David P. Boder Interviews Helen Tichauer; September 23, 1946; Feldafing, Germany

var transcription = { interview: [ David Boder

[In English] We are starting again. Munich, Septemâ . . . Germany, September the 23rd in Camp Feldafing . . . Camp Feldafing, near Munich, a camp for about four thousand and several hundred DPs. The camp is located on a large compound of about fifteen to twenty acres, covered with armory-like buildings, which was a camp of the Hitler Youth. Apparently very similar to those school sites built in New Jersey, which I understand the Klan [?] took over for some time. The interviewee is Mrs. Helena Tichauer, sometimes, as she says, known in Auschwitz and here as Zippi. She is married to Mr. Mack . . . to Mr. Tichauer who was our interviewee on Spool 146, 147 [these numbers are incorrect]. Mr. Tichauer was called in our spools Irving.

David Boder

[In German] Also Frau Tichauer, wollen Sie mir sagen, hm, wie alt sind Sie und Ihren vollen Namen und wie alt sind Sie, wenn man das wissen darf.

Helen Tichauer

Tichauer Helene, geborene Spitzer.

David Boder

Spitzer?

Helen Tichauer

Spitzer, ja.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Geboren im November, am zehnten (10.) November 1918.

David Boder

Wo?

Helen Tichauer

In Bratislava in der Tschechoslowakei.

David Boder

Also Sie sind Tschechoslowakin?

Helen Tichauer

Ja.

David Boder

Ich sehe, Sie haben hier ein Tattoo-Nummer. Von wo ist das

Helen Tichauer

Meine Nummer zweitausend zwei hundert sechs und achtzig (2286) gehÃrt zu den ersten Nummern die Frauen im Jahre zwei und vierzig (42)âim MÃrz 42 nach Auschwitz kamen.

David Boder

Aha. Nun wollen Sie mir erzÃhlen, wieso . . . von dem Tag an, wo die Aktion war, die Sie nach Auschwitz gebracht hat und was hat weiter passiert.

Helen Tichauer

Also die Aktion, wie sie eigentlich nach Auschwitz kamen, ist in diesem Falle auch interessant.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Der slowakische Staat bekam von Hitler seine SelbststÃndigkeit. Zum Preis gab der damalige MinisterprÃsident Vojtech Tuka sechzig tausend (60000) Juden . . . und hat sie den Deutschen zur VerfÃgung Ãbergeben. Und das ist dem Erich Kaha, da war der [unverstÃndlich].

David Boder

Wie hat man diese Juden genommen?

Helen Tichauer

Diese Juden wurden aufgefordert, zuerst wurden Frauen aufgefordert und Jugendliche bis zu fÃnf und vierzig Jahre sich freiwillig an einer Stelle in Bratislavaâ das war die Patronkaâzu melden. Gesagt wurde ihnen nicht viel, aber zum grÃÃten Teil, dass sie auf landwirtschaftliche Arbeit in die Nord Slowakei gehen. Die Transporte kamen an, das heiÃt, die Leute haben sich in dem Lager gesammelt und am . . . am . . . der erste Transport von tausend MÃdchen ging am sechs und zwanzigsten (26.) MÃrz aus der Stadt Botraczek . . .

David Boder

Zwei und vierzig (42).

Helen Tichauer

Zwei und vierzig (42)âim Jahre. Einen Tag spÃter ging der zweite (2.) Transportâwieder von tausend Frauen. Wir fuhren die ganze Nacht.

David Boder

In welchem Transport waren Sie? Im zweiten (2.) Transport?

Helen Tichauer

Im zweiten (2.) Transport.

David Boder

Alright, erzÃhlen Sie also was hat passiert. Sie haben sich versammelt. Was haben Sie mitgehabt?

Helen Tichauer

Nichts richtig. Also wir haben uns versammelt. Sofort an dem selben Tag mussten wir unsere Ausweispapiere abgeben und mussten uns verpflichten, die Dinge, die uns . . . das heiÃt, fÃnfzig (50) Kilo durften wir uns mit nehmen und wir mussten uns verpflichten, die Dinge, die wir zurÃck gelassen haben, dem Staat zur VerfÃgung zu stellen.

David Boder

Hm.

Helen Tichauer

Wir wurden zu diesem Form . . . Formular so quasi gezwungen.

David Boder

Nun und wie haben Sie dies dem Staat so quasi zur VerfÃgung gestellt?

Helen Tichauer

Ãberhaupt nicht, wir wissen auch gar nicht, was damit geschehen ist, weil wir wurden eine Woche spÃter von der Sammelstelle, wo wir von der ganzen Welt abgeschnitten waren, abtransportiert mit unseren fÃnfzig (50) Kilos.

Helen Tichauer

Meine Eltern waren zu Haue gewesen. Ãberhaupt alle Eltern waren noch zu Hause. Die ersten Transporte bestanden aus ledigen MÃdchen, die aufgefordert wurden nichts zu tun, zu kommen; falls sie nicht kommen wÃrden, hÃtte man . . . wÃrde man Massregeln treffen und die Eltern dafÃr nehmen. Aus dem einfachen Grunde hat es kein MÃdchen gewagt nicht zu kommen, denn jedem waren die Eltern [unverstÃndlich], weil man die schlechtesten Vorahnungen dabei hat; da war man bereit sich zu opfern.

David Boder

Nun?

Helen Tichauer

Nun, wir wurden also nach einer Woche, genau nach . . .

David Boder

Nun bitte nicht so schnell, wer hat sie bewacht?

Helen Tichauer

Bewacht haben uns damals die Grinka Garnison. Das waren Parallele zu der damaligen SS, die zur damaligen Zeit in der Slowakei SS genannt wurde, entsprechend der deutschen SS.

David Boder

Also es war nicht die deutsche SS.

Helen Tichauer

Nein, die Deutschen selbst haben erst am letzten Tag dieses Sammellager Ãbernommen, die Leute aufgestellt und mit dem Transport begleitet.

David Boder

Ah so, nun bitte weiter.

Helen Tichauer

Die Reise dauerte eine Nacht und einen Tag.

David Boder

Also in was fÃr Wagons wurden sie hinein gesetzt?

Helen Tichauer

Es waren normale Viehwagons.

David Boder

Was soll das heiÃen, dass es nicht normale Viehwagons gibt?

Helen Tichauer

Doch.

David Boder

Zum Beispiel.

Helen Tichauer

Zum Beispiel, Viehwagons, die eventuell [unverstÃndlich], die ohne Dach sind.

David Boder

Aha, offene Wagons!

Helen Tichauer

Diese waren geschlossen. Der war verschlossen und die TÃre natÃrlich auch mit einem entsprechenden Schloss versehen, so dass wir nicht die MÃglichkeit hatten, das Tageslicht zu bekommen und auch keine Ahnung hatten in welcher Richtung wir eigentlich fahren.

David Boder

Hatten Sie eine Toilette im Wagon?

Helen Tichauer

Eine Toilette nicht, nein, aber es waren Eimer, die zu diesem Zweck gedient haben.

David Boder

Wie viele Leute in einem Wagon?

Helen Tichauer

In einen Wagon wurden ungefÃhr sechzig (60) bis achtzig (80) Leute einwagoniert.

David Boder

In Ihrem Fall bloà Frauen?

Helen Tichauer

In unserem Fall bloà Frauen . . . ,

David Boder

Oder jÃnger?

Helen Tichauer

. . . nur MÃdchen bis zu 45 Jahren.

David Boder

Also keine verheirateten Frauen?

Helen Tichauer

Keine verheirateten Ehepaare, denn die kamen erst zwei (2) Monate spÃter.

David Boder

Aber waren verheiratete Frauen dabei?

Helen Tichauer

Verheiratet Frauen nicht.

David Boder

Nun weiter. Auch keine kleinen Kinder?

Helen Tichauer

Kleine Kinder auch nicht. An der GrenzeâungefÃhr am nÃchsten Tag in der FrÃh bemerkten wir, dass wir uns irgendwo in einer fremden Gegend befinden. Nach langem Hin- und Her-GrÃbeln kamen wir darauf, dass wir in die Richtung Ober Schlesien gefahren sind. Wir kamen an der Bahnstation Cieszyn an und wussten genau, dass wir in die Richtung Polen fahren.

David Boder

Hat Ihnen jemand gesagt, wohin sie fahren?

Helen Tichauer

Nein, darÃber bekamen wir keine Auskunft. Ganz im Gegenteil.

David Boder

Ja, man hat Ihnen aber am Anfang gesagt, dass Sie in die Slowakei fahren.

Helen Tichauer

Am Anfang hat man gesagt, es geht nach der Nord Slowakei zur Feldarbeit. Als wir sahen, dass wir in Polen angekommen, waren wir der Meinung, dass wir vielleicht in Polen auf dem Feld arbeiten gehen. Denn es waren ja auch schon in Polen GerÃchte verbreitet, dass man teilweise in Polen, teilweise nach der Ukraine Feldarbeiter braucht. Wir haben uns dabei nicht viel gedacht, denn es war uns versprochen, dass wir nach zwei Monaten nach Hause gehen. Und wir wÃren gerne bereit gewesen zwei Monate abzuarbeiten, nur um unsere Eltern auf diese Art zu schÃtzen.

David Boder

Haben Sie Ãberhaupt schon gewusst, was in den Lagern passiert? Hat man das in Ungarn . . . in der Slowakei gewusst?

Helen Tichauer

Eigentlich nicht, denn fÃr Frauen war das ja ziemlich unbekannt. Wir wussten von deutschen Konzentrationslagern aus dem einfachen Grunde, weil doch ein Grossteil dieser Immigrantenâder deutschen Immigranten hauptsÃchlichâin der Slowakeiâder Tschechoslowakei zur damaligen Zeit toleriert waren und . . .

David Boder

Waren das Leute, die weg gelaufen sind?

Helen Tichauer

. . . die teilweise auch entlassen wurden, teilweise weg gelaufen sind. Zum Grossteil wussten ja Juden, was ein deutsches Konzentrationslager ist. Aber nie im Leben hÃtten wir uns getrÃumt, dass man uns ganz harmlos, nur darum in ein Konzentrationslager stecken wÃrde, weil wir eben Juden sind. Nun am nÃchsten Tag, es war ein Samstag nachmittag gegen fÃnf (5) Uhr, blieb der Zug vor der Station OswiecimâAuschwitz stehen. Um uns irgendwie . . .

David Boder

Wo ist das ungefÃhr? Bei welcher groÃen Stadt ist das?

Helen Tichauer

Ja, das ist . . . Auschwitz, das ist eine groÃe Stadt. Es liegt aber zwischen Katowice und Krakau.

David Boder

Ja. Bitte sprechen Sie in diese Richtung.

Helen Tichauer

Hier konnte wir uns nicht orientieren, denn Auschwitz war uns unbekannt. Es war im GroÃen und Ganzen fÃr uns nichts als ein Konzentrationslager bekannt. Wir kamen, wie ich schon erwÃhnt, nachmittags gegen 5 Uhr an. Der Zug hÃlt, wir wurden in einem ziemlich komischen Ton erwartet. Wir haben nur ein GebrÃll gehÃrt, denn die Wagons waren versperrt. Immer rascher, rascher, los und so weiter. Wenn unser Wagon dran kam, wurden wir herunter gejagt. Vor uns standen uniformierte Menschen, die wir ja frÃher nicht kannten, denn in der Slowakei hatten wir keine MÃglichkeit richtige TotenkÃpfe zu sehen.

David Boder

Also die Meisten hatten TotenkÃpfe auf der Uniform?

Helen Tichauer

Hatten TotenkÃpfe . . .

David Boder

Bitte beschreiben Sie die Uniform.

Helen Tichauer

Die Uniform war eine normale SS Uniform, dunkel grÃn, halb hohe Stiefeln, also eine Art deutsche Stiefeln, Wehrmachtsstiefeln. Die Klappen an den . . .

David Boder

An den . . . an den RÃcken.

Helen Tichauer

. . . and den Jacken waren mit SS bezeichnet und auf der MÃtze, auf der SchirmmÃtze, die die meisten getragen haben, war ein Totenkopf zu sehen.

David Boder

Mit zwei Beinen?

Helen Tichauer

Nein, ein Kopf, nur ein Totenkopf. Das war das Abzeichen . . . glaube ich . . . ein Totenkopf. Das war dieses [unverstÃndlich] . . .

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Das war doch bekannt. Wir wurden heraus gejagt . . .

David Boder

Was heiÃt heraus gejagt?

Helen Tichauer

Mit einem âraus, rausâ in einem Ton, so dass wir verstanden haben, dass wir raus zu gehen haben. Wir wÃrden schnell noch in FÃnfer Reihen aufgestellt und nach einer Richtungâzu der TÃr

David Boder

Haben Sie Ihre Sachen genommen?

Helen Tichauer

Nein, unsere Sachen wurde uns nicht gegeben. Die Sachen haben wir auch nie mehr zu sehen bekommen.

David Boder

Sie haben Sie nicht mehr gesehen?

Helen Tichauer

Niemals mehr zu sehen bekommen.

David Boder

Sie sind in dem Wagon geblieben?

Helen Tichauer

Sie blieben im Wagon. Und am Wegâda haben wir etwas, was ich eigentlich heute kaum mehr beschreiben kann, gesehen. Es war ein ganz groÃes [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband]. Halb angefertigte Stein BlÃcke umgeben von Stacheldraht. Auf den DÃchern und in den Fenstern standen gestreifte, lebende Korpse. Ich kann mich nicht anders ausdrÃcken. Menschen ohne Gesichter, der Gesichtsausdruck wie angemauert. Neben ihnen sind gestanden damals . . . also heute weià ich, sie waren Posten, sozusagen Posten, die diese HÃftlinge bewachten und, und . . . es waren MÃnner. Als sie uns sahen, wurden sie . . . wie sie ihre Aufmerksamkeit auf uns lenkten, wurden sie angebrÃllt, so dass sie es nicht mehr wagten ihren Kopf umzudrehen und ihre Arbeit weiter verrichteten. Es wurde damals, nachdem ich es heute eher begreife, das Lager Auschwitz fÃr uns, fÃr die Frauen, fertig gestellt sozusagen, denn die meisten waren oben auf den DÃchern.

David Boder

Waren Sie [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband].

Helen Tichauer

Das stimmt. Es war eigentlich ein MÃnner Lager schon seit neunzehn hundert vierzig (1940) oder neun und dreiÃig (39) schon fertig, aber fÃr die Frauen, die man jetzt erwartet hat, wurden zehn (10) Blocks zur VerfÃgung gestellt. Es waren Steinblocks einen Stock hoch mit KellerrÃumen und BodenrÃumen. Wir waren tausend (1000) MÃdchen. Wir betraten das Lager, das heiÃt vor dem Lager war das Tor mit der Anschrift, âArbeit macht freiâ.

David Boder

Das selbe wie in Dachau.

Helen Tichauer

Ja. NatÃrlich waren wir der Meinung, dass wir in ein Arbeitslager . . . in ein Arbeitslager gekommen sind. Aber nicht weit von dem Tor auf der linken Seite, wenn man sich nach links gewendet hÃtte, konnte man in deutscher Sprache in gedruckter Blockschrift die Anschrift âKonzentrationslager Auschwitzâ sehen, das in uns, sozusagen in uns, schon Unruhe erweckte. Die tausend (1000) MÃdchen, die ins Lager kamen, sahen vor sich, das heiÃt bevor dem letzten Block, das war Block zehn (10), Gestalten. Wir wussten im ersten Augenblick nicht, was das eigentlich ist, ob das MÃdchen, ob das Frauen oder ob es Ãberhaupt Menschen sind. Sie standen da vereinzelt in russischen Uniformen, das Haar kahl geschoren, Holzpantoffel an den Beinen und standen und gafften uns an. Dann plÃtzlich ertÃnten einige Rufe. Bekannte MÃdchen haben Freundinnen oder Schwestern oder dergleichen erkannt und nach langem . . .

David Boder

Sie haben gesagt, sie waren dort?

Helen Tichauer

Sie sind einen Tag frÃher gekommen.

David Boder

Sie haben kahle KÃpfe gehabt.

Helen Tichauer

Sie waren schon . . . sozusagen HÃftlinge.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Nun und

David Boder

Sie hatten ihre Haare geschoren?

Helen Tichauer

Sie hatten ihre Haare schon geschoren. Viel sprechen konnte man nicht, denn wir waren umgeben von SS, aber wir haben in dem Moment begriffen, dass es unsere nÃchsten Frauen aus der Slowakei sind und in welchem Zustand sie sich befinden. Das hat uns aber genÃgt, es dauerte nicht lange. Das heiÃt, wir kommen an, und was wir noch hatten an MÃntel, Kleider, Schuhe und StrÃmpfe und dergleichen wurde uns abgenommen und so hundert (100) in einer Gruppe kamen wir nach einem Block, das man die Sauna nannte. .

David Boder

Was?

Helen Tichauer

Das war ein Bad, Sauna.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Es war ein Bad, wo man die Frauen gebadet hat, wo sie . . . das ist, wo man uns das Haar geschoren hat. Man hat uns russische Uniformen Ãberreicht.

David Boder

MÃnner Uniformen?

Helen Tichauer

Russische MÃnner Uniformen, alte. Und nach ein paar Stunden waren wir unseren ersten AnkÃmmlingen, die vor uns angekommen sind, gleich geartet . . .

David Boder

Nun warten Sie bitte, was hat man getan? Man hat Ihnen alles weggenommen, was Sie mit sich hatten?

Helen Tichauer

Ja.

David Boder

Man hat Sie dann in ein Bad hinein getrieben, ja?

Helen Tichauer

Ja.

David Boder

Und dann hat man Ihnen die Harre abgeschnitten.

Helen Tichauer

Ja.

David Boder

Wer?

Helen Tichauer

Wer? Ein Moment. Bevor die ersten jÃdischen Transporte aus der Slowakei kamen, kamen vorher tausend Reichsdeutsche HÃftlinge aus RavensbrÃck.

David Boder

MÃnner oder Frauen?

Helen Tichauer

Frauen, weil in den Frauenlagern gab es nur Frauen. Wir hatten mit MÃnnern Ãberhaupt keinen Kontakt. Das war nicht erlaubt. Diese Frauen-HÃftlinge, die schon drei (3) und vier (4) und fÃnf (5) Jahre eingesperrt waren, wurden strafweise aus dem Konzentrationslager . . . von dem Konzentrationslager RavensbrÃck nach Auschwitz transportiert. Diese Frauen haben dann uns eben eingekleidet, gebadet, das Haar geschoren und uns Ãbergeben der SS. Die HÃftlinge, die Reichsdeutschen HÃftlinge . . .

David Boder

Sie wurden geschoren und gebadet . . .

Helen Tichauer

Ja.

David Boder

. . . und sind da SS MÃnner reingekommen?

Helen Tichauer

Es kamen zur damaligen Zeit der Lager-FÃhrer, vom damaligen Auschwitz der Lager-FÃhrer, der Obersturmband FÃhrer Ohrmeier und viele andere, deren Namen mir nicht bekannt sind, hierher um uns wie Vieh zu beobachten. Es ist wie auf einer Viehschau gewesen. Sie haben uns hin und her gedreht . . .

David Boder

Sie nackt waren?

Helen Tichauer

Nackt. Und ausserdem war noch der SS Arzt Dr. Bodermann, damals der Auschwitz Lagerarzt, der uns eben angesehen hat und ich weià nicht . . . gemustert hat uns und dann den normales Prozess, wie Baden und Haare scheren und abschneiden, hat durch genommen.

David Boder

Und die MÃnner waren dabei?

Helen Tichauer

Die SS MÃnner, ja. Die erste Nacht . . .

David Boder

Die Haare hat man Ihnen nur vom Kopf geschnitten?

Helen Tichauer

Das Haar wurden uns von allen Stellen, wo es Ãberhaupt Haare am KÃrper gibtâauch unsere Augenbrauen und so weiter, abgeschoren.

David Boder

Mit Scheren oder mit . . . ?

Helen Tichauer

Teilweise mit elektrischen Maschinen, so wie Schneidemaschinen und wenn diese dann versagt haben, hat man eben Scheren angewendet, die zumeist halb stumpf waren. Einige Wochen spÃter, wurde uns nachdem man Tausende von HÃftlingen tÃglich aus der Slowakei, aus Polen in diesen Monaten gebracht hat, aus Polen kamen die ersten HÃftlinge aus dem GefÃngnis nach Auschwitz, hat man dann irgendwie, um ein bisschen Ãbersicht zu haben, haben sie begonnen sich mit der TÃtowierung zu befassen. Die ersten Methoden waren . . . sie haben eigentlich versagt. Die ersten Methoden waren entsprechend eines Stempels. Sie haben Nadeln in Form von Nummern neben einander gereiht und ganz einfach auf den Arm gedrÃckt und mit Tusche beschmiert. Nach einigen Tagen war die TÃtowierung weg. Nun kam die normale TÃtowierung mit der Doppelnadel, die dann jedem HÃftling von eins bis fortlaufend auf dem linken Arm angebracht wurde.

David Boder

Wie wurde das gemacht, haben sie [unverstÃndlich] aufgekratzt?

Helen Tichauer

Nein, es . . . fÃr die ArmtÃtowierung, das ist eine Doppelnadel. Eine Nadel ist lÃnger, die Andere kÃrzer. Und die wurde in Tusche eingetaucht und dann durch [unverstÃndlich] leichte TÃtowierung.

David Boder

Tut das sehr weh?

Helen Tichauer

Weh? Wir haben den Schmerz nicht mehr gefÃhlt, an und fÃr sich die Kleider, das Entfernen der Haare von unseren KÃpfen and all das war sehr emotionell, die Haare, das ist auch sehr tragisch fÃr eine Frau als fÃr einen Mann, das ist anders bei uns [unverstÃndlich; Tonband ist so leise, dass man es nicht verstehen kann] die ganzen Transformation, die wir zu dieser Zeit durch gemacht haben, hat mehr weh getan, so dass wir nichts mehr gefÃhlt haben. Wir hatten gar nichts mehr gefÃhlt, wir waren zu . . . zu Stein geworden. Ja, ich weià nicht genau, wie man das sagen kann.

David Boder

Ja. Ja.

Helen Tichauer

Aber es hat uns auch nichts mehr bewegt, nichts was sie uns auch angetan haben. Wenn man unsere Nagel, unsere ZehennÃgel geschnitten hat oder was auch immer, nichts hat uns mehr etwas aus gemacht. Weil wir wussten, dass wir jetzt vÃllig von der Zivilisation, von der Menschheit abgeschnitten sind und dass wir uns jetzt auf einem Hinweis befinden, wo die Menschen doch noch leben.

David Boder

Nun.

Helen Tichauer

Nun. Die erste Nacht wurden wir in diesem Steinblock untergebracht. Zusammengepfercht vor allem,. Weil das Lager war ja eigentlich noch nicht fertig aufgebaut. Es waren alte StrohsÃcke noch vom MÃnnerlager, verfaulte, die wurden auf den Boden aufgelegt . . .

David Boder

Nach dem ganzen Waschen?

Helen Tichauer

Nach der ganzen Prozedur, . . . teilweise waren da nicht einmal genug StrohsÃcke. Und man hat sich eben dort hingelegt, wo Platz war. Mit einem StÃck Brot abgefertigt, haben wir die Nacht verbracht. Am nÃchsten Tag begann fÃr uns etwas ganz Neues.

David Boder

Wer hat sie tÃtowiert? MÃnner oder Frauen?

Helen Tichauer

Es waren . . . diese TÃtowierung wurde eigentlich durchgefÃhrt zwei (2) Monate spÃter.

David Boder

Oh ja.

Helen Tichauer

Die grÃndliche TÃtowierung. Die Erste wurde auch von HÃftlingen gemacht, von HÃftlingen damals . . .

David Boder

MÃnner oder Frauen?

Helen Tichauer

MÃnner, immer wieder MÃnner. Nun . . .

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Ja [unverstÃndlich; Tonband ist fast unhÃrbar]. Am nÃchsten Tag, es war noch dunkelâwurden wir durch ein Gepfeife, durch ein Geschrei aufgeweckt. Man hÃrte das Wort Appell. Appell war fÃr uns etwas ganz Unbekanntes. Wir dachten momentan Appell ist fÃr Soldaten, Appell ist irgendwo . . . fÃr Soldaten. Vielleicht wollen sie uns auch zu Soldaten machen. Wir standen auf und wurden raus gejagt und . . .

David Boder

Was meinen Sie? Wer . . . ?

Helen Tichauer

Rausgejagt durch SS Frauen auf den Hof. Wir wussten nicht genau, was wir tun sollen. Dann kam . . .

David Boder

Haben sie Sie geschlagen?

Helen Tichauer

In den ersten Stunden konnte ich davon . . . konnte ich davon gar nicht sprechen. Es war ja noch . . . wir haben ja noch . . . wir waren ja noch . . . tatsÃchlich waren wir [unverstÃndlich] ja?

David Boder

Was heiÃt, sie wollten nicht davon sprechen?

Helen Tichauer

Ich kann nicht . . . ich kann darÃber nicht reden. Wir waren ohne Bewusstsein, ich weià nicht, ich weià gar nicht, ob ich einen Schlag gefÃhlt habe oder nicht. Eines weià ich, wir wurden aufgestellt, so aufgestellt, dass man uns nach langem Hin und Her zÃhlen wollte. Zu einer ZÃhlung kam es natÃrlich nicht, weil . . .

David Boder

Warum natÃrlich nicht?

Helen Tichauer

Warum nicht? Denn es war ein furchtbares Chaos. Diese SS Frauen, die damals das Lager zu fÃhren hatten, es war damals die Oberaufsichts . . . , die RapportfÃhrerin Margot Drexel, die in erster Zeit ja gar nicht wusste, was sie tun sollte. Sie hatte noch keine Erfahrung. Sie hat die Menschen aufstellen lassen und wie man versucht hat uns durch zu zÃhlen, hat die Zahl ja immer noch nicht gestimmt. Wenn die HÃftlinge jetzt zum Teil nicht wussten . . . in der einen . . . in der einen Gruppe stand die Schwester, in der anderen stand vielleicht die Kusine. Man lief von einer Gruppe zur anderen. Auf der einen Gruppe war . . . bei der einen Gruppe war die Anzahl grÃsser, bei der anderen kleiner. Nun waren es in den ersten Tag ganz unmÃglich wirklich einen Appell zusammen zu kriegen.

