David P. Boder Interviews Wolf Nehrich; August 26, 1946; Geneva, Switzerland

var transcription = { interview: [ David Boder

[In English] Geneva, Switzerland, August the 26th, 1946, in a foyer for boys, who are in training in preparation for eh Palestine, mostly. It is a foyer where they live and have other lessons than their professional ones. Rather an old building but surrounded by beautiful gardens. The interviewee, as a matter of fact, I came here when the boys saw me at school and suggested, suggested that I come over. They apparently will be ready subjects. I'm going to stay here this evening. The first interviewee is Wolf Nehrich.

David Boder

[In German] Ãh, werden Sie deutsch sprechen oder jiddisch, was wollen Sie reden?

Wolf Nehrich

Ist egal.

David Boder

Ja also, reden sie was sie wollen. Machen Sie's sich bequem, und brauchen Sie sich nicht zu Ãh, zu bemÃhen, ob Sie eine Sprache reden oder die andere. Also Nehrich, sagen Sie mir noch mal den vollen Namen. Wie alt sind Sie, und wo sind Sie geboren?

Wolf Nehrich

Ich heià Wolf Nehrich. Ich bin geboren in Polen in Debice [wahrscheinlich] am 26. 12. 1928.

David Boder

Ãhm, Debice ist in welchem Distrikt?

Wolf Nehrich

Das ist in Ãh, das ist also, das heiÃt Debice, das ist in Polen.

David Boder

Near was, welche groÃe Stadt?

Wolf Nehrich

[unverstÃndlich]

David Boder

War es russisch Polen oder deutsch Polen?

Wolf Nehrich

. . . das ist Mittelpolen.

David Boder

Ja, das war Mittelpolen. Also, Nehrich, erzÃhlen Sie mir, Ãh, was hat Ihnen passiert, wenn die Deutschen sind nach Polen gekommen, wenn der Krieg hat angefangen, und alles was Sie nachher durchgegangen sind. ErzÃhlen Sie wie Sie wollen, sprechen Sie frei, und Sie brauchen sich nicht zu sputen.

Wolf Nehrich

Die Deutschen sind angekommen. Mussten wir flÃchten langsam, und trotzdem allem hat man uns gefangen. Wir erfahren die ganze Schule aufgehÃrt. Wir durften nicht mehr lernen wegen politische GrÃnde.

David Boder

Zu welche Schule sind sie gegangen?

Wolf Nehrich

Zu der Hoch- Hochschule. Eine jÃdische Hochschule.

David Boder

Ja. Und dann

Wolf Nehrich

[unverstÃndlich]

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Wie alt waren Sie dann?

Wolf Nehrich

Ãh, damals war Ãh ich elf Jahren.

David Boder

Elf Jahre.

Wolf Nehrich

Wie der Krieg anfing.

David Boder

Wie der Krieg angefangen hat? Und wer war in Ihrer Familie?

Wolf Nehrich

So, zwei, noch zwei BrÃder und die Eltern.

David Boder

Ihr Vater und Ihre Mutter?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Was hat sich Ihr Vater beschÃftigt? Was war seine BeschÃftigung?

Wolf Nehrich

Wir haben ein GeschÃft gehabt.

David Boder

Auf was?

Wolf Nehrich

Textilwaren.

David Boder

Was?

Wolf Nehrich

Textilwaren.

David Boder

Eine ManufakturgeschÃft. Ja. In [unverstÃndlicher Ortsname].

Wolf Nehrich

Nicht in [unverstÃndlicher Ortsname], in KÃnigshÃtte.

David Boder

Was?

Wolf Nehrich

In KÃnigshÃtte.

David Boder

KÃnigshÃtte?

Wolf Nehrich

In KÃnigshÃtte. Wir haben gewohnt in KÃnigshÃtte, nachher.

David Boder

Wie heiÃt das? KÃnigs

Wolf Nehrich

KÃnigshÃtte.

David Boder

KÃnigshÃtte. Alright. Das klingt so wie Englisch. KÃnigshÃtte.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Nun sagen Sie mir, Ãhm: Wie waren, wie alt waren Ihre BrÃder und Ihre Schwestern?

Wolf Nehrich

Der jÃngere Bruder ist geboren 1930, und der Ãltere Bruder 1924.

David Boder

Aha. Und Ãh, Ihre Schwester?

Wolf Nehrich

Hab ich keine gehabt.

David Boder

Aha, also waren bloà zwei BrÃder.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

. . . und ihre Eltern.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Nun erzÃhlen Sie was hat passiert. Machen Sie's sich bequem und reden Sie.

Wolf Nehrich

Nach mussten wir Ãbersiedeln in eine andere Stadt, weil in KÃnigshÃtte wurde judenrein gemacht, mussten wir nach Będzin.

David Boder

Also die Deutschen haben gesagt, dass diese Stadt muss werden von Juden rein.

Wolf Nehrich

Judenrein, ja.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Ja, mussten wir nach Będzin. Wir sind nach Będzin gekommen musste ich eine, eine, irgendeine Arbeit andre antreten, damit ich nicht nach Deutschland als zwangsweise fahren muss.

David Boder

Aber Ihr Vater hat ein GeschÃft gehabt? Was hat er mit dem GeschÃft gemacht?

Wolf Nehrich

Das GeschÃft hat man uns weggenommen.

David Boder

Was heiÃt das? Wie hat man das weggenommen?

Wolf Nehrich

Die Deutschen sind gekommen, haben die SchlÃssel abgenommen, und haben uns rausgeschmissen, und wir mussten da ohne allem bleiben.

David Boder

Und sind Sie weggefahren mit irgendwelche Sachen?

Wolf Nehrich

Ja, man konnte nur Kleinigkeiten mitnehmen. Was man so bei sich konnt mitnehmen. Man musste in eine andere Stadt wo nur Juden waren rein. Das war so ein, so ein, wie man das anruft, Ghetto.

David Boder

Ja. Sind Sie selbst weggefahren?

