David P. Boder Interviews Arthur Breslauer; August 28, 1946; Genève, Switzerland

var transcription = { interview: [ David Boder

[In English] Spool number 90 continued, Spool number 90 continued, at about fourteen minutes. The interviewee is Mr. Arthur Breslauer, fifty-four years old. The interview is taking place in the knitting shop, in the knitting training shop of the ORT in Geneva, August 28th 1946.

David Boder

[In German] Also wollen Sie, Herr Breslauer, uns nochmal Ihren vollen Namen geben, und sagen Sie uns wie alt Sie sind und wo sind Sie geboren?

Arthur Breslauer

Mein Name ist Arthur Breslauer, bin vier-, vierundfÃnfzig Jahre alt, bin in Ungarn geboren.

David Boder

Aha. Sagen Sie mal, Herr Breslauer, Ãh, wo hat Sie, erzÃhlen Sie uns, wo Sie waren, wenn der Krieg angefangen hat, wo hat sie der Anfang des Krieges getroffen und was hat Ihnen nachher passiert?

Arthur Breslauer

Anfang des Krieges war ich in Budapest, wo ich seit fÃnfunddreiÃig Jahre lebte, und wo ich selbstÃndiger Getreide- und Effekten-HÃndler war.

David Boder

Getreide- und was?

Arthur Breslauer

EffektenhÃndler.

David Boder

Ja. Wenn Sie nicht laut genug sprechen, dann wird diese Lampe hier und da "aufleiten", nicht wahr? Das zeigt, dass Sie . . . Ãh, Getreide- und?

Arthur Breslauer

EffektenhÃndler.

David Boder

Was heiÃt "EffektenhÃndler"?

Arthur Breslauer

[Pause] WertpapierenhÃndler.

David Boder

Oh! Also Getreide und mit Wertpapieren.

Arthur Breslauer

An der Budapester BÃrse war ich fÃnfunddreiÃig Jahre tÃtig, davon fÃnfundzwanzig Jahre selbstÃndig.

David Boder

Ja. Sie waren also ein BÃrsenmitglied.

Arthur Breslauer

Ja, BÃrsen-, BÃrsenkommissionÃr

David Boder

Sie waren ein BÃrsenkommissionÃr und haben Getreide auch auf Kommission und . . .

Arthur Breslauer

Auch auf Kommission

David Boder

Ver . . .

Arthur Breslauer

Teilweise auf Kommission, teilweise pro per . . . .

David Boder

Also Sie waren in Ungarn geboren, lebten aber in RumÃnien.

Arthur Breslauer

Nein, in Budapest.

David Boder

Ach, Bud . . . Entschuldigen Sie mal. Ich dachte Bukarest, sagten Sie.

Arthur Breslauer

Budapest. Die Hauptstadt von Ungarn.

David Boder

Budapest. Die Hauptstadt von Ungarn. Nun also, wo waren Sie, wenn der Krieg anfing?

Arthur Breslauer

Ich war zu Hause in Budapest. Und als die Deportation 1944 anfing und im sehr groÃen MaÃen an der, in der Provinz stattfand . . .

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Haben wir uns sehr gefÃhrdet gefÃhlt und so sind wir mit der bekannten Gruppe von 1700 Seelen nach Deutschland, und zwar nach Bergen, Bergen-Belsen deportiert worden.

David Boder

Also, warten Sie mal. Das geht ein bisschen zu schnell. Wann sind die Deutschen nach Bukarest gekommen?

Arthur Breslauer

Nach Budapest!

David Boder

Nach Budapest gekommen?

Arthur Breslauer

Am 19. MÃrz 1944.

David Boder

Nun, was haben sie dann bekannt gemacht?

Arthur Breslauer

Die haben dann [unverstÃndlich] beruhigt . . . die Juden, die Judenheit, die Judenschar

David Boder

Gesellschaft.

Arthur Breslauer

Die Gesellschaft, wenn sie noch nicht geschehen [RÃuspern], ein jeder kann die jÃdische KulturalitÃt Ãben . . . und wie sich herausgestellt hat, also, Ãh, diese Deklaration hat nur das Ziel gehabt, Un . . . Un . . . , keine, keine . . . [Pause], Unruhe . . .

David Boder

Keine Unruhe zu stiften.

Arthur Breslauer

Zu stiften und damit sie ihren Plan ungestÃrt vollbringen kÃnnen.

David Boder

Und was war dieser Plan?

Arthur Breslauer

Das Plan war, wie sich herausgestellt, die Vernichtung der Juden.

David Boder

Aha, nun.

Arthur Breslauer

Systematische Vernichtung.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Und als die Juden in der Provinz deportiert wurden, das heiÃt, es war im Zuge, und die Deportation schon nahe zu Budapest, und zwar in [Kispest?] [Der Ortsname ist unverstÃndlich. Es kÃnnte sich um Kispest handeln?] schon stattfand, haben wir uns entschlossen, zu dieser, Ãh, an, Ãh . . . zu dieser Gruppe uns . . .

David Boder

Welcher Gruppe?

Arthur Breslauer

Zu den 1700 Seelen . . .

David Boder

Was war das fÃr eine Gruppe?

Arthur Breslauer

Da hat man eine sogenanntes GeschÃft gemacht, mit den 1700 Seelen.

David Boder

Aha.

Arthur Breslauer

Man hat sie nach Deutschland gefÃhrt mit dem Versprechen, dass sie nachher so weiter gefÃhrt werden.

David Boder

Oh! Also es war, man hat eine Unterredung gemacht, . . . dass hier waren 1700 Seelen und die wollen nach PalÃstina gehen und man sollte [unverstÃndlich] . . .

Arthur Breslauer

Man sagt uns Spanien.