David Boder

Wie haben sie gezÃhlt, haben sie Nummern gegeben?

Helen Tichauer

Nein, man hat die Leute zu fÃnft aufgestellt hinter einander und hat dann . . .

David Boder

Wie wurden die Leute gezÃhlt?

Helen Tichauer

Sie wurden bei Reihen gezÃhlt.

David Boder

Nicht bei Personen?

Helen Tichauer

Nein, nein, nein, nein, das kam in den ersten Tage doch nicht in Frage. Und mit der Zeit haben die HÃftlinge auch gelernt sich aufzustellen, hat der RapportfÃhrer auch gelernt richtig zusammen zu zÃhlen und wenn der Appell stimmt, konnte man abtreten.

David Boder

Wie lange hat solch ein Appell gedauert?

Helen Tichauer

Ein Appell, wenn er geschickt gemacht war, . . .

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

. . . konnte er in 10 Minuten fertig sein.

David Boder

Aber wie lange hat es [unverstÃndlich] gedauert?

Helen Tichauer

In den ersten Tagen habe Appelle oft auch vier (4) Stunden gedauert.

David Boder

In dem ersten Jahr oder in den ersten Tagen?

Helen Tichauer

In den ersten Tagen. Ich sollte sagen, was immer wieder abhÃngig war . . . Es wurde ein HÃftling dort erwÃhlt, der der Rapportfuehrerin, der SS Frau, assistiert. Also das ist, der ihr hilft. Dieser HÃftling war in dem ersten Jahr . . . also im ersten Jahr . . . ich werde sagen ein Analphabet; also sie konnte kaum rechnen. Von praktischer Arbeit war keine Rede und sie war auch gar nicht interessiert daran, dass sie jetzt mit der ZÃhlung rasch abgefertigt werden. Zum ersten Mal, im Jahre neunzehn hundert drei und vierzig (1943) wurde eine jÃdische RapportfÃhrerin ernannt. Aufmerksam wurde man auf sie dadurch, dass sie in der ersten Zeit gleich als BlockÃlteste ernannt wurde und sich gut bewÃhrte. Sie war von Beruf ein Stenograph, konnte rechnen, konnte schreiben und lesen und war daran interessiert ihren Mitmenschen zu helfen. [unverstÃndlich] und dank ihrer leben heute viele, viel HÃftlinge aus unserem Land und auch aus anderen LÃndern. Sie hat es zu Stande gebracht, dass Appell oft in zehn (10) Minuten geklappt haben und dass die HÃftlinge im Regen oder in der grÃÃten KÃlte nach einigen Minuten abtreten konnten. Nach zwei (2) oder drei (3) Monatenâes war im Augustâwaren schon tÃglich tausend (1000) MÃdchen aus der Slowakei gekommen, teilweise arische HÃftlinge, politische HÃftlinge aus Polen, von . . .

David Boder

Was nennt man einen politischen HÃftling?

Helen Tichauer

Ein politischer HÃftling war im deutschen Sinne die gewesen, die der deutschen Macht irgendwie etwas zu Schulden hat kommen lassen. Sie haben selbst Frauen, Reichsdeutsche Frauen, die bloà einen polnischen Freund hatten als Polnische behandelt und zum politischen HÃftling ernannt. Also im August wurde unsere Nummer schon die Zahl sieben tausend (7000) erreicht haben und das Fleckfieber und Malaria ihre ersten Opferâja das Fleckfieber, wie ihre ersten Opfer gefallen sind, haben die Deutschen entschlossen, eigentlich die SS LagerfÃhrung beschlossen, das Frauenlager Auschwitz vier (4) Kilometer weiter nach Birkenau Ãbersiedeln zu lassen. Damals blieben Ãber zwei tausend (2000) HÃftlingeâFrauenhÃftlinge, die irgendwie nicht gesund waren, in Auschwitz; der Rest wurde nach Birkenau Ãbersiedelt.

David Boder

Wo waren die Krematorien? Die Krematorien waren in Birkenau?

Helen Tichauer

Moment, Moment.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Krematorium eins (1) war ein modernes Krematorium in Auschwitz, welches nur dazu diente Leichen zu verbrennen. Das kleine, weiÃe Haus, welches sich in Birkenau im Wald befand, war nichts anderes wie ein unschuldiges, kleines HÃuschen. Ich selbst hatte im Jahre drei und vierzig (43), im Winter zwischen drei und vierzig ('43) und vier und vierzig ('44) die MÃglichkeit dieses kleine HÃuschen zu betreten. Denn dieses kleine HÃuschen hat alle unsere Auschwitzer . . . unsere slowakischen BrÃder und Schwestern auf dem Gewissen. Dieses weiÃe HÃuschen hatte ein paar Fenster, eine groÃe EisentÃr und ein Schild: âZum Badâ. Leute wurden damals in dieses Bad gejagtâlaut ErzÃhlungen von Leuten, die damals von HÃftlingen, von MÃnnern, die ich oben begegnete . . . es waren MÃnner vom Sonderkommando. Das Sonderkommand war dasjenige Kommando, welches aus HÃftlingen bestanden ist. HÃftlinge wurden gezwungen, die Leute in die Gaskammer zu jagen, sie im Totenzustand ins Krematorium zu befÃrdern und sie zu verbrennen. Diese Leute hatten einige Monate Urlaub, wie Berlin diktierte, die Vergasungen einzustellen. Diese Leute haben damals im Winter . . .

David Boder

Was heiÃt sie mussten weg? Sie waren im Lager?

Helen Tichauer

Sie waren in einem Lager wurden aber auf ein Holzkommando geschickt. Sie mussten Holz fÃllenâeben in der Umgebung dieses HÃuschens. Und da hatte ich die MÃglichkeit irgendwie eine von den Sonderkommandos zu fragen, wie die Leute hier vergast wurden. Und er zeigte mir die EisentÃr und das Fenster mit Gittern. Die Leute wurden herein gejagtâes war ein Raum. Die TÃre, die EisentÃr fiel zu. Durch die Eisengitter des Fensters wurde Gas rein gestreut und das Fenster automatisch verschlossen. Nach einigen Momenten, einigen Sekunden, einigen Minuten . . . je nachdem . . . bis die Leute eben tot waren, hat man sie auf âLorenâ befÃrdert und in der NÃhe waren Gruben, wo die Leute dann verbrannt wurden.

David Boder

Sie wurden nicht in dem Krematorium verbrannt, sie wurden in Gruben verbrannt?

Helen Tichauer

In Gruben verbrannt, damals noch. Ich will noch darauf zurÃck kommen, dass im August zwei und vierzig (42) als das Frauenlager nach Birkenau Ãbersiedelte und die zwei tausend (2000) kranken HÃftlinge in Auschwitz blieben, auch in dem kleinen HÃuschen vergast wurden.

David Boder

Wer, die zwei tausend (2000)?

Helen Tichauer

Die zwei tausend (2000) MÃdchen.

David Boder

Aber das kleine HÃuschen war doch in Birkenau?

Helen Tichauer

Richtig. Sie wurden auf Lastautos geladen und herÃber befÃrdert.

David Boder

Oh.

Helen Tichauer

In Birkenau angekommen hÃrte man immer wieder von Transporten nach Lublin. Wir haben den Transport nicht geglaubt.

David Boder

Ein Moment. Haben Sie in Bir . . . in Auschwitz gearbeitet?

Helen Tichauer

Ich habe in Birkenau gearbeitet. Ich habe auch in den ersten Wochen in Auschwitz gearbeitet.

David Boder

Aha. Was haben Sie gearbeitet?

Helen Tichauer

Die ersten Wochen . . . war ich . . . auf dem Abrufkommando in Birkenau.

David Boder

Was heiÃt das Abrufkommando?

Helen Tichauer

Da waren noch ein paar zerschossene HÃuser in Birkenau, die man demolieren musste. Die Arbeit . . .

David Boder

Haben Sie gelebt in Auschwitz?

Helen Tichauer

Nein, wir lebten . . . lebten in Auschwitz und gingen nach Birkenau demolieren.

David Boder

Zu FuÃ?

Helen Tichauer

Zu FuÃ, barfuss.

David Boder

Wie viele Kilometer?

Helen Tichauer

Es waren vier (4) Kilometer.

David Boder

Also . . .

Helen Tichauer

SpÃter dann . . . wurde man auf mich aufmerksam. Nachdem die russischen Uniformen, die man uns eigentlich gab, nicht mehr ausreichend waren, beschloss man uns Zivilkleider zu geben. Zivilkleider waren ja genÃgend vorhanden, denn man hat den ganzen Frauen ihr GepÃck abgenommen und die schlechtesten Kleider eben ausgesucht und den HÃftlingen zur VerfÃgung gestellt. Um uns aber von Zivilisten eventuell zu unterscheiden, . . . was heiÃt Zivilistenâmit Zivilisten kamen wir ja gar nicht in BerÃhrung, aber falls die eine oder andere MÃglichkeit bestand zu flÃchten und um uns unterscheiden zu kÃnnen, wurde damals vom Herrn ObersturmbandfÃhrer Ohrmeier angeordnet, mit roter Farbe, mit roter Ãlfarbe hinten am RÃcken von oben bis unten eine senkrechte, schwarze Linie zu ziehen. Ein roter Streifen. Nachdem man Maler vom MÃnnerlager nicht ins Frauenlager schicken wollte, war man au der Suche nach einer Frau, die irgendwie mit Farben bekannt ist. Es gab nÃmlich Trockenfarbe und das entsprechende Ãl und sie wollten, dass sich die Frauen selbst bedienen. Ich war damals die Einzige, die sich da zurÃck meldete. Ich wusste zwar nicht fÃr welchen Zweck. Man suchte eine Malerin. Und nachdem ich von Beruf auch Schriftenmalerin bin, hab ich mich gemeldet.

David Boder

Was heiÃt Schrift . . . Schriftenmalerin?

Helen Tichauer

Das ist Malerei fÃr Schilder.

David Boder

Nun?

Helen Tichauer

Nun bekam ich . . .

David Boder

Wie alt waren Sie dann?

Helen Tichauer

Damals war ich zwei und zwanzig. Ich bekam rote Staubfarbe und einen Topf Firnis und einen Pinsel in die Hand gesteckt und mir wurde angeordnet die Farbe zu mischen. Und spÃter wurden die HÃftlinge vorgefÃhrt und ich bekam den Befehl, eben den senkrechten Streifen an jeden einzelnen HÃftling an . . .

David Boder

Oh, Sie mussten das machen wÃhrend die HÃftlinge die Kleider an hatten?

Helen Tichauer

. . . anzubringen, richtig.

David Boder

Aha.

Helen Tichauer

Nun so begann die Arbeit. Von FrÃh bis am Abend war ich voll beschÃftigt. Ich musste den roten Streifen machen und jeder HÃftling, der den roten Streifen hatte, war soweit in Ordnung. Der konnte [unverstÃndlich] und konnte auch schon tÃtowiert werden.

David Boder

Ah, das war bevor dem TÃtowieren?

Helen Tichauer

Ja. Jetzt, wie schon erwÃhnt, wurde uns doch eine Nummer an den Arm angebracht . . . an dem linken Unterarm. Um aber uns noch mehr . . . um uns noch besser zu erkennen und im Falle einer Kontrolle uns eigentlich zu erkennen, haben sie auf Stoff . . . haben sie auf Stoff im MÃnnerlagerâdas schon damals eine Druckerei hatte, diese Nummern drucken lassen, die wir jetzt wieder auf den Arm tÃtowiert hatten. Um im MÃnnerlager . . . um eben auf das MÃnnerlager nicht angewiesen zu sein, bekam ich einen Druckapparat und ich habe auf . . . auf, hm, Streifenâauf Leinenstreifen Nummern von eins (21) bis sieben tausend (7000) oder acht tausend (8000), so viele waren ja damals, gedruckt. Ich wurde damals in das BÃro rein gesteckt, das war das AufnahmebÃro, wo man jeden HÃftling, der neu ankam, um seine Personalien fragte. Und automatisch jeder HÃftling dann mit der ganzen Registrationssetâihm wurde eine Nummer in die Hand gedrÃckt und er hatte die Pflicht sich die Nummer auf sein Kleid anzunÃhen.

David Boder

Das waren die Frauen?

Helen Tichauer

Das waren bloà Frauen.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Das Nummerndrucken hatte aber bei mir bald ein Ende genommen, denn inzwischen kamen andere Malerarbeiten. Ich musste Kleinigkeiten auf Schilder malen, musste Nummern auf einen Schrank fÃr den LagerfÃhrer malen, es war kleine, ziemlich unnÃtze Arbeit. Als ich . . .

David Boder

Wer hat Ihnen die Anordnungen gegeben? Wer hat Ihnen gesagt, was Sie tun sollen?

Helen Tichauer

Der Lagerfuehrer.

David Boder

Das war ein SS?

Helen Tichauer

Ja, Stibetz. Im Anfang hatten wir . . . der Lagerfuehrer war eigentlich FÃhrer des Frauenlagers und des MÃnnerlagers. Ihm unterstand aber die Oberaufsicht.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Im Jahre zwei und vierzig (42) hatte die Oberaufsicht Frau Langenfeld. Als wir dann schon in Birkenau waren . . .

David Boder

Wie haben sie sich verhalten, wenn sie ihnen Befehle gegeben hat?

Helen Tichauer

Ganz normal. Wir mussten in einer Entfernung von drei (3) Metern stehen. Beim Eintritt . . . wir wurden vor gerufen. In dem Augenblick, wo wir den Raum dieser Oberaufseherin oder des LagerfÃhrers betreten haben, mussten wir uns melden und zwar folgendâzum Beispiel: âSchutz-HÃftling zwei und zwanzig sechs und achtzig (2286) bittet eintreten zu dÃrfen.â Dann wurde der Eintritt bewilligt, dann bekam man einen Befehl. Angesprochen wurde man Teils per du, teils per du, je nachdem wie die Laune vorhanden war. Der Befehl wurde [unverstÃndlich], das heiÃt er wurde gegeben und der HÃftling hatte zu antworten: âSchutz-HÃftling zwei und zwanzig sechs und achtzig (2286) bittet abtreten zu dÃrfen.â So ging die Prozedur vor sich. Jetzt . . . im September neunzehn hundert zwei und vierzig (1942) war ich schon ungefÃhr zwei (2) oder drei (3) Wochen in Fieber. Zur Zeit als wir von Auschwitz nach Birkenau Ãbersiedelten, hatte ich auch Fieber. Nur wussten wir, dass wir nicht krank sein dÃrfen . . . das hat man uns irgendwie ins Ohr geflÃstert, dass man darf nicht krank sein. Also in meinem fiebrigen Zustand hab ich Nummern gedruckt, hab ich Streifen gemacht und hab meine Arbeit eben verrichtet. Ich hab damals zu Kommandoschreibstube als Zeichnerin gehÃrt. Wurde auf einen Block verlegt, wo nicht nur Juden waren, sondern auch Juden, auch arische HÃftlinge, denn die Juden wurden . . . jetzt in Birkenau gab es zwei Reihen. Auf der linkenâlinks des Tor war ein Steinblock, wo frÃher einmal russische Kriegsgefangene waren. Von denen . . . von vierzig tausend (40000) damals, sie sich hier befanden, lebten nur noch zwei und dreiÃig (32).

David Boder

Was hat mit den Anderen passiert?

Helen Tichauer

Die Anderen sind . . . verreckt.

David Boder

Was soll das heiÃen?

Helen Tichauer

Verreckt in Sumpf und Schlamm. Das weià ich daher . . .

David Boder

Was meinen Sie? Haben sie da gearbeitet?

Helen Tichauer

Haben hier gearbeitet. Das weià ich von denen, die eben Ãber . . . die damals . . . von den zwei und dreiÃig, die eben noch gelebt haben. Rechts dem Tor waren Holzbaracken. Es waren Pferdestall Baracken, wo die arischen HÃftlinge untergebracht wurdenâaus dem einfachen Grunde, weil diese Baracken reiner waren.

David Boder

Die PferdestÃlle waren reiner . . . ?

Helen Tichauer

Waren reiner. Und es gab Ausnahme-Blocks von solche HÃftlinge, fÃr solche HÃftlinge, . . . fÃr jÃdische HÃftlinge, die eine entsprechend notwendige Arbeitâdamals hat man es fÃr notwendig angesehen, Nummern zu drucken oder einen Steifen zu malen oder eventuell ein GeburtstagskÃrtchen zu zeichnen. Da hat man eben diese HÃftlinge . . .

David Boder

Eine kleine Karte?

Helen Tichauer

Ein KÃrtchen, ja. Da hat man diese HÃftlinge gegeben auf den arischen Block. Ich bekam jede Nacht SchÃttelfrost. Darauf wurde mein arischer Aufseher aufmerksam und zwang mich . . .

David Boder

Zwang Sie?

Helen Tichauer

. . . und zwang mich dem Lagerrevierâdas war das Spitalâzur VerfÃgung zu stellen. Meine Aufnahme erfolgte, nach drei (3) wÃchigem Liegenâohne Behandlung, ohne Medikamenteâgab's einen ganz komischen Tag fÃr mich.

David Boder

[In English] This concludes Spool 149 with Helena Tichauer reporting. We are going over directly to Spool 150. Germany, September the 23rd, 1946 at Camp Feldafing, a large installation of the former Hitler Youth. I am here in the room with bare walls, apparently the paintings and so have been covered, [i.e.] the wall decorations. But the floor is of hardwood which could adorn any fine American home. There are about . . . I estimate fifteen to twenty acres of land, all with large barracks that the Hitler Youth occupied, and which is now occupied by about five thousand Jewish displaced persons. An Illinois Institute of technology wire recording. We are going over to Miss Helena Tichauer's report [unintelligible] to the other spool.

David Boder

Germany, September the 23rd, 1946. Camp Feldafing near Munich. The interviewee is Mrs. Helena Tichauer, continuing from Spool 149. This is Spool 150. Mrs. Tichauer is continuing her report on her camp in Birkenau.

Helen Tichauer

Nun, dann im Jahre neunzehn hundert . . .

David Boder

Also im Jahr . . .

Helen Tichauer

In dem Jahr neunzehn hundert drei und vierzig (1943) . . . im September, kam ich eben in dieses Lagerrevier, das war das Spital. Es war ein isolierter Block. Es war Block sieben und zwanzig (27), ein Stein Block, wo nur jÃdische HÃftlinge lagenâohne Behandlung, ohne Medikamente, weil man eben Medikamente nicht fÃr Juden zur VerfÃgung stellte. Man war drei Wochen hier fast ohne einen Tropfen Wasser und ohne normale Nahrung.

David Boder

Bitte, beschreiben Sie die Betten im Revier.

Helen Tichauer

Im jÃdischen Steinblock gab's ja keine Betten, nur sogenannte Kojen.

David Boder

Wie schreibt man das?

Helen Tichauer

K-O-J-E-N.

David Boder

Kojen.

Helen Tichauer

Kojen, richtig.

David Boder

Koyki, sagt man in polnisch.

Helen Tichauer

Ja.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

In einer HÃhe von drei (3) Metern . . . oder drei (3) Meter zwanzig (20) befanden sich drei (3) solche LÃcher sozusagen. Es waren ganz einfache HÃhlen, wo Platz fÃr fÃnf (5) Mann, wenn's schlecht gingâwenn's gut ging [lacht etwas] auch fÃr mehr war. Das ist die ungefÃhre Beschreibung.

David Boder

Ja. Waren das Holzgestelle?

Helen Tichauer

Der Block war ungefÃhr sieben und zwanzig (27) Meter lang. Es waren Stein Gestelle.

David Boder

Oh, Stein Geselle?

Helen Tichauer

Stein Gestelle . . . senkrecht. Waagrecht waren Holzgestelle.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Lang war eine solche Koje ein (1) Meter.

David Boder

Oh, das waren solche Pritschen?

Helen Tichauer

Richtig.

David Boder

Polati, hÃlzerne Plattform in russisch.

Helen Tichauer

So dass man liegen konnte, breit war sie ungefÃhr auch zwei (2) Meter. Hoch . . . also ungefÃhr zwei mal zwei (2 x 2). Drei solche LÃcher waren oben eins auf den anderen.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Also das ist drei (3)Mal. Der Oberste war immer der Vorteilhafteste, weil oben bis zum Dach Luft und Platz war. Man hat die Leute je nach Bedarf da angebracht. Waren mehr Kranke, dann waren in einer solchen Koje fÃnf (5), sechs (6) bis acht (8) Leute auf . . .

David Boder

Alle neben einander?

Helen Tichauer

Alle neben einander wie Heringe. War mehr Platz, konnten drei (3) oder vier (4) liegen. Nun da lagen wir eben ganz verlassen. Die Leute lagen verlaust, verhungert und ungepflegt. Es kam der erste Oktober neunzehn hundert drei und vierzig (1943). Durch das Fenster, es waren einige Fenster, vom Fenster aus sah man Lastauto hin und her fahren. SpÃter erfuhren wir, dass nebenâhinter Block sieben und zwanzig (27), sechs und zwanzig (26) und dann Block fÃnf und zwanzig (25) wegfahren. Block fÃnf und zwanzig (25) war der bekannte Isolations Block. Da wurden halb kranke, halb erschÃpfte, fast ganz erschÃpfte MÃdchen aufgesammelt und alle Tage ging ein Transport mit Lastwagen von solchen MÃdchen weg. Es hieÃ, man geht nach Lublin. Aber als nach einer Stunde die selben Kleider, das heiÃt die alten Uniformen mit den Nummern, mit den angenÃhten Nummern zurÃck kamen, wussten wir genau, dass man Menschen nicht nackt nach Lublin transportieren kann. Und es dauerte nicht lange bis wir erfuhren die Nachricht, dass MÃnner vom Sonderkommando, dass die Menschen vergast wurden. Am ersten (1.) Oktober schickte man alle kranken HÃftlinge, die im Block sieben und zwanzig (27), wo ich lag, befanden vor den Block. Sie wurden aufgefordert sich neben einander zu setzen. Es waren damals sieben hundert (700) MÃdchen auf dem Block, kranke MÃdchen, krank teilweise an Fleckfieber, teilweise an Malaria, an Infektionen und was eben noch dazwischen kam.

David Boder

Was haben Sie gehabt?

Helen Tichauer

Ich?

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Ich hatte damals Fleckfieber. Ich . . .

David Boder

Mit anderen Leuten nebenbei, die was hatten?

Helen Tichauer

Dies eben . . . Malaria und . . . so kleine Infektionen.

David Boder

Alle auf der selben Pritsche?

Helen Tichauer

Alles in einem Block.

David Boder

Nein, nein . . . alle auf . . .

Helen Tichauer

Alle von der selben Koje, richtig. Jetzt wurden wir aufgefordert uns drauÃen vor dem Block zu versammeln, halb erschÃpft, kalt war es. Drei (3) oder vier (4) Stunden lang saà man. Inzwischen sind aber vorbei an unseren Augen dutzendweise Lastautos mit MÃdchen aus dem Tor hinaus.

David Boder

[unverstÃndlich; man hÃrt Dr. Boder fast nicht]

Helen Tichauer

Nein, es waren normale Wehrmachts . . .

David Boder

Oh, dutzendweise?

Helen Tichauer

Dutzendweise, ja, aus dem Tor hinausâRichtung zum weiÃen Haus. Damals waren schon 2 Krematorien nach moderner AusfÃhrung errichtet und tÃtig. Im Laufe der nÃchsten Monate sind alleâsind die restlichen . . . zwei (2), drei (3) eigentlich beendet worden und die dann Tag und Nacht mit Volldampf arbeiteten, als spÃter Tausende von Judentransporten aus allen LÃndern Europas kamen.

David Boder

Nun haben Sie so ein Krematorium gesehen?

Helen Tichauer

Ja. , aber . . .

David Boder

Wie viele Leute kann man zu einer Zeit verbrennen?

Helen Tichauer

Eines weià ich, an unserem Tor fuhren, . . . kam ein Transport von tausend Menschen . . . und es war immer so, dass zehn(10) Prozent nur ins Lager kamen, das ist hundert (100) von tausend (1000). Und neun hundert (900) bestehend aus MÃttern mit Kindernâob jung oder al, war egalâwenn ein Kind am Arm oder an der Hand gefÃhrt wurde, wurde man als Mutter betrachtet.

David Boder

Als was?

Helen Tichauer

Als Mutter.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Mutter, Kind, Ãltere, krÃnkliche Menschen. Ich mÃchte eigentlich spÃter noch darauf zurÃck kommen, wie eine solche Sortierung vor sich ging, weil ich . . .

David Boder

Ja. Aber wir wollen darauf zurÃck kommen was mit Ihnen war.

Helen Tichauer

Kommen wir zurÃck. An dem ersten Oktober gingen dutzendweise die Lastautos an unserem Augen vorbei. Erst spÃter, als ich . . .

David Boder

Nun wollen wir dabei bleiben, was ist mit Ihnen passiert?

Helen Tichauer

Gut, richtig. Dann kam die Reihe auf uns. Es kam Ohrmeier. Der Name des LagerfÃhrers . . . er hieà MÃller. So kam Herr MÃller auf uns zu und sagte, dass alles, was er bis jetzt hergegeben hat, ist ihm zu wenig. Das hÃrte ich mit eigenen Ohren. Ich war damals in den ganzen Dingen nicht mehr naiv, denn ich habe teilweise, wÃhrend der Zeit ich noch nicht im Revier lag, in der Schreibstube gearbeitet und ich weià nur, dass wir dort stÃndig bekommen haben Totenlistenâvon denen, die auf Autos geladen wurden und dann nicht mehr zum Vorschein kamen. Damals sagte er nur, sagte Herr Ohrmeier nur, es wÃre ihm zu wenig. Block fÃnf und zwanzig (25) war leer. Gesunde Frauen, die bis auf drei tausend ungefÃhrânach meiner SchÃtzung damals in dem Cargo Zustand waren sind in den Tod hinaus gefahren. Jetzt kommt die Reihe an uns.

David Boder

Gesunde Frauen wurden verladen?

