David P. Boder Interviews Friedrich Schlaefrig; August 23, 1946; Paris, France

var transcription = { interview: [ David Boder

[In German] Sie sprechen ganz einfach und richten Sie Ihre Stimme ungefÃhr in diese Richtung, soâin jede Richtung, nur nicht ganz weg, nicht wahr!

Friedrich Schlaefrig

Ja, das sehe ich schon.

David Boder

[unverstÃndlich]

David Boder

[In English] Paris, August 19, 1946, at the Offices of the American Joint Distribution Committee. The interviewee is Mr. Friedrich SchlÃfrig, 71 years old. He is here with his wife planning to go to South Africa and is expecting at this moment a telephone call from Lisbon for clearance on the ship. He graciously agreed to be interviewed.

David Boder

[In German] Also, Herr SchlÃfrig, . . .

Friedrich Schlaefrig

[In English] May I speak English too?

David Boder

[In English] Oh! He says he may speak English . . .

David Boder

[In German] Aber es geht besser auf deutsch, nicht wahr? Wir wollen das Beste nehmen, nicht wahr? Und ich frage sie dann und wann was in englisch. Also, Herr SchlÃfrig, wollen Sie uns Ihren vollen Namen sagen und von wo . . . wo sind Sie geboren?

Friedrich Schlaefrig

Ich heiÃe Friedrich SchlÃfrig und bin geboren in Mistelbach in NiederÃsterreich.

David Boder

Wie alt sind Sie jetzt, Herr SchlÃfrig?

Friedrich Schlaefrig

Ich bin jetzt im zwei und siebzigsten (72) Jahre.

David Boder

Was ist Ihr Beruf?

Friedrich Schlaefrig

Ich bin Architekt von Beruf und war Ministerialrat im Ãsterreichischen Eisenbahn Ministerium.

David Boder

Wann waren Sie Ministerialrat im Ãsterreichischen Eisenbahn Ministerium?

Friedrich Schlaefrig

Ich war im . . . bis zum Jahre drei und dreiÃig (33).

David Boder

Also, Herr SchlÃfrig, wollen Sie uns dann erzÃhlen, schrecken Sie nicht von Einzelheiten zurÃck, es ist besser fÃr uns, dass wir einen kleinen Sektor Ihrer Geschichte mit allen Einzelheiten haben, als dass wir im Umriss das Ganze haben. Und Sie haben ja noch Zeit, wir kÃnnen vielleicht noch am Nachmittag zusammen kommen.

Friedrich Schlaefrig

Oh ja. Ich bin noch da.

David Boder

Und wir kÃnnen vielleicht auch mit Ihrer Frau Gemahlin reden.

Friedrich Schlaefrig

Ja.

David Boder

Also wo waren Sie als der Krieg anfang . . . anfing und wie ist es Ihnen gegangen? Gehen wir!

Friedrich Schlaefrig

Wenn der Krieg anfing, lebten wir in Wien. Ich wurde am ersten . . . noch vor . . . noch bevor der Krieg angefangen hat, war ich deswegen in einer unangenehmen Situation, weil ich beim Einmarsch Hitler's in Ãsterreich im MÃrz neunzehn hundert . . . neunzehn hundert acht und dreiÃig (1938) PrÃsident der B'nai B'rith Loge Eintracht war.

David Boder

Oh! Warten Sie Mal, Herr SchlÃfrig, wollen wir das doch chronologisch machen. Wollen wir hier den Krieg nehmen von der Zeit, wo die Nazis Ãbernahmen in Ãsterreich und den Anschluss, und so weiter. Das wollen wir fÃr Sie die Kriegszeit nennen.

Friedrich Schlaefrig

Das Ganze.

David Boder

Ja. Nun? Sie waren, hm, hm . . .

Friedrich Schlaefrig

Ich war damals, ich war im Jahre neunzehn hundert acht und dreiÃig (1938) zum zweiten (2.) Mal zum PrÃsidenten der Loge Eintracht gewÃhlt worden.

David Boder

âEintrachtâ sagen Sie?

Friedrich Schlaefrig

Eintracht in Wien, in Wien's grÃÃter B'nai B'rith Loge.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Und in diesem . . . die, die Juden Ãsterreich's haben sich selbstverstÃndlich auf Seite ihres Kanzlers, des Schuschnik, gestellt, weil ja die nazistische Propaganda zunÃchst die Juden in Ãsterreich bedroht hat.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Es ist selbstverstÃndlich, dass man alles getan hat, um das selbststÃndige Ãsterreich zu erhalten und die Regierung zu stÃtzen soweit unsere KrÃfte gereicht haben. Das hat dazu gefÃhrt, dass man zu der Zeit, wo Schuschnik eine Volksabstimmung in Ãsterreich machen wollte Ãber die Frage des Anschlusses an Deutschland. Dass man natÃrlich diese Volksabstimmung, diesen Volksentscheid, der ja vorbereitet werden musste, auch materiell vorbereitet werden musste mit den Mitteln der B'nai B'rith und mit anderen jÃdischen Mitteln unterstÃtzt hat. Ich persÃnlich war an diesen Dingen beteiligt und ich habe nicht gewusst, weil ich diese betreffende Zeitungen nicht gelesen habe, dass am Abend des Einmarsches, hm, Hitler's mein Name . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

mit anderen Namen als der, der prominenter Juden, der die Regierung Hitler's . . . die Regierung Schuschnik's unterstÃtzte, genannt war, dass meine TÃtigkeit in einem langen Zeitungsartikel dargestellt war und ich also sodannâschon dann politisch ausgeliefert war.

David Boder

Also wollen Sie mal fortsetzen.

Friedrich Schlaefrig

Die Folge davon war die, dass ich Ãber Nacht dieses Abends, dass ich in dieser Nacht verhaftet wurde und mit einer ganzen Anzahl von Prominenten von B'nai B'rith einer, . . . einem politischen VerhÃrâeinem NachtverhÃr unterzogen wurde. Man hat unsere Verbindung mit kommunistischen Parteienâin erster Linie mit Moskauâvorgehalten bekommen.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . man hat uns dessen beschuldigt.

David Boder

War das wahr?

Friedrich Schlaefrig

Also gar keine Idee! Man hat unsere Korrespondenzen mit Moskau gesucht, man hat unsere Archive durchsucht, man hat fortwÃhrend nach Verbindungen mit New York und nach unseren Verbindungen mit den âWeisen von Zionâ geforscht und wir . . .

David Boder

Man nennt das bei uns in englisch: âThe Elders of Zionâ.

Friedrich Schlaefrig

Ja.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . und wir sindânachdem dieses VerhÃr bis zirka drei (3) Uhr morgens gedauert hatâsind wir in das PolizeigefÃngnis ÃberfÃhrt worden . . .

David Boder

Wie hat man Sie behandelt?

Friedrich Schlaefrig

Man hatâes hat natÃrlich an persÃnlichen . . . an physischen Misshandlungen nicht gefehlt, wir sind . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

wir sind geschlagen worden mit diesen . . . mit GummiknÃppeln.

David Boder

Auch Sie persÃnlich?

Friedrich Schlaefrig

Auch ich persÃnlich. Man hat uns in diese geschlossenen Kastenwagen, wie Vieh hinein geworfen und ins Polizei GefÃngnis ÃberfÃhrt, wo wir die Nacht . . . wo wir die Nacht verbrachten. Am nÃchsten Tage wurden wir, hm, wurden wir in die einzelnen Zimmer verteilt und, hm, wie eben gewÃhnliche StrÃflinge untergebracht in einer Zelle untergebracht. Ich persÃnlich war mit sechs (6) anderen Mitgefangenen in einer Schwerverbrecherzelle untergebracht, die ungefÃhr ein Ausmaà von drei (3) auf drei (3) Meter hatte.

David Boder

Wo war Ihre Frau Gemahlin noch?

Friedrich Schlaefrig

Meine Frau blieb zu Hause.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Blieb verhÃltnismÃÃig unbehelligt wÃhrend dieser Zeit. Die ganze Zeit, die ganzen Wochen waren mit wiederholten NachtverhÃren ausgefÃllt, man hat uns immer nachts mit dem âGrÃnen Heinrichâ, diesem geschlossenen Kastenwagen abgeholt, hat uns zur Polizeidirektion, hm, zu NachtverhÃren gebracht und in der FrÃh hat man uns wieder nach Hause vom GefÃngnis entlassen.

David Boder

Herr SchlÃfrig, wie alt waren sie da?

Friedrich Schlaefrig

Damals war ich 63 Jahre alt.

David Boder

Nun. Und so wurden Sie jede Nacht verhÃrt. Wie lange hat das gedauert?

Friedrich Schlaefrig

Das hat . . . das hat zwei (2) bis drei (3) Wochen gedauert. Ich will nicht sagen jede Nacht, aber ein groÃer Teil, ein groÃer Teil diese NÃchte ist mit NachtverhÃren verbracht worden.

David Boder

Also, Herr SchlÃfrig, wollen Sie uns eines von diesen VerhÃren, so nah wie mÃglich, reprÃsentieren. Was hat man Sie gefragt? Was haben Sie geantwortet und so weiter?

Friedrich Schlaefrig

Die Fragen, die Fragen sind deswegen ziemlich belanglos, weil ja ein groÃer Teil dieser Fragen sich auf persÃnliche Auffassungen beschrÃnkt hat. Man hat versucht heraus zu bekommen, welche politische Einstellung der Einzelne hat, ob es sich nicht irgendwie in WidersprÃche, in WidersprÃche verwickelt, um doch heraus zu bekommen, dass eigentlich die B'nai B'rith eine politische, kommunistische oder ansonsten einen anrÃchige Vereinigung sind . . .

David Boder

Amerikanisch?

Friedrich Schlaefrig

. . . ja, amerikanisch, also jedenfalls was, was gegen das, hm, herrschende Regime gerichtet war und wo man die Leute glatt konnte dann politisch oder vielleicht auch physisch unschÃdlich machen. Es ist nicht gelungen von einem einzigen Verhafteten aus den Kreisen der B'nai B'rith irgend eine BestÃtigung heraus zu bekommen, die diese BefÃrchtungen oder Vermutungen oder Beschuldigungen, hm, bekrÃftigen kÃnnen. Man musste uns nach kÃrzerer oder lÃngerer Zeit doch entlassen. Freilich war die Entlastung, die Entlassung . . .

David Boder

Konnten Sie Advokaten engagieren?

Friedrich Schlaefrig

Meine Frau hat sich bemÃht nicht, hm, nicht . . . nicht jÃdische AnwÃlte, einen nichtjÃdischen Anwalt dafÃr zu gewinnen und das ist auch gelungen. Und ein nazistischer Anwalt hatte es erreicht, dass ich gegen Ende MÃrz aus der Haft entlassen wurde.

David Boder

Also Sie waren von wann . . . bis?

Friedrich Schlaefrig

Also ich denke zu sagen zwischen zwei (2) und drei (3) Wochen waren es.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Also Anfang April . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . war ich wieder zu Hause.

David Boder

Nun?

Friedrich Schlaefrig

Diese . . . die Folgenden . . . man konnte gegen . . . man konnte gegen keinen Einzigen von uns irgendwelche positive . . . positive Anschuldigungen erheben. Keine waren begrÃndet. Wir sind also in Intervallen nach Hause entlassen worden. Die Zeit allerdings, des Zu-Hause-Seins war insofern eine Schwer-Tragbare, weil man keine Nacht vor Haussuchungen sicher war.

David Boder

Ja, haben Sie Kinder, Herr SchlÃfrig?

Friedrich Schlaefrig

Ja, ich habe einen Sohn, der zu dieser Zeit schon in SÃdafrika war.

David Boder

Oh! Fahren Sie jetzt zu Ihrem Sohn?

Friedrich Schlaefrig

Ich fahre zu meinem Sohn, der seit dem Jahre sechs und dreiÃig (36) schon in SÃdafrika als Architekt arbeitet.

David Boder

Als Architekt?

Friedrich Schlaefrig

Ja.

David Boder

Hat er in Wien beendet?

Friedrich Schlaefrig

Er hat in Wien studiert, beendet und ist im Jahre sechs und dreiÃig (36) nach SÃdafrika ausgewandert.

David Boder

Das ist Ihr einziges Kind?

Friedrich Schlaefrig

Das ist mein Sohn. Meine Tochter lebt derzeit in Kanada.

David Boder

Aha.

Friedrich Schlaefrig

Die ist zu dieser Zeit mit uns in Wien noch gewesen, ist . . . hat es dann vorgezogen Wien zu verlassen und ist als . . . in hÃusliche Dienste nach England gegangen, wo sie als, als . . . wo sie im Hausdienst bei einem englischen Baron . . . wo sie in der Familie des englischen Baroness sehr (unverstÃndlichâbeide sprechen)

David Boder

Also die konnten Juden nehmen, die englischen Hausdienst leisten?

Friedrich Schlaefrig

Die EnglÃnder haben die arischen Bediensteten aus Deutschland und Ãsterreich entlassen und haben vielfach jÃdische Be . . .

David Boder

Bedienstete.

Friedrich Schlaefrig

. . . jÃdische KrÃfte alsoâMÃdchen in erster Linie aus jÃdischen HÃusern in ihre HÃuser aufgenommen.

David Boder

Also was fÃr eine Bildung hat Ihre Tochter gehabt?

Friedrich Schlaefrig

Meine Tochter war . . . hat Mittelschule und Kunstgewerbe absolviert. Sie ging . . . (beide sprechen)

David Boder

Ja und sie ging als . . .

Friedrich Schlaefrig

Sie ging als Parlor Maid.

David Boder

Parlor maid . . . Parlor maid. Wo ist sie jetzt?

Friedrich Schlaefrig

Sie ist jetzt in Kanada verheiratet und denkt daran . . . ich hoffe, es wird in kurzer Zeit mÃglich sein, mit uns zusammen in SÃdafrika in Johannesburg zu leben.

David Boder

Aha. Ich werde Ihnen spÃter welche GrÃÃe Ãbergeben mÃssen nach Johannesburg.

Friedrich Schlaefrig

Sehr gern!

David Boder

Also haben Sie den Dr. Weiler hier gesehen, den Rabbiner von Johannesburg.

Friedrich Schlaefrig

Nein.

David Boder

Er ist hier in der Stadt.

Friedrich Schlaefrig

So?

David Boder

Den mÃssen Sie sehen, wenn er noch hier ist.

Friedrich Schlaefrig

Ja.

David Boder

Vielleicht kommen Sie mit mir mit nach meinem Hotel spÃter, wenn wir fertig sind und dann . . .

Friedrich Schlaefrig

Ja.

David Boder

. . . kennen sie ihn, der ist ein groÃer Mann dort und der ist jetzt hier, gerade hier.

Friedrich Schlaefrig

Ja.

David Boder

Er wird Sie auch dort gebrauchen wahrscheinlich.

Friedrich Schlaefrig

Ja.

David Boder

Nun sehen Sie mal. Also wie war es dann? Sie sind nach Hause gekommen und da waren Haussuchen.

Friedrich Schlaefrig

Es waren viele Haussuchen, da hat man . . .

David Boder

Was haben sie gewollt?

Friedrich Schlaefrig

Man hat nach Waffen gesucht und unter dem Vorwand der Waffensuche hat man eigentlich alles, das irgendwie nach der MÃglichkeit eines Verstecks von Wertsachen ausgesehen hat, eben halt durchsucht. Es sind Wertsachen einfach mitgenommen worden, man hat sie beschlagnahmt unter dem, unter, unter der Mitteilung, dass die bei der, bei der Gestapo jederzeit angefordert werden kÃnnen und man hat tatsÃchlich ist das, dass ein groÃer Teil des Schmuckes, alles was etwas Wertvolleres war, verschwunden ist, dass es einfach mitgenommen worden ist, dass man in Wohnungen, wo die Inhaber nicht freiwillig ihre, hm, . . . gezeigt haben, was sie besitzen, alles durchsucht haben, lederne , hm, gepolsterte und led . . . lederne MÃbelÃberzÃge zerschnitten hat, die Polster durchsucht hat, um heraus zu bekommen, ob nicht irgendwo Schmuck, Perlen und Brillanten und Wertsachen verborgen sind.

David Boder

Nun?

Friedrich Schlaefrig

Das ist in meinem Hause, bei anderen Parteien geschehen; bei mir selbst haben sich die Leute begnÃgt das mitzunehmen, was sie eben im Tresor gefunden haben und sonst an Wertsachen.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

In dieser Zeit war es schrecklich, weil man nie wusste, wann man wieder verhaftet wird. Man ist ja wiederholt verhaftet worden. Es ist mir drei (3) Mal passiert, dass ich verhaftet worden bin. Allerdings bin ich auch . . . auch die Ãbrigen zwei (2) Mal ebenso entlassen worden und habe ich Wien gelebt vom Jahre neunzehn hundert und . . . , hm, vom Einmarsch Hitler's im Jahre neunzehn hundert acht und dreiÃig (1938) bis zum September neunzehn hundert ein und vierzig. Allerdings konnte ich meine Wohnung nicht behalten. Die HÃuser mussten wir verkaufen, in einem meiner HÃuser hatte ich die Wohnung, die musste ich natÃrlich auflassen. Wir mussten uns dann an, in . . . in mÃblierte Zimmer zurÃck ziehen, immer enger und immer enger. Ich bin wÃhrend dieser drei (3) Jahre fÃnf (5) Mal Ãbersiedelt.

David Boder

Hat man fÃr die HÃuser bezahlt, die Sie verkaufen mussten?

Friedrich Schlaefrig

Die HÃuser sind bezahlt worden mit einem Bruchteil, etwas mit dem vierten (4.) oder fÃnften (5.) Teil ihres wahren Wertes.

David Boder

Wer hat die gekauft?