David Boder

Ja, nun?

Arthur Breslauer

Auf einem Umweg.

David Boder

Wie hat man das arrangiert? Wie ist das zustande gekommen?

Arthur Breslauer

Wir sind in einem Lager gefÃhrt, Ãh, beordert geworden.

David Boder

Nein, ich mein, wie ist es zustande gekommen, dass man Ãberhaupt diese ganze Geschichte mit den Deutschen durchgesetzt hat?

Arthur Breslauer

Da war ein gewisser Dr. Kasztner. Der hat das veranstaltet. Und das war eine groÃe, ein groÃzÃgige, groÃer Plan, der aber nur teilweise durchgefÃhrt wurden, Ãh, wurde. Unsere Gruppe war eine sogenannte "Mustergruppe".

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Als Experiment.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Und da die Gefahr sehr gedroht hat, dass uns auch die Deportion, Depâ . . . Depâ . . . Deportation, also . . .

David Boder

Ja. Heimsuchen wird.

Arthur Breslauer

Heimsuchen wird, haben wir uns auf diese . . .

David Boder

Idee eingelassen.

Arthur Breslauer

Eingelassen. Ja, und zwar, es war alles sehr, sehr ungewiss, war.

David Boder

Ja, nun?

Arthur Breslauer

Nun sind wir einwagoniert worden, und zwar von sechzig bis fÃnfundsiebzig Leute je ein Wagon und sind, sind, Ãh, etliche, elf Tage im Wagon gefahren.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Bis wir nach Bergen-Belsen angekommen sind.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Dort wurden die 1700 Seelen in zwei Baracken untergebracht.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Unter sehr schwierigen VerhÃltnissen.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Zusammengepfropft. Dort waren wir sechs Wochen. WÃhrend dieser sechs Wochen habe ich meine unvergessliche grÃÃere Tochter mit siebzehneinhalb Jahren verloren.

David Boder

Woran?

Arthur Breslauer

Sie ist gestorben.

David Boder

Woran ist sie gestorben?

Arthur Breslauer

An LungenentzÃndung.

David Boder

Wo war das?

Arthur Breslauer

In Bergen-Belsen.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Es war grÃsslich, schauderhaft.

David Boder

Wie viele Leute waren im Ganzen in ihrer Familie?

Arthur Breslauer

Wir waren viere.

David Boder

Wer war das?

Arthur Breslauer

Meine Frau, Gymnasialprofessorin, Doktor der Mathematik.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Meine zwei TÃchter.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Sehr gÃngige zwei Kinder.

David Boder

Wo ist die andere jetzt?

Arthur Breslauer

Die andere ist jetzt mit uns.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Besucht hier das Gymnasium.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Ist eine sehr begabte Person.

David Boder

Wie alt war sie, wenn Sie, Ãh, wenn Sie weggingen, wenn sie deportiert wurden?

Arthur Breslauer

Die kleine war elf Jahre.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Jetzt ist sie dreizehneinhalb.

David Boder

Also, wie lange hat die Reise von Budapest nach Belsen-Belsen [Boder wiederholt mehrmals falscherweise Belsen-Belsen, anstelle von Bergen-Belsen] gedauert?

Arthur Breslauer

Elf Tage.

David Boder

Was fÃr einen Zug hatten Sie jetzt zur Ihrer VerfÃgung?

Arthur Breslauer

Viehwagon!

David Boder

Viehwagon!

Arthur Breslauer

Viehwagon. Ja.

David Boder

Und das war die "Mustergruppe", nicht wahr?

Arthur Breslauer

Viehwagon.

David Boder

Waren Sie auch in diesem Wagon eingeschlossen?

Arthur Breslauer

Ja! Ja! Eingeschlossen waren wir nicht, also, das, Ãh, . . . die, die TÃren waren offen .

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Aber es war eine scheuÃliche Reise.

David Boder

Wieso?

Arthur Breslauer

In einem Wagon, wo normalerweise vierzig Leute unterbring, Ãh, untergebracht werden.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Dort waren wir sechzig, fÃnfundsiebzig Leute untergebracht.

David Boder

Ja.

David Boder

MÃnner, Frauen und Kinder?

Arthur Breslauer

MÃnner, Frauen, Kinder zusammen.

David Boder

War dort eine Toilette im Wagon?

Arthur Breslauer

Niemals.

David Boder

So, wie hat man dann die BedÃrf . . . , die BedÃrfnisse befriedigt?

Arthur Breslauer

Zeitweise ist, Ãh, ist der Zug, Ãh, stehen geblieben.

David Boder

Und die Kinder?

Arthur Breslauer

Die Kinder haben, Ãh, auch.

David Boder

Ja, ich meine, und wenn die zur Toilette gehen mussten?

Arthur Breslauer

Konnten sie nicht ihre Not verrichten.

David Boder

Nun? . . . Also?

Arthur Breslauer

Also haben sie geleidet, Ãh . . . gelitten.

David Boder

Haben sie nicht irgendwie probiert, das im Wagen zu tun?

Arthur Breslauer

Ich glaub, es ist vorgekommen, Ãfters, nicht wahr. Es war ausweichbar [Breslauer meint âunausweichbarâ, nicht âausweichbarâ].

David Boder

Ja, und wie hat man das getan?

Arthur Breslauer

Vor den Leuten. Vor allen, ja.

David Boder

Ja. Also, Ãh, dann sind Sie in 11 Tagen, sind Sie nach Belsen-Belsen angekommen?

Arthur Breslauer

Bergen-Belsen

David Boder

Wollen Sie mir ein bisschen beschreiben, wie hat das ausgesehen, wenn Sie dort hingekommen sind?