Helen Tichauer

Gesunde Frauen, ja. Herr Lagerfuehrer MÃller wurde durch seine SekretÃrin, die damals wegen Rassenschande bei uns arbeitete und war ein HÃftling und sie war Anni MeierâAnni Meier wurde damals darauf aufmerksam gemacht, dass ich mich auch unter diesen HÃftlingen befinde, die da auf Block sieben und zwanzig sind. Und ich hab vor meiner Krankheit fÃr den Lagerfuehrer ein paar Nummern auf einen Kasten gemalt, aber konnte sie nicht mehr beenden. Da kam er auf mich zu und fragte mich, was ich da mach. Ich antwortete, ich wÃre fieberfrei und wÃrde wieder arbeiten wollen. Da sagte er mir: âGut, dann gehen Sie mal gegenÃber, da ist die arische Ambulanz. Lassen Sie sich Ihr Fieber messen und wenn Sie keines mehr haben, dann bleiben Sie. Haben Sie welches, dann gehen Sie mit.â Oft . . . auf der arischen Ambulanz arbeitete damals eine Schwester . . .

David Boder

Mit Ambulanz meinen Sie eine Klinik?

Helen Tichauer

Ja. Das war eine Holzbarackeâeine Kleine.

David Boder

Ja, sehen Sie, wir nennen eine Ambulanz ein Auto.

Helen Tichauer

Eine Klinik, sozusagen.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Dort arbeitet eine deutsche Krankenschwester, eine politische Deutsche, die ungefÃhr acht (8) Jahre schon da war und mit der ich vorher einen kleinen Kontakt hatte. Die arbeitet da und sie wusste genau worum es geht. Und sie hat mir versichert, wenn ich sagte: âZippi, auch wenn Du jetzt drei und vierzig (43) Grad Fieber hast, ich sag nichts.â

David Boder

Wie hat sie zu Ihnen gesagt? Zippe?

Helen Tichauer

Zippi heià ich, so hat man mich genannt.

David Boder

Z . . . ?

Helen Tichauer

Z-I-P-P-I.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Sie selbst hat . . . hm, der Name ist mir momentan entfallen. Ich werde spÃter darauf zurÃck kommen. Und wirklich nach fÃnf (%) Minute kam Herr MÃller und er hatte den Bericht ich wÃre fieberfei. Ich . . .

David Boder

Waren Sie?

Helen Tichauer

Ich war nicht fieberfrei. Ich bekam Baldrian, um mich zu beruhigen und musste drei Stunden lang noch da sitzen und warten.

David Boder

DrauÃen?

Helen Tichauer

In dem Zimmer. Und durch das Fenster sah ich dann alle meine . . . meine MÃdchen, mit denen ich lag beisammen da krank lag, auf den Wagen und sie beim Tor hinaus fÃhren. Ich wurde sofort aufgefordert meine Arbeit in der Schreibstube anzutreten. Fiebernd, halb blind, halb [unverstÃndlich] nach einem Typhus, trat ich meine Arbeit an. Ich hatte damals kaum siebzig (70) Pfund.

David Boder

Wieviel wiegen Sie jetzt?

Helen Tichauer

Jetzt habe ich zwei und fÃnfzig (52).

David Boder

Zwei und fÃnfzig (52) Kilo?

Helen Tichauer

Zwei und fÃnfzig (52) Kilo und das heiÃt hundert vier Pfund. Das Bewusstsein, dass ich als einzige Ãberlebende an diesem Tag von vier tausend MÃdchen zurÃck blieb, gab mir Kraft und den Glauben an ein weiteres Durchhalten. Hundert (100) prozentig war ich sicher, dass die MÃdchen vergast wurden, darum, weil wir in der Schreibstube auÃerhalb der Namenkartothek ein Nummernbuch eingefÃhrt hatten.

David Boder

Ein Nummernbuch?

Helen Tichauer

Ein Nummernbuchâund jeder HÃftling, welcher starb, verstarb . . . wurde mit einem schwarzen . . . mit einem roten Kreuz bezeichnetâjede Nummer. Und solche HÃftlinge, welche vergast wurden, mit einem schwarzen Kreuz. Somit hatte ich schwarz auf weià das, was passiert war. Nach Wochen erholte ich mich. Inzwischen aber gingen noch tÃglich Transporte von den MÃdchen aus dem Lager. Und im Februar neunzehn hundert drei und vierzig (1943), wo die Zahlâdie HÃftlingsnummer des letzten HÃftlings, des letzten AnkÃmmlings drei und dreiÃig tausend erreichte, davon vielleicht schon Ãber zwanzig tausend Juden waren, blieben nach einer groÃen Selektion im Februar tausend fÃnf hundert (1500).

David Boder

Februar von welchem Jahr?

Helen Tichauer

. . . drei und vierzig (â43) . . . tausend fÃnf hundert jÃdische HÃftlinge, Frauen HÃftlinge.

David Boder

Wann?

Helen Tichauer

Im Februar drei und vierzig ('43). Die Gesamtzahl betrug damals ungefÃhr um sieben tausend (7000). Das, was nicht vergast wurde, sind am Typhus zu Grundeâohne Behandlung, ohne Medikamenteâsind teilweise an Hunger zu Grunde gegangen. Es war damals sogar eine groÃe Selektion von nicht-jÃdischen HÃftlingen.

David Boder

Was ist eine Selektion?

Helen Tichauer

Eine Selektion ist wie eine Auslese, eine natÃrliche Auslese, die mit dem Fremdwort Selektion bedacht ist. Das war keine natÃrliche Auslese, das war eine Auslese der SS.

David Boder

Wie haben sie diese Leute ausgesucht?

Helen Tichauer

Sie haben beurteilt nach Laune, nach Aussehen, ob jemand noch arbeitsfÃhig oder lebensfÃhig ist oder nicht. Es gab einen General Appell an diesem . . . ich denke es war der neunzehnte (19.) Februar. Ein General Appell war ein Appell, wo das ganze Lager gegenÃber auf einer Wiese versammelt wurde.

David Boder

Wer?

Helen Tichauer

Bloà Frauen, und dann einzeln ins Lager rein gelassen wurden. Nach links und nach rechts. Diese . . . diese Selektion wurde damals Oberaufseherin Maria Mandelbein und die damalige Arbeitsdienst FÃhrerin Hasse, die Schwester der Aufseherin Franz Dicolette im Lager MÃhldorf, in das Frauenlager MÃhldorf ist gefahren Eine ging nach links und Eine ging nach rechts. Und alles was nach links ging, ging zum Block 25. Damals gingen nicht nur jÃdische Frauen; es gingen zum Grossteil Jugoslawinnen, selbst Reichsdeutsche Diebe [unverstÃndlich], Reichsdeutsche politische HÃftlinge, Reichsdeutsche asoziale HÃftlinge, Russinnen, alles was eben vorhanden war. Es wurde keine RÃcksicht darauf genommen, ob jÃdisch oder nicht jÃdisch. Es war aber dann damals der letzte Arier, der vergast wurde. Dann kamen weitere Befehle aus Berlin, denn die Aufseherinnen oder SS AngehÃrige haben Selektionen nur dann gemacht, wenn Berlin angeordnet hat eine Selektion durchzufÃhren. Ich werde da ein Beispiel bringen: es gab, zum Beispiel, zwei tausend (2000) Typhus FÃlle im Spital. Das Lager hat Berlin angefragt, ob es gestattet ist von den zwei tausend (2000) Typhus FÃllen , alle von den zwei tausend jÃdischen Typhus FÃllen die MÃdchen zu vergasen. Nach drei (3) Monaten ungefÃhr kam die Antwort âjaâ. Inzwischen waren vielleicht schon vierzig Prozent (40%) dieser MÃdchen schon gesund. Aber die Zahl zwei tausend musste aufgebracht werden. Man hat alle JÃdinnen aus dem Spital, die da lagenâohne Ausnahmeâob sie jetzt KrÃtze oder bloà eine andere Kleinigkeit hatten, genommen, denn der Rest , der von den zwei tausend (2000) fehlte, weil der schon entlassen war, weil die schon gesund warenâwurde dadurch auch auf diese Art aufgebracht, indem man in die Blocks ging. Die SS ging in die Blocks und diesmal gefiel ihnen vielleicht nur der Stubendienst, der gut aussah. Sie nahmen den gesunden Stubendienst. Sie nahmen die MÃdchen, die eben auf der Landstrasse zur Toilette eilten. Sie nahmen, was ihnen in den Weg gang. Die Nummer zwei tausend war erreicht. Es war aber noch nicht genug. Sie haben diesmal eine Einzelaktion ausgenÃtzt und die Nummer ging gleich auf drei tausend. Und diese MÃdchen gingen auch ins Gas. Ich weià es, denn ich hab die Nummern laut Liste, die wir bekamen, im Nummernbuch schwarz angezeichnet.

David Boder

Ja, aber es hat niemand im Nummernbuch gesagt, was schwarz âwas es bedeutet.

Helen Tichauer

Doch. Wir wussten: SBâSonderbehandlung.

David Boder

Hm. Das war der Name dafÃr?

Helen Tichauer

Das war der Name.

David Boder

Es sagt nicht vergast?

Helen Tichauer

Nein, es sagt immer wieder âSonderbehandlung'. Das Kommando hieà auch Sonderkommando, die dabei arbeiteten. Und vergast durften dann auf Befehl Berlin nur solche Juden werden, die mit RSHA Transporten kamen; also verlockte Juden.

David Boder

Was heiÃt RSHA?

Helen Tichauer

Reichs-Sicherheits-Hauptamt Berlin. Juden, die aus dem GefÃngnis kamen, wurden als kartei-mÃÃige Juden behandelt. Sie wurden Kartei-mÃÃig aufgenommen, ihre Kleider . . .

David Boder

Was heiÃt das âKartei . . . '?

Helen Tichauer

Kartothek, es wurde eine Kartothek ihrer Kleider angelegt, die sie aber niemals zu sehen bekamen und waren vor einem Vergasen, vor einer Sonderbehandlung geschÃtzt. Das war der einzige Vorteil. Nun, wenn aber dazu kam, dass irrtÃmlicherweise ein solcher Jude von so einem Transport ins Gas ging, dann wurde eben eine Totenmeldung ausgestelltâeine Totenmeldungâakuter Darmkatarrh und etc.

David Boder

Nun, die, hm , Kartei, was haben Sie da gesagt?

Helen Tichauer

Kartei-mÃÃige Juden und daher . . .

David Boder

Kartei-mÃÃige Juden waren solche, die nicht vergast wurden?

Helen Tichauer

Die nicht vergast werden sollten. Und daher kommt es heute zum Grossteil, wenn wir vielleicht Ãltere Menschen, wenn wir vielleicht schwache, krÃnkliche Menschen sehen, die heute leben, dank dessen, dass sie kartei-mÃÃige HÃftlinge doch im GefÃngnis waren. Sie waren bevorzugt. Es war eigentlich paradox.

David Boder

Was?

Helen Tichauer

Denn die Leute, die aus dem GefÃngnis kamen, haben sich bestimmt bewusst was zu Schulden kommen lassen. Die Anderen kamen ganz harmlos und unschuldig ins Lager, nur darum, weil sie Juden waren.

David Boder

Also die sogenannten Kriminellen sind am Leben geblieben.

Helen Tichauer

Richtig. Zum Grossteil oder sie wurden entweder ausgepeitscht zu Tode, bei der Arbeit erschlagen. Das ist dann schon, da waren es nicht nur Juden. So wurden . . . so endeten auch viele andere, Tausende auch von anderen, nicht-jÃdischen HÃftlingen. Haben Sie noch eine Frage?

David Boder

Nun also was war da weiter? Wie ist es Ihnen gegangen? Ich will das eindeutig wissen.

Helen Tichauer

Also ich arbeitete dann in der Schreibstube. Meine Arbeit bestand . . . dadurch, dass ich dann nach meiner Krankheit dem LagerfÃhrer die paar Nummern an seinem Schrank beendete und ich als Einzige von vier tausend (4000) Frauen kam, wurde . . . wurde man auf mich aufmerksam. Die SS, die sich damalsâdie entlassen wurde oder versetzt wurdeâund eine Neue kam, wusste immer wieder von den Anderen, dieser HÃftling wurde von Herrn MÃller bevorzugt. Sie wussten nicht warum. Und wenn es dann spÃter zu irgendwelchen Selektionen kam, da haben sie auf mich vergessen. Ausserdem habe ich dann schon im Laufe der Zeit Arbeiten, die keine zweite (2.) Frau durch gefÃhrt hat, weil ich eben ein Fachmann war. [unverstÃndlich] waren sie, zum Beispiel, auch gut aussehende Kartothek, oft Kleinigkeiten, die ich ihnen immer wieder auf Befehl durch gefÃhrt hab, genau so wie jeder andere HÃftling seine Arbeit verrichtet hat, die ihm anbefohlen wurde.

David Boder

Nun, wie ist es weiter gegangen dann?

Helen Tichauer

Dann spÃter habe ich in der Schreibstube als HÃftling gearbeitet, gearbeitet teilweise bei der Kartothek teilweise . . . , also immer wieder das gemacht, was nÃtig war. Dann kam ObersturmfÃhrer Hessler, Hessler, der im Bergen-Belsen Prozess erhÃngt wurde. Er wurde unser LagerfÃhrer.

David Boder

In . . . in Birkenau?

Helen Tichauer

Ja. Ich [unverstÃndlich] . . . ich mÃchte sagen noch Einiges Ãber Hesslerâeinige Worte sagen. Die Selektionen, die durch gefÃhrt wurden bei Ankunft eines Transportes, wo ich schon erwÃhnt habe, dass 90% ins Krematorium gingen, dem wohnte auch Herr Hessler bei. Mal Herr Hessler, mal Herr Dr. Mengele, mal Frau Oberaufseher Mandel, mal auch Oberaufseher Drexel, je nach dem âabwechselnd. Das ging so automatisch, rechts, links, wer eben GlÃck hatte, der kam ins Lager. Und nur diejenigen, die ins Lager kamen, wurden tÃtowiert, bekamen ihre Nummer und wurden in der Kartothek eingetragen. Herr Hessler beteiligte sich auch an diesen Selektionen, genau so wie alle anderen SS AngehÃrigen. Aber Tausende von mÃnnlichen und weiblichen HÃftlingen kÃnnen heute Herrn Hessler vielleicht ihr Leben verdanken. Denn er war derjenige, der eine ganz radikale DurchfÃhrung der Entlausung vor sich nahm. In allen LagernâMÃnner- und Frauenlagerâdie Typhuslaus verschwand. Und HÃftlinge blieben auf diese Art vom Typhus verschont.

David Boder

Wie hat er das gemacht?

Helen Tichauer

Er hat die Kleider in Dampfkessel stecken lassen, wo die Typhuslaus eben getÃtet wurde, die Eier, die Brut getÃtet wurde. Die HÃftlinge wurden oftmals geschoren, Haare, wo er eben Haare hatte und machte nach dem Bad eine Reinigung durch und hat sich da, hat auch da genÃgend Seife und Wasser zur VerfÃgung gestellt und solche Entlausungen fanden jeden Monat statt. Also es gab keinen HÃftling in Birkenau, der sich nicht einmal im Monat einer Entlausung unterzogen wurde.

David Boder

Aha.

Helen Tichauer

Und eben Hessler hat damals . . . wurde also genau so, wie alle Anderen, wurde auch auf mich aufmerksam als Lagerzeichnerin, hat mir Farben zur VerfÃgung gestellt und hat mir einen kleinen Raum neben der Schreibstube eingerichtet, wo ich gearbeitet habe. Ich habe damals die . . . den ersten grÃÃeren Auftrag bekommen ein Diagramm durch zu fÃhren. Ein Diagramm des Arbeitseinsatzes, das heiÃt, alles was sich im Lager abgespielt hat, die tÃgliche VerÃnderung der StÃrke, die tÃglichen ZugÃnge, Arbeitseinsatz in RÃstungsindustrie, in . . . in der Landwirtschaft und Ãberall, wo HÃftlinge gearbeitet haben in Form eines Diagrammes monatlich aufzustellen, das dann nach Berlin abging. Ich hab dieses Diagramm einmal fÃr ihn und einmal fÃr mich gemacht. Und den nÃchsten Tag, den achtzehnten (18.) Januar fÃnf und vierzig (45) hab ich eine Rolle von Duplikaten hinter dem Schrank im Lager Birkenau, Abschnitt B 2 B, geworfen. Ich glaube, es ist in die HÃnde der Russen gefallen.

David Boder

Sie wissen nicht in welche HÃnde es gefallen ist?

Helen Tichauer

Nein.

David Boder

Warum konnten Sie es selber nicht nehmen?

Helen Tichauer

Ich konnte es selber nicht . . . wieso denn? Wir mussten ja evakuieren.

David Boder

Ach Sie wurden evakuiert?

Helen Tichauer

Ja und ich . . . man hat eben vorher alle Papiere, die ganzen HauptbÃcher alle verbrannt. Und von diesen Diagrammen wusste keiner. Ich hab sie hinter den Schrank geworfen.

David Boder

Wo haben Sie diese Diagramme hinter den Schrank geworfen? Also weiter.

Helen Tichauer

Ja, um die Zeit irgendwie tot zu schlagen, hab ich in diesem kleinen Raum mir vorgenommen das Lager Birkenau plastisch aufzubauen. Die entsprechenden Utensilien und alles was eben dazu gehÃrte, habe ich mir besorgt.

David Boder

Geschlafen haben Sie im allgemeinen Block?

Helen Tichauer

Geschlafen habe ich mit allen HÃftlingen beisammen. Bevorzugt war ich nicht, BindentrÃger war ich auch keiner. Ich war bloà anerkannt als Lagerzeichnerin.

David Boder

Was haben Sie zu essen bekommen?

Helen Tichauer

Zu essen? Genau das selbe wie jeder andere HÃftling. In der FrÃh gab es Kaffee, dann gab es tÃglich fÃnf hundert (500) Gramm . . . nein, ich weià nicht genau, aber es war ein . . . von einem . . . von zwei (2) Pfund Brot war es ein Viertel. Das heiÃt doch 500 Gramm so.

David Boder

Von zwei (2) Kilo?

Helen Tichauer

Nein, von zwei (2) Pfund . . . von einem Kilo Brot, 250 Gramm.

David Boder

Gramm?

Helen Tichauer

Es hat sich doch jedes Mal gewechselt. Einmal war das Brot auf vier (4), ein anderes Mal fÃr fÃnf (5).

David Boder

Was fÃr ein Brot war das?

Helen Tichauer

Es war ein Wehrmachtsbrot.

David Boder

War es lange bevor gebacken?

Helen Tichauer

Es wird jeden Tag gebacken. Auschwitz, das MÃnnerlager Auschwitz hatte eine BÃckerei.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Das Lager Auschwitz war an und fÃr sich autonom. Die verschiedensten WerkstÃtten, verschiedensten . . .

David Boder

War da eine, hm, eine . . . eine Gasfabrik in der NÃhe?

Helen Tichauer

Eine Gasfabrik?

David Boder

Eine Fabrik, die diese Gase gemacht hat.

Helen Tichauer

Nein, das Gas war in BÃchsen und hieà Zyklon.

David Boder

Ja. Nun weiter.

Helen Tichauer

Diese BÃchsen sah man manchmal, denn sie warenâzur Zeit fÃr Entlausung wurden sie auch verwendet. Es wurde aber bei der Entlausung mit Gas mehr gespart wie bei der Vergasung der Menschen, das wissen wir.

David Boder

Es wurde mehr gespart?

Helen Tichauer

Mehr gespart. Alles war immer wieder ausgerechnet, aber es genÃgte fÃr die LÃuse.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Nun wo war ich? Nun, dann . . . Ja, ich habe beschlossen das Lager plastisch aufzustellen. Und tatsÃchlich nach drei (3) monatiger Arbeit mit noch einem HÃftling, die mir dabei geholfen hat, haben wir das Lager Birkenau auf einer FlÃche von zwei (2) Meter mal achtzig (80) hergestellt. Nachher kam es unter Glas und wurde auf die Kommandantur zwei (2) getragen. Ich hab den Plan heute noch im Kopf. Denn die Bauleitung, die damals PlÃne und dergleichen fachmÃnnisch durchfÃhrte, war immer voll beschÃftigt und immer wieder wollten die Herren von dem Lager, der LagerfÃhrer und der RapportfÃhrer schematische PlÃne haben. Sie haben ja auch eher schematische PlÃne verstanden.

David Boder

Ah hm.

Helen Tichauer

Und da kamen sie zu mir und so beschÃftigten sie mich halt.

David Boder

Wie haben Sie gezeichnet . . . mit Tusche, Tinte, oder?

Helen Tichauer

Ich habe mir immer das Notwendigste besorgt. Alles war vorhanden, denn es kamen auch Zeichner, es kamen auch KÃnstler mit den Transporten, die nicht mehr das GlÃck hatten ins Lager zu kommen, aber die Dinge von ihnen blieben Ãbrig und sie wurden in einem Lager, das Effekten Lager Brezinkiânebenâes war in mitten aller Krematorien ein Lager, getarnt mit BÃumen, wo Baracken . . . wo es Baracken gab, in welchen die Kleider und alles, was eben die Leute mit sich brachten, aufgestapelt war und eben von da habe ich mir diese Dinge geholt.

David Boder

Nunâwann kamen Sie . . . wo sind Sie nach Auschwitz gegangen?

Helen Tichauer

Es kam der achtzehnte (18.) Januar.

David Boder

FÃnf und vierzig.

Helen Tichauer

FÃnf und vierzig. Von weitem hÃrten wir schon es sind Detonationen. Wir wussten ganz genau, es sind die Russen. Das letzte Krematorium flog in die Luft bei Anordnung der SS. Die ersten vier wurden von den HÃftlingen, die da selbst . . . also vom Sonderkommando das hier die ganze Zeit die Leute verbrennen musste, wurden die Krematorium, die Krematorien demoliert.

David Boder

Das wurde ihnen befohlen?

Helen Tichauer

Wurde ihnen von Berlin aus befohlen. Je nÃher die Russen kamen, umso rascher wurde gearbeitet. Und am letzten Tag war keine Zeit mehr. Wir mussten weg und das Krematorium fliegt in the Luft. Die HÃftlinge . . .

David Boder

Wann hat man aufgehÃrt die Leute zu vergasen?

Helen Tichauer

Zu vergasen hat man aufgehÃrt Ende Oktober fÃnf und vierzig (45).

David Boder

Vier und vierzig (44).

Helen Tichauer

Vier und vierzig (44) auf Anordnung Berlin. Und die nÃchsten Transporte, die nach . . . die danach kamen, egal of Kinder, ob Alte, wurden nicht mehr vergast. Es gibt heute noch ganze Familien, die damals das GlÃck hatten zu kommen und zu Ãberleben. HauptsÃchlich slowakische Transporte kamen damals. Und die letzten Transporte, wo ich selbst aus meiner Familie kleine Kinder hatte, wurden nicht vergast und blieben am Leben.

David Boder

Nun hat ihre Familie Ãberlebt?

Helen Tichauer

Nein, es sind bloà Verwandte gewesen.

David Boder

Ich meine Ihre Familie.

Helen Tichauer

Meine Eltern selbst, weià ich von Leuten, die dann nachtrÃglich zu uns kamen, mit den nachfolgenden Transporten in dem Jahre drei und vierzig (43), dass sie mit dem Familientransport nach Lublin abgefahren wÃren und was wir wissen von diesem Transport genau lebt keiner. In der Tschechoslowakei, das heiÃt in der Slowakei, wurden sechzig tausend (60000) Juden deportiert. Von diesen sechzig tausend (60000) leben hundert fÃnfzig (150) MÃnner und vier hundert fÃnfzig (450) MÃdchen.

David Boder

Aus der Tschechoslowakei.

Helen Tichauer

Aus der Slowakei.

David Boder

Wie wissen Sie diese Zahlen?

Helen Tichauer

Wieso? Denn die ganzen MÃdchen kamen mit mir. Die Lubliner Transporte haben es nicht Ãberlebt und alle anderen Transporte kamen zu uns. Und der Stand . . . wir haben tÃglich NationalitÃten Aufstellungen gemacht, die ich teilweise so regis . . . so einzuteilen hatte, ja. Der Stand im letzten Monat . . . der Stand bei den MÃdchen vier hundert fÃnfzig (450), der Slowakinnen.

David Boder

Nun, sagen Sie mal, was hat dann passiert? Die Russen kamen nÃher, das Krematorium flog in die Luft.

Helen Tichauer

In die Luft.

David Boder

Und was ist mit Ihnen passiert?

Helen Tichauer

Und man hat die Auschwitzer MÃnner HÃftlinge und Frauen HÃftlinge evakuiert.

David Boder

Und Sie waren darunter.

Helen Tichauer

Und ich war darunter.

David Boder

Wo hat man Sie evakuiert und wie hat man Sie evakuiert?

Helen Tichauer

Wir gingen direkt in Richtung Loslau.

David Boder

Zu FuÃ?

Helen Tichauer

Zu FuÃ. In der grÃÃten . . .

David Boder

MÃnner und Frauen zusammen?

Helen Tichauer

Nein, begleitet von SS. Vierzig tausend (40000) HÃftlinge ungefÃhr, schÃtzungweise sind damals niedergeschossen worden, weil . . .

David Boder

Wo?

Helen Tichauer

Auf dem Weg, wenn wir . . .

David Boder

Wie viele HÃftlinge haben denn Auschwitz verlassen?

Helen Tichauer

Ãber hundert tausend (100000).

David Boder

Hundert tausend (100000) auf einmal?

Helen Tichauer

Ja.

David Boder

Nun?

Helen Tichauer

Und wir sahen tote HÃftlinge links und recht, vorne, die MÃnner, die vor uns gingen wurden zum Grossteil nieder geknallt und wir gingen an den Leichen vorbei. Die SS war damals speziell fÃr die die ausgesucht [unverstÃndlich] . . . zum Grossteil Volksdeutsche, eine groÃer Teil Volk . . .

David Boder

Volksdeutsche, wer waren die?

Helen Tichauer

Volksdeutsche, Volksdeutsche sind alle Deutschen, die nicht Reichsdeutsch sind, die sich deutsch national fÃhlen, bekennen, aber nicht reichsdeutsch.

David Boder

Nicht in Deutschland geboren?

Helen Tichauer

Also jugoslawische Deutsche, Sudetendeutsche.

David Boder

Aha. Sudentendeutsche.

Helen Tichauer

Und Ukrainer. [unverstÃndlich] Deutsche und so weiter, und so weiter . . . Alles was . . .

David Boder

Und sie gehÃrten zur SS?

Helen Tichauer

Diese SS AngehÃrigen . . .

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Die Volksdeutschen waren zum Grossteil Ãrger wie alle Anderen. Wir wurden von denen gejagt, mal nach Norden, mal nach SÃden, mal nach Osten, mal nach Westen. Wir konnten uns dieses Hin- und Herjagen nicht erklÃren, denn es war doch in dem Interesse, dass wir vorwÃrts kommen, wir haben uns ja von den Russen gejagt. Bloà waren wir an einem Ort, dann hieà es die Russen sind fÃnf (5) Kilometer entfernt, so jetzt muss man nach sÃdwÃrts; waren wir dann da gewesen, mussten wir nordwÃrts. Und so kamen wir erschÃpft nach Tag und Nacht in der Stadt Wroclaw, Ober Schlesien an, wo wir in Wagonsâin offene Viehwagons im Januarâzu hundert in Einen eingepfercht wurden.

David Boder

Nun beschreiben Sie die Reise.

Helen Tichauer

Die Reise ging Tag und Nacht, hin und her eigentlich. Genau so wie der Weg zu Fuà , auch die Reise mit dem Zug, ohne Verpflegung, im Sturm, ohne Toiletten, ohne nichts.

David Boder

Doch, wer hat sie bewacht?

Helen Tichauer

Bewacht von der SS. Man fuhr mit unsâman fuhrâman wusste nicht genau wohin.

David Boder

Doch, sie haben ja wirklich ohne Essen gewesen wÃhrend dieser Zeit?

Helen Tichauer

Ohne zu essen, denn es war ein Befehl, dass fÃr ungefÃhr hundert (100) Mann, fÃr hundert (100) Frauen, die sich in einem Wagon befanden zwei (2) Brote und eine Dose Konservenfleisch verteilt werden sollten. Das wurde aber auch . . . fÃnfzig (50) Prozent davon wurde verteilt an die SS, weil die SS selbst war hungrig.

David Boder

Nun?

Helen Tichauer

Wir haben am ersten Tag eine dÃnne Scheibe Brot und vielleicht ein hundert Gramm Fleisch bekommen.

David Boder

Jeder?

Helen Tichauer

Jeder. Und der Rest bestand aus Schnee, den wir geleckt haben, weil er eben fiel. Dann spÃter in der NÃhe von Berlin, wusste die BevÃlkerung nicht genau, wer wir sind und da brachten sie uns heiÃen Kaffee oder heiÃes Wasser.

David Boder

Die BevÃlkerung.

Helen Tichauer

Die BevÃlkerung. Wir selbst fuhren in Richtung Oranienburg. Und mir war das ziemlich bekannt, ich wusste ganz genau, wo sich die einzelnen Konzentrationslager noch befinden.

David Boder

Wieso wussten Sie das?

Helen Tichauer

Wieso? Denn wir selbst in der Schreibstube haben ja doch HÃftlinge manchmal Ãberstellt. Dann kamen HÃftlinge von einem in ein anderes Lager. Wir haben immer kalkuliert, wo ungefÃhr was liegt. Ich wusste genau, wenn der Weg nach Oranienburg geht, dann fÃhrt uns der Weg nach RavensbrÃck . . . und RavensbrÃck ist ein bekanntes, deutsches Konzentrationslager gewesen.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Ravensbrueck . . . ich weià nicht, ich mÃcht noch bevor auf Ravensbrueck zurÃck komme, einen Fall erwÃhnen.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

In Auschwitz gab es HÃftlinge, die fÃr experimentelle Zwecke zur VerfÃgung gestellt wurden, das heiÃt gezwungen wurden. Es gab im MÃnnerlager . . . im MÃnnerlager ein Block zehn (10), das war Block zehn (10). Block zehn (10) befand sich neben Block 11, der sogenannte Bunker, wo Tausend von Exekutionen stattfanden, die ich oftmals durch die Spalte einiger Holzbretter sehen konnte.

David Boder

Zum Beispiel?

Helen Tichauer

Zum Beispiel, es war doch damals, wie wir in Auschwitz waren . . . es war so. Man konnte sehen, der HÃftling wurde raus gejagt nach links. Dann hÃrte man einen Knall. Wie wir erfuhren danach, es war ein Genickschuss und rechts kann man . . . konnte man durch die Spalte . . . Berge . . . .Haufen von warmen Menschenleichen noch sehen. Zur damaligen Zeit schoss Herr HaupttruppenfÃhrer Barich. Sein Nachbar, das war Herr Stiebitz auf dem Block zehn (10). Selbst bin ich nicht gewesen auf dem Block zehn (10) zur Zeit, wo Experimente durchgefÃhrt wurden. Block zehn 10) hatte das Bestreben kÃnstliche Befruchtung durchzufÃhren. Soll ich erzÃhlen?

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Ich hoffe, es . . . Sie werden die MÃglichkeit haben durch persÃnliche Zeugen Ãber den Block zehn (10) Einiges zu erfahren.

David Boder

Wir kÃnnen beginnen hier.

Helen Tichauer

Jetzt RavensbrÃck, als ich in RavensbrÃck ankam, habe ich was anderes gehÃrt und es stimmt. Frauen, hauptsÃchlich Polinnen, wurden auch in den Isolierblock gesteckt, denen dann Rippen entfernt und sie damit zum KrÃppel machte, um die an deutschen Kriegsverwundeten zu ersetzen.

David Boder

Nun wie kann man Frauenrippen MÃnnern . . . ?

Helen Tichauer

Es mÃssen nicht Rippen gewesen sein, es kÃnnen Knochen, ein Schienbein, es kann ein anderer Teil damals gewesen sein, jedenfalls stimmt es.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Die Frauen wurden aber dann nicht mehr als KrÃppel entlassen. RavensbrÃck hatte auch sein Krematorium. Es gibt eben auch hier ein anderes Mittel, um den Menschen eben . . . zu tÃten. Es gab Spritzen, es gab verschiedene andere Dinge Ãber die Sie von Zeugen, vielleicht von Ãrzten, die vielleicht selbst dort gearbeitet haben, erfahren werden. RavensbrÃck machte auf mich persÃnlich den Eindruck, wie vielleicht Auschwitz in neunzehn hundert drei und vierzig (1943)âein Chaos, ein Durcheinander, Schmutz, Hunger, ein Gejage. Die SS wusste nicht mehr was mit uns zu beginnen. Wir wurden weiter transportiertâweg . . . jetzt in kleinere Lager, die fÃr ein tausend Mann bloà bestimmt waren und keine drei Tausend. Man kann sich vorstellen, wie dann die Wohn- und EssverhÃltnisse ausgesehen haben, bis zum Tage der Befreiung. Und dann . . .

David Boder

Wann wurden Sie befreit und von wem?

Helen Tichauer

Bitte warten Sie. Der Tag der Befreiung . . . es war der dritte Mai.

David Boder

[In English] This concludes Spool hundred and . . . 150. Miss Helena Tichauer . . . Miss Helena . . . Mrs. Helena Tichauer. She started her record . . . her report on 149, and we are going over to the third . . . we are going over to the third spool of her report.

David Boder

Germany, September the 23rd, 1946. Feldafing Camp, about 30 kilometers or so from Munich, a camp for displaced Jews. Located on about a 20 acre or so reservation, if we could call it [that]. Full with two-story buildings, now with additional temporary buildings also, in which Hitler Youth was getting its preliminary training. The interviewee is Miss Helena Tichauer, otherwise Zippi genannt [called], and we are now here to the final wanderings which so often come through, where . . . where prisoners of war or concentration camp inhabitants were carried around and chased around [by the Germans] from one place to the other for some reason that they should not get into the hands either of the Americans or the Russians.

David Boder

[In German] Also wohin kamen Sie nach diesem Wandern, Frau Tichauer?

Helen Tichauer

Das letzte Lager nach RavensbrÃck war ein kleines Arbeitslager Malchow, das nicht mehr lange dauerte, denn eine Woche vor . . . zwei Wochen bevor Kriegsende hat das rote schwedische Kreuzâdas rote, schwedischen Kreuz genommenâeigentlich, Autos geschickt und hat somit offiziell die HÃftlinge heraus genommenâich weià nicht, ob da internationale [unverstÃndlich] gebrochen wurden oder was sie damals Ãberhaupt dazu bewegt hat, dass sie die HÃftlinge befreit haben. Und es hat damals ein bisschen Hoffnung in uns erweckt. Es waren . . .

David Boder

Aber sie kamen doch nicht heraus?

Helen Tichauer

Ich war geblieben. Es kam der erste Mai. Der erste Mai wurde in unseren Herzen als Tag der Freiheit gefeiert. Und am ersten Mai wurden wir auch aus dem Lager Meistro evakuiert. Und wir wussten . . .

David Boder

Warten Sie. Von wem wurden Sie evakuiert?

Helen Tichauer

Von der SS. Das war oben in Mecklenburg. Und wir ahnten und wir wussten, dieser Weg geht wirklich in die Freiheit und wir haben uns nicht getÃuscht. Hinter der Stadt Goldberg . . . Wie viele Tage waren Sie unterwegs?

Helen Tichauer

Einen Tag und eine Nacht.

David Boder

Ja, nun?

Helen Tichauer

Es war auf der Landstrasse Volk, Soldaten, HÃftlinge, wie . . . was eben noch HÃnde und FÃÃe hatte, ging in Richtung LÃbeck. Ich persÃnlich mit zwei (2) MÃdchen verschwand unter der Menge, wir haben uns los gerissen. Vorher hatten wir unsere Kleider vom roten Strich entfernt . . .

David Boder

Vom roten Streifen?

Helen Tichauer

Vom roten Streifen ja.

David Boder

Wie haben Sie das getan?

Helen Tichauer

Ich selbst . . . als Malerin war immer darauf vorbereiten mir den Streifen nicht mit Ãlfarbe sondern mit roter Wasserfarbe, die zwar nicht gedeckt hat, anzufertigen und mit leichtem Streichen mit einer BÃrste konnte man den Streifen leicht entfernen. Und das hab ich unterwegs gemacht, hab mich . . .

David Boder

Und ihre Freundinnen?

Helen Tichauer

Ebenfalls. Wir haben uns unter [unverstÃndlich] vermengt. Das war nicht schwer, denn es war ein zu groÃes Chaos, eine zu groÃe NervositÃt unter allen, selbstverstÃndlich auch der SS. Und am Nachmittag fand ich ein abgelegenes, kleines BauernhÃuschen, ein kleines Gut, wo ich sah, dass die Deutschen ausziehen, das war deutsche Wehrmacht. Und kam daher auf die gute Idee in der Scheune schlafen zu gehen. In der Nacht . . .

David Boder

Mit wem waren Sie?

Helen Tichauer

Mit den zwei (2) MÃdchen. Dort fanden wir aber auch schon Andere, die das selbe Ziel hatten, das heiÃt, die genau auf den gleichen Gedanken kamen. Das waren hauptsÃchlich franzÃsische Kriegsgefangene, etwas Russen, auch SS AngehÃrigen, die ihre Abzeichen weggeworfen haben und nicht mehr weiter tun wollten. Also ein Gemisch von einem Volk. Und die Nacht verbrachte man in der Scheune.

David Boder

WorÃber haben Sie da gesprochen?

Helen Tichauer

Gesprochen? Es wurde darÃber debattiert. Soll man weiter? Wir zogen weiter. Man kam mehr zu den Amerikanern. Warum sollen wir nicht von den Russen befreit werden? Und HÃftlingen kann es doch egal sein, ob es ist von den Amerikanern oder von den Russen oder von den EnglÃndern. Wir wollen nur befreit werden, wir wollen befreit sein. Und es ist schade unsere letzte Kraft noch her zu geben, denn wir waren ja ziemlich erschÃpft und waren in einem Laufschritt quasi vorwÃrts zu kommen. Wir wussten, dass der Tag der Befreiung durch die Alliierten, egal welcher Nation, unser Tag ist, ja. Und . . .

David Boder

Und was haben die SS gesagt, die Deutschen?

Helen Tichauer

Sie haben . . . sie waren bereit hie zu bleiben und sich gefangen nehmen zu lassen. Da gab's auch zwei DÃnen oder HollÃnderâ also jedenfalls von den Nord Staaten, zwei groÃe MÃnner, die sich ziemlich unschlÃssig waren und nicht wussten, was von ihnen gewollt war. Und sie wollten so ziemlich fort rennen. Und bei dem Zweifel habe ich ihnen eben gesagt, es lohnt sich nicht, denn eventuell wÃrden sie unterwegs auch von den Deutschen erschossen werden. Sie sind geblieben. Und wirklich in der Nacht hÃrten wir im Waldâin der NÃhe des WaldesâKanonendonner. Das waren vielleicht auch [unverstÃndlich; klingt wie Kakischka] wir waren ja doch . . .

David Boder

Was ist Kakischka?

Helen Tichauer

Kakischka ist eine russische Spezialwaffe. Wir waren Frauen und hatten keine besondere Kenntnis. Aber wir haben uns halt gedacht, in der Ober . . . an der Oberfront arbeiten die Russen hauptsÃchlich mit Kakischka und gegen drei (3) oder vier (4) Uhr kommt eine Stille. In der FrÃh waren wir hungrig. Auf dem Hof gab es Kartoffeln. Wir haben uns eben ein paar Kartoffeln gekocht, weil wir hungrig waren. Und plÃtzlich sahen wir einen Soldaten, also ein Uniformierter. Die Franzosen hatten ja ihre Uniform behalten. Uns haben die Uniformen nichts gemacht, denn wir waren ein Gemisch von allen. Und grÃÃte auf russisch âZdravstvuy'. Darauf fragte ich ihn: âWer bist Du?'. Er gibt mir keine Antwort. Ich erblicke . . . ich erblickte auf seiner MÃtze den russischen Sowjet Stern. Und ich frage ihn irgendwie so in einem gebrochenen Russisch: âBist Du ein russischer Soldat?' Darauf sagt er âJa.' âUnd sind die Russen schon da?' Und er sagte: âJa.' âUnd sind wir frei?' Darauf sagte er: âJa.' Und es war ein russischer Sniper, so ein Vorbote und ich wusste das schon da, dass [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband]. Nach einigen zehn Minuten kamen auf der Landstrasse verschiedene Panzerwagen, Pferde und Soldaten, Autos [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband]. Da sie wussten, dass wir HÃftlinge sind haben sie uns mit Lebensmittel und KonfitÃren und dergleichen . . .

David Boder

Haben sie Lebensmittel gehabt?

Helen Tichauer

Ja, sie hatten Lebensmittel schon von . . . woher weià ich nicht. Auf jedenfalls haben sie [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband] . . . sie wissen, dass wir auf dem Weg sind. Auf der ganzen Linie gab es HÃftlinge. Sie haben keine RÃcksicht genommen, wenn sie in einem Dorf oder ein Stadt waren, dort alles zu requirieren und uns zu geben. Die HÃftlinge waren halb nackt und halb verhungert und wir haben diese Dinge gebraucht. Diese Nacht, glaube ich, ja diese Nacht habe ich beschlossen heimwÃrts zu gehen und einen Tag . . .

David Boder

Nach Slowakien?

Helen Tichauer

Nach der Tschechoslowakei, richtig. Es war der dritte (3.) Mai. Und schon ein paar Stunden spÃter haben sich [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband] die amerikanischen und russischen Truppen getroffen. Die selbe Nacht hielt ich ein Auto an, das bereits wieder von der Front zurÃck fuhr, um etwas zu holen. Es war ein russischer KapitÃn. Ich ersuchte ihn uns mit zu nehmen.

David Boder

Alle drei?

Helen Tichauer

Alle drei. Er . . .

David Boder

Waren das jÃdische MÃdchen?

Helen Tichauer

Nein es waren auch zwei (2) polnische MÃdchen dabei.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Er brachte uns bis zur Stadt Waren, wo er uns aussteigen lieà und uns noch Essen brachte und uns ein Zimmer zur VerfÃgung stellte.

David Boder

[unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband].

Helen Tichauer

Nein, eine Wohnung. Und er hat gesagt, wir sollen uns da ein paar Stunden ausruhen und dass jedes Auto den Befehl hatte, HÃftlinge eben aufzunehmen und dort hin zu transportieren unverstÃndlichâsehr starkes Rauschen im Tonband). Wir kamen dort an und waren in der Stadt Waren . . .

David Boder

Wo ist das?

Helen Tichauer

Eine deutsche Stadt in Mecklenburg. Dort trafen wir dann verschiedene HÃftlinge aller Nationen. Zum ersten Mal sah ich . . . sah ich komische Uniformen, die mir, die mir noch unbekannt waren. Sie hatten Wagen und Pferde und BÃndeln, wie alle anderen. Und ich fragte sie, wer sie sind. Darauf antworteten sie, sie wÃren amerikanische Kriegsgefangene, die jetzt auch schon befreit, mit Juden befreit wurden und dass ihr Ziel eben die amerikanische Zone wÃre. Und da fragten sie dann, da fragten sie mich, was meine NationalitÃt wÃre. Und ich habe ihnen gesagt, dass ich von Slowakien bin. Und da hatten sie Einen, Einen unter sich, dessen Eltern vor Jahren nach Amerika auswanderten, der auch aus der Tschechoslowakei stammt, sogar in der NÃhe meine rHeimatstadt von Bratislava. Er wurde mir vorgestellt und er konnte noch irgendwie ein gebrochenes Tschechisch und wir haben uns unterhalten. Nach einer Weile verabschiedeten wir uns und haben uns bemÃht wieder vorwÃrts zu kommen. Unterwegs trafen wir viele Menschen und alle waren nett und brachten uns [unverstÃndlich] . . . wir haben uns verstanden . . . sie haben VerstÃndnis fÃr uns aufgebracht und haben uns geholfen unverstÃndlichâsehr starkes Rauschen im Tonband). Am acht und zwanzigsten (28) Mai sind wir schon angekommenâdurch Polen nach Hause gekommen.

David Boder

Aber nicht mit der Bahn?

Helen Tichauer

Nein, nicht mit der Bahn . . . mit der Bahn erst aus Polen. Die ganze Zeit, wie es eben ging; mal zu Pferd, mal zu FuÃ, mal mit Auto . . . mit einem Auto. Also fÃr uns war es doch egal, nur vorwÃrts wollte manânach Hause wollte man. Wir haben . . . [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband] , aber natÃrlich der erste (1.) Weg [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband]. Ich kam nach Hause und habe zufÃllig am ersten Tag gleich meinen einzigen Bruder, der noch Ãber geblieben ist von Dreien, angefunden. Er selbst war zwei (2) Jahre lang vom Januar zwei und vierzig (42) im GefÃngnis in Bratislava. Er wurde in ein jÃdisches Sammellager geschickt, von dem er flÃchtete und sich den Partisanen zur VerfÃgung stellte. Ein ein Halb (1 Â ) Jahre verbrachte er in den Bergen. Er Ãberlebte und wir trafen uns am sieben und zwanzigsten (27.) Mai, er war der Einzige, der zurÃckgekommen ist.

David Boder

Sind Sie in Ihre Wohnung zurÃck? Was haben sie dort vorgefunden?

Helen Tichauer

Die Wohnung ist lÃngst arretiert worden, die MÃbel, das heiÃt wir haben schon vor dem Krieg nicht viel . . .

David Boder

Was waren ihre Eltern vom Beruf?

Helen Tichauer

Mein Vater war Schneidermeister. Dinge, die ich zu Hause gelassen ha, na Kleider und solche Sachen, hat meine Mutter, es war meine zweite (2.) Mutter, zu meinem Meister, meinem Lehrmeister, meinem Arbeitgeber gebracht, das ist mein Chef fÃr den ich zuletzt arbeitete . . .

David Boder

Und was haben Sie gearbeitet?

Helen Tichauer

Als Schriftmaler. Es ist kein [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband], er hat meine Dinge drei ein halb (3 Â ) Jahre fÃr mich aufbewahrt und sie mir dann ohne Aufforderung Ãberbracht. Ich kam . . .

David Boder

Er war natÃrlich ein Christ? Ein . . .

Helen Tichauer

Ja, er ist ein Tscheche.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Ich kam ohne Schuhe nach Hause, ich kam ohne Kleider nach Hause. Das Einzige was ich aus Deutschland mitbrachte war eine Landkarte und [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband].

David Boder

Nun aus wie vielen Leuten bestand Ihre Familie?

Helen Tichauer

Meine Familie bestand aus Vater, Mutter und drei BrÃdern. Einen Bruder fand ich.

David Boder

Und was sagte er von den Anderen?

Helen Tichauer

Er konnte nichts wissen, denn er war doch hinter Gittern, aber ich weià durch Berichte von Anderen, dass meine Eltern . . . Augenzeugen, die meine Eltern abtransportieren gesehen haben im Juli zwei und vierzig (42) und die Transporte sind nicht mehr am Leben.

David Boder

Und die zwei (2 ) BrÃder?

Helen Tichauer

Die zwei (2 ) BrÃder sind mit gefahren, Einer war vierzehn (14), der andere Bruder . . . der eine Bruder ist . . .

David Boder

Den Sie gefunden haben?

Helen Tichauer

Der Ãlteste.

David Boder

Nun also . . . Sie waren . . . Sie hatten zwei BrÃder?

Helen Tichauer

Drei.

David Boder

Drei BrÃder. Und der dritte Bruder?

Helen Tichauer

Zwei BrÃder sind mit den Eltern nach Lublin gegangen.

David Boder

Ja. Und der . . . der noch am Leben ist, ist der Dritte?

Helen Tichauer

Ja, das ist der Dritte und er ist zurÃck gekommen.

David Boder

Mit welchen Partisanen war er?

Helen Tichauer

Mit welchen, er war mit den slowakischen Partisanen, den slowakischen Truppe unter Mikolasch.

David Boder

Frau Tichauer, kÃnnten Sie mir noch so ein bisschen Einzelheiten von dem Lagerleben erzÃhlen, die sie wirklich selber gesehen haben oder near by beigewohnt haben?

Helen Tichauer

Also vom Lagerleben kann ich Ihnen sicher was erzÃhlen, weil ich habe ja mitten drin gelebt. Aber Ãber einzelne EindrÃcke oder einzelne GrÃueltaten sozusagen, die vielleicht [unverstÃndlich] und denen ich beigewohnt habe, Ãber diese [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband; Tonband fast unverstÃndlich].

David Boder

Also gut . . . erzÃhlen Sie mir, was Sie noch zu erzÃhlen haben.

Helen Tichauer

Was ich, zum Beispiel, nicht vergessen kann, ist . . . das Feuer Tag und Nacht. Vier Kamine . . .

David Boder

Vier Schornsteine?

Helen Tichauer

Vier Schornsteine haben Tag und Nacht . . .

David Boder

Bitte lauter . . . weiter.

Helen Tichauer

. . . waren Tag und Nacht tÃtig. Und die Gruben wurden gemacht im Jahre vier und vierzig (44), wenn die ungarischen Transporte kamen, nicht wie andere Transporte [unverstÃndlich], diese haben bei Nacht ein Bild ergeben, das man nicht beschreiben kann, weil man kam sich vor wie in einer lebenden HÃlle. Man war rings herum von Feuer umgeben und unser Lager war . . . um unser Lager gab es nur einen Drahtzaun und dreiÃig Meter weiter war das Krematorium Nummer zwei (2). Also weit war es nicht und sehen konnte man, wenn man so wollte. Es gab FÃlle, wo wir sehen konnten Menschen in Autos oder zu Fuà ins Krematorium rein spazieren und dann . . . einige Minuten spÃter sah man nackte Leichen auf Tragbahren herausgefÃhrt von den Bunkern. Und was konnte man sich dabei schon denken, man sah Feuer und Rauch. Man sah durch den Nebel kleine Gestalten . . . Kinder . . . das mussten Kinder gewesen sein . . . in den Gruben. Man sah bloà . . . man konnte . . . man kann sich vorstellen wie der Teufel . . . wie in der HÃlle der Teufel seine Opfer [unverstÃndlich] .

David Boder

Nun sagen Sie mir mal, Sie haben in der Schreibstube gearbeitet?

Helen Tichauer

Ja.

David Boder

Haben Sie was von den Zigeunern gehÃrt?

Helen Tichauer

NatÃrlich.

David Boder

Also bitte erzÃhlen Sie mir ausfÃhrlich alle Details . . . [beide sprechen]

Helen Tichauer

Also sehr ausfÃhrlich . . .

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Das Zigeuner Lager, das sogenannte Zigeuner Lager wurde im Jahre drei und vierzig (43) eingerichtet. Bekannt aus . . . von . . . von Quellen, von bestimmten Quellen her, warum eigentlich Zigeuner nach Auschwitz kamen, von bestimmten Quellen kann ich Folgendes sagen. Ungarn, das Land, das Juden bis zum Jahre vier und vierzig behielt, hatte kein Interesse vielleicht oder hat die Juden eben nicht ausgeliefert. Und Deutschland wusste nicht auf welche Art sie die ungarischen Juden bekommen. Im Jahre drei und vierzig (43), am Anfang drei und vierzig (43) sagte mir ein . . . eine Angestellte, die fÃr den Lagerfuehrer arbeitet, dass sie hat ein FlÃstern gehÃrt. Das war Frau Wagner. Dass man die Zigeuner aus Ungarn bringen wird, nicht nur Zigeuner aus UngarnâZigeuner aus ganz Europa und, um da sie zu sammeln und dann nach Ungarn auszuliefern, weil ja angeblich Zigeuner in Ungarn in groÃen Zahlen vorhanden sind. DafÃr uns aber Ungarn Juden ausliefern soll. Es war damals, hm, ziemlich unklar, weil keiner wusste davon. Ich selbst hatte die MÃglichkeit . . . nicht nur ich, sondern es gab Monate wo man offiziell nach Hause schreiben durfte. Ich habe an meine Freundin, die Verwandte in Ungarn hatte, eine Karte gerichtet. Durch die Blumeâsie haben es verstanden, dass ungarische Juden zu erwarten sind. Anfang drei und vierzig (43) , da ist in der Mitte von drei und vierzig (43) habe ich ihr geschrieben, nicht offiziell, aber durch die Blume natÃrlich.

David Boder

Was heiÃt âdurch die Blumeâ?

Helen Tichauer

Ich hab, zum Beispiel . . . ein Beispiel . . . ich muss wirklich kein Beispiel erwÃhnen, denn ich habe die Karte, die ich geschickt habe zu Hause bei meinem Bruder da. Ich habe, zum Beispiel, Folgendes geschrieben: Der Name der Freundin war Grete. Zu Hause wurde Sie Gitti genannt. Ja, ich bin Ilonka in ungarisch. Also ich habe geschrieben: âGitti, ich bin Ilonka's Freundin.â Gitti hatte Verwandte in Schuran. Schuran ist eine ungarische Stadt. âIch habe gehÃrt, dass Sie die Absicht haben zu Ilonka zu ziehen. Ich wÃrde Ihnen davon abraten, indem Sie da keine LebensmÃglichkeit.â Ich konnte da nichts Anders schreiben.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Aber sie wusste genau, ich bin Ilonka, sie ist Gitti und Shuranier sind Ungarn., ungarische Juden. Kein Mensch, kein Teufel konnte sich damals vorstellen, dass man wirklich die Absicht hatte, ungarische Juden zu bringen. Und das Schicksal kam so. Ungarische Juden kamen ohne Zigeuner. Hitler hat dann Ungarn besetzt und hat die Juden mit Gewalt genommen , also gewaltsam genommen. Und Zigeuner, deutsche Zigeuner, Mischlinge, Zigeuner aus Polen, aus der Tschechoslowakei und aus allen anderen LÃndern . . . ich will nicht . . . ich spreche jetzt nicht von den Wanderzigeunern, nur von den anstÃndigen Zigeunern, von geschulten Leuten, von den Mischlingen.

David Boder

Geschult? WofÃr?

Helen Tichauer

BÃrokrÃfte und noch geben kÃnnten, wurden wo, geschulte Musikern, ganz intelligente Elemente, also wirklich sehr wertvolle Menschen, die wirklich der Menschheit viel geboten haben und noch bieten kÃnnen, wurden irgendwo in ein Zigeunerlager samt Familie untergebracht.

David Boder

Sie wohnten Frauen, MÃnner und Kinder zusammen?

Helen Tichauer

Richtig. Und das Zigeuner Lager das war der Abschnitt B 2 E. Der Abschnitt war so, zuerst war das kleine Frauenlager. Das war . . . das lag . . . waagrecht und an der Strasse der LÃnge nach lagen Abschnitt A, das war das QuarantÃnelager der MÃnner, Abschnitt 2 das gehÃrte dem Tschechen Lager, darÃber dÃrfte man auch so Manches noch sagen. Der Abschnitt C lag an der Lager Strasseâeine Strasse, Abschnitt D war das MÃnnerlager Birkenau, Abschnitt E das Zigeunerlager, Abschnitt F das MÃnner Krankenbau, Abschnitt B 2 G . . .

David Boder

Hm.

Helen Tichauer

. . . war Brzezinki Birkenauâdas Lager am Krematorium. Die Zigeuner haben die ganzen Juden Transporte in Krematorium mit angesehen. Sie haben das Verbrennen mit angesehen. Sie waren ungefÃhr 200 Meter entfernt. Und als man sie aufforderte die Autos zu besteigen . . .

David Boder

Wieso? Hat man beschlossen die Zigeuner zu vernichten?

Helen Tichauer

Berlin hat beschlossen die Zigeuner zu vernichtenâalle. Die jungen Zigeuner wurden gesammelt, sie wurden in die Wagons aufgeladen vor dem Zigeuner Lager; die Schienen wurden bis zum Krematorium gelegt. Und die Leute, die Zigeuner sahen, dass ihre AngehÃrigen in die entgegengesetzte Richtung fahren. Und richtig, diese Zigeunerinnen habe ich nÃmlich im Jahre fÃnf und vierzig (45) in RavensbrÃck getroffen. Aber was mit den Anderen geschah, wusste keiner, denn die Jungen wurden abtransportiert, auch junge MÃnner, aber das war nur ein Bruchteil von denen, ein kleiner Bruchteil und junge Frauen. Und der Rest wurde aufgefordert Autos zu besteigen. Sie haben sich geweigert und haben geantwortet: âWir wollen nicht mit den Juden verbrannt werden.â Man gab ihnen dann zwei (2), drei (3) Wochen Ruhe. Und dann hat man es eben getan, indem man die Jungen evakuiert. An demselben Tag, wo man die jungen Zigeuner in Wagons aufgeladen hat und nach Richtung Bahnhof Auschwitz, also in die andere Richtung als zum Krematorium abgefÃhrt hat, haben die alten Zigeuner wieder etwas Hoffnung bekommen und sagten, dass sie jetzt auch abtransportiert werden . . . aber dieser Transport ging ins Krematorium. Und was sich in dieser Nacht abgespielt hat, darÃber was die HÃftlinge erzÃhlt haben, die im Lager 2Bâim Lager Brzezinkiâgearbeitet haben. Es gab furchtbare Szenen. Das Lager, das Zigeuner Lager, war einen Tag spÃter leer und die nÃchsten ungarischen Juden Transporte, die dann kamen von MÃnnern, wurden in diesem Lager untergebracht.

David Boder

Nun ist es wahr, dass die Zigeuner nicht einmal vergast wurden?

Helen Tichauer

Doch, warum denn nicht? Die Deutschen hat kein Interesse sich die Arbeit zu erschweren. Ganz im Gegenteilâdas Vergasen ging sehr hÃflich vor sich. Die SS war verhÃltnismÃÃig hÃflich und ruhig, denn sie wollten nicht, dass ein Durcheinander geschieht. Sie wollten, dass die Leute sie haben den Leuten Ruhe geboten, denn sie selbst wollten in ihrer Arbeit nicht gestÃrt werden. Mit einer ganz heimtÃckischen Art haben sie die Leute herein gelockt. Und da wir gerade Ãber das Zigeuner Lager reden, nicht weit vom Zigeuner Lager war auch das Tschechen Lager, das Lager bestand aus tschechischen Juden, die automatisch mit ihren Familien aus Theresienstadt kamen.

David Boder

Warum?

Helen Tichauer

Theresienstadt.

David Boder

Ich weià Bescheid Ãber Theresienstadt.

Helen Tichauer

Theresienstadt hatte Transporte nach Auschwitz gehabt. Damals . . . es wurde gesagt, dass Leuten in Auschwitz nichts passiert. Sie wurden mit ihren Familien beisammen gehalten. Sie konnten Briefe schreiben, sie konnten PÃckchen erhalten . . . und was geschah nach sechs (6) Monaten? Genau nach sechs (6) Monatenâwar es mit den ersten (1.), zweiten (2.) und dritten (3.) Transportenâwenn sechs (6) Monate um waren, hat man . . . Zum Beispiel, wenn ein Transport . . . am neunzehnten (19.) Februar wurde das ganze Tschechen Lagerâausnahmslos jung und alt, gesund und krank . . . vergast. Einen Tag vorher . . .

David Boder

Februar vier und vierzig (44)?

Helen Tichauer

Vier und vierzig (44). Zum Beispiel, einen Tag vorher mussten die nach Theresienstadt, vor allem nach BÃhmen und MÃhren, schreiben mit dem Datum einen Monat voraus. Und dann, wenn London das Vergasen in Theresienstadt . . . des Tschechen Lagers in Birkenau angesagt hat, konnte es . . .

David Boder

Was haben sie . . .

Helen Tichauer

London hat angesagt. Und die Deutschen haben dementiert: âWieso denn? Die Post kommt einen Monat spÃter noch aus Birkenau an ihre Bekannten . . . an ihre Verwandten, von denen, die sie fÃr tot halten.

David Boder

Sie haben es spÃter datieren mÃssen?

Helen Tichauer

Mussten. Richtig. Einen Monat spÃter.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Wenn sie im Februar vergast wurden, mussten sie MÃrz schreiben.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Und dadurch wurden die nÃchsten TheresienstÃdter Juden irritiert. Es kamen weitere Transporte, sie wurden wieder sechs (6) Monate mit ihren Familien beisammen gelassen und dann wurden wieder vergast. Und die . . . die letzten Transporte kamen aus Theresienstadt, teilweise junge MÃdchenâschon sortiert in Theresienstadt. Von denen leben heute welche und der allerletzte Transport wurde ganz normal behandelt, wie alle Anderen. Von diesen Transporten wurden neunzig (90) Prozent der Leute in die Gaskammer geschickt und zehn (10) Prozent ins Lager hinein.

David Boder

Hm.

Helen Tichauer

So endete Theresienstadt. Ich persÃnlich in, hm, . . . mit Zusammenarbeit mit einem Herrn SchÃn, der schon jahrelang im Konzentrationslager sich befand, ein tschechischer HÃftling, im Zusammenhang mit einer Tschechin Lotte Batja, eine tschechische JÃdin, wir haben PlÃne vom Krematorium raus geschmuggelt nach Theresienstadt, damit die Leute, die danach kommen, wissen wohin . . . wohin der Weg fÃhrt.

David Boder

Also Sie sagen, Sie haben zu den Transporten, hm, Nachrichten geschickt?

Helen Tichauer

Nachrichten geschickt, die angekommen sind. Nur leider hat die FÃhrung in Theresienstadt sich leider sehr, sehr schwer [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband] lassen.

David Boder

Die jÃdische FÃhrung?

Helen Tichauer

Auch. Sie haben selbst Angst gehabt. Ich hab nachtrÃglich einen Herren getroffen, der aus Theresienstadt kam und der viel gekannt hat von Theresienstadt. Das war ein Dr. Vollmeier, der nur was flÃstern gehÃrt hat, aber nichts Konkretes erfahren konnte. [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband]. Um zu beweisen, dass diese Transporte tatsÃchlich ins Gas gingen, kann ich nur verweisen auf . . . auf die Diagramme, die ich selbst fertigen musste, ja. Von einem Tag zum anderen Tausende von Menschen sind gefallen, [unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband].

David Boder

[unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband]

Helen Tichauer

[unverstÃndlich; sehr starkes Rauschen im Tonband] . . . ausserdem die Tatsache ich war der einzige HÃftling, der nicht in den Transport ging, dass ich die Zeichnerin von Dr.Mengele oder es waren Zwillinge, die befreit wurden. Der Dr. Mengele hat studiert an verschiedenen Zwillingspaaren, und so weiter. Und jetzt im Zusammenhang damit was man da vorgetÃuscht hat mit Arbeitstransporten und Transporten zu Gas . . . Ãbrigens mÃchte ich eine kleine Kleinigkeit bloà erwÃhnen. Eines Abends wÃrde in unseren Abschnitten . . . in unserem Abschnittslager zwei tausend (2000) Frauen herÃber gebracht. Alle zwei Tausend (2000) gebadet, eingekleidet und auf Transport . . . auf den Transport vorbereitet. Wir in der Schreibstube wussten, dass nur tausend (1000) Frauen Auftrag haben in ein Arbeitslager zu gehen, denn wir haben bei unserem Appell die StÃrke abgeschrieben bis das Lager gemeldet hat, der Transport ist da. Die anderen zwei Tausend (2000) wurden als SB Behandlung verzeichnet.

David Boder

Sonder-Behandlung?

Helen Tichauer

Sonder-Behandlung. Und wie nun eigentlich das Transportieren und die TÃuschung vor den Anderen vor sich ging, weià ich jetzt: Es standen vor dem Lager Wagons und es standen hinter den Wagons Lastautos. Es gingen erst hundert (100) MÃdchen rausâes war abendsâwurden in die Wagons gejagt. Die nÃchsten Hundert (100) auf Autos, die dritten Hundert (100) in die Wagons, die NÃchsten vier Hundert auf Autos.

David Boder

Wo stand das Auto?

Helen Tichauer

Hinter den Wagonsâparallel.

David Boder

So dass . . .

Helen Tichauer

So dass die HÃftlinge, die in die Wagons gingen, nicht gewusst haben wohin die Autos gehen und die in den Autos wussten nicht wohin die Wagons fahren und . . .

David Boder

Aber die brauchten nicht durch die Wagons zu gehen zu den Autos?

Helen Tichauer

Nein. Es wurden zwei auseinander genommen und es war ein Weg frei. Und dann ging's los. Die Wagons gingen wirklich auf Transport in ein anderes Lager und die anderen Tausend wurden vergast. Erst kamen dieselben Kleider wider zurÃck und zweitens mussten wir eben vermerken: Sonder Behandlung. So dass man nie wusste, woran man ist. Nie.

David Boder

Nun, sagen Sie einmal, was fÃr einâsozusagenâHeim oder Lager gibt es hier? Geben Sie mir eine kurze Beschreibung. Und was planen die Leute hier zu tun, um sich zu beschÃftigen?

Helen Tichauer

Das Camp Feldafing ist ein Lager, welches gleich nach der Befreiung von Herrn Leutnant Smith . . .

David Boder

Also ist das die UNRRA?

Helen Tichauer

Nein, damals noch von Leutnant Smith von der Armee geplant, die das Lager erobert hat, das heiÃt, die Gegend erobert hat. Dieses Lager wurde von Leutnant Smith unter Beschlag genommen, denn er war Zeuge, dass hier Tausend von HÃftlingen in den Wagons halb verhungert standen ohne zu wissen wohin. Das ist hier ein Gebiet von der Reichsschule der Hitler Jugend. Das Lager wurde hier in Beschlag genommen und die Leute von ihren Kleidern befreit, in requirierten . . .

David Boder

[unverstÃndlich]

Helen Tichauer

. . . von ihren Kleidern befreit. Das heiÃt abgenommen und in Pyjamas gesteckt. Der Leutnant Smith . . .

David Boder

Von wo hatten sie die Pyjamas?

Helen Tichauer

Die Pyjamas, die . . . haben sie hier im Lager gefunden.

David Boder

Oh von der Hitler Jugend?

Helen Tichauer

Richtig. Leutnant Smith hat damals gleich einen Block geschaffen fÃr UnterernÃhrte, das heiÃt, fast jeder hier war unterernÃhrt.

David Boder

Sie waren natÃrlich nicht hier?

Helen Tichauer

Ich war nicht hier, denn ich . . . als ich nach Hause kam, war mein erster Weg hierher zu kommen und den Rest meiner Familie zu suchen. Und ich hab hier keinen gefunden, auÃer meinem Mann, den ich hier kennenlernte.

David Boder

Nun also, was hat Smith getan?

Helen Tichauer

Smith hat den Leuten ganz sukzessive mit der Nahrung begonnen. Das heiÃt, er hat mit der Nahrung sukzessive mit dem GrieÃbrei begonnen und hat mit den kompaktesten Dingen geendet. Die Verpflegung stand unter Kontrolle, die Menschen waren verhungert, waren unterernÃhrt und es war schwer die Leute wieder auf die Beine zu stellen.

David Boder

Also da kamen Sie von SÃden und von anderen Regionen?

Helen Tichauer

Wir versammelten uns hier und wurden untergebracht.

David Boder

Wer war eigentlich Leutnant Smith?

Helen Tichauer

Er war in der Army.

David Boder

Aber . . . aber er . . .

Helen Tichauer

Ein Jude.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Ein amerikanischer Jude.

David Boder

Wissen Sie seinen ersten Namen, seinen Vornamen?

Helen Tichauer

Ja. Erwin . . . Irving.

David Boder

Irving?

Helen Tichauer

Irving Smith.

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Als die Armee . . . Und das Lager Feldafing war zur damaligen Zeit das einzige Lager, wo es die wenigsten TodesfÃlle gab. Er hat Tag und Nacht zusammen . . . in Zusammenarbeit mit meinem heutigen Manne und viele Andere noch, zum Wohle der Menschen hier gearbeitet. Die Leute wurdenâhaben sich nach Wochen erholt und wie gesagt, der kleinste Prozentsatz von allen anderen Camps zusammen, die damals eingerichtet wurden, und TodesfÃlle hatte Feldafing damals die Wenigsten. Inzwischen ist ein Jahr vergangen, nachher Ãbernahm die UNRRA das Lager.

David Boder

Also wie wurde das Lager erhalten bis die UNRRA es Ãbernahm?

Helen Tichauer

Durch die Armee.

David Boder

Durch die Armee und dann hat es die UNRRA Ãbernommen?

Helen Tichauer

Ja, die UNRRA Ãbernommen und die Leute sind hier seit einigen Jahren, trotz Verpflegung, trotz Quartierung sind alle schon sehr ungeduldig, und jeder hat ein einziges Ziel vor sich, das Land zu verlassen, welches ehemals zur HÃlle war.

David Boder

Und wohin wollen sie gehen?

Helen Tichauer

Gehen? Sie haben ein Ziel, raus aus Europa, zum Teil . . .

David Boder

Wollen viele nach PalÃstina gehen?

Helen Tichauer

NatÃrlich, es gibt Leute, jungâhauptsÃchlich die Jugend, die umsichtig sind, die lernen wollen, die einen nationalen Judenstaat haben wollenâsich zu Hause fÃhlen. HauptsÃchlich Jugend.

David Boder

Hm.

Helen Tichauer

Es gibt dann wieder einen Teil von Juden, die eine Verwandte in Amerika haben und ihre ganze europÃische Familie verloren haben und jetzt den Rest dieser Familie aufsammeln und mit ihnen ein Leben verbringen wollen. Daneben auch mit der Absicht einen Beruf zu erlernen, sich angleichen als frei, als freie Arbeiter . . . als freie Arbeiter in einem amerikanischen Staat eben zu leben.

David Boder

Sagen Sie, haben Sie irgend welchen Kontakt mit den Deutschen hier herum?

Helen Tichauer

Kontakt mit den Deutschen? Nein. Eigentlich nicht, denn die Deutschen in Ober Bayern haben ja auch gar nicht das BedÃrfnis, den Kontakt mit uns aufzunehmen. Sie haben auch gar nicht . . . die Absicht irgendwie sich . . . schuldig zu fÃhlen, obwohl wir genau wissen, dass Ober Bayern sehr wenig Menschen hat, sehr wenig AngehÃrige haben, die in der Partei waren oder war das Zentrum der Parteitagung. Wir haben NÃrnberg, wir haben MÃnchen.

David Boder

Sie waren alle in der Partei?

Helen Tichauer

Zum Grossteil und ich kann Eines sagen; die deutsche BevÃlkerung in anderen LÃndern Deutschlands ist ganz anders.

David Boder

Besser?

Helen Tichauer

Besser als die Ober Bayern. Und eben darum kann man auch nicht von unseren Leuten verlangen, dass wir irgendwelche Sympathie . . .

David Boder

Was ist . . . ?

Helen Tichauer

. . . oder irgendwelchen Kontakt mit den Leuten aufnehmen sollen. Wir verstehen, es gibt Kinder, vielleicht unschuldige deutsche Kinder, die genau so unschuldig sind, wie es unsere Kinder waren, die auch in Scharen niedergeschossen wurden. Und deswegen haben wir ein Lied komponiert. Der Hass [unverstÃndlich; starkes Rauschen im Tonband], aber wir kennen Ãberhaupt keinen Hass, aber wir fÃhlen alle, wir sind heute noch gehasst. Noch gehasst!

David Boder

Nun . . . und Sie selbst, wo wollen Sie hin gehen?

Helen Tichauer

Ich selbst . . .

David Boder

Mit ihrem Mann?

Helen Tichauer

Ich selbstânicht mit meinem Mann, der eigentlich aus Berlin stammt und ein deutscher Jude ist, sich aber als staatenlos bekennt. Ich schÃtze, wenn ich diesen Mann nicht gefunden hÃtte, ich mÃchte in der Tschechoslowakei leben, wÃrde gerne dort leben, weil ich hab mich da immer gut gefÃhltâich kenne die MentalitÃtâich fÃhle mich mit der Tschechoslowakei verbunden.

David Boder

Und sonst wollen Sie nach SÃd Amerika gehen?

Helen Tichauer

Und sonst, hm . . . und sonst . . .

David Boder

Ja.

Helen Tichauer

Mein Mann hat noch den Rest seiner Familie in SÃd Amerika. In Deutschland wird er sich nie mehr wohl fÃhlen. In diesem Land gibt es nichts fÃr uns.

David Boder

[In English] We regret we have to finish this interview. The automobile is waiting. This concludes Spool 150.

var english_translation = { interview: [ David Boder

[In English] We are starting again. Munich, Septem- . . . Germany, September the 23rd in camp Feldafing . . . camp Feldafing, near Munich, a camp for about four thousand and several hundred DPs. The camp is located on a large compound of about fifteen to twenty acres, covered with armory-like buildings, which was a camp of the Hitler Youth. Apparently very similar to those school sites built in New Jersey, which I understand the Klan [?] took over for some time. The interviewee is Mrs. Helena Tichauer, sometimes, as she says, known in Auschwitz and here as Zippi. She is married to Mr. Mack . . . to Mr. Tichauer who was our interviewee on Spool 146, 147 [these numbers are incorrect]. Mr. Tichauer was called in our spools Irving.

David Boder

[In German] Now then, Mrs. Tichauer, will you please tell me how old you are . . . your full name and how old you are, if one may know.

Helen Tichauer

Tichauer, Helena, nee Spitzer.

David Boder

Spitzer

Helen Tichauer

Spitzer.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

Born in November, the tenth of November,1918

David Boder

Where?

Helen Tichauer

In Bratislava in Czechoslovakia.

David Boder

So then you are a Czechoslovakian subject.

Helen Tichauer

Yes.

David Boder

I see you have here a tatoo number. Where is it from?

Helen Tichauer

My number, 2286, belongs to the first numbers of the women who, in the year '42, March '42, arrived in Auschwitz.

David Boder

Aha. Now, will you tell me how . . . from the day of the day of the action brought you to Auschwitz and what happened further?

Helen Tichauer

Now the action, how they actually came to Auschwitz, is in this case also interesting.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

The Slovakian country was given by Hitler its independence. As a price the then Minister-President Votetch Tuka gave sixty thousand Jews . . . he put them at the disposal [?] of the Germans. That is Erret [?] KH [or KA?] [A few words giving apparently the meaning of these letter are not clear].

David Boder

Well. How were these Jews taken?

Helen Tichauer

These Jews were 'invited.' First of all women were 'invited.' The young ones, that is girls up to forty-five years, to present themselves voluntarily to an assembly point in Bratislava. That was the Patronka. Not much was told to them, but [they were informed] that most of them are assigned to agricultural labor in North Slovakia. The transports arrived, that is, the people assembled in the lager, and to . . . to . . . the first transport of one thousand girls departed on the 26th of March from the city of Poprateck [?].

David Boder

'42

Helen Tichauer

'43

David Boder

'43

Helen Tichauer

A day later the second transport departed, again of a thousand women. We traveled all night.

David Boder

In what transport were you? In the second transport?

Helen Tichauer

In the second transport.

David Boder

All right. Now tell us what happened. You assembled. What did you have with you?

Helen Tichauer

With [two words not clear]. We assembled. Immediately the same day we had to surrender our identification papers, and we had to commit ourselves . . . the things . . . that means, fifty kilos we were permitted to take with us, and we had to commit ourselves to put at the disposition of the state the things that we have left behind.

David Boder

Hm.

Helen Tichauer

We were actually forced to comply with this form- . . . form- [formality].

David Boder

Now, how did you put that [the things] at the disposition of the state?

Helen Tichauer

Of course we know any more what became of them since a week later we were transported away from the assembly point, where we had been cut off from the whole world, with our fifty kilos.

David Boder

Now one moment. Where were your father, your mother, and . . .

Helen Tichauer

My parents were [remained] still at home. In general all parents remained still at home. The first transport consisted of unmarried girls who were called upon to cooperate[?, to do 'nothing' to avoid compliance] in coming. And in case they were not to come, measures would have been . . . [she seems to be cautious about her High German grammar] measures whould be taken, and the parents be taken instead [in retaliation]. For this simple reason no girl dared not to come, because for everyone the parents . . . the parents were to be considered [?]. Since one had the worst premonitions about these matters, one was ready to sacrifice himself.

David Boder

Nu.

Helen Tichauer

Nu. We were then, after one week, exactly after . . .

David Boder

Now let us not go so fast. Who guarded you?

Helen Tichauer

We were then guarded by the Grinka [?] garrison. These were the counterpart of the SS that time in Czechoslovakia, called SS, corresponding to the German SS.

David Boder

So they were not Germans themselves.

Helen Tichauer

No. The Germans themselves took over this assembly lager the last day, got people up, and conveyed them with the transport.

David Boder

Aha. Now wait . . . go on.

Helen Tichauer

The trip lasted a night and a day.

David Boder

Now then, in what kind of RR-cars were you embarked?

Helen Tichauer

These were normal cattle cars.

David Boder

What does that mean? Are there not-normal cattle cars?

Helen Tichauer

Yes.

David Boder

For example?

Helen Tichauer

For example, cattle cars which at times have no tops, which are without roofs.

David Boder

Aha. Open RR-cars.

Helen Tichauer

These were closed cattle cars. These were closed and were supplied, of course, with proper locks so that we were unable to see the daylight, nor did we have an idea in what directions we were exactly traveling.

David Boder

Did you have a toilet in the RR-car?

Helen Tichauer

A toilet, no. But there were buckets which served for that purpose.

David Boder

How many people to a RR-car?

Helen Tichauer

There were about sixty to eighty people embarded in each car.

David Boder

In your case only women, is that so?

Helen Tichauer

IN our case women only.

David Boder

Only younger . . . [?]

Helen Tichauer

Only girls upto the age of 45.

David Boder

Then there were no married women?

Helen Tichauer

No married couples, because these followed only two months later.

David Boder

But were they married women?

Helen Tichauer

Married women, no.

David Boder

Now go on. Neither small children?

Helen Tichauer

Small children neither. At the border, approximately . . . The next morning early we noticed that we are somewhere in a strange region. After prolonged guessing whether here or there, it occurred to us that we had traveled in the direction of Upper Silesia. We were at the railroad station [word not clear], and we knew that we are traveling in the direction of Poland.

David Boder

You were told where you are going.

Helen Tichauer

No. About that we were given no information. Most to the contrary.

David Boder

Yes, but you were told at the start that you were going to Slovakia.

Helen Tichauer

At the beginning we were just told that [we would go] to North Slovakia for work in the fields. But when we saw that we arrived in Poland, we were of the opinion that we possibly may go to work in the fields in Poland, because there were already earlier circulated rumors that field . . . field laborers are needed partly in Poland, partly even in the Ukraine. We did not think much of it, because we were promised our return home within two months. And we were gladly ready to work up these two months only to protect in this manner our parents.

David Boder

Did you in general know already what is happening in the lagers? Were these things known in Hungary . . . [correction] in Slovakia?

Helen Tichauer

Actually no, because concerning women hardly anything was known. We knew about the German concentration camps for the simple reason that a large part of the immigrants, the German immigrants principally, were at that time tolerated in Slova- . . . Czechoslovakia, and . . .

David Boder

Those were people who had run away?

Helen Tichauer

. . . who partly were permitted to leave. Part had run away. And most German Jews knew what a German concentration camp was. But never in life had we dreamed that we, completely harmless [people] will be put in a concentration camp only because we are Jews. Now then, the next day, it was on a Sunday afternoon, at about five o'clock the train stopped at the station Oswiecim, Auschwitz. And in some way . . .

David Boder

Where is that about? Near what big city is it?

Helen Tichauer

Well, that is . . . Auschwitz by itself is a big city. However, it is located between Katowice and Krakow.

David Boder

Yes. [In a low voice] Please speak in this direction.

Helen Tichauer

We were unable to orient ourselves, because Auschwitz was completely unknown to us. That is, in general, Auschwitz was known [to us] not as a concentration camp. We arrived as I said already by five o'clock in the afternoon. The train stopped. We were received in kind of a strange tone [manner]. We only heard a howl, because the RR-cars were locked. Faster and faster out, and so on, and on. When the turn came to our RR-car we were chased down. Before us stood people in uniform, the kind we did not know before, because in Slovakia we had no opportunity to see actual skulls.'

David Boder

You mean the men had skulls [emblems]?

Helen Tichauer

They had skulls . . .

David Boder

Describe please the uniform.

Helen Tichauer

The uniform was a normal SS uniform, dark green, half high boots, a kind of German boots, Wehrmach boots. The flaps [?] on the . . . What do you call it?

David Boder

On the . . . on the coats.

Helen Tichauer

On the tunics were marked with SS, and on the cap, on the helmet [?], which they mostly wore, one saw a skull.

David Boder

With two bones?

Helen Tichauer

No, a skull, [just] a skull. That was the insignia of the . . . of the skulls. That is, that was [a regiment] . . .

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

This is known. Now then, we were chased out . . .

David Boder

What does that mean, 'chased out'?

Helen Tichauer

With a, 'Out, out.' With [words not clear] so we understood that we have to get out. We were hurriedly lined up in rows of five and [led] in the direction of a door [gate?].

David Boder

And your things?

Helen Tichauer

No, the things were not given to us. And the things we never saw again.

David Boder

Did not see again?

Helen Tichauer

Never seen again.

David Boder

Remained in the RR-car?

Helen Tichauer

Remained in the RR-car. On the way we saw something that I hardly could describe any more today. It was a most peculiar sight. Half-finished stone blocks [buildings] surrounded with barbed wire. On the roofs, at the windows, stood striped, living corpses. I can't express myself differently. People without faces, [without] facial expressions, like . . . like made of stone. Next to them stood . . . today we know they were sentries, sentries so to speak, who guarded these prisoners, and [word not clear] who . . . these were men. When they say us, they were . . . when they in some way directed their attention at us, they were yelled at, so that they would not dare any more to turn their head[s], and continued with their work. At that time, as I understand it now, the lager Auschwitz was being constructed for us, for the women . . . to complete it, so to speak, because most of them were up on the roofs.

David Boder

[Words not clear.]

Helen Tichauer

Correct. It was . . . the men's lager was completed already since 1940 or '39, but for the women, who were just now expected, ten blocks were assigned. These were stone blocks one story high with basements and attics. We were a thousand girls. We entered the lager. That means in front of the lager was the gate with the inscription which gave us something to think [about]. 'Work makes free'[Arbeit macht frei].

David Boder

Just the same as in Dachau.

Helen Tichauer

Yes. Naturally we were of the opinion that we [have come to] a work lager. But not so from the gate on left side. If one would turn somewhat to the left one could see in the German language in printed block letters the sign Concentration Camp Auschwitz which, so to speak, aroused in us some obscure uneasiness. The thousand girls who came to the lager saw before themselves, before the last block, it was block ten, a crowd. We did not know at the first moment whether these are girls or women or humans altogether. They stood there in old Russian uniforms, the hair [heads] shorn bare, wooden slippers on their feet. And so they stood and stared at us. Then suddenly there were heard some calls. Certain girls had recognized girl friends, sisters, or the kind, and after long . . .

David Boder

You said they were there?

Helen Tichauer

They had arrived a day earlier.

David Boder

They had the naked heads?

Helen Tichauer

They were already, so to speak, established [?] prisoners.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

And so . . .

David Boder

They had already their hair shorn?

Helen Tichauer

. . . had their hair shorn already. We could not talk much, because we were surrounded by SS, but we understood that these are our women neighbors from Slovakia, and the conditions in which they find themselves. That was enough for us. It did not take long. That means . . . We had arrived. What we still left, an overcoat, clothes [?], shoes, stockings and such, was taken away, and in groups of a hundred we came to a block which was called the shower. That was a bathhouse.

David Boder

The what?

Helen Tichauer

The shower.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

It was a bathhouse where the women were bathed, were their . . . that is our hair was shorn. We were given the Russian uniforms.

David Boder

Men's uniforms?

Helen Tichauer

Russian men's uniforms, old ones. And in a few hours we were made equals to the arrivals who preceded us.

David Boder

Now wait a moment. This we want. Your things that you had with you were taken away, correct?

Helen Tichauer

Yes.

David Boder

You were then taken to a bath?

Helen Tichauer

Yes.

David Boder

Then your hair was cut

Helen Tichauer

Yes.

David Boder

Where?

Helen Tichauer

Where? One moment. Before the first Jewish transports arrived from Slovakia, there arrived a thousand Reich-German prisoners from Ravensbrueck.

David Boder

Men or women?

Helen Tichauer

Women, because in the women's lagers there were only women. We had no contact with men. This was not permitted at all. These were women prisoners who were already for three or four or five years imprisoned, and as punishment were transported from the concentration lag[er] . . . from the concentration camp Ravensbrueck. These women then clothed us, bathed us, shore our hair, handed us over to the SS. These prisoners, those Reich-German prisoners . . .

David Boder

When you were shorn and bathed . . .

Helen Tichauer

Yes?

David Boder

. . . did any SS men come in?

Helen Tichauer

There came in at that time the lager leader, the then lager leader of Auschwitz, Superior Storm Division Leader Ohmeier, and many others whose names are today not known to me . . . and to inspect us like cattle. It was going on like a cattle show. They turned us here and there [right and left].

David Boder

While you were nude?

Helen Tichauer

Nude. Besides there was the SS physician Dr. Bodeman, that time the lager physician [?] who looked us over, and . . . I don't know, inspected us, and put us through the normal process of bathing and hair shearing.

David Boder

The men were present?

Helen Tichauer

The SS men, yes. The first night . . .

David Boder

The hair was cut only from your head?

Helen Tichauer

The hair was cut from all places, wherever their was hair on the body [word not clear], our eyebrows and also on . . .

David Boder

With scissors or with . . .

Helen Tichauer

Partly with electric machines, such shearing machines, and when these failed [got out of order] scissors were used which most often were half dull. A few weeks later, after thousand of prisoners were brought during these months from Slovakia, from Poland. From Poland the first prisoners came to [from?] prison in Auschwitz. In order to have somehow an orientation, they started to proceed with the tattooing. The early methods were . . . have in fact failed. The early methods corresponded to a stamp. They arranged needles in the form of numbers, simply pressed it on the arm, and simply spread over India ink. But in a few days the tatoo was gone. Then followed the normal tattooing with the double needle which was applied to the left elbow of every prisoner in consecutive numbers beginning with one.

David Boder

How was that done? Did they scratch it?

Helen Tichauer

No, just by touching. That is a double needle. One needle longer, the other shorter. And this was dipped in India ink, and then stamped [pricked] . . .

David Boder

Does that hurt much?

Helen Tichauer

Hurt? We did not feel pain any more, because the clothes [a few words not clear] as such, the removal of hair from the head of a woman, all that [she appears very emotional], the whole transformation which occurred at that time has hurt much more, so that we did not feel anything any more. Because we were like . . . like transformed into stone. Yes? I don't know how to say it exactly.

David Boder

Yes, yes.

Helen Tichauer

But it did not affect us, nothing whatever they did to us. When our [finger] nails, our toenails . . . or whatever, nothing affected us any more. Because we knew that now we are completely [?] cut off from civilization from mankind, and that we were [now] on the 'other side' of life, on an 'other side' where, however, people still live. [Pause.]

David Boder

Nu . . .

Helen Tichauer

Nu. The first night we were lodged in this stone block, crowded together, first of all, because it was . . . The lager in fact was not exactly ready. There were old straw stacks from the men's lager thoroughly rotten. These were spread out on the floor . . .

David Boder

After all that washing?

Helen Tichauer

After that whole procedure [to-do] . . . just in part, because there were then not even enough straw sacks available. And one lay down wherever there was room. Fixed up with a piece of bread, we spent the night. The following day began for us something entirely new.

David Boder

Who tattooed you, men or women?

Helen Tichauer

There were . . . This tattooing was really performed two months later.

David Boder

Oh yes.

Helen Tichauer

The thorough tattooing. The first tattooing was also performed by the prisoners, prisoners who . . . then . . .

David Boder

Men or women?

Helen Tichauer

Always men. Now . . . [pause]

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

Yes. [A few words not clear.] The next dayâit was still darkâwe were aroused by whistles and yelling. We heard the word appell. Appell was for us something completely unknown. At the moment we thought appell is something for soldiers, appell is somewhere . . . pertaining to soldiers. So maybe they want to make soldiers also out of us. We got up, were chased out, and . . .

David Boder

What do you mean? Who . . .

Helen Tichauer

Chased out by SS women into the yard. We did not know exactly what to do. Then came . . .

David Boder

Did they beat you?

Helen Tichauer

During the first hours I could not about . . . I don't want to talk about it at all. Then it was for us . . . we had . . . in fact, we were really unconscious [in a daze]. Yes?

David Boder

What does it mean, you don't want to talk about it?

Helen Tichauer

[Animated and in a high pitched voice] I can't talk about it. We were unconscious [in a daze]. I don't know. I don't know whether I senses a blow or not. It was . . . One thing I know. We were lined up, lined up in a manner so they could count on us, after much fuss. Naturally, it did not come to a count, because . . .

David Boder

Now how did they count? Were there [identification] numbers?

Helen Tichauer

No. The people were stood up five in a row, one [row] behind the other, and then they . . .

David Boder

How were the people counted?

Helen Tichauer

. . . were counted by rows [?]

David Boder

Not each person [was counted]?

Helen Tichauer

No, no, no, no. That was out of the question during the first few days. And in the course of time the prisoners, too, learned how to line up. The 'report leader' also learned how to count correctly, and as soon as the appell was correct we would disperse.

David Boder

How long did such an appell last?

Helen Tichauer

An appell, if performed correctly, yes [you see]?

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

[It] could be over in ten minutes . . .

David Boder

But how long did it actually last?

Helen Tichauer

And . . . during the first years appells lasted as long as four hours.

David Boder

During the first years or the first days?

Helen Tichauer

During the first years, I should say, because we had . . . It time and again depended . . . There was elected a prisoner who would assist the count leader, that SS women, that is, worked with her. The prisoner during the first year was . . . for the first year I should not say an illiterate, but she could hardly figure. There was no consideration for efficient work, and she was not at all interested that the prisoners be counted up promptly. For the first time, in the year 1943, a Jewish woman was appointed report clerk. She attracted attention [by the fact] that right from the beginning she was appointed block elder and proved to be good. She was by profession a clerk [?]. She could figure, could write and read, and was interested to help her fellow men [a few words not clear]. And thanks to her, many, many prisoners are alive today from our country as well as from other countries. She accomplished that often appells were correctly completed in ten minutes, and in [cases of] rain or severe cold the prisoners could disperse in a few minutes. In two or three monthsâit was in Augustâthere arrived daily a thousand girls from Slovakia, partly Aryan prisoners, political prisoners from Poland, from . . .

David Boder

Who was called a political prisoner?

Helen Tichauer

A political prisoner was in the eyes [?] of the German army anybody who in some manner had committed an offense against the German power. Even women, women of the German State, who had but a Polish friend were treated as Poles and designated as political prisoners. And so in August our number had reached the number of about seven thousand, and spotted typhus and malaria their first victims . . . [she is apparently confused by her own attempt at a 'higher level' of style]. Well, spotted typhus and malaria . . . when prisoners fell the first victims of spotted typhus, the Germans decided, the SS lager leaders decided to have the women's lager Auschwitz moved four kilometers away to Birkenau. At that time there remained in Auschwitz more than two thousand prisoners, women prisoners, who in some way were not well. The rest were relocated in Birkenau.

David Boder

Where were the crematories? The crematories were in Birkenau?

Helen Tichauer

Modern [?]. Modern [?].

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

Crematory One was a modern crematory in Auschwitz which served only to burn corpses. The little white building which stood in Birkenau in the forest was [appeared as] nothing else but an innocent little 'cottage.' I myself had in the year . . . '43, in the winter between '43 and '44, a chance to step into that little cottage. Because this little cottage has all our Auschwitzian . . . [correction] Slovakian brothers and sisters on its conscience. This white little cottage had a couple of windows, a large iron door, and a sign, 'To the bath.' People were at that time chased into that bath, according to stories of people, of prisoners, of men whom I encountered above . . . these were men of the special commando. The special commando was the commando which consisted of prisoners. These prisoners were compelled to drive people into the gas chambers, to transport them 'in a state of death' to the crematory, and to burn them. These people had a few months leave according to dictates from Berlin in order to organize [?] the gas-killings. These people had then in the winter . . .

David Boder

What does it mean, they had to leave? They were in the general [?] lager . . . ?

Helen Tichauer

They were in the general lager, but were sent as a lumber commando. They had to cut lumber precisely around that cottage. And there I had a chance in some way to ask someone from the special commando how the people were gas-killed. And he showed me the iron door and the barred window. The people were driven in. It was one room. The door, the iron door, was slammed shut. Through the iron bars, through the window, gas was passed in, and the window 'automatically' [properly] shut. After a few moments, a few seconds, a few minutes, whatever the case, until the people were dead. They were put on lorries. And nearby there were pits where the people were burned.

David Boder

Then they were not burned in the crematory. They were burned in pits?

Helen Tichauer

Burned in pits, still at that time. I still want to reiterate that in August '42, when the women's lager was relocated to Birkenau and the two thousand sick prisoners had remained in Auschwitz, [they too] were gas-killed in the little cottage.

David Boder

Who, the two thousand?

Helen Tichauer

The two thousand girls.

David Boder

But the little cottage was in Birkenau.

Helen Tichauer

Correct. They were loaded into trucks and driven over.

David Boder

Oh.

Helen Tichauer

Upon arrival in Birkenau it was constantly heard about transports to Lublin. We did not believe in the transport.

David Boder

One moment please. Did you work in Auschwitz?

Helen Tichauer

I worked in Birkenau. I also did work during the first weeks in Auschwitz.

David Boder

Aha. What kind of work did you do?

Helen Tichauer

The first weeks I was in the wrecking commando in Birkenau.

David Boder

What does that mean, wrecking . . .

Helen Tichauer

There were still a few shot up [bombed] houses in Birkenau which had to be demolished.

David Boder

Did you live in Auschwitz?

Helen Tichauer

No . . . [confused] we lived in Auschwitz and walked to Birkenau for demolition [work].

David Boder

On foot?

Helen Tichauer

On foot. Barefooted.

David Boder

How many kilometers?

Helen Tichauer

Some four kilometers. [Pause.]?

David Boder

Now then.

Helen Tichauer

[Long pause.] Now then. In time they directed definite [?] attention to me. After the Russian uniforms which we were given did not suffice any more, it was decided to give us civilian clothes. Civilian clothes were, of course, sufficiently available, because the baggage was taken away from all the women and the worst clothes selected and put at the disposal of the prisoners. But in order to distinguish us from the civilians at all [the general population], that is we did not have any contact with civilians at all, but should there have come one or another chance to escape, and in order to be able to distinguish us, it was ordered by Superior Storm Leader Ohmeier [?] that a black vertical stripe be drawn behind, on the back from top to bottom. Since they did not want to send painters from the men's lager to the women's lager, they were on the lookout for a woman who in some way was aquatinted with paints. There were dry paints and the proper oil, and they wanted that the women help themselves to it. I was then the only one who reported for it. I did not know at all for what purpose. They looked for a women painter. And since I am by profession also a script painter, I reported.

David Boder

What does it mean, script . . . script painter?

Helen Tichauer

Script painter means sign painting.

David Boder

Nu.

Helen Tichauer

Now I got . . .

David Boder

How old were you then?

Helen Tichauer

Then I was twenty-two. I got red powder paint and a pot of varnish and brush shoved into my hand. I was ordered to mix the paint. And later prisoners were led before me, and I got the order that a vertical stripe be af- . . .

David Boder

Oh, you had to do that while they had their clothes on them?

Helen Tichauer

. . . to affix, correct.

David Boder

Aha.

David Boder

Oh, that was before the tattooing?

Helen Tichauer

Yes. Now, however, it was a number [that was] affixed to our arm, to the left forearm. But in order to still more . . . in order to recognize us better, and to recognize us adequately in case of a control, they had on cloth . . . they had printed on cloth in the men's lager, which by that time had already a printing apparatus, the numbers which the prisoners had tatooed on the arm. In order that the men's lager . . . in order not to be dependent on the men's lager, I was given a printing apparatus, and I printed on tape, on linen tape, numbers from one to seven thousand, about eight thousand. That many we were at that time [in the lager]. I was then shoved into the office, that was the receiving office where every prisoner, newly arrived, was asked for his personal data, and as soon as the prisoner was through with the complete registration, he received automatically a number pressed in his hand, and it was his duty to sew on this number on the dress [the masculine pronoun in the preceding senntences is obviously used to designate both sexes].

David Boder

These were women.

Helen Tichauer

These were exclusively women.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

The printing of numbers came for me soon to an end, because other painting tasks were given to me. For example, I had to paint signs, numbers on a cabinet for the lager leader. In general various small, nearly useless tasks. When I . . .

David Boder

Who gave you the assignments? Who told you what to do?

Helen Tichauer

The lager leader.

David Boder

That was as SS?

Helen Tichauer

Yes, Stibetz [name not clear]. At the beginning we had . . . the lager leader was in fact the leader of the women's lager and the men's lager.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

But under him was the head woman supervisor. In the year '42 we had the head woman supervisor Langenfeld. When we were already in Birkenau . . .

David Boder

How did you behave when she gave you orders . . . the orders?

Helen Tichauer

All out normally. We had to stand at a distance of thee meters. When entering . . . we were called for. In the moment we entered the room of the women lager leader or of the lager leader we had to present ourselves thus, 'Security prisoner twenty-two eighty-six requests permission to enter.' Then the entrance was granted. One received then an order. One was addressed in part by thou, in part by thou] a slip, apparently intended you] depending on the mood at the moment. The order was chosen [?], that means it was given, and the prisoner had to reply, 'Security prisoner twenty-two eighty-begs [permission to] leave.' That was the procedure. Now . . . in September 1942, I had already fever for two or three weeks. At that time when we were relocated from Auschwitz to Birkenau I had fever too. But we knew, should I get sick . . . that somehow has been whispered into out ear [that] one should not [has no right to] be sick. And so in a state of fever I printed numbers, I made [printed] stripes, and so have teken care of my work. I belonged then to the office of the commander as a draftswoman, was assigned to a block where there were no [not only] Jews, but also Jews and also Aryan prisoners, because the Jews were . . . Now there were in Birkenau two rows. On the left, left of the gate, were stone blocks where before . . . where once before were quartered Russian prisoners of war. From them . . . from the forty thousand who once were there only thirty-two [thousand] remained alive.

David Boder

What happened to the others?

Helen Tichauer

The others had died away [croaked].

David Boder

What does that mean?

Helen Tichauer

Had died away in the swamp and morass. That I know . . .

David Boder

What do you mean? Did you work there?

Helen Tichauer

We worked . . . That I know from those of the forty-two [thousand] who were still alive. To the right of the gate were wooden barracks. Those were 'horse-stable' barracks where the Aryan prisoners were quartered for the simple reason that these barracks were cleaner.

David Boder

The 'horse stables' were cleaner?

Helen Tichauer

Were cleaner. And there were 'exception blocks' for such prison[ers] . . . for such prison[ers] . . . for such Jewish prisoners who performed certain indispensable work. Because then it was considered indispensable, say to print numbers or to paint a stripe, or to draw eventually a little birthday card. So then these prisoners . . .

David Boder

A little card?

Helen Tichauer

A little card. Yes. So these prisoners were assigned to the Aryan block. Every night, I had every night the shivers. This was noticed by my Aryan supervisor, the State German, and she compelled me to present myself to the sickward of the lager. That was the hospital. When the acceptance was completed, after three weeks in bed, without treatment, without medicines, there came for me a most strange day.

David Boder

[In English] This concludes Spool 149 with Helena Tichauer reporting. We are going over directly to Spool 150. Germany, September the 23rd, 1946 at Camp Feldafing, a large installation of the former Hitler Youth. I am here in the room with bare walls, apparently the paintings and so have been covered, [i.e.] the wall decorations. But the floor is of hardwood which could adorn any fine American home. There are about . . . I estimate fifteen to twenty acres of land, all with large barracks that the Hitler Youth occupied, and which is now occupied by about five thousand Jewish displaced persons. An Illinois Institute of technology wire recording. We are going over to Miss Elena Tichauer's [Mrs. Helena Tichauer's] report [unintnelligible] to the other spool.

David Boder

Germany, September the 23rd, 1946. Camp Feldafing near Munich. The interviewee is Mrs. Helena Tichauer, continuing from Spool 149. This is Spool 150. Mrs. Tichauer is continuing her report on her camp in Birkenau.

Helen Tichauer

[In German] Now then. In the year 19- . . .

David Boder

Well, in the year . . .

Helen Tichauer

In the year 1943, in September, that's when I came into that sick ward of the lager, that is in the hospital. It was as isolated block. It was block 27, a stone block where only Jewish prisoners were located, without treatment, without medicines, because medicines were not made available to Jews. One was three weeks here almost without a drop of water, without normal nutrition to live on.

David Boder

Please [?] describe the beds in the sick ward.

Helen Tichauer

In this Jewish stone block there were no beds. There [were] the so-called cots.

David Boder

How is that written [spelled]?

Helen Tichauer

K-O-J-E-N

David Boder

Kojen?

Helen Tichauer

Kojen, correct.

David Boder

Koyki, like they say it in Polish.

Helen Tichauer

Yes.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

Within a height of three meters or three metersâtwenty [centimeters], were located three such holes, so to speak. These were simply caves where room was found for five people when things were bad. When things were good [laughterâshe apparently means when things were thriving for the hospital] there were many more [laughter again]. This about describes it.

David Boder

Yes. Were these wooden scaffolds?

Helen Tichauer

The block was about twenty-seven meters long. These were stone scaffolds.

David Boder

[With surprise] Stone scaffolds?

Helen Tichauer

Stone scaffolds, vertically. Horizontally they were wooden scaffolds. In length such a cut was about two meters.

David Boder

Oh, these were a kind of plank bed.

Helen Tichauer

Correct.

David Boder

Polati [wooden sleeping platforms] in Russian [?].

Helen Tichauer

So that one could lie down. In width it was two, about two, meters. In height, well, two times two, a square hole. Three such holes were above . . . one above the other.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

That is three times. The one on top was at the most advantage, because on top there was air and room up to the roof. The people were located there according to demand. If there were more sick ones, then five, six, up to eight persons lay on such a cot.

David Boder

All one next to each other?

Helen Tichauer

All next to each other like herring. If there were more room, then three or four could lie [on one cot]. Now then, so we lay there completely abandoned. People lay, lice-ridden, starved, and unattended. The first of October, 1943, came. Through the windowâthere were a few windowsâthrough the windows one could see trucks going and coming. Later we learned that nearby, behind the block 27 was located block 26, and behind Block 25. block 25 was the famous isolated . . . [correction] isolation block. There were assembled the hair-sick, half-exhausted, almost completely exhausted girls, and every day departed a transport of trucks full of such girls. It was said they were going . . . they go to Lublin. But since within an hour the same clothes, that means the old uniforms with the numbers, with the sewed on numbers, would come back, we knew exactly that people were not transported to Lublin in the nude, and it did not take long before we got word that, [from] men of the special detail, that the people were gas-killed. On the first of October all sick prisoners who were located in block 27, where I too was, were dragged out before the block. They were instructed to sit down next to each other. There were that time seven hundred girls in the block, sick part with spotted typhus, part with malaria, with infections, and whatever else may have occurred.

David Boder

What did you have?

Helen Tichauer

I?

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

I had come down that time with spotted typhus. I . . .

David Boder

With other people nearby who had what?

Helen Tichauer

They . . . malaria and . . . and small infections.

David Boder

All in the same plank bed?

Helen Tichauer

All in the same block.

David Boder

No. On the same . . .

Helen Tichauer

All from the same cot, correct. So we were instructed to assemble before the block, half exhausted. Cold it was. Three or four hours long we were sitting. Meanwhile before us passed trucks by the dozens [loaded] with girls through the gates.

David Boder

White [a confusion of the ending -wise or dozenwise, 'by the dozen']trucks?

Helen Tichauer

No. Trucks. These were normal . . .

David Boder

Oh, dozenwise [by the dozen]?

Helen Tichauer

Dozenwise, yes. Through the gates, in the direction of the white house. At that time already two crematories of modern construction were completes and in action. In the course of he following months all the regular . . . two, as a matter of fact, three [crematories] were completed and which they worked later on day and night on 'double steam' [to utmost capacity] when later on the Jewish transports proceeded to arrive from all lands of Europe.

David Boder

Now have you seen such a crematory?

Helen Tichauer

Yes, but . . .

David Boder

[Hesitantly] How many people could be burned at one time in one . . .

Helen Tichauer

One thing I know. At our gate passed . . . if a transport arrived with a thousand people, and it always so happened that only ten per cent would get into the lager, that is one hundred out of a thousand. And nine hundred consisting of mothers with children, whether young or old . . . that was all the same. Whoever [?] led a child by the arm or by the hand was considered as a mother.

David Boder

As what?

Helen Tichauer

As a mother.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

Mother, child. Older person, sickish person. I should like later to return to . . . to how [the method by which] such a sorting out, selection, was proceeding, because I . . . [Pause.]

David Boder

Yes. Let us return to what happened to you.

Helen Tichauer

Let us return. On the first of October passed dozenwise [by the dozens] these automobiles before our eyes. Only later, when I . . .

David Boder

Now let us stick to that. What happened to you?

Helen Tichauer

Good. Correct. Then came our turn. There came Omeier [?]. The name of the lager leader . . . his name was Mueller. So Mr. Mueller also came over and said that everything [a frequent attitude of deanimation, of treating people in terms of discarded objects] that he has delivered up to now is still too little for him [to satisfy him]. This I have heard with my own ears. I was that time not any more unsophisticated with reference to all these things, because during the time when I was still not lying in the sick ward, I had been working in the office, and I only know that death lists arrived constantly and especially of those who were loaded on automobiles and then were never to be seen again. At that time he only said . . . it was . . . Ohmeier said it was not enough for him. Block 25 was emptied out. Healthy women in my estimation above about three thousand in number, who were then [transitorily or slightly?] sick, were shipped away [?] in this manner. Now came our turn.

David Boder

Healthy women were shipped?

Helen Tichauer

Healthy women, yes. Mr. Lager leader Mueller was alerted by his woman secretary who then worked for him, for reasons of race polutionâshe was a prisoner and her name was Anny Meier . . . Anny Meierâthat I, too, was among the prisoners who were here in block 27. And I, before my illness, painted for the lager leader a few numbers on a box and was unable [then] to finish them. So he came up to me, and asked me what I was doing there. I replied that I was free from fever and would like to work again. So he said to me, 'Good, then you [the courtesy form of you] go over there. That in the Aryan ambulance [infirmary]. Let them measure your [c.f.] temperature, and if you [c.f.] have none, you remain, and if you [c.f.] have any, you [c.f.] go with them.' Often . . . on the Aryan ambulance then a sister [nurse] worked . . .

David Boder

By 'ambulance' you mean a clinic [ambulatorium]?

Helen Tichauer

Yes. That was a wooden barrack, a little one [a shack].

David Boder

Yes. You see, we call an 'ambulance' a vehicle.

Helen Tichauer

Well, a clinic, so to speak.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

There worked a German nurse, a German 'political' [prisoner] who was there already about eight years, with whom I preciously had a little contact. She worked there. She knew exactly what it was all about. And she assured me when she said, 'Zippi, even if you had 43 degrees [109 degrees Fahrenheit] of fever, I shall say nothing.'

David Boder

What did she call you, Zippe?

Helen Tichauer

My name was Zippi. That is what I was called.

David Boder

Z . . . ?

Helen Tichauer

Z-I-P-P-I.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

Her name was . . . [recollecting]. The name escapes me for a moment. I shall later come back to it. And indeed, in five minutes Mr. Mueller came, and she reported that I was free from fever. I had to . . .

David Boder

Were you?

Helen Tichauer

I was not free from fever. I was given valeriana in order to calm myself and had still to sit there for three hours and wait.

David Boder

Outside?

Helen Tichauer

In the room. I saw then through the window how all my . . . my girls, with whom I lay together sick, were chased up the truck and driven out through the gate. I was immediately instructed to begin with my work in the office. Feverish, half blind, half dear, after typhus, I began with my work. I weighed then barely seventy pounds.

David Boder

How much do you weigh now?

Helen Tichauer

Now I weigh fifty-two.

David Boder

Fifty-two kilo?

Helen Tichauer

Fifty-two kilo, and that means one hundred and four pounds [115 pounds nearer correct]. The idea that I was on that day the only remaining survivor out of four thousand girls gave me the strength and faith for further endurance. I was a hundred per cent sure that the girls were gas-killed for the reason that we in the office have established, besides the card index by names, a number book.

David Boder

A number book?

Helen Tichauer

A number book. And every prisoner who had passed . . . died was marked up with a black . . . a red cross, every number. And prisoners who were gas-killed [were marked up] with a black cross. This way I had [in] black and white [a record of] what happened. Weeks later I recuperated. Meanwhile still daily departed transports of the girls from the lager. And in February, 1943, when the number, the number of prisoners, of the last prisoner, of the last arrival had reached the count of thirty-three thousand, of whom there were already more than twenty thousand Jews, there remained after a large selection, in February [one] thousand five hundred.

David Boder

February of what year?

Helen Tichauer

'43. [One] thousand five hundred Jewish prisoners, women prisoners.

David Boder

When?

Helen Tichauer

In February '43. The total number amounted then [to] about seven thousand. That [inanimate designation] which was not gas-killed, perished from typhus, without treatment, without medicines, perished in part from starvation. There was then even a large selection of non-Jewish prisoners.

David Boder

What is a selection?

Helen Tichauer

A selection is a sift, a 'natural' sift, which was designated by the foreign term [Latinism]. That was not a 'natural' selection. It was a selection [choice] of the SS. Now then . . .

David Boder

How did they choose those people?

Helen Tichauer

They judged according to their whim, according to appearance whether one is still fit to work, fit to live or not. There was a general appell on that . . . I think it was the nineteenth of February. A general appell was an appell at which the whole lager was assembled on a nearby meadow.

David Boder

Who [?]?

Helen Tichauer

Women only, and were then one by one returned to the lager. To the right and the left. This . . . this selection was attended at that time by superior supervisor Maria Mandel and the then labor service woman leader Hasse, the sister of the woman supervisor Franz [?] Coupulett [?] in the lager Muehldorf, in the women's lager Muehldorf. The going was to the right and left. And everything that went to the left went to the block 25. That time not only Jewish women went. A large part of those who went were Yugoslav women. Even state-German[Footnote 1: State-Germanâactual citizens of the German Reich as distinguished from Folk-German, citizens of invaded countries who collaborated with Nazis and claimed privileges on account of alleged German ancestry.] women thieves' accomplices [?], state-German political prisoners, state-German asocial prisoners, Russian [women], everything that was still on hand. Indeed, no consideration was given whether Jewish or not Jewish. But it was then that the last Aryan was gas-killed [the last time that an Aryan was gas-killed]. Then further orders from Berlin, because the women supervisors or the SS people made 'special actions' only then when Berlin would order to proceed with a selection. I want to give a little example. There were about two thousand typhus cases in the hospital. The lager inquired in Berlin whether it would be permitted to gas-kill the girls of the two thousand typhus cases, that is of the two thousand Jewish typhus cases. In about three months came the reply, 'Yes.' Meanwhile, however, forty per cent of these girls had gotten well. But the number two thousand had to be gathered up. So they took all Jewesses from the hospital who lay there, without exception, whether they had scabs or any other little thing. And so the rest which was missing from the two thousand, that is the rest who were discharged who were already well, was by . . . was replaced in a manner that they went through the blocks. That is, the SS went through the blocks. And this time, for example, they took a fancy to the barracks service detail who looked well. So they took the healthy barracks service detail. They took girls who at the moment were running on the road to the toilet. They took whatever got in their way. The number two thousand was reached. But that was not enough for them. They took this time advantage of the 'special action,' and raised the number to three thousand. And these girls went all into the gas. I know that, because I marked their numbers in the number book with black according to a list which we received.

David Boder

Well, but it never said in the number book what black means.

Helen Tichauer

It did, indeed. We knew: SBâSonder-behandlung [special treatment].

David Boder

Hm. That was the name [for it]?

Helen Tichauer

That was the name.

David Boder

It did not say gassed?

Helen Tichauer

No. Always and again: special treatment. The commando [detail] who worked at it was also called Sondercommando. And according to orders from Berlin only such Jews could] or could not? See footnote 2] be gas-killed, who came with RSHA transports, that is verlockte[Footnote 2: This word presents a great difficulty for the translator. It has two most distinct meanings, and unfortunately there is no clue in the context. First meaning: enticed, allured, trapped. Second meaning: covered with locks with long, curly hair, possibly due to neglected appearance, or due to religious traditions of the Khasidic sect. In general it seems that the recollections are deeply affecting her mood. She loses control, in places at least over the process of verbalization, causing substantial contradictions and instances of confusion in the narrative.] Jews.

David Boder

What does it mean, RSHA?

Helen Tichauer

Main Superior Security Office [Reich's Sicherheit Hauptamt] Berlin. Jews who came to prison were treated as card-registered [exact translation: cardwise; from kareimaessig] Jews. They were entered in the card index. Their clothes . . .

David Boder

What does that mean, kartei- . . .

Helen Tichauer

Card-indexed, a card index, no? Their clothes were card-indexed, which they, however, never saw again, and [they] were protected against gas-killing, against the 'special treatment.'[Footnote 3: It is, therefore, not clear whether these prisoners were or were not the same as the curly or possibly trapped Jews. See footnote 2.] That was the [their] only advantage. But if by some mistake such a Jew from such a transport would go to the gas [chamber], then a death certificate was simply made out, a normal death certificateâacute intestinal inflammation, etc.

David Boder

Now then, the card . . . What did you say . . .

Helen Tichauer

Card-indexed Jews, and for that reason . . .

David Boder

Card-indexed Jews were such who were not gas-killed?

Helen Tichauer

Who were not to be gas-killed. And that is to a large extent the reason why we today possibly see weak older people who are today alive. [This is] thanks to the fact that they were card-indexed, that means prisoners from jail. These were privileged. Indeed, it was paradoxical.

David Boder

What . . .

Helen Tichauer

The people who came from the prison have definitely consciously committed something. The others came into the lager harmless and innocent, only because they were Jews.

David Boder

So then the criminals, so to speak, have remained alive.

Helen Tichauer

correct. A large part of them. Or they were at times whipped to death, were killed at work. That was already . . . That happened not only to Jews. So were . . . so found their end many others, thousands of others, non-Jewish prisoners. [In a low voice] Do you have, please, any question? [She apparently searches for suggestions for a new topic.]

David Boder

Now what followed? How did you fare? I want to know everything.

Helen Tichauer

And so I worked then in the office. My work consisted . . . Because I, after my illness, had completed for the lager leader the few numbers on his wardrobe, and I as a single one out of four thousand got out [was saved], they [the Germans] took notice of me. The SS [woman] who then was dismissed or transferred, and a new one came . . . [the latter] knew always from the others: This prisoner was favored by Mr. Mueller [the deficient syntax is, as always, that of the original]. They did now know why. And when it subsequently came to any kind of selections, so they used to 'forget' about me. Besides, I performed, in the course of time, tasks which no other woman was [capable of] doing, because I was a professional. They were pleased [?] by a properly looking card index, with little things that I did for them time and again according to instructions, exactly like any other prisoner who had to do work that was assigned to him.

David Boder

Now then, how was it . . .

Helen Tichauer

Later on I worked as a prisoner in the office, doing always what was indispensable [to do]. Then came the superior storm leader Hoefler [?], that Hoefler who was hanged in [by sentence of] the Bergen-Belsen trial. He became our lager leader.

David Boder

In . . . in Birkenau?

Helen Tichauer

Yes. I want to say a few more words in connection with Hoefler. At the selections which were performed at the arrival of a transport, of which I already mentioned that ninety per cent went into the crematry, Mr. Hoefler was also present. At times Mr. Hoefler, at times Dr. Mengele, at times Mrs. Upper supervisor Mandel, at times Mrs. Upper supervisor Drexel. It depended, alternating. That went on automatically, left, right, left, right. Whoever had luck got into the lager. And only those who got into the lager were tattooed, got their number, and were entered in the card index. Mr. Hoefler, too, took part in these selections exactly like all the others belonging to the SS. But thousands of male and female prisoners could possibly be thankful for their lives to Mr. Hoefler, because he was the one who undertook a most radical campaign of delousing. In all lager, men's lager and women's lager the typhus louse had disappeared. And in this manner prisoners were spared by typhus.

David Boder

How did he accomplish that?

Helen Tichauer

He ordered the clothes to be put into the steam boilers where the typhus louse was killed. The eggs, the larvae were killed. Often the prisoner was shorn, the hair, wherever he had hair, was taken through a bath, a cleaning. He went as far as to provide enough water and soap, and such delousings took place every month. This there was [at that time?] not a single prisoner in Auschwitz or Birkenau who was not submitted once a month to a delousing.

David Boder

Aha.

Helen Tichauer

And so Hoefler, exactly like the others, took notice of me as the draftswoman of the lager, put paints at my disposal, and arranged for me a small room next to the office where I worked. I got then the first, large task to draw up a diagram, a diagram of the labor force, that is, of everything that took place in the lager, the daily changes in the [labor] force, the daily additions, the labor force in the communication [? She says richtung] industry, in agriculture, and wherever else prisoners workedâto present that monthly in the form of a diagram which would then go to Berlin. I made that diagram once [one copy] for him, and once [one copy] for myself. And the last day, on the 18th of January '45, I threw a roll of duplicates of the diagrams behind the bookcase in the Birkenau lager, section [one word not clear] 2B. I think it has fallen into the hands of the Russians.

David Boder

You don't know into whose hands it fell.

Helen Tichauer

No.

David Boder

Why could you not take it yourself [?], afterwards?

Helen Tichauer

I could not . . . Why? I . . . we had to evacuate.

David Boder

Oh, you were evacuated?

Helen Tichauer

Yes, and precisely before all papers, all the 'principal' books, everything was burned. And about these diagrams nobody knew anything. I threw them behind the bookcase.

David Boder

Where did you throw the diagrams behind the bookcase? [Apparently some trouble with the recorder.] Now go on.

Helen Tichauer

Yes. In order to kill time in some way, I undertook in this little room ro reconstruct the Birkenau lager in plastic [ a plastic model]. I obtained the proper tools [?] and all that was needed for it.

David Boder

You slept in a general block?

Helen Tichauer

I slept with all prisoners together. I was not privileged [officially]. I was not a band carrier [apparently a band on the arm to designate a trusty]. I was simply recognized as draftswoman of the lager.

David Boder

What did you get to eat?

Helen Tichauer

To eat? Exactly the same as any other prisoner. In the morning there was coffee. Then we [I] got daily five hundred grams . . . no, I don't know exactly, but it was . . . it was a quarter from a five pound bread. That still means about 500 grams.

David Boder

That is then from a bread of two kilos?

Helen Tichauer

No, two pounds. From one kilo of bread, 250 grams.

David Boder

Grams.

Helen Tichauer

Indeed, it constantly changed. One time the bread was for four [people]. Another time it was for five.

David Boder

What kind of bread was it?

Helen Tichauer

It was Wehrmacht [soldier's] bread.

David Boder

Was it baked [ a long time] before?

Helen Tichauer

Was it baked every day. Auschwitz, the men's lager Auschwitz, had a bakery.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

The Auschwitz lager as such was autonomous. The most diverse shops . . .

David Boder

Was there a . . . a . . . a gas factory nearby, in the proximity?

Helen Tichauer

A factory which manufactured these gases?

David Boder

A gas factory . . .

Helen Tichauer

No. The gas was [came] in cans and was called Cyclon.

David Boder

Yes, now then.

Helen Tichauer

These cans were seen now and then, because they were also used on occasions of delousing. However, for delousing there was more economy with gas that in gas-killing of people. That we know.

David Boder

More economy?

Helen Tichauer

More economy. Everything was always calculated. But it happened to be sufficient for the lice.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

Now where was I?

David Boder

Now. Then . . .

Helen Tichauer

Yes. I have decided to mount in plastic [a model of] the lager Birkenau. And indeed, after three months of this work with another prisoner who [ a female] had assisted me with it, we have presented the lager Birkenau on a surface 2 meters times 80 [centimeters]. Afterwards it was placed under glass and was carried over to the commandant's office, [number] 2. I still have this plan in my head. Because the construction authority, although they processed at that time the plans in a professional [form], were always so busy, and the gentlemen of the lager, the lager leader, the report leader, constantly wanted schematic plans. They understood, of course, more readily the schematic plans. And so they came to me, and in this manner they kept me regularly [?] occupied.

David Boder

How did you draw, with India ink, with ink, or . . . ?

Helen Tichauer

I always provided myself with most necessities. Everything was available, because there came also with the transports draftsmen. There came also artists who were not so lucky to get into the lager, but their things remained, and these were [gathered together] in one lager. That was the 6th lager Brezinki, near . . . there was one lager in the midst of all crematories, camouflaged with trees, barracks . . . where there were barracks which . . . in which the clothes and everything that the people brought with them piled up. And precisely from here I fetched the things.

David Boder

Now then, where did you go to from the Auschwitz?

Helen Tichauer

There came the 18th of January.

David Boder

'45?

Helen Tichauer

'45. From afar we heard already detonations. We knew exactly those were the Russians. The last crematory blew up I the air, on orders of the SS, because the first four [her speech becomes hesitant] were by the prisoners themselves, who there . . . by the special detail [Sonder-commando], who all the time had to burn the people. The crematory . . . the crematories were demolished.

David Boder

Were they ordered to do so?

Helen Tichauer

[It] was ordered from Berlin. The nearer the Russians came, the faster they worked. And on the last day there was no more time. We had to leave, and the crematory blew up in the air. The prisoner . . .

David Boder

When did they stop gas-killing people?

Helen Tichauer

They stopped gas-killing people at the end of October, '45.

David Boder

'44.

David Boder

Now then, did your family survive?

Helen Tichauer

No. These were just relatives. My . . . of my own parents I know through people who came afterward [after my own deportation] to us, with the subsequent transports in the year '43, that they [her family] were shipped off with the 'family transport' to Lublin. And of this 'family transport' we know for sure that nobody lives. In [from]Czechoslovakia, that is in [from] Slovakia, sixty thousand Jews were deported. Of these sixty thousand there are living [a] hundred fifty men and four hundred fifty girls.

David Boder

From Czechoslovakia? How . . .

Helen Tichauer

From Slovakia.

David Boder

. . . do you know these numbers?

Helen Tichauer

How? Well, all the girls came with me. The Lublin transports did not survive it. And all the other transports came to us. And the count . . . we of course made daily count reports by nationalities, which I in part . . . in part had to register . . . to assemble, yes? The count, in the last month the count stood for the girls at four hundred and fifty, the Slovakian [Jewesses].

David Boder

Now tell me, what happened then? The Russians came nearer. The crematory blew up in the air.

Helen Tichauer

In the air.

David Boder

And what happened then to you?

Helen Tichauer

And the men prisoners and women prisoners were evacuated.

David Boder

And you were among them?

Helen Tichauer

I was among them.

David Boder

Where were you evacuated to? How were you evacuated?

Helen Tichauer

We went in the direction of Loslau.

David Boder

On foot?

Helen Tichauer

In . . .

David Boder

Men and women together?

Helen Tichauer

No. Accompanied by SS. About forty thousand prisoners, to estimate, were then shot down, because . . .

David Boder

Where?

Helen Tichauer

On the road. Because we

David Boder

Then how many prisoners have left Auschwitz?

Helen Tichauer

[In an almost casual manner] Over [a] hundred thousand.

David Boder

[With astonishment] Hundred thousand, at the same time?

Helen Tichauer

Yes.

David Boder

Now . . .

Helen Tichauer

And we saw dead prisoners right and left. Ahead of us . . . the men who marched ahead of us were, in large part, shot down, and we just passed the [dead] people. The SS at that time was especially selected for this transport, a large part Folk-Germans, a large part . . .

David Boder

Folk-Germans, who were they?

Helen Tichauer

Folk-Germans. Folk-Germans are all Germans who are not State-Germans, who feel German by nationality, claim to be such, but are not State-Germans.

David Boder

Not born in Germany.

Helen Tichauer

Thus Yugoslav Germans, Sudenten Germans.

David Boder

Aha.

Helen Tichauer

And Ukrainians.

David Boder

Germans.

Helen Tichauer

Who call themselves Germans, and so forth, so forth. Everybody . . .

David Boder

And they belonged [?] to the SS.

Helen Tichauer

These SS members of . . .

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

Folk-Germans were in the large majority worse than all the others. We were chased by them, now north, now south, now east, now west. We could not explain to ourselves the chase here and there, because it was important that we get ahead, because they chased [us] away from the Russians. But when we were in the one place it was told that the Russians were five kilometers away, so we had to turn south. When we were here, we had to turn north. And so we arrived after a day and night in the city of Wroclaw, Upper Silesia, where we were confined in RR-cars, in open cattle cars in January, one hundred in each [car].

David Boder

Now describe the trip.

Helen Tichauer

The trip proceeded day and night in a way here and there. Just like the march on foot, so the trip by train, without provisions, in a storm, without toilets, with nothing.

David Boder

Still, what kind of guard did you have?

Helen Tichauer

Guarded by the SS. They traveled with us. We traveled. One did not know exactly where to.

David Boder

Still, you were not in fact without any food during that time.

Helen Tichauer

Without food, because there was an order that among about one hundred persons, one hundred women who were located in the one RR-car, two breads and a can of canned food [?] be distributed, because the SS themselves were hungry.

David Boder

Nu.

Helen Tichauer

We received the first day a thin slice of bread and maybe one hundred grams [3 ounces] of meat.

David Boder

Each one?

Helen Tichauer

Each one. The rest consisted of snow which we licked, which happened to fall. Later on, near Berlin, the population did not exactly know who we were, so they brought us hot coffee or hot water.

David Boder

The population?

Helen Tichauer

The population. We ourselves traveled in the direction [of] Oranienburg. And I was quite well acquainted [with the situation]. I knew exactly where the individual concentration camps were still located.

David Boder

How did you know that?

Helen Tichauer

How? Because we ourselves at the office have sometime transferred prisoners. Then there came prisoners from one lager to the other. We always calculated where what is located. I knew exactly. If the road leads to Oranienburg, then the road takes us to Ravensbrueck. And Ravensbrueck was a famous German concentration camp for women. Ravensbrueck . . . I don't know. I wish, before returning to Ravensbrueck, still to mention one episode.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

[Slowly] There were prisoners in Auchwitz who were assigned for experimental . . . for experimental purposes. That means they were forced . . .

David Boder

[Words not clear, possible: Where?]

Helen Tichauer

There were . . . in the men's lager. There was one block; that was block ten. Block ten was located near block eleven, the so-called bunker where thousands of executions had taken place, which I could once observe through the crack of some wooden boards.

David Boder

For instance?

Helen Tichauer

It was then . . . when we were in Auschwitz it was thus. One could see it. The prisoner was chased out, to the left. Then one heard a report [detonation, shot]. We learned afterwards it was a neck shot [occipital shot], and to the right one can . . . one could see through the crack mountains piles of warm human corpses. At that time Main Squad Leader Mr. Barich did the shooting. His neighbor [co-worker] was Mr. Stivitz in block ten. I myself was not there at the time when experiments were performed. Block ten had the purpose of bringing about artificial insemination. Shall I tell]?]?

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

I hope you will be able to through personal witnesses to learn something about block 10.

David Boder

[Words not clear.]

Helen Tichauer

Now . . . Ravensbrueck. When I arrived in Ravensbrueck, I heard something different, and it is correct. Women, mostly Polish, were also placed in an isolation block, from whom then ribs were removed, who were converted into cripples, in order to implant them [the ribs] in German war wounded.

David Boder

Now how can women's ribs [be grafted] on men?

Helen Tichauer

It may not have been ribs. It may have been bones, a shinbone. It would have been another part of the body. At any rate, that is correct.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

However, the women were then not any more released as cripples. Ravensbrueck, too, had its crematory. There were also other means to kill a person. There were syringes. There were various other things of which you will learn from other witnesses, possibly from physicians who worked there. Ravensbrueck made on me personally the impression like possible Auschwitz in 1942, cold, disorder, dirt, famine. A chase [pushing around]. They did not know whatever to do with us. We are again transported away to smaller lagers, which were planned for [a] thousand people. And there came three thousand. One can imagine how the conditions for living and nutrition looked about, up to the day of liberation. Then . . .

David Boder

Where you were liberated from?

Helen Tichauer

One moment [wait]. On the day of liberation . . . it was the 3rd of May.

David Boder

[In English] This concludes Spool hundred and . . . 150. Miss Helena Tichauer . . . Miss Helena . . . Mrs. Helena Tichauer. She started her record . . . her report on 149, and we are going over to the third . . . we are going over to the third spool of her report.

David Boder

[In English] Germany, September the 23rd, 1946. Feldafing Camp, about 30 kilometers or so from Munich, a camp for displaced Jews. Located on about a 20 acre or so reservation, if we could call it [that]. Full with two-story buildings, now with additional temporary buildings also, in which Hitler Youth was getting its preliminary training. The interviewee is Miss Helena Tichauer, otherwise Zippi genannt [called], and we are now here to the final wanderings which so often come through, where . . . where prisoners of war or concentration camp inhabitants were carried around and chased around [by the Germans] from one place to the other for some reason that they should not get into the hands either of the Americans or the Russians.

David Boder

[In German] And so where did you come to after these wanderings, Mrs. Tichauer?

Helen Tichauer

The last lager after Ravensbrueck was a small work lager, Malchow [? name not clear, but sounds like: Meistro]. But it did not last long any more, because one week before . . . two weeks before the end of the war the Red Swedish Cross . . . correctly, the Swedish Red Cross sent autobusses and officially removed the prisoners. I don't know [her speech becomes fast and erratic] what influenced them [the Nazis], whether the international [word not clear] was broken. I don't know what motivated them that they altogether set some prisoners free, and that aroused in us a bit of hope. There was . . .

David Boder

But you did not get out yet?

Helen Tichauer

I remained there. There came the first of May. The first of May was celebrated in our heart as the day of freedom. And the first of may we were, indeed evacuated from the lager Meistro [?]. And we knew . . .

David Boder

Wait [?]. By whom? By whom were you evacuated?

Helen Tichauer

By the SS. That was up [north] in Meklenburg. And we had an inkling, we knew, that this road may, indeed, lead to freedom, and they [the premonitions?] did not disappoint us. Behind the city of Goldberg . . .

David Boder

How many days were you en route?

Helen Tichauer

One day and one night.

David Boder

Yes. Nu.

Helen Tichauer

There were on the highway people, soldiers, prisoners, how . . . whatever still had hands and feet [endeavored] to go in the direction of Luebeck. I personally, together with two girls, made ourselves disappear in the crowd, tore ourselves away. Before [escaping] we rid our clothes from the red stripe [she says: We removed our clothes from the red stripe].

David Boder

From the red stripe?

Helen Tichauer

From the red stripe, yes.

David Boder

How did you do that?

Helen Tichauer

I myself . . . I myself as a painter was always 'prepared for it' in painting my stripe not with oil paint but with simple red water color which, however, was adequate, and with a light [word not clear] brush the stripe could be easily removed. And that, indeed, I did en route. I have . . .

David Boder

And your girl friends.

Helen Tichauer

As well. We mingled with the crowd. That was not difficult, because there was too big a confusion [?], too great a state of nervousness [excitement] among all [of us], even among the SS. And in the afternoon I found a little farm house lying aside, to be exact, a farm where I saw that the Germans were moving out. That was the German Wehrmacht. And so I went to that farm and went to sleep in a barn. At night . . .

David Boder

With whom [were you]?

Helen Tichauer

With the two girls. But here we found already others roaming [?] through the fields. That is people who had arrived exactly at the same [idea]. These were mostly French war prisoners, some Russians, even members of the SS who have thrown away their insignia and did not want to continue [with their duties]. There was a conglomeration of people. The night was passed in a barn.

David Boder

What were you talking about?

Helen Tichauer

Talking? These were debates about it. Should we move on? Why then move on? We were driven [chased] towards the Americans. Why should we not be liberated by the Russians? For us prisoners that should be all the same, whether we are liberated by the Americans or by the Russians, or by the English. We want to be liberated. And it is a pity to give away still our last strength, because we are almost too exhausted to be [able] to continue ahead, at a running pace. We knew that the day of liberation through the Allied [forces], no matter by what nation, [will] be our day, yes? And . . .

David Boder

And what did the SS say, the German?

Helen Tichauer

They have . . . they were ready to remain here and to let themselves taken prisoners. There were also two Danes, or [maybe] Dutchman, at any rate from the Northern countries, two tall men who were quite undecided and did not know what to do. They wanted to get way. And with quite strong persuasion I told them that it was not worth-while, because eventually they could be shot by the Germans as well. They remained. And indeed, at night we heard in the forest, in the proximity of the forest, the thunder of cannon. Possibly these were even Katiushka. We were, of course . . .

David Boder

What is Katiushka?

Helen Tichauer

Katiusha [a different form from Katiushka] is a Russian special weapon. We were women and had no special knowledge, but we reasoned in a way [?] that on the upper . . . on the upper front the Russians used mainly the Katiusha, and at about three or four o'clock [a.m.?] silence settled in. In the morning we were hungry. There were potatoes in the yard [on the farm]. We boiled for ourselves some potatoes because we were hungry, and all at once we saw a soldier, that is, one in uniform. The Frenchman [prisoners] had retained their uniforms. We did not care any more about uniforms, because by now there was a conglomeration of every [kind of people]. And he greeted in Russian, Zdravstvuy. So then I asked him, 'Who are you?' He does not answer me. I noticed . . . I noticed on his cap the Russian Soviet star. And I ask him, in some manner, in a broken Russian, 'Are you a Russian soldier?' So he answered, 'Yes.' 'And are the Russian here already?' So he says, 'Yes.' 'And are we free?' So he replies, 'Yes.' And there was a Russian detail, an advanced detail [some words not clear. She may be talking about a single soldier] who looked [?] around and inspected the whole site and wanted to ascertain what was going on. In about ten minutes appeared on the highway several tanks, horses, marching [?] soldiers, automobiles, and moved forward [?]. Since they knew that we were prisoners they supplied us with provisions, candy, and the kind.

David Boder

Did they have the provisions with them?

Helen Tichauer

Yes. They had already provisions from . . . where from I don't know. However, about that they had no qualms [they did not bother about the Germans]. They knew that prisoners were on the road. There were prisoners all along the road. They had no qualms when occupying a city or a village to requisition things and to give them to us. Because the prisoners were half naked, half starved, and were in need of the things. The same night I decided . . . yes, the same night I decided to go homeward, and one day . . .

David Boder

To Slovakia?

David Boder

All three [of you].

Helen Tichauer

All the three. He . . .

David Boder

Were these Jewish girls [?] the spool becomes very indistinct for long stretches. Apparently some disturbances in the power supply] . . .

Helen Tichauer

No. there were two Polish girls present [with me].

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

He took us as far as the city of Waren, where he let us off and brought us food and provided us with lodging.

David Boder

[Not clear, but possible: In a camp?]

Helen Tichauer

No, a [private] dwelling. And he told us we should . . . we shall rest up for a few hours, and [that] any automobile had orders to accept prisoners and transport them wherever they wanted [possibly: if on their way]. We arrived, and there were in the city of Waren . . .

David Boder

Where is that?

Helen Tichauer

A German city of Meklenburg. We met with various prisoners of all nations. For the first time [I] saw . . . I saw strangely uniformed [dressed] . . . that is newly uniformed who were still unknown to me. They had in their formation carts, horses, and bundles like all the others. And I asked them who they were. And to that they replied they were American war prisoners who now, too, were liberated, that they now were liberated, and that their aim [destination] was the American zone. And so they asked . . . they asked me about my nationality. [Her speech becomes animated and excessively rapid.] And I told them [?] . . . I told them that I was from Slovakia. And so they had one . . . one among them whose parents years ago had emigrated to America who, too, was of Slovakian origin, and even from nearby my home town of Bratislava. He was introduced to me, and he still knew a bit of broken Czech. We chatted for a while. Then we took leave from him and endeavored to get ahead [with our journey]. On the road we met a great variety of people, and all were nice, and brought us . . . we understood each other, and they [apparently also the Germans] helped us wherever [with whatever] they could. On the 28th of May we arrived home already through Poland.

David Boder

Not by train?

Helen Tichauer

No . . . by train only from Poland. All the time just however it would happen. Times on horses, times on foot, times by automobile . . . by automobile. To us it was all the same. We wanted [to get] ahead. We wanted [to get] home. We knew that we should find nothing at home, but of course the first victory. [The spool becomes very noisy and the speech indistinct. About two sentences (one question and one response) are indistinct.]

Helen Tichauer

I arrived home and right the first day I found my brother, the only one remaining form there. He himself was sentenced to two years in the prison of Bratislava beginning with January '42. Then he was sent to a Jewish distribution camp, from which he fled, and put himself at the services of the partisans. A year and a half he spent on the hills. He survived, and we found each other on the 27th of may [possibly a slight inconsistency in the dates], the only one who returned.

David Boder

Did you return to your apartment? What did you find there?

Helen Tichauer

The apartment was for a long time rented [to others]. We did not possess much before the war, and . . .

David Boder

What was the occupation of your parents?

Helen Tichauer

My father was a master tailor. The possessions which I left behind in clothes and sundry things were taken by my motherâshe was my second motherâmy master, my teacher, that is my boss for whom I last worked . . .

David Boder

As what did you work there?

Helen Tichauer

As letter painter. There was no argument [?], because he who saved my things for tree and a half years brought them back to me and returned them to me, without demands on my part. I came . . .

David Boder

He was of course, a Christian? A . . .

Helen Tichauer

He is a Czech.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

I came home without shoes [?]. I came home without clothes. The only thing that I brought with me from Germany was a map and a . . . [word not clear, but sounds like: my sorrows].

David Boder

Nu . . . of how many people did your family consist?

Helen Tichauer

My family consisted of father, mother, and three brother. One of the brothers I found.

David Boder

And what did he say about the others?

Helen Tichauer

He could not know anything, since he was there behind bars. But I know, through reports of others, that my parents . . . eye witnesses who saw my parents transported away, in July of '42. And that the transports are not alive [?].

David Boder

And the two brothers?

Helen Tichauer

The two brothers went with them. One was fourteen. The other was . . . the one brother [pause] . . .

David Boder

The one who you found?

Helen Tichauer

The oldest one.

David Boder

Now, you were . . . you had two brothers.

Helen Tichauer

Three.

David Boder

Three brothers. And the third brother?

Helen Tichauer

Two went with the parents to Lublin.

David Boder

Yes. And the . . . the one who survived in the third,

Helen Tichauer

That is the third, and he came back.

David Boder

With what partisans was he?

Helen Tichauer

He was in . . . with the Slovakian partisans, with the Slovakian forces [?] of Mikolash [?].

David Boder

Mrs. Tichauer, could you possibly tell me about some more details, about the life in the lager of other events which you actually have witnessed or experienced by way of proximity?

Helen Tichauer

Well, about the life in the lager I can certainly tell you, because I lived in the midst of it. But about particular impressions or particular atrocities, so to speak, which possibly happened, which I still have experienced, about these [words not clear].

David Boder

Well, it is . . . Well then, tell me what you still have to tell.

Helen Tichauer

What I, for instance, am unable to forget is the fire by day and night. Four hearths [ovens] . . .

David Boder

Four chimneys?

Helen Tichauer

Four chimneys were day . . .

David Boder

Speak louder [?].

Helen Tichauer

. . . were active day and night. And the pits which were installed in the year 1944 when again Hungarian transports were arriving, not [word not clear] transports were arriving, rendered a sight which does not yield to description, because one imagined himself in a living hell. One was encircled all round by fire. Our own lager . . . at our lager there was just wire fence, and thirty meters beyond was the crematory [number] two. And so it was not far. And one could see if he wanted to see. There were cases when one could see people stride in on automobiles or even on foot, and a few minutes later one saw naked corpses being carried out on litters from the bunkers. And what could one think about it [on such an instant]? One saw fire and smoke. One saw among the silhouette little figures, childrenâthose must have been childrenâin pits. One saw only . . . one could . . . one can imagine how in the devil . . . [corrects herself] how in hell the devils treated their sacrifices [burned offerings].

David Boder

Now tell me this. You worked in the office as a clerk.

Helen Tichauer

Yes.

David Boder

Did you hear anything about the Gypsies?

Helen Tichauer

Of course.

David Boder

Now then, please tell me about it as extensively [with as many details] as . . .

Helen Tichauer

Even most extensively . . .

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

The Gypsy lager, the so-called Gypsy lager, was established in the year '43. From . . . known from . . . from sources . . . from certain sources why actually Gypsies were brought to Auschwitz, from reliable sources, I may say the following. Hungary, the land which retained its Jews up to the year '44, had possibly no interest . . . well, it just did not hand over the Jews. And Germany did not know by what means to 'obtain' the Hungarian Jews. In the year '43, at the beginning of '43, I was told . . . I was told by a [woman] employee who worked close to the lager leader that she has heard some whispers. That was Mrs. Wagener. That now Gypsies from Hungary will be brought in, not only Gypsies from Hungary, but Gypsies of all over Europe, in order to assemble them here, and afterwards to hand them over to Hungary, because in Hungary supposedly Gypsies are living in large numbers, but that in exchange Hungary should hand over to us [to Germany] the Jews. At that time that was rather unclear, because nobody knew about it. I myself had the opportunity . . . not only I. Then there were months when it was officially permitted to write home. I directed one card [post card] to a friend [woman] who had relatives in Hungary. Through the flower [through metaphoric, disguised wording], they understood that Hungarian Jews are to be expected. At the beginning of '43, that is, in the middle of '43, I had written about it, not officially, but of course through the flower.

David Boder

What does that mean, 'through the flower'?

Helen Tichauer

I for example . . . for example . . . I really don't have to use the [hypothetical] example, because the mail that I had sent home is now at my brother's. I wrote for example thus [here follows a mixture of German with Hungarian]. The friend's name was Grete [?]. At home she was called [name not clear]. I am [called] Ilonka in Hungarian. So I wrote thus: 'Gitti [?] that is Ilonka's friend, Gitti has relatives in Shuran.' Shuran is a Hungarian town. 'I have heard that they have the intention to join Ilonka. I would disadvise you to do so, because you have no chance to live there.' I could not write to her differently.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

But she knew exactly that I was Ilonka, she was Gitti [?], and Shuranians are Hungarians, Hungarian Jews. No man, no devil could then imagine that there was indeed the intention to bring over the Hungarian Jews. But fate came to be thus. Hungarian Jews came without Gypsies [in return]. Then Hitler had occupied Hungary and took [the] Jews by force, that is, they were forcibly taken, and the Gypsies, German Gypsies, half-breed Gypsies, Gypsies from Poland, from Czechoslovakia, from all other countries . . . I don't intend . . . I do not speak now [only] of the roaming [Gypsies] of the half-breeds.

David Boder

Educated [?] for what? [Sentence not clear.]

Helen Tichauer

Office workers, trained musicians, completely intelligent elements, that is, real [worthwhile] people, who possibly have served mankind a great deal and still could serve, were now lodged in the Gypsy lager with [their] families.

David Boder

They lived [there] women, men, and children together?

Helen Tichauer

Correct. And the Gypsy lager was the sector B2E. the layout was thus: S- [word not clear] was the women's lager. That was located horizontally, and along the street were located sector A, that was the quarantine lager for the men, B sector 2, that was the former Czech lagerâabout this a great deal also could be saidâsector C there followed the lager street, a street. Sector D was the men's lager Birkenau, Sector E the Gypsy lager, sector F the men's sick-building, sector B2G . . .

David Boder

Well . . .

Helen Tichauer

. . . was Brzezinki [Birkenau] the lager in [at] the crematory. The Gypsies had witnessed the procession of all the Jewish transports into the crematory. They witnessed the burning. They were located within about 200 meters. And when they were invited [ordered] to mount the trucks . . .

David Boder

How come? Was it decided to annihilate the Gypsies?

Helen Tichauer

Berlin had decided to annihilate the Gypsies. Thus young Gypsies were assembled. They were embarked in RR-cars in front of the Gypsy lager. The rails were laid up to the crematory. And the Gypsies saw that their relatives were journeying in the opposite direction. And indeed these women Gypsies I happened to meet again in the year '45 in Ravensbrueck. But what happened to the others, that nobody knew, because the young were transported away, young men, too, but only a percentage [fraction] of them, a small percentage, and young women. And the rest were invited [ordered] to mount the automobiles [trucks]. They hesitated [were unwilling] and replied, 'We don't want to be burned with the Jews.' They were given peace [were let alone] for about two, three weeks. And then they were deceived [she uses a makeshift verb; sounds like: reduced [by the [manner of] transport of the young people. On the same day when the young Gypsies were loaded in the RR-cars and sent off in the direction of the RR-station Auschwitz, that is, in the opposite direction of the crematory, the old Gypsies then regained a bit of hope, and said that they too will be shipped away . . . but the transport went to the crematory. And what happened that night [she chokes with tears], about that was told by the prisoners who worked in 2B, that is, in the lager of Brzezinki. Frightful scenes took place there. A day later the lager, the Gypsy lager, was empty, and the following Hungarian Jew transports of men who arrived were lodged in that lager. [See the story of Calisaya-Kovitza, Volume II, Ch. IV, pp. 245-275; also in I Did Not Interview the Dead, pp. 1-25. âD.P.B.]

David Boder

Now, it is true that the Gypsies were not even gas-killed?

Helen Tichauer

Still, why not? The Germans had no interest to make their labor more difficult. On the contrary, indeed. The gas-killing proceeded with great courtesy. The SS were comparatively courteous and calm [?], because they did not want that confusion should occur. They wanted that the people . . . [they] treated the people with calm [or: they calmed the people], and the like, because they themselves did not want to be disturbed in their work. They enticed the people [into the gas chambers] in the most crafty [perfidious] manner. And since we are talking about the Gypsy lager . . . not far from the Gypsy lager was also located the Czeck lager the lager consisting of Czech Jews, who 'automatically' were sent with their families from Theresienstadt.

David Boder

Why . . .

Helen Tichauer

Theresienstadt. [See Schlaefrig, Volume VII, Ch. XXVI, pp. 1135-1204. âD.P.B.]

David Boder

I know about Theresienstadt.

Helen Tichauer

Theresienstadt had transports sent to Auschwitz. Then . . . it was said that nothing happens to the people in Auschwitz. They were kept together with their families. They could write letters. They could send packages. And what happened after six months? Exactly after six months it happened so with the first, the second, and the successively following transports. When the six months were over, there . . . For example, of a transport the 19th of February the whole Czech lager was, without exception young and old, well and sick, were gas-killed. One day before . . .

David Boder

February '44?

Helen Tichauer

'44. For example, a day before they were compelled to write to Theresienstadt, in general to Bohemia and Moravia, with a date one month ahead, and when London immediately reported [over the radio] the gas-killing of Theresienstadt . . . pcorrects herself] the Czech lager in Birkenau . . .

David Boder

What did they . . .

Helen Tichauer

London reported [broadcast]. The Germans denied it [saying], 'How come? The mail has arrived a month later still from Birkenau to their acquaintances, to their relatives, from those whom you consider dead.

David Boder

They had to date it [the mail] a month ahead?

Helen Tichauer

They had to. Correct. One month ahead.

David Boder

Yes, yes.

Helen Tichauer

If they were gas-killed in February, they were compelled to write March.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

And because of that the Jews of Theresienstadt were deceived [she uses the word irritiert apparently falsely assuming a derivation from Irre]. There came further transports. They were again permitted to stay together with their families for six months, [and were] again gas-killed. And the last . . . [with] the last transports there came from Theresienstadt in part, young girls, already sorted out in Theresienstadt. Of those some are today alive, and the final transport was treated completely 'normally, just like the others. Of these [two words not clear] transports 90 per cent, too, were sent into the gas, and 10 per cent went into the lager.

David Boder

Hm.

Helen Tichauer

Such was the end of Theresienstadt. [She either means the end of the prisoners sent from the Theresienstadt to Birkenau, or lacks complete information' again see Schlaefrig, Volume VII, Ch. XXVI, pp. 1135-1204. âD.P.B.] I personally, in collaboration with a Mr. Schoehn, who was already for years in the concentration camp, a Czech prisoner, in cooperation with a [several words not clear] Czech woman Lotte Batja, a Czech Jewess, we have smuggled out plans [?] of the crematory to Theresienstadt, so that people should come afterward would know where . . . where the road leads to.

David Boder

Now then, you say that you have sent to the transports 'information' . . . to Theresien[stadt].

Helen Tichauer

Sent information. [The spool becomes indistinct; her voice fades.] Unfortunately the leadership in Theresienstadt has incriminated itself very, very [much].

David Boder

The Jewish leadership?

Helen Tichauer

As well. They were afraid for themselves. Because afterwards I met a gentleman who came from Theresienstadt, and who knew much about Theresienstadt. That was a Doctor Voolmeier who only heard something whispering, but could not learn much more. He was . . . [about 8 words not clear]. And to prove that these transports actually went to the gas [chambers] I can only refer [? to the fact] that I had to prepare the diagrams, yes? And if just from one day to the other the population would fall by the thousands, went away in transports . . . there always went transports from [this] lager to a work lager.

David Boder

[Not clear.]

Helen Tichauer

[One word answer not clear.] And besides, the fact that one sole prisoner got out of the transport, that was [I], the draftswoman for Dr. Mengele . . . or there were twins. There were twins who were saved, because Dr. Mengele studied [did research on] various pairs of twins, etc. And still in connection with this [her narrative becomes syntactically almost incoherent], with the deception about work transports and transports of others to the gas [chambers], I want to mention still a little event. One evening there were transferred to us from the isolators . . . form the isolation lager . . . two thousand women. All of the two thousand were bathed, dressed and prepared for . . . prepared for transport. We in the office knew that only one thousand women were to be transported to a work lager because we had written off at our appell this force [number] until the lager reported that the transport was ready. The other two [?] thousand were marked as 'SB treatment.'

David Boder

Sonder Behandlung [special treatment] . . .

Helen Tichauer

Sonder Behandlung. And how actually proceeded the transport and the deception? Thus: there stood before, the lager RR-cars. And there stood trucks behind the RR-cars. First there stepped out one hundred girls. It was evening. They were driven into the RR-cars. The next hundred on trucks, the third hundred in to the RR-cars, the next, the fourth hundred, on the truck.

David Boder

Where stood the truck?

Helen Tichauer

Behind the RR-car, parallel.

David Boder

So that . . .

Helen Tichauer

So that the prisoners in the RR-cars did not know where the autos were going, and those in the autos did not know where the RR-cars were going, and . . .

David Boder

But they did not have to go through the RR-cars.

Helen Tichauer

No. two [RR-cars] were disconnected and there was a free passage. And then it started. The RR-cars went actually 'to transport' into another lager, and the other thousand were gas-killed. First, the same clothes came back, and second, we had to check-mark: Sonder Behandlung. So, one never knew how he stands. Never. [Pause.]

David Boder

Well. Now tell me what kind of, so to speak, home [shelter] or lager do you have here. Give me a brief description. What do the people have to do here [occupy themselves with]?

Helen Tichauer

Camp Feldafing is a lager which right after the liberation [was founded] by Lieutenant Smith.

David Boder

Now is that the UNRRA?

Helen Tichauer

No, at that time still by Lieutenant Smith, [from] the army which had conquered the lager, that means, which had conquered the region. This lager was seized by the Lieutenant, because he was a witness that thousands of prisoners stood half starved in RR-cars, without knowing where to [what next]. This here is a former state school of the Hitler Youth. The lager here was seized, the people [prisoners] relieved from their clothes, [placed] in requisitioned . . .

David Boder

What kind of . . . from their prisoners . . .

Helen Tichauer

Relieved of their prisoner's clothing. That is these were taken away and [people were] clothed in pajamas. The Lieutenant Smith . . .

David Boder

Where did they get the pajamas?

Helen Tichauer

The pajamas were found here in the lager.

David Boder

Oh, from Hitler [Youth]?

Helen Tichauer

Correct. Lieutenant Smith quickly created a block for the undernourished. That is mostly . . . everybody was undernourished.

David Boder

You of course, were not here?

Helen Tichauer

I was not here, because I . . . When I returned home, my first wish was to come here [?] and to search for the rest of my family. And I found nobody here, but for my husband whose acquaintances I made here.

David Boder

Now then, what did Smith do?

Helen Tichauer

Smith started [feeding] the people very gradually. That is, he proceeded with the nourishment of the people gradually, starting with gruel and ending with the most solid things [foods]. The nourishment stood under control. The people were starved, were undernourished, and it was difficult to get the people back on their feet.

David Boder

So you were from the south, and other regions . . .

Helen Tichauer

Assembled and lodged here.

David Boder

Who actually was Lieutenant Smith?

Helen Tichauer

In the army.

David Boder

But . . . but a . . .

Helen Tichauer

A Jew.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

An American Jew.

David Boder

Do you know his first name?

Helen Tichauer

Yes. Irving.

David Boder

Irving.

Helen Tichauer

Irving Smith.

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

When the army . . . and the lager Feldafing was at the time the only lager with the least cases of death. Day and night, in cooperation with my present husband and others as well, he worked day and night for the good of the people here. The people became . . . after weeks they recuperated, and as said [before], Feldafing had the smallest death among all other camps which were then installed. Meanwhile a year has passed. Afterward the UNRRA took over the lager.

David Boder

Now how was the lager maintained until UNRRA?

Helen Tichauer

Through the army.

David Boder

Through the army [word not clear].

Helen Tichauer

Yes.

David Boder

And then the UNRRA took over.

Helen Tichauer

UNRRA took over. And the people, in spite of maintenance, in spite of lodging, in spite of everything, are already very impatient, because everyone has only one single aim in view, to leave the country which once was hell for him.

David Boder

And where do they want to go?

Helen Tichauer

Go? They have one aim. Out of Europe. In part . . .

David Boder

Are there many who want to go to Palestine?

Helen Tichauer

Of course. There are people, young . . . mainly youth, who want to readjust, want to learn, and who [would] feel at home, let us say, in a national Jewish State. Mostly the youth.

David Boder

Hm.

Helen Tichauer

There is also a part of Jews who have a relative in America and have lost their whole European family and are assembling now the rest of such a family who want to spend their life with them. Also with the intention to learn near them a trade, to re-adjust, free . . . as free workers . . . free workers . . . in an American state [country], so as to live . . .

David Boder

Tell me, do you have any contacts with the Germans around here?

Helen Tichauer

[Hesitantly] Contact with the Germans? No. Actually no, because the Germans of Upper Bavaria have no desire [interest] to establish a contact with us. They have no intention whatsoever to feel in some way guilty, although we know exactly that Upper Bavaria has very few people, [they] have very few relatives who were [? were not?] in [belonged to] the Nazi Party. Upper Bavaria was the center of Party conventions. We have Nurenburg. We have Munich.

David Boder

That is they were all in the Party?

Helen Tichauer

To a large extent. And I can say only one thing. The German population in other lands [states] of Germany behaves completely different.

David Boder

Better?

Helen Tichauer

Better than the Upper Bavarian [?] population. And precisely for that reason one cannot demand from our people that we should have any sympathy . . .

David Boder

[Two words not clear.]

Helen Tichauer

. . . or should establish any contact with those people. We understand. There are children, innocent German children, who are as innocent as were our children, who also [the following words are not clear due to the affective tone of voice] who also perished [?] in multitudes. And . . . even have composed a song about it. All hatred must be brought about [cultivated], but we experience no hatred whatsoever. But we feel that we are actually still hated. Still hated!

David Boder

Now, and you yourself, where do you want to go?

Helen Tichauer

I myself [here follows a brief silence on a wire, 4 to 5 seconds, possibly due to failure of equipment] . . .

David Boder

With your husband?

Helen Tichauer

By myself. Not with my husband, who actually comes from [is originally from ]Berlin, [and] is a German Jew, but considers himself now actually stateless. I presume, had I not found this man, I should have liked to live in Czechoslovakia, would have liked to live there very much, because I felt there always very well [I used to be always very happy there]. I know that nation. I feel a bond with Czechoslovakia.

David Boder

Otherwise you want to go to South America.

Helen Tichauer

Otherwise [a few words not clear]. Otherwise . . .

David Boder

Yes.

Helen Tichauer

For the reason that my husband has the rest of his family in South America. In Germany we shall never feel well. In this country there is nothing [?] for us . . .

David Boder

[In English] We regret we have to finish this interview. The automobile is waiting. This concludes Spool 150.