Friedrich Schlaefrig

Die HÃuser haben Leute gekauft, die von der Partei eine . . .

David Boder

Eine Bescheinigung?

Friedrich Schlaefrig

. . . Sanktion sozusagen haben mussten, dass sie um die Partei sich Verdienst gemacht haben, also wert sind jÃdischen Besitz zu bekommen . . . zu billigem Geld.

David Boder

Ja und?

Friedrich Schlaefrig

So sind die HÃuser verkauft worden. Wir sind . . . wir haben, wir haben uns fÃr eine Ãbersiedlung nach SÃdafrika vorbereitet gehabt bevor wir unsere Wohnung verlieÃen. Leider ist aus dieser Ãbersiedlung nicht geworden, weil ich die Permit fÃr SÃdafrika, trotz der BemÃhungen meines Sohnes, der zu dieser Zeit noch nicht naturalisiert worden ist und noch nicht werden konnte. Auch meine Tochter konnte, hm, die nach SÃdafrika gehen wollte, konnte nicht. Wir haben dann versucht nach Australien auszuwandern, auch dort konnten wir den Permit nicht bekommen. Alle Auswanderungsversuche, die Versuche mit Hilfe der amerikanischen Logen, eine . . . ein, hm, . . .

David Boder

Ein Affidavit zu bekommen?

Friedrich Schlaefrig

. . . ein Affidavit fÃr, fÃr Amerika zu bekommen, haben sich so lange hingezogen bis die VerhÃltnisse fÃr die Ausreise nicht mehr mÃglich waren . . . bis in den Beginn des Jahres ein und vierzig. Das ist dann das ganze System der Einwanderung nach den USA geÃndert worden und ein neues System innoviert worden, dass den Wenigsten die MÃglichkeit gab nach Amerika zu kommen, obwohl ich zu dieser Zeit bereits ein Affidavit hatte.

David Boder

Ah hm.

Friedrich Schlaefrig

Wir mussten als, wir mussten da also noch versuchenâdurch meine Verwandten in Amerika habe ich da versuchtânach Kuba zu gelangen . . . auch das, auch diese MÃglichkeit konnte nicht realisiert und im August des Jahres ein und vierzig (41) wurden wir verstÃndigt, dass wir mit unserer Deportation . . . also mit unserer Deportation . . . mit unserer Evakuierung aus Wien zu rechnen hÃtten . . . in den nÃchsten Wochen.

David Boder

Wer hat Sie dazu verstÃndigt?

Friedrich Schlaefrig

Da hat mich die Kultusgemeinde verstÃndigt . . . ich habe ja durch Jahre als Vorstand der Kultusgemeinde als gewÃhltes Mitglied angehÃrt in Wien und habe eben meine Bekannten dort gehabt und die haben mich eben verstÃndigt, hm, dass es, dass wir in den nÃchsten Wochen deportiert wÃrden.

David Boder

War das deren Pflicht, oder Sie haben es Ihnen bloà sagen wollen?

Friedrich Schlaefrig

Nein, . . . ich habe es erfahren, net wahr, dass es mir kaum mehr mÃglich sein in Wien zu bleiben. Man hat nur gesagt, es werden alle Juden aus Wien deportiert, das hat sich als nicht richtig heraus gestellt, aber ich . . .

David Boder

Falsch.

Friedrich Schlaefrig

. . . aber immerhin wir mussten damit rechnen. TatsÃchlich sind wir mit einem Transport am achten (8.) September ein und vierzig (41) nach . . . nein zwei und vierzig (42), Verzeihung . . . das ist alles statt ein und vierzig (41)âzwei und vierzig (42), bitte. (beide sprechen)

David Boder

Ja, wir werden das korrigieren . . .

David Boder

[In English] . . . forty-one (41) date is forty-two (42).

Friedrich Schlaefrig

Ja.

David Boder

Sagen Sie, was hat die Kultusgemeinde mit der Deportation zu tun gehabt?

Friedrich Schlaefrig

Die Kultusgemeinde hat, hm, hm, es auf sich genommen, hm, die Leute auszuheben und bereitzustellen fÃr den Transport. Man hat gedacht, ich weià nicht, ob es richtig war, man hat gedacht, wenn die Juden es selbst machen, dann wird es in einer menschlicheren Form geschehen.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Ansonsten wÃrde es ja mÃssen die Gestapo selbst machen. Nun scheint die Gestapo keine Lust gehabt zu haben, das auf ihr Konto zu nehmen und hat es viel bequemer gefunden, die jÃdischen, hm, die jÃdischen Institutionen vorzuschieben und die Juden diese Aushebungen machen zu lassen. TatsÃchlich hat die Kultusgemeinde ihr ganzes Personal in den Dienst dieser Aushebungen stellen mÃssen.

David Boder

Wer war der Direktor der Kultusgemeinde?

Friedrich Schlaefrig

Das war LÃwenherz.

David Boder

Dr. LÃwenherz? Josef LÃwenherz.

Friedrich Schlaefrig

Dr. LÃwenherz? Josef LÃwenherz.

David Boder

Josef LÃwenherz, ja.

Friedrich Schlaefrig

Und die Kultusgemeinde hat ihr ganzes . . .

David Boder

Wo war der Dr. Friedmann gewesen?

Friedrich Schlaefrig

Dr. Friedmann war in Wien und Stricker war auch in Wien.

David Boder

Wo?

Friedrich Schlaefrig

Beide in Wien. Eine Zeitlang, hm, eingekerkert, sind dann auf freien Fuà gesetzt worden, waren aber unter stÃndiger Aufsicht der Gestapo und mussten sich wÃchentlich melden.

David Boder

Melden. Werâwas war der andere Name?

Friedrich Schlaefrig

Friedmann und Stricker.

David Boder

Stricker.

Friedrich Schlaefrig

Stricker, der institutionstechnische, ehemalige Nationalrat und . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . und Vorstand der Kultusgemeinde. Stricker und Friedmann, beide befanden sich auf freiem FuÃ, hatte eine Wohnungâeine ganz nette Wohnung in der Stadt , in der ich sie Ãfter besucht habeâstanden aber unter Polizeiaufsicht. In der Kultusgemeinde waren die massgebenden Personen LÃwenherz und in der letzten Zeit namentlich Dr. Murmelstein.

David Boder

Murmerstein?

Friedrich Schlaefrig

Murmelstein, der ehemalige Oberrabbiner der Kultusgemeinde, und der in Theresienstadt eine wenig erfreulich Rolle gespielt hat und, wie ich gehÃrt habe, von den Russen und von den tschechischen Gerichten zu achtzehn (18) Jahren im GefÃngnis in Prag . . .

David Boder

(unverstÃndlich)

Friedrich Schlaefrig

. . . verurteilt worden sein soll.

David Boder

Nun und . . .

Friedrich Schlaefrig

Diese . . . die Kultusgemeinde selbst hat also diesen, . . . den Dienst der Aushebungen organisiert. Und zwar mit ihren eigenen KrÃften. Alle die Bediensteten von der Kultusgemeinde mussten sich auch dazu hergebenâmit etlichen Ausnahmen haben es die Meisten getanâich bedauere es, dass ich das sagen mussâdeswegen getan, weil sie . . . damit ihreâwie soll ich denn sagen . . .

David Boder

Ihre eigene Person?

Friedrich Schlaefrig

. . . ihre eigene Person verschont glaubten. TatsÃchlich sind sie geschÃtzt geblieben bis in die allerletzte Zeit . . . bis in den Winter zwei und vierzig(42), drei und vierzig (43) hinein.

David Boder

Also Sie wurden informiert, dass die Deportation kommt. Was haben dann getan?

Friedrich Schlaefrig

. . . ; dass die Deportation kommt. Wir haben, wir haben . . .

David Boder

. . . das war in zwei und vierzig (42)?

Friedrich Schlaefrig

ja nicht mehr viel . . . wir haben ja nicht mehr viel besessen. Wir sind ja durch die vielen Ãbersiedlungen ja immer Ãrmer geworden. Haben das Notwendigste in unsere Koffer verpackt und haben uns fÃr unsere Reise fertig gemacht. Sind dann tatsÃchlich am siebten (7.) oder achten (8.) September mit einem Transport von Wien nach Theresienstadt abgesendet worden. Es sind . . .

David Boder

Wie ist man gekommen? Und wie hat man Ihnen das wissen lassen? Was hat da passiert, ich will die menschliche Seite von der Sache haben, wie hat man Sie informiert darÃber?

Friedrich Schlaefrig

Diese . . . dieser, dieser Transport hat sich verhÃltnismÃÃig menschlich vollzogen, weil ich dadurch, dass ich freiwillig eingerÃckt bin auf die erhaltene VerstÃndigung . . .

David Boder

Aha.

Friedrich Schlaefrig

Man hat mich ja vorher, hm, ausgehoben gehabt . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Da sind sie ja schon vorher schon eingehoben worden und zwar in der Art, wie sie in Wien Gang und Gebe waren. Es ist ein Haus besetzt worden von Angestellten des Aushebedienstes der Kultusgemeinde.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Man hat das Haus abgesperrt . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . in jedes Stockwerk einen dieser Ausheber dirigiert . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Der hat die Leute in den einzelnen Wohnungenâdie Wohnungen waren dicht bewohnt, weil in jedem Zimmer mindestens zwei (2), manchmal auch drei (3) und vier (4) Personen gewohnt haben, jede . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . so dass in einer Wohnung von vier (4) bis fÃnf (5) Zimmern zwanzig (20) . . . oft zwanzig (20) Personen gewohnt haben.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Man hat also diese Leute dann alle in ein (1) Zimmer gebracht . . .

David Boder

Ja, . . . die Leute der Kulturgemeinde?

Friedrich Schlaefrig

. . . durch die Leute der Kultusgemeindeâein Organ in jedem Stockwerk . . .

David Boder

Einen ReprÃsentanten?

Friedrich Schlaefrig

. . . ja Einen in jedem Stockwerk . . . und hat ihnen . . . und hat sie warten lassen bis ein Organ der Gestapo gekommen ist.

David Boder

Das mein . . . das heiÃt ein Beamter?

Friedrich Schlaefrig

Ja, nicht ein Beamter . . . ein Gestapo, hm, . . . Mensch . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . ein Organ der Gestapo, irgendein ScharfÃhrer oder ein SturmfÃhrer oder was er sonst war . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . der hat nun das ganze Haus von oben bis unten durchgegangen und hat Jeden angeschaut in der Richtung und hat entschieden, ob der Betreffende zu deportieren ist oder ob er hier zu bleiben hat.

David Boder

Aha.

Friedrich Schlaefrig

Auf welcher Basis dieser Gestapo . . . dieses Gestapo Organ das entschieden hat, wer sofort zu packen hat . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . und wer in der Wohnung verbleiben kann

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Die Leute, bei denen entschieden worden ist, dass sie zu packen haben, haben sich sofort und mit UnterstÃtzung dieser Organe der Kultusgemeinde, des Aushebedienstes, haben sie sich daran gemacht ihre Effekten reisefertig zu machen.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Haben in der Nacht noch alles zusammengepackt und mussten gewÃhnlich in der FrÃh um sechs (6) Uhr bereit sein. Da kamen dann die groÃen, groÃen Streifwagen . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . Autos, mit AnhÃngern eventuell und auf diese wurden die Leute und ihr GepÃck . . .

David Boder

AnhÃnger . . . das nennen wir âtrailers'.

Friedrich Schlaefrig

Oh, ja, ja, ja . . . und da wurden die Leute darauf verladen . . .

David Boder

Haben sie die Leute direkt von der Wohnung abgeholt?

Friedrich Schlaefrig

Ja.

David Boder

. . . per Adresse?

Friedrich Schlaefrig

Ja, die Leute durften ja ihre Wohnungen nicht mehr verlassen. In der FrÃh erschien dann so ein Auto . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . oder ein Auto mit einem zweiten (2.) AnhÃnger . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . und man hat die Leute und ihr GepÃck verladen und hat sie in die Sammelstation hin gebracht.

David Boder

Ja und dann?

Friedrich Schlaefrig

Und in dieser Sammelstation mussten sie nun warten bis der Gesamttransport fertig, hm, . . . zusammengestellt ist.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Die Transporte waren gewÃhnlich zirka zwei tausend (2000) Menschen stark.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Diese zwei tausend (2000) Menschen sind in der Sammelstation gesammelt worden, das sind ehemalige Heime oder ehemalige Schulen der Kultusgemeinde gewesen und in diesen Heimen hat man die Leute gesammelt und hat sie von dort an einem Tage . . . oft mussten die Leute acht (8) Tage in diesen . . . in diesen Heimen bleiben. Sie hatten natÃrlich nicht die MÃglichkeit sich dort zu pflegen, es war unmenschlich . . . sie wurden zur Not verkÃstigt. Man hat ihnen ein, ein . . . etwas FrÃhstÃck gegeben, man hat ihnen ein Mittagessen gegeben und ein Nachtmahl gegeben, das hat . . .

David Boder

Wer hat das besorgt?

Friedrich Schlaefrig

Das hat die Kultusgemeinde durch ihr, . . . ihre Ausspeisung besorgen lassen.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Und nach einigen Tagen wurden die Leute an die BahnhÃfe gefahren und in die ZÃge verladen.

David Boder

Nun sagen Sie mal, Sie haben mir gesagt, Sie haben sich freiwillig gemeldet. Was war das?

Friedrich Schlaefrig

Weil man mich . . . ich habe, ich habe gesagt, ich, ich glaube mich soweit um die jÃdische Ãffentlichkeit verdient gemacht zu haben, dass ich zumindest die VergÃnstigung fÃr mich in Anspruch nehmen darf, dass ich nicht wieder fÃnf (5) oder sechs (6) oder acht (8) Tage in einem Lager, in dem man Ungeziefer und LÃusen ausgesetzt ist und nicht schlafen kann, verbringen muss. Man mÃchte mich so hin . . . man mÃchte mich so einteilen, dass ich nicht mehr wie hÃchstens ein Nacht und einen Tag in dem Lager verbringe, um nicht mit allzu groÃer, allzu groÃen . . .

David Boder

Schwierigkeiten?

Friedrich Schlaefrig

. . . Schwierigkeiten hinauf zu kommen. Das war der Grund und darum hat man mir gesagt, sie mÃssen sich bereit halten fÃr diesen und diesen Tag und sie rÃcken ein in dieses und dieses Heim und das habe ich auch getan.

David Boder

Nun . . . und da sind Sie mit Ihrer Frau hin gekommen.

Friedrich Schlaefrig

Da sind wir am . . .

David Boder

Wieviel Bagage haben Sie gehabt?

Friedrich Schlaefrig

Wir hatten . . . wir hatten . . . eins (1), zwei (2), zwei (2) groÃe Koffer, zwei (2) kleine Koffer und zwei (2) Bettrollen.

David Boder

Ja . . . nun.

Friedrich Schlaefrig

Man hat gehofft, dass wir diese Bagage auch wirklich hinauf bekommen werden. Man hat versichert, dass es nicht, . . . dass nichts weg genommen werden wird. Es hat sich anders heraus gestellt. Wir sind am 8. September . . . sind wir also verladen worden in einen Zug der vom Aspangbahnhof in Wien abgegangen ist und wir sind am neunten (9.) September Ãber Prag in Theresienstadt angekommen.

David Boder

Das waren bloà vier und zwanzig (24) Stunden.

Friedrich Schlaefrig

Das waren nicht einmal vier und zwanzig (24) Stunden

David Boder

In was fÃr einem Wagen hat man Sie transportiert?

Friedrich Schlaefrig

Man hat uns in einem normalem Dritte Klasse Zug . . .

David Boder

Passagierwagen?

Friedrich Schlaefrig

Passagierwagen. Sehr eng, eng . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . aber wir konnten . . . wir konnten das . . . (unverstÃndliches Murmeln)

David Boder

Wo ist Theresienstadt?

Friedrich Schlaefrig

Theresienstadt ist etwa sechzig (60) Kilometer nÃrdlich von Prag.

David Boder

Aha, das ist in der Tschechoslowakei?

Friedrich Schlaefrig

Zwischen . . . ja, Prag und der SÃchsischen Grenze.

David Boder

Aha . . . ja, hat das nicht noch einen anderen Namen gehabt?

Friedrich Schlaefrig

Theresienstadt deutsch, Teresin in . . .

David Boder

In bÃhmisch.

Friedrich Schlaefrig

. . . in tschechisch. Nun in Theresienstadt wurden wir . . .

David Boder

Also erzÃhlen Sie mir einmal Ãber die Ankunft in Theresienstadt, ja?

Friedrich Schlaefrig

Die Ankunft in Theresienstadt . . . war . . . sehr traurig. Wir wurden auswagoniert und mussten unser HandgepÃck, also das was wir tragen konnten, selbst tragen. Die GroÃen, nachdem ja ein Mensch hÃchstens nur zwei (2) GepÃckstÃcke tragen kann, wurde der groÃe Koffer oder die Bettrolle, die wurden auf . . .

David Boder

Camion?

Friedrich Schlaefrig

Auf Wagen, auf Camion spÃter in die Stadt hereingefÃhrt. Die Bahnstation befindet sich ja ungefÃhr  Gehstunde von Theresienstadt entfernt. Es ist selbstverstÃndlich, dass wir fÃr diesen Weg, das es hauptsÃchlich alte Leute waren, lÃnger brauchten als eine halbe (  ) Stunde. Wir sind Ãber fÃnf (5) Viertelstunden gegangen und wir haben keinen besonders schÃnen Anblick geboten . . . ein Anblick, den ja spÃterhin in den kommenden Jahren, fast, hm, zu wiederholten Malen in Theresienstadt gesehen haben. Immer wieder die ZÃge, die neue AnkÃmmlinge gebracht haben, die schwer beladen unter der Last ihres GepÃcks herein gewankt sindâzu tragen, was sie tragen konnten,weil man sich fÃrchten musste, dass der grÃÃte Teil . . . weil man weià . . . (unverstÃndliches Murmeln)

David Boder

Ihre Frau Gemahlin ist mit Ihnen zusammen?