Wolf Nehrich

Nein, mit die Eltern.

David Boder

Ja aber ich meine Sie sind, die Familie ist weggefahren allein. Sie haben ein Billet gekauft und weg ging's.

Wolf Nehrich

Ja, ja.

David Boder

Also, nun weiter.

Wolf Nehrich

Und dann bin ich in diese Stadt Będzin gekommen. Da musste man an die Arbeit wieder reintreten, da bin ich in eine Fabrik in eine Nebenschr, Tischlerei rein, Ãh, reingekommen. Dort hab ich gearbeitet anderthalb Jahre.

David Boder

Sie waren elf Jahre alt, damals, oder zwÃlf?

Wolf Nehrich

Elf.

David Boder

Elf.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Wie groà waren Sie? Waren Sie ein groÃer Junge?

Wolf Nehrich

Nein. NatÃrlich mit elf Jahre ist man noch klein.

David Boder

Nun also, wie hat Sie eine Nebenfabrik angenommen?

Wolf Nehrich

Ja, dort Ãh, dort war eine Wehrmachtsfabrik. Dort hat man gearbeitet Kisten fÃr Bomben und fÃr die Wehrmacht BÃrotische und Betten und solche Sachen, und dort hab ich auch gearbeitet.

David Boder

Was haben Sie dort getan?

Wolf Nehrich

Ãh, bei Maschinen gearbeitet, und so weiter. Mich hat trotz ich noch jung war, man hat mich hingestellt, und ich musste bei sie arbeiten. Die Maschinen waren gefÃhrlich, aber man durfte nichts sagen weil man Jude war.

David Boder

Aha. Nun?

Wolf Nehrich

Und Ãh, gefÃhrdet hab ich bald halbes Jahr bei Meister gearbeitet. Ich war da also halbes Jahr.

David Boder

Als was?

Wolf Nehrich

Also, auch Ãhm als Tischler.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Und ein, anderthalb Jahr in der Fabrik. War zusammen zwei Jahre. Nachher war schon genug gearbeitet dort in der Fabrik, man brauchte nicht mehr die Kisten fÃr die Bomben und so weiter. Da hat man mich genommen einfach von zu Haus. Wie ich gerade von der Arbeit zurÃckgekommen bin, und man hat mich geschickt ins Lager.

David Boder

Aha. ErzÃhlen Sie mal, wie hat man Sie genommen vom Haus? Sie sind zurÃckgekommen von der Arbeit, was hat dann passiert?

Wolf Nehrich

Bin zurÃckgekommen von der Arbeit. Ist gekommen die Gestapo, mit ein Zettel, dass ich auf der Liste bin, und ich soll mich Ãh stellen, nicht? Um diese und diese Uhr.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Und ich bin allein . . .

David Boder

Nun warten Sie mal. Die Gestapo, waren das Polen, waren das . . .

Wolf Nehrich

[unterbricht] nein Deutsche. Reichsdeutsche.

David Boder

Reichsdeutsche sind gekommen und haben gesagt . . .

Wolf Nehrich

Ja

David Boder

. . . da mÃssen sich . . .

Wolf Nehrich

Ja mit der Liste. Ich muss sie um 3 Uhr Nachmittags stellen.

David Boder

Nun? Den nÃchsten Tag?

Wolf Nehrich

Am nÃchsten Tag.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Und dazwischen bin ich in der Nacht weg, und ich hab mich versteckt.

David Boder

Wann?

Wolf Nehrich

Ich hab mich versteckt in der Nacht.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Und dann haben sie mich gesucht, hat man, man hat gesagt ich bin nicht da. Ich bin in der Fabrik. In meine Fabrik war ich auch nicht da. Ich hab in der Fabrik ein Kessel oben versteckt

David Boder

Oh, Sie haben sich in der Fabrik versteckt?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Und dann kam, man hat dann mein Vater genommen als Geisel. Wenn ich mich nicht zustell, dann schickt man den Vater nach Auschwitz.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Da hab ich Angst gehabt. Da hab ich mich an zugestellt.

David Boder

Und hat man den Vater . . .

Wolf Nehrich

[unterbricht] da hat man den Vater wieder rausgelassen.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Ich kam nachher in ein RÃstungslager

David Boder

Wer hat Ihnen gesagt, dass man hat Ihren Vater als Geisel genommen?

Wolf Nehrich

Der Bruder ist gekommen in die Fabrik und hat gesagt, dass man den Vater hat genommen.

David Boder

Aha. So sind Sie zurÃckgekommen?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Das war im Jahr 1941.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Und da hab ich mich gestellt. Ich war auf die Polizei. Auf die Gestapo haben sie mich wieder geschickt nach, in ein RÃstungslager, das in eine Nebenstadt. Und von dort hat man uns genommen als FachmÃnner, nicht wahr. War als Tischler mit elf, mit zwÃlf Jahre, hat man uns genommen an die, Ãh, nach Deutschland.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

In ein Lager. Dort musste schon anfangen zu arbeiten zwangsweise.

David Boder

In welchem Lager war das?

Wolf Nehrich

Sackerau

David Boder

Sackerau

Wolf Nehrich

Das war das erste Lager.

David Boder

Wo ist das?

Wolf Nehrich

Das war in Oberschlesien. Deutsch-Oberschlesien.

David Boder

Ja, nun?

Wolf Nehrich

Hab ich gearbeitet in ein Wald. Essen war wenig.

David Boder

Was haben Sie dort gearbeitet?

Wolf Nehrich

Man hat BÃume geschnitten.

David Boder

Und was haben Sie getan?

Wolf Nehrich

Auch BÃume geschnitten und rausgetragen auf die Chaussee.

David Boder

War das mit andere Juden?

Wolf Nehrich

Ja. Nur Juden.

David Boder

Nur Juden. Nun, und wo . . .

Wolf Nehrich

[unterbricht] mit Bewachung.

David Boder

Was?

Wolf Nehrich

Mit Bewachung.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Deutsche haben mich bewacht.