Arthur Breslauer

Also, wir waren in einer sogenannten bevorzugten Gruppe.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Das bestand darin, dass wir nur die Hausarbeiten verrichteten, was wir, also, im Lager zu unserem Unterhalt . . .

David Boder

NÃtig hatten.

Arthur Breslauer

NÃtig hÃtten, haben.

David Boder

Hat man die Frauen und Kinder mit den MÃnnern zusammen ge . . . ?

Arthur Breslauer

Nein, die Frauen waren extra untergebracht, und die MÃnner auch.

David Boder

Mit wem waren Sie? Bloà die ungarische Gruppe?

Arthur Breslauer

Die ungarische Gruppe, worin auch viele Jugoslawen, auch RumÃnen waren.

David Boder

Christen oder Juden?

Arthur Breslauer

Nur Juden.

David Boder

Nur Juden. Nun, zur Arbeit hat man Sie nicht genommen.

Arthur Breslauer

Nein.

David Boder

Wie hat man Sie gefÃttert?

Arthur Breslauer

Wir haben die Ãbliche Nahrung bekommen. Es war ein Eintopfgericht aus . . .

David Boder

Na?

Arthur Breslauer

RÃben.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Sehr selten waren Kartoffeln, Eine annehmbare Butterportion haben wir gehabt.

David Boder

Das war natÃrlich Margarine.

Arthur Breslauer

Auch, Margarine, gemischt, aber auch Butter

David Boder

Auch Butter, nun?

Arthur Breslauer

Und Brotportionen haben wir auch erhalten. Nur war das Brot sehr schlecht.

David Boder

Das war in welchem Jahr?

Arthur Breslauer

1944

David Boder

Vierundvierzig. Welchen Monat ungefÃhr?

Arthur Breslauer

Am 30. Juni sind wir eingewagoniert worden, und am 18. August sind wir auf die Schweiz gekommen.

David Boder

Aha. Also das war der 30. Juni.

Arthur Breslauer

Ja.

David Boder

Da waren Sie von Juli bis August bloà dort, nicht wahr?

Arthur Breslauer

Vom Juli, vom 11. Juli bis 18. August.

David Boder

Nun, was war ja nicht lang. FÃnf Wochen, sechs Wochen.

Arthur Breslauer

Ja, aber wir sind nur dreihundert Leute weggeschafft worden. Die Ãbrigen sind dortgeblieben bis 7. Dezember.

David Boder

Nun?

Arthur Breslauer

Was? Und am 7. Dezember sind sie auch in die Schweiz gefÃhrt worden.

David Boder

Also, wollen wir dann weitergehen? Sie haben dann in Belsen-Belsen bloà gewartet. Und wieso ist Ihre Tochter krank geworden?

Arthur Breslauer

Sie hat Masern bekommen.

David Boder

Die Ãltere Tochter.

Arthur Breslauer

Die Ãltere Tochter.

David Boder

Nun, wo hat man sie dann, Ãh . . .

Arthur Breslauer

Und da, nachdem sie nicht, Ãh, verpflegt, Ãh, gepflegt werden konnte, hat, ist eine Komplikation eingetreten.

David Boder

Nun. Die Lungen.

Arthur Breslauer

Ungarn. Dort konnte man sie auch nicht heilen, so wie es nÃtig war. Die Nahrung konnte sie auch nicht bekommen, die sie, die einem schweren Kranken also verabreicht werden mÃsste.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

So ist sie . . .

David Boder

War sie im Revier oder ist sie mit Ihnen im Block gewesen? Mit Ihrer Frau im Block gewesen?

Arthur Breslauer

Mit meiner Frau im Block.

David Boder

Sie ist im Block auch gestorben?

Arthur Breslauer

Ja.

David Boder

Hat man Ihnen erlaubt, sie zu bestatten?

Arthur Breslauer

Nein, man hat sie weggefÃhrt. Wir haben sie nur bis zum Tor gefÃhrt.

David Boder

Nun? Und dann? Also im August?

David Boder

Also, im August? Was hat dann passiert? [Stille]

David Boder

Dann im August hat man sie nach der Schweiz gefÃhrt. Wie hat man das bekannt gemacht?

Arthur Breslauer

Ein ObergruppenfÃhrer ist gekommen und hat uns mitgeteilt, hat Auslese gemacht, wer mitkommen wird.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Und. Wir haben die Reise wieder in Viehwagone gemacht.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

So wie nach, von Ungarn.

Arthur Breslauer

Man hat Ihnen aber mit der Familie zusammen geschickt?

Arthur Breslauer

Ja.

David Boder

Ja. Nun?

Arthur Breslauer

Dann sind wir im, am 21. August hier in Basel eingetroffen.

David Boder

Also kÃnnen Sie mir das ein bissle erklÃren? Wir haben in Amerika, wenn ich Sie richtig verstehe, sehr wenig von dieser Gruppe gehÃrt. Ich hab aber schon einen Jungen gehabt, einen Jungen, der hier im ORT studiert, Ãh, sein Vater ist auch hier im Lande, der mit solch einer Gruppe auch mitgegangen ist. Ich glaube es sind 25 Leute von irgendwo genommen worden. Und wurden dieser Gruppe angeschlossen. Wer hat das Ganze arrangiert?

Arthur Breslauer

Das hat die Zionist, Ãh, das haben die Zionisten arrangiert?

David Boder

Welche Zionisten?

Arthur Breslauer

Die KolozsvÃr Zionisten haben das gemacht.

David Boder

Was ist die KolozsvÃr?

Arthur Breslauer

Das ist die Hauptstadt von SiebenbÃrgen.

David Boder

Das ist wo?

Arthur Breslauer

Ungarn

David Boder

Oh! die Zionisten von Ungarn haben was getan?