Friedrich Schlaefrig

Wir sind wie alle, wir sind so wie alle Anderen da hinein gegangen, hinein gewankt, wir haben uns herein geschleppt. Sind in Theresienstadt dann . . . sind wir empfangen worden von der Gestapo und von tschechischer Gendarmerie. Man hat unser GepÃck durchsucht und all das weggenommen was verboten war.

David Boder

Und was war verboten?

Friedrich Schlaefrig

Verboten war natÃrlich alles was nach Alkohol auch nur irgendwie gerochen hat, Cognac. Verboten war, hm, . . . Medikamente, verboten waren BÃcher und Zeitungen, mein wunderbares englisches WÃrterbuch ist mir als erstes Opfer (lacht etwas) weggenommen worden. Alles was irgend solcher Art war, ist genommen worden.

David Boder

Schmucksachen?

Friedrich Schlaefrig

Schmucksachen durfte man ja Ãberhaupt nicht mitnehmen. Schmucksachen und Geldâdas ist einem schon in Wien gesagt wordenâwar verboten, man durfte hÃchstens einen Ehering tragen.

David Boder

Einen Trauring.

Friedrich Schlaefrig

Einen Trauring. Sonst durften wir keinerlei Schmucksachen oder Geld mitnehmen. Das Geld haben wir in Wien noch abgeliefert. Was wir an Mark, an Markgeld, Marknoten oder Kleingeld gehabt haben. In Theresienstadt wurden wir, leider Gottes, in die schlechteste Kaserne eingeteilt. Es war . . .

David Boder

Wieso waren dort Kasernen?

Friedrich Schlaefrig

In Theresienstadt . . . Theresienstadt ist eine alte Festung aus dem . . . die gebaut worden ist in den Jahre 1770 unter der Zeit Kaiser Josef des Zweiten.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Und ist eine, . . . eine, . . . hm, ein Ort, der eigentlich nur . . . wir werden jetzt Schluss machen nicht?

David Boder

Nein, nein, wir werden fortsetzen, es ist nicht Schluss, denn ich will Sie noch am Nachmittag hÃren.

Friedrich Schlaefrig

Ja, ja, ich komme am Nachmittag.

Friedrich Schlaefrig

Theresienstadt ist eine Stadt, der nur der militÃrischen Notwendigkeit ihr Dasein verdankt. Es war eine Stadt die zur Zeit Maria Theresia . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . also zur Zeit Kaiser Josef des Zweiten gebaut worden ist ihrer GÃnze und die acht (8) bis zehn (10) groÃe Kasernen enthÃlt . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . mit allem was zu . . . was an strategischen AuÃenwerten zur Verteidigung der Festung erforderlich war und ausserdem nach auÃen hin vollstÃndig abgeschlossen ist durch ein System von LaufgrÃben, von tiefen GrÃben, die durch Wasser durchstrÃmt werden kÃnnen, die Ãberschwemmt werden kÃnnen. Also GrÃben von einer Tiefe von acht (8) bis zehn (10) Metern und einer Breite von dreiÃig (30) Metern mit konter (unverstÃndlich), also mit entgegengesetzten Mauern an der AuÃenseite Ãbergehend in die . . . in das Vorfeld. Alle diese, alle diese Stellungen Waren Artilleriestellungen . . .

David Boder

Ah hm.

Friedrich Schlaefrig

. . . auf den Bastionen befand sich die schwere Artillerie und die GrÃben waren eben dazu bestimmt, das . . .

David Boder

Die Stadt zu verteidigen.

Friedrich Schlaefrig

. . . die Stadt einfach vor jedem Sturmangriff zu sichern, denn die GrÃben waren inundiert aus dem Fluss Eger und durch diese zwei (2) Meter tiefen Wassergraben konnte zur damaligen Zeit Sturmangriffe nicht vorgetragen werden gegen die Stadt.

David Boder

Also da waren die Kasernen.

Friedrich Schlaefrig

Da waren etwa acht (8) groÃe Kasernen und die Ãbrige Stadt zwischen diesen Kasernen bestand aus gewÃhnlichen ein Stock hohen Baulichkeiten, in denen all das vorhanden war, war das MilitÃr in der freien Zeit gebraucht hat, also WirtshÃuser, KaffeehÃuser, kleine und grÃÃere GeschÃfte, Handwerkerladen und alles das, was eben ein Garnison von etwa acht tausend (8000), tausend (8000) MilitÃr vornehmlich hat.

David Boder

Hm.

Friedrich Schlaefrig

Die HÃuser sind von der tschechischen BevÃlkerung vollstÃndig evakuiert gewesen. In der Zeit, wo wir hinauf gekommen sind, Anfang September neunzehn hundert . . .

David Boder

Drei . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . neunzehn hundert zwei und vierzig, war die tschechische BevÃlkerung schon evakuiert. Allerdings war der Ort nicht in dem Zustand, dass er einer so groÃen Menge von Menschen eine . . . die MÃglichkeit eines einigermaÃen menschlichen Unterkommens gegeben hÃtte.

David Boder

Was schÃtzen Sie war die BevÃlkerung von . . .

Friedrich Schlaefrig

Die BevÃlkerung Theresienstadt's war in normalen Zeiten zirka acht tausend (8000) Mann MilitÃr und vier tausend (4000) ZivilbevÃlkerung, also zwÃlf tausend (12000) Menschen.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Aus unseren . . . aus unseren Statistiken weià ich, dass die BevÃlkerung dieses, dieses Judenghettos Theresienstadt zu Zeiten Ãber fÃnf und sechzig tausend Menschen getragen hat.

David Boder

Aha.

Friedrich Schlaefrig

Also mehr als das FÃnffache als der Normalbetrag war. Die Folge dessen war natÃrlich, dass man die einzelnen RÃume so bevÃlkern musste . . .

David Boder

Ja, dass . . . ?

Friedrich Schlaefrig

. . . dass man in einem normalen Zimmer von etwa fÃnf und zwanzig (25 m2) Quadratmetern bis zu zwÃlf (12) und fÃnfzehn (15) Menschen unterbringen musste, was nicht anders mÃglich war, als indem man einfach die Holzbetten Ãber einander bis zu drei (3) angeordnet hat.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Das war das denkbar Unhygienischste was man tun konnte, aber nachdem ja das Ziel der Ghetto-isierung doch nur das war, gewÃnscht mÃglichst rasch, zu . . .

David Boder

Vernichten.

Friedrich Schlaefrig

. . . vernichten, so war auch das, sich empfÃnglich zu machen fÃr Krankheiten aller Art, ein Weg zum Ziel fÃr diese.

David Boder

Wurden Sie dann von Ihrer Frau ab . . .

Friedrich Schlaefrig

Wir wurden selbstverstÃndlich . . . wir wurden getrennt. Dadurch, dass wir aber die ersten Monate in dieser JÃgerkaserne verbracht haben, wo es . . . wo eine Trennung nicht mÃglich war, weil sie so gross war, dass man eine (unverstÃndlich) nicht zu machen war, so dass MÃnnlein und Weiblein nebeneinander zusammen untergebracht waren, war die Unterkunft . . . war die Trennung eine rÃumliche Trennung gar nicht mÃglich. Man hat ein . . .

David Boder

[In English] [interrupting] This concludes Spool 67 of Mr. SchlÃfrig, from Vienna. We shall continue, I hope with another spool right after noon.

David Boder

[In German] Herr SchlÃfrig, wollen Sie mit mir essen?

Friedrich Schlaefrig

Nein, ich danke schÃn, ich kann (starke GerÃusche im TonbandâunverstÃndlich)

David Boder

[In English] Paris . . . Paris, August 23rd, 1946. This concludes the Spool . . . 67. An Illinois Institute of Technology Wire recording.

David Boder

This is Spool . . . . this is Spool . . . this is Spool 68. Mr. Friedrich SchlÃfer . . . SchlÃf . . .

Friedrich Schlaefrig

SchlÃfrig.

David Boder

. . . SchlÃfrig continues. We had lunch together and Mr. SchlÃfrig gave me some . . . . hm, some more of his background. As he said before he is an engineer, architect, was in Government Service, was retired. He had in the middle '30s a pension amounting to about six hundred marks, or about one thousand schillings; possibly the equivalent of about two hundred or two hundred fifty American dollars, on which he could live well. His, hm, besides being an engineerâfrom his retirement he returned to an old hobby . . . . And that is the construction of violins and a theoretical study of acoustics of wooden instruments in general. As a matter of fact, he intends . . . he intends in Africa to do something in that line.

David Boder

[In German] Also Herr SchlÃfrig, Sie haben mir Theresienstadt beschrieben. Nun wollen wir wieder zum PersÃnlichen Ãbergehen, denn nach all dem kann man ja die Beschreibung von Theresienstadt aus den Literaturen finden und wollen Sie wieder rÃber gehen dazu was Ihnen persÃnlich passiert ist.

Friedrich Schlaefrig

Vom Beginn unseres TheresienstÃdter Aufenthaltes waren wir beide, meine Frau und ich bemÃht uns der Allgemeinheit nÃtzlich zu erweisen, so wie wir es uns in Wien schon vorgenommen haben. Dem gerecht haben wir auch beide sofort unsere Position in Theresienstadt bezogen. Meine Frau meldete sich sofort als Hilfsschwester fÃr ein Spital und ich habe die Betreuung von etwa hundert (100) meiner Transportgenossen Ãbernommen mit denen wir zusammen in der sogenannten . . . in der sogenannten GrenzjÃgerkaserne einquartiert worden sind. Diese GrenzjÃgerkaserne war ein uraltes GebÃude, das nur Kasematten enthielt, das heiÃt gewÃlbte RÃumlichkeiten, die mit Erdreich hoch ÃberschÃttet waren, zirka vier (4) bis fÃnf (5) Meter und Ãber dem Erdreich waren ursprÃnglich die Artillerie Positionen des Werkes . . .

David Boder

Das war in den . . . . in den Kasematten?

Friedrich Schlaefrig

Und in diesen . . . diesen Kasematten waren wir untergebracht.

David Boder

Sie waren sozusagen unterirdisch . . . . unter der Erde . . .

Friedrich Schlaefrig

Untererdlich . . . ja man hat wohl gesehen . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . das Mauerwerk, aber sie waren von oben . . .

David Boder

Wie mit einem Berg bedeckt?

Friedrich Schlaefrig

. . . wie mit einem Berg, oben war RasenflÃche und . . .

David Boder

Also waren da Fenster?

Friedrich Schlaefrig

Es waren schmale, . . . es waren schmale, sehr tiefe RÃume, RÃume die etwas fÃnf (5) bis sechs (6) Mater breit und gegen vierzig (40) Mater tief waren. An den beiden schmalen Seiten befand sich je ein Doppelfenster. Die RÃume war infolgedessen sehr finster. In diesen Kasematten waren nun neunzig (90) bis hundert (100) Menschen in jeder untergebracht. Und in diesen Kasematten mussten auch wir hausen. Wir haben nicht gewusst, dass in dieser GrenzjÃgerkaserne gleichzeitig ein Spital untergebracht war, das sich neben unseren Kasematten befanden in denen Typhuskranke und Ruhrkranke untergebracht waren.

David Boder

Ruhr . . . ist das so etwas wie Magentyphus?

Friedrich Schlaefrig

Ruhr, das ist Dysenterie.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Dysenterie und Typhus . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . und tatsÃchlich ereigneten sich schon in den ersten Tage schwere ErkrankungsfÃlle. Schon von den Insassen . . . von den Insassen der Kasematten starben jeden Tag Einige und in dem Spital, in dem meine Frau Dienst machte, war es selbstverstÃndlich, dass jeden Tag Leuteâdort todkrankâihr Leben dort beschlossen haben. Wir haben in dieser Zeit alles getan, um den Anderen zu helfen. Das Dasein war ein ÃuÃerst Trauriges. In der ersten Zeit hatten wir gar nichts auf dem wir liegen konnten. Der Steinboden der Kasematten, den bedeckten wir mit StrohsÃcken, die wir spÃter . . . die wir spÃter erhielten. Wir legten darauf unsere KleidungsstÃcke und die mitbrachten StÃcke Bettzeug und schafften uns fÃr die Nacht eine notdÃrftige Liegestatt.

David Boder

Sie hatten zwei (2) Rollbeten mit sich, haben Sie die nicht zurÃck bekommen?

Friedrich Schlaefrig

Zwei (2) Bettrollen . . .

David Boder

Bettrollen . . .

Friedrich Schlaefrig

Die Bettrollen hatten wir in Theresienstadt bekommen. Sie waren wohl total durchnÃsst, sind aber wieder getrocknet und wir haben sie wieder in Verwendung genommen.

David Boder

Waren MÃnner und Frauen zusammen?

Friedrich Schlaefrig

MÃnner und Frauen waren zusammen. Es lagen, waren zumeist . . . zumeist alte Leute, wenig Jugend unter ihnen, hÃchstens, wenn mit den Eltern irgend ein Sohn oder eine Tochter war. Es waren wenig, wenig jugendliche Leute. Und die alten Leute vielfach so, dass sie schon in den ersten Wochen unter den Lebensbedingungen dorten, zu Grunde gegangen sind. Ausserdem wurde nach acht und nach vierzehn Tage wieder eine Auslese gehalten und ein groÃer Teil meiner Pflegebefohlenen wurde wieder abgeschickt in polnische Lager. Ich habe sie nie wieder gesehen.

David Boder

Polnische Lager waren was . . . Treblinka?

Friedrich Schlaefrig

Die polnischen Lager waren . . . ich weià nicht wohin diese Leute gekommen sind . . .

David Boder

Was fÃr Lager waren das?

Friedrich Schlaefrig

Das weià niemand. Sie sind nach Polen hinauf gekommen, ob das Treblinka, ob das Auschwitz war, ob das andere Lager waren, niemand wusste wohin die Transporte hin gegangen sind.

David Boder

Ja. Und man hat nie Briefe von denen bekommen?

Friedrich Schlaefrig

Man hat nie mehr Briefe von diesen Leuten bekommen. Die, die Insassen, die Insassen dieser Kasematten litten selbstverstÃndlich sehr unter Ungeziefer und unter der Gefahr der Verlausung. Dadurch dass niemand sich echt auskleiden und umkleiden konnte, und dadurch, dass niemand sich richtig waschen konnte . . . das Waschen nahezu ein Ding der UnmÃglichkeit war, haben die . . . hat die Verlausung zugenommen und da sind tatsÃchlich Leute in den Kasematten verlaust in ihrem eigenen Kot gestorben. Das Traurigste vom Traurigen des TheresienstÃdter Aufenthaltes sind diese Wochen in diesen Ruhr- und Typhus verseuchten Kasematten dieser GrenzjÃgerkaserne. Meine Frau hatte nach zwei Monaten einen Zusammenbruch erlitten, sie war den Anstrengungen der Nachtwache nicht gewachsen und musste diesen Dienst aufgeben und hat einen anderen Dienst Ãbernommen.

David Boder

Was waren die Ãrzte, Juden?

Friedrich Schlaefrig

Die Ãrzte waren Juden und ich muss sagen, das Beste was man von Theresienstadt sagen kann, ist dass die jÃdischen Ãrzte wirklich gut waren, dass man gute Ãrzte hatte und dass sieânach Massgabe der MÃglichkeit bemÃht waren, den Menschen, den Menschen zu helfen. Freilich, es hat sehr bald an Medikamenten gemangelt und die Medikamente, die vorhanden waren, haben nicht ausgereicht fÃr die groÃe Zahl. Ich habe nach etwa zwei Monaten, habe ich die GrenzjÃgerkaserne mit meiner Frau verlassen. Die GrenzjÃgerkaserne . . .

David Boder

Nun sagen Sie mir mal, ist Ihre Frau jeden Abend zu Ihnen in die Kaserne gekommen?

Friedrich Schlaefrig

Meine Frau hat . . . in diesen Kasematten haben MÃnner und Frauen nebeneinander liegen kÃnnen, geschlafen . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . so gut es eben gegangen ist und da war eine Trennung der Geschlechter nicht vorgesehen.

David Boder

Aha.

Friedrich Schlaefrig

Es haben in den Kasematten . . . haben eben achtzig (80) oder neunzig (90) Menschen in einer Kasematte geschlafen, Strohsack und Strohsack, Einer neben dem Anderen. Im Mittelgang in der Nacht wieder Andere, so dass man Ãber die StrohsÃcke steigen musste, wenn man hinaus gehen musste zur Latrine.

David Boder

Wo war die Latrine?

Friedrich Schlaefrig

Die Latrine war am Ende der Kasematte in einem jÃmmerlichen Zustand, so dass einem gegraust hat . . . dass es wirklich ein Grauen war sie zu benÃtzen.

David Boder

Und haben Frauen und MÃnner die selbe Latrine benÃtzt?

Friedrich Schlaefrig

Nein, die Frauen hatten eine Klosett gehabt am anderen Ende des GebÃudes . . .

David Boder

Hm.

Friedrich Schlaefrig

Ein Klosett, das natÃrlich fÃr die groÃe Zahl von zwÃlf hundert (1200) Menschen, die in dieser Kaserne untergebracht waren, weitaus nicht gereicht hat, ein Klosett mit vier (4) oder fÃnf (5) Abteilen, so dass die Leute, die Frauen in Schlange gestanden sind, um . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . das Klosett benutzen zu kÃnnen. Und MÃnner haben die Latrine am anderen Ende gehabt.

David Boder

Und wie haben sich die Frauen umgezogen oder angekleidet?