David Boder

Und wo sind Sie geschlafen?

Wolf Nehrich

In Baracken.

David Boder

Mhm. Nun? Wie lange hat das gedauert, und was ist dann passiert?

Wolf Nehrich

Nach dies hat man mich wieder genommen in, hm ich denke ungefÃhr wie lange. Hat man uns wieder geschickt als 52 als Ãh BerufsmÃnner nach Ãh Karwin. Das war in Tschechien, Sudentenland.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Ja und dort waren wir, haben wir gearbeitet statt bei fachmÃnnische Arbeit haben wir bei Beton gearbeitet. Wir ein Kraftwerk aufgebaut. Das Kraftwerk war noch nicht fertig, weil da Ãh musste man uns wegschicken, da dort viel Partisanen waren. Da hat, haben sie Angst gehabt, dass wir ausreiÃen langsam, weil es sind viel von diese Lager geflÃchtet. Das hat man uns wieder geschickt nach Ãh Groà Masselwitz. In ein anderes Lager. Dort war ich wieder eine Zeit habe Ãh gearbeitet.

David Boder

Masselwitz oder Misselwitz?

Wolf Nehrich

Masselwitz, Groà Masselwitz.

David Boder

Ja. Nun?

Wolf Nehrich

In diesem Lager hat man wieder gearbeitet bei Ãh, an neuen Autos fÃr die Wehrmacht mal wieder. Neu gemacht und Autobahnlinien. Das heiÃt, die Chaussee gemacht. Beton, das alles. Neue Autobahnlinien gemacht. Von dort hat man uns wieder, waren schon zu viele Menschen dort, und war wenig zu Essen, hat man uns geschickt nach Klettendorf.

David Boder

Wo ist das?

Wolf Nehrich

Klettendorf ist bei Breslau.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

In ein Lager. Dort haben wir gearbeitet auf dem Feld, haben wir, ja ein Schacht gemacht fÃr FerngasrÃhren, aus Gas.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Das waren diese so groÃe RÃhren, nicht wahr, haben wir geschichtet Ãh Erde. Man musste schwer arbeiten dabei. Wir haben sechs Kilometer ein Schacht gemacht. Man musste zwei Meter fÃnf Ãh, zwei Meter 20 Tiefe sich . . .

David Boder

[unterbricht] Graben.

Wolf Nehrich

Ja. Machen, durch ein Tag. FÃnf Meter die LÃnge.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Wer's konnte, der konnte, und wer nicht hat SchlÃge bekommen.

David Boder

Jeder einzige musste fÃnf Meter lang und zwei Meter 20 tief graben?

Wolf Nehrich

[unterbricht] Lang und zwei Meter 20 ja, durch ein Tag.

David Boder

Zwei Meter 20 tief?

Wolf Nehrich

Ja. Wenn es, wenn es zu harte Erde war oder steinig, da hat man noch ein Tag zugegeben.

David Boder

Aha. Und Ãh, was dann wenn er nicht fertig war? Was?

Wolf Nehrich

Hat er, dann hat er SchlÃge geg-, SchlÃge ge-, bekommen, und vielleicht manches Mal wenn man, wenn derjenige noch schlimmer gearbeitet hat oder wie, wenn er schwach war, hat er sein Essen nicht bekommen an diesem Tag.

David Boder

Aha. Nun? Ãh, haben Sie immer Ãh genÃgend gearbeitet?

Wolf Nehrich

Ja. Ich hab da meistens, ja mal, manche Mal wenn ich hab gute Erde gehabt ging es schneller, und wenn nicht, hab ich genauso lange SchlÃge, dann geschlagen bekommen wie alle anderen.

David Boder

Wer war das, wer hat Sie geschlagen?

Wolf Nehrich

Der Meister selbst.

David Boder

Wer ist der Meister?

Wolf Nehrich

Der Meister war so ein deutscher Aufseher, nicht? So ein Meister . . .

David Boder

[unterbricht] war er HÃftling, HÃftling?

Wolf Nehrich

Nein, nein. Das war ein Reichsdeutscher.

David Boder

Und der Meister selbst hat Sie geschlagen?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Und nachher Ãh waren wir dort dann Ãh etwa fÃnf Monate, und dann hat man uns wieder Ãberschickt nach Ãh Landeshut. Hat man uns genommen, nur Ãh Jugendliche, so bis Ãh 16 Jahre, Jugendliche. Man hat uns dort hingeschickt. Man hat gesagt, dass wir dann arbeiten in eine Webereifabrik. Dabei mussten wir auch auf einer Baustelle arbeiten, bei Steine, Steine tragen aus Lehm. Und wir mussten Steinbaracke aufstellen fÃr die Bomb, Bombardierte aus Deutschland.

David Boder

Hm.

Wolf Nehrich

Die, die was sind bombardiert an der franzÃsischen Grenze, die haben, sind obdachlos, mussten, sind sie gekommen diese Baracken welche wir aufgestellt haben. Das war ein sehr schlimmes Lager. Es war sehr unrein, und es war nicht gut zu schlafen. Man musste nur auf der Erde schlafen, einer auf dem weiten. Und wir Ãh, haben wenig zu essen bekommen. Viele sind dort gestorben, vor Hunger und vor SchlÃge welche und vor Schmutzigkeit. Es waren verschiedene solche Sachen das, die unangenehm sind auszusprechen.

David Boder

Ja, aber wir wollen das wissen.

Wolf Nehrich

Ja, zum Beispiel LÃuse waren nicht wahr, wie man das nennen soll, und FlÃhe und verschiedene die alle die ganze Elemente.

David Boder

Ãh, sagen Sie mal wie? Sie sagen Leute sind von Hunger gestorben. Wie stirbt jemand von Hunger?

Wolf Nehrich

Jemand ist, Ãh, nicht wahr, wenn wenig zu essen bekommt, und wenn er schwer arbeiten muss wird er krank und nachher.