Arthur Breslauer

Haben diese Gruppe, diese sogenannte Alia-[undeutlich; vielleicht: âWaren-Gruppeâ].

David Boder

Oh! die AlÃa war das. Und die haben diese Gruppe zusammengeschickt?

Arthur Breslauer

Ja.

David Boder

War das meistens reiche Leute?

Arthur Breslauer

Nein. teilweise. Teilweise waren reiche Leute, die viel Geld gezahlt haben, um in diese Gruppe reinzukommen. Aber es waren, die meisten waren aber arme Leute.

David Boder

Was haben Sie bezahlen mÃssen?

Arthur Breslauer

Ich . . . . [unverstÃndlich]

David Boder

Also, Sie haben aber bezahlt?

Arthur Breslauer

Ja.

David Boder

Wie fÃr Ihre Familie.

Arthur Breslauer

[unverstÃndlich]

David Boder

Also, und mit diesem Gelde konnte man auch andere, Ãrmere Leute, ohne zu bezahlen, mitnehmen. Naja. Und? Wie haben Sie das riskiert, den Deutschen das zu trauen?

Arthur Breslauer

Wir haben keinen anderen Ausweg gehabt.

David Boder

Aha.

Arthur Breslauer

Wir haben damit so gerechnet, dass wenn wir dort bleiben, werden wir hundert Prozent sicher . . . .

David Boder

Vernichtet.

Arthur Breslauer

Vernichtet werden.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

So haben wir kalkuliert, dass da doch zehn, zwanzig Prozent Chancen vorhanden sind . . .

David Boder

Hat man den Deutschen was dafÃr bezahlt? War das eine Bestechungsgeschichte, oder?

Arthur Breslauer

Das war eine Abmachung. Gegen Warenlieferung wurde diese Gruppe . . .

David Boder

Gegen was?

Arthur Breslauer

Gegen Waren, wurden mitgenommen.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Kriegswichtige Waren, nicht wahr? Aber die Einzelheiten weià ich nicht.

David Boder

Ja. nun? Sagen Sie, wie haben sich die anderen Juden verhalten, dass solch eine spezielle Gruppe geformt, formiert wird?

Arthur Breslauer

Das war, diese Organisation war nicht so all bekannt. Und wie wir noch, bevor wir abgereist sind, war eine zweite Gruppe schon organisiert worden.

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Mit dem Ziel weitere Leute . . .

David Boder

Menschen auf diese Weise rauszubekommen.

Arthur Breslauer

Rausbekommen.

David Boder

Ist was davon geworden?

Arthur Breslauer

Leider nicht.

David Boder

Also, Sie gingen raus, ungefÃhr dreihundert Personen. Die wurden . . .

Arthur Breslauer

Wo?

David Boder

Von Belsen-Belsen.

Arthur Breslauer

Ja.

David Boder

Sie wurden sozusagen in Viehwagonen geladen und wo hat man sie gebracht? Nach Basel?

Arthur Breslauer

Nach Basel.

David Boder

Wer hat Sie dann an der Grenze empfangen?

Arthur Breslauer

In der Schweiz hat uns die, Ãh, das Rote Kreuz empfangen.

David Boder

Die haben schon davon gewusst.

Arthur Breslauer

Davon, ja. Wir wurden avisiert.

David Boder

Also, wie weit sind die Deutschen mit Ihnen gegangen?

Arthur Breslauer

Bis zur, Ãh, Grenzstation.

David Boder

Hat man Sie dort verpediert [Unklar]?

Arthur Breslauer

Doch! Sehr streng.

David Boder

Wie?

Arthur Breslauer

Alles wurde dort durchgestÃbert. Alles.

David Boder

Warum, was wollten die jetzt?

Arthur Breslauer

Papiere, Briefsachen, BÃcher, Wertsachen wurden genommen?

David Boder

Was fÃr Wertsachen hat man noch gehabt?

Arthur Breslauer

Einige hÃtten vielleicht doch etwas gerettet.

David Boder

Ja. Naja, und das hat man weggenommen? Und dann hat man was mit dem Zug gemacht?

Arthur Breslauer

Da hat man den Zug abgefertigt und Ãber die Grenze gelassen.

David Boder

Die Lokomotive hat den . . .

Arthur Breslauer

Ja.

David Boder

Zug rÃbergezogen.

David Boder

Ja, nun? Und da war das Rote Kreuz schon auf der anderen Seite.

Arthur Breslauer

Dort wurden wir schon empfangen. Diese GlÃckseligkeit, die die Gruppe erlebt hat, ist unbeschreiblich!

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

Die Schweiz hat uns sehr schÃn empfangen, hat uns sofort . . .

David Boder

Ein bisschen lauter!

Arthur Breslauer

Hat uns sofort, nachher Suppe und Obst verabreicht, hat uns sofort in eine Badeanstalt gebracht. Nachher, untergebracht und nach drei Tagen sind wir verteilt worden. Wir sind nach Montreux gekommen.

David Boder

War die zionistische Organisation, die Vertreter dort?

Arthur Breslauer

Nur diese, die mit uns gekommen sind.

David Boder

Nur die, die mit Ihnen gekommen sind.

Arthur Breslauer

Ja.

David Boder

Also da haben keine Zionisten Sie von der Schweiz . . .

Arthur Breslauer

Nein, dort haben sie uns noch nicht empfangen.

David Boder

Nun?

Arthur Breslauer

Nur spÃter sind die GruppenfÃhrer mit den Organisationen in Verbindung getreten.

David Boder

Ja. Also, Sie haben es eigentlich nicht sehr schlecht in Belsen-Belsen gehabt, auÃer dem UnglÃcksfall mit Ihrer Tochter. PersÃnlich, wie hat man Sie behandelt?