Friedrich Schlaefrig

Die Frauen mussten eben . . . da musste man irgend etwas vor hÃngen oder haben die MÃnner eben weg gesehen.

David Boder

Aha.

Friedrich Schlaefrig

Ich . . . es war eine besondere Wahrung . . . man hat sich an Vieles gewÃhnt in diesen VerhÃltnissen.

David Boder

Nun . . .

Friedrich Schlaefrig

Die . . .

David Boder

Was hat man mit den toten Leuten getan, die gestorben sind?

Friedrich Schlaefrig

Die sind in eine . . . in eine andere Kasematte zusammen gelegt worden. Die Leichen sind dann einen Tag oder zwei (2)Tage spÃter abgeholt worden zur Beerdigung. Es waren in diesen Zeiten . . . waren durch diese Ruhr- und Typhus Epidemie, hat so viele Opfer gekostet, dass in einer Nacht zwei hundert zwanzig (220) und zwei hundert vierzig (240) Menschen gestorben sind.

David Boder

Wo, in den Kasematten oder?

Friedrich Schlaefrig

Nein, . . . in Theresienstadt.

David Boder

Nein, ich meine sind sie im Spital gestorben oder in der Kasematte?

Friedrich Schlaefrig

Nein, in den Kasematten.

David Boder

In den Kasematten.

Friedrich Schlaefrig

Die SpitÃler konnte diese vielen Menschen gar nicht aufnehmen. Man ist . . . man ist so gelegen, dass man, dass Einer vom Anderen nicht wusste. Mein Nachbar . . . ist in der Nacht verschieden . . . in der FrÃh war er tot.

David Boder

Ja, . . . aha.

Friedrich Schlaefrig

Das . . . das Sterben war eine leichte Angelegenheit unter diesen VerhÃltnissen.

David Boder

Sagen Sie, hat man irgendwelche religiÃse Befriedigung gehabt? Haben sie erlaubt, dass die Leute beten, eine Minje, eine Synagoge??

Friedrich Schlaefrig

Ja . . . es ist in kurzer Zeit . . . in kurzer Zeit haben sich . . . haben sich die MÃglichkeiten geboten, dass ganz regelrechte Gebetsstunden in BethÃusern und Synagogen abgehalten wurden. Es wurden RÃumlichkeiten zu Synagogen umgewandelt und die Gebetsstunden normal eingehalten. Es hat immer Andacht gegeben wÃhrend der ganzen Zeit und immer genÃgend viel Juden gegeben, die an den Andachten teilgenommen haben.

David Boder

Erinnern Sie sich an welche Rabbiner in Theresienstadt?

Friedrich Schlaefrig

Ja, ich erinnere mich an Dr. Neustadt . . .

David Boder

Von wo?

Friedrich Schlaefrig

Meines Wissens aus Frankfurt am Main.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Dr. Leo Beck von Berlin.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Sonst sind mir augenblicklich Namen nicht . . .

David Boder

Die Namen . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . in der Erinnerung.

David Boder

Waren dort welche jÃdische Schauspieler oder KÃnstler?

Friedrich Schlaefrig

Es war eine ganze Anzahl von jÃdischen Schauspielern . . . hm, . . . dort, ich . . . jÃdische Schauspieler, jÃdische KÃnstler und zwar sowohl als Klavier KÃnstler, wie Violin Virtuosen, wie, hm, Schauspieler selbst, SÃnger, SÃngerinnen; dann Filmleiter, Film Leute, Regisseure vom Film . . .

David Boder

Hm.

Friedrich Schlaefrig

Es hat nicht am kulturellen Leben gefehlt. NatÃrlich in den ersten Monaten . . .

David Boder

Haben die Instrumente mit gehabt . . . hat es Instrumente gegeben?

Friedrich Schlaefrig

Wir hatten sehr wenig . . . in der ersten Zeit sind Ãberhaupt keine Instrumente da gewesen und es hat sich . . . das kulturelle Leben hat sich erst entwickelt, wie die, hm, wie die ganze Verwaltung Theresienstadt's in geregelte Bahnen geleitet worden ist. Das hat immerhin das ganze erste Jahr meines dortigen Aufenthaltes in Anspruch genommen. Denn im ersten Jahr mussten die VerhÃltnisse zumindestens so geschaffen werden, dass die Menschen leben konnten. Wir haben in Theresienstadt keine Wasserleitung gehabt. Wenn fÃnf und sechzig tausend (65,000) Menschen in so einen kleinen Ort gedrÃngt untergebracht werden und angewiesen sind auf die Brunnen, auf das Wasser, dann ist es naheliegend, dass bei der Kommunikation zwischen den Abteil (unverstÃndlich), und der Brunnen sich in kurzer Zeit, hm, das Typhose Fieber einstellen musste. Und das ist auch der Fall gewesen, wir mussten viele der Brunnen sperren und mussten die vorhandene Wasserleitung ausbauen. Das war eigentlich eines der grÃÃten Werke, das die jÃdischen Techniker mit den jÃdischen Arbeitern geschaffen haben. Die haben das Wasserwerk ausgebaut und haben es so weit gebracht, dass wir endlich den Leuten nicht nur gutes Trinkwasser, na wenigstens hygienisch einwandfreies Trinkwasser, schaffen konnten, sondern dass wir auch die Klosettanlagen mit WasserspÃlung versehen konnten, so dass diese unhygienischen Einrichtungen beseitigt worden sind.

David Boder

Und die Deutschen haben das erlaubt?

Friedrich Schlaefrig

Die Deutschen haben das erlaubt und wir haben sogar Material durch sie bekommen, weil sonst wÃren die VerhÃltnisse in Theresienstadt einfach unhaltbar gewesen wÃren.

David Boder

Ja, nun?

Friedrich Schlaefrig

Nachher . . .

David Boder

Sie sagten Dr. Friedmann war in Theresienstadt?

Friedrich Schlaefrig

Friedmann und Strickerâbeide waren in Theresienstadt. Friedmann war, war Leiter des finanziellen Dienstes, das ist . . .

David Boder

In Theresienstadt?

Friedrich Schlaefrig

Das ist . . . des Ghettos. Das heiÃt spÃter hat man nicht mehr gesagt âJÃdisches Ghetto Theresienstadtâ, sondern â JÃdische Selbstverwaltung Theresienstadtâ.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Und Friedmann war Leiter des finanzielles Dienstes in Theresienstadt . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . und er hat diese Abteilung gefÃhrt. Und auch Stricker war unter den . . . war im Ãltestenrat. Beide haben sich, haben sich eingesetzt und haben viel gearbeitet.

David Boder

Und was hat mit denen passiert?

Friedrich Schlaefrig

Friedmann und Stricker sind im Jahre 1944 . . . sind sie mit ihren Frauen in einen Transport gekommen, der nach Auschwitz gegangen ist und sind, meines Wissens, dort verbrannt worden. Sie haben Tote . . . (Rest unverstÃndliches Murmeln)

David Boder

Nun . . .

Friedrich Schlaefrig

Wir haben in Theresienstadt keine Gaskammern gehabt, aber wir haben solche Gaskammern in den letzten Monaten der Nazi Herrschaft auch in Theresienstadt errichtet.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Gas Kammern, die ihrer BenÃtzung aber niemals zugefÃhrt worden sind.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Man spricht davon, dass der letzte Leiter der Gestapo in Theresienstadt, man spricht davon . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Ich weià es nicht, ob es mehr ist als ein GeschwÃtz . . . man spricht davon, dass der letzte Leiter von Theresienstadt selbst es gewesen wÃre, der, hm, der bekannt gegeben . . . der dem Roten Kreuz bekannt gegeben hÃtte, dass auch in Theresienstadt die Errichtung von Gaskammern und die Vergasung der Insassen beabsichtigt sei und dass er sich ausgebeten hÃtte, dass fÃr diese Rettung der TheresienstÃdter Juden man ihm die freie, freie Ausreise nach der Schweiz ermÃglichen solle.

David Boder

Hat man das getan?

Friedrich Schlaefrig

Ob man das getan hat, weià ich nicht. Ober Mann hinaus gekommen ist oder nicht, weià ich nicht . . .

David Boder

Was war der Name?

Friedrich Schlaefrig

Der Name war Rahm.

David Boder

Rahm. Was war er . . . ein SturmfÃhrer?

Friedrich Schlaefrig

Er war ein SS ObersturmfÃhrer Rahm . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Meines Wissens ein Wiener.

David Boder

Aha, nun?

Friedrich Schlaefrig

Diese, hm, die GrenzjÃgerkaserne ist ja nach zwei (2) Monaten . . . um mein persÃnliches Schicksal weiter zu . . .

David Boder

Ja, das hÃtten wir gerne gehabt.

Friedrich Schlaefrig

. . . zu ergÃnzen, ist nach zwei Monaten wegen der gÃnzlichen . . . wegen der Notwendigkeit der gÃnzlichen Desinfizierung gegen Verlausung und anderes Ungeziefer, gerÃumt worden. Und man hat die Insassen auf andere (unverstÃndlich) verteilt. Wir selbst sind dann in ein sogenanntes Block Haus, das sind also die einstÃckigen, privaten WohngebÃude in Theresienstadt, Ãbersiedelt, wo wir, meine Frau und zwÃlf (12) oder vierzehn (14) andere Frauen und ich mit elf (11) anderen MÃnnern, ein Zimmer bewohnt haben, in dem wir eben den ganzen Winter Ãber von zwei und vierzig (42) auf drei und vierzig (43) gehaust haben. Angesichts der Notwendigkeit der Fliegerangriffe alle RÃumlichkeiten streng zu verdunkeln, unter strengen Strafen der wir fÃr das Unterlassen der Verdunkelung ausgesetzt waren, war es fÃr die Insassen nicht mÃglich in der Nacht die SchlafrÃume mit frischer Luft zu versehen. Die NÃchte waren also qualvoll. Ich habe, zum Beispiel, von ein Uhr nachts an nicht mehr genug Luft gehabt, um atmen zu kÃnnen. Und ich habe diese ganze Zeit von ein Uhr nachts bis zum Morgen wach verbracht und habe mich immer nur gefreut, wenn einer der Insassen gezwungen war einen gewissen Ort zu benÃtzen und somit die TÃr aufmachte und von dem Stiegenhaus etwas frische Luft hereingekommen ist.

David Boder

Was ist denn das Stiegenhaus?

Friedrich Schlaefrig

Das Stiegenhaus ist der Aufgang, die Treppe zum ersten Stock, weil mein Zimmer im ersten Stock war; das Zimmer meiner Frau war auf ebener Erde. Wir sind dann nachdem, . . . hm, nach . . . im FrÃhjahr neun zehn hundert und drei und vierzig (1943) wurden, wurden die Insassen von Theresienstadt gesiebt. Die Gestapo hat Unterschiede gemacht und hat prominente PersÃnlichkeiten ausgeschieden. Und hat diesen prominenten PersÃnlichkeiten eine etwas bessere Unterkunft bereitet. So dass die Menschen, die man in die Klasse der Prominenten eingereiht hat, dass die gewÃhnlich zu zweitâeine Familie: Mann und Frauâein Zimmer bekommen haben und fÃr sich wohnen konnten und auch eine, eine, hm, bessere . . . eine bessere . . .

David Boder

Verpflegung?

Friedrich Schlaefrig

. . . Verpflegung bekommen haben. Aber die groÃe . . . es waren . . . es waren gar nicht allzu Viele, es waren vielleicht hundert fÃnfzig (150) . . .

David Boder

Waren Sie darunter?

Friedrich Schlaefrig

. . . zwei hundert Prominente. Nein, ich bin nicht dabei gewesen.

David Boder

Sie waren nicht unter den Prominenten?

Friedrich Schlaefrig

Ich war nicht unter den Prominenten. Unter den Prominenten war Murmelstein.

David Boder

Murmelstein, der in Wien war?

Friedrich Schlaefrig

Murmelstein war unter den Prominenten. Einige von seinen Leuten aus der Kultusgemeinde, die er mit gebracht hat, wurden unter die Prominenten eingereiht durch seine Mitwirkung . . .

David Boder

Wieso wurde Murmelstein Ãberhaupt verschickt?

Friedrich Schlaefrig

Ja, das weià ich nicht. Eines schÃnen Tages hat ihn die Gestapo herauf geschickt mit seinen Getreuen und seinen JÃngern.

David Boder

Aha.

Friedrich Schlaefrig

Die GrÃnde sind mir nicht bekannt. Also diese Prominenten, es waren ja nicht allzu viele, zirka ein hundert fÃnfzig (150) bis zwei hundert (200). Die groÃen Massen, an dem Schicksal der Ãbrigen groÃen Massen hat sich nicht viel geÃndert. Auch waren die Prominenten . . . auch waren die Prominenten bis zu einem gewissen Grade vor dem Schicksal des . . . der, der weiteren Deportierung nach polnischen Lagern bewahrt.

David Boder

Also Friedmann war nicht unter den Prominenten und . . . ?

Friedrich Schlaefrig

Friedmann, Friedmann . . .

David Boder

Und Stricker.

Friedrich Schlaefrig

Friedmann, ja, Friedmann und Stricker, ja, waren auch unter den Prominenten, haben aber . . . haben aber fÃr sich in einem Haus gewohnt, wo sonst nur Prominente gewohnt haben. Friedmann und Stricker waren unter den Prominenten.

David Boder

Und nachher waren sie weggeschickt?

Friedrich Schlaefrig

Und wurden trotzdem weggeschickt.

David Boder

Und Sie waren unter den Prominenten nicht?

Friedrich Schlaefrig

Ich war nicht unter den Prominenten und bin allerdings auch in Transporte gekommen und zwei Mal, ich muss sagen, hm, durch ein GefÃge des Schicksals oder wirklich, hm, Gottes Hilfe . . .

David Boder

Willen.

Friedrich Schlaefrig

. . . Willen aus den Transporten wieder ausgereiht worden.

David Boder

Also wollen wir dann weiter gehen , ja nun . . .

Friedrich Schlaefrig

Ja.

David Boder

Kommen Sie zu Ihrer persÃnlichen Geschichte jetzt zurÃck.

Friedrich Schlaefrig

Ich habe . . . Ich habe im November . . . im November neunzehn hundert zwei und vierzig (1942), habe ich mich dem technischen Dienst zur VerfÃgung gestellt und habe im technischen Dienst gearbeitet. Ich habe schon erwÃhnt, dass wir das Wasserwerk . . . das Wasserwerk einrichten mussten, beziehungsweise die bestehende Wasserversorgung fÃr den weit . . . fÃr die groÃe BevÃlkerung, hm, hm, leistungsfÃhig ausgestalten mussten, neue WsserleitungsstrÃnge durch alle Strassen legen mussten, arbeiten an groÃen Rohrlegungsarbeiten. Wir mussten aber nicht nur das, wir mussten die HÃuser so Instand setzen, dass sie vom sanitÃren Standpunkt aus nicht allzu viel zu wÃnschen lassen, das hat uns viel beschÃftigt. Und dann mussten wir Vorsorge treffen, da wir viele der DachbÃden in den HÃusern belegen mussten, weil die Stockwerke nicht Platz genug gehabt haben, um die Leute unter zu bringen, mussten wir fÃr die, fÃr allfÃllige Feuergefahr, fÃr die BekÃmpfung der Feuergefahr vorsorgen. Es musste also eine Feuerwehr ins Leben gerufen werden, . . . die Gestapo hat uns eine Motorspritze und zwei (2) andere Feuerspritzen verschafft. Es wurde eine richtige Feuerwehr unter einem Feuerwehrkommandanten gebildet und wir mussten . . . wir mussten auch eine Feuerpolizei einrichten, die immer zu delegieren hatte, damit die Multiplikationen vom Feuer Standpunkt aus einwandfrei sind. Wir mussten eine FeuerlÃschordnung schaffen und das hat uns einige Monate beschÃftigt. Wir mussten dann eine Unmenge anderer technischer Arbeiten machen, die eben mit der Verwaltung eines, eines, hm, solchen Unsummen von Baulichkeiten verbunden sind. Ausserdem . . . und das hat natÃrlich den technischen Dienst sehr stark beschÃftigtâhat die Gestapo mit ihren AngehÃrigen und dem ganzen Kommando der Gestapo grÃÃten Wert darauf gelegt, dass ihre UnterkÃnfte in dem glÃnzendesten Zustand sind. Man hat fortwÃhrend zu Bauen gehabt, sie haben fortwÃhrend WÃnsche gehabt. Es war ihnen nichts gut genug, denn die Herren von der Gestapo haben in Theresienstadt in ihren Ubikationen, in ihren RÃumlichkeitenâdas war ein eigener Teil der Stadt, der abgegrenzt war fÃr die Gestapo allein, mit groÃen Parkanlagen, sehr schÃnen, modernen und den besten GebÃuden, die Theresienstadt hatte; da mussten wunderbare Einrichtungen geschaffen werden fÃr die Unterhaltung der Herren von der GestapoâKaffeehÃuser, Restaurants, ein Kinosaal, ein Grossartiger, KlubrÃume . . . alles musste von uns geschaffen werden. Und das hat natÃrlich einen groÃen Teil der Bauarbeiten verursacht und der technische Dienst zu machen hatte. Und so . . .

David Boder

Und bei dieser Verbindung mit der Gestapo waren die freundlich, waren die . . . ? (unverstÃndlichâbeide sprechen).

Friedrich Schlaefrig

Die Gestapo hatte eigentlich mit dem grÃÃten Teil der Juden nichts zu tun gehabt.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Mit der Gestapo war man froh, wenn man sie nicht gesehen hat. Man ist . . . man hatte natÃrlich auf den Strassen ein Prompt zu machen und sie zu begrÃÃen. . . .

David Boder

Hm.

Friedrich Schlaefrig

Ebenso hatte man auch die tschechische Gendarmerie zu grÃÃen, denn . . .

David Boder

Oh!

Friedrich Schlaefrig

. . . denn die waren ja die Wachmannschaft deren sich die Gestapo bedient hat. Alle AusgÃnge und alle EingÃnge in die Stadt waren ja von der tschechischen Gendarmerie bewacht.

David Boder

Aha.

Friedrich Schlaefrig

Also die Insassen hatten die Verpflichtung jeden, hm, zu grÃÃen von diesen Leuten, ohne . . . diese Leute hatten aber ein striktes Dankverbot. Sie durften nicht danken.

David Boder

Wer?

Friedrich Schlaefrig

Die tschechische Gendarmerie durfte nicht und die Gestapo hat natÃrlich nicht gedankt. Sie sind mit ihren Reitpeitschen und mit ihren groÃen Stiefeln durch die Stadt gegangen und es ist ihnen jeder ausgewichen, der sie nur gesehen hat.

David Boder

Oh, sie durften nicht danken, wenn man sie grÃÃte . . . ?

Friedrich Schlaefrig

Nein.

David Boder

Sie durften nicht zurÃck grÃÃen?

Friedrich Schlaefrig

Sie durften nicht zurÃck grÃÃen, haben auch nie zurÃck gegrÃÃt. Man war froh, wenn man nichts mit ihnen zu tun hatte. Leider ist es aber doch vorgekommen, wenn Leute unvorsichtig waren, die Chauffeure der Gestapo sind in der rÃcksichtslosesten Weise mit ihren Traktoren und mit ihren Auto gefahren und es sind ja ziemlich viele FÃlle vorgekommen, wo Leute Ãberfahren worden sind, weil sie nicht rechtzeitig ausweichen konnten. Man hat sogar gesagt, dass einer der Chauffeure es darauf angelegt hat, Juden zu Ãberfahren. Na, man darf das ja nur so nebenbei . . .

David Boder

Nun.

Friedrich Schlaefrig

Der . . . der technische Dienst hat, hm, hat eine . . . hat also groÃen Umfang angenommen gehabt, weil groÃe . . . weil tatsÃchlich die Arbeiten, die von dem technischen Dienst verlangt wurden, sehr umfangreich waren. Wie das Jahr neun zehn hundert vier und vierzig (1944) erscheint man in den Kreisen der Gestapo den Auftrag bekommen zu haben, Theresienstadt in ein Musterlager zu gestalten.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Das heiÃt, aus Theresienstadt ein Lager zu machen, das man den Presseleuten und eventuell dem Roten Kreuz zeigen konnte. Und da ist auf einmal der Befehl ergangen, die Stadt zu verschÃnern. Vom Jahre vier und vierzig (44) an hat der technische Dienst eine Unsumme von Arbeiten gehabt, um diese StadtverschÃnerung durchzufÃhren. Alles musste in Stand gesetzt werden, alles musste verputzt werden und gefÃrbelt werden, die Strasse mussten peinlich sauber gehalten werden. Es durfte kein Papierschnitzel weg geworfen werden. Es war auch tatsÃchlich ein ziemlich reinliches Ãrtchen. Die Kasernen mussten zum Teil gerÃumt werden, weil die Gestapo ein groÃes Zentralarchiv aus Deutschland irgendwoâeine ganze Kartothek der ParteiangehÃrigen nach, hm, nach Theresienstadt verlegt hat.

David Boder

Hm, nach Theres . . .

Friedrich Schlaefrig

Wir mussten also eine groÃe Kaserne, die mussten binnen wenigen Tagen gerÃumt werden und die ganzen RÃumlichkeiten mussten fÃr dieses Archiv Instand gesetzt werden. Nach wenigen Wochen ist das Archiv auch tatsÃchlich . . . ist das, ist das installiert worden und das ist von Gestapo Organen, hm, ist das bedient worden. Da hatten dann die Juden nicht mehr Zutritt, nur die, die mit ihrer dienstlichen Eigenschaft dort zu tun hattenâdie Betreuung, die Leute, die die Ofen beheizt haben, . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . Leute, die irgendwelche Arbeiten . . .

David Boder

Aber keine Kanzlei Arbeiten?

Friedrich Schlaefrig

Keinerlei Kanzlei Arbeiten, das war fÃr Juden dann gesperrt. Das Jahr vier und vierzig (44) stand also unter dem Zeichen âStadtverschÃnerungâ. Wir haben wiederholt Besuche gehabt von auslÃndischen Pressevertretern, es war . . .

David Boder

Zum Beispiel . . . es waren doch nicht viele AuslÃnder, die nicht im Krieg waren, Schweden, Schweiz . . .

Friedrich Schlaefrig

Ja, offenbar nur die, die in Deutschland noch . . . die in Deutschland noch ihre Pressevertreter hatten.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Und es ist weise untergangen keinerlei Antworten zu geben, net wahr, auÃer das was die Gestapo fragt. Also man durfte auf die Fragen, die eventuell die Pressevertreter gestellt hÃtten, durfte gar keine Antwort gegeben werden.

David Boder

Konnten die Pressevertreter die Leute sehen?

Friedrich Schlaefrig

Ja, die Pressevertreter haben die Leute gesehen, aber man hat ihnen natÃrlich nur dasjenige gezeigt, man hat sie nur dort hin gefÃhrtâder Rundgang war im Vorhinein fest gelegt nach einer ganz bestimmten roten Linieâund es sind den Pressevertretern . . .

David Boder

Was fÃr eine rote Linie, war die aufgezeichnet?

Friedrich Schlaefrig

Ja, im Plan.

David Boder

Oh, ja, im Plan . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . eine rote Linie und die sind diesen Weg gegangen und alle die Ubikationen, die im Besichtigungsplan waren, mussten âauf den Glanzâ, wie man sagt, hergerichtet werden.

David Boder

Und dann?

Friedrich Schlaefrig

Sie mussten sich also sehr reprÃsentieren, dass kein Einwand war.

David Boder

Nun?

Friedrich Schlaefrig

Das ist, das ist einige Male vorkommen, wenn . . . und um, um den, um den Pressevertretern mehr zu zeigen, hat man in dieser Zeit auch GeschÃfte eingerichtet, man hat Ghetto Geld drucken lassen . . . , Ghetto Dollar . . .

David Boder

Ghetto Dollar oder Mark?

Friedrich Schlaefrig

Dollar.

David Boder

No!

Friedrich Schlaefrig

Richtige Ghetto Dollars, TheresienstÃdter Ghetto Dollars.

David Boder

Ja?

Friedrich Schlaefrig

In Einheiten von eins bis, hm, zu hundert (100), glaube ich.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Ghetto Geld . . . und dieses Geld haben die Arbeitenden verdient. Alle diejenigen, die irgendwelche Arbeiten fÃr die Gemeinschaft geleistet haben, sind in Ghetto Dollar entlohnt worden.

David Boder

Was haben sie gekauft?

Friedrich Schlaefrig

Und da hat man, um das potentinische Dorf vollstÃndig richtig darzustellen, hat man nun GeschÃfte errichtet und in diesen GeschÃften konnten die Insassen des Ghettos alles MÃgliche kaufen, was die GeschÃfte bekommen haben.

David Boder

Zum Beispiel.

Friedrich Schlaefrig

Vorwiegend waren es durchaus diejenigen Waren, die man aus . . . die man den jÃdischen Transportteilnehmern, die man aus den Koffern, die man zurÃckbehalten hat, genommen hat.

David Boder

Aha.

Friedrich Schlaefrig

Man hat den Leuten, die nach Theresienstadt gekommen sind, in den seltensten FÃllen ihr groÃes GepÃck gelassen. Man hat einfach die groÃen Koffer unter Verschluss behalten und jede Woche sind so und so viel Hunderte von den Koffern, Tausende von den Koffern und das, was man an WÃschestÃcken und an KleidungsstÃcken und an sonstigen, hm, GerÃten, die man in den Koffern gefunden hat, das hat man in eine Kaserne, das war die sogenannte Aussiger Kaserne in Depot gegeben. In dieser Aussiger Kaserne ist alles . . . all das . . . all das Hab und Gut der jÃdischen Ghetto Insassen aufgestapelt worden. Ich selbst habe wiederholt dort zu tun gehabt, weil ich die Stellagen, in denen die Waren aufgeschlichtet wurden, weil ich die bauen musste und verstÃrken musste, weil sie Ãberlastet worden sind.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Das grÃÃte Lager . . . . Es hat keine WÃschefabrik Deutschlands, ich glaube nicht . . . keine WÃschefabrik der Welt ein, ein so groÃes Lager von Herrenhemden oder Frauenhemden oder dergleichen, wie ich in der Aussiger Kaserne in Theresienstadt gesehen habe. Es waren dortâohne dass man ÃbertreibtâHunderttausend von WÃschestÃcken jeder einzelnen Art . . . nicht nur dass in dieser Kaserne das GepÃck . . . das in dieser Aussiger Kaserne das GepÃck der Insassen von Theresienstadt . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . geschleust worden ist, wie man sagt . . . also . . .

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

. . . wird und sortiert worden ist, man hat aus . . . aus allen anderen StÃdten Deutschlands hat man den Juden abgenommen das GepÃck, hin geschickt nach Theresienstadt und dort ist das paketiert und sortiert worden, um wieder in das Reichâdie verschiedenen StÃdte geschickt zu werden fÃr die Menschen, die ausgebombt sind und Mangel an WÃschestÃcken und Kleidung haben. Es war ein ungeheueres Lager an KleidungsstÃcken, WÃschestÃcken, Schuhen, an Bedarfsartikeln jeglicher Art.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

Und mit einem Teil dieser VorrÃte hat man nun die GeschÃfte ausgestattet und die Juden konnten nun fÃr ihre Ghetto Dollars die Waren kaufen, die man den Juden abgenommen hat.

David Boder

Ja.

Friedrich Schlaefrig

NatÃrlich waren vielfach sehr schÃne Waren dort, sehr gute Waren, aber die Protektion hat hier eine Rolle gespielt . . . und fÃr gute Verbindung hat man gute Waren bekommen. Wer keine Verbindung gehabt hat, hat keine Waren bekommen oder schlechte Ware.

David Boder

Und wer hat diese GeschÃfte bedient?

Friedrich Schlaefrig

Die GeschÃfte sind wieder von den Juden bedient worden. Die haben wieder . . . der Eine war der GeschÃftsleiter . . . das Andere waren Angestellte im GeschÃft . . . Juden und JÃdinnen waren dort VerkÃufer und VerkÃuferinnen. Und dann hat man, um das Bild einer Gemeinschaft voll zu machen, hat man auch fÃr GesellschaftsqualitÃten Sorge getragen. Man hat also . . . man hat also ein Kaffeehaus geschaffen und im Kaffeehaus wur . . . , wurden Konzerte abgehalten. Von . . . Ãber Kommando der Gestapo musste das Ghetto eine jÃdische Musikkapelle aufstellen. Es haben sich genug Musiker gefunden, man hat Instrumente dazu dirigiert und es . . . und es wurde im Kaffeehaus konzertiert. Man hat in Parkanlagen, die aus dem Boden gestampft werden mussten im Zuge der VerschÃnerung, zu arbeiten . . . hat man einen Musik-Pavillon errichtet, wo allabendlich Konzerte waren, die Ãbrigens gar nicht schlecht waren und wo die jÃdischen Musiker tatsÃchlich recht gute . . . recht Gutes geleistet haben. Es hat auch . . . es sind auch alle Bestrebungen unterstÃtzt worden, die . . . die in der freien Zeit den Arbeitenden und den alten Leuten . . . hm, Erholung bieten sollten; also man. hat fÃr VortrÃge Sorge getragen, es haben sich AusschÃsse gebildet fÃr die Freizeit Ausgestaltung, Vortragsgemeinschaften, es wurden Sprachkurse abgehalten, es wurden wissenschaftliche VortrÃge, also in allen mÃglichen Gebieten abgehaltenâin technischen Gebieten, medizinischen Gebieten, religiÃsen Gebieten. Es hat auf allen Gebieten ein ziemlich reges Leben gegeben. Es wurden TheaterstÃcke gespielt, es haben sich die Schauspieler zusammen gefunden. Man hat auf den DachbÃden BÃhnen inszeniert und den Zuschauerraum inszeniert . . . es ist . . . es ist also ein ziemlich lebhaftes, geistliches Leben langsam und langsam in Schwung gekommen. Das war im Jahre vier und vierzig (44) und, hm, in dieser Zeit hÃtte es fÃr den oberflÃchlichen Betrachter das Leben der Juden in Theresienstadt ein ganzes Leben eigentlich gewesen.

David Boder

In den meisten FÃllen . . .

Friedrich Schlaefrig

Aber man . . .

David Boder

. . . haben MÃnner und Frauen zusammen gelebt?

Friedrich Schlaefrig

. . . aber man darf . . . die Wenigsten haben zusammen gelebt, sie waren getrennt in MÃnner und Frauen. Das wÃre es ja nicht gewesen, das, was den TheresienstÃdter Aufenthalt so fÃrchterlich gemacht hat, war die Unruhe, weil man nicht gewusst hat wer von heute auf morgen dort bleiben wird.

David Boder

Wie oft hat man Leute weggeschickt?

Friedrich Schlaefrig

Man hat jede Woche Transporte weggeschickt, mit Ausnahme eines kurzen Zeitraumes in der Weihnachtszeit und in der Osterzeit. Mit Ausnahme dieser zwei Zeiten sind . . . haben immer Transporte nach Polen stattgefunden aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands und der . . . und der Tschechoslowakei.

var english_translation = { interview: [ David Boder

[In German] Just speak in this direction, so the light does not disappear, no?

Friedrich Schlaefrig

Yes, I understand.

David Boder

[unintelligible]

David Boder

[In English] Paris, August 1946, at the offices of the American Joint Distribution Committee. The interviewee is Mr. Friedrich Schlaefrig, 71 years old. He is here with his wife planning to go to South Africa, and is expecting at this moment a telephone call from Lisbon for clearance on the ship. He graciously agreed to be interviewed.

David Boder

[In German]. And so, Mr. Schlaefrig . . .

Friedrich Schlaefrig

[In English] May I speak English too?

David Boder

[In English] Oh! He says he may speak English . . .

David Boder

[In German] . . . but it goes better in German, is that not so? Let us better do that. [Note: Many DPs had some English lessons at school, many have studied or improved their English after liberation. They are very proud of their accomplishments and insist on speaking English. However, the results were, in most cases, highly unsatisfactory, since the effort and search for words would result as a rule in curtailment, straining, and oversimplification of content. However, to please them, one had to permit at times that at least portions of an interview proceed in English. See story of Max Feuer, Microcards Nos. 28, 29, Second Series 1953, pp. 787-954. âD.P.B.]

David Boder

And so, Mr. Schlaefrig will you give us your full name and where were you born? . . . Yes.

Friedrich Schlaefrig

My name is Friedrich Schlaefrig and I was born in Mistelbach in Lower Austria.

David Boder

How old are you now, Mr. Schlaefrig?

Friedrich Schlaefrig

I am now in my seventy-second year?

David Boder

What is your profession?

Friedrich Schlaefrig

I am an architect by profession and was a 'Ministerial Counsellor' in the Austrian Railroad Ministry.

David Boder

When were you a 'Ministerial Counsellor', in . . . ?

Friedrich Schlaefrig

I was [that] . . . until 1933.

David Boder

Yes . . . Now then, Mr. Schlaefrig, will you tell us then . . . don't fear the details. It is better for us that we have a small sector of your story with all the details, than to have the whole story in general terms. And then, you still have time, we could possibly get together in the afternoon . . .

Friedrich Schlaefrig

Oh yes!, I am in the afternoon . . .

David Boder

I should like possibly to talk with your wife.

Friedrich Schlaefrig

Yes.

David Boder

Now then, where were you when the war started and how were things with you?

Friedrich Schlaefrig

When the war started we lived in Vienna. I was . . . already before the war started, I got into an unpleasant situation, because I was at the Hitler invasion of Austria in March of 1938, the president of the B'nai B'rith Lodge.

David Boder

Oh! Now, please wait, Mr. Schlaefrig. Let us take it then chronologically. Let us count for you the beginning of the war from the time when the Nazis had taken the upper hand in Austria, the Anschluss, etc. That we will call for you, the time of the war.

Friedrich Schlaefrig

All together . . .

David Boder

Yes.

Friedrich Schlaefrig

Yes.

David Boder

Yes. Now then, you were . . .

Friedrich Schlaefrig

I was at that time . . . I was in the year 1938 elected for the second time, president of the lodge 'Eintracht'.

David Boder

It was called 'Eintracht'?

Friedrich Schlaefrig

'Eintracht' [Unity] in Vienna, the largest Viennese . . . Viennese B'nai B'rith Lodge.

David Boder

Yes.

Friedrich Schlaefrig

. . . and then . . . the Jews of Austria, of course, have chosen the side of their Chancellor, of Schuschnik, because the Nazi propaganda threatened first of all the Jews of Austria.

David Boder

Yes.

Friedrich Schlaefrig

It is obvious that everything was being done in order to . . . preserve an independent Austria and to support the government to the extent of our strength. That had led to the circumstance, that, when Schuschnik was planning in Austria a plebescite on the question of the Anschluss with Germany, this plebescite, this decision of the people, which of course had to be prepared, had to be prepared financially as well, was supported [also] with the resources of the B'nai B'rith and other Jewish resources. I, personally, participated in these things and I did not know, because I did not happen to read these particular newspapers, that on the evening of the Hitler Invasion, my name . . .

David Boder

Yes.

Friedrich Schlaefrig

. . . together with other names as one, let us say, of the prominent Jews, was given as one who supported the government of Hitler [corrects himself] the government of Schuschnik; that my activities were described in a long newspaper article, and so I was already politically delivered [pause]

David Boder

Now will you then continue.

Friedrich Schlaefrig

As a consequence of this, the night following that evening . . . that that night I was arrested, and together with a large number of prominent B'nai B'rith [members] was submitted to a political . . . political interrogation, to a night interrogation. [We were accused] of connection with communist parties, first of all with Moscow . . .

David Boder

[not clear]

Friedrich Schlaefrig

. . . [three words not clear] we were accused of that . . .

David Boder

Was it true?

Friedrich Schlaefrig

. . . but not even remotely . . . they searched for our correspondence with Moscow, they searched all our archives, they incessantly inquired about our connections with New York, with the 'Wise o Zion,' and . . .

David Boder

Yes! We call them in English the 'Elders of Zion'.

Friedrich Schlaefrig

Yes!

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . we were after this interrogation, which lasted until about 3 o'clock in the morning, transferred to the police jail . . .

David Boder

How did they treat you?

Friedrich Schlaefrig

Of course, there was no lack of personal, of physical mistreatments . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

We were beaten with those . . . with rubber truncheons.

David Boder

You personally, too?

Friedrich Schlaefrig

I, personally, too. We were thrown into those closed box-carriages [patrol wagons] like cattle, and driven to the police jail, where we . . . the night . . . spent the night. On the following morning, we were distributed in the . . . in the separate rooms, and placed like common offenders. In one of the cells . . . I personally was placed with six other arrested with me, in to a cell for serious criminals . . . which measured about three by three meters.

David Boder

Where was you wife?

Friedrich Schlaefrig

My wife remained home.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . remained comparatively unmolested during the time. All this time . . . for these weeks were full of night interrogations, we were regularly called for with that Green Henry [synonymous apparently with the 'Black Maria'âthe slang designation for a patrol wagon] with that closed box-carriage. We were taken to the main police station for night interrogations and in the morning we were returned home . . . to jail.

David Boder

Mr. Schlaefrig, how old were you then?

Friedrich Schlaefrig

I was at that time . . . 63 years old.

David Boder

Yes. Now then . . . [a pause] and so you were interrogated every night. How long did that last?

Friedrich Schlaefrig

That has . . . that has lasted two to three weeks . . . I shouldn't say every night . . . but a large part . . . a large part of the nights were spent in night interrogations.

David Boder

Now, Mr. Schlaefrig, will you reproduce for us one of such interrogations as near as possible. What were you questioned about? What did you answer and so forth?

Friedrich Schlaefrig

The questions are to a large extent pointless, because, because a large . . . a large part of the questions were limited to personal viewpoints. Attempts were made to establish the political orientation of the individual, whether he was not in some way, in opposition, in opposition . . . in order to establish that the B'nai B'rith [?] represents a political, a communistic, or some other kind . . .

David Boder

American?

Friedrich Schlaefrig

. . . of organization. Yes, American. At any rate, something opposing the present ruling regime, so that these people could be rendered politically or possibly even physically, harmless. They did not succeed from a single one of the apprehended belonging to the circles of the B'nai B'rith to extract any confirmation of these suspicions or accusations. They were compelled after a 'shorter or longer' time to release us. Of course was the unburdening [correction] the release . . . [Footnote 1: Here we have a definite Freudian slip of the tongue. In German the difference between "unburdening" and "releasing" consists only in one single letter in the middle of the word: "entlastung," and "entlassung." âD.P.B.]

David Boder

Could you engage lawyers?

Friedrich Schlaefrig

My wife had endeavored to engage not a Jewish . . . a non-Jewish counsel. And that was successful. And a Nazi lawyer had succeeded, so that by the end of March, I was released from the arrest.

David Boder

So you were held from . . . when?

Friedrich Schlaefrig

I think, all together, it lasted from two to three weeks.

David Boder

Yes.

Friedrich Schlaefrig

By the end of March, at the beginning of April . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . I was home again.

David Boder

Now . . .

Friedrich Schlaefrig

These . . . the questioned . . . it was impossible . . . it was impossible against a single one of us to produce any positive . . . positive accusations. None were founded. We were then gradually released to go home. This time of [our] being home was, of course, hardly bearable, because one was not safe for a single night against searches.

David Boder

Have you any children, Mr. Schlaefrig?

Friedrich Schlaefrig

Yes. I have a son who, at that time, was already in South Africa.

David Boder

Oh. So you now are going to your son.

Friedrich Schlaefrig

I am going to my son. He worked already in '36 in South Africa as an architect.

David Boder

As an architect?

Friedrich Schlaefrig

Yes.

David Boder

Did he graduate in Vienna?

Friedrich Schlaefrig

He studied in Vienna, graduated, and has emigrated in '36 to South Africa.

David Boder

That is your only child?

Friedrich Schlaefrig

That is my son. My daughter lives presently in Canada.

David Boder

So . . .

Friedrich Schlaefrig

At that time she was still with us in Vienna. She preferred then to leave Vienna and went as a domestic servant to England, where she was taken as a domestic into the home of an English baronet, . . . was readily engaged by the family of an English baronet . . .

David Boder

So, they were able to bring people over who worked as domestics . . . ?

Friedrich Schlaefrig

The English have fired the Aryan domestics from Germany and Austria[Footnote 2: This appears to have been first of all a security requirement, in view of the growing international tension.] and have frequently engaged Jewish . . .

David Boder

Servants . . .

Friedrich Schlaefrig

Jewish ser . . . 'manpower', first of all girls from Jewish homes, and accepted them in their households.

David Boder

Oh. Now, what kind of education did your daughter possess?

Friedrich Schlaefrig

My daughter was . . . she had graduated from a Middle School[Gymnasium] in Arts.

David Boder

Yes, and she went as . . .

Friedrich Schlaefrig

She went as [he says it in English] 'parlor maid'.

David Boder

'Parlor . . . parlor . . . ' Where is she now?

Friedrich Schlaefrig

She is now married in Canada, and is contemplating . . . I hope it will be possible in a short time, to live with us together in South Africa in Johannesburg.

David Boder

Aha! I shall later give you some regards to be transmitted to Johannesburg.

Friedrich Schlaefrig

With pleasure!

David Boder

Now then. Have you seen here Dr. Weiler [?], the Rabbi from Johannesburg?

Friedrich Schlaefrig

No . . .

David Boder

He is here in the city.

Friedrich Schlaefrig

So!

David Boder

You ought to see him if he is still here.

Friedrich Schlaefrig

Yes.

David Boder

Possibly if you come with me to my hotel afterwards, when we are through . . .

Friedrich Schlaefrig

Yes.

David Boder

And you may then . . . he is there a very big man, and he happens to be here, precisely here . . .

Friedrich Schlaefrig

Yes.

David Boder

He could probably make use of you there.

Friedrich Schlaefrig

Well . . .

David Boder

Now, you see. Now then, what happened then? You had returned home, there were searches.

Friedrich Schlaefrig

there were many kind of searches . . .

David Boder

What did they want?

Friedrich Schlaefrig

They searched for arms, and under the pretext of searching for arms, they ransacked everything that could have looked like concealed objects of value. Valuables were simply taken away, they were seized under assurance that these things could at anytime be reclaimed from the Gestapo. But in fact, it happened that a great deal of the jewelry, of every valuable, simply disappeared. It simply was taken; that in apartments where the owners failed to show voluntarily their possessions, everything was searched, all the leather . . . leather furniture coverings were cut, the upholstery searched in order to establish whether there were not concealed anywhere jewelry, pearls, diamonds, or valuables.

David Boder

Nu . . .

Friedrich Schlaefrig

That happened in my house, to other parties [tenants?], while with me personally they contented themselves to take with them whatever they found in the strong-box, and some other valuables.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

This was a frightful time because one never knew when one would be arrested. One was repeatedly arrested. It happened to me three times, that I was arrested. However, twice I was released again in the same manner, and have lived in Vienna from the year nineteen hundred and . . . from the [advent] of Hitler, 1938, up to September, 1941. However, I was unable to retain my apartment. We were compelled to sell our buildings. In one of my buildings I had my apartment, and I had, of course, to give that up too. We were compelled to 'retract' into furnished rooms, more crowded and more crowded. During these . . . during these three years I moved five times.

David Boder

Did they pay for the buildings which you were compelled to sell?

Friedrich Schlaefrig

The buildings were paid with a 'fraction', about from a fourth to a fifth part of their real value.

David Boder

Who purchased them?

Friedrich Schlaefrig

These buildings were purchased by people who had to have from the party a . . .

David Boder

A certificate . . . ?

Friedrich Schlaefrig

. . . an affidavit, so to speak, that they had rendered serviced to the party, and therefore are deserving to obtain Jewish property, upon payment [?].

David Boder

Yes. Now then . . .

Friedrich Schlaefrig

So the buildings were sold. We were . . . we had prepared ourselves for the emigration to South Africa before we abandoned our apartment. Unfortunately nothing came from this emigration, since I was unable to obtain the 'permit' [word in English] for South Africa, in spite of all efforts of my son, who by that time was not yet naturalized. Also my daughter, could . . . who wanted to go to South Africa, was unable to go to South Africa,. We then tried to emigrate to Australia, and again we were unable to obtain the 'permit'. All attempts to emigrate, the attempts with the he . . . help of American lodges, to . . .

David Boder

To obtain an 'affidavit'?

Friedrich Schlaefrig

. . . to obtain and 'affidavit' for America have dragged out so long, that the conditions for emigration became impossible . . . when by the beginning of the year 1941, when the whole system of the emigration to the 'U.S.A.' was changed and a new system [established] that gave a chance only to very few to go to America, although by that time I had already an affidavit.

David Boder

How . . . ?

Friedrich Schlaefrig

We had then to attempt with the help of my relatives in America . . . I tried to get to Cuba, but also that . . . this possibility could not be realized . . . and in August of the year '41,we were informed that we have to expect our deportation . . . our evacuation from Vienna . . . within the next few weeks.

David Boder

Who informed you about that?

Friedrich Schlaefrig

The Cultural Council [Kultusgemeinde] informed me about that . . . I belonged for years to the Cultural Council of Vienna as an elected member, and had there my acquaintances. They then informed me that in the next few weeks we shall be deported . . .

David Boder

Was it their duty, or they simply let you know?

Friedrich Schlaefrig

No . . . I got to know . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . you see, that it hardly will be possible for me longer in Vienna; I was told that all Jews will be deported from Vienna, which proved to be . . .

David Boder

False . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . false. However, we had to count on it, and indeed, we [were sent away] with a transport on the 8th of September, '41; no '42; excuse me, '42 . . .

David Boder

Yes.

Friedrich Schlaefrig

All the '41 dates are '42 . . .

David Boder

We shall correct thatâ'41 date is '42.

Friedrich Schlaefrig

Yes.

David Boder

Now, tell me, what had the Cultural Council to do with the deportation?

Friedrich Schlaefrig

The Cultural Council had taken unto itself to select [the word is not clear, could also mean find those individually selected by the Gestapo. The difference in terms is, of course, tremendousâthe word in German sounds like auszuweben] the people and get them ready for transport.

David Boder

Hm . . .

Friedrich Schlaefrig

It was thought, I don't know whether that was correct, it was thought that if the Jews did it themselves, it will proceed in a more 'humane' form.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

Otherwise the Gestapo, themselves, would do it.

David Boder

Yes.

Friedrich Schlaefrig

But it appeared that the Gestapo was not eager to undertake this matter as its function, and had found it more comfortable to press in the foreground the Jewish . . . the Jewish institutions, and to let the Jews make these selections. In fact, the Cultural Council was compelled to devote its whole personnel to these selections.

David Boder

Who was the director of the Cultural Council?

Friedrich Schlaefrig

That was Loewenherz . . .

David Boder

Dr. Loewenherz?

Friedrich Schlaefrig

Dr. Loewenherz . . . Joseph Loewenherz.

David Boder

Joseph Loewenherz?

Friedrich Schlaefrig

Yes. The Cultural Council had its whole . . .

David Boder

Where was Dr. Friedman?

Friedrich Schlaefrig

Dr. Friedman was in Vienna, and Stricker was also in Vienna.

David Boder

Where?

Friedrich Schlaefrig

Both . . . in Vienna. For a time they were imprisoned; were afterwards set free, but were under continuous surveillance by the Gestapo and were obliged weekly to present themselves.

David Boder

Present themselves. What was the other name, Friedman and . . . ?

Friedrich Schlaefrig

Friedman and Stricker.

David Boder

Stricker . . .

Friedrich Schlaefrig

Stricker, the [one word not clear] one time 'National Council' . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . and representatives of the Cultural Council. Stricker and Friedman, both were free, had an apartment, a rather nice apartment in the city, where I visited them, but they were under police surveillance. In the Cultural Council the leading people were Loewenherz, and at the end especially, Dr. Murmerstein [?].

David Boder

Murmerstein [?].

Friedrich Schlaefrig

Murmerstein, the one time Head Rabbi [?] of the Cultural Council, and who played in Theresienstadt a hardly laudable role, and as I have heard, was by the Russian and Czech courts in Prague, sentenced . . .

David Boder

was sentenced . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . to eighteen years imprisonment.

David Boder

Now then . . .

Friedrich Schlaefrig

They . . . The Cultural Council as such, then organized it . . . the service of the expulsion, and specifically with its own personnel. All the employees of the Cultural Council also had to lend themselvesâwith some exceptions most of them did so. I regret to have to say thatâthey did it because in this mannerânow how should I say it -

David Boder

their own person . . . ?

Friedrich Schlaefrig

. . . they believed their own person protected. And indeed they were protected until nearly the last momentâuntil the winter of '42-'43.

David Boder

Yes . . . And so you were informed that the deportation was coming. What did you do then . . . ?

Friedrich Schlaefrig

. . . was coming . . . We did not do much . . . we did not possess much anymore. We had become more and more poor through the various instances of moving [from apartment to apartment]; we packed the most indispensables in our trunks, and made ready for the voyage, and indeed we were sent off on the 7th or 8th of September, with a transport from Vienna to Theresienstadt. There were . . .

David Boder

Now, how did they come? How did they inform you? What actually happened? I want to get at the human side of the events. How were you informed about it?

Friedrich Schlaefrig

This . . . this transport proceeded in a comparatively humane manner, because I voluntarily entered in an agreement [??] . . .

David Boder

Aha . . .

Friedrich Schlaefrig

I was already once before 'selected', . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

Already before arrangements were made, and in a manner customary in Vienna. Our house would be 'occupied' [in a police or military sense] by the employees of the Deportation Service of the Cultural Council.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

The house would be blocked off . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . one of these 'deporters' would be assigned to each floor.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

He then [would take charge] of the people in the separate apartments . . . the apartments were thickly populated, because in each room lived two, often three or four persons; each family had one room . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

So that in one apartment of four to five rooms, lived twenty . . . twenty persons.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

All these people were then assembled in one room . . .

David Boder

. . . the people of the Cultural Council?

Friedrich Schlaefrig

. . . by means of the people of the Cultural Council, who had one functionary [deputy] on each floor.

David Boder

One representative?

Friedrich Schlaefrig

. . . One . . . Yes. And he made them wait until the arrival of a functionary of the Gestapo.

David Boder

You mean an 'employee'?

Friedrich Schlaefrig

Not an 'employee', a 'Gestapo' . . .

David Boder

. . . well

Friedrich Schlaefrig

. . . person, . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . a functionary of the Gestapo, some platoon leader, or Strom-leader, or whatever else he was.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . he then would go through the whole building from bottom to the top, would look over each and everyone, with reference [to] . . . and would decide whether the particular person was to be deported or remain here.

David Boder

Aha . . .

Friedrich Schlaefrig

On what basis such a decision was madeâI don't know. In fact, it was that this Gestapo . . . this Gestapo.functionary would decide who was to pack immediately . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . and who could remain in the apartment.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

The people of whom it was decided that they had to pack, went to it immediately, and with the help of the functionaries of the Cultural Council, its deportation service would proceed to get ready their effects [?] for the trip.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

They had right [were compelled], the same night, to pack up everything and usually had to be ready by 6 o'clock in the morning . . . there would come the large . . . the large vans [?], automobiles . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . at times trailers [anhaenger] and so the people . . . were from here . . .

David Boder

'Anhaenger'âwe call them trailers . . .

Friedrich Schlaefrig

Yes . . . Yes, yes, and the people were loaded on them, with their bundles [?]

David Boder

Were they picked up from their apartments . . . ?

Friedrich Schlaefrig

Yes . . .

David Boder

. . . according to addresses?

Friedrich Schlaefrig

Yes. The people were not permitted to leave their apartments anymore. In the morning then appeared such an automobile . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . eventually and automobile with an additional trailer.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

And the people with their bundles were loaded on them, and they were taken to the assembly station.

David Boder

Yes . . . and then?

Friedrich Schlaefrig

And at the assembly station they now had to wait until the general transport was ready, was assembled.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

The transports were usually about two thousand people strong.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

these two thousand people were assembled at the assembly station. These were one-time 'homes' or one-time 'schools' of the Cultural Council. And in those 'homes' the people were assembled , and from there, they were on a certain day . . . often the people had to remain eight days in these homes . . . they, of course, had no means to take proper care of themselves; it was impossible . . . they were sparsely fed . . . they were given some breakfast, they were given dinner, they were given supper . . .

David Boder

Who took care of that?

Friedrich Schlaefrig

That was taken care of by the Cultural Council through its 'feeding' units.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

And in a few days, when the organization [?] of the transports was completed, they came again with the trucks, and again they traveled with their bundles to the embarcation.

David Boder

Now tell. You say you have presented yourself voluntarily? What was that?

Friedrich Schlaefrig

Because I was . . . I said, I . . . I believe . . . I believe to have rendered such services to Jewish public life, that I, at least, have the right to demand the privilege that I should not again have to spend five, or six or eight days, in a lager in which one is exposed to vermin and lice, and has to spend the time unable to sleep. That they should do for me . . . that they should arrange it in such a way that I should not have to spend more than say, at most, one day and one night in the lager, in order not to go through too great . . . too great . . .

David Boder

hardships?

Friedrich Schlaefrig

. . . hardships . . . That was the reason, and that is why, why I was told 'You must hold yourself ready for such and such a day, present yourself on that day at such and such a 'home', and that is what I . . . did. [His voice fades at the end].

David Boder

Now . . . and so you arrived there with you wife.

Friedrich Schlaefrig

[In loud voice] We then . . .

David Boder

How much baggage did you have?

Friedrich Schlaefrig

We had . . . we had [counts recollecting] one . . . two . . . we had two large trunks, two small trunks, and two bedrolls.

David Boder

Yes . . . Now . . .

Friedrich Schlaefrig

We hoped that one would really be able to take with us this baggage. Assurances were given that it would not be taken away . . . It turned out differently. On the 8th of September we were . . . we were embarked into a train which departed from the East railroad station of Vienna, and arrived on the 9th of September Via Prague in Theresienstadt.

David Boder

That took only twenty-four hours?

Friedrich Schlaefrig

That didn't take even twenty-four hours.

David Boder

In what kind of coaches were you transported?

Friedrich Schlaefrig

We were sent in regular third-class . . .

David Boder

Passenger coach?

Friedrich Schlaefrig

. . . passenger coach. Crowded . . . crowded . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

But we had . . . we could, we could manage [?] . . .

David Boder

Where is Theresienstadt?

Friedrich Schlaefrig

Theresienstadt is about sixty kilometers northward of Prague . . .

David Boder

Aha . . . That is in Czechoslovakia.

Friedrich Schlaefrig

. . . between . . . Yes . . . between Prague and the border of Saxony.

David Boder

Aha . . . Yes. Did it not have a differnnt name?

Friedrich Schlaefrig

Theresienstadtâin German. Teresin in . . .

David Boder

[one word not clear]

Friedrich Schlaefrig

. . . in Czech.

David Boder

Now then . . .

Friedrich Schlaefrig

Now then, in Theresienstadt we were . . .

David Boder

Now tell me about the arrival in Theresienstadt? Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

The arrival to Theresienstadt was . . . very sad [drop in voice]. We were disembarked and were compelled to carry ourselves, our hand-baggage . . . that is what we were able to carry. The large pieces . . . since a person could barely carry two pieces of baggage . . . so the large trunks or the bedrolls were . . . on . . .

David Boder

On a 'camion'?

Friedrich Schlaefrig

On a carriage, on a camion, later brought into the city. The railroad station is located about a half an hour's walk from Theresienstadt. It is obvious that for such a distance . . . with all these old people . . . there were predominantly old people, . . . who had to carry their heavy . . . heavy bundles . . . required for such a distance much more that half and hour. It took us more than an hour and a quarter and we did not present an especially beautiful sight . . . a sight which we in the following years repeatedly observed during our stay in Theresienstadt. Always the new ones . . . the trains that constantly arrived with newcomers, how they were heavily burdened by the weight of their baggage; carrying what they could carry . . . because . . . [few words not clear] the large part simply got lost.

David Boder

Your wife was with you?

Friedrich Schlaefrig

All of us. Together with the others we crowded in, we dragged ourselves in. And in Theresienstadt we were received by the Gestapo and the Czech Gendarme. Our baggage was searched, and everything prohibited was taken away . . .

David Boder

And what was prohibited?

Friedrich Schlaefrig

Prohibited were, of course, everything that just smelled of alcohol, brandy . . . prohibited were medicines . . . prohibited were books and newspapers . . . my wonderful English dictionary was taken away from me, as the first sacrifice [chuckle]. Everything . . . everything of that kind was taken away.

David Boder

Jewelry?

Friedrich Schlaefrig

Jewelry was, in general, not to be possessed. Jewelry and money was prohibited [?] already in Vienna. At the most, one was permitted a marriage ring.

David Boder

A wedding ring?

Friedrich Schlaefrig

A wedding ring. Otherwise one was not permitted to take any jewelry nor money. The money we surrendered already in Vienna; whatever we had in marks, in paper marks, or small change. In Theresienstadt we were unfortunately assigned to the worst armory. There were . . .

David Boder

Were there armories?

Friedrich Schlaefrig

In Theresienstadt . . . Theresienstadt is an old fortress from . . . which was constructed in the year 1770 in the time of 'Kasanusa' [?] the second . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . and is a place . . . now we have to conclude?

David Boder

No, no, no . . . We shall continue in a few minutes, it's not the end.

Friedrich Schlaefrig

Yes.

David Boder

I still want to talk to you after lunch.

Friedrich Schlaefrig

Yes, yes. I shall be here after lunch.

Friedrich Schlaefrig

Theresienstadt is a city which owes its existence only to the military needs. It was a city which was built at the times of Maria-Theresa.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

That is, at the times of Frederick, the Second [two words not clear] and which contains about eight or ten large armories . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . and every kind of constructions necessary for the defense of the fortress . . . and which is from the outside completely cut off by a system of water trenches, deep trenches, which could be filled with water, which could be flooded. These were trenches about eight or ten meters deep and a width of thirty meters [one word not clear]; that is, with adjoining mason walls on the outside facing the surrounding terrain. Some of these positions were artillery positions.

David Boder

Hm . . .

Friedrich Schlaefrig

On the bastion was located the heavy artillery and the trenches were aimed at . . .

David Boder

. . . the defense of the city?

Friedrich Schlaefrig

. . . to make safe the city from every kind of attack; because the trenches were flooded from the River Ager [?] and through such deep water trenches, attacks in those times could not be effective.

David Boder

Aha . . . and so you were established there.

Friedrich Schlaefrig

There were about eight large armories and the rest . . . the rest of the city in between these armories consisted mostly of one-story structures in which everything was located that the military could use in their sparetime such as restaurants, cafes, small and large stores, artisan shops, and all that was required for a garrison of about eight thousand . . . eight thousand military men [two words not clear] . . .

David Boder

Hm . . .

Friedrich Schlaefrig

The homes were completely evacuated by the Czech population. By the time when we arrived, at the beginning of September, at the beginning of September, nineteen hundred and . . .

David Boder

thirty [??] two . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . forty-two, nineteen hundred and forty-two, the Czech population was already evacuated. Of course, the place was not in a condition to offer to some extent, to such a multitude of people, the possibility of a human way of habitation.

David Boder

What is your estimate, how great was the population of . . .

Friedrich Schlaefrig

The population?

Friedrich Schlaefrig

. . . the Jewish population of Theresienstadt was in normal times about eight thousand men of the military, and about four thousand of the civilian population.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . That is twelve thousand people. From our . . . from our statistics, I know that the population of this, this Jewish Ghetto of Theresienstadt reached at one time, over sixty-five thousand people.

David Boder

Aha . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . that is in excess of five times of the normal population. The consequences of this was that the older premises . . .

David Boder

[two words not clear]

Friedrich Schlaefrig

. . . had to be populated.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . that in an average room of about twenty-five square meters, up to twelve or fifteen people had to be accomodated; which, of course, was not possible unless the wooden beds were put over each other up to three levels high.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

That appeared, of course, unthinkable to do, but since the aim . . . the aim of the deportation was only to . . . that the people, as fast as possible, be . . .

David Boder

. . . exterminated?

Friedrich Schlaefrig

. . . be exterminated, so also this, a condition of producing all kinds of illnesses, was a means toward the end.

David Boder

Were you then from your wife . . . separated? . . .

Friedrich Schlaefrig

Of course, we were . . . we were separated. But since we spent the first few months in this [word not clear] armory, where a separation was impossible because [few words not clear], so it could happen that a husband and wife were located next to each other, and so a separation . . . a special separation was altogether impossible. They . . .

David Boder

[In English] [interrupting] This concludes Spool 67 of Mr. Schlaefrig, from Vienna. We shall continue, I hope with another spool right after noon.

David Boder

[In German] Mr. Schlaefrig, won't you have lunch with me?

Friedrich Schlaefrig

No, I thank you!

David Boder

[In English] Paris . . . Paris, August 23rd, 1946. This concludes the Spool . . . 67. An Illinois Institute of Technology Wire recording.

David Boder

This is Spool . . . this is Spool . . . this is Spool 68. Mr. Friedrich Schlaefer . . . Schlaef . . .

Friedrich Schlaefrig

Schlaefrig.

David Boder

. . . Schlaefrig continues. We had lunch together and Mr. Schlaefrig gave me some . . . . hm, some more of his background. As he said before he is an engineer, architect, was in Government Service, was retired. He had in the middle '30s a pension amounting to about six hundred marks, or about one thousand schillings; possibly the equivalent of about two hundred or two hundred fifty American dollars, on which he could live well. His, hm, besides being an engineerâfrom his retirement he returned to an old hobby . . . And that is the construction of violins and a theoretical study of acoustics of wooden instruments in general. As a matter of fact, he intends . . . he intends in Africa to do something in that line.

David Boder

[In German] Now then, Mr. Schlaefrig, you have described Theresienstadt for me. Now let us return again to personal matters, after all, the description of Theresienstadt may be found in the literature, and will you please return to that what happened to you personally.

Friedrich Schlaefrig

From the beginning of our sojourn in Theresienstadt, we two, my wife and I,endeavored . . . to show ourselves useful to the commonweal, as we have already decided to do in Vienna. In line with that, we both started steering in Theresienstadt toward this goal. [This narrative becomes slow. He apparently searches for words of a 'higher' vocabulary level.] My wife reported immediately as a nurse for a hospital, and I have undertaken the 'liberation' of about one hundred of my comrades in transport, with whom we together were lodged in the so-called . . . in the so-called armory of the Border Riflemen. This armory of Border Riflemen was an ancient structure which consisted only of casemates, that is arched vaults, which were high-up covered with a layer of earth, about four to five meters thick, and on this layer of earth were originally located the artillery positions of the fortress . . .

David Boder

Now that was in the casemates?

Friedrich Schlaefrig

We were lodged in the casemates.

David Boder

You were, so to speak, underground, in subterranean . . .

Friedrich Schlaefrig

In subterranean . . . they were visible . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . the mason structures, but they were from above . . .

David Boder

[covered] like with a mountain?

Friedrich Schlaefrig

. . . like with a mountain, above were lawns . . .

David Boder

Yes, were there windows?

Friedrich Schlaefrig

These were very small, [and] very dark rooms . . . rooms about five to six meters wide, and about forty meters deep. On both of the narrow sides was a small, double-window. Consequently the rooms were very dark. In each of these casemates were lodged ninety to one hundred men, and we, too, had to live in these casemates. We did not know that in this armory of the Border Riflemen was also housed a hospital, that next to our casemates were located casemates in which were kept typhus patients and 'Ruhr' patients.

David Boder

Ruhr . . . that is something like intestinal typhus?

Friedrich Schlaefrig

Ruhrâis dysentery . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

Dysentery and typhus . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . And indeed, from the first few days there occurred cases of grave illness. From . . . From the . . . from the general inmates of the casemates every day died a few, and in the hospital where my wife rendered her services, it happened . . . it happened of course, daily that people . . . people deadly sick . . . [found] their end . . . ended there their lives. At this time we did everything to help the others. It was an extremely sad existence. At the beginning we had nothing to lay down on. The stone floors of the casemates . . . we covered with strawsacks which we later on [had begged for] . . . later obtained. We put on them our clothes, and the pieces of bedding we had brought with us, and so managed to arrange [?] for ourselves a place [?] for the night.

David Boder

You had 'two roll-beds. [that was a slip due to the bi-lingual situation] with you, wasn't that so? Did you get them back?

Friedrich Schlaefrig

[correcting] bed rolls . . .

David Boder

. . . bed rolls . . .

Friedrich Schlaefrig

The bed rolls were given to us in . . . returned to us in Theresienstadt. They were, of course, in part wet, but we dried them out and put them to use again.

David Boder

Were men and women put together . . . ?

Friedrich Schlaefrig

Men and women were together. There were mostly . . . mostly old people, rarely were there with the parents a son or a daughter. There were hardly any young people. And the old people were frequently in such a state, that they perished already during the first few weeks of such a regime. Beside,, after eight and fourteen days there were again selections, and a large part of my comrades were again sent away, to Polish lagers. I never saw them again.

David Boder

Hm . . . Which were the Polish lagers . . . Treblin . . . ?

Friedrich Schlaefrig

The Polish lagers were . . . I don't know where these people went . . .

David Boder

What kind of lagers were that . . . ?

Friedrich Schlaefrig

That nobody knows. They were sent up to Poland, whether to Treblinka, to Auschwitz, [one word not clear] . . . whether to other lagers, nobody ever knew where these transports went . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . and there were never anymore letters from these people. The . . . the inhabitants of these casemates suffered, of course, badly from vermin and under the danger of becoming 'louse infested'. Nobody could properly undress or change clothes, because nobody could properly wash himself . . . Washing belonged almost to the things impossible, 'louse infestations' had greatly increased, and people in the casemates became actually 'louse-infested' and died amidst their own excrements. The saddest of sadnesses of our sojourn in Theresienstadt was the dwelling, during these weeks, in the dysentery and typhus-infested casemates of the armory of the Border Riflemen . . . After two months my wife suffered a breakdown; she was not up to the strains of night watches. She had to give that up and took over another service.

David Boder

Now, were the physicians Jews or . . .

Friedrich Schlaefrig

The physicians were Jews, and I must say . . . , the best that may be said about Theresienstadt is that the Jewish physicians were indeed good, that we had good physicians, and that they, within the possibilities, were endeavoring the people . . . to help . . . the people. Of course, there was a great shortage of drugs, and the drugs which were available were not enough for the large number of people who fell sick. After about two months I left, with my wife, the premises of the armory. The premises . . .

David Boder

Now tell me, did your wife return to you every evening to the armory . . . ?

Friedrich Schlaefrig

My wife only . . . in these casemates men and women [husbands and wives] could lie next to each other, to sleep . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . they were together . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . and there were . . . there were no provisions for the separation of the sexes.

David Boder

Aha . . .

Friedrich Schlaefrig

In the casemates . . . about eighty or ninety people had slept in each casemate, strawsack next to strawsack, one next to the other; others slept in the aisles, so that one had to step over the strawsacks when one wanted to go out at night to the latrine.

David Boder

Where was the latrine?

Friedrich Schlaefrig

The latrine was at the end of the casemate, in a precarious condition, so that . . . one shuddered when one had to use it.

David Boder

And did men and women use the same latrine?

Friedrich Schlaefrig

No! The women had a toilet at the other end of the building.

David Boder

Hm . . .

Friedrich Schlaefrig

A toilet, which with its four or five sections, was, of course, by far insufficient for the approximately twelve hundred people who were housed in this armory, so that people would stand in line, the women would stand in line . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . in order . . . to use the toilet . . . And the men had the latrine at the . . .

David Boder

And how would the women change clothes or dress?

Friedrich Schlaefrig

The women had . . . one had to hang up something, or the men looked away.

David Boder

Aha . . .

Friedrich Schlaefrig

I was . . . a special existence . . . people got accustomed to a great deal . . . under these conditions.

David Boder

Yes . . . now then . . .

Friedrich Schlaefrig

The . . .

David Boder

. . . What was done with the dead people, the ones who died?

Friedrich Schlaefrig

These were . . . in one . . . put together in another casemate. . . . The bodies were then called for a day or two later, for interment . . . at these times we had an epidemic of dysentery and typhus, which affected so many victims, that in one night two hundred and twenty or two hundred and forty people happened to die.

David Boder

Where, in the casemate, or . . . ?

Friedrich Schlaefrig

No . . . in Theresienstadt.

David Boder

Yes, but I mean did they die in the hospital or in the casemate?

Friedrich Schlaefrig

No . . . in the casemates.

David Boder

In the casemates . . .

Friedrich Schlaefrig

Of course, the hospitals were unable to accept these many people . . . people were . . . it was . . . , people were lying, so that one would not know one from the other . . . My neighbor . . . in the morning he was dead.

David Boder

Yes . . . Aha . . .

Friedrich Schlaefrig

Death was a 'light' matter under these conditions . . .

David Boder

Now tell me, were there any religious manifestations [satisfactions], did they permit the people to pray, to a have a 'minjen' [prayer meetings], a synagogue . . . ?

Friedrich Schlaefrig

Yes . . . in a short time . . . in a short time the opportunities had . . . had presented themselves, that regular prayer hours were held in prayer rooms, in synagogue, Premises were converted into synagogues and the hours of prayer were normally maintained. There were always . . . there were always services [meditations] maintained through all the time, and there were always many Jews who participated in the services.

David Boder

Do you remember any Rabbi from Theresienstadt?

Friedrich Schlaefrig

Yes, I remember Dr. Neustadt . . .

David Boder

Where from . . .

Friedrich Schlaefrig

As far as I know, from Frankfurt on the Main . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . Dr. Leo Beck from Berlin . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . Otherwise the names . . .

David Boder

the names . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . have slipped my memory.

David Boder

Were there any Jewish actors or artists?

Friedrich Schlaefrig

There was a large number of Jewish actors . . . I . . . Jewish actors, Jewish artists, such as artists of the piano, violin virtuosos, such as actors proper, singers, women singers, there were people of the films . . .

David Boder

E . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . people of the films, directors of films. There was no shortage in cultural life. Of course, during the first months . . .

David Boder

Did they have their instruments with them . . . , some instruments?

Friedrich Schlaefrig

We had . . . During the early period there were no instruments whatsoever, And the cultural life came to develop itself only when the . . . when the whole management of Theresienstadt was steered into an organized course. All the time . . . it took the whole first year of my sojourn there. During the first year conditions had to be created so that people could live. We had no water system in Theresienstadt. When sixty-five thousand people are crowded together in such a small locality, and are dependent on well to obtain their water from wells, so it is obvious that, due to the communication between the various sections, a number of wells were contaminated in a short time with typhoid fever. That was the reason [??] that we had to close a number of wells, and had to undertake to extend the existing water pipe system. That was really a great piece of public works created under Jewish inventiveness and by Jewish labor. They expanded the water supply system, and have achieved [a condition] that we not only produced for the people good drinking water or, at least, not objectionable drinking water, but that also the toilet installations could be flushed with water, so that these unhygienic conditions were removed.

David Boder

And the Germans have permitted it?

Friedrich Schlaefrig

The Germans have permitted it, and we even obtained through them the material, because otherwise it would have been impossible in Theresienstadt.

David Boder

Yes . . . now . . .

Friedrich Schlaefrig

Afterwards . . .

David Boder

Did you say that Dr. Friedman was in Theresienstadt?

Friedrich Schlaefrig

Friedman and Stricker, both were in Theresienstadt. Friedman was . . . was the director of the financial department, that is, . . .

David Boder

In Theresienstadt?

Friedrich Schlaefrig

That is, of the ghetto. Afterwards it was not called anymore 'Jewish GhettoâTheresienstadt', but Jewish self-government of Theresienstadt.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

And Friedman was the director of the financial department in Theresianstadt . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . and handled that department. Stricker, too, was in the Council of the Elders. Both made an adjustment and worked very much . . .

David Boder

And what happened to them?

Friedrich Schlaefrig

Friedman and Stricker were in the 1944 . . . they were, together with their wives, assigned to a transport which went to Auschwitz, and to my knowledge, were there gas-killed. They had dead . . .

You did not have any gas chambers in Theresienstadt?

Friedrich Schlaefrig

We had no gas chambers in Theresienstadt. But during the final months of the Nazi rule, we had such gas chambers also in Theresienstadt.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

Gas chambers which, however, never came to be used.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

It is being said, that the last leader of the Gestapo in Theresienstadtâit is being said -

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

I don't know, I don't know whether it is really true [?]âit is being said that it was the last leader of Theresienstadt himself, who revealed to the Red Cross that it was intended also to install gas chambers in Theresienstadt, and proceed with gas-killings, and that he pleaded that, for this salvation of the Jews of Theresienstadt, he, be permitted a free departure for Switzerland.

David Boder

Was that done?

Friedrich Schlaefrig

I don't know whether that was done. Whether that man got out or not, I don't . . .

David Boder

What was his name?

Friedrich Schlaefrig

His name was Rahm.

David Boder

Rahm. Did he belong to the Storm troops?

Friedrich Schlaefrig

He was an SS, or Superior Storm leader, Rahm . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

As far Is I know, a Viennese.

David Boder

Aha . . . now . . .

Friedrich Schlaefrig

Returning to my personal fate . . . in two months . . .

David Boder

Yes, that is what we want.

Friedrich Schlaefrig

. . . the armory of the Border Riflemen was in two months abandoned because of the need of a thorough disinfection, due to being infested with lice and other vermin. And we were distributed into other dwellings. We ourselves, were assigned to a so-called block building. Those are the one-time private dwellings in Theresienstadt where we, my wife and twelve or fourteen other women, I and eleven other men, occupied one room, in which we were housed the whole winter of '42 and '43. In view of the urgency to keep all rooms in strict darkness against air attack, and the severe penalities that threatened for infractions against the black-out rules, it was impossible for the inhabitants of such rooms to maintain a supply of fresh air. The nights, therefor, were painful. I, for example, one night had not enough air to breath. I spent the whole night until morning without sleep, and I was glad when an inhabitant of the room had to go to a certain place and consequently, open the door so that a bit of fresh air could penetrate through the hallway . . . [he uses a special term]

David Boder

What did you call it?

Friedrich Schlaefrig

The exit, . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . the stairway to the first floor [corresponds to second floor in U.S.A.], because my room was at the first floor, the room of my wife on the ground floor [?]. We then . . . afterwards . . . in the spring of 1945, the inhabitants of Theresienstadt were . . . were screened. The Gestapo made a classification, and took note of prominent individuals. And these prominent individuals were granted somewhat better living conditions. So that the people who were put in the class of the prominent were given usually a room for two, so that a family of husband and wife obtained a room for two, and could live for themselves, also a better . . . a better . . .

David Boder

maintenance?

Friedrich Schlaefrig

. . . maintenance. But the large [majority] . . . there were not too many, there were about one hundred and fifty . . .

David Boder

Where you among them?

Friedrich Schlaefrig

. . . two hundred prominent persons. No, I was not counted in [?].

David Boder

You were not among them.

Friedrich Schlaefrig

I was not among the prominent. Among the prominent were Murmurstein.

David Boder

The Murmurstein who was in Vienna?

Friedrich Schlaefrig

Murmurstein was among the prominent. A few of his people of the Cultural Council, whom he brought with him . . . they were included among the prominent due to his influence.

David Boder

How did it happen that Murmurstein was deported at all?

Friedrich Schlaefrig

Oh, that I don't know. 'One nice day' the Gestapo sent him away with his devotees [?] and his followers [?].

David Boder

Aha . . .

Friedrich Schlaefrig

I don't know the reasons. And so, there were not too many of these prominent [individuals], there were about one hundred and fifty to about two hundred. The large masses . . . it did not change much the fate of the large masses of other prisoners. The prominent were also . . . the prominent were also, to some extent, protected against the fate of further deportation to the Polish lagers . . .

David Boder

Now then. Friedman was not among the 'prominent', and . . .

Friedrich Schlaefrig

Friedman . . .

David Boder

. . . and Stricker.

Friedrich Schlaefrig

. . . Friedman . . . yes, Friedman and Stricker were also among the 'prominent', but lived for themselves in a house in which otherwise lived not only the prominent. Friedman and Stricker were under the 'prominent'.

David Boder

And still they were afterwards sent away?

Friedrich Schlaefrig

They were sent away in spite of that.

David Boder

You were not among the 'prominent'?

Friedrich Schlaefrig

I was not among the 'prominent' and also, I too, was put into the transports, but twice, one must say due to the play of fate, or God's help

David Boder

will . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . will, I was counted out again from the transports.

David Boder

Now let us continue, now then . . .

Friedrich Schlaefrig

Yes.

David Boder

Return now to your personal story.

Friedrich Schlaefrig

I have . . . I have in November . . . in November, 1942, I have presented myself at the disposal of the technical services, and worked in the technical services. I have mentioned already, that we had to build up the water . . . the water supply, to make the existing water installation serviceable for the needs of the present large population, to lay new water lines through all the streets, to work on the installation of large tubes. We had to do not only that, we had to put the houses into such conditions that they would fit better sanitary requirements. And that kept us very busy. We also had to take care of the circumstance, that since we had to occupy the attics of the buildings because the [regular] floors did not offer enough space to house [all] the people . . . we had to look out for fire hazards, to fight the fire hazards . . . We had to form among the Jews a fire brigade. The Gestapo supplied us with a motor pump and two other pumps, and so there was established a real fire brigade under a fire chief, and we . . . we had also . . . we had also to organize a fire police, which had always to inspect so that . . . so that the dwellings be, from a standpoint of fire [safety], beyond reproach. We had to create a procedure of fire fighting, and that kept us busy for a few months. We had to proceed with an immense number of other technical tasks which are contingent upon the management of such a mass of buildings. Besidesâand that, of course- occupied greatly the technical serviceâthe Gestapo with its . . . with its contingent, with the whole personnel of the Gestapo, placed a great emphasis [on the requirement] that their quarters be maintained under most perfect conditions. There always had to be built something, they always had some demands, nothing was good enough for them, because the 'gentlemen' from the Gestapo lived in Theresienstadt in their own dwellings, in their own buildingsâthat was a special section of the city which was separated for the Gestapo alone, the large park outlays, which had the beautiful, the modern . . . the best buildings of Theresienstadt; there had to be installed marvelous accommodations for the passtime of the Gestapoâcafes, restaurants, a cinema theatre, a magnificent one; clubroomsâall that had to be created by us, and that took a large part of the efforts of the construction service, which had to do the job. And to . . .

David Boder

In these contacts with the Gestapoâwere they friendly? were they polite?

Friedrich Schlaefrig

The large part of the Jews had nothing to do with the Gestapo.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

What the Gestapo was concerned, one was glad not to see them. One was . . . one had naturally to be at attention and saluate them on the streets . . .

David Boder

Hm . . .

Friedrich Schlaefrig

The same courtesy [?] had to be shown to the Gendarmerie . . .

David Boder

Oh . . .

Friedrich Schlaefrig

The police . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . because they formed the guard service used by the Gestapo, all [carefully] chosen [?]; and . . . the city was guarded by the Czech police.

David Boder

Aha . . .

Friedrich Schlaefrig

And so it was the duty of the inmates to salute everyone of those people, without . . . these people were under the strictest 'interdiciton of gratitude', they were prohibited to thank . . .

David Boder

Who?

Friedrich Schlaefrig

Czech gendarmerie was not permitted to thank . . . the Gestapo, of course, did not thank. They were walking through the city with their riding crops, in their high boots, and everyone who just say them got out of their way [avoided them] . . .

David Boder

Oh, they were prohibited to thank when they were greeted . . . ?

Friedrich Schlaefrig

No, they could not . . .

David Boder

They were not permitted to return the greeting . . . ?

Friedrich Schlaefrig

They were not permitted to return the greeting, and they did not return the greeting. One was glad not to have anything to do with them. Unfortunately, it came to that, that when people somehow would get careless . . . the chauffeurs of the Gestapo drove their tractor, their automobiles in the most inconsiderate manner, and there were quite a few cases where people were run over because they were unable to get out of the way in time. It even was said that one of the chauffeurs made it his business to run over Jews . . . Well . . . that is all just [told] in passing.

David Boder

Now then . . .

Friedrich Schlaefrig

The . . . the technical service has . . . has taken on a large scope. It took on . . . indeed the work demanded from the technical service was very large in scope. By the beginning of the year 1944, it appeared that the Gestapo got orders to convert Theresienstadt into a 'model' lager [better demonstration lager] . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . that means to make out of Theresienstadt a lager that could be shown to visiting [not clear] people and possibly to the Red Cross. And so all at once there came an order to beautify the city. Beginning with the year '44, the technical service had an unspeakable amount of work, to attain the beautification of this city. Everything was to be put in order, everything had to be shined up, painted up; the streets had to be kept meticulously clean. No scrap of paper could be thrown away. It became, indeed, a rather clean little town. The armories had to be vacated in part because the Gestapo had transferred to Theresienstadt a large central archive from somewhere in Germany, a whole card index of the members of the Party.

David Boder

. . . to Theres . . .

Friedrich Schlaefrig

And so a large armory had to be cleared out within a few days and all the premises had to be adapted for this archive. In a few weeks this archive was indeed installed, and it was serviced by Gestapo personnel, The Jews did not have anymore access to it, except those who were doing maintenance work, the attendants, those who were tending the stoves . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . people who were doing some kind of chores . . .

David Boder

But not office work.

Friedrich Schlaefrig

No office work of any kind. That was blocked off from the Jews. The year '44 stood under the 'sign' of beautification of the city. We had repeated visits by foreign representatives of the press, . . .

David Boder

For example . . . there were not many foreigners who were not involved in the war . . . Sweden, Switzerland, . . .

Friedrich Schlaefrig

Yes, obviously these were only the ones who still had their press representatives in Germany.

David Boder

Yes.

Friedrich Schlaefrig

And it was customary not to give any answers except to that what the Gestapo would ask. One could not answer at all the questions which the representatives of the press happened to ask.

David Boder

Could the representatives of the press see the people?

Friedrich Schlaefrig

Yes. The representatives of the press have seen the people, but of course, they were shown only 'that', they were led only to such places, that route [of the tour] was determined beforehand, according to a most definite red line and they distributed to the press . . .

David Boder

What kind of a red line, there was a line drawn?

Friedrich Schlaefrig

On the map . . .

David Boder

On . . . , Yes, on the map . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . a red line, and they followed that route, and all the dwellings which were included in the plan of the tour had to 'shine in their glory' [had to be 'spic 'n ' span']; they had to present and appearance that would be free of any objection.

David Boder

Now then . . .

Friedrich Schlaefrig

That occurred a few times . . . and in order to show to the representative of the press something more [better], provisions were made for shops, ghetto currency was printed . . .

David Boder

Ghetto dollars or marks?

Friedrich Schlaefrig

dollars . . .

David Boder

No!

Friedrich Schlaefrig

Real ghetto 'dollars', Theresienstadt ghetto dollars.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

In units from one up to, I think, one hundred . . . up to one hundred dollars[Footnote 3: He uses the English word dollars. However, there was at one time German, an Austrian currency called 'der Taler' equivalent to three German marks.].

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

Ghetto money. And such ghetto money was earned by the working people. All those who rendered any kind of labor for the community were paid in Ghetto dollars.

David Boder

What would one buy for that?

Friedrich Schlaefrig

And so, in order to present this [one word not clear] village with complete reality, stores were opened, and the inmates of the ghetto were able to but all kinds of things that were allotted to these stores.

David Boder

For instance?

Friedrich Schlaefrig

Predominantly there was that merchandise, which was taken away from the Jewish . . .

David Boder

Stores?

Friedrich Schlaefrig

. . . members of the transports; which were taken from the trunks . . . which were withheld, taken away.

David Boder

Aha . . .

Friedrich Schlaefrig

The people who came to Theresienstadt were rarely permitted to keep their 'large baggage'. The large trunks were simply kept under lock, and every week so and so many hundreds, so and so many thousands of trunks were emptied by working women of the ghetto, [the things] were sorted-out; and all the underwear, all clothing or other gear that was found in the trunks, was stored in one of the armories, the so-called 'ware house' [?] armory. In this warehouse armory was deposited all . . . all the property and belongings of . . . of the Jewish inmates of the ghetto. I frequently had there some business, because I had to build the shelves on which the goods were arranged, and to reinforce them because they became overloaded . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

The largest . . . No underwear factory in Germany, I believe no underwear factory of the world had such a large inventory of mens' shirts, womens' shirts or the like, as I have seen in the warehouse armory of Theresienstadt. There were in readiness, without exaggeration, hundreds of thousands of pieces of underwear of any kind. Not only was there in that armory the baggage . . . there was in that warehouse armory not only the baggage of the inmates of the Theresienstadt Ghetto which was, so to speak, snatched [on the sly] from them . . .

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

. . . as one said, 'inspected and sorted-out', but from all parts of Germany, the baggage taken away from the Jews was sent to Theresienstadt, and there it was packaged, sorted-out in order to be sent out all over the country, to various cities, for the people who were bombed-out and suffered a shortage of underwear and clothing.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

It was an immense storehouse of clothing, underwear, shoes, of objects of necessity of any kind. And with this . . . with part of these supplied sto . . . stores were fitted out, and the Jews were now able to buy with their ghetto dollars the merchandise which was taken away from the Jews.

David Boder

Yes . . .

Friedrich Schlaefrig

Naturally, there was often among the things very beautiful merchandise, very good merchandise, but 'pull' played here a part. And with good connections one could get good merchandise, and the one who had no connections, got no merchandise, only bad merchandise.

David Boder

And who worked in the stores?

Friedrich Schlaefrig

The stores were served by Jews. They had there . . . one was the manager, the others were employees in the storeâJews and Jewesses were there, the salesmen and saleswomen. And then, in order to complete the picture of a community, steps were taken toward the organization of a social life. They created a cafe. On the premises of the cafe were given concerts. On orders of the Gestapo the ghetto was compelled to organize a Jewish orchestra. There were found enough musicians, the instruments were obtained, and concerts were given in the cafe hall. Within the landscapes of the park which were laid out on the grounds in order to embellish the city, was erected an orchestra pavilion, where concerts were given nightly, which by the way, were not bad at all . . . where the Jewish musicians did very well . . . very well indeed. Also . . . all activities directed toward an agreeable leisure time for the workers and the old people, and so arrangements were made for lectures, there were formed committees for the utilization of the leisure time, lecture societies, language courses were given, and were given scientific lectures in all possible fields, in the technological field, in the medical field, in the religious field. There was a quite active life [interest] in all these fields. Stage plays were given, the actors got together. In the attics stages were erected, arrangements made for the audiences, and so a . . . a quite active spiritual life got slowly, and slowly in swing. That was in the year '44, and by that time the life of the Jews in Theresienstadt, as seen from the surface, has become quite tolerable [?].

David Boder

So, in most cases, men and women were housed together . . .

Friedrich Schlaefrig

However, one may . . . only very few were housed together. They were separated, men and women. [This apparently does not include married couples, See page 29 of this interview] That would have been immaterial. What made the stay at Theresienstadt so terrible was the anxiety about where one may find himself between today and tomorrow.

David Boder

People were sent away?

Friedrich Schlaefrig

Every week transports were sent away, with the exception of a short spell during Christmas time and Easter time. With the exception of these two periods, there were always transports sent to Poland; from the various regions of Germany and Czechoslovakia [Spool ends in middle of the sentence. Continuation on Spool 69 which had to be reproduced anew from the 'carbon wire' original. âD.P.B.]

David Boder

[In English] This is Spool 69. Paris, August 8, [correction] August the 23rd, 1946, the continuation of Spool 67 and 68 of Mr. Friedrich Schlaefrig.

David Boder

[In German] Now then, you have more or less, described the situation in Theresienstadt which was supposed to be a demonstration place [unit] for concentration camps, and was therefore, so to speak, very 'elegantly' reinstalled; but the main anxiety at those times was about the possibility of a 'selection' . . . You say that every week . . .