÃ, Ãh, vier, vier Wochen. Dann am 21. Juni 1941 ist, Ãh, sind aufgebrochen mit Richtung Deutschland, und . . . Und das war im Juli, die Deutschen sind schon zu uns gekommen. Und dann konnten wir wieder von der Walde raus. Dann im 1941, im Herbst besuchten wir meine Bruder Walter und am, das war im Jahre 1942, [unverstÃndlich].

David Boder

ErzÃhlen Sie das nochmal.

Ilmar A.

Was?

David Boder

Weiter. Haben die, die Deutschen irgendwie sich in die Schule hineingemischt?

Ilmar A.

Ja. Die Deutschen haben so [unverstÃndlich] eingemischt, weil die, die konnten nicht unsere Organisation und so was haben. FrÃher wir hatten ein [unverstÃndlich]-Organisation, das sich in die, die, fÃr uns, Ãh, Haus-Organisation. Und wenn die wussten, die kommen zu uns, dann konnten wir die Organisation abschlieÃen. Und ich war auch Mitglied dabei.

David Boder

Und das wurde abgeschlossen?

Ilmar A.

Das wurde abgeschlossen.

David Boder

Nun, und nachher? Wenn die Deutschen kamen?

Ilmar A.

Wenn die Deutschen kamen, dann konnten wir das nicht mehr Ãffnen. Und, das war im Jahre 1942, bin ich in die UniversitÃt dann, in die Dorpater UniversitÃt.

David Boder

Nun. Wollen Sie mir eins sagen; wenn die Russen gekommen sind, haben Sie gedacht, dass jetzt Estland Sowjet wird?

Ilmar A.

Ja. Die haben gesagt, dass Estland wird Sowjetunion.

David Boder

Und geht nach Russland rÃber?

Ilmar A.

Ja. Das, so, offiziell die haben nicht gesagt.

David Boder

Aha.

Ilmar A.

Sondern es erschien so.

David Boder

Nun ja. Aber offiziell haben sie gesagt, Estland bleibt allein?

Ilmar A.

Nein, die haben nicht gesagt, weil wir hatten keine inter-, inter-, Verwaltung. Sondern wir hatten plÃtzlich, Ãh, sowjetische Verwaltung.

David Boder

Ja. Nun. Dann wenn die Deutschen gehen. Haben die Deutschen gesagt, dass Estland wird frei sein?

Ilmar A.

Nein, die Deutschen haben das auch nicht gesagt.

David Boder

Was haben die gesagt?

Ilmar A.

Dass die haben nicht gesagt, die hatten Besatzungstruppen drin. Und wir sollten auch als [unverstÃndlich]-Besetzte Deutsche sein.

David Boder

Ach so. Die Deutschen, haben die Deutschen gesagt, dass sie Estland zu Deutschland nehmen?

Ilmar A.

Ãh, vorlÃufig die haben nicht gesagt, sondern das war ein Besatzungsgebiet. Und die wollten uns, von uns alles MÃgliche, Ãh, ausrotten.

David Boder

Ach so. Also weder die Deutschen noch die Russen haben Estland inkorporiert? Die Russen haben nicht eine Sowjetrepublik von Estland gemacht, haben sie?

Ilmar A.

Ja, die haben Sowjet, Estland ârepublik gemacht.

David Boder

Estland ist eine Sowjetrepublik geworden?

Ilmar A.

Ja.

David Boder

Und wenn die Deutschen kamen, haben die Deutschen gesagt, dass sie nehmen Estland zu, oder was?

Ilmar A.

Nein, die haben nicht getan, sondern es war ein Besatzungsgebiet.

David Boder

Ja. Nun, Sie waren in einem besetzt, Ãh [korrigiert sich] Besatzungsgebiet. Und Sie mussten gewisse Arbeiten fÃr die Deutschen leisten.

Ilmar A.

Die Deutschen leisten, ja.

David Boder

Haben die, die Deutschen welche Leute verhaftet, Ãh, hingerichtet und so weiter, oder verschleppt, wie die Russen es getan haben?

Ilmar A.

Ja. Die Deutschen haben das auch gemacht in hÃheren MaÃen. Weil in 1942 besuche ich die Dorpater UniversitÃt und ich war damals sehr.

David Boder

Ja.

Ilmar A.

Die, die, die Deutschen haben, Ãh, unsere Professoren und unsere Studenten verfolgt. Und SB-Leute, halt, halt die Polizei hat mich immer und immer verfolgt. Und, Ãh, das war in 1943. In [undeutlich] wurde eine ganze Menge, fast 50 Prozent, Ãh, [undeutlich] von unsere Professoren und auch ein Teil von Studenten verhaftet.

David Boder

Aha. Und was hat man mit denen getan?

Ilmar A.

Die, die haben sie in, ins, Ãh, Zuchthaus gebracht.

David Boder

Und, Sie haben sie auch verhaftet?

Ilmar A.

Nein, ich meine und, deswegen, das waren unsere Studenten, und das, das eine Organisation oder eine . . .

David Boder

Ja.

Ilmar A.

. . . Gemeinschaftfamilie.

David Boder

Hat man Sie auch genommen? Sie persÃnlich?

Ilmar A.

Mich persÃnlich haben die nicht genommen. Aber ich wusste, dass die [undeutlich] wollten.

David Boder

Nun? Und dann, sagen Sie mir, Ãh, was hat weiter passiert?

Ilmar A.

Das war Â42, Ãh, dann bin ich auf Land hier gegangen zu meinen Eltern und wir hatten einen Hof auf dem Lande. Die Fabrik hatten wir nicht mehr und die Russen haben die Fabrik [unverstÃndliches Verb, endet auf â âtiertâ].

David Boder

Was fÃr eine Fabrik war das?

Ilmar A.

Das war Back-Fabrik.

David Boder

Nun, haben die Deutschen die Fabrik zurÃckgegeben?

Ilmar A.

Nein. Die Deutschen haben das auch nicht zurÃckgeben, sondern sie haben alles, Ãh, alle Sachen, alle Maschinen und, Ãh, [unverstÃndlich]

David Boder

[UnverstÃndlich]?

Ilmar A.

Ja.

David Boder

Nun, weiter. Wollten Sie sagen, dass die Deutschen Ihre Maschinen mitgenommen haben, oder sie haben die Maschinen sozusagen arbeiten gelassen fÃr die Deutschen?

Ilmar A.

Sie haben zuerst arbeiten gelassen fÃr die Deutschen und zuletzt, wenn sie sonst nichts mehr her-kommen, dann haben die Maschinen zurÃckgebracht, . . .

David Boder

. . . evakuiert?

Ilmar A.

. . . evakuiert nach Deutschland.

David Boder

Ja. Und Sie waren in der UniversitÃt?

Ilmar A.

Ãh, ich war, Ãh, im Winter war ich in der UniversitÃt.

David Boder

Ja. Und dann was hat Ihnen weiter passiert? Ihnen und Ihrer Familie?

Ilmar A.

Dann, Ãh, ich war, im Sommer war ich auf dem Lande. Und im Herbst bin ich nach Tartu wieder zurÃckgekehrt. Und ich konnte studieren bis 1944, Februar.

David Boder

Und dann?

Ilmar A.

Dann s/wollte ich wieder aufs Lande gehen, weil die sonst, ich, wieder [undeutlich, evtl. ânÃher und nÃherâ] kommen,

David Boder

[undeutliches Verb]?

Ilmar A.

Ja, [undeutlich; wiederholt Boder]. Und unsere UniversitÃt sollte seine TÃre abschlieÃen. [UnverstÃndlich], ich war auf dem Lande, was die Deutschen haben wieder eine Verhaftung gemacht, von den Professoren und, Ãh, von den, auch ein Teil von den Studenten.

David Boder

Und was haben sie gesagt, warum haben sie die Leute verhaftet?

Ilmar A.

Deswegen haben die verhaftet, dass die hatten Zweifel auf uns, dass wir haben Verbindungen mit Finnland und mit Schweden. Und wir haben auch geholfen, das ist die Wahrheit, dass wir haben geholfen die Leute nach Finnland und nach Schweden flÃchten.

David Boder

Aha. Aber Finnland hat ja mit den Deutschen gekÃmpft, die Finnland war ja auf der deutschen Seite?

Ilmar A.

Ja, die Finnland war auf deutsche Seite, die sollte auf deutsche Seite sein. Deswegen dass Russland wollte Finnland besetzen.

David Boder

Aber warum haben dann die Deutschen Angst gehabt, dass Sie nach Finnland gehen?

Ilmar A.

Deswegen wollten sie uns nicht nach Finnland schicken, weil wir, die [betont] Leute, das wollten nach Finnland flÃchten gehen, haben gesagt [unverstÃndlich], die waren nicht gerichtet als Kommunisten auch nicht gerichtet als Nazisten oder Faschisten. Die waren, Ãh, so . . .

David Boder

Unparteiisch?

Ilmar A.

Unparteiisch, freie Demokraten.

David Boder

Und, weiter?

Ilmar A.

Und ein Teil von uns ist dann nach Finnland und nach Schweden geflÃchtet. Jetzt haben wir in Schweden 35.000 Personen, haben wir dort Untergrund-Personen und auch meistens intelligent.

David Boder

Ja. Und, wie leben die dort in Schweden? Leben die auch so wie hier, wie die, die . . .

Ilmar A.

Die, die leben nicht in Schweden, wie die [unklar], sondern die mÃssen dort arbeiten. Und die haben schon gelernt schwedische Sprache. Und arbeiten irgendwo in der Handwerk und haben sich ganz einfach Arbeiten. Aber, so, Facharbeit haben sie nicht gekriegt, weil sind sie Professoren, oder die Intelligenz hat nicht gekriegt ein entsprechende Arbeit, sondern mÃssen..

David Boder

Physisch arbeiten?

Ilmar A.

Physische Arbeit machen, leisten.

David Boder

Und die UNRRA hilft dort, oder, Ãh,?

Ilmar A.

Das habe ich keine Ahnung, aber glaube ich, dass ist UNRRA ist nicht dort, sondern..

David Boder

Sie sind einfach dort . . .

Ilmar A.

einfach

David Boder

. . . wie Migranten, wie Emigranten?

Ilmar A.

wie Emigranten, als Emigranten dort.

David Boder

Nun, weiter, was hat Ihnen?

Ilmar A.

Hier konnte ich immer mehr [undeutlich] von, bis September 1944. Dann sollte ich von meinem Haus wegkommen, sollte mein Haus ichverlassen.

David Boder

Warum?

Ilmar A.

Deswegen weil die Front ist nÃherge-, nÃherkommen und ich wollte nach Schweden flÃchten. Aber meine Eltern sind zurÃckgeblieben. Und die konnten nicht mitkommen, deswegen weil sie waren, Ãh, alt. Gesundheit war nicht mehr in Ordnung. Das war am 20. September 1944, wollte ich von [Ortsname; klingt wie âAtrau?] wegfahren nach Schweden. Wir hatten ein Boot und wollten Ãber die See nach Schweden flÃchten. Wir waren schon unterwegs so ein Tag, aber in der Nacht wir hatten UnglÃck und die Deutschen haben uns geschnappt.

David Boder

Wo war das?

Ilmar A.

Das war auf der See.

David Boder

Und was sind Sie, bei, bei Boot gegangen?

Ilmar A.

Ja, bei Boot.

David Boder

Was fÃr ein Boot?

Ilmar A.

Das war ganz einfach ein kleines, kleines Boot.

David Boder

Motorboot?

Ilmar A.

Nein, [unverstÃndlich]. Ja, es war ein Motorboot.

David Boder

Und wo wollten Sie hinÃbergehen?

Ilmar A.

Wir wollten nach Schweden Ãbergehen.

David Boder

Konnte man auf solch einem Boot nach Schweden rÃberfahren?

Ilmar A.

Nein, sie dÃrfen nicht rÃberfahren.

David Boder

Ja, aber ich meine, kann solch ein Boot nach Schweden rÃberfahren?

Ilmar A.

Ja, wir dachten schon, dass wir kÃnnen zu fahren, das war, Ãh, die letzte MÃglichkeit.

David Boder

Wie viel Leute waren im Boot?

Ilmar A.

Das war sechs Leute im Boot.

David Boder

Aha, und das hat einen Motor gehabt?

Ilmar A.

Ja.

David Boder

Und haben Sie genug Gasolin gehabt, rÃberzuholen [sic!]?

Ilmar A.

Ja, wir haben nicht so viel Gasolin gehabt, aber wir hatten, Ãh, auch Ruder dabei.

David Boder

Aha.

Ilmar A.

Ja, und zuletzt wir vielleicht hÃtten ge-, gerudert.

David Boder

Nun. Und wo haben Sie die Deutschen gefangen?

Ilmar A.

Die Deutschen ungefÃhr in der Mitte auf der See haben uns geschnappt.

David Boder

Wie viel Tage waren Sie schon weg vom, vom Ufer?

Ilmar A.

Ich war ungefÃhr einen Tag weg.

David Boder

Aha. Nun das war doch nicht in der Mitte, man kann ja nicht . . .

Ilmar A.

[UnverstÃndlich] ein Tag, in zwei Tagen bist Du auch herÃber.

David Boder

[erstaunt] Nach Schweden?

Ilmar A.

Ja, nach Schweden.

David Boder

Achja, und weiter.

Ilmar A.

Und die haben uns nach Deutschland gebracht.

David Boder

Und was hat dann passiert?

Ilmar A.

Das war im Lager und ich bin der Sohn eines Bauern. Dann ich habe gesagt, dass ich kann irgendwo auf dem Lande arbeiten. Dann ich habe jetzt gemeint, dann kann ich vielleicht am besten so am Leben bleiben. Weil die Verpflegung war sehr schlecht.

David Boder

In was fÃr einem Lager waren Sie?

Ilmar A.

Das war in [Gotenhafen?].

David Boder

[unverstÃndlich; evtl. â - am Hafenâ?]. Wie viel Leute waren in diesem Lager im Allgemeinen? War das ein groÃes Konzentrationslager?

Ilmar A.

Das ist, das war nicht Konzentrationslager, sondern das war ein Durchgangslager oder so was und der Zahl der Leute kann ich nicht sagen.

David Boder

So ungefÃhr, wie viel schÃtzen Sie?

Ilmar A.

Die waren 1000 dort.

David Boder

1000.

Ilmar A.

Ja.

David Boder

Und wie hat, haben sich die Deutschen gegen Ihnen persÃnlich benommen?

Ilmar A.

Zuerst waren sie [unverstÃndlich], aber zuletzt sie haben gesagt, âJa, Sie kÃnnen dort auf die Arbeit gehen und kÃnnen Sie auch dann weggehenâ, sie waren dort bloà drei Tage. Ich habe erzÃhlt, dass ich bin Sohn des Bauers und ich kann auf dem Lande irgendwo arbeiten.

David Boder

Sie waren im Lager bloà drei Tage?

Ilmar A.

Ja, ja.

David Boder

Nun, weiter.

Ilmar A.

Dann bin ich gegangen nach . . .

David Boder

Haben Sie die Deutschen nach irgendwelcher Zeit geschlagen?

Ilmar A.

Nein, mich persÃnlich geschlagen haben sie nicht.

David Boder

Warum nicht? Haben die jemand anders geschlagen?

Ilmar A.

Das habe ich gesehen, aber mich haben sie nicht, nicht.

Ilmar A.

Und wer waren die Leute, die sie geschlagen haben?

Ilmar A.

Das kann ich nicht sagen. Ich weià nicht, was fÃr NationalitÃt oder so was haben, das waren, Ãh, von vielen NationalitÃten, auch Letten, Litauer, Polen, und alle mÃgliche.

David Boder

Nun, weiter. Sind Sie aufs Land gegangen?

Ilmar A.

Und ich war auf dem Lande und ich arbeitete dort bis, Ãh, 5. Mai 1945.

David Boder

Was hat dann passiert? (Einen Moment.) [Boder spricht mit jemand im Hintergrund?]. Wie hat sich der Bauer gegen Ihnen benommen? Hat er Ihnen genug zu essen gegeben?

Ilmar A.

Genug Essen hat er nicht gegeben, sondern ich habe extra gegessen.

David Boder

Was heiÃt âextra gegessenâ?

Ilmar A.

Extra gegessen im, in einem Zimmer und der Bauer hat gegessen im Speisesaal.

David Boder

Und was haben sie Ihnen, und haben sie Ihnen etwas bezahlt?

Ilmar A.

Dort bezahlt haben sie uns 23 Mark pro Monat.

David Boder

Und wer war mit Ihnen?

Ilmar A.

Wie bitte?

David Boder

Sie sagen âunsâ, wer war denn noch mit Ihnen?

Ilmar A.

Na, ich meine das, Ãh,

David Boder

Im Allgemeinen?

Ilmar A.

im allgemeinen, [undeutlich].

David Boder

23 Mark pro Monat. Und was konnte man fÃr 23 Mark kaufen?

Ilmar A.

FÃr das Geld konnte man nichts kaufen.

David Boder

Haben Sie eine Lebensmittelkarte gehabt?

Ilmar A.

Nein. Ich habe nicht gehabt, sondern Bauer hat mir gegeben. Zu Essen gegeben.

David Boder

Zu Essen gegeben. Wie hat der Bauer, wie hat der Bauer sich benommen? War er anstÃndig? War er freundlich?

Ilmar A.

Zuerst war er nicht freundlich, aber zuletzt ich habe gut gearbeitet, weil ich bin doch junger Mann und der Bauer war ganz anstÃndig.

David Boder

Nun. Und was hat im 5. Mai, sagten Sie ja, den 5. MÃrz [sic], was ist dann passiert? Was war das?

Ilmar A.

Dann sind die Amerikanische Besatzungstruppe gekommen und wir sind gefreit von Deutschen, wir konnten von Amerikaner verpflegt werden.

David Boder

Wo war das? War das im . . . ?

Ilmar A.

Das war in Oberlungwitz, das war . . .

David Boder

Ist das in der Amerikanischen Zone?

Ilmar A.

Nein, das ist nicht jetzt in Amerikanische Zone, sondern jetzt ist die Russische Zone.

David Boder

Es ist die Russische Zone?

Ilmar A.

Ja.

David Boder

Und, sind Sie von der Zone nach hier gekommen, nach MÃnchen?

Ilmar A.

Ich bin von der Zone so ge-, geflÃchtet wieder.

David Boder

Warum?

Ilmar A.

Deswegen weil ich habe gehÃrt, dass die Russen kommen hin. Und ich hatte sowieso Angst, weil ich flÃchte schon 1944 vor den Russen und ich weiÃ, was das bedeutet, das war

David Boder

[unterbricht] In `44 sind Sie doch nicht von den Russen geflohen? `44 sind Sie von den Deutschen geflohen.

Ilmar A.

Von den Deutschen und auch hier von den Russen.

David Boder

Ach dass die Russen kommen, ja.

Ilmar A.

Die Russen sind gekommen und ich weiÃ, was es bedeutet, eine russische Besatzung deswegen, dass, Ãh, im 1941 am 14. Juli, man wurde, wurde verschleppt 60.000 MÃnnern und Frauen nach Sibirien. 60.000 von uns

David Boder

Sechzehn ?

Ilmar A.

Sechzig.

David Boder

Sechzigtausend.

Ilmar A.

Ja. Das bedeutet, Ãh, ein, Ãh, sieben Prozent ..

David Boder

Ja, von den ganzen

Ilmar A.

von den ganzen BevÃlkerung.

David Boder

Nun? [Kurze Pause in der Aufnahme] Was hat dort passiert?

Ilmar A.

Hier habe ich gelebt und ich wollte wieder hier weiterstudieren und ich habe gebeten, MÃglichkeit zu geben, hier in Deutschland irgendwo weiterstudieren. Jetzt habe ich gehÃrt, dass

David Boder

Ja?

Ilmar A.

habe ich gehÃrt, dass hier in MÃnchen wird, grÃndet eine UNRRA-UniversitÃt, das ist eine internationale UniversitÃt, wo studieren 19, 12 . . .

David Boder

Aha. Und was studieren Sie hier?

Ilmar A.

Ich studiere Bauwesen.

David Boder

Was? Bauwesen?

Ilmar A.

Bauwesen.

David Boder

Architektur?

Ilmar A.

Archi-, nein, nicht Archi-, sondern Fachrichtung Bauwesen.

David Boder

Nun ja, HÃuser zu bauen?

Ilmar A.

HÃuser Tief- und Hochbau.

David Boder

Was heiÃt Tiefbau?

Ilmar A.

Dass, auch Wasserbau, Ãh, und Kanal, KanÃle, und [unverstÃndlich] und so weiter.

David Boder

Aha, und wie lange wird das nehmen?

Ilmar A.

Hier in Deutschland wird es nehmen 3 Jahre. Wir haben Tri-Semester, wir haben drei Semester im Jahr.

David Boder

Ja. Und in welcher Sprache wird es unterrichtet?

Ilmar A.

Unterrichtet wird auf der deutschen Sprache.

David Boder

Nun, sagen Sie mal. Und wo denken Sie von hier zu gehen? HÃren Sie von Ihren Eltern? Was hat Ihren Eltern passiert?

Ilmar A.

Ich habe nicht von meinen Eltern gehÃrt, deswegen weil wir haben keine Verbindung. Meiner Meinung nach sind meine Eltern schon verschleppt worden nach Sibirien. Das ist wahrscheinlich.

David Boder

Und was tun die Leute, wenn sie nach Sibirien verschleppt werden?

Ilmar A.

Die sind, Ãh, Facharbeiter.

David Boder

Nun, sagen Sie mir, wie und, Ãh . . .

Ilmar A.

. . . einen Onkel in Amerika haben, aber ich weià kein Anschrift, ich weià keine Adresse.

David Boder

Nun, Herr Ilman, ich mÃchte noch so vieles von Ihnen hÃren, aber ich habe mir vorgenommen, dass ich von allen eine halbe Stunde, mit allen eine halbe Stunde spreche. Wir sind schon eine halbe Stunde zusammen [die vorliegende Aufnahme ist noch keine 27 Minuten gelaufen, was die abrupten Themenwechsel erklÃren kÃnnte].

Ilmar A.

Ja.

David Boder

Nun, also wollen Sie mir jetzt den nÃchsten Herren hereinschicken?

David Boder

[In English] This concludes the interview with Ilmar A., he doesn't give his full name, 23 years old, Estonian student of the UNRRA University in Munich, September the 24th, 1946, Illinois Institute of Technology wire recording.

David Boder

This is reproduction 9-152-A, the continuation of Spool 152 will be then on 9-152-B, split up for convenience. This is the spool re-duplicated for the U.S. Public Health Service. November 11, 1949.

var english_translation = { interview: [ David Boder

[In English] Spool 152A, Spool 152A. Ilmar A., that seems the name, it can be corrected later. Spool 152A. Boder. These are the short spools from the students of the UNRRA University.

David Boder

Munich, September the 24th, 1946, at the Deutsches Museum in Munich, the UNRRA University for Displaced Persons. The interviewee is Mr. Hilman, [corrects himself] Ilmar A., 23 years old, an Estonian, who is going to give us a half-hour report on his experiences. We are reducing it now to half-hours because the students want to have a cross-section to report.

David Boder

[In German] So, Mr. Ilmar.

Ilmar A.

Yes.

David Boder

Let me tell you frankly [?]: Do not tell me some general things about the political situation or the like. About this [possibly "we are informed"?]. What I want you to do in this half-hour is to narrate what happened to you and your family. You know? Not some general data or such, even if you [unintelligible]. You know? So, I want this: Would you tell me where you were and what has happened to you from the time the Soviets came to Estonia, you know?

Ilmar A.

Yes.

David Boder

. . . until today. But to you personally. Where did you live, with your parents. Where did you go? What happened to you? You know? So, please speak into the direction of this here microphone. [Bend down to the microphone?], come closer. Tell me, again, where were you and what happened to you when the Soviets came to Estonia?

Ilmar A.

When the Soviets came to Estonia I was, was a student at the, that was in 1940.

David Boder

How old were you then? What grade were you in school?

Ilmar A.

Then, I was seventeen years old. Then I was seventeen years old. And I was in the first grade of the "Gymnasium."

David Boder

What means "first grade"? The highest grade?

Ilmar A.

"The first" means the, the fourth grade, fourth grade . . .

David Boder

. . . of the "Volks-"?

Ilmar A.

of the "Volks-," uh, of the "Mittelschule."

David Boder

Yes. The fourth grade of the "Mittelschule." So that was after the "Pro-Gymnasium"?

Ilmar A.

That was after the "Pro-Gymnasium."

David Boder

Yes. So, and in which city were you?

Ilmar A.

That was in Tartu.

David Boder

In Dorpat?

Ilmar A.

In Dorpat.

David Boder

I see, that was the famous Yuryev University.

Ilmar A.

Yuryev University.

David Boder

Yes. And who were your parents, Ilman?

Ilmar A.

My parents were farmers.

David Boder

I see, and where did they live?

Ilmar A.

They lived in [place name; sounds like "Tartaulag"?], in the municipality of [name unintelligible; sounds like "Saparau" or "Saparai"?].

David Boder

I see.

Ilmar A.

In [unintelligible; possibly the name of the larger administrative unit, such as county, district, or region].

David Boder

So, tell me what happened in the university when the Soviets came, and what happened at your home.

Ilmar A.

When the Soviets came to us I was not a [university] student, but a [high school] student. I was in Tartu in the, everybody was at home the first morning. But my father also had a factory and an, a farm, about thirty-five hectare. But until May 1941 nothing special happened. It wasn't until June 14, 1941 that several of my relatives were deported to Siberia. That's because, they were also Democrats. And . . .

David Boder

What was that?

Ilmar A.

They had democratic opinion.

David Boder

Yes, but what do you mean by they had "democratic opinion"?

Ilmar A.

That they used to be, uh, members of the [name of the organization unintelligible].

David Boder

I see, and? Continue.

Ilmar A.

And on the 19th, [corrects himself] in 1941, on the 14th of June . . .

David Boder

[unintelligible correction; possibly "June day"?].

Ilmar A.

Yes, on the 14th June-day [unintelligible] we got word that the deported could, we were in the forest.

David Boder

Who was in the forest?

Ilmar A.

My parents and I.

David Boder

Now, go on.

Ilmar A.

And . . .

David Boder

So, you were in the forest. How did you live in the forest?

Ilmar A.

We were in the forest. We, we hid in the forest.

David Boder

Well, did you have a house there?

Ilmar A.

No, we didn't have a house, but we had a . . .

David Boder

Tent?

Ilmar A.

Tent, or something like it. And we are hidden. And . . .

David Boder

Who was there together, in this hide-out?

Ilmar A.

My parents. My parents, my sister [he possibly means "siblings"?], and I.

David Boder

Yes. How many, uh, how many people are there in your family?

Ilmar A.

Seven people.

David Boder

I see. And the entire family hid in the forest.

Ilmar A.

Yes.

David Boder

Now, how long did you hide in the forest?

Ilmar A.

We were in the forest only, uh, four, four weeks. Then, on the June 21, 1941 is, uh, we started in the direction of Germany, and . . . And that was in July. The Germans already came to us. And then we could return out of the forest. Then in 1941, in the fall we visited my brother Walter on the, that was in the year of 1942, [unintelligible].

David Boder

Tell that again.

Ilmar A.

What?

David Boder

Go on. Did the, did the Germans interfere in any way with the school?

Ilmar A.

Yes. The Germans did interfere with the school in a [unintelligible] way. Because they, they could not have our organization and the like. Previously, we had a [unintelligible]-organization, which in the, that, for our house-organization. And when/if [unclear which is meant] they knew that they come to us we could lock [he possibly means "close down"?] the organization. And I, too, was a member.

David Boder

And that was "locked"?

Ilmar A.

That was locked.

David Boder

Well, and then? When the Germans came?

Ilmar A.

When the Germans came we could no longer open that [organization]. And, that was in the year of 1942, I went to the university then, to Dorpat University.

David Boder

Now. Will you tell me: when the Russians came, did you think that Estonia will become Soviet?

Ilmar A.

Yes. They said that Estonia will become Soviet Union.

David Boder

And goes over to Russia?

Ilmar A.

Yes. That, officially they did not say that.

David Boder

I see.

Ilmar A.

But it appeared that way.

David Boder

Well. But officially they said that Estonia would remain alone [he means "independent"]?

Ilmar A.

No, they did not say because we had no interâ, interâ, no administration. Instead we all of a sudden had, uh, Soviet administration.

David Boder

Yes. Well. When the Germans go [Boder probably means "came"]. Did the Germans say that Estonia will be free?

Ilmar A.

No, the Germans did not say that either.

David Boder

What did they say?

Ilmar A.

This they did not say. They had occupation troops. And we should be Germans as [unintelligible]-occupied, too.

David Boder

Oh, I see. The Germans, did the Germans say that they would take Estonia to Germany?

Ilmar A.

Uh, for the time being they did not say, but it was an occupied territory. And they wanted us, uh, to extinguish everything of us.

David Boder

I see. So neither the Germans nor the Russians incorporated Estonia? The Russians did not turn Estonia into a Soviet Republic, did they?

Ilmar A.

Yes, they made Soviet, Estonia Soviet Republic.

David Boder

Estonia became a Soviet Republic?

Ilmar A.

Yes.

David Boder

And when the Germans came, did the Germans say that they will take Estonia, or what?

Ilmar A.

No, they did not, instead it was an occupied territory.

David Boder

Yes. Now, you were in an occupation, [corrects himself] occupied territory. And you had to do certain labor for the Germans?

Ilmar A.

For the Germans, yes.

David Boder

Did the, the Germans arrest, uh, execute, and so forth certain people, or did they deport them, as the Russians had done?

Ilmar A.

Yes. The Germans did that, too, to a greater extent. Because in 1942 I was at the Dorpat University and, back then, I was very . . .

David Boder

Yes.

Ilmar A.

The, the, the Germans did, uh, persecute our professors and our students. And SB-people [unclear what he means by SB], you know, police always and always followed/persecuted [unclear which meaning of the German word "verfolgen" is intended] me. And, uh, that was in 1943. In [unintelligible] very many, almost fifty percent, uh, [unintelligible] of our professors and also some of the students were arrested.

David Boder

I see. And what did they do with them?

Ilmar A.

They, they, brought them, uh, into prison.

David Boder

And, were you arrested, too?

Ilmar A.

No, I mean and, therefore, these were our students and that, that one organization or a . . .

David Boder

Yes.

Ilmar A.

. . . communal family.

David Boder

Were you taken as well? You personally?

Ilmar A.

I personally was not taken. But I knew that they wanted to.

David Boder

Well? And then, tell me, uh, what happened then?

Ilmar A.

That was '42. Uh, then I went to the countryside to my parents and we had a farm in the countryside. The factory we no longer had and the Russians had [unintelligible; some participle ending in "-tiert"] the factory.

David Boder

What kind of factory was that?

Ilmar A.

That was baking-factory.

David Boder

Now, did the Germans return the factory?

Ilmar A.

No. The Germans did not return that either but they [verb unintelligible] everything, uh, all things, all machinery.

David Boder

[verb; unintelligible]?

Ilmar A.

Yes.

David Boder

Well, continue. Were you trying to say that the Germans took away your machinery, or did they have the machines work for the Germans, so to say?

Ilmar A.

At first, they let them work for the Germans and at last, when they did not come [he probably means "get," which is similar in German; "kommen" and "bekommen"] anything anymore, then they brought the machines back . . .

David Boder

. . . evacuated?

Ilmar A.

. . . evacuated them to Germany.

David Boder

Yes. And you were at the university?

Ilmar A.

Uh, I was, during winter I was at the university.

David Boder

Yes. And what happened to you next? To you and your family?

Ilmar A.

Then, uh, I was, in summer, I was in the countryside. And in the fall I returned to Tartu. And I was able to study until 1944, February.

David Boder

And then?

Ilmar A.

Then I wanted [or: "should"] to go to the countryside again, because they, otherwise, I, again [nearer and nearer?] came [unintelligible, possibly "nearer and nearer"] . . .

David Boder

[unintelligible, Boder suggests some verb]?

Ilmar A.

Yes, [repeats what Boder said]. And our university should lock its door. [unintelligible], I was in the countryside what [he means "when"] the Germans again made an arrest, our professors and of the, also a group of students.

David Boder

And what did they say as to why they arrested them?

Ilmar A.

They arrested them because they had doubts [he means "suspicions"] about us, that we were having connections to Finland and Sweden. And we were indeed helping, and this is the truth, that we were helping people flee to Finland and Sweden.

David Boder

I see. But Finland was fighting with the Germans, Finland was on the side of the Germans?

Ilmar A.

Yes. Finland was on the German side, it was supposed to be on the German side. That's why the Russians wanted to occupy Finland.

David Boder

But why, then, were the Germans afraid of you going to Finland?

Ilmar A.

They did not want to send us to Finland because we, the people that wanted to flee to Finland said [unintelligible], they were neither "directed" [he perhaps means something like "politically oriented"] as Communists nor directed as Nazists [sic] or Fascists. They were, uh, so . . .

David Boder

Impartial?

Ilmar A.

Impartial, free Democrats.

David Boder

And, go on.

Ilmar A.

A few of us then fled to Finland and Sweden. Now, we are having 35,000 people in Sweden, we have them there as underground people and mostly intelligent.

David Boder

And, how do they live there in Sweden? Do they live the same as here, like the, the . . .

Ilmar A.

They, they do not live in Sweden like the [unintelligible], but they have to work. And they have already learned the Swedish language. And are working somewhere in the trades and are having very simple work. But, such, specialized work they were not able to secure because they are professors, or the intelligence and they could not get adequate work but have to . . .

David Boder

. . . work physically?

Ilmar A.

Make, perform physical labor.

David Boder

And the UNRRA is helping there, or, uh . . . ?

Ilmar A.

Of that I have no clue. But I believe the UNRRA is not there but . . .

David Boder

They are simply there . . .

Ilmar A.

. . . simply . . .

David Boder

. . . like migrants, like emigrants?

Ilmar A.

. . . like emigrants, like emigrants there.

David Boder

Now, continue, what happened to you?

Ilmar A.

Here I could, [unintelligible] from, until September 1944. Then I should come away from my house, should leave my house.

David Boder

Why?

Ilmar A.

That was because the front came closer and closer, and I wanted to flee to Sweden. But my parents stayed behind. And they could not come with me because they were, uh, old. Health was no longer good. That was September 20, 1944; I wanted to go away to Sweden from [some place name; sounds like "Atrau"?]. We had a boat and wanted to flee to Sweden over the Sea. We had been on our way already for a day or so, but at night we had an accident and the Germans caught us.

David Boder

Where was that?

Ilmar A.

That was on the sea.

David Boder

And what, you, you went by boat?

Ilmar A.

Yes, by boat.

David Boder

What kind of boat?

Ilmar A.

That was simply a small, small boat.

David Boder

Motor boat?

Ilmar A.

No, [inaudible]. Yes, it was a motor boat.

David Boder

And where did you want to cross over?

Ilmar A.

We wanted to cross over to Sweden.

David Boder

Was it possible to drive over to Sweden in such a boat?

Ilmar A.

No, you were not allowed to cross over.

David Boder

Yes, but I mean, can such a boat drive over to Sweden?

Ilmar A.

Yes, we thought that we could drive over. It was, uh, the last option.

David Boder

How many people were in the boat?

Ilmar A.

There were six people in the boat.

David Boder

I see, and it had an engine?

Ilmar A.

Yes.

David Boder

And did you have enough gasoline to cross over?

Ilmar A.

Yes, we did not have so much gasoline, but we also had, uh, oars.

David Boder

I see.

Ilmar A.

Yes, and at last we maybe would have, uh, rowed.

David Boder

And where did the Germans catch you?

Ilmar A.

The Germans caught us about halfway across the Sea.

David Boder

How many days had you been away from, from shore?

Ilmar A.

I was about a day.

David Boder

I see. Well, [disbelieving] that was not halfway across, I mean, one cannot . . .

Ilmar A.

[unintelligible] one day, and in two days you are already across.

David Boder

[surprised] To Sweden?

Ilmar A.

Yes, to Sweden.

David Boder

Ok, continue.

Ilmar A.

And they brought us to Germany.

David Boder

And what happened then?

Ilmar A.

That was in the lager and I am the son of a farmer. Then I said that I can do field work somewhere. Because then I believed that possibly that was the best way to stay alive. Because the food was very bad.

David Boder

In which lager were you?

Ilmar A.

That was in [Gotenhafen?].

David Boder

[unintelligible]. How many people were there in this lager in general? Was that a big concentration camp?

Ilmar A.

That is, that was not a concentration camp, but it was a "Durchgangslager" [transit camp] or some such, and the number of people I cannot tell.

David Boder

Roughly, how many would you estimate?

Ilmar A.

There were a thousand there.

David Boder

A thousand.

Ilmar A.

Yes.

David Boder

And how, how did the Germans behave toward you personally?

Ilmar A.

At first they were [unintelligible]. But in the end they said, "yes, you can go to work there and you can go away then, they/you [same word in German] were there only three days." I told that I was the son of a farmer and that I can do field work.

David Boder

You were in the camp only three days?

Ilmar A.

Yes, yes.

David Boder

Well, go on.

Ilmar A.

Then I went to . . .

David Boder

Did the Germans beat you at any time?

Ilmar A.

No, I personally was never beaten.

David Boder

Why not? Did they beat anybody else?

Ilmar A.

I saw that, but me, they never, no.

David Boder

And who were the people whom they did beat?

Ilmar A.

This I cannot say. I do not know what nationality or what they have, they were, uh, of many nationalities, Lets, Lithuanians, Poles, all sorts of people.

David Boder

Well, go on. Did you go to the countryside?

Ilmar A.

And I was in the countryside and I worked there until, uh, May 5, 1945.

David Boder

What happened then? (One moment.) [Boder as if talking to someone in the background]. How did the farmer behave toward you? Did he give you enough to eat?

Ilmar A.

Enough food he did not give, but I ate separately.

David Boder

What does that mean, you "ate separately"?

Ilmar A.

Ate extra in, in a room and the farmer ate in the dining room.

David Boder

And what did they [no verb] you, [corrects himself] and did they pay you anything?

Ilmar A.

There they paid us twenty-three marks per month.

David Boder

And who was with you?

Ilmar A.

I beg your pardon?

David Boder

You say "us," who was there with you?

Ilmar A.

Well, I meant that, uh, . . .

David Boder

. . . in general?

Ilmar A.

. . . in general, [unintelligible].

David Boder

Twenty-three marks per month. And what was there to buy with twenty-three marks?

Ilmar A.

For the money, you could not buy anything.

David Boder

Did you have a ration card?

Ilmar A.

No, I did not have. Instead, the farmer gave me. Gave food.

David Boder

Gave food. How did the farmer, how did the farmer behave? Was he decent? Was he friendly?

Ilmar A.

At first, he was not friendly. But in the end I worked well, because I am a young man after all, and the farmer was quite decent.

David Boder

Well. And what happened on May 5, that's what you said, right, March 5 [sic], what happened then? What was that?

Ilmar A.

Then the American occupation troops arrived and we were freed from the Germans, and we could be supplied for by the Americans.

David Boder

Where was that? Was that in . . . ?

Ilmar A.

That was in Oberlungwitz, that was . . .

David Boder

Is that in the American Zone?

Ilmar A.

No, this is not in the American Zone now, it is now the Russian Zone.

David Boder

It is the Russian Zone?

Ilmar A.

Yes.

David Boder

And, did you get from that zone to here, to Munich?

Ilmar A.

I fleeâ, I fled from that zone again.

David Boder

Why?

Ilmar A.

That is because I heard that the Russians would be coming there. And I was afraid already because I flee already from the Russians in 1944 and I know what that means; that was . . .

David Boder

[interrupts] In '44 you were not fleeing from the Russians, were you? '44 you were fleeing from the Germans, right?

Ilmar A.

From the Germans and here as well from the Russians.

David Boder

Oh, that the Russians are coming, yes.

Ilmar A.

The Russians were coming and I know what it means, a Russian occupation because, that, uh, in 1941, on the 14th July one was, were deported sixty thousand men and women to Siberia. Sixty thousand of us.

David Boder

Sixteen?

Ilmar A.

Sixty.

David Boder

Sixty-thousand.

Ilmar A.

Yes. That means, uh, one, uh, seven percent . . .

David Boder

Yes, of the whole.

Ilmar A.

of the whole population.

David Boder

Well? [short break in the recording] What happened there?

Ilmar A.

Here I lived and I wanted to go on with my studies and I asked to be given the chance to continue studying somewhere in Germany. Now I have heard that . . .

David Boder

Yes?

Ilmar A.

. . . I heard that here in Munich is, founds a UNRRA University, that is an international university where there are studying nineteen, twelve . . .

David Boder

I see. What are you studying here?

Ilmar A.

I am studying "Bauwesen" [Building or construction].

David Boder

What? "Bauwesen"?

Ilmar A.

"Bauwesen."

David Boder

Architecture?

Ilmar A.

Archiâ, no, not archiâ, but subject area "Bauwesen."

David Boder

Well, building houses?

Ilmar A.

Houses, "Tief- und Hochbau."

David Boder

What means "Tiefbau"?

Ilmar A.

That, also hydraulic engineering, uh, and canals, channels, and [unintelligible] and so forth.

David Boder

I see, and how long is that going to take?

Ilmar A.

Here in Germany it will take three years. We have tri-semesters, we have three semesters a year.

David Boder

Yes. And what is the language of instruction?

Ilmar A.

Instruction is in the German language.

David Boder

Now, tell me. Where do you think of going from here? Are you hearing word from your parents? What happened with your parents?

Ilmar A.

I have not heard from my parents, that is because we have no connection. In my opinion, my parents have already been deported to Siberia. That is probable.

David Boder

And what are the people doing when they are deported to Siberia?

Ilmar A.

They are, uh, skilled laborers.

David Boder

Now, tell me, how and, uh . . .

Ilmar A.

. . . have an uncle in America, but I know no address, I know no address.

David Boder

Now, Mr. Ilman, there are so many more things I want to hear from you, but I have resolved that I from all half an hour, that I talk with everyone for half an hour. We have been together now for half an hour.

Ilmar A.

Yes.

David Boder

Well, will you please send in the next gentleman?

David Boder

[In English] This concludes the interview with Ilmar A., he doesn't give his full name, twenty-three years old, Estonian student of the UNRRA University in Munich, September the 24th, 1946, Illinois Institute of Technology wire recording.

David Boder

This is reproduction 9-152-A, the continuation of Spool 152 will be then on 9-152-B, split up for convenience. This is the spool re-duplicated for the U.S. Public Health Service. November 11, 1949.