Arthur Breslauer

Oh! Streng hat man uns behandelt.

David Boder

Waren da selten SchlÃgereien bei Ihnen?

Arthur Breslauer

SchlÃgereien waren bei uns, bei unserer Gruppe nicht, Ãh, nicht. Nebenan haben wir mit angesehen, wie man die Leute geschlagen hat. Das waren Juden aus Holland.

David Boder

Aus Holland?

Arthur Breslauer

Ja.

David Boder

Nun?

Arthur Breslauer

Die wurden, die haben schwere Arbeit . . .

David Boder

Geleistet.

Arthur Breslauer

Verrichtet.

David Boder

Hmm.

Arthur Breslauer

Und waren sehr misshandelt worden.

David Boder

Nun? Aber in ihrem Block ist das nicht passiert?

Arthur Breslauer

Nein.

David Boder

Und der BlockÃlteste war der von Ihnen gewÃhlt oder von den?

Arthur Breslauer

Ja, der sogenannte JudenÃlteste

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

War von uns.

David Boder

Nun? Und was hat dann in der Schweiz passiert? Was haben Sie dann getan?

Arthur Breslauer

Dann sind wir in eine Auffangsaal gekommen und von dort nach sechs Wochen Aufenthalt in ein Heim . . .

David Boder

Ja.

Arthur Breslauer

GefÃhrt worden und hier bin ich seit sechs Monaten und mache die Stickereikurs.

David Boder

Ah! Sie wohnen hier seit sechs Monaten und wieso [unverstÃndlich]

Arthur Breslauer

Ja.

David Boder

[unverstÃndlich] Nun sagen Sie, Sie waren ein Kaufmann bevor.

Arthur Breslauer

Ja.

David Boder

Hatten Sie keine Ideen, wieder zu selben Beruf zurÃck zukommen?

Arthur Breslauer

Also, wenn ich Gelegenheit hÃtte, nach Amerika auszuwandern, auswandern zu kÃnnen, dann kÃnnte ich schon mich betÃtigen.

David Boder

Haben Sie Verwandte dort?

Arthur Breslauer

Leider haben wir keine Verwandten, nur Bekannte. Mein gottseliger Schwiegervater war ein sehr berÃhmter Gelehrte.

David Boder

Wo?

Arthur Breslauer

In Ungarn. Und der ist in Amerika sehr bekannt, und sehr angesehen und auch sehr geschÃtzt.

David Boder

Also haben Sie doch Verwandte!

Arthur Breslauer

Verwandte nicht, nur Bekannte, und Ãh.

David Boder

Also der Schwiegervater ist schon tot.

Arthur Breslauer

Tot, seit 10 Jahren

David Boder

Oh! nun? Und also was ist Ihr Plan, nachdem Sie das GeschÃft gelernt haben. Was wollen Sie tun?

Arthur Breslauer

Entweder nach Erez, oder . . .

David Boder

Also nach Israel.

Arthur Breslauer

Ja, oder was ich lieber mÃchte, nach Amerika, nachdem ich also in Amerika grÃÃere Chancen hÃtte. Ich bin doch ein erfahrener Kaufmann und erfahrener BÃrsenmann.

David Boder

Haben Sie SÃdamerika, an SÃdamerika nicht gedacht?

Arthur Breslauer

Notfalls, ist nicht ausgeschlossen.

David Boder

Denn sehen Sie mal, in Amerika mÃchte man nicht gerne die, ich glaube wenigstens, nicht so gerne die Kaufleute sofort haben, aber in SÃdamerika haben die meisten, die Handwerker, die nachher Kaufleute geworden sind, sich sehr gut etabliert.

Arthur Breslauer

Doch, nachdem ich mich umgeschult habe, betrachte ich mich nicht nur als Kaufmann, sondern als Handwerker, auch. Und ich kÃnnte mich sehr schÃn mit meinem neuen Beruf erhalten.

David Boder

Und was tut Ihre Frau?

Arthur Breslauer

[unverstÃndlich].

David Boder

Ihre Frau, ihre Frau hat dieselbe Arbeit?

Arthur Breslauer

Meine Frau hat sich auch umschulen lassen.

David Boder

Ist sie jetzt hier?

Arthur Breslauer

Leider nein, sie ist bei den Kindern?

David Boder

Wo ist das Kind? Auf dem Lande?

Arthur Breslauer

Ja.

var english_translation = { interview: [ David Boder

[In English] Spool number 90 continued, Spool number 90 continued, at about fourteen minutes. The interviewee is Mr. Arthur Breslauer, fifty-four years old. The interview is taking place in the knitting shop, in the knitting training shop of the ORT in Geneva, August 28th 1946.

David Boder

[In German] So, do you, Mr. Breslauer, want to give us your full name again, and tell us how old you are and where were you born?

Arthur Breslauer

My name is Arthur Breslauer, I am fiftâ . . . fifty-four years old, I was born in Hungary.

David Boder

I see. Tell us, Mr. Breslauer, err, where has, where were you, when the war began, where did you experience the beginning of the war and what happened to you afterwards?

Arthur Breslauer

When the war began, I was in Budapest, where I had lived for thirty-five years, and where I had been an independent corn- and stock-broker.

David Boder

Corn- and what?

Arthur Breslauer

Stock broker.

David Boder

Yes. If you don't talk loudly enough, this lamp here will light up, alright? It shows that, err . . . corn and ?

Arthur Breslauer

Stock broker.

David Boder

What does that mean, "stock broker"?

Arthur Breslauer

[pause] Securities dealer.

David Boder

Oh! So, corn and with securities.

Arthur Breslauer

At the Budapest stock exchange, I worked for thirty-five years, twenty-five years of those as an independent dealer.

David Boder

Yes. So you were a member of the stock exchange.

Arthur Breslauer

Yes, a commission agent.

David Boder

You were a commission agent at the stock exchange and dealt in corn on commission and . . .

Arthur Breslauer

Also on commission.

David Boder

And . . .

Arthur Breslauer

Partly on commission, partly pro per . . .

David Boder

So, you were born in Hungary, but you lived in Romania.

Arthur Breslauer

No, in Budapest.

David Boder

Oh, Budaâ . . . Excuse me! I thought you said Bucharest.

Arthur Breslauer

Budapest, the capital of Hungary.

David Boder

Budapest. The capital of Hungary. Well, where were you, when the war started?

Arthur Breslauer

I was at home in Budapest. And when the deportations started in 1944 and when they took place in a large scale, in the province . . .

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

We felt very threatened and so, we were, together with the known group of seventeen hundred souls deported to Germany, namely to Bergen . . . Bergen-Belsen.

David Boder

So, wait. That is a bit too fast for me. When did the Germans arrive in Bucharest?

Arthur Breslauer

In Budapest!

David Boder

Arrive in Budapest!

Arthur Breslauer

On March 19th, 1944.

David Boder

Well, what did they tell you then?

Arthur Breslauer

They . . . [unintelligible] then calmed everybody down . . . that . . . the Jews, the Jewish, the Jewish people . . .

David Boder

Society.

Arthur Breslauer

Society, that, if not already happened, everybody can practice their Jewish culture . . . and as it turned out, err, this announcement had only the goal to, to, not to . . .

David Boder

Not to stir things up.

Arthur Breslauer

Yes, not to stir things up, so that they could carry out their plan unhindered.

David Boder

And what was this plan?

Arthur Breslauer

The plan was, as it turned out, the annihilation of the Jews.

David Boder

Ah, I see. And then?

Arthur Breslauer

The systematic annihilation.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

And when the Jews in the province got deported, that is, when it was already happening, and the deportations were approaching Budapest, in [unintelligible; could be "Kispest"?], we decided to join, err . . . this group . . .

David Boder

Which group?

Arthur Breslauer

The seventeen hundred souls [people] . . .

David Boder

What kind of group was this?

Arthur Breslauer

A so-called deal had been made, with these seventeen hundred people.

David Boder

I see.

Arthur Breslauer

They were brought to Germany, with the promise that they would be brought further later on . . .

David Boder

Oh! So, it was . . . a deal was made that . . . there were seventeen hundred people and they wanted to go to Palestine and they should . . . [unintelligible] . . .

Arthur Breslauer

They told us Spain.

David Boder

Yes. Well?

Arthur Breslauer

Over a detour.

David Boder

How was this arranged? How was this possible?

Arthur Breslauer

We were led, err, ordered in a camp.

David Boder

No, I mean, how was it possible that this whole thing was agreed with the Germans?

Arthur Breslauer

It was a man called Dr. Kasztner. He organized it. And that was a great, a generous, a great plan, which was only realized in part. Our group was a so-called model-group.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

As an experiment.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

And since we were in danger that the deportion . . . depâ . . . depâ . . . deportation was also . . .

David Boder

Yes, threatening . . .

Arthur Breslauer

Threatening us, we ventured on . . .

David Boder

On this undertaking.

Arthur Breslauer

On this undertaking. Yes, and because everything was very, very uncertain.

David Boder

Yes. Well?

Arthur Breslauer

Then we were put into rail cars, that is sixty to seventy-five people in each carriage, and we rode the train, err, many, eleven days.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

Until we arrived in Bergen-Belsen.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

There, the seventeen hundred people were put into two barracks.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

Under very difficult conditions.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

Crammed together. There we were for six weeks. During these six weeks, I lost my unforgettable, older daughter of seventeen and a half years.

David Boder

How?

Arthur Breslauer

She died.

David Boder

How did she die?

Arthur Breslauer

Pneumonia.

David Boder

Where was this?

Arthur Breslauer

In Bergen-Belsen.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

It was terrible, dreadful.

David Boder

How many people were there altogether in your family?

Arthur Breslauer

We were four.

David Boder

Who was that?

Arthur Breslauer

My wife, a high school teacher, with a doctor in mathematics.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

My two daughters.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

Two very kind children.

David Boder

Where is the other one now?

Arthur Breslauer

The other one is now with us.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

She goes to the "Gymnasium" here.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

A very talented person.

David Boder

How old was she, when you, err, went, when you were deported?

Arthur Breslauer

The little one was eleven years old.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

She's now thirteen and a half.

David Boder

Well, how long was the train ride from Budapest to Belsen-Belsen?

Arthur Breslauer

Eleven days.

David Boder

What kind of train was provided?

Arthur Breslauer

A livestock cargo train!

David Boder

A livestock cargo train!

Arthur Breslauer

A livestock cargo train! Yes.

David Boder

And that was the "model-group," right?

Arthur Breslauer

A livestock cargo train.

David Boder

Were you also locked into this train?

Arthur Breslauer

Yes! Yes. We weren't locked in, that is, err, . . . the doors were open.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

But it was a horrible ride.

David Boder

Why?

Arthur Breslauer

Into a train car, which normally only holds forty people, they put, err . . .

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

They put in sixty, seventy-five people.

David Boder

Yes. Men, women and children?

Arthur Breslauer

Men, women, children. All together.

David Boder

Was there a restroom on the train?

Arthur Breslauer

Never.

David Boder

So, how did you satisfy the elementary needs?

Arthur Breslauer

From time to time, the, err, the train stopped.

David Boder

And the children?

Arthur Breslauer

The children did, err, also . . .

David Boder

Yes, I mean, when they needed to use the bathroom?

Arthur Breslauer

They couldn't relieve themselves.

David Boder

Well? . . . Well?

Arthur Breslauer

So, they, err, they suffered.

David Boder

Did they not try to somehow do that in the car?

Arthur Breslauer

I think, it happened, quite often. It was avoidable. [He clearly means "unavoidable"]

David Boder

Yes. And how was that done?

Arthur Breslauer

In front of the people. In front of everybody, yes.

David Boder

Yes, well, err, then, after eleven days, you arrived in Belsen-Belsen?

Arthur Breslauer

Bergen-Belsen.

David Boder

Do you want to describe a little bit . . . what did it look like, when you arrived there?

Arthur Breslauer

Well, we were in a so-called "privileged" group.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

That meant that we only had to do chores in the house, that is, what we . . . in the camp . . .

David Boder

Needed.

Arthur Breslauer

Needed.

David Boder

Were women and children in the same barracks as the men?

Arthur Breslauer

No, women had their own barracks. Men, too.

David Boder

Who was with you? Just the Hungarian group?

Arthur Breslauer

The Hungarian group, to which also many Yugoslavs and Romanians belonged.

David Boder

Christians or Jews?

Arthur Breslauer

Only Jews.

David Boder

Only Jews. Well, they didn't force you to work.

Arthur Breslauer

No.

David Boder

How were you fed?

Arthur Breslauer

We received the usual food. It was a kind of stew with . . .

David Boder

Well?

Arthur Breslauer

Beets.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

Very rarely, potatoes. We also got an acceptable amount of butter ration.

David Boder

That was margarine, of course.

Arthur Breslauer

Also, half-half, margarine, but also butter.

David Boder

Butter, as well. So?

Arthur Breslauer

And we also got a bread portion. But the bread was very bad.

David Boder

That was in which year?

Arthur Breslauer

1944.

David Boder

'44. Which months, approximately?

Arthur Breslauer

We were put on the train on June 30th, and arrived in Switzerland on August 18th.

David Boder

Ah, I see. So it was June 30th.

Arthur Breslauer

Yes.

David Boder

Then you were there only from July to August, weren't you?

Arthur Breslauer

From July, July 11th to August 18th.

David Boder

Well, that wasn't too long. Five weeks, six weeks.

Arthur Breslauer

Yes, but only three hundred people were taken away. The rest stayed there until December 7th.

David Boder

Well?

Arthur Breslauer

Excuse me? And on December 7th, they were also brought to Switzerland.

David Boder

Alright. Shall we move on? You only waited in Belsen-Belsen. And how did your daughter get sick?

Arthur Breslauer

She got the measles.

David Boder

The older daughter.

Arthur Breslauer

The older daughter.

David Boder

Well, where was she, then, err . . .

Arthur Breslauer

And since, because she, err, couldn't be properly cared for, complications arose . . .

David Boder

Well. The lungs.

Arthur Breslauer

Hungary. There, she couldn't be cured either, as would have been necessary. She couldn't get the nourishment that would have to be given to a very sick person.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

So, she . . .

David Boder

Was she in the infirmary or with you in the quarters? With your wife in the quarters?

Arthur Breslauer

With my wife in the quarters.

David Boder

And she died in the quarters?

Arthur Breslauer

Yes.

David Boder

Were you allowed to bury her?

Arthur Breslauer

No, they took her away. We brought her only as far as the gate.

David Boder

Well? And then? Then, in August?

David Boder

Well, in August? What happened then? [pause]

David Boder

Then, in August, you were brought to Switzerland. How was this announced to you?

Arthur Breslauer

An "ObergruppenfÃhrer" came and told us, and then decided who would come and who would stay.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

And, we travelled again in livestock cargo train.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

Just like from Hungary.

David Boder

But you were brought there together with your family?

Arthur Breslauer

Yes.

David Boder

Yes, well?

Arthur Breslauer

Then, on August 21st, we arrived here in Basel.

David Boder

So, can you explain this a little bit to me? In America, if I understand you correctly, we have heard very little about this group. But I already talked to a boy, who studies here in the ORT, errâhis father is also in this countryâwho also came with such a group. I think twenty-five people were chosen from somewhere and came here with this group. Who had organized all of this?

Arthur Breslauer

The Zionâ, err, the Zionists had.

David Boder

Which Zionists?

Arthur Breslauer

The KolozsvÃr-Zionists had.

David Boder

What is KolozsvÃr?

Arthur Breslauer

That's the capital of Transylvania.

David Boder

Where is that?

Arthur Breslauer

Hungary.

David Boder

Oh! The Zionists of Hungary had done what?

Arthur Breslauer

They, this group, the so-called "Alia-[unintelligible, possibly "Waren"?]-Group".

David Boder

Oh! It was the AlÃa. And they put this group together?

Arthur Breslauer

Yes.

David Boder

Were these mostly rich people?

Arthur Breslauer

No. Partly. Partly it was rich people, who had paid a lot of money, to join this group. But there were, most of them were poor.

David Boder

How much did you have to pay?

Arthur Breslauer

I . . . [unintelligible]

David Boder

So . . . but you did pay?

Arthur Breslauer

Yes.

David Boder

Also for your family.

Arthur Breslauer

[unintelligible]

David Boder

So, with this money, other, poorer people could be taken with this group as well. Well. And? How did you manage the risk to trust the Germans?

Arthur Breslauer

We had no other choice.

David Boder

I see.

Arthur Breslauer

We were dead certain, that if we stay we would get . . .

David Boder

Annihilated.

Arthur Breslauer

Annihilated.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

So we calculated that our chances were around ten or twenty percent . . .

David Boder

Were the Germans paid for this? Was it a bribe?

Arthur Breslauer

It was an agreement. This group in exchange for goods . . .

David Boder

In exchange for what?

Arthur Breslauer

For goods. For goods, [they] were taken.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

War-relevant goods. But I don't know any details.

David Boder

Yes, well? Tell me, what did the other Jews do, when they learned about the formation of this special group?

Arthur Breslauer

It was, the organization wasn't really well known. And as we, even before we left, a second group was formed.

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

With the goal to free . . .

David Boder

To free more people in this way.

Arthur Breslauer

Free more people in this way.

David Boder

Did it work out?

Arthur Breslauer

Unfortunately not.

David Boder

So, you left, about three hundred people. They were . . .

Arthur Breslauer

Where?

David Boder

Belsen-Belsen.

Arthur Breslauer

Yes.

David Boder

They were put into these livestock carriages and where were they taken? To Basel?

Arthur Breslauer

To Basel.

David Boder

Who received you on the Swiss border?

Arthur Breslauer

In Switzerland, the, err, the Red Cross received us.

David Boder

They already knew about it.

Arthur Breslauer

Yes. We had been announced.

David Boder

So, how far did the Germans go with you?

Arthur Breslauer

To the border.

David Boder

Were you [frisked] there?

Arthur Breslauer

Oh yes! Very thoroughly.

David Boder

How?

Arthur Breslauer

They rummaged through everything. Everything.

David Boder

Why? What did they want now?

Arthur Breslauer

Papers, letters, books, valuables?

David Boder

People still had valuables?

Arthur Breslauer

Some might have rescued some things.

David Boder

Yes. Well, and they took all that away? And then what did they do with the train?

Arthur Breslauer

They cleared the train for customs and let it pass the border.

David Boder

The locomotive pulled . . .

Arthur Breslauer

Yes.

David Boder

Pulled the train. Yes, well? And the Red Cross was already on the other side?

Arthur Breslauer

They already welcomed us. The happiness that the group felt at that point is indescribable!

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

Switzerland received us very well. Right away, it . . .

David Boder

A little louder!

Arthur Breslauer

Right away, then, we were given soup and fruits; we were taken to a bathhouse. And afterwards, they accommodated us and after three days we were taken to different places in the country. We came to Montreux.

David Boder

The Zionist organization, the representatives were there?

Arthur Breslauer

Only those who had come with us.

David Boder

Only those who had come with you.

Arthur Breslauer

Yes.

David Boder

So, now Zionists from Switzerland received . . .

Arthur Breslauer

No, they didn't meet us then yet.

David Boder

Well?

Arthur Breslauer

Only later the group leaders met with the organizations.

David Boder

Yes. So, you . . . altogether Belsen-Belsen wasn't that bad for you, except the tragic incident with your daughter. Personally, how were you treated?

Arthur Breslauer

Oh! We were treated very strictly.

David Boder

Were fights rare?

Arthur Breslauer

There were, err, no fights in our, our group. But next door, we saw how the people were beaten. They were Jews from Holland.

David Boder

From Holland?

Arthur Breslauer

Yes.

David Boder

Well?

Arthur Breslauer

They were, they did hard . . .

David Boder

Labor.

Arthur Breslauer

Labor.

David Boder

Hmm.

Arthur Breslauer

And were very much abused.

David Boder

Well? But that didn't happen in your barracks?

Arthur Breslauer

No.

David Boder

And the BlockÃltester was elected by you or by the . . . ?

Arthur Breslauer

Yes, the so-called "Jewish Elder."

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

Was . . . by us.

David Boder

Well? And then, what happened in Switzerland? What did you do then?

Arthur Breslauer

We then came into an "Auffangsaal" and after six weeks they . . .

David Boder

Yes.

Arthur Breslauer

Brought us to a home. And I have been here since six months and am doing the embroidery training.

David Boder

I see. You've lived here since six months and why . . . [unintelligible]

Arthur Breslauer

Yes.

David Boder

[unintelligible] Well, as you say, you were a businessman before?

Arthur Breslauer

Yes.

David Boder

Didn't you have any plans to go back to the same profession?

Arthur Breslauer

Well, if I had the opportunity to emigrate, to be able to emigrate to America, I could find a job in it.

David Boder

Do you have relatives there?

Arthur Breslauer

Unfortunately we don't have relatives, only acquaintances. My father-in-lawâGod bless himâwas a very famous scholar.

David Boder

Where?

Arthur Breslauer

In Hungary. And he is also well known in America, and very renowned and respected.

David Boder

So you do have relatives!

Arthur Breslauer

Relatives, no, only acquaintances, and err . . .

David Boder

So, the father-in-law is already dead.

Arthur Breslauer

Dead, since 10 years.

David Boder

Oh! And now? What is your plan, after you've learned the trade? What do you want to do?

Arthur Breslauer

Either to Erez.

David Boder

So, to Israel . . .

Arthur Breslauer

Yes, or, which is something I'd rather do, to America, because in America I would have better chances. I am after all an experienced businessman and experienced stock broker.

David Boder

Did you not think of South America?

Arthur Breslauer

If necessary. It's not out of the question.

David Boder

Because, you see, in America they don't want, at least that's what I think, don't want the businessmen right away, but in South America, most of those people, most of the craftsmen who later became businessmen have established themselves very well.

Arthur Breslauer

Yes indeed! After I have learned this new trade, I do not view myself only as a businessman, but also as a craftsman. And I could sustain myself very nicely with my new profession.

David Boder

And what does your wife do?

Arthur Breslauer

[unintelligible]

David Boder

Your wife, your wife does the same job?

Arthur Breslauer

My wife is also learning a new trade.

David Boder

Is she here now?

Arthur Breslauer

Unfortunately not, she is with the kids.

David Boder

Where is the kid? Out in the country?

Arthur Breslauer

Yes.