David Boder

Aha, sind selbst krank geworden.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Und was hat . . . .

Wolf Nehrich

[unterbricht] Und wenn man krank wird, wenn man arbeitsunfÃhig ist, bekommt man verschiedene Einspritze, solche, dass man noch stirbt. Weil sagen sie, wer nicht arbeiten kann, der muss, der ist arbeitsunfÃhig.

David Boder

Aha. Na hat man Einspritzungen in Ihrem Lager gegeben?

Wolf Nehrich

Ja. Einspritzungen waren sogar SS-Ãrzte, die haben Einspritzungen gemacht von Petroleum. Und sogar wenn jemand Eiter gehabt hat, hat man das Eiter raus, rausgezogen und den Kranken reingespritzt.

David Boder

Wer hat Eiter gehabt?

Wolf Nehrich

Es waren manche die einen Abszess haben gehabt auf dem Fuà oder irgendwie. Hat man mit einer Spritze den Abszess rausgezogen und einem anderen der krank war, der ist schon, der schon im Sterben lag eine Spritze reingemacht mit Eiter, und dann hat er vergiftet bekommen und ist gestorben.

David Boder

Haben Sie das selbst gesehen?

Wolf Nehrich

Selbst mitgelebt, mitgesehen, ja.

David Boder

Wo hat man das getan? Im Revier?

Wolf Nehrich

Ja, im Krankenbau.

David Boder

Und wieso waren Sie dort?

Wolf Nehrich

Das, Ãh, ich bin doch da Ãfters reingekommen. Manchmal war man brauchte einen Verband, es waren so verschiedene Sachen. Dass man, man wurde [unverstÃndliches Wort] auf der Baustelle, oder irgendetwas raufgefallen, eine Schiene, oder ein Stein auf den Fuà oder irgendwie.

David Boder

Ist man auch zum Revier?

Wolf Nehrich

NatÃrlich.

David Boder

Und wer hat im Revier gearbeitet?

Wolf Nehrich

Dort waren Ãrzte, dort waren HÃftlingsÃrzte, nicht wahr, und es waren Ãh . . .

David Boder

[unterbricht] Die SS?

Wolf Nehrich

Es waren jÃdische Ãrzte und es waren auch SS-Ãrzte, StabÃrzte.

David Boder

Und wer hat die Einspritzungen gemacht?

Wolf Nehrich

Die SS.

David Boder

Die SS haben die Einspritzungen gemacht. Einfach Eiter genommen von jemands Wunden . . .

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

. . . und eingespritzt.

David Boder

Nun weiter.

Wolf Nehrich

Nachher hat man uns von Ãh Landeshut schicken. Waren schon, hat man gemacht einen Transport von 30 Kranke, 20 Kranke und 30 Ãh Gesunde, die noch zur arbeitsfÃhig sind, die noch zur arbeitsfÃhig sind sollten sie nach Blechhammer fahren.

David Boder

Nach Blechhammer?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Also ich bin mit mit diesem . . .

David Boder

[unterbricht] Blechhammer ist near welchem Ãh Lager?

Wolf Nehrich

Blechhammer ist auch in Oberschlesien.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Also mit, ich bin damals mit in dem Transport nach Auschwitz, da ich, ich war auch krank. Ich war schwach und so. Da hat man mich geschickt nachher nach Auschwitz. Ich kam dorthin, da hat man's Appell gemacht. Und man hat sich mÃssen bisschen, die HÃlfte ausziehen. Und ein Arzt ist rumgegangen und hat angeschaut wer noch arbeitsfÃhig ist und wer nicht. Mich hat man noch anerkannt, dass ich noch zwei Wochen arbeitsfÃhig bin.

David Boder

Was heiÃt das? Hat man noch zwei Wochen Arbeit . . .

Wolf Nehrich

[unterbricht] Zwei Wochen arbeiten. Die schon Ãberhaupt nicht arbeiten konnten, die hat man natÃrlich in die, durch ein groÃen Tor reingegangen und durch den Schornstein raugegangen, das ist das Krematorium.

David Boder

[unverstÃndlich]

Wolf Nehrich

Man hat sie vergast, die starben dann im Krematorium.

David Boder

Haben Sie die Krematorien gesehen?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Wie haben sie ausgesehen?

Wolf Nehrich

Ich hab sogar ein Bild vom Krematorium aus Buchenwald.

David Boder

Was?

Wolf Nehrich

Ich hab sogar ein Bild aus Krem, ein aus dem Krematorium aus Buchenwald.

David Boder

Wer hat das Bild genommen?

Wolf Nehrich

Ein amerikanische, die amerikanischen Soldaten nach der Befreiung.

David Boder

Ja, Buchenwald war aber kein Vernichtungslager.

Wolf Nehrich

Es war genauso wie jedes andere Lager.

David Boder

Wieso?

Wolf Nehrich

In Auschwitz war das, war das Krematorium ein wenig grÃÃer wie in, wie in Ãh Buchenwald. Sie haben, in Auschwitz war auch Gaskammer, und in Buchenwald waren keine Gaskammern. Dort hat man aufgehangen. Jedenfalls, ich, in man hat anerkannt, dass ich noch sauber und arbeitsfÃhig bin, und da hat man mir eine Nummer auftÃtowiert auf der Hand.

David Boder

Welche Nummer waren Sie?

Wolf Nehrich

178141

David Boder

hundertachtundsiebzig

Wolf Nehrich

Siebzig, tausend, nicht wahr, hundert

David Boder

einhundert . . .

Wolf Nehrich

einund . . .

David Boder

. . . vierzig

Wolf Nehrich

. . . einundvierzig.

David Boder

hunderteinundvierzig.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Und ein Triangel, ohne Triangel?

Wolf Nehrich

Nein.

David Boder

Ah, 141.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Wer hat die Tattoos gemacht?

Wolf Nehrich

Das waren HÃftlinge, die extra aus Ãh, ausgeklaubt waren fÃr diese Sachen.

David Boder

Ja

Wolf Nehrich

Zu tÃtowieren.

Wolf Nehrich

Und dann hat man . . .

David Boder

[unterbricht] Und wie hat man tÃtowiert?

Wolf Nehrich

Es war so eine Feder, nicht wahr, so wie bei einer Injektion, und in der Feder war eine Nadel, so wie eine Injektionsnadel, und man hat Ãh mit Tusch reingemacht, und das geht nicht mehr raus.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Das bleibt schon eine Zeit. Der Arm [unverstÃndliches Satzende]. Und dann hat man mich, Ãh, da ich ja arbeitsfÃhig war, hat man mich zuerst nicht gelassen in Auschwitz. Hab ich nichts, hab ich nicht gearbeitet. Man musste nur solche unnÃtzliche Arbeit machen, Steine tragen von einen Ort auf den zweiten, Ãh, aufrÃumen und verschiedenste Sach. Und man musste stehen paar Stunden bei Appell jeden FrÃh und Morgens, und in der Nacht hat man uns aufgeweckt und nachher mu-, hat man mich hier geschickt Ãh Blechhammer, auch dorthin. Kam ich nach Blechhammer, hat man, a, bin ich auf eine Baustelle gegangen, wo ein groÃes Werk war, Ãh dort hat man Benzin produziert. Dort hat man von Kohle gegraben. Von die Kohle hat man rausgezogen Benzin, und Ãh, und ein Mittel zu Margarine und ein Mittel zu Saccharin. Das Ãbrige war Koks.

David Boder

Was ist ein Mittel zu Margarine?

Wolf Nehrich

Was hat von die Kohle rausgezogen so ein, so ein Mittel . . .

David Boder

[unterbricht] ein Stoff woraus Margarine gemacht wird?

Wolf Nehrich

[unterbricht] Ja, Margarine und auch so ein Stoff wo man Saccharin gemacht hat.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Nachher, dort hat man, hab ich gearbeitet bei Schienen, Eisenbahnbau.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Und das war eine Arbeit Ãh, die sehr schwer war. Wir mussten Akkord arbeiten, jeden Tag vier, fÃnf Waggon mit Schiene abladen und Schwellen noch dazu.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Und wir haben immer geladen die Waggons. Es waren, waren viele UnfÃlle dabei, weil man hat uns gejagt dabei, wir mussten viel leisten. Die Meisters haben immer geschrieen, wir mÃssten leisten fÃr Reich, fÃr FÃhrer und fÃr Werk. Und wenn . . .

David Boder

[unterbricht] FÃr Reich, fÃr FÃhrer . . .

Wolf Nehrich

FÃr FÃhrer und fÃr Werk.

David Boder

. . . und fÃr Werk. Und?

Wolf Nehrich

Wir haben keine Lust gehabt dabei, so wie wir Lust gehabt haben damals, weià ich, irgendetwas zu machen welches man nicht braucht.

David Boder

Nee.

Wolf Nehrich

Jedenfalls, wir mussten das machen. Und Ãh, das Werk wurde letztens viel, sehr stark bombardiert, und da hat man uns Ãh, beinah ein halbes Jahr gearbeitet haben auf ein, auf ein Waggon, kam ein Angriff, von amerikanischen Flugzeugen, und man hat das ganze Werk bombardiert.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Und ich, Ãh, viele immer wir durften nicht uns nicht schÃtzen, Splittergraben. Da hab ich mich geschÃtzt unter ein, ein Stapel von Schwellen. Und so wie ich da . . .

David Boder

[unterbricht] Von was?

Wolf Nehrich

Von Schwellen.

David Boder

Schwellen?

Wolf Nehrich

Schwellen, ja. Eisenbahnschwellen.

David Boder

[spricht gleichzeitig mit Nehrich] Eisenbahnschwellen.

Wolf Nehrich

Ja. Und auf einmal Ãh fiel, fallen paar Bomben. Ich hab mich geschÃtzt ein wenig, vor die Splitter, vor die Bomben konnte man sich ja nicht schÃtzen.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Dann ist, Ãh, ist gefallen die Bombe, Ãh eine Bombe von mir ungefÃhr anderthalb Meter, ungefÃhr anderthalb bis zwei Meter. Und alles ist in die Luft gefallen mit mir zusammen. Wie ich zurÃck runtergekommen bin auf die Erde, ich war schon ohnmÃchtig, wie ich rausgeflogen bin, wollt ich da schreien [unverstÃndliches Wort], aber es ging schon nicht, weil ich war schon ohnmÃchtig. Bin ich runtergefallen in ein Loch, wo die, eine Bombe schon drin ausgesetzt hatten, so ein Bombentrichter. Und nachher hab ich unten gelegen, und ohne bewusst, das Loch wurde wieder von eine andere Bombe zugeschÃttet.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Wurde wieder von eine andere Bombe verschÃttet, und ich war unter der Erde ungefÃhr so zwei Meter. Ich wusste Ãberhaupt nicht, dass ich noch unten rauskomm bekomm irgendwie. Es waren . . .

David Boder

[unterbricht] Ja, war die Erde ganz Ãber ihnen?

Wolf Nehrich

Ãber mir. Ganze Steine mit verschiedens. Ich bin unten gelegen, ich weià nicht, vielleicht warâs zu tief, war vielleicht nass, da war ein wenig Luft. Eine Stunde bin ich unten gelegen.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Dann haben neben mir Ãh, waren vielleicht zehn Meter entfernt war ein Splittergraben, dort waren Kriegsgefangene, EnglÃnder und Franzosen. Sie haben sich dort geschÃtzen, weil sie keine, Ãh, nicht waren unter die SS, bewacht nur unter die Wehrmacht. Sie haben gesehen wie ich . . .

David Boder

[unterbricht] Die Franzosen und die EnglÃnder waren unter der Wehrmacht?

Wolf Nehrich

Unter der Wehrmacht.

David Boder

[spricht Ãber Nehrich] Die konnten sich schÃtzen.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Und die haben gesehen, wie ich bin in die Luft geflogen, nach dem Angriff wollten sie mich suchen. Weil das waren, wir haben uns immer Kameradschaft zusammen gelebt auf der Baustelle. Haben sie mich gesucht und mich glÃcklicherweise haben sie mich gefunden nach eine Stunde unter der Erde. Und der rechte Oberarm war gebrochen.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Nach hat man mich gebracht in, ins Lager. Da musste man mich tragen, und die Leute waren keine KrÃfte gehabt damals, weil etwa 75, ungefÃhr 75 oder 76 Tote an diesem Tag. Und Ãber 200 Ãh Verwundete. Darunter war ich auch. Da hat man sogar Kraft nicht gehabt mich zu tragen auf die Baustelle, musste man mich ziehen auf der Erde.

David Boder

Warum? Die haben keine Kraft gehabt?

Wolf Nehrich

Nein, die haben keine Kraft gehabt, bissel haben sie mich getragen, bissel haben sie mich auf der Erde geschleppt und verschiedenes. Kein Auto haben wir nicht gehabt, gar nichts. Konnte . . .

David Boder

[unterbricht] Wie weit war das?

Wolf Nehrich

Dreiviertel Stunde von der Baustelle zu Fuà zu laufen . . .

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

. . . ins Lager. Nachher sind wir gekommen vor Lager, schon zehn Minuten vor dem Lager noch, da ist ein Auto vorbeigefahren, und hat ein SS-Mann angehalten das Auto und hat uns Auto reingeschmissen. Und man hat mich mit dem Auto in eine, ins Lager reingebracht.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Dann kam ich ins, in Krankenbau. Hat man, hat man mir probiert den Arm irgendwie zusammenzustellen. Hat man, man hat ihn, er war nur auf einer, Ãh, auf zwei Orte geplatzt, nicht wahr, durchgebrochen, da hat man zurÃck in ein Gelenk, so wie's war, und man hat es, man hat Gips gesucht, und damit man etwas mehr machen soll. Der Arzt war gerade ein polnischer Arzt, ein Jude, der war sehr anstÃndig in diesem Lager, und hat gesagt, weil ich noch jung war, sagt er, wird mich schon irgendwie zu retten mit diesem, und hat mir ein Gipsverband gemacht, der, nach de, Ãh, der Gipsverband hab ich gehabt drei Wochen. Er sollte sechs Wochen auf der Ha, auf der Arm sein, weil er nur drei Wochen, weil es war schmutzig dort in den Baracken, sind mir Wanzen runtergegangen, unter den, unter den Gips, und dann gebissen, so dass ich konnte nicht mehr aushalten, da hat mir der Arzt nach drei Wochen runtergenommen den Gips. Da hatte ich schon kein Gips mehr gehabt, es war nur ein, eine Rolle Verband, ein Schachtel Verband, da hat er mir ein StÃrkeverband gemacht, und noch drei Wochen gehabt. Der Arm ist aber nachher nicht gerade zugewachsen, er ist ein bissel krumm.

David Boder

Und der ist noch jetzt krumm?

Wolf Nehrich

Nicht so sehr. NatÃrlich ein wenig.

David Boder

Ja. Wo haben Sie den Bruch gehabt?

Wolf Nehrich

Hier oben.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Hier auf diesem Ort. Und nachher, Ãh, sollte ich, richtig sollte ich nur vier Tage in in Krankenbau bleiben. Weil wenn man so lange im Krankenbau ist, da bekommt man kein Essen, man ist arbeitsunfÃhig.

David Boder

Krankenbau nennt man, ja?

Wolf Nehrich

Ja. Das ist der âRevierâ. Und nachher schickt man nach Auschwitz wenn man unfÃhig, arbeitsunfÃhig und man gibt ins Krematorium. Aber der Arzt hat mich, Ãh, ich hab ein gutes Auge bei ihm gehabt und so hat er mich jedes Mal wann der Stabarzt ist gekommen aus Auschwitz gekommt, die Kontrolle zu machen.

David Boder

Mhm, nun?

Wolf Nehrich

Wie gekommen, da, da hat er gesagt, hat man mich versteckt in eine Kammer oder irgendwo, damit man mich nicht sieht der Stabarzt, dass ich so lange da bin.

David Boder

Und?

Wolf Nehrich

Und, Ãh, es, wann der Stabarzt ist gekommen hat man, man hat der Arzt gesagt, dass ich bin schon auf der Baustelle, und da war ich noch dort nach die sechs Wochen, halb hat man mir den Gipsverband runtergenommen, und, Ãh, hab ich mir, hat hat der Arzt, musste man mir noch, Ãh, Ãh die Massage machen. Handmassage. Mit Vaseline und so weiter, dass, damit der Arm wieder gerade ist, weil er steif war von dem Ver-, von der Gips.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Dann bin ich, Ãh, hab ich, unterdessen gearbeitet in dem Krankenbau beim Arzt, assistiert verschiedenes, die Instrumente ausgekocht, und verschiedenes. Er hat gesehen, dass ich, dass ich, kenn mich auf diese Sachen ein wenig, dass ich bin fÃhig zu verschiedenem. Und mal bin ich noch bei Operationen mitgestanden, weil der Arzt hat gesehen, dass mir macht das nicht viel aus, wenn ich bei Operationen steh. Es waren verschiedene Amputationen vom Finger und, Ãhm, Ãh Abszessen, Phlegmone, verschiedenst geschnitten. Und nachher ist gekommen, war, das war schon 1944, Ende, Ãh, Ende also schon. Im Dezember, Ende Dezember. Nachher war, es war schon kalt in Dezember. Da sind viele Kranke waren im Krankenbau, da musste ich wieder auf die Bausstelle gehen. Kam ich auf die Bausstelle, hab ich gearbeitet, weil, in, in ein Bau wo es, es bombardiert wurde, da musste man die Maschine raus, die Maschine, die in dem Bau waren, rausziehen, von die, von die, von dem Schutthaufen, wo es bombardiert wurde. Nachher, das war schon am 21. Januar 1945 waren die Russen, die russische Armee war, Ãh, 6 Kilometer von Lager. Und das war sehr gefÃhrlich, da hat man uns evakuiert, damit die Russen uns uns nicht lebend treffen Lager. Da sind wir damals 4300 Mann evakuiert. Wie weit und wo wir gehen wussten wir nicht. Kein Essen haben wir nicht mitbekommen. Wir wussten nicht wie lange wir gehen werden. Man musste [unverstÃndliches Wort] . . .

David Boder

Sie haben marschiert?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Als . . .

David Boder

[unterbricht] ErzÃhlen Sie mir mehr Ãber diesen Marsch, und was hat auf, auf dem Weg passiert.

Wolf Nehrich

Ja. Wir sind rausgekommen am 21. Januar 1945, und sind wir ange-, sind wir gegangen durch die ganze Zeit, es war Schnee, wir sind durch Berge gegangen und durch Felder. Wir durften die Chaussee nicht gehen, weil es waren die Ãh, die Wehrmacht hat damals der RÃckzug gemacht. Da waren die Chaussee alle vernommen, da mussten wir durch verschiedene Hinterwege gehen . . .

David Boder

[unterbricht] Und wer hat Sie gefÃhrt?

Wolf Nehrich

Essen haben wir nicht bekommen. Es war Bewachung jede paar Meter, 5, 6 Meter war ein SS-Mann, und die Gewehr mit Bajonetts angesteckt. Und wir sind gegangen in die paar, paar Stunden sind andere gefallen vor Frost oder KÃlte und so weiter. Zu trinken haben wir nicht gehabt was, und zu Essen hat man uns auch nicht gegeben. Sie haben uns einfach evakuiert. Sie wollten sehen wer es hÃlt, und wer nicht was aushalten wird, der wird aushalten, wer nicht der muss einfach, der hat kein GlÃck gehabt.

David Boder

Und was hat man getan mit solche, mit die die nicht ausgehalten haben?

Wolf Nehrich

Die hat man Ãh, rausgenommen von die Reihen und aufs Feld raufgeschmissen, Schnee und zugemacht mit dem Schnee, und das war das Ganze.

David Boder

Ja, aber wenn sie noch nicht tot waren?

Wolf Nehrich

Da hat man sie liegen lassen. Oder hat man sie, manche welche noch mehr ein wenig gekommen schon, die halt noch konnten paar leben, Ãh, ein paar Stunden leben, hat man sie zugeschossen und nachher raufgeschmissen und welche Ãh, konnte noch, Ãh, welche die schon bald absterben, hat man raufgeschmissen auf'n Schnee und nachher hat er, ist er so auf'n Schnee gestorben.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Und Ãh, dort musste man doch etwas trinken. Da wollen, wollten wir Schnee trinken, da haben die SS-MÃnner gesagt, dass man darf nicht.

David Boder

Warum?

Wolf Nehrich

Weil wir, Ãh, wenn krank werden von dem Schnee.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Sie haben, da haben sie uns geschossen mit verschiedenes, und da haben sie auf einmal Angst gehabt, dass wir krank werden. Aber die dachten nicht fÃr uns, die dachten das schlechter damit wir nicht ein wenig trinken sollen.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Nachher sind wir . . .

David Boder

[unterbricht] Und was haben die SS-MÃnner gegessen und getrunken? Die haben mitgehabt, oder?

Wolf Nehrich

Die haben vom einen Dorf in zweiten haben sich immer jeden Tag gekauft Verpflegung.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Und wenn nicht sind sie reinge. Ich hab einmal probier, probiert zu flÃchten unterwegs. Da bin ich weg in ein Dorf in der Nacht, in ein, Ãh, in eine Scheune. Und in die, in dieser Scheune bin ich rein in ein Stroh und ich dachte ich bin nun gottalleine. Hunger war ich, das war schon am 8. Tag oder 9. Tag. Ist gekommen der Bauer wann ich war. Hab ich ihm gesagt ein Deutscher, dass ich bin hier, ich bin Ãhm, man hat uns bombardiert, hab ich gesagt und weil, ich wollte nicht sagen, dass ich bin Jude, dass ich bin mit diese Evakuierte. Da hab ich gesagt man hat uns bombardiert, und jeder eine ist irgendwo ausgerissen, und ich mich in diese Scheune rein, er soll mir was zu Essen bringen. Hat er mir gebracht zu Essen, Brot, nicht wahr, und noch etwas Ãh Gekochtes. Und auf einmal kommt rein vier SS-MÃnner in die Scheune. Ist er weg, zurÃck in sein Zimmer rein, und ich bin geblieben unter diesem Stroh, ich konnte sogar nicht essen, da ich Angst gehabt hab. Und die SS-MÃnner haben angefangen zu stoÃen in Stroh und zu suchen, ob nicht jemand da ist. Sie haben gesucht die Juden dorten eine Scheune in die zweite, ob nicht jemand geblieben ist.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Also, sie haben angefangen zu stechen, ist das Bajonette mir durch die Hand durch so, neben dieser Hand. Hab ich Angst bekommen, dass der nÃchste Stock bekomme ich in mir rein, dabei hab ich runter geschmissen den Haufen mit dem Stroh und bin rausgekommen.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

SS-MÃnner haben sich bald so entgegen gestellt mit entgegen mir mit die Gewehre. Und, Ãh, und sie haben gesagt: Raus! Wie viel seid ihr hier? Hab ich gesagt: Ich bin hier alleine. Sagt er: du schwindelst. Sag ich: Doch ich bin hier, ich glaub ich bin hier alleine. Sie haben weitergesucht, haben sie noch sieben gefunden. Die sieben wussten nicht, dass ich bin da und ich wusste aber nicht, dass die sieben sind da. Ein GlÃck war das die waren besoffen, und haben sie uns . . .

David Boder

[unterbricht] die SS waren besoffen.

Wolf Nehrich

Ja. Sie waren besoffen.

David Boder

[spricht Ãber Nehrich] Nicht Sie waren besoffen.

Wolf Nehrich

Nein. Die SS-MÃnner waren besoffen. Und da wussten sie nicht was zu machen ist, weil momentan, da haben sie uns gesagt: Was soll man mit euch machen? Und dabei mÃchten wir sagen sie sollen uns leben lassen, da mÃchten sie sagen: Gebt uns keine Befehle. MÃchten wir sagen: Macht was ihr wollt, dann mÃchten sie uns einfach schieÃen. Haben wir nicht geantwortet. Haben Sie uns ge-, gesagt: Los, ran an die Reihe. Und wir haben, wir mussten nachlaufen das ganze StÃck, was sie sind gegangen, Ãh, langsam mussten wir nachlaufen durch den ganzen Schnee und durch die Berge bis wir an der Reihe wieder zurÃckgekommen sind.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Na hab ich schon . . .

David Boder

[unterbricht] Waren diese SS-MÃnner von Ihrem Transport?

Wolf Nehrich

Ja. Die SS-MÃnner waren von unsere Juden. Dort sind immer geblieben vier, fÃnf SS-MÃnner um zu suchen, ob hier jemand geblieben ist.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Man ist da durchgegangen die Felder, nachher ist man in ein Dorf reingekommen.

David Boder

Die haben euch einfach laufen lassen. Die sagten nachts abzuholen mit dem Transport.

Wolf Nehrich

Ja, die sind nachgefahren mit eine Motorzug, und wir mussten zu Fuà laufen.

David Boder

Aha. Nun?

Wolf Nehrich

Und, Ãh, wir sind nachher ge-,ge-, Ãh gegangen, das war, war schon paar Tage spÃter nach diesem ich geflÃchtet bin. Also in einem der Nacht sind wir angekommen nach Groà Rosen.

David Boder

Groà Rosen ist wo?

Wolf Nehrich

Groà Rosen, das ist bei [Greuslitz/unverstÃndlicher Ortsname], das ist nicht weit auch von Breslau, so . . .

David Boder

Ja

Wolf Nehrich

. . . ungefÃhr ist man dorthin. Das, Ãh, bei Schweidnitz, diese Gegend ist man hingefahren danach, das war ein groÃes Lager auch, ein sehr schlechtes Lager. Dort waren viele HÃftlinge, die deutsche Kriegsge-, Ãh, die Berufsverbrecher und Schwerverbrecher, diese, die schon zehn und zwÃlf Jahre in Konzentrationslager sitzen fÃr, fÃr ein Mord und so. Das waren alles Deutsche. Und sie haben uns geschlagen als wir da reingekommen sind. Zuerst haben wir bekommen damals ein 80 deka fÃr zwÃlf Mann. Da hat jeder einen bekommen, einen ein Beià bekommen, da weil wir reingekommen sind.

David Boder

Das ist, jeder hat abgebissen vom selben Brot?

Wolf Nehrich

Nein, man hat gegeben ein Brot fÃr zwÃlf Mann.

David Boder

Und wie haben Sie das verteilt?

Wolf Nehrich

Und man hat genommen mit ein Messer jeder ein, bekommen sein StÃckchen und das war das Ganze.

David Boder

Wer hat das Messer gehabt?

Wolf Nehrich

Die haben wir bekommen. Wann, jede zwÃlf Mann hat man uns geborgt ein Messer zu zerschneiden bald wieder zurÃckzunehmen.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Mann musste das Messer wieder bald zurÃckgeben. Nachher hat man uns reingejagt. Es war nicht gut zu schlafen. Dort waren schon von verschiedene Transporte evakuiert, sind dorthin gekommen in diese Lager. Da hat man vor allen Dingen in der Nacht hat man uns geheiÃen gehen. Grade in dieser Treppen runter, und wir wussten nicht wo wir gehen. Es war finster. Man durfte keine Beleuchtung drauÃen haben wegen die Fliegerangriffe. Statts wir sollten rechts gehen, hat man uns geheiÃen links gehen, und links war ein ganzer Haufen mit Kot ein ganzer Platz, und wir sind rein in den Kot bis Ãber die Knie. Wir konnten gar nicht raus.

David Boder

Was fÃr ein Kot?

Wolf Nehrich

Kot. Einfach. Gebracht von Felder von verschiedene Seiten, Ãh von Sand, mit Lehm nassgemacht und so.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Und man konnte bis Ã-, bis Ãber die Knie. Und das war da natÃrlich im Winter. Es war, es war gefroren und dies. Es war doch kalt. Viele haben sich die Ãh FÃÃe abgefroren, die Zehen und so weiter. Nachher hat man uns ge-, Ãh, hat man uns geschlagen, dass, damit wir von dem Kot rausgehen in dem, in diese Baracke in diese Halle rein. Man konnte aber nicht schnell laufen, weil von dem Kot kann man doch nicht so, sich nicht so schnell rausbekommen. Doch musste man, we-, wer es konnte, der ist raugegangen, und wer nicht der ist gelie-, geliegen in den Kot bis frÃh und vielleicht beim Gefunden erfroren.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Ich bin dort auch mit rein in diese Halle. Weil, ich Ãh, ich hab mir irgendwie eine, ein Rat gefunden damit ich rausbekomme von die Kot hab mich genug lange gequÃlt. Dann bin ich rein in die Halle und hab mich aufgelegt auf die Erde. Kam rein der LagerÃlteste, ein Reichsdeutscher, der war auch mit einem, so ein grÃner Winkel. Es war roter Winkel auf de, auf der linken Brust, war ein politische . . .

David Boder

[unterbricht] politische

Wolf Nehrich

Ja, und grÃner Winkel Verbrecher.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Da war noch, Ãh, so schwarze Winkel: Sabotage. Das war so ein grÃner Winkel, da hat uns gesagt, alles rau-, rