David P. Boder Interviews Victor Ferdinansk; September 24, 1946; München, Germany

var transcription = { interview: [ David Boder

[In English] Munich, September the 24th, 1946, at the UNRRA University of the Deutsches Museum. The interviewee is Mr. Victor Ferdinansk, a Lithuanian, who will talk to us in German.

David Boder

[In German] Also sagen Sie mir, Victor, was ist Ihnen passiert, wenn die Russen nach Litauen gekommen?

Victor Ferdinansk

Also die Russen sind nach Litauen gekommen 1940. Damals war ich im Gymnasium in der dritten Klasse und im Herbst dieses Jahres bin ich gekommen nach Tallin in die achte Lasse des Ritter Seminars.

David Boder

Von welcher Religion sind Sie?

Victor Ferdinansk

Ich bin rÃmisch katholisch.

David Boder

Ja. Weiter nun.

Victor Ferdinansk

Und es war uns allen klar, dass das Ritter Seminar nicht lange bestehen wird.

David Boder

In welcher Stadt was das Seminar?

Victor Ferdinansk

In Tallin . . . Kovno.

David Boder

In Kovno? Das hat man damals genannt das Kovno Theologisches Seminar?

Victor Ferdinansk

Kovno Theologisches Seminar.

David Boder

Bei Riga? Nun . . .

Victor Ferdinansk

Als AngehÃriger des Franziskaner Ordens wurde ich von mein . . . von unserem Vorgesetzten nach Deutschland geschickt mit dem Auftrag nach Italien zu kommen. Damals studierten nÃmlich in Italien viele unserer Landsleute und sie hatten diese Dokumente schon fÃr uns besorgt.

David Boder

Also was heiÃt diese Dokumente? Was fÃr Dokumente haben Sie gebraucht?

Victor Ferdinansk

Das heiÃt Einreise-Dokumente nach Italien.

David Boder

Ja.

Victor Ferdinansk

Aber wir waren sehr tief enttÃuscht, als wir uns nach Deutschland begeben haben.

David Boder

Ja.

Victor Ferdinansk

Ich habe die Absicht gehabt nach Italien zu kommen, aber an Stelle dessen ist etwas Anderes eingetroffen. Ich wurde beim illegalen Ãberschreiten der Grenze . . .

David Boder

Oh, sie haben die Grenze illegal Ãberschritten?

Victor Ferdinansk

Ja. Ich wurde fest genommen und in ein Lager gebracht, wo ich sieben Tage gehalten wurde. Aber dann wurde gesehen, dass ich kein Spion bin. Dann wurde ich mit einem (unverstÃndlich) nach Berlin geschickt, wo ich mit franzÃsischen Gefangenen im Deutschen Verlag als Gefangener Dienste leisten musste.

David Boder

Also Sie haben nicht einen Pass-Schein nach Italien?

Victor Ferdinansk

Nein.

David Boder

Sie haben Sie als Gefangenen genommen?

Victor Ferdinansk

Ja, ich wurde verhaftet und zur Arbeit gebracht.

David Boder

Bitte weiter.

Victor Ferdinansk

Und nachdem ich ungefÃhr drei oder Monate gearbeitet habe . . .

David Boder

Haben Sie einem Lager gelabt?

Victor Ferdinansk

Das war ein Arbeiterlager.

David Boder

Ja.

Victor Ferdinansk

In diesem Zimmer haben geschlafen sehr viele. Ich glaube so viel wie fÃnfzig Leute zumindest.

David Boder

Ja, nun und . . .

Victor Ferdinansk

Und ja einmal wurde das ganze Haus, wo jeder - alle zusammen gewohnt haben, untersucht und auf Grund meiner NationalitÃt wurde ich von der Gestapo andermal festgenommen und in Berlin auf das Polizei PrÃsidium gebracht. Die haben mich drei Stunden lang untersucht, gefragt nach verschiedenen Sachen, also dann stellte sich heraus, dass ich kein gefÃhrlicher Mensch bin, sondern bloà Student der Theologie.

David Boder

Ja.

Victor Ferdinansk

Und ich wurde nach der drei stÃndigen Untersuchung entlassen.

David Boder

Nun.

Victor Ferdinansk

Diese ganze Geschichte war mir sehr unangenehm und ich wollte nicht, dass es irgendwelchen Folgen hat. Darum bin ich auch von Berlin nach MÃnchen gekommen.

David Boder

Also wieso . . . ille . . .

Victor Ferdinansk

Illegal.

David Boder

Illegal. Nun sagen Sie mir, haben Sie sich nicht mit den katholischen Geistlichen verstÃndigen kÃnnen, dass man Ihnen hilft? Mit den Franziskanern?

Victor Ferdinansk

Nein, in Berlin, das war fast nicht mÃglich, weil jede BehÃrde war sehr eingestellt gegen die Religion und es war wirklich nichts zu machen.

David Boder

Nun?

Victor Ferdinansk

Und damals war ich sehr jung und habe sehr schlecht die deutsche Sprache beherrscht.

David Boder

Hat man Ihnen erlaubt zur Kirche zu gehen?

Victor Ferdinansk

Das Kirchen Gehen hat man erlaubt zu gehen.

David Boder

Konnten Sie da nicht mit dem Vater sprechen?

Victor Ferdinansk

Praktisch konnten die nicht viel helfen. Denn um Einen in der Pfarre aufzunehmen, sollten die auch eine polizeiliche Genehmigung haben. Und ohne diese polizeiliche Genehmigung durften sie Ãberhaupt niemanden aufnehmen. Darum habe ich beschlossen nach Bayern zu flÃchten, wo das ganze Land katholisch ist.

David Boder

Nun?

Victor Ferdinansk

Und . . .

David Boder

Sie kamen dann nach MÃnchen?

Victor Ferdinansk

Nach MÃnchen. 1941 bin ich nach MÃnchen gekommen, wo ich in einem Franziskanischen Kloster aufgenommen wurde und bis zum Jahre neunzehn hundert fÃnf und vierzig (1945) beschÃftigt wurde als Litauer und AuslÃnder.

David Boder

Aha. Also da haben die Deutschen nachher doch gewusst, dass Sie dort waren?

Victor Ferdinansk

SpÃter . . . das haben sie nicht gewusst. Aber spÃter selbstverstÃndlich als ich angemeldet wurde, wurde das, hm, . . .

David Boder

[unverstÃndlich]

Victor Ferdinansk

Ein Gestapo Beamter ist gekommen. Die ganze Sache hat sich herausgestellt und er hatte dann folgende Anordnung gegeben: Ich darf nicht in zivil . . . in die Stadt hinaus gehen nicht in Zivilkleider, wie das heiÃt, nur in Ordern . . .

David Boder

Nun?

Victor Ferdinansk

. . . bis damals war erlaubt, dass man auch in Zivilkleidern in die Stadt hinaus gehen zu kÃnnen.

David Boder

Hm.

Victor Ferdinansk

Dann zweitens war mir der Auftrag erlegt, dass ich jede Woche mich beim zustÃndigen Polizei PrÃsidium oder Revier melden muss.

David Boder

Nun.

Victor Ferdinansk

Es war mir verboten litauisch auf der Strasse zu sprechen

David Boder

Oh ja.

Victor Ferdinansk

Und es war mir verboten an andere litauische Briefe zu schreiben, in litauischer Sprach.

David Boder

Hm, aber Sie konnten doch in deutsch schreiben?

Victor Ferdinansk

In deutscher Sprache durfte ich nicht schreiben.

David Boder

Zu wem haben Sie dann schreiben kÃnnen oder wollen?

Victor Ferdinansk

GewÃhnlich habe ich einen anderen Briefverkehr unterhalten mit meinen Freunden, mit andere Leut . . .

David Boder

Wo? Hier in Deutschland?

Victor Ferdinansk

Ja.

David Boder

Aha, nun weiter. Durch dieser ganzen Zeit haben die Deutschen Sie jemals geschlagen?

Victor Ferdinansk

Da ich ein Theologie Student gewesen bin, selbstverstÃndlich bin ich nicht zu SchlÃgereien gekommen.

David Boder

Warum ist das selbstverstÃndlich? Sie haben mir gesagt, dass die Deutschen die Religion nicht sehr respektiert haben.

Victor Ferdinansk

Das stimmt schon.

David Boder

Aber soweit sie betroffen waren . . . ?

Victor Ferdinansk

Aber in dem Kloster . . . im Kloster habe ich eine katholische Umgebung gehabt und es ist nicht dazu gekommen.

David Boder

Was haben Sie im Kloster getan?

Victor Ferdinansk

Im Kloster? Das ist sehr schwer zu sagen. Wir waren . . .

David Boder

Wurden Sie behandelt wie alle Anderen?

Victor Ferdinansk

Das kann man nicht sagen, ich habe immer gespÃrt, dass ich ein AuslÃnder bin. Und die haben immer uns zu verstehen gegeben, dass wir AuslÃnder sind und wir waren jeder, hm, in jeder . . .

David Boder

Beziehung.

Victor Ferdinansk

. . . in jeder Beziehung ignoriert, darum . . .

David Boder

Bei den anderen Leuten oder den Franziskanern?

Victor Ferdinansk

Auch.

David Boder

Von den BrÃdern?

Victor Ferdinansk

Auch von den BrÃdern.

David Boder

Ja.

Victor Ferdinansk

Und darum habe ich beschlossen in 1900 . . . im Jahre 1945 als die Amerikaner gekommen sind und die Zivil . . . die Zivillager eingerichtet haben, aus dem Kloster einzutreten . . .

David Boder

Auszutreten.

Victor Ferdinansk

Ja, auszutreten und das habe ich gemacht.

David Boder

Hm. Nun was studieren Sie jetzt hier?

Victor Ferdinansk

Jetzt an dieser UniversitÃt studiere ich Jura und bin im zweiten Semester.

David Boder

Also Sie haben die Theologie aufgegeben?

Victor Ferdinansk

Ich habe die Theologie aufgegeben und nur aus diesem Grunde, dass ich nicht in Deutschland bleiben wollte und als Geistlicher unter Deutschen arbeiten.

David Boder

Sagen Sie mir . . . es ist . . . sehr interessant, dass ich Sie getroffen habe. Was haben die Franziskaner BrÃder von den Nazis gedacht? Ich meine im Allgemeinen, wie war die Stimmung wÃhrend des Krieges? Es ist fÃr uns sehr wichtig, dass Sie uns so eine SchÃtzung geben kÃnnen. Andere frage ich nicht darÃber, ich will bloà die Erlebnisse haben. Aber Sie sind Theologe, sie haben in einem Kloster gelebt, wie haben sie sich zu dem Krieg verhalten, zu den Nazis und allem?

Victor Ferdinansk

Diese Stimmung war sehr verschieden. Es kam darauf an, was fÃr eine Person es gewesen ist. Die Ãlteren waren sozusagen verschworene Feinde des Nazismus.

David Boder

Ja.

Victor Ferdinansk

Aber es gab auch jÃngere Deutsche, die man . . . als, als AuslÃnder man wurde nicht ange . . . [unverstÃndlich]. Wir sind im Kloster gelassen, aber die jungen Leute, Prediger sind eingerÃckt . . .

David Boder

Was heiÃt eingerÃckt?

Victor Ferdinansk

EingerÃckt, das heiÃt in die Armee . . .

David Boder

Oh, sie wurden genommen?

Victor Ferdinansk

Ja, genommen und sollten auch fÃr die hitlerische Sache kÃmpfen.

David Boder

Hm.

Victor Ferdinansk

Die sind selbstverstÃndlich durch die Hitler Schule durchgegangen und haben das MilitÃr . . . haben den MilitÃrdienst durch gemacht und, hm, als junge Leute waren die nicht genug kritisch, um die Sache richtig zu erkennen.

David Boder

Nun, wann haben Sie die gesehen? Nachdem sie das MilitÃr durchgemacht haben oder wie war das Ganze?

Victor Ferdinansk

Ja, wÃhrend der Kriegszeit sind sie doch oft und oft wieder mal auf Urlaub gekommen.

David Boder

Oh ja, nun?

Victor Ferdinansk

Und da konnte man sich im kurzen GesprÃchen einen Blick bekommen, wie sie denken. Alle waren vom Hitlerâman kann sagenâgrÃÃtenteils begeistert.

David Boder

Ja.

Victor Ferdinansk

Die jungen Leute.

David Boder

Ja.

Victor Ferdinansk

Aber ich habe allerdings auch getroffen, die die Hitler auch anders verstanden haben, als der Hitler selbst.

David Boder

Nun sagen Sie mal, wo . . . hm, wo war der Bischof Faulhaber? Wo war der jetzt, in MÃnchen?

Victor Ferdinansk

Ja, zu dieser . . . war Bischof, . . . Kardinal Faulhaber . . .

David Boder

Kardinal Faulhaber?

Victor Ferdinansk

. . . war er in MÃnchen.

David Boder

Ja.

David Boder

Ja. Er war nicht pro Hitler.

Victor Ferdinansk

Nein, auf keinen Fall.

David Boder

Nun und die Anderen, sagen Sie mir, was haben sie gewusst von der Verfolgung von verschiedenen VÃlkern? Sagen wir, zum Beispiel, was haben Sie gewusst, was man mit den Juden getan hat, mit den Norwegern, mit den Zigeuners, und so weiter?

Victor Ferdinansk

Ja, was mit den Juden gemacht wurde, das wurde allen klar. Wir haben alle gewusst, dass die Juden eingesperrt werden und ermordet. Das haben auch die Deutschen gewusst. Aber dagegen war selbstverstÃndlich nichts zu tun.

David Boder

Hm.

Victor Ferdinansk

Denn wir als AuslÃnder konnten es richtig schÃtzen, dass wir noch irgendwie als Menschen leben kÃnnen und nicht eingesperrt sind.

David Boder

Hm, aber die Deutschen selbst, die deutschen Geistlichen, die haben es gewusst und was haben die darÃber gesagt? Habt sie gesagt, dass es denen recht ist oder . . . ?

Victor Ferdinansk

Die deutschen Geistlichen haben das nie gebilligt und bei den Vorlesungen bei dem Alten Testament, manchmal ist Frage aufgeworfen worden, was die Juden anbelangt. Da kann ich mich gut erinnern, dass der Herr Professor habe sich entschieden gegen die Misshandlung der Juden ausgesprochen.

David Boder

Und was haben die deutschen Studenten gesagt?

Victor Ferdinansk

Die deutschen Studenten, die haben auch immer die, hm, Herabsetzung einer bestimmten NationalitÃt auch abgelehntâals Theologen - das haben sie immer gemacht.

David Boder

Nun, sagen Sie, wie haben sie sich zum Krieg verhalten? Wollten sie, dass Deutschland den Krieg gewinnen sollâund so weiter?

Victor Ferdinansk

Das war sehr verschieden, die . . .

David Boder

Sie verstehen, dass ich jetzt bloà . . .

Victor Ferdinansk

Ja.

David Boder

. . . eine solche Frage stelle, . . .

Victor Ferdinansk

Ja.

David Boder

. . . weil Sie ein besserer Beobachter sind als Andere.

Victor Ferdinansk

Ja.

David Boder

Sie waren ja nicht im Lager, Sie waren, hm, ein bisschen frei. Sie konnten mit den Deutschen reden, die Anderen konnten nicht, nicht wahr! Also weiter.

Victor Ferdinansk

Also es war sehr verschieden. Die Meisten wollten damit . . . der Krieg zu gewinnen, damit, hm, damit der Krieg gewonnen wÃrde, denn damit habe sie gerade auch ihre ExistenzmÃglichkeiten gesehen.

David Boder

Oh ja, und sie waren doch . . . sie haben zum Lande gehÃrt, nicht wahr?

Victor Ferdinansk

Ja.

David Boder

Man kann das ja schlieÃlich einem Menschen nicht Ãbel nehmen, wenn er will, dass sein Land den Krieg gewinnt, sie verstehen das?

Victor Ferdinansk

Ja, ich verstehe Sie.

David Boder

Ja, nun sie wollten gewinnen. Wie kam es als es zum Ende kam? Nun? Waren Sie im Kloster, wie die Amerikaner herein kamen?

Victor Ferdinansk

Ja, ich war damals noch im Kloster.

David Boder

Und wie hat das ausgesehen, erzÃhlen Sie mir.

Victor Ferdinansk

Ja, die Meisten haben sich sehr ruhig verhalten und waren damit zufrieden, dass es endlich mit der Hitler Wirtschaft zu Ende geht.

David Boder

Und sie haben gewusst, die Amerikaner werden Ihnen nichts tun?

Victor Ferdinansk

Ja, selbstverstÃndlich. Aber ich habe auch oft manche junge Soldaten getroffen, das heiÃt vorherige Soldaten, die sehr betrÃbt darÃber waren, dass fremde Soldaten in ihr eigenes Land gekommen sind.

David Boder

Na ja, waren die nicht selber in anderen LÃndern?

Victor Ferdinansk

Das stimmt schon, aber als Kinder ihrer Heimat, \waren sie darÃber nicht besonders erfreut. Ich habe das wenigstens von dieser Seite beobachten kÃnnen.

David Boder

Nun haben Sie gesehen unter den Deutschen oder unter den Geistlichen, dass die eine gewisse Kriegsschuld fÃhlten?

Victor Ferdinansk

Das habe ich nicht ganz genau feststellen kÃnnen. Aber ich glaube, dass wenn man breiter denkt, dass jeder Mensch an der Sache seines NÃchsten sich irgendwie schuldig fÃhlen kann . . .

David Boder

Hm.

Victor Ferdinansk

. . . und insoweit haben sie sich auch schuldig gefÃhlt.

David Boder

Nun ja, haben Sie gesehen, dass es irgendwie ein GefÃhl war, dass man etwas gut machen muss, was man der Welt angetan hat?

Victor Ferdinansk

Das gerade habe ich nicht bemerkt, dass man das unbedingt gut machen kann.

David Boder

Gut machen muss!

Victor Ferdinansk

Oder muss, das habe ich nicht bemerkt.

David Boder

Nun sagen wir zum Beispiel, das. Sie waren jetzt in Amerika gewesen Kleider zu schicken fÃr die Deutschen. Nicht wahr? Und so viel wird auch geschickt.

Victor Ferdinansk

Ja.

David Boder

Nun haben die Deutschen selber alles weggegeben, was sie weggeben konnten?

Victor Ferdinansk

FÃr wen? FÃr wen?

David Boder

FÃr die armen Deutschen und fÃr die . . . fÃr die anderen verschleppten Leute.

Victor Ferdinansk

Nein, denn die Deutschen haben die ganze Zeit die Verschleppten oder uns AuslÃnder wirklich misshandelt. Und dies als Theologe habe ich immer sehr tief gespÃrt und das ganze Ãbel fÃnf, sechs Jahre lang mit Schmerzen tragen mÃssen. Denn bei jedem Schritt, wo ich im Kloster war oder dort auf einer BehÃrde, wurde mir immer zu verstehen gegeben, dass ich ein AuslÃnder bin und nichts da zu suchen habe.

David Boder

Nun sagen Sie mir zum Beispiel, warum gehen Sie jetzt auf die UNRRA UniversitÃt und gehen nicht direkt zu einer deutschen UniversitÃt Jura zu studieren?

Victor Ferdinansk

Ich kenne die Deutschen sehr gut und es wÃrde mir wirklich weh tun, dass ich bei denen Zuflucht zu suchen gezwungen bin, wie ich hatte. Nur aus diesem Grunde will ich nichts mit die Deutschen zu tun haben.

David Boder

Aber Sie hatten . . .

Victor Ferdinansk

Die waren meine Feinde die ganze Zeit, weil ich die sehr gut kenne, ich habe die Gelegenheit gehabt dazu.

David Boder

Nun wo denken Sie denn Jura zu praktizieren?

Victor Ferdinansk

Ja, das ist eine Frage, auf die ich vorlÃufig keine Antwort geben kann. Ich wenigstens . . . ich hoffe wenigstens, dass die Zeit gÃnstig sein wird und wir in ein paar Jahren wieder in unsere Heimat zurÃck kehren dÃrfen.

David Boder

Wie stellen Sie sich das vor? Denken Sie, dass die Russen weg gehen werden oder dass die Russen werden besser werden, oder was denken Sie?

Victor Ferdinansk

Ja, das ist meine persÃnlich Ansicht, dass die Lage, wie sie jetzt ist, nicht lange bestehen kann.

David Boder

In welchem Sinn?

Victor Ferdinansk

Das bedeutet alle . . . die ganze weltpolitische Lage.

David Boder

Ja.

Victor Ferdinansk

Das ist ein Ãbergang von einem Stadium zum anderen Stadium.

David Boder

Ja.

Victor Ferdinansk

Und als solcher, das kann nicht lange bestehen bleiben. Das ist doch ein Weg, ein ewiges Fortschreiten. Und ich glaube, dass entweder auf einem friedlichen oder einem militÃrischen Wege wird uns die MÃglichkeit verschafft in unsere Heimat zurÃck zu kehren.

David Boder

Haben Sie welche Verbindung mit Ihrer Heimat? Was hÃren Sie von ihren . . . sie haben dort, sie haben doch Eltern gehabt, nicht wahr?

Victor Ferdinansk

Ja, ich habe meine Eltern in meiner Heimat, ja.

David Boder

Wann haben Sie zuletzt von denen gehÃrt?

Victor Ferdinansk

Die Verbindung mit meinen Eltern ist abgebrochen in dem Jahre 1944, als die Russen an der litauischen Grenze, an der westlichen Grenze standen . . . und jeder Postverkehr zwischen Deutschland und Litauen abgebrochen wurde.

David Boder

Hm.

Victor Ferdinansk

Seit dem habe ich von meinen Eltern gar nichts gehÃrt und ich befÃrchte sehr, dass sie nicht mehr am Leben sind.

David Boder

Gibt es nicht irgend welchen Weg sich zu verstÃndigen durch das Rote Kreuz oder irgendwie?

Victor Ferdinansk

Wenn es auch geben wÃrde, wÃrde ich das nicht probieren.

David Boder

Ja?

Victor Ferdinansk

Ich habe Angst meinen Eltern zu sagen, dass ich lebendig bin und mich in Deutschland befinde. Denn darin wÃrden die Russen oder die Kommunisten deutlich in meinen Eltern ein Element sehen, das Ihnen unlieb ist.

David Boder

Nun sagen Sie mir, wie geht es hier an der UniversitÃt?

Victor Ferdinansk

Ja von dieser UniversitÃt bin ich sehr begeistert und mit meinem ganzen Herzen bin ich dabei. Aber jeder Anfang ist auch schwer, darum ist der Anfang an dieser UniversitÃt auch sehr schwer. Wir haben auch sehr wenig Geld, auch wenige PrÃparate, auch keine Laboratorien . . .

David Boder

Wie steht es mit den BÃchern?

Victor Ferdinansk

Auch fast keine Bibliothek.

David Boder

Sie sind ein Student, sie studieren Jura. Studieren Sie das deutsche Gesetz oder was fÃr ein Gesetz studieren Sie?

Victor Ferdinansk

Als Juristen und als Studenten in dem dritten und zweiten Semester studieren wir gewÃhnlich die EinfÃhrungen in das Recht, das heiÃt das rÃmische Recht.

David Boder

Ja.

Victor Ferdinansk

EinfÃhrung in das Recht, Soziologie, allgemeine Volkswirtschaftslehre, Statistik und das sind so allgemeine FÃcher, die fÃr alle NationalitÃten und Nationen gemeinsam sind.

David Boder

Nun, es tut mir leid, wie mÃssen abbrechen. Ich mÃchte wirklich sehr gerne jeden von Euch fÃr eine Stunde haben oder zweiâvielleicht wÃre das besser. Aber Sie sehen, ich wÃrde vorziehen zwei Personen oder drei Personen fÃr drei Stunden zu haben, statt jeden fÃr eine halbe Stunden, nicht wahr. Aber da es doch so verschiedene Gruppen hier gibt, will ich keinem wehe tun, nicht wahr. Und ich vielleicht werde ich mir von der ganzen Geschichte mir etwas kollektiv zusammen stellen, nicht wahr. Mein Name wird hier mit ihrem Direktor bleiben, wenn Sie mir mal schreiben wollen. Ich weià nicht, ob ich viel tun kann, aber ich werde es wenigstens zu wem hin schicken, der etwas tun kÃnnte. Es hat mir wirklich gefreut Sie kennen zu lernen. Danke sehr.

Victor Ferdinansk

Ich danke Ihnen auch.

var english_translation = { interview: [ David Boder

[In English] Munich, September the 24th, 1946, at the UNRRA University of the Deutsches Museum. The interviewee is Mr. Victor Ferdinansk, a Lithuanian, who will talk to us in German.

David Boder

[In German:] Now tell me, Victor, what happened to you when the Russians had come to Lithuania?

Victor Ferdinansk

[He speaks rather fluently, but it is the German of a foreigner.] And so the Russians came to Lithuania. They came in 1940. At that time I was a gymnasium pupil of third grade [possibly counting from the top], and in the autumn of that year I came to Tallinn and entered the eighth year of the Ritter Seminary [Seminary of the Knights; origin of the name is not clear, but possibly named after the Crusaders].

David Boder

What is your religion?

Victor Ferdinansk

I am a Roman Catholic.

David Boder

Yes.

Victor Ferdinansk

And it was clear to all of us that the Ritter Seminary will not continue to exist for long.

David Boder

In what city was that seminary?

Victor Ferdinansk

In Tallinn . . . [correction] in Kovno.

David Boder

In Kovno? A so-called [in Russian] theological seminary.

Victor Ferdinansk

A theological seminary.

David Boder

Near Riga? Well . . .

Victor Ferdinansk

And as a member of the Franciscan Order, I was sent by my superiors to Germany with instructions to go to Italy, since at that time a number of our compatriots studied in Italy, and they had already obtained for us the [proper] documents.

David Boder

Now what does that mean, "the documents"? What kind of documents did you need?

Victor Ferdinansk

That means entrance documents [permits] to Italy.

David Boder

Yes.

Victor Ferdinansk

But we were deeply disappointed when we came to Germany.

David Boder

Yes.

Victor Ferdinansk

I had the intention to get to Italy, but instead of that something different happened. At the illegal crossing of the border I was . . .

David Boder

Oh, you had crossed the border to Germany illegally?

Victor Ferdinansk

Yes. I was arrested and placed in a lager where I spent seven days. But then it was established [?] that I was not a spy. So then supplied with a pass, I was sent to Berlin where I had to render services as a prisoner [?] together with French prisoners who were in Germany.

David Boder

Oh, so you did not get a traveler's permit to Italy?

Victor Ferdinansk

No.

David Boder

You were simply taken prisoner?

Victor Ferdinansk

I was arrested and taken to work.

David Boder

Now go on.

Victor Ferdinansk

After I had worked approximately three or four months . . .

David Boder

Did you live in a lager?

Victor Ferdinansk

That was a work lager.

David Boder

Yes.

Victor Ferdinansk

Very many slept in one room. I believe there were fifty people, at least.

David Boder

Yes. Nu, and . . .

Victor Ferdinansk

And once the whole building where we lived together was searched, and of the basis of my nationality [Lithuanian] I was again arrested by the Gestapo and taken to the police headquarters of Berlin. They questioned me at length for three hours, asked about various things, but it was established then that I was not a dangerous person, but just a student of theology . . .

David Boder

Yes.

Victor Ferdinansk

. . . and I was released after the three-hour questioning.

David Boder

Nu.

Victor Ferdinansk

But the whole story was very unpleasant to me, and I did not want it to have possibly any [bad] consequences. For that reason I went from Berlin to Munich.

David Boder

Now how come? Illeâ . . .

Victor Ferdinansk

Illegally . . .

David Boder

Illegally. Now tell me, could you not come to an understanding with the Catholic clergy in Germany that they should help you? With the Franciscans?

Victor Ferdinansk

No. In Berlin that was hardly possible, because all the authorities were badly set against religion, and there was nothing one could do.

David Boder

Now . . .

Victor Ferdinansk

I was then very young, and was in very poor command of the German language.

David Boder

Were you permitted to go to church?

Victor Ferdinansk

One was permitted to go to church.

David Boder

Could you not talk there with the priest?

Victor Ferdinansk

Practically [in fact] they could not help much. And then in order to be able to admit [to the parish] all the foreigners, they also had to have a police permit. And without such a police permit they could not admit one at all. That is why I decided to flee to Bavaria, where the whole country is Catholic.

David Boder

Nu.

Victor Ferdinansk

And . . .

David Boder

You came then to Munich?

Victor Ferdinansk

To Munich. In 1941 in the spring I came to Munich where I was accepted by a Franciscan monastery, where I was working until 1945 as a Lithuanian and foreigner.

David Boder

Ah. So afterwards the Germans knew that you were there?

Victor Ferdinansk

Later on . . . They did not know it. But later on, when I was registered, that was . . .

David Boder

Cleared up?

Victor Ferdinansk

An employee of the Gestapo arrived. The whole affair was cleared up, and he gave the following orders: I have no right to go out into the city in "civvies," that means in civilian clothes, only in the habit of the order . . .

David Boder

Nu.

Victor Ferdinansk

. . . which [although it] then was permitted, that people of the order could go into the city in civilian clothes.

David Boder

Nu.

Victor Ferdinansk

Then, second, it was ordered that every week I had to present myself to the nearby police station.

David Boder

Nu.

Victor Ferdinansk

It was prohibited for me to speak Lithuanian on the street.

David Boder

Oh, yes.

Victor Ferdinansk

And [I] was also not permitted to write Lithuanian letters to others, in the Lithuanian language.

David Boder

Hm. But you could write in the German language.

Victor Ferdinansk

In the German language I was not [?] permitted to write.

David Boder

To whom could you or did you want to write?

Victor Ferdinansk

Ordinarily I maintained no other correspondence with my friends, with other . . .

David Boder

Where, here in Germany?

Victor Ferdinansk

Here in Germany.

David Boder

In lagers, et cetera [?]?

Victor Ferdinansk

Yes.

David Boder

Aha. Now continue. During all that time did the Germans ever beat you?

Victor Ferdinansk

Thanks to the fact that I was a student, it is self-understood that I did not have the occasion to get into beatings.

David Boder

Why is that so self-understood? You have told me that the Germans did not respect religion too much.

Victor Ferdinansk

That is of course correct.

David Boder

But . . . but as far as you are concerned?

Victor Ferdinansk

In the monastery . . . in the monastery I still had a Catholic environment, and it did not come to it [to beatings].

David Boder

And what were you doing in the monastery?

Victor Ferdinansk

In the monastery? That is very hard to tell. We were . . .

David Boder

Were you treated there like all the others?

Victor Ferdinansk

That cannot be said. I always felt that I was a foreigner. And they always gave us [?] to understand that we are foreigners, and we were in all . . .

David Boder

. . . respects.

Victor Ferdinansk

. . . respects slighted, for that reason.

David Boder

By the other people, by the other Franciscans?

Victor Ferdinansk

As well, as well.

David Boder

By the brothers?

Victor Ferdinansk

By the brothers as well.

David Boder

Yes.

Victor Ferdinansk

And that is why I decided in 1945, when the Americans arrived and had established the civilian [?] camps, to enter the monastery . . .

David Boder

To leave?

Victor Ferdinansk

Yes, to leave, and that is what I did.

David Boder

Hm. And what do you study here now?

Victor Ferdinansk

At this university I study jurisprudence, and I am now in the second semester.

David Boder

Then you have given up theology?

Victor Ferdinansk

I have given up theology, and only for the reason that I did not want to remain in Germany, and work among the Germans as such, as a clergyman.

David Boder

Now tell me this. That you . . . It is very interesting to have met you. What did the Franciscan brothers think about the Nazis? I mean in general. What was the mood during the war? It is very important for us that you give us such an appraisal. I don't ask the others about it. I just want personalia [personal experiences]. But you are a theologian. You have lived in a monastery. What was their attitude towards the war, towards the Nazis and all that?

Victor Ferdinansk

This mood [attitude] varied greatly. It depended on what kind of a person one was. The older ones were, so to speak, avowed enemies of Nazism.

David Boder

Yes.

Victor Ferdinansk

But there also were younger ones, Germans, [among whom] we as foreigners did not count. We were left in the monastery, but the young German clergy were incorporated . . .

David Boder

What does that mean, "incorporated"?

Victor Ferdinansk

"Incorporated," that means in the army.

David Boder

Oh, they were taken?

Victor Ferdinansk

Taken, and were to fight also for the Hitler cause.

David Boder

Hm.

Victor Ferdinansk

These of course have passed through the Hitler school, had military . . . had gone through military service, and as young people they were not shrewd enough to appraise the events properly.

David Boder

Now when did you see those, after they were through with the army? How was that all?

Victor Ferdinansk

Yes. We . . . during the war they time and again, repeatedly, were coming on furlough.

David Boder

Oh, yes. Well . . .

Victor Ferdinansk

And so one could, through brief conversations, gain an insight into their way of thinking. All of them, one might say most of them, were inspired by Hitler.

David Boder

Yes.

Victor Ferdinansk

The young people.

David Boder

Yes.

Victor Ferdinansk

But I also have met others who understood the Hitler cause differently than Hitler himself.

David Boder

Nu.

Victor Ferdinansk

They . . .

David Boder

Now tell me, where was Bishop Faulhaber? Where was he, in Munich?

Victor Ferdinansk

Yes. At that time Bishop . . . [correction] Cardinal Faulhaber . . .

David Boder

Cardinal Faulhaber.

Victor Ferdinansk

. . . was in Munich. He was in Munich.

David Boder

Well, he was not pro-Hitler.

Victor Ferdinansk

No. Definitely no.

David Boder

Well, and the others? Tell me, what did you [they?] know about the persecution of various nationalities? Say, for instance, what did you know about what was done with the Jews, with the Norwegians, with the Gypsies, and so on?

Victor Ferdinansk

Yes. Well, what was done with the Jews has become clear to everybody. We all knew that the Jews were incarcerated and murdered. That all the Germans knew as well. It is self-understood that against that there was nothing to do . . .

David Boder

Hm.

Victor Ferdinansk

. . . since we, as foreigners, could feel fortunate that we [ourselves] could in some way live as humans and are not locked up.

David Boder

Hm. But the Germans, the German clergy, they knew it, and what did they say about it? Did they say "it serves them right," or . . .

Victor Ferdinansk

The German clergy never approved of it, and at the lectures about the Old Testament, the question was often brought up concerning the Jews. So I can well remember that the Herr Professor had categorically expressed himself against the mistreatment of the Jews.

David Boder

And what did the German students say?

Victor Ferdinansk

The German students too rejected the humiliation [degrading] of a certain nation. As theologians they did so always.

David Boder

Now tell me, what was their attitude towards the war? Did they want Germany to win the war and the like?

Victor Ferdinansk

That varied a great deal.

David Boder

You understand . . .

Victor Ferdinansk

Yes.

David Boder

. . . that I ask only you such a question . . .

Victor Ferdinansk

Yes.

David Boder

. . . because I think that you were a better observer than the others.

Victor Ferdinansk

Yes, yes.

David Boder

You were not in a lager. You were in a way free. You could talk with the Germans. The others could not. True? Now then, go on.

Victor Ferdinansk

And so it varied. Most of them wanted the war to be won [by the Germans]. Then in it they saw their own chance of existence.

David Boder

Oh, yes, and they were . . . they belonged to the country, true?

Victor Ferdinansk

Yes.

David Boder

And one cannot take offense against a person if he wishes that his country should win a war. You understand that?

Victor Ferdinansk

Yes, I understand.

David Boder

Well, they wanted to win. But how was it when the end [of the war] approached? Well? [Pause.] Were you in the monastery when the Americans arrived?

Victor Ferdinansk

Yes, I was still in the monastery.

David Boder

And how did things look then? Tell me.

Victor Ferdinansk

Well, most remained calm and were very satisfied that the Hitler reign had finally come to an end.

David Boder

And they knew that the Americans won't do anything to them?

Victor Ferdinansk

Yes, of course. But I have met quite a few young soldiers [German], that is former soldiers, who were greatly saddened that soldiers of other countries have entered their land.

David Boder

Now, well, weren't they themselves in other countries?

Victor Ferdinansk

That certainly is correct. But as children of their fatherland, they were not especially gladdened. I at least could observe that from aside.

David Boder

Now have you observed among the clergy or the Germans [in general] that they felt a certain war guilt?

Victor Ferdinansk

[Pause.] That I could not ascertain exactly. But I believe that if one thinks broader [deeper], that [then] every man is in some way guilty of the deeds of his fellow man . . .

David Boder

Well . . .

Victor Ferdinansk

. . . and in so far they too have felt guilty.

David Boder

Now have you observed that there was a kind of a feeling that one has [they have] to make good for that which one has [they have] done to the world?

Victor Ferdinansk

That exactly I have not noticed, that it unconditionally could be made good.

David Boder

[as if correcting him] Must be made good.

Victor Ferdinansk

Or must. That I did not notice.

David Boder

Now tell me, for instance, this. We are now being asked in America to send clothes for the Germans. Isn't that so? And so much is being sent.

Victor Ferdinansk

Yes.

David Boder

Now, did the Germans themselves give everything that they could have given?

Victor Ferdinansk

For whom? For whom?

David Boder

For the poor Germans, and for the other "dragged-away" [vershlepte, a standard term in Germany] people.

Victor Ferdinansk

No. Because the Germans have all the time truly mistreated the dragged-away, or us foreigners. And I as a theologian have always felt that very deeply, and had to carry with pains this whole misfortune for five, six years. Because on every step, whether I was in the monastery or at any magistracy, it was always given to me to understand that I was a foreigner and have nothing to do [expect] here.

David Boder

Now tell me, for instance, why do you attend now the UNRRA University and don't go directly to a German university to study law?

Victor Ferdinansk

I know the Germans very well, and it would hurt me indeed should I have to seek refuge with them as I had to. Just for this reason I don't want [to have] anything to do with the Germans.

David Boder

But you had . . .

Victor Ferdinansk

They were my enemies all the time. Because I know them well. I had the opportunity.

David Boder

[some whispers] Now where do you think then to practice law?

Victor Ferdinansk

Well, that is a question to which, for the time being, I can't give any answer. At least . . . I hope at least that the time will be favorable, and that we in a few years will be able to return to our homeland.

David Boder

How do you imagine that? Do you think that the Russians will leave, or they will change for the better? Or . . . what do you think?

Victor Ferdinansk

Yes, that is my personal viewpoint, that the present situation could not prevail for long.

David Boder

In what sense?

Victor Ferdinansk

That means all . . . the political situation of the whole world.

David Boder

Yes.

Victor Ferdinansk

Because this is a transition from one state [of affairs] to another.

David Boder

Yes.

Victor Ferdinansk

And as such it cannot last long. That is a [unintelligible], an eternal march forward. And I believe that by peaceful or military means the possibility will be created for us to return to our homeland.

David Boder

Do you have any communication with your homeland? What do you hear from your . . . Do you have there . . . you had parents there, true?

Victor Ferdinansk

Yes, I had my parents in my homeland.

David Boder

When did you hear from them last?

Victor Ferdinansk

The communication with my parents was broken up in the year 1944, when the Russians stood [already] at the Lithuanian border . . . [correction] at the Estonian border, and all postal communication between Germany and Lithuania was broken.

David Boder

Hm.

Victor Ferdinansk

Since then I heard nothing from my parents. And I fear greatly that they are not alive any more.

David Boder

Is there no way of any kind to make contact, through the Red Cross, or in some other way?

Victor Ferdinansk

Even if there were, I would not try it.

David Boder

Yes?

Victor Ferdinansk

Because I am afraid to ask [tell] my parents that I am alive and live at present in Germany, because then the Russians, or the communists, will come to see in my parents something they dislike.

David Boder

Now tell me, how are things here at the [UNRRA] University?

Victor Ferdinansk

I am very enthusiastic about this university, and I give myself to it with my whole heart. But every start is difficult, and so the start at this university is very difficult. We also have very little money, scarce [study] facilities, also no laboratories . . .

David Boder

How does it stand with books?

Victor Ferdinansk

Too, there is no library.

David Boder

Now you are a student. You study law. Do you study German law? Or what kind of law do you study?

Victor Ferdinansk

As jurists and students in the third or second semester, we usually study the introductions to law, that means Roman law.

David Boder

Yes.

Victor Ferdinansk

Introduction to law, sociology, general economics, statistics, and with it the general subjects which are common to all nationalities and nations.

David Boder

Now then, I am sorry we have to stop. I would like indeed to have every one of you for an hour or two, and probably that would have been better, but you see . . . I should have preferred to have two persons or three persons for three hours [each] than each one [more people] for half an hour. True? But since there are here [so many] diverse groups, I don't want to hurt [offend] anybody. True? And maybe I would be able to make a composite from the whole story [from all the stories]. True? My name shall remain here with your director in case you want to write to me sometime. I don't know whether I could do much, but I shall forward it [your letter] to somebody who should be able to do something. It was indeed a pleasure to get to know you. Thank you, indeed.

Victor Ferdinansk

I thank you, too.