David P. Boder Interviews Anna Braun; September 20, 1946; München, Germany

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(In English) Spool number 133 (hundred thirty three) September 20, 1946 in Munich at the Funkenkaserne in a camp for detention of DP's, who are here in a number of about five thousand (5,000) in a tremendous installation of the German, hm, of the former German Army. An installation that was welcomed here to some extent with great factory installations and that was the Funkenkaserne - part of the signal corps of the Germans. Though the windows I see children playing, like children do play everywhere, all kinds of games, under the direction of teachers and alone. And there the barracks in back all the way around. And here I have before me a, a woman, which is Mrs. Anna Braun, who is here with a group of about 500 Mennonites, who live in one block, which I intend to visit later. Men and women together in one community â also â in one community and in one room, separated, as I am being told, with some kind of thin material and there a two-story bunks.

David Boder

(auf deutsch) Also, Frau Braun, wollen Sie mir sagen, wie heiÃen Sie und wie alt sind Sie und wo sind Sie geboren?

Anna Braun

Ich heiÃe Anna Braun, vierzig (40) Jahre alt, geboren in Einlage, Zaporozhe, Ukraine.

David Boder

Ja. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, sagen Sie es ruhig auf russisch.

Anna Braun

Ja, gut.

David Boder

In Zaporozhe, Ukraine â dort sind Sie geboren, nicht wahr?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Wer waren Ihre Eltern, Frau Braun?

Anna Braun

Meine Eltern waren, hm, .... Cornelius Peter und meine Mutter ....

David Boder

Ja, also ich brauch nicht den Namen, was war ihre BeschÃftigung?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Was hat Ihre Familie sich mit beschÃftigt?

Anna Braun

Mein Vater war MÃhlen Besitzer.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Hat eine groÃe DampfmÃhle gehabt in Tartiza.

David Boder

Also er war nicht Bauer?

Anna Braun

Nein.

David Boder

Jetzt haben Sie mit sich zwei (2) Kinder, wie alt sind die Kinder?

Anna Braun

Mein Ãlteste Tochter, Stieftochter, ist zwanzig (20) Jahre alt und die JÃngere zehn (10) Jahre alt.

David Boder

Waren Sie zwei (2) Mal verheiratet, Frau Braun?

Anna Braun

Nein, ich habe im Jahr neunzehn hundert fÃnf und dreiÃig (1935) einen Witwer geheiratet.

David Boder

Und Sie haben seine Tochter mit sich auch genommen?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Also, Frau Braun, wollen Sie mit jetzt bitte erzÃhlen, wo waren Sie, wenn der Krieg angefangen ist und was ist Ihnen wÃhrend des Krieges, sozusagen (unverstÃndlich) passiert?

Anna Braun

Ich arbeitete in Zaporozhe als technische Zeichnerin in Dnieper Stahlwerken. (Pause) Wie der Krieg anfing, wurden Viele aus dem Betriebe entlassen. Ich blieb bis ... der RÃckzug kam, das heiÃt, bis das ganze Werk den RÃckzug antrat.

David Boder

Das heiÃt evakuieren?

Anna Braun

Ja, evakuiert werden musste, ja. Da das Werk sich am rechten Ufer befand .....

David Boder

Am rechten Ufer des Dniepers?

Anna Braun

... am rechten Ufer das Dniepers befand, mein Haus aber am linken Ufer war, bin ich zurÃck zu meiner Familie ans linke Ufer.

David Boder

Das ist also nach Osten.

Anna Braun

Ja, nach Osten.

David Boder

Ja, der Dieper flieÃt sÃdwÃrts, nicht wahr?

Anna Braun

Ja.

David Boder

So Sie gehen nÃher zu den Russen zurÃck.

Anna Braun

Ja.

David Boder

Ja, die Deutschen kamen vom Westen.

Anna Braun

Ja, ja.

David Boder

Und Sie gingen auf die andere Seite zurÃck.

Anna Braun

Ja. Also das wusste ich damals nicht, war das an der Russen Seite oder an der deutschen Seite. Auf jeden Fall, wie ich dann nach Hause kam, da war ich zwei Tage zu Hause und dann kam die Deutschen dahin.

David Boder

Wer war mit Ihnen zu Hause?

Anna Braun

Bei mir zu Hause war meine Stiefmutter und meine beiden TÃchter.

David Boder

Und wo war Ihr Mann?

Anna Braun

Mein Mann wÃrde schon im Jahre neunzehn hundert sechs und dreiÃig (1936) am sechzehnten (16.) Oktober verhaftet.

David Boder

Warum? ErzÃhlen Sie mir bitte mehr Einzelheiten, die ganze Geschichte. Warum wurde Ihr Mann verhaftet und auch andere Leute von Ihrer Sekte?

Anna Braun

Warum? Die GrÃnde erfuhren wir nie, aber es war wohl unserer Religion halber. Denn ... mein Vater, der schon neunzehn hundert neunzehn (1919) von einer Bande erschlagen wurde, dann heiratete meine Mutter den zweiten (2.) Mann, also unseren Stiefvater.

David Boder

Also Ihre Mutter heiratet einen zweiten (2.) Mann?

Anna Braun

Ja. Er war eigentlich auch mein Onkel.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Und mein Stiefvater war Ãltester der (unverstÃndlich) Mennoniten Gemeinde, der Gemeinde.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Er wurde schon mit meiner Mutter im Jahre neunzehn hundert neun und zwanzig nach dem Ural raus verschickt.

David Boder

Ja. Ihr Stiefvater wurde nach dem Ural verschickt?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Nun?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Und.

Anna Braun

Das war der Religion halber, weil er der Ãlteste der ....

David Boder

Mennoniten.

Anna Braun

... der Mennoniten Gemeinde war.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Da ... dort blieb er fÃnf (5) Jahre lang.

David Boder

Und Sie blieben zu Hause.

Anna Braun

Und ich bin zu Hause ... und erst wie mein Vater zurÃck kam, habe ich geheiratet.

David Boder

Also Ihr Vater kam zurÃck vom Ural?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Mit Ihrer Stief... mit Ihrer Mutter?

Anna Braun

Mit der Mutter.

David Boder

Ja. Er hat also die Strafe durch gemacht und dann wurde zurÃck geschickt?

Anna Braun

Ja, er hatte wahrscheinlich eine Strafe.

David Boder

Ja, er wurde verschickt und kam zurÃck.

Anna Braun

Er wurde verschickt und kam zurÃck.

David Boder

Wann kam er zurÃck?

Anna Braun

Er kam neunzehn hundert fÃnf und dreiÃig (1935) zurÃck.

David Boder

Was hat er Ihnen erzÃhlt? Wie ist es ihm dort im Ural gegangen?

Anna Braun

Er persÃnlich hat immer im BÃro gearbeitet im Ural.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Sehr schlechtes Essen bekommen, auch alle Anderen, die dort noch waren. Es waren dort verschiedene Nationen im Ural. Die Meisten sind dort verhungert und gestorben.

David Boder

Also Ihr Vater und Ihre Mutter kamen zurÃck â das war Ihr Stiefvater in fÃnf und dreiÃig (35)?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Also ... war er dann mit Ihnen, wenn die Deutschen kamen?

Anna Braun

Nein.

David Boder

Ja, in fÃnf Jahren ...

Anna Braun

Nachdem er drei (3) Jahre zu Hause war, das heiÃt, in Einlage war, er hatte kein Haus mehr, das Haus hatte man ihm genommen. Also, nachdem er drei (3) Jahre wieder hier in Einlage war ...

David Boder

Ist Einlage der Name der Stadt?

Anna Braun

Ja, Einlage ist der Name des Dorfes.

David Boder

Ja, hat das Dorf einen Deutschen Namen gehabt?

Anna Braun

Einlage .... Ja.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Ja.

David Boder

Und wie hat sich das auf russisch genannt?

Anna Braun

Kitchkas.

David Boder

Kitchka, Nun weiter.

Anna Braun

Nachdem er drei (3) Jahre in Kitchkas war hat man ihn wieder verhaftet und ins GefÃngnis gesteckt. Und bis heute haben wir von ihm nichts mehr gehÃrt.

David Boder

Sie sagten etwas von einem Todesurteil. Wie gewiss war das?

Anna Braun

Also fÃnf und dreiÃig (35) habe ich erst geheiratet, in sechs und dreiÃig (36) haben sie den Mann genommen, nach sechs (6) Monaten.

David Boder

Welchen Mann haben sie genommen?

Anna Braun

Meinen Mann.

David Boder

Oh, das war Ihr Mann.

Anna Braun

Ja.

David Boder

In fÃnf und dreiÃig (35) haben Sie sich verheiratet?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Und in sechs und dreiÃig (36) hat man den Mann genommen?

Anna Braun

Hat man meinen Mann genommen

David Boder

Haben Sie schon das Kind gehabt?

Anna Braun

Ja, drei Monate .....

David Boder

Ja.

Anna Braun

... alt war mein Kind.

David Boder

Nun?

Anna Braun

Dann hat man eines nachts meinen Mann geholt, nachdem man drei (3) Stunden lang das ganze Haus durchsucht hat.

David Boder

Ja, was haben sie gesucht?

Anna Braun

Man hat auslÃndische Briefe mit genommen, aber sonst weià ich nicht wonach man gesucht hat.

David Boder

Also was fÃr auslÃndische Briefe waren dies?

Anna Braun

Wir hatten nur die Briefe unserer Verwandten aus Amerika.

David Boder

Ah, von den Mennoniten in Amerika.

Anna Braun

Ja.

David Boder

Aha, nun.

Anna Braun

Die Briefe hat man alle genommen und nicht mehr zurÃck gegeben. Dann ging auch mein Mann und nach sechs (6) monatlicher GefÃngnishaft wurde er vom Kharkover Kriegstribunal zum Tode verurteilt.

David Boder

Waren Sie bei Gericht?

Anna Braun

Nein, man hat mich nicht zugelassen.

David Boder

Waren Sie in Kharkov?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Und wer hat Ihnen gesagt, was fÃr ein Urteil er bekommen hat?

Anna Braun

In Kharkov im Kriegstribunal in Kriegstribunal Akt hat man es mir gesagt. Den dritten (3.) Juli neunzehn hundert sieben und dreiÃig 1937) hat man es mir gesagt, dass das Urteil im Juni sieben und dreiÃig (37) in, .von Moskau bestÃtigt wurde.

David Boder

Ja. Haben Sie Ihren Mann nach dem Urteil gesehen?

Anna Braun

Nein.

David Boder

Hat man Sie nicht zugelassen?

Anna Braun

Nein.

David Boder

Aha, und dann?

Anna Braun

Dann ...... das Urteil wurde aber in Zaporozhe, Russland ausgesprochen. Von Zaporozhe kam mein Mann nach Dnepropetrovsk, dort ....

David Boder

Aber Sie sagten was mit Kharkov?

Anna Braun

Das Kharkover Kriegstribunal hat ihn in Zaporozhe gerichtet.

David Boder

Oh ja, nun?

Anna Braun

Dann kam er von Zaporozhe nach dem Gericht nach Dnepropetrovsk. Dorthin habe ich ... habe ich noch im Juni â Mitte Juni â kÃnnen fÃr ihn Essen abgeben.

David Boder

Was sind Sie da jeden Tag hin gegangen?

Anna Braun

Nein, ich bin jede Woche dorthin gefahren.

David Boder

Ja und dann?

Anna Braun

Habe ... habe ihm das Essen und reine WÃsche gebracht.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Und haben jedes Mal von mir diese Sachen angenommen und jedes Mal hat sich mein Mann auf dem Zettel, den ich schreiben musste ....

David Boder

Ja.

Anna Braun

... wo ich auch die Sachen aufgezÃhlt habe, was ich hinein gebe, da hat mein Mann sich unterschreiben mÃssen, dass ich ... âdiese Sachen hab ich alle erhalten'.

David Boder

Hat er auch die schmutzige WÃsche zurÃck schicken kÃnnen?

Anna Braun

Ja, die schmutzige WÃsche hat er zurÃck geschickt.

David Boder

Ja und?

Anna Braun

Die waren immer ... sehr schmutzig.

David Boder

Warum?

Anna Braun

Einmal waren sie so schmutzig und so ziemlich ...

David Boder

Was heiÃt ziemlich?

Anna Braun

Blutflecken waren drin.

David Boder

Nun.

Anna Braun

Vorher habe ich das nicht bemerkt, sie waren nur verschwitzt und gelb. Ich habe ihm aber jede Woche neue WÃsche gebracht.

David Boder

Reine WÃsche oder neue WÃsche?

Anna Braun

Reine WÃsche.

David Boder

Und nun?

Anna Braun

Jedenfalls also hat er es immer erhalten. Dann ... es .... war Ende Juni, fuhr ich wieder nach Dnepropetrovsk, um ihm Essen und WÃsche zu bringen, da war er nicht mehr da.

David Boder

Und was hat man Ihnen gesagt?

Anna Braun

Da hat man mir gesagt (unverstÃndlich â kein deutsches Wort)

David Boder

(wiederholt das gleiche Wort)

Anna Braun

Dann bin ich sofort nach Kharkow gefahren ins ......

David Boder

Zur BehÃrde?

Anna Braun

Zur BehÃrde und Kriegstribunal und dort im militÃrischen Akt hat man nach gesehen und mir gesagt, dass diese Sache bekannt ist und dass das Urteil im Juni von Moskau bestÃtigt wurde. Da fragte ich, was ich noch machen kÃnnte, denn ich war schon drei (3) Mal in Moskau gewesen. Da sagte man mir '(Russisches Wort) klingt wie "niczewa".' Und seit dem weià ich nichts mehr von meinem Mann. Es sind .... am sechzehnten (16.) Oktober werden es 10 Jahre.

David Boder

Sagen Sie mir, Frau Braun, waren andere Leute mit Ihrem Mann verurteilt oder war er alleine bei Gericht?

Anna Braun

Es wurden zehn Mann zu gleich verurteilt auf dem .... an dem Tage, die alle in Kitchkas â Einlage wohnten. Es waren alle auÃer drei (3) Mann ... also sieben (7) Mann waren Mennoniten und drei (3) Mann nicht Mennoniten.

David Boder

Wieso sind sie alle in einem Prozess zusammen gekommen?

Anna Braun

Das habe ich niemals erfahren, denn jene drei (3) Nicht-Mennoniten habe ich nicht gekannt und auch niemals gehÃrt, dass mein Mann sie gekannt hat.

David Boder

Was war die Beschuldigung? (spricht einen Satz in Russisch)

Anna Braun

Man hat immer gesagt, wer war âGesta", aber sonst weià ich nichts.

David Boder

Was ist âGesta"?

Anna Braun

Das ist die Ges ... dieser (unverstÃndlich)?

David Boder

Oh, hat Ihr Mann fÃr .... im "Ges" gearbeitet?

Anna Braun

Mein Mann arbeitet im Haupt BÃro von Ges.

David Boder

Was war er dort?

Anna Braun

Er war Ãkonomist.

David Boder

Hat er Ãkonomie studiert?

Anna Braun

Nein, das hat er nicht.

David Boder

Aha, aber er hat in der Ãkonomischen Abteilung gearbeitet?

Anna Braun

Ja, er hat dort gearbeitet und hatte viel Praktik.

David Boder

Also weiter nun, Frau Braun. (Pause) Also dann sind Sie allein geblieben. Haben Sie je eine Bescheinigung bekommen, dass Sie Witwe sind?

Anna Braun

Niemals.

David Boder

Man hat Ihnen dort keine Bescheinigung nicht gegeben?

Anna Braun

Nein.

David Boder

Nun betrachten Sie die Mennoniten als Witwe?

Anna Braun

Auch nicht. Denn ich bin immer ganz .... ganz davon Ãberzeugt, dass mein Mann nicht tot ist. Aber sowie meine Ãlteste Tochter und auch viele Mennoniten â (rÃuspert sich) weil wir eben so einen festen Glauben haben, dass Gott so was nicht zulassen kann - also glauben wir auch an Wunder, dass vielleicht auf irgend eine Art mein Mann doch noch irgendwo leben kÃnnte. Mein Tochter sagt immer, die Hoffnung darf Dir niemand rauben.

David Boder

Also unter solchen Bedingungen wÃrden Sie sich nicht verheiraten dÃrfen?

Anna Braun

Nein.

David Boder

Verheiraten sich Witwen bei den Mennoniten im Allgemeinen?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Ja. Nun also â was hat dann passiert als die Deutschen kamen ? Sie gingen also auf die andere Seite des Dnieper, sagten Sie, zu Ihrer Familie.

Anna Braun

Ja.

David Boder

Und?

Anna Braun

Hm (rÃuspert sich), wie die Deutschen kamen dann dauerte die Front ... das war dann gerade dort die Front, wo wir wohnten. Das dauerte wohl ein ein-halb (1 Â) Monate lang, dann mussten wir doch unser Haus und Hof verlassen und evakuiert werden von dort. Aber nicht weit, wir kamen nur zwanzig (20) Kilometer ab von unserem Haus und Hof.

David Boder

Hm.

Anna Braun

Nachdem dann wieder die Russen zurÃck gingen und die Deutschen vor, gingen wir in unser Haus zurÃck. Vieles war kaputt, aber in unserem Haus war, auÃer den Glasscheiben, nichts kaputt.

David Boder

Also wie lange waren Sie weg vom Hause?

Anna Braun

Wir waren einen ganzen Monat vom Hause weg.

David Boder

Also was ist passiert? Die Deutschen kamen und dann sind die Russen wieder zurÃck gekommen?

Anna Braun

Dann .... Also kamen die Deutschen und die Russen gingen zurÃck. So blieben wir wohl ein Jahr da. Dann kamen die Russen wieder.

David Boder

Aha. Also Sie blieben ein Jahr unter den Deutschen und sind nicht weggegangen?

Anna Braun

Wir sind nicht weggegangen. Dann, wie die Russen wieder kamen und das GeschieÃe wieder anfing, die Front sicher da wieder sehr lange aufhielt bei uns und schon sehr viele HÃuser zerstÃrt wurden und es schon Todesopfer gab, da mussten wir wieder unser Haus und Hof verlassen. Das heiÃt, wir wurden in den Zug geladen .....

David Boder

Bei wem?

Anna Braun

Bei den Deutschen. In den Zug geladen und wussten nicht, ... wohin es geht. Es ging also ab.

David Boder

Nach dem Westen?

Anna Braun

.... nach dem Westen.

David Boder

Wollen Sie mir etwas erzÃhlen von die ZÃgen und wie wurden Sie geladen? Wie viele Leute waren sie in dem Zug und was hat man Ihnen gesagt?

Anna Braun

Man hat uns gesagt, wir dÃrften nur unser Essen mitnehmen. In den ZÃgen waren fÃnf und dreiÃig (35) Personen in einem Viehwagen.

David Boder

FÃnf und dreiÃig (35)?

Anna Braun

FÃnf und dreiÃig (35) Personen und dann noch alle Sachen.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Die Kranken wurde extra in Personenwagen geladen. Es waren darunter auch Schwerkranke.

David Boder

Waren das alle Mennoniten?

Anna Braun

Es waren .... nein, es waren verschiedene Leute, auch Mennoniten, auch Russen, auch Ukrainer. Russen und Ukrainer waren ganz Wenige, aber viele Volksdeutschen waren da ... von verschiedene .................. verschiedene .............. Stellen, auch FlÃchtlinge.

David Boder

Also mit Volksdeutschen meinen Sie die, die fÃr Generationen in Saratov und dort gelebt haben, die deutschen Kolonisten, nicht wahr?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Die waren doch nicht alle Mennoniten, nicht wahr?

Anna Braun

Nein. Nein, nein.

David Boder

Das waren Volksdeutsche. Also sie hatten ungefÃhr fÃnf und dreiÃig (35) Personen in einem Viehwagen geladen ....

Anna Braun

Ja.

David Boder

.....und mit den ganzen Sachen und so wurden Sie zurÃck geschickt.

Anna Braun

Ja.

David Boder

Was haben Sie Ihnen zu Essen gegeben? Und wo ... wie hat man die Toilette besorgt?

Anna Braun

Toiletten gab's keine. Man ist stundenlang gefahren; anschlieÃlich an einem Bahnhof, wenn der Zug anhielt, dann ging eben alles hinaus. Solange gab es eben keine Gelegenheit âhinaus zu gehen". FÃr die Kinder hatten dann ... hatten die Frauen ihre TÃpfe mit, nicht, die das dann zum Fenster ausgossen ... wÃhrend der Fahrt.

David Boder

Was fÃr Fenster gibt es in solchen Wagons?

Anna Braun

Es gibt in diesen Wagons oben ganz kleine Fenster, die man ganz verschlieÃen kann oder Ãffnen.

David Boder

Nun und wohin sind Sie dann gekommen?

Anna Braun

Dann kamen .... kamen wir .....

David Boder

Waren da BÃnke in diesen Wagons?

Anna Braun

Nein, BÃnke waren keine, man saà auf seinen BÃndeln.

Anna Braun

Also das war die deutsche Evakuation?

David Boder

Ja.

Anna Braun

Ja. Nun weiter.

David Boder

Man saà auf seinen Sachen â auf Koffern, Betten .....

Anna Braun

Koffer, Betten und BÃndeln?

David Boder

... und BÃndeln, ja.

Anna Braun

Man schlief abwechselnd auf diesen Sachen, denn die Leute fielen manchmal um.

David Boder

Warum?

Anna Braun

Weil .. wÃhrend der Fahrt wurden doch die TÃren verschlossen, dann konnte niemand hinaus und die Luft wurde zu eng.

David Boder

Und weiter.

Anna Braun

Dann kamen wir an ..... wir sind vierzehn (14) Tage gereist bis Lipmanstadt.

David Boder

Wo ist das?

Anna Braun

Lipmanstadt ist in Polen.

David Boder

Oh ja. Wie hat das in Polnisch geheiÃen?

Anna Braun

Lwow.

David Boder

Oh, Lwow, Oh ja. .

Anna Braun

Ja.

David Boder

Weiter.

Anna Braun

Dort waren wir in einem Durchgangslager.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Dort hat man sich gebadet, umgezogen. Da kriegten wir heiÃe Speisen und dann ging es weiter bis Neustadt, das ist in West PreuÃen.

David Boder

Neustadt, West PreuÃen.

Anna Braun

Neustadt, West PreuÃen. Dort in Neustadt, das war ein sehr groÃes Lager. Dort wurden auch, dort wurde auch unser Transport verlagert. Es waren in dem Lager Ãber zwei tausend (2000) Mann.

David Boder

Wer waren die? Waren da Juden darunter?

Anna Braun

Nein, Juden waren keine.

David Boder

Wer war dort? Waren Zigeuner dort?

Anna Braun

Es waren verschiedene, verschiedene Nationen ...

David Boder

Ja.

Anna Braun

... auÃer Juden.

David Boder

Ich sagte vorher â waren da Zigeuner?

Anna Braun

Zigeuner?

David Boder

Zigeuner haben Sie nicht bemerkt?

Anna Braun

Nein, Zigeuner habe ich nicht bemerkt, nein.

David Boder

Waren da Russen?

Anna Braun

Russen.

David Boder

Franzosen?

Anna Braun

Franzosen.

David Boder

Ja. Und nun, wie beschreiben Sie nun das Leben in solch einem Lager?

Anna Braun

Im Lager war das Leben furchtbar. Erstens Mal â solche Lager waren furchtbar voller Wanzen. Das war das Schlimmste in diesen Lagern, die Wanzen. Man konnte nachts nicht schlafen, so arg waren die Wanzen. Und es schien so, man konnte sie auch nicht vertreiben. Man hatte nicht die Mittel diese Wanzen wegzukriegen.

David Boder

Nun erzÃhlen Sie mal, wie ist der Tag in solch einem Lager vergangen? Wann sind Sie aufgestanden?

Anna Braun

Das war verschieden, die in die Arbeiten gingen, die mussten frÃh auf.

David Boder

Und wer musste arbeiten? Wer hat gearbeitet?

Anna Braun

Arbeiten mussten alle â junge Leute bis zu vierzig (40) Jahren, die mussten arbeiten.

David Boder

Also mussten Sie arbeiten.

Anna Braun

Ich auch.

David Boder

Ihre Tochter?

Anna Braun

Meine Tochter.

David Boder

Und die Kleine?

Anna Braun

Die Kleinste â nein, die hat nicht gearbeitet.

David Boder

Die war ja damals noch nicht zehn (10) Jahre alt.

Anna Braun

Die ist jetzt zehn (10). Damals war sie ....

David Boder

Acht (8)?

Anna Braun

Drei und vierzig (43) war sie .... sieben (7) Jahre alt.

David Boder

Was hat sie denn den ganzen Tag â die Kleine getan?

Anna Braun

Weil in einem Zimmer haben â ungefÃhr so gross wie Dieses ....

David Boder

Das ist ungefÃhr ..... vier (4) Meter bei sechs (6).

Anna Braun

Da zehn (10) bis zwÃlf (12) Mann wohnten ....

David Boder

Was heiÃt Mann? Frauen ....

Anna Braun

Frauen und auch MÃnner und auch Kinder ....

David Boder

MÃnner, Frauen und Kinder im selben Zimmer?

Anna Braun

MÃnner, Frauen und Kinder im selben Zimmer.

David Boder

Und wie viele MÃnner waren in Ihrem Zimmer, wo Sie wohnten?

Anna Braun

Indem Zimmer war ein Mann und .... das Andere waren Frauen und Kinder.

David Boder

Und wie waren die Betten? Ãbereinander in drei (3) Stock?

Anna Braun

Nein, die Betten waren zwei (2) stÃckig.

David Boder

Ja, zwei (2) stÃckige Betten?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Hat der Mann dort eine Frau gehabt?

Anna Braun

Ja, der Mann hatte dort seine Frau.

David Boder

Nun was?

Anna Braun

Nun und so blieb immer jemand im Zimmer, wo ich konnte die Tochter lassen.

David Boder

So nun blieb die Kleine dort mit jemandem im Zimmer?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Hat die Kleine welche Schule dort gehabt, welche Spiele, welchen Unterricht, welche Zerstreuung?

Anna Braun

Nein, die Kleine hatte dort keine Schule. Und auf dem Hof versammelten sich die Kinder und dort haben sie dann ...

David Boder

Die Zeit verbracht.

Anna Braun

..... die Zeit verbracht.

David Boder

Ja, weiter.

Anna Braun

Ich arbeitete .....

David Boder

Also, wenn Sie aufstehen, bekamen Sie etwas zu essen?

Anna Braun

Ja, am Morgen holte man sich das Essen aus der GroÃkÃche.

David Boder

Und was war das?

Anna Braun

Das war Kaffee und Schwarzbrot.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Die andere kalte Verpflegung kriegte man einmal in der Woche.

David Boder

Und was war das?

Anna Braun

Das war .... war Butter ....

David Boder

Margarine?

Anna Braun

Marmelade. Nein, das war auch Butter, manchmal Margarine, manchmal Marmelade.

David Boder

Etwas Wurst?

Anna Braun

Etwas Wurst.

David Boder

Nun also da haben Sie den Kaffee. Haben Sie Appell gehabt. Hat man jeden Morgen abgestimmt, wie viele Leute im Lager sind?

Anna Braun

Nein, das hat man nicht. Man hat vielleicht ..... in jedem Zimmer war ein StubenÃltester, vielleicht hat der das mÃssen sagen.

David Boder

Aha. Aber sie hatten keinen Appell?

Anna Braun

Nein, hatten wir nicht.

David Boder

Nun und dann gehen Sie zur Arbeit. Was haben Sie gearbeitet?

Anna Braun

Ich persÃnlich kam nur einmal in der Woche nach Hause, weil ich auswÃrts arbeitete.

David Boder

Oh, und Ihre Ãltere Tochter?

Anna Braun

Und meine Ãltere Tochter arbeitete dort im Lager.

David Boder

Wo arbeiteten Sie auswÃrts und wo wohnten Sie?

Anna Braun

Ich arbeitete sechs und dreiÃig Kilometer auÃerhalb von Neustadt.

David Boder

Als was?

Anna Braun

Als technische Zeichnerin.

David Boder

Oh, Sie waren ja technische Zeichnerin zu Hause. So arbeiteten Sie als technische Zeichnerin fÃr die Deutschen?

Anna Braun

Auch.

David Boder

Ja. Und was haben Sie gezeichnet?

Anna Braun

Ich habe Diagramme und Kurvenzeichnungen gezeichnet.

David Boder

WofÃr?

Anna Braun

Was war fÃr eine Versuchsanstalt. Dass ich nicht einmal .... ich kriegte nicht einmal die Benennung der Zeichnung zu sehen.

David Boder

Aha.

Anna Braun

Also wusste ich nicht, wofÃr ich es zeichnete.

David Boder

Sagen Sie mir, Frau Braun, die Mennoniten wollen keinen Krieg und haben keine Waffen, nicht wahr?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Nun ist es nicht ungefÃhr dasselbe fÃr den Krieg zu arbeiten, wenn man Kriegsmaterial baut?

Anna Braun

Es ist bestimmt auch ..... wenn man es bewusst tut, ist es bestimmt dasselbe.

David Boder

Aber Sie haben nicht gewusst, was Sie getan haben?

Anna Braun

Nein, ich habe es nicht gewusst, ich weià auch heute nicht, ob ich fÃr den Krieg gearbeitet habe oder nicht.

David Boder

Weiter, nun?

Anna Braun

Dann .... kam ich also am Sonnabend zurÃck ins Lager, dort blieb ich dann den Sonntag und Sonntag abends ging es dann wieder zurÃck an die Ostsee, direkt an der Ostsee arbeitete ich.

David Boder

Oh, Sie arbeiten an der Ostsee. Also Neustadt ist dort neben KÃnigsberg?

Anna Braun

Ja, oh ja.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Und Neustadt ist auch gar nicht weit von Danzig.

David Boder

Aha.

Anna Braun

Und diese Versuchsanstalt hieÃ, hm, Versuchsanstalt Grossendorf. So hieà sie.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Keinen anderen Namen.

David Boder

Und wie haben sich die Deutschen gegen ..... Ihnen gegenÃber benommen?

Anna Braun

Sehr verschieden. Es gab solche, die sich gut benahmen, aber es gab auch solche, die sich sehr schlecht benahmen.

David Boder

Bitte erklÃren Sie.

Anna Braun

Also wÃhrend der Arbeit da hat man mich gut behandelt, weil man mit meiner Arbeit zufrieden war. Ich habe nÃmlich mein ganzes Leben sehr gerne gezeichnet. Und daher machte ich meine Arbeit gut. Also als technische Zeichnerin wurde ich immer gut behandelt. Aber wenn man erst zurÃck in Lager kam ... vom LagerfÃhrer wurde man nicht gut behandelt.

David Boder

Hat er die Leute geschlagen?

Anna Braun

Ja, er hat auch die Leute geschlagen.

David Boder

WofÃr?

Anna Braun

Es gab Solche, die der Lagerdisziplin nicht gehorchen wollten, dafÃr wurden sie bestraft, dafÃr kriegten sie SchlÃge vom Lagerfuehrer.

David Boder

Also die wurden direkt kÃrperlich bestraft?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Nun und wie lange hat das gedauert, wie lange waren Sie dort in Neustadt?

Anna Braun

In Neustadt waren wir ..... fast ein (1) Jahr.

David Boder

Und das war schon welches Jahr?

Anna Braun

Es war .... drei und vierzig (43) kamen wir hin ..... bis vier und vierzig (44) Dezember.

David Boder

Bis Dezember vier und vierzig (44) und was hat dann passiert?

Anna Braun

Dann wurde die, die Versuchsanstalt, wo ich gearbeitet habe, wurde auch evakuiert nach Tschechoslowakei.

David Boder

Ah hm.

Anna Braun

Da kam sie nach Tschechoslowakei. Dort haben wir weiter gearbeitet. Da mussten alle, die dabei arbeiteten, die mussten mit. So bin ich persÃnlich eine Zeitlang mit meiner Familie von den anderen Mennoniten getrennt gewesen; das war vier (4) Monate lang in der Tschechoslowakei. Dann wurden wir auch von dort fort und sollten nach MÃnchen, direkt nach MÃnchen. Soweit kamen wir nicht, ungefÃhr sechzig (60) Kilometer vor MÃnchen waren schon die Amerikaner.

David Boder

In was fÃr ZÃgen hat man Sie geschickt?

Anna Braun

Wir fuhren auf Autos.

David Boder

Personenwagen?

Anna Braun

Lastwagen.

David Boder

Ja. Wie viele Leute auf einem Auto?

Anna Braun

Wir waren zwei und zwanzig (22) Mann auf einem Auto mit dem GepÃck.

David Boder

Also Sie saÃen auf Ihrem GepÃck.

Anna Braun

Wir saÃen auf unserem GepÃck.

David Boder

Nun und 60 Meilen vor MÃnchen kamen die Amerikaner.

Anna Braun

Ja.

David Boder

Wer kam da? ErzÃhlen Sie uns von der Befreiung.

Anna Braun

Wir kamen nach Heilenbach bei Rosenheim mit unserem Auto an . Da hat uns unser TransportfÃhrer verlassen. Er sagte, die Amerikaner mÃssen bald kommen und da hat er uns einfach in dem kleinen Ãrtchen gelassen und ... also er ist mit dem Auto weggegangen. Wir standen da auf der Strasse. Kein Mensch wollte uns aufnehmen. Es regnete, wir waren alle nass. (Hustet)

David Boder

Wie viele Leute ungefÃhr waren sie?

Anna Braun

Wir waren zwei und zwanzig Mann.

David Boder

Also das war bloà ein Auto?

Anna Braun

Es war ein Auto, die anderen Autos hatten wir verloren.

David Boder

Wer war der FÃhrer? War er ein SS Mann oder was war er?

Anna Braun

Der FÃhrer war ein Ingenieur bei der Firma, wo wir gearbeitet haben. Er hieà Larson und war ein Schwede selbst. Aber hat .... hat in diesem Betrieb fÃr die Deutschen gearbeitet â bewusst. Und nachher â er hat uns eben so belogen, so betrogen, er hat all unser GepÃck also fast gestohlen, muss man sagen und hat noch einen AnhÃnger .....

David Boder

Ja.

Anna Braun

... und er hat noch einen AnhÃnger an unserem Auto, da war auch GepÃck von uns. Und der AnhÃnger musste auf einer Stelle gelassen werden und wir haben unsere Sachen niemals wieder zu sehen gekriegt, obwohl er uns fest versprochen hat, dieselben zu bringen.

David Boder

Hm.

Anna Braun

Wir haben ihn nachher nicht wieder gesehen. Aber spÃter haben wir erfahren, dass er verhaftet wurde in Frankfurt am Main.

David Boder

Von wem?

Anna Braun

Er wurde verhaftet von den .... von den Amerikanern ....

David Boder

Ja.

Anna Braun

.... und spÃter gerichtet und auf zwÃlf (12) Jahre verurteilt, von einem amerikanischen Gericht auf zwÃlf (12) Jahre verurteilt; spÃter vom schwedischen Gericht nochmals zwÃlf (12) Jahre). Also im Ganzen vier und zwanzig (24) Jahre hat er bekommen.

David Boder

Ja. Nun also, er hat sie einfach verlassen.

Anna Braun

Er hat uns verlassen!

David Boder

Und was ist dann passiert? Die Leute im Dorf wollten sie nicht reinlassen.

Anna Braun

Die Leute im Dorf wollten uns nicht reinlassen. Wir sind zum BÃrgermeister gegangen und zum Lagerfuehrer, denn es war dort auch ein Lager in dem Dorf. Aber es wollte uns kein Lagerfuehrer, kein BÃrgermeister aufnehmen. Wir saÃen auf der Strasse mit den wenigen Habseligkeiten, die wir noch hatten und waren ganz nass, es regnete. (hustet) Nach allem Bitten gar nicht (unverstÃndlich). Ich war, weil ich die Ãlteste von allen war, ich klopfe immer an und ich bitten gehen musste, und alle sitzen auf der Strasse und haben alle geweint. (scheint auch zu weinen).

David Boder

Waren da MÃnner und Frauen?

Anna Braun

Es waren nur Frauen (hustet) auÃer einem Mann, der ein Bein verloren hat.

David Boder

Nun.

Anna Braun

Es war ein Junger, ein Junger, der zufÃllig auf dem Wege auf uns gestoÃen war. Er gehÃrte nicht zu unserer Firma oder zu unseren Arbeitern, den haben wir auf Auto ....

David Boder

Also, Sie sagen, dass alle, die auf diesem Wagen waren, waren das alle Mennoniten?

Anna Braun

Nein.

David Boder

Was waren das fÃr Menschen?

Anna Braun

Es waren Leute aus Russland, von Leningrad.

David Boder

Christen?

Anna Braun

Christen, ja.

David Boder

Nun und wie ist es weiter in diesem Dorf gegangen?

Anna Braun

Wie bitte?

David Boder

Haben die Leute dort gewusst, dass die Amerikaner kommen?

Anna Braun

Die Leute haben gewusst, dass die Amerikaner kommen.

David Boder

Und dennoch wollten sie nicht ....

Anna Braun

und dennoch wollten sie nichts von uns wissen. Wir lagen so einen ganzen Tag auf der Strasse im Regen.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Dann ging ich wieder zum BÃrgermeister und baten, schlieÃen baten wir, er soll uns wenigstens ein Dach in der Schule geben. Da hat er uns gesagt, es kommt MilitÃrmacht â sehr viel - und die Schule ist beschlagnahmt alle Klassen sind beschlagnahmt, fÃr uns ist kein Raum, fÃr uns zwei und zwanzig (22) Mann.

David Boder

Sie meinen zwei und zwanzig (22) Frauen.

Anna Braun

Zwei und zwanzig (22) Frauen.

David Boder

War Ihre Tochter mit Ihnen? Die beiden Kinder mit Ihnen?

Anna Braun

Beiden Kinder waren bei mir. Dann (rÃuspert sich) fast auf unseren Knien haben wir diesen Mann gebeten und schlieÃlich abends .... er hatte Angst, wir wÃrden in sein Haus kommen .... er hat uns schlieÃlich gesagt: âIhr dÃrft in die Schule gehen solange das MilitÃr kommt. Aber wenn das MilitÃr kommt und wenn es ist in mitten der Nacht, dann schmeià ich Euch raus.' Dann gingen wir in die Schule. Und das MilitÃr kam wirklich nachts an. (hm, rÃuspert sich) Wir wÃrden aber in dem Raum nicht gestÃrt bis morgens zehn (10) Uhr. Aber morgens zehn (10) Uhr warf man uns raus.

David Boder

(in English) This concludes Spool number one hundred thirty three (133), (Pause), a report of Mrs. Anna Braun, a widow of the Mennonite, whose spouse perished or was executed in Russia.

David Boder

Munich, September 20, 1946. This is Spool number one hundred thirty four (134) a continuation of the report of a Mennonite woman, Mrs. Anna Braun, age forty (40), widow, who went through the war (cannot understand) and then came to Germany, where she did forced labor technical drawing and we stopped in the middle of the story, where they were abandoned by their, hm, escort, when the Americans approached and the military came to town, where they could not get any kind of accommodations and where they were allowed to sleep over in a school and we are now at what happened the next morning.

David Boder

(in deutsch) Also was hatten Sie den nÃchsten Tag?

Anna Braun

Um zehn Uhr morgens wurden wir aus der Schule geworfen .... da sind wir wieder .... vom BÃrgermeister wurden wir rausgeworfen. Da sind wir wieder in ein Lager gekommen, wo viele FlÃchtlinge waren. Da wurden wir schlieÃlich aufgenommen.

David Boder

Wer waren die FlÃchtlinge im Lager?

Anna Braun

Es waren die meisten FlÃchtlinge aus Jugoslawien.

David Boder

Nun was passierte weiter?

Anna Braun

Dort haben wir drei Tage ... kriegten wir ... also wir wurden dort als GÃste aufgenommen. Drei Tage kriegten wir dann kein Essen und dann kam ... schlieÃlich musste dieses Lager wieder gerÃumt werden, denn auch dorthin sollte MilitÃr kommen.

David Boder

Wo war das? Sechzig (60) Meilen von MÃnchen?

Anna Braun

Das war sechzig (60) Meilen von MÃnchen.

David Boder

Wie heiÃt diese Stadt?

Anna Braun

Heilenbach bei Rosenheim. Es ist keine Stadt, aber ein schÃner Ort in Bayern, eine schÃne Ecke in den Bergen.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Dort sollten wir auch wieder rausgeworfen werden, weil das Lazarett .... weil das Lazarett hinein kommen sollte.

David Boder

Also was fÃr FlÃchtlinge waren dort?

Anna Braun

Es waren dort FlÃchtlinge aus Jugoslawien und RumÃnien.

David Boder

Nicht Arbeiter, nicht verschleppte Personen?

Anna Braun

Ja, alles Verschleppte, es waren alles verschleppte Personen.

David Boder

Kein Juden?

Anna Braun

Keine Juden.

David Boder

Nun?

Anna Braun

Dann war eine Zeitlang ...... also das deutsche, das deutsche Lazarett kam herein. Die waren etliche Tage da. Und wir ..... man hatte uns in einige Zimmer zusammen getan und noch nicht raus geworfen. Es sollte jeden Tag passieren, aber da kamen die Amerikaner, die amerikanischen Soldaten. Dieses Rote Kreuz â also das Lazarett, das Deutsche wurde sofort von den amerikanischen Soldaten beschlagnahmt und die haben da den Befehl gegeben, dass man uns nicht rauswerfen kann.

David Boder

Was waren die Soldaten? Waren die zu FuÃ? In Tanks? In Automobilen? Wo waren die?

Anna Braun

Nein, die waren auf Tanks und auf Automobilen. Es kamen nur ganz wenige Autos, ich denke es waren fÃnf (5) oder sechs (6) Autos im Ganzen kamen dort hin. Das war alles. Die haben dieses Lager beschlagnahmt und wir kriegten bald darauf ... Lebensmittelkarten kriegten wir keine, die kriegte das Lager, aber wir kriegten da allgemeine Verpflegung.

David Boder

Haben Sie etwas Geld mit sich gehabt?

Anna Braun

Wir hatten nur ganz wenig Geld.

David Boder

Hat man Ihnen fÃr Ihre Arbeit gezahlt in Neustadt?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Was hat man Ihnen gezahlt?

Anna Braun

Ich â als technische Zeichnerin â kriegte ..... hundert achtzig (180) Mark monatlich.

David Boder

Und Verpflegung?

Anna Braun

Die Verpflegung .... fÃr Verpflegung und Wohnung extra gezahlt.

David Boder

Sie haben extra gezahlt?

Anna Braun

Habe ich extra gezahlt.

David Boder

Nun also, da sitzen Sie im Lager und das Lager wurde von Amerikanern, sagen Sie, beschlagnahmt.

Anna Braun

Ja.

David Boder

Und wer verwaltete das Lager?

Anna Braun

Das Lager wurde dann solange das Lazarett da war, immer vom Lazarett verwaltet.

David Boder

Aha.

Anna Braun

Denn der Lagerfuehrer, der gerade war, wie wir da kamen, den hat man ja sofort verhaftet. Den hat man sofort verhaftet, den haben sie nicht mehr gesehen. Und so wurde das ... das Lager vier (4) Wochen lang vom Lazarett verwaltet. Wie das Lazarett weg ging, dann ...........

David Boder

Es war ein amerikanisches Lazarett?

Anna Braun

Nein, das war ein deutsches Lazarett. Ja, und dieses deutsche Lazarett ....

David Boder

Und blieben die deutschen Schwestern, die deutschen Ãrzte, die blieben alle dort?

Anna Braun

Die blieben vorlÃufig dort und die haben uns auch verwaltet.

David Boder

Ja. Nun, wie haben die sich dann benommen, wie die Amerikaner schon da waren?

Anna Braun

Oh, wie die Amerikaner da waren, haben sie sich sehr gut benommen.

David Boder

Sagen Sie, Frau Braun, Sie sprechen ja deutsch, haben sie mit den Deutschen bevor der Befreiung oder nach der Befreiung ein bisserl geredet? Was haben die von der ganzen Sache gedacht?

Anna Braun

Es waren unter den Deutschen sehr verschiedene Leute. Die Deutschen haben sich, so viel wie ich es am Anfang gehÃrt habe, da haben sie sich ... - viele, die Meisten wohl, - anders gedacht. Doch wurden sie von der ganzen â also von dem FÃhrer und seinen AnhÃngern so beeinflusst, nicht, dass sie langsam glauben mussten, dass sie die Sache wohl die Richtige sehen. Im Stillen aber, das hat man doch oft gedacht, ich kenne doch viele von den Deutschen, die mir gesagt haben: âEigentlich glauben wir nicht daran - eigentlich glauben wir nicht daran, aber wir mÃssen's glauben, nicht. Wir bilden es uns ein und glauben.' Richtige AnhÃnger hatte der FÃhrer wohl nur Wenige.

David Boder

Nun sagen Sie, wenn der FÃhrer nur so wenige richtige AnhÃnger hatte, wie erklÃren Sie â Sie wissen doch, wie es den Juden in den Lagern gegangen ist .....

Anna Braun

Ja.

David Boder

Wie erklÃren Sie das?

Anna Braun

Oft habe ich an die deutschen Soldaten gedacht: wie kann man bloà so was machen? Zum Beispiel, gerade wegen den Juden, nicht. Ãber die Frage ... also Ãber diese Frage konnte ich mich niemals beruhigen und ich habe immer wieder die Frage erwÃhnt. Gerade so auch wie mit dem âHeil Hitler' GruÃ. Ich konnte niemals verstehen, warum man â da wir also als Mennoniten so religiÃs waren und wir auch nur fÃr uns â also in dem âVater Unser" heiÃt es also âgeheiligt werde Dein Name", nicht, also nur das ist der Name der geheiligt werde. Und da habe ich dann gesagt: âWarum heiligt ihr des FÃhrers Name? Das ist nicht richtig. Gerade so ist es nicht richtig, wie ihr die Juden behandelt, die Juden umbringt, oder auch die Juden, die sind ein auserwÃhltes Volk.'

David Boder

Haben Sie gewusst, wie es den Juden geht?

Anna Braun

Wer â ich? NatÃrlich. Ja

David Boder

Wieso haben Sie es gewusst?

Anna Braun

Ja, es waren ja auch in der Gegend, wo wir gewohnt haben, viele Juden. Und, die Juden verschwanden ja auch, verschwanden ja auch.

David Boder

Sie meinen die Gegend Neustadt, wo Sie gewohnt haben?

Anna Braun

Nein, da weià ich weniger. Ich meinte da in Russland.

David Boder

Sie meinen wÃhrend in Ihrer Zeit in Russland sind die Juden weggenommen ....

Anna Braun

Ja, in Russland haben die Deutschen die Juden weggenommen und viel deutsche Soldaten haben mir auch erzÃhlt, was sie mit den Juden machen, nicht.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Das hat man erfahren sogar eine der Ãnsrigen â die Mennoniten dÃrfen ja keine anderen Religionen und keine anderen Nationen heiraten, nicht. Aber weil bei uns eine Mennonitin einen Juden geheiratet hatte, .....

David Boder

Ja.

Anna Braun

... die hatte auch ein Kind von einem Juden. Deshalb weià ich diese Sache, zum Beispiel, ganz genau, nicht. Von den Anderen hÃrt man nur von HÃrensagen, nicht, was den Juden passiert, da wusste man nicht, soll man es glauben oder ist es wirklich so furchtbar. Aber diese Frau, der hat man noch das Kind weggenommen hatte, weil es einen Juden als Vater hatte und das Kind umgebracht hat, da haben wir gewusst, was man mit den Juden macht. Dieses Kind hat man vergiftet.

David Boder

Wieso? Hat die Frau das wirklich gewusst?

Anna Braun

Sie hat es vorher nicht gewusst, dass man es in dem Moment vergiftet, aber es sind die deutschen Soldaten gekommen, die hatten den Befehl. Und unter diesen waren solche, die kein Herz hatten.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Und haben das Kind geholt. Es war so ein liebes, kleines, blondes lockiges Kind, lange Haare hatte es. Ein kleines MÃdel und wie sie kamen das Kind holen, hat mancher Deutsche auch gesagt: âIch kann das nicht, ich kann das Kind nicht der Mutter weg nehmen'. Aber eines Tages (rÃuspert sich â sie scheint zu weinen) â die Mutter hat das nicht her gegeben â und eines Tages hat man mit einem Auto die Mutter geholt mit dem Kind nach Zaporozhe. Dann hat man das Kind auf der Fahrt nach Zaporozhe vergiftet. Man hat irgendwie unter der Nase was gemacht ..... mit dem Finger, die Frau hat das nicht bemerkt. Mit einem Mal hÃlt sie ihr steifes, totes Kind.

David Boder

Ist die Frau zurÃck gekommen?

Anna Braun

Ja. Die Frau kam zurÃck, ich glaube man hat die Frau zurÃck gebracht und sie war dann wochenlang zu Hause krank gelegen. Das Kind hat sie immer gerufen.

David Boder

Hat sie das Kind beerdigt?

Anna Braun

So viel ich weiÃ, nein.

David Boder

Aha. Nun da haben Sie gewohnt fÃr einen Monat mit dem deutschen Roten Kreuz. Was ist dann passiert?

Anna Braun

Dann wurden die deutschen Soldaten entlassen oder verschickt, das weià ich nicht. Dann (hustet) blieben die Verschleppten und FlÃchtlinge in dem Lager zurÃck. Da wurde unter den FlÃchtlingen und Verschleppten, dann ein Mann gewÃhlt, nicht. Und dann kam ein neuer BÃrgermeister, der uns sagt, also der und der soll jetzt das Lager fÃhren und die Verwaltung fÃhren und in der KÃche soll einen neuer Koch gewÃhlt werden, hin gestellt werden. Und so kam auch ich in die LagerkÃche als zweite (2.) KÃchin.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Da habe ich dann neun (9) Monate lang gekocht.

David Boder

Wer hat die Verpflegung besorgt?

Anna Braun

Die Verpflegung mussten ..... die Verpflegung musste dann aufs Wirtschaftsamt darum fragen.

David Boder

War das ein deutsches Wirtschaftsamt oder haben die schon die Verpflegung von den Amerikanern bekommen?

Anna Braun

Nein, wir haben dann schon die Verpflegung von den Amerikanern bekommen.

David Boder

War es die UNNRA schon?

Anna Braun

Nein, die UNNRA war es nicht.

David Boder

Hm, weiter.

Anna Braun

Dann nach neun Monaten â wir haben dort gearbeitet neun (9) Monate lang, aber kein Geld bekommen. Das Essen war aber auch unentgeltlich. Wir haben aber im Lager gearbeitet, kein Geld bekommen. Ich habe von frÃh bis spÃt gearbeitet. Und (hustet) da wir aber gar kein Geld mehr hatten â unser Geld ging auf â wir hatten gar kein Geld. Und fÃr Schuhe und fÃr Kleidung und zur Operation brauchten wir Geld. Da habe ich zum meiner Tochter gesagt, wir kÃnnen nicht mehr im Lager bleiben, wir mÃssen uns Arbeit suchen, wo wir angestellt sind, damit wir auch etwas verdienen. Und so sind gegangen zum Arbeitsamt und bekamen auch eine Arbeit in .... neun (9) Kilometer ab von Heilenbach, in einer Seifenfabrik. Da, weil ich herzleidend bin .....

David Boder

Seit wann haben sie ein Herzleiden?

Anna Braun

Schon 20 Jahr. Hab ich nur einen halben (Â) Tag gearbeitet. Da kriege ich nur sehr dicke Beine vom Stehen und sah auch ein, dass ich diese Arbeit nicht mehr tun konnte. Uns reicht aber der Verdienst zum Leben nicht. Wir verdienten ... in der Woche sechs und zwanzig (26) Mark zusammen mit der Tochter, zu zweit und gaben allein fÃrs Essen acht und zwanzig (28) Mark aus. Dann blieb uns fÃr Schuh Reparatur und so weiter kein Geld.

David Boder

Wollen Sie mir etwas sagen, was sind die Preise, wenn man frei, hm, sozusagen in Deutschland lebt und mit sechs und zwanzig (26) Mark. Was kostet das Brot in Deutschland?

Anna Braun

Also man kann mit sechs und zwanzig (26) Mark ... kann man nur auf Karten leben. Da kann man schon nichts so nebenbei bei den Bauern kaufen. Da darf man schon nur die Sachen aufkaufen, die auf den Lebensmittel, ..... die es auf den Lebensmittelkarten gibt.

David Boder

Also die deutschen Bauern fÃhren einen Schwarzhandel, nicht wahr?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Die deutschen Bauern fÃhren einen Schwarzhandel.

Anna Braun

Ja.

David Boder

Und sie verkaufen Lebensmittel wofÃr, fÃr Geld oder fÃr was?

Anna Braun

Wir sind niemals zu den Bauern gegangen, weil wir kein Geld hatten. FÃr groÃes Geld kauft man da, man kann alles haben von den Bauern. Das sollte nicht sein, aber schwarz kann man es schon haben damals. Und wir waren in der Seifenfabrik nur ganz. kurze Zeit, anderthalb (1Â) Monate. Dann ..... kriegten wir Nachricht von unseren Verwandten

David Boder

Aus wo?

Anna Braun

Aus MÃnchen, die sich hier in diesem Lager befanden in der Funkkaserne.

David Boder

Ja, wieso haben Sie Nachricht bekommen? Wie ist das zu Stande gekommen?

Anna Braun

Ein Telegramm kriegten wir.

David Boder

Wie haben die gewusst, wo Sie sind?

Anna Braun

Also ich wusste â wir haben schon erfahren, dass meine Verwandten sich bei Hof in einem kleinen Bauerndorf befanden. Die Nachricht hatten wir schon. Dann auf einmal erhalten wir ein Telegramm aus MÃnchen: âWir sind hier in MÃnchen in der Funkkaserne'. Man hat erfahren, dass es hier ein Immigrierungslager gibt in MÃnchen und da wir schon von je her nach Amerika auswandern wollten, dann sind unsere Verwandten sofort hierher nach MÃnchen gekommen und haben sofort uns auch ein Telegramm geschickt, damit wir auch herkamen.

David Boder

Aha. Nun sagen Sie mal, hm, hm, wohin planen Sie zu gehen?

Anna Braun

Wir wollen nach Britisch Kolumbien, nach Kanada.

David Boder

Wen haben Sie dort?

Anna Braun

Das sind meines Mannes BrÃder; drei BrÃder hat mein Mann dort.

David Boder

Und wie heiÃt die Stadt in Britisch Kolumbien? Wissen Sie, wo sie sind?

Anna Braun

Koch.... hm, hm, ....

David Boder

Nun, also recht, weiter. Gibt es viele Mennoniten there, dort?

Anna Braun

In Kanada gibt es sehr viele Mennoniten.

David Boder

Und in Britisch Kolumbien?

Anna Braun

In Britisch Kolumbien auch viel.

David Boder

Nun, sagen Sie mal, stehen Sie schon in Verbindung mit denen, haben sie Ihnen Affidavits geschickt?

Anna Braun

Ja, wir haben schon die BÃrgschaft erhalten. Auch, auch in den Briefen schreibt mein Schwager, der uns die BÃrgschaft schickt, dass er unsere Reise schon angezahlt hat und sie hoffen, dass wir zu Weihnachten schon dort sind.

David Boder

Warum soll das so lange dauern?

Anna Braun

Die Sachen .... Die Auswanderungssache oder Einwanderungssache in Kanada ist immer noch nicht fertig. Die einzelnen Provinzen sind schon einverstanden, aber es muss wohl noch .....

David Boder

BestÃtigt werden.

Anna Braun

BestÃtigt werden.

David Boder

Sagen Sie mir mal, diese ganze Zeit waren Sie mit Ihrer Stieftochter. Das ist eine persÃnliche Frage â wie haben sie zusammen, wie leben sie zusammen, wie versorgen sie sich?

Anna Braun

Wir vertragen uns sehr gut, wir leben sehr gut zusammen und wir mÃchten auch nicht auseinander.

David Boder

Nun gibt es noch irgend etwas, was Sie uns sagen wollten, Frau Braun?

Anna Braun

Ich kann nur noch hinzufÃgen, dass mein .... wir waren vier (4) Geschwister, (rÃuspert sich) â von diesen vier (4) Geschwistern bin ich alleine Ãbrig geblieben. Mein Bruder wurde auch im Jahre neunzehn hundert fÃnf und dreiÃig von der GPU zum Tode verurteilt. Er hat Monate lang in der Totenkammer gesessen. Nachdem wir alles versucht haben, all unsere Mittel dem Advokaten gegeben haben, damit sie alles dran setzen und wenigstens das Todesurteil abÃndern. Das ist uns gelungen, da hat man das Todesurteil abgeÃndert auf fÃnf und zwanzig (25) Jahre. Doch mein Bruder ist nach zwei Jahren im GefÃngnis gestorben.

David Boder

WofÃr hat man ihn verurteilt? Doch nicht weil er Mennonite war?

Anna Braun

Nein, aber er war im Kirchenrat gewesen und weil er ..... wir durften doch dort .... es war nicht religionsfrei ... wir durften Religion zu letzt nicht haben und, hm, da hat mein Bruder doch bis zuletzt immer wieder versucht, damit wir doch unsere Kirche halten kÃnnen, nicht, dafÃr verschwand er eines Tages. Mehr wissen wir nicht. Man hat nachher gesagt, weil er ein Radio hat, weil das Radio hat man vielleicht mit ihm weggenommen.

David Boder

Na, da durfte man kein Radio haben?

Anna Braun

Offiziell war es nicht verboten, aber wenn die Mennoniten Radios hatten, dann wurden die alle weggenommen. Und meinem Bruder wurde es genommen, wie man ihn verhaftet hat. Er ist dann nach zwei Jahren im GefÃngnis gestorben. Aber zu der Zeit â im Jahre neunzehn hundert fÃnf und dreiÃig da durften wir uns noch Briefe schreiben im GefÃngnis. Und dann hat meine ..... wie ich schon einmal sagt, bei uns Mennoniten ist es nicht erlaubt eine andere Nation zu heiraten, oder einen anderen Glauben. Doch meine Schwester, meine jÃngste Schwester hat einen Tataren geheiratet. Er war Ingenieur und kam daher von Leningrad bis zum Onega See. Sie arbeiten da an einer Verbindung der KanÃle.

David Boder

Bei Leningrad?

Anna Braun

Bei Leningrad, ja. Dort hat er gearbeitet

David Boder

Und was war das fÃr ein See?

Anna Braun

Onega See.

David Boder

Oh, Onega See

Anna Braun

Onezhskoe ozero.

David Boder

Oh ja, Onezhskoe ozero. (sagt einen russischen Satz) (beiden lachen)

Anna Braun

Ja, und seitdem weià ich von meiner Schwester nichts, wo sie geblieben ist.

Anna Braun

Dann war die andere Schwester, die war auch in Bartko.

David Boder

Wo?

Anna Braun

In Bartko, das ist Polen.

David Boder

Bartko?

Anna Braun

Bartigo, in Deutsch nannte man es Bartigo.

David Boder

Bartigo?

Anna Braun

Ja. Und da in Polen war sie und nachher haben wir sie nicht mehr gefunden. Doch durch Amerika â haben wir jetzt einen Karte von ihr erhalten. Sie hat eine Karte geschrieben aus dem Sibirien nach, hm, Amerika. Und unsere Verwandten aus Amerika haben uns die Karte abgeschrieben und zugeschickt, daher wissen wir heute die Anschrift von meiner Schwester, der ...

David Boder

Die Adresse?

Anna Braun

Ja, die Adresse von meiner Schwester.

David Boder

Na ja, in Sibirien â war sie dorthin verschickt oder... ?

Anna Braun

Wir wissen nichts.

David Boder

Das Leben in Sibirien selbst- ist ja nicht so schlecht.

Anna Braun

Nein, nein, das ist es auch nicht.

David Boder

Ja.

Anna Braun

Das ist es auch nicht.

David Boder

Na, ja das ist schon wenigstens glÃcklich. Oh ja, sie war in Polen, ja, die Mennoniten von Polen wurden ja nach Sibirien geschickt.

Anna Braun

Ja, wahrscheinlich.

David Boder

Und so ist sie da leben geblieben.

Anna Braun

Ja, also wir wissen nicht, warum sie dorthin geschickt worden ist â das wissen wir nicht.

David Boder

Nun sagen Sie mir, wie leben Sie hier in diesem Lager? Wieviel Mennoniten sind Sie und wie leben Sie hier?

Anna Braun

Wir sind hier schon bald sechs hundert (600) Mennoniten hier in dem Lager.

David Boder

Wieviel MÃnner, Frauen und Kinder?

Anna Braun

Es sind hier ungefÃhr ......

David Boder

Wenn Sie nicht .....

Anna Braun

.... ungefÃhr drei hundert (300) bis drei hundert fÃnfzig (350) Kinder.

David Boder

Oh ja.

Anna Braun

Ja. Dann sind Frauen, ............ der Rest sind Frauen und MÃnner. Darunter sind ja ganz .... die Meisten Frauen, MÃnner sind ja nur Wenige.

David Boder

Wieviel Frauen gibt es hier mit ihren MÃnnern .... ungefÃhr?

Anna Braun

Es sind hier sehr wenige Frauen mit, mit MÃnnern. Es ist entweder so â die Frauen ohne MÃnner und die MÃnner ohne Frauen.

David Boder

Nun haben welche geheiratet seit sie hier waren?

Anna Braun

Ja, eine Heirat.

David Boder

Eine.

Anna Braun

Ja.

David Boder

Und wie leben Sie? Haben Sie einen Block oder Haus fÃr sich? Oder wie ist das?

Anna Braun

Ja, wir leben hier im Block.

David Boder

Ich habe leider keine Zeit in Ihren Block zu gehen und deshalb frage ich Sie.

Anna Braun

Ja, ja, wir leben hier im Block acht (8) â die meisten Mennoniten. Dann die Ãbrigen leben in Block vier und zwanzig (24) und in Block sechs (6).

David Boder

Also wie leben Sie da in, hm, in Block acht (8)? Sind es groÃe Zimmer? Wie viele Leute ungefÃhr in einem Zimmer?

Anna Braun

Wir haben Zimmer von dreiÃig bis vierzig Quadratmeter (30 bis 40 m2) gross und in einem Zimmer wohnen zwÃlf (12) Mann.

Anna Braun

Das heiÃt MÃnner und Frauen, ja, aber wir haben unsere Betten wie die Zimmer gerÃumt sind, so eingeteilt, dass die Frauen von den MÃnnern. Hm, .....

David Boder

Gedeckt.

Anna Braun

..... gedeckt sind.

David Boder

Haben Sie VorhÃnge oder so was?

Anna Braun

Ja, jedes Zimmer haben wir erstmals geteilt durch die hohen Doppelbetten, dann durch Decken und Handtuch noch die Winkel abge......

David Boder

Hm, ja,...... abgedeckt?

Anna Braun

Ja und wir leben hier in dem Lager sehr gut.

David Boder

Und wer sorgt hier fÃr die Verpflegung?

Anna Braun

Unter uns Mennoniten â wir, die ArbeitsfÃhigen arbeiten hier alle.

David Boder

Und werden Sie bezahlt?

Anna Braun

Ja, das heiÃt, hm, wir kriegen bessere Verpflegung, besseres Essen, Arbeiterkarten und, hm, dazu kriegen sie eine Kleiderkarte, die arbeiten.

David Boder

Mit der Kleiderkarte wo kaufen sie sich ihre Kleider?

Anna Braun

Sie kriegen das Essen und Kleider unentgeltlich. Jeden Monat kriegt jeder Arbeiter zwei KleidungsstÃcke. Es wird auf der Kleiderkarte dann angemerkt, was man bekommen hat.

David Boder

Arbeiten Sie?

Anna Braun

Ich arbeite auch, aber ich arbeite im (unverstÃndlich) Passamt. Also arbeite ich eigentlich auch .... also ich arbeite fÃr die (unverstÃndlich), die kriege ich nicht bezahlt

David Boder

Arbeitet Ihre Tochter?

Anna Braun

Ja, meine Tochter ist KindergÃrtnerin.

David Boder

Oh. Sie hat eine Arbeitskarte, nicht wahr?

Anna Braun

Ja, meine Tochter hat eine Arbeitskarte und sie kriegt fÃr die Arbeit, hm, also Zigaretten.

David Boder

Zigaretten?

Anna Braun

Ja. (lacht)

David Boder

(lacht) Wie viele Zigaretten kriegt sie denn fÃr ihre Arbeit?

Anna Braun

Sie kriegt ..... es war â frÃher war es mehr und jetzt hat man weniger, also gegenwÃrtig kriegt sie zehn (10) Pakete Zigaretten monatlich.

David Boder

Monatlich. Das sind zwei hundert (200) Zigaretten.

Anna Braun

Ja.

David Boder

Raucht sie?

Anna Braun

Nein.

David Boder

Nun wollen Sie mir mal sagen, wollen Sie uns erzÃhlen, was tut man dann mit den Zigaretten?

Anna Braun

Also mit den Zigaretten â da macht man, hm, ..... also sagen wir mal, wir wollen die Schuhe reparieren. Wir haben kein Geld, so zahlen wir mit Zigaretten dafÃr.

David Boder

Ah ja und wie viel Zigaretten geben Sie fÃr ein paar Sohlen?

Anna Braun

(lacht etwas) So genau kann ich das nicht sagen.

David Boder

Ja so ungefÃhr sagen Sie es.

Anna Braun

Ein Paket Zigaretten fÃr ein paar Sohlen.

David Boder

Und da wird er schon das Leder damit besorgen?

Anna Braun

Ja, alles.

David Boder

Ja. Nun das ist ja sehr interessant. Und sagen Sie, was machen dann die Anderen, wer raucht Zigaretten, wenn alle mit Zigaretten handeln?

Anna Braun

Die MÃnner rauchen Zigaretten.

David Boder

Also die MÃnner rauchen.

Anna Braun

Von den Mennoniten Frauen raucht niemand.

David Boder

Oh, die Frauen, die Mennoniten Frauen rauchen nicht.

Anna Braun

Es ist nicht erlaubt, weil das die Religion ist.

David Boder

Aber Sie bekommen Zigaretten?

Anna Braun

Ja.

David Boder

Bekommen die allgemeine Einwohner vom Lager Zigaretten?

Anna Braun

Nein, wer nicht arbeitet, kriegt keine Zigaretten.

David Boder

Well, nun, Frau Braun, es hat mir wirklich eine groÃe Genugtuung gemacht mit Ihnen zu reden. Und hÃre gerne wenn sie russisch sprechen, sie sprechen ja ausgezeichnet.

Anna Braun

Ich spreche russisch, ja, aber so sicher bin ich mir doch nicht in russisch.

David Boder

Auf der Schule haben Sie russisch gelernt?

Anna Braun

Ja, russisch und auch deutsch.

David Boder

Nun, ich danke Ihnen sehr. Ich glaube, Sie haben mir sehr wichtiges Material gegeben und ich danke Ihnen fÃr Ihre Geduld.

Anna Braun

Bitte.

David Boder

(In English) This completes, hm, this makes it, hm, twenty five (25) minutes on Spool number hundred thirty four (134), which concluded from Spool number hundred thirty three (133) â the interview with Mrs. Anna Braun, a Mennonite widow, who is now here at the Funkkaserne, Munich, a detention camp with a Mennonite colony of about five hundred (500) people. An Illinois Institute of Technology wire recording. I am now using this spool to the end ... (cannot understand) .... the interview.

var english_translation = { interview: [ David Boder

Spool 133. September 20, 1946, Munich at the Funkenkaserne in a displaced persons camp of about 5,000 persons, an immense installation of the former German army which apparently was occupied by the signal corps. Though the windows I see children playing, like children play everywhere. They play all sorts of games, under the directions of teachers or by themselves, There are rows and rows of barracks. My interviewee is Mrs. Anna Braun, who is here with a group of about 500 Mennonites. They live together in one block which I intend to visit later, men and women together as one community and in one large room, separated as I am told by some kind of tent material and sleeping in wide two level bunks, often a different family on each level. The interview proceeds in German.

David Boder

And so, Mrs. Braun, will you kindly tell me what is your name, how old are you, where were you born?

Anna Braun

My name is Anna Braun. I am 40 years old. I was born in Einlage [this sound like a German name but the locality is in Russia, maybe she doesn't get the name clearly] in the district Zaporozhe, in the Ukraine.

David Boder

Yes. If you have difficulties just say it in Russian.

Anna Braun

Yes.

David Boder

Zaporozhe, in the Ukraine. That is your birthplace, is that so?

Anna Braun

Yes.

David Boder

Who were your parents?

Anna Braun

My parents were [she hesitates] Cornelius Peter and my mother,-

David Boder

Yes. Never mind the names. What was their occupation?

Anna Braun

Yes.

David Boder

What was your family doing?

Anna Braun

My father was the proprietor of a mill.

David Boder

Yes.

Anna Braun

He had a large steam-powered flour mill in Tartiza.

David Boder

Oh, then he was not a farmer?

Anna Braun

No.

David Boder

Oh. Now you have with you here two children? How old are the children?

Anna Braun

My oldest daughter, my stepdaughter, is twenty years old and the younger is ten years old.

David Boder

Were you married twice?

Anna Braun

No, I married a man in 1935, a widower.

David Boder

And you took his daughter with you?

Anna Braun

Yes.

David Boder

Now, Mrs. Braun, will you tell me where you were when the war started and what happened to you during the war up to this date.

Anna Braun

I worked in Zaporozhe as a technical draftsman in the Dnieper Steel Works...[a pause] When the war started many were dismissed from that plant. I remained until the evacuation, that is until the whole plant had to retreat.

David Boder

You mean the plant was evacuated.

Anna Braun

Yes. The whole plant was to be evacuated. Since the plant was located on the right shore of Dnieper while my home was located on the left shore of the Dnieper, I went back to my family on the left shore.

David Boder

That is then east?

Anna Braun

[Hesitating as if trying to orientate herself] Yes, eastward.

David Boder

Yes, the Dnieper flows southward.

Anna Braun

Yes.

David Boder

So you went to the side nearest to the Russians.

Anna Braun

[confused] Yes.

David Boder

The Germans came from the West. The Russians and you went back to the other side?

Anna Braun

Yes. Then I didn't know it whether it was on the German side or the Russian side. At any rate we came home. I stayed home for two days, and here the Germans arrived.

David Boder

Who was at home with you?

Anna Braun

With me at home was my step-mother and my two daughters.

David Boder

And where was your husband?

Anna Braun

My husband was arrested already in 1936, on the 16th of October.

David Boder

Why? Would you please tell me in detail the whole story. Why was your husband arrested, and other people of your sect as well?

Anna Braun

Why? We never learned the reason, but it must have been on account of our religion. When my father, already in 1919 was killed by a band, my mother married a second time--that is my step-father.

David Boder

Your mother married a second time?

Anna Braun

Yes. He also was my uncle. My step-father was the elder of the[one work not clear]Mennonite community, of the congregation. Rather of the Polish.

David Boder

Yes.

Anna Braun

Already in 1929 he and my mother were deported to the Ural.

David Boder

Yes. Your step-father was deported to the Ural?

Anna Braun

Yes.

David Boder

Well....

Anna Braun

That was on account of our religion because he was the older of--

David Boder

The Mennonites?

Anna Braun

Of the Mennonite community. There he remained for five years.

David Boder

And you remained at home?

Anna Braun

And I remained at home. And only after my father returned home I got married.

David Boder

Then your father had returned from the Ural?

Anna Braun

Yes.

David Boder

With your mother?

Anna Braun

With the mother.

David Boder

So. What was it? Did he serve there a term as punishment and was then sent back?

Anna Braun

He apparently was there as punishment.

David Boder

Well, he was sent away and then returned.

Anna Braun

He was sent away and the returned.

David Boder

And when did he return?

Anna Braun

He returned in 1935.

David Boder

What did he tell you? What happened to him there at the Ural?

Anna Braun

He personally worked in an office at the Ural. The food was bad, just like for all the others who were there. There were all kinds of people at the Ural. Most of them starved to death there.

David Boder

And so your father and mother came back--that is your step-father--in 1935?

Anna Braun

Yes.

David Boder

So was he then with you when the Germans came?

Anna Braun

No. After he spent three years at home, that is, at Einlage, he had no home any more, his home was taken away from him. After he was here three years in Einlage...

David Boder

Is Einlage the name of the town?

Anna Braun

Yes. Einlage is the name of the village.

David Boder

Yes. Did the village have the German name?

Anna Braun

Einlage.....Yes.

David Boder

And what did they call the village in Russian?

Anna Braun

Kitchka.

David Boder

Kitchka. Well, go on.

Anna Braun

After three years in Kitchka he was arrested again and he was put in prison. And up to this day we have not heard from him.

David Boder

You mentioned something about a death sentence. How sure are you of that?

Anna Braun

In '35 I got married. In '36 they took the man, after six months.

David Boder

Whose husband did they take?

Anna Braun

My husband.

David Boder

Oh, then it was your husband.

Anna Braun

Yes.

David Boder

And in '35 you weren't married.

Anna Braun

Yes.

David Boder

And in '36 they arrested your husband?

Anna Braun

They arrested my husband.

David Boder

Did you have already the baby?

Anna Braun

Yes. It was three months old.

David Boder

Go on.

Anna Braun

And so one night they fetched my husband after they searched the house for three long hours.

David Boder

Yes. What were they searching for?

Anna Braun

They took with them foreign correspondence. Otherwise I don't know what they were looking for.

David Boder

So what kind of foreign correspondence was it?

Anna Braun

We had only the letters from our relatives in America.

David Boder

Oh. From the Mennonites in America.

Anna Braun

Yes.

David Boder

Go on.

Anna Braun

All these letters were taken and they were never returned, and my man was taken and after six months of imprisonment he was sentenced to death by the Kharkov Military Tribunal.

David Boder

Were you at the trial?

Anna Braun

No. I was not admitted.

David Boder

Were you in Kharkov?

Anna Braun

Yes.

David Boder

Then who told you what sentence he was given?

Anna Braun

In Kharkov at the offices of the Military Tribunal they told me so. The third of July, '37, I was told the sentence was upheld in Moscow, in June, '37.

David Boder

Yes. Have you seen your husband after he was sentenced?

Anna Braun

No.

David Boder

Were you not permitted to see him?

Anna Braun

No.

David Boder

So. And what happened afterwards?

Anna Braun

Afterwards...you see the sentences was pronounced in Zaporozhe. From Zaporozhe my husband was taken to Dnepropetrovsk.

David Boder

But you said something about Kharkov.

Anna Braun

The Kharkov Military tribunal tried him in Zaporozhe.

David Boder

Oh. Well, go on.

Anna Braun

And then he was taken after a trial from Zaporozhe to Dnepropetrovsk. There I was still able to bring him food up until June, the middle of June.

David Boder

What were you doing, going there everyday?

Anna Braun

No. I went there once a week. And I would bring him food and clean underwear. Everytime they accepted from me these things and every time my husband had to write on the slip of paper on which I had enumerated all the things that I brought for him: that "all these things I have recieved".

David Boder

Was he able to return the soiled underwear?

Anna Braun

Yes, he also would send back the soiled clothes.

David Boder

Yes.

Anna Braun

[Hesitant] And the things were always very dirty.

David Boder

Why?

Anna Braun

[She hesitates and weeps.] Once the things were so soiled and moist.

David Boder

What do you mean?

Anna Braun

[Breaks out in tears.] They were stained with blood.

David Boder

So, well.

Anna Braun

Before I hadn't noticed it. The things were full of sweat and yellow, but every week I brought him new underwear.

David Boder

Clean underwear or new underwear?

Anna Braun

Clean underwear.

David Boder

Yes, go on.

Anna Braun

At any rate he received the things every time. Then it was the end of June. I jouned again to Dnepropetrovsk in order to bring him food and clothes and he wasn't there any more.

David Boder

And what did they tell you?

Anna Braun

And so they told me "departed", and nothing else. Such an answer could as well have been given by the clerk of an hotel upon inquiry about a guest who is not there any more. it is possible that the prison, being under civilian authority, had nothing to do with the execution of sentences of military tribunals. This was in the hand of the military; they often demanded the surrender of the prisoner who as far as the warden of the prison was concerned was then simply considered discharged or so to speak out from under the warden's jurisdiction.

David Boder

Departed?

Anna Braun

Yes. Departed. I immediately journeyed to Kharkov.[She hesitates]

David Boder

To the authorities?

Anna Braun

To the authorities of the Military Tribunal and there at the office they looked him up and told me that the case is known to them and that the sentence was confirmed in Moscow in June. And so I asked them: 'Is there anything I can still do?' --because I had been in Moscow already three times so they told me, 'Not a thing'. And since then I know nothing about my husband. The 16th of October it will be 10 years.

David Boder

Tell me Mrs. Braun, were there other people sentenced with your husband or was he alone on trial?

Anna Braun

Ten men were sentenced together with him on the same day. All of them lived before in Kitchka--Einlage. All of them except three...also seven of the men were Mennonites and three were not Mennonites.

David Boder

How did they happen to get together into the same trial?

Anna Braun

That I never could find out because the other three, the non-Mennonites, I had never known and I had never heard that my husband had known them.

David Boder

What were they accused of? What was the indictment?

Anna Braun

They always refered to the case of GESTA but I don't know a thing more about it.

David Boder

What is GESTA?

Anna Braun

That means the Hydro-Electric Generating Station.

David Boder

Oh. Did your husband work for the GESTA?

Anna Braun

My husband worked in the main office of GESTA.

David Boder

So. What kind of a job did he hold there?

Anna Braun

[hesitantly and in between sobs]He was an economist.

David Boder

Oh, did he study economy?

Anna Braun

No, that he did not.

David Boder

Oh. But he has been working in the department of economics?

Anna Braun

Yes. He worked there and had a great deal of experience.

David Boder

And then. [She hesitates again] Continue, Mrs. Braun. [The pause continues for a long time] So you remained alone. Did you ever get a certificate that you are a widow?

Anna Braun

Never.

David Boder

They did not give you such a certificate?

Anna Braun

No.

David Boder

Do the Mennonites consider you a widow?

Anna Braun

[After a pause] Neither. I am definitely convinced that my husband is dead.[ here she weeps again] But my oldest daughter as well as many Mennonites--and that is because they have such a firm faith that the Lord will not permit such a thing to happen--so we also believe in a miracle that somewhere in some way my husband may still be alive. My daughter constantly tells me this hope nobody can take from me.

David Boder

Under such conditions you could not get married?

Anna Braun

No.

David Boder

Do widows among the Mennonites marry in general?

Anna Braun

Yes.

David Boder

Well, Now then what happened when the Germans came. You went to the other side of the Dneiper, you were telling me, to your family?

Anna Braun

Yes.

David Boder

And then?

Anna Braun

When the Germans came the locality where we lived was exactly at the front. This lasted for about a month and a half and then we had to leave our home and our belongings and had to be evacuated. But not far away, about 20 kilometers from our home. Afterwards, when the Russians retreated again and the Germans marched on we were able again to return home. Much was destroyed, but in our home besides the window panes nothing much was damaged.

David Boder

How long were you away from home?

Anna Braun

We were away a whole month.

David Boder

Now what happened. The Germans came and then the Russians returned?

Anna Braun

No. Then the Germans came and the Russians retreated. And so we remained for a year. But then the Russians came again.

David Boder

Oh, so that was how it was. You remained for a year under the Germans. You did not leave.

Anna Braun

No, we did not leave, but when the Russians approached again and the shooting started and we found ourselves again on the front and many homes were destroyed, and there were quite a few casualties we had to leave again our house and our belongings. Now we were embarked into trains.

David Boder

By whom?

Anna Braun

By the Germans. We were embarked into trains and we did not know where we were going but we traveled ahead....

David Boder

Towards the west?

Anna Braun

Towards the west.

David Boder

Will you please tell me something about these trains. How were you embarked? How many people were on the train, and in general what were you told?

Anna Braun

We were told that we should take with us only our food. We were assigned thirty-five people for one cattle car.

David Boder

Thirty-five?

Anna Braun

Thirty-five people and all our belongings.

David Boder

Yes.

Anna Braun

The sick were embarked separately in passenger cars. There were among them very sick people.

David Boder

Were they all Mennonites?

Anna Braun

There were.....no. There were all kinds of people. Mennonites, Russians, also Ukrainians. There were few Russian Ukrainians but there were many volks-Germans from various places. Refugees.

David Boder

By volks-Germans you mean those who lived for generations in Saratov and thereabout, the German colonists, is that so?

Anna Braun

The Germans colonists. Yes.

David Boder

Of course, they were not all Mennonites?

Anna Braun

No, no, no.

David Boder

They were just volks-Germans and you were embarked about thirty-five in one cattle car with all the belongings and so you were evacuated.

Anna Braun

Yes.

David Boder

How were you fed? What kind of toilet facilities did you have?

Anna Braun

There were no toilets. For hours we were traveling and then finally the train would stop at the station and everybody would go down. Otherwise there was no chance "to go out". For the children the women had their toilet pots with them and the content was poured out of the window, while the train was in motion.

David Boder

What kind of windows were in these cars?

Anna Braun

There were small windows near the ceiling which could be either kept open or shut.

David Boder

And where did you finally arrive?

Anna Braun

Then we arrived....

David Boder

Were there any benches in those cars?

Anna Braun

No. There were no benches. We sat on our bundles.

David Boder

You are talking now about the evacuation arranged by the Germans?

Anna Braun

Yes.

David Boder

Now go on.

Anna Braun

People sat on their things. On trunks, bedding......

David Boder

Trunks, bedding and bundles?

Anna Braun

...and bundles, yes. People took turns to sleep on those thing because people would just fall over each other.

David Boder

Why?

Anna Braun

Because during the trip the doors were locked. Nobody could get out. The air would become heavy.

David Boder

Go ahead.

Anna Braun

Then we arrived...we traveled for 14 days until we arrived at Lipmanstadt. [Footnote: Like in the case of so many DPs, here geographic orientation is confused.]

David Boder

Where is that?

Anna Braun

Lipmanstadt is in Poland.

David Boder

Oh, yes. How do they call that town in Polish?

Anna Braun

Lwow.

David Boder

Oh. Lwow.. Oh, Yes. You got to Lwow..

Anna Braun

Yes.

David Boder

Go on.

Anna Braun

There we got to a transient lager. There we bathed and changed our clothes. We were given hot food, and from there we proceeded to Neustadt. That is in West [?] Prussia.

David Boder

Neustadt. West Prussia.

Anna Braun

Neustadt. West Prussia. In Neustadt there was a very big lager. And there our transport disembarked. There were in the lager more than two thousand people.

David Boder

Who were they? Were there Jews among them?

Anna Braun

There were no Jews.

David Boder

Who were there? Were there any gypsies?

Anna Braun

There were many different nationalities, but no Jews.

David Boder

I have asked you before, were there any gypsies?

Anna Braun

[Hesitantly, as if suprised] Gypsies....

David Boder

Well, you didn't see any?

Anna Braun

No, I have not noticed any gypsies.

David Boder

Let's go on. Were there any Russians? French?

Anna Braun

Russians. Frenchmen.

David Boder

Well. Now describe the life in such a lager.

Anna Braun

Life in such a lager was terrible. First, such a lager was full of bedbugs. That was the most terrible thing in these lagers, the bedbugs. One couldn't sleep nights the bedbugs were so bad. And it was obvious that they cannot be driven away. There were no means to get rid of them.

David Boder

Now tell me, how would the day pass in such a lager? What time did you get up?

Anna Braun

Well, that differed. Those who worked had to get up early.

David Boder

And who had to work?

Anna Braun

Everybody, young people up to the age of 40 had to work.

David Boder

Were you compelled to work?

Anna Braun

I, too.

David Boder

Your daughter?

Anna Braun

My daughter.

David Boder

And the little one?

Anna Braun

The little one--she did not work.

David Boder

Well, she wasn't then yet ten years old.

Anna Braun

She is now ten years old. Then she was--

David Boder

Eight?

Anna Braun

1943...she was seven years old.

David Boder

What was the little one doing all day?

Anna Braun

Since in a room about [she stops, searching apparently for words to describe the size of the room]

David Boder

Was it the size of this room?

Anna Braun

The size of this room.

David Boder

Well, this room is about four by six meters.

Anna Braun

Since ten to twelve people had to live in a room like this one.

David Boder

Well what do you mean people? Women...

Anna Braun

Women and men as well. And children with them.

David Boder

Men, women, and children in the same room? How many men were there in the room which you lived?

Anna Braun

In that room there was one man...and the others were women and children.

David Boder

Now how were the beds arranged? One over the other at three levels?

Anna Braun

No, the beds were of two levels.

David Boder

Was the man there with his wife?

Anna Braun

The man was there with his wife.

David Boder

Well, go on.

Anna Braun

So there was always somebody in the room and I could leave there my little daughter.

David Boder

Oh. So you left your little daughter with somebody in the room?

Anna Braun

Yes.

David Boder

Did the little one go there to some school? Did they play some games? Did they teach her something? Was there some entertainment [for her]?

Anna Braun

No, there was no school for the little one. The children gathered in the yard and there they--

David Boder

Passed their time?

Anna Braun

Passed their time. I worked....

David Boder

When you got up in the morning did you get something to eat?

Anna Braun

Yes. In the morning we fetched our food from the central kitchen.

David Boder

And what was that?

Anna Braun

That was coffee and black bread. The rest of the cold supplies we were given once a week.

David Boder

That was what?

Anna Braun

That was butter....

David Boder

Margerine?

Anna Braun

Marmalade, no. We also got butter sometimes, butter, margerine, marmalade.

David Boder

Any sausage?

Anna Braun

Some sausage.

David Boder

Well, so you got your coffee. Did you have an appel? Did they count every morning the people in the lager?

Anna Braun

No. That was not done. Possible--there was in every room a room trustee--maybe he had to report it.

David Boder

But you had no appel?

Anna Braun

No.

David Boder

And then you would go to work? What kind of work were you doing?

Anna Braun

I personally would come home only once a week because I worked away from the lager.

David Boder

And your older daughter?

Anna Braun

My older daughter worked there in the lager.

David Boder

Where was the place outside of the lager, and were did you live?

Anna Braun

I worked 36 kilometers away from Neustadt.

David Boder

In what capacity?

Anna Braun

As a technical draftswoman.

David Boder

Oh, yes, you were a technical draftswoman already at home. And so you worked as a technical draftswoman for the Germans. And what were you drafting?

Anna Braun

I drafted some diagrams and curves.

David Boder

For what purpose?

Anna Braun

That was for an experimental laboratory. They wouldn't give me even titles of the drawings so I never knew for what purpose the drawings were made.

David Boder

Now tell me, Mrs. Braun, the Mennonites are against was and do not bear arms; isn't that so?

Anna Braun

Yes.

David Boder

Isn't it the same thing to help the war when you participate in the construction of war material?

Anna Braun

Of course, it is the same. If one does it intentionally it is the same thing.

David Boder

And you didn't know what you were really doing?

Anna Braun

No. I didn't know up to this date. I don't know whether I worked for the war.

David Boder

Go on.

Anna Braun

On Saturdays I would return to the lager. There I remained over Sunday and Sunday night I would return again to the shores of the Baltic sea. I worked right on the Baltic sea.

David Boder

Oh, you worked on the Baltic Sea. Is Neustadt near Koeningsberg?

Anna Braun

Yes. Neustadt is not far from Danzig. And this experimental laboratory was called experimental plant Grossendorf. That's what they called it. No other name.

David Boder

And how did the Germans behave towards you?

Anna Braun

That varied a great deal. There were such who behaved themselves well. But there were also such who behaved very badly.

David Boder

In what way?

Anna Braun

Well, at work they treated me well because they were satisfied with my work. You see all my life I liked drafting a great deal and so my work was very efficient. And so as technical draftswoman I was always treated well. But when one would return to the lager one was not well treated by the lager commander.

David Boder

Did he beat the people?

Anna Braun

Yes, he used to beat the people!

David Boder

For what reasons?

Anna Braun

There were people who did not submit to the discipline of the lager, and for that they were punished. They were beaten, by the lager commander as well.

David Boder

So there was direct corporal punishment?

Anna Braun

Yes.

David Boder

And how long did that last? How long were you there in Neustadt?

Anna Braun

In Neustadt we were....[pause, reminiscing] nearly a year.

David Boder

And then it was already what year?

Anna Braun

It was--we arrived there in 1943 and stayed there until December of '44.

David Boder

Until December of '44. Well, what happened then?

Anna Braun

Well, then they evacuated the experimental plant in which I worked. They evacuated the plant to Czechoslovakia. We came to Czechoslovakia. There we continued working. All those who worked at the plant had to be evacuated with it. And so I personally with my family was for a time separated from the rest of the Mennonites. That lasted four months in Czechoslovakia. Then we had to evacuate from there as well and were to go directly to Munich, but we didn't get that far. Approximately 60 kilometers from Munich we saw the approach of the Americans.

David Boder

In what kind of trains were you transported?

Anna Braun

We traveled by automobile.

David Boder

Passenger cars, trucks?

Anna Braun

Trucks.

David Boder

And how many people on a truck?

Anna Braun

We were twenty-two people on a truck with our bundles.

David Boder

Then you were sitting on your bundles?

Anna Braun

We sat on our bundles.

David Boder

And so 60 miles from Munich you met the Americans. Who were they? Tell us something about the liberation?

Anna Braun

We arrived by truck to Heilenbach near Rosenheim. Here our transport--fuehrer abandoned us. He told us the Americans are near and so he left us simply in that little town and he himself got away with the truck. We remained simply on the street. Nobody wanted to let us in. It was pouring and we were all wet.[Here Mrs. Braun cough repeatedly. This is akin to the coughing and choking which some interviewees manifest when they speak of the disinfecting procedures, or travel in bad weather]

David Boder

About how many of you were there?

Anna Braun

We were twenty-two people.

David Boder

Oh, there was only one truck.

Anna Braun

There was only one truck. We were separated from the others en route.

David Boder

Who was that fuehrer? Was he an SS man? Who was he?

Anna Braun

The fuehrer was an engineer of the firm for which we worked. His name was Larson. He himself was a Swede, but he worked in the plant for the Germans, out of free will. Afterwards he has so swindled us and deceived us that he has stolen nearly all our things because we had a trailer on the truck and there was a large part of our baggage. The trailer had to be left in a certain place and we never saw our things, although he had promised us to bring them to us, but we never saw our things again. Later we heard that he was arrested in Frankfurt.......

David Boder

By whom?

Anna Braun

He was arrested by the Americans, who tried and sentenced him to 12 years in prison; and later he was sentenced by a Swedish court also to 12 years imprisonment, so in total a sentence of twenty-four years.

David Boder

Well, so he simply abandoned you.

Anna Braun

He abandoned us.

David Boder

What happened then? The people in the village wouldn't accept you?

Anna Braun

The people of the village would not let us in. We went to the mayor. Also to the lager fuehrer because there was a lager in that village, but neither the lager fuehrer nor the mayor would take us in. We sat on the street with the little belongings that we still had. We were all wet. It poured, but still our pleading was of no avail, and since I was the senior among them I had to go plead everywhere while the whole party sat on the street and wept[here she herself weeps]

David Boder

[After a pause]Were there men and women?

Anna Braun

[Still sobbing]There were only women except for one man who had lost a leg.

David Boder

Well.

Anna Braun

It was a young man who we were forced to pick up on the road. He did no belong to our firm nor to its personnel. We simply picked him up.

David Boder

Were all the people on the trucks Mennonites?

Anna Braun

No.

David Boder

Who were they?

Anna Braun

They were people from Russia, from Leningrad.

David Boder

Christians?

Anna Braun

Christians, yes.

David Boder

Well, what happened afterwards in that village? Did the people in that village know that the Americans were coming?

Anna Braun

The people in the village knew the Americans were coming.

David Boder

And still they wouldn't accept you?

Anna Braun

And still they didn't want to have anything to do with us. We remained there still the whole day on the street in the rain. Time and again we went to the mayor and pleaded. Finally we asked him to give us at least shelter in the school building. So he told us he expects a great deal of military men and the school already has been billeted. All houses are already billeted. There is no room for us, for twenty-two people.

David Boder

You mean twenty-two women?

Anna Braun

Twenty-two women.

David Boder

Was your daughter with you?

Anna Braun

Both of my children were with me. Almost on our knees we begged that man and finally in the evening, because he was afraid that we may come to his home, he told us we may go into the school building until the military arrives. 'But should the military arrive even in the middle of the night I shall throw you out of the school building.' So we went into the school. And sure enough the soldiers came at night but they did not disturb us in our room until the next morning at 10:00. The next morning at 10:00 they threw us out.

David Boder

This concludes Spool 133, a report of Mrs. Anna Braun, a Mennonite widow whose husband perished or was executed in Russia. Mrs. Braun interrupted the discussion quite frequently, swallowing tears and suppressing sobs. She also weeps now. We are continuing on Spool 134.

David Boder

Munich, September the 20th, 1946. This is Spool 134 a continuation of Spool 133 giving the story of a Mennonite woman, Mrs. Anna Braun, age 40, a widow, who went throught the war first on the shores of the [?], and then came to Germany and was employed, or forced labor at technical drawing. And we are in the middle of the story where they were abandoned by their escorts when the Americans approached. And where, in a little German town where they could not get any accomodation until finally they were allowed to sleep over in a school. And we are now at what happened the next morning.

David Boder

And so, what happened the next day?

Anna Braun

The next morning at 10 o'clock we were thrown out of the school building. The mayor did that. So we went again to a lager where we found numerous refugees. Here we were finally accepted.

David Boder

Who were those refugees in the lager?

Anna Braun

Most of them were refugees from Jugoslavia.

David Boder

What happened then?

Anna Braun

There we spent three days. We were admitted "as guests" and so for three days we got no food and finally this lager also had to be vacated because they needed this place too for the Military.

David Boder

Where was it? Sixty miles from Munich?

Anna Braun

That was fifty miles from Munich.

David Boder

What was the name of the city?

Anna Braun

Heilenbach, near Rosenheim. It is really not a city but a most beautiful spot in Bavaria. A nice corner in the mountains. From here we also were to be thrown out because they needed the place for a German field hospital.

David Boder

Now what kind of refugees were there?

Anna Braun

There were refugees from Jugoslavia and Roumania.

David Boder

Not workers, not deported people?

Anna Braun

Yes. They were all deported people [Verschlepte Personnen].

David Boder

No Jews?

Anna Braun

No Jews.

David Boder

Go on.

Anna Braun

Then the Germans field hospital arrived. They stayed here for some time. We were crowded together into a few rooms. So far they didn't throw us out. It was to happen every day. But then the Americans arrived, the American soldiers. The American soldiers took immediate command over the field hospital and they gave orders that we should not be thrown out.

David Boder

What kind of soldiers were there? Were they on foot? In tanks? On trucks? Who were they?

Anna Braun

They were in tanks and automobiles. Only a few automobiles arrived. Altogether maybe five or six automobiles. That's all that came to this place. They took charge of the lager and soon afterwards we got--we did not get any ration cards, these were given to the lager authority, and we were given general maintenance right there in the lager.

David Boder

Did you have any money on you?

Anna Braun

Oh, we had very little money.

David Boder

Were you paid for your work in Neustadt?

Anna Braun

Yes.

David Boder

What were they paying you?

Anna Braun

I as a technical draftswoman received 180 marks a month.

David Boder

Including maintenance?

Anna Braun

Food and lodging were extra.

David Boder

You had to pay?

Anna Braun

I paid for my maintenance and lodging.

David Boder

Well. So you remained in the lager which was taken over by the Americans.

Anna Braun

Yes.

David Boder

And who managed then the lager?

Anna Braun

As long as the field hospital was there it was the field hospital that also managed the lager because the lager fuehrer who was there at the time when we arrived was immediately arrested. He was immediately arrested and we never saw him again. And so the lager was managed for four weeks by the field hospital. When the field hospital moved away--

David Boder

Was it an American hospital?

Anna Braun

No, that was a German hospital. And this German hospital--

David Boder

Yes. And this German hospital, the German nurses and German doctors all stayed with it?

Anna Braun

For the time being they stayed with it. And they also took care of us.

David Boder

Well. Now, how did they behave after the Americans arrived?

Anna Braun

Oh. After the arrival of the Americans they behaved very well[a pause]

David Boder

Tell me, Mrs. Braun, you speak German well. Did you ever discuss matters with the Germans, before liberation, after liberation? What did they think about the whole situation?

Anna Braun

There were among the Germans very different people. As far as I could understand at the beginning the Germans--at least many of them, probably most of them--had quite a different opinion about the events. But gradually they were so influenced by the fuehrer and his followers that they were gradually compelled to arrive at the belief that that may possibly be the right way. However, there were whispers. I knew quite a few Germans who told me: 'we have no faith in it. We have no faith in it. But we must believe in it. We force ourselves to believe in it and we imagine that we do.' Real sincere followers the fuehrer had but few.

David Boder

Now if the fuehrer had so few sincere followers how do you explain then--you know what happened to the Jews, the lagers--how do you explain that?

Anna Braun

I often asked the German soldiers, 'How can one do such things?' I mean for example, Jews. I never could stop brooding over this question. And time and again I would ask that question. Just as I could not reconcile with the Heil Hitler salute, I never could understand it, because we as Mennonites were deeply religious and in our Lord's Prayer it says 'Holy be thy name' (geheilegt werde dein Name) which meant that Heil may be applied only to the name of God. And so would I say, 'How could you sanctify the name of the fuehrer? That is wrong. And so it is wrong the way you treat the Jews, murdering the Jews, who are the chosen people.'

David Boder

Did you know what was happening to the Jews?

Anna Braun

Who, I? Indeed.

David Boder

How did you know?

Anna Braun

Because in the region where we lived there were also many Jews. And the Jews would also dissapear.

David Boder

You mean in the region of Neustadt where you lived?

Anna Braun

No, about this region I know but little, I have in mind Russia.

David Boder

You mean to say that while you were still in Russia they have taken away the Jews?

Anna Braun

Yes. During the time we were still in Russia the Jews were taken away by the Germans and many German soldiers were telling us what they were doing to the Jews. We even had such a case. In general the Mennonites are not permitted to marry outside of their group from among other people, from other religions. But because among us one Mennonite woman had married a Jew so she had a child from that Jew. So I know this story for example definitely for certain. About the other things I just know from hearsay, what happened to the Jews and one wouldn't know should believe it, things were really so horrible. But about this woman from whom they have taken away the child because it had a Jew for its father and that the child was killed, that we know, and we knew through it what they have been doing to the Jews[she begins to sob] The child was poisoned.

David Boder

How come? Did the woman really know that for sure?

Anna Braun

For the moment she did not know that they were poisoning her child, but the German soldiers came to her home and they had orders. There were among them such who also had a heart.

David Boder

Yes.

Anna Braun

And they came to fetch the child. It was a darling little blond curly baby with long hair. A beautiful baby girl, and when they came to fetch the child some of the German soldiers said, 'I can't do it. I can't take away a child from the mother.' But one day--the mother would not surrender the child--so one day they called for the mother in an automobile. They took her with the child to Zaporozhe. Then on the trip to Zaporozhe they poisoned the child. Somehow they did something under her nose. They touched her with the fingers. The woman didn't notice it, but all at once there she stands with a stiff, dead child in her arms. [Here follows a long crying spell].

David Boder

Has the woman returned?

Anna Braun

[Through tears] Yes, the woman came back. I think she was brought back sick and for weeks she lay sick at home. They didn't let her take the child.

David Boder

Did she have a chance to bury the child?

Anna Braun

So far as I know, no.[a pause]

David Boder

Now you stayed for about a month with the German Red Cross. What happened afterwards?

Anna Braun

Then the German soldiers were demobilized or sent away somewhere that I don't know. And the deportees and refugees remained alone in the lager. And so these refugees and deportees elected a man and there comes a new mayor to the town and he ordered that this man should now be in charge of the lager, he should handle the administration, and that a new chef should be chosen for the kitchen or be appointed. And so I too was assigned to the lager kitchen as second cook. And so I did the cooking for nine months.

David Boder

Who provided the supplies?

Anna Braun

The economic authority was in charge of providing supplies.

David Boder

Was that a German economic authority or were you getting the supplies already from the Americans?

Anna Braun

No. We were already getting our supplies from the Americans.

David Boder

Was it already the UNRRA?

Anna Braun

That was not the UNRRA, no. Then after nine months--we worked there for nine months but we did not get any money for it. Sure, we got our maintenance free. We worked in the lager without monetary pay. I worked from early in the morning until late at night. Since we had no more money, all our money was gone; we had no money whatsoever; and we needed money for shoes, clothes, for repairs and such other things. I told my daughter, 'We can't stay any more in the lager. We have to look for work somewhere where we are officially employed so that we could earn something.' And so we went to the employment service and we were given jobs, nine kilometers away from Heilenbach, in a soap factory. But since I suffer from a heart ailment...

David Boder

Since when do you suffer from a heart ailment?

Anna Braun

Already for twenty years. And since I had to work standing on my feet and since I could not stand for long stretches of time, I worked only for half a day. But I got swelled feet from standing and it became obvious to me that I can't continue with this work. But our wages were not enough to live on. I together with my daughter earned twenty-six marks weekly and we spent on food alone twenty-eight marks. And so again no money was left for the repair of shoes and the kind.

David Boder

Will you tell me, what is the cost of living in Germany if one lives on his own. For example, what could you buy for twenty-six marks? What does the German pay for bread?

Anna Braun

With twenty-six marks one has to buy only his ration cards. One can't buy anything directly from the peasants. One can buy only those things which are being sold on ration stamps.

David Boder

Does that mean that the German peasants sell on the black market, is that so?

Anna Braun

Yes.

David Boder

The German peasants run a black market?

Anna Braun

Yes.

David Boder

And for what do they sell their products? For money, or what do they take?

Anna Braun

We never went to the peasants because we had no money. One can buy from them only for very big money and one can get everything. That should not be so but on the black one can get everything. At least then it was so. And we worked in that soap factory only a short time, about a month and a half. Then we received word from our relatives.

David Boder

Where from?

Anna Braun

From Munich. They were located here in this lager in the Funkenkaserne[the army of the signal corps]

David Boder

How did you happen to get the word? How did that come to be?

Anna Braun

We received a telegram.

David Boder

How did they know where you were?

Anna Braun

We learned already that our relatives were on a farm in a small village. This information we had received already. And all at once we received a telegram from Munich, 'We are here in Munich at the Funkenkaserne.' We learned that there was in Munich an immigration lager, and since we from times before had the intention to immigrate to America our relatives came immediately here to Munich and sent immediately a telegram so that we too should come here.

David Boder

Oh, yes. Now tell me; where to you plan to go?

Anna Braun

We want to go to British Columbia, to Canada.

David Boder

Who do you have there?

Anna Braun

There I have the brothers of my husband. My husband has there three brothers.

David Boder

What is the name of the city in British Columbia? Do you know where they are?

Anna Braun

Coch [she hesitates].

David Boder

Well? Never mind. Are there many Mennonites?

Anna Braun

In Canada there are many Mennonites.

David Boder

And in British Columbia?

Anna Braun

In British Columbia there are also many.

David Boder

Tell me, have you already made contact with them? Have they sent you affadavits?

Anna Braun

Yes. We have already received the papers. And my brother-in-law who made the arrangements wrote us in a letter that he has already made a down payment on our passage and they hope that we will be there by Christmas.

David Boder

Why should it take so long?

Anna Braun

The arrangements for immigration in Canada are still not entirely completed. The separate provinces are willing to permit it but it is still not yet ...[she searches for words]

David Boder

Not yet completely approved.

Anna Braun

Not yet approved.

David Boder

Now tell me, this is a somewhat personal question. You were all this time together with your step-daughter. How were you getting along?

Anna Braun

We are on very good terms. We are getting along very well and we should not like to be separated.

David Boder

Well, Mrs. Braun, is there anything that you would like to tell us more?

Anna Braun

I can only add: We were four siblings. From these four I am the only one who remains. My brother was also in 1935 condemned to death by the GPU. He too spent two months in the death cell of Dnepropetrovsk. After we have tried everything. After we have given all our possessions to the lawyers that they should try everything in order to at least have the death sentence commuted. In this we succeeded and the sentence was commuted to twenty-five years imprisonement. However, in two years my brother died in prison.

David Boder

What for was he sentenced? Not because he was a Mennonite?

Anna Braun

No. But he was elected to the council on the parish. And because there was no freedom of religion. At the end we were not permitted to follow our religion and my brother up to the end was repeatedly making attempts to get for us the permission to hold church services and for that reason he disappeared one day. More we were unable to learn about him. Later it was said he was accused of the possession of a radio because his radio was taken away right with his arrest.

David Boder

Was it not permitted to have a radio?

Anna Braun

It was not prohibited officially but from the Mennonites all the radio sets were taken away. And from my brother they took it at the moment of his arrest. And so he died after two years imprisonment. But earlier, 1935, we still could write letters to each other, to the prison. As I told you before, among us Mennonites it was not permitted to marry with people of another nationality or religion, but my sister, my younger sister married a Tartar. He was an engineer and was assigned to work between Leningrad and Onega Lake. They were building there the functions in the systems of canals.

David Boder

Near Leningrad?

Anna Braun

Near Leningrad. There he was working.

David Boder

And what lake did you mention?

Anna Braun

Onega Lake.

David Boder

Oh. Onega Lake.

Anna Braun

Onegskoe Ozero.

David Boder

Oh, yes. Onegskoe Ozero. How well you pronounce it in Russian.[They both laugh heartily]

Anna Braun

Yes. And since then I know nothing about my sister, nothing about her whereabouts. Then there was my other sister. She too was away in Bartke[?]

David Boder

Where is that?

Anna Braun

In Poland. And afterwards we were unable to find her, but through America we have now received from her a postcard. She has written a postcard from Siberia to America and our relatives in America have copied for us the postcard and sent it to us and that is how we know the address of my sister.

David Boder

Well, she was not deported to Siberia?

Anna Braun

We don't know.

David Boder

Life in Siberia as such is not so bad.

Anna Braun

Oh, no. It is not bad.

David Boder

Well, that is fortunate. Oh, yes. She was in Poland and so many from Poland were evacuated to Siberia. That is very possible. Many who survived were evacuated to Siberia.

Anna Braun

And so we don't know why she has been sent there.

David Boder

Now tell me how do you live here in the lager? How many Mennonites are here in the lager and how do you live here?

Anna Braun

We are here about six hundred Mennonites.

David Boder

About how many men, women and children?

Anna Braun

[Hesitantly]We have here about 300 to 350 children.

David Boder

Is that so?

Anna Braun

The rest are women and men. Among them mostly women. The number of men is relatively small.

David Boder

Tell me approximately how many women are here with their husbands?

Anna Braun

We have here very few women with their husbands. We have here either women without their husbands or men without their wives.

David Boder

Did any marriages take place here?

Anna Braun

Yes. One marriage.

David Boder

Only one case of marriage?

Anna Braun

Only one.

David Boder

Now, and how do you live in a block or do you have a house for yourself?

Anna Braun

Yes, we live here in a block.

David Boder

You see I have no time really to visit the place and that is why I am asking you about it.

Anna Braun

Yes. Most of the Mennonites live here in block 8. The rest live in block number 24, and in block number 6.

David Boder

Now, how do you live there in block 8? Are these large rooms? How many people are you in one room?

Anna Braun

Our rooms are from thirty to forty square meters and in one room there live about twelve people.

David Boder

Do you mean women and men?

Anna Braun

Men and women together. But we have arranged the rooms by means of beds in such a fashion that the men and women.....

David Boder

...are separated?

Anna Braun

...separated.

David Boder

What do you have, curtains?

Anna Braun

Yes. Every room is first of all partitioned by means of those tall double level beds and then we have the corners partitioned off by means of blankets. We live here in this lager very well.

David Boder

And who takes care of the food supply here?

Anna Braun

Among us Mennonites all capable to work are working.

David Boder

Are they being paid?

Anna Braun

Yes. They get better maintenance, better food. They get their working men's card. They get also a card for working. They get also a card for clothing.

David Boder

With such a clothing card, where do they buy their clothes?

Anna Braun

They get their food and their clothing without pay. Every month the person who works gets two pieces of clothing and on the clothing card they then mark down what one has recieved.

David Boder

Are you working?

Anna Braun

Yes. I work but I am working in the social service department. I work for charity, I don't get any pay.

David Boder

Is your daughter working?

Anna Braun

Yes. My daughter is a kindergarten teacher.

David Boder

And your daughter has a working card?

Anna Braun

Yes. She has a working card and for her work she gets cigarettes.

David Boder

Cigarettes?

Anna Braun

Yes. [They both laugh]

David Boder

How many cigarettes does she get?

Anna Braun

She gets....before it was more, now it is somewhat less. At present she gets 10 packages per month.

David Boder

That is 200 cigarettes per month.

Anna Braun

Yes.

David Boder

Does she smoke?

Anna Braun

No.

David Boder

Will you tell me then. What does one do with those cigarettes?

Anna Braun

With the cigarettes one can do all kinds of things. Let us say we want to repair our shoes. We have no money, so we pay with cigarettes.

David Boder

Oh, yes. And how many cigarettes do you give for a pair of soles on shoes?

Anna Braun

I can't tell you that exactly. A package of cigarettes for a pair of soles.

David Boder

And that includes the leather?

Anna Braun

Yes, everything.

David Boder

That is very interesting. Now tell me, what do then the other people do with the cigarettes? Who finally smokes the cigarettes, if everybody uses them to trade?

Anna Braun

The men do smoke the cigarettes. The Mennonite women do not smoke. This is prohibited by the religion.

David Boder

But you get your cigarettes?

Anna Braun

Yes.

David Boder

Do the other inhabitants of the lager get any cigarettes?

Anna Braun

No. Those who do not work do not get any cigarettes.

David Boder

Well, Mrs. Braun, it was a great satisfaction to talk with you. You threw in here and there a sentence in Russian and you speak such a wonderful Russian I almost think we should have made the recording in Russian. But there are more people in [America who understand German]. What did you say?

Anna Braun

I speak German [?], but I lack somewhat in confidence with the Russian language.

David Boder

Yes. At school of course you studied in Russian?

Anna Braun

Yes, Russian, and German as well.

David Boder

Well, I thank you very much. I am sure you have given me some important material and I indeed appreciate you patience.

Anna Braun

You are welcome.

David Boder

This concludes Spool 134, at 25 indicator minutes: an interview with Mrs. Anna Braun, the Mennonite widow of the age of 40 who is now here at the Funkenkaserne in Munich. She is a member of a Mennonite colony of 500 people. Illinois Institute of Technology wire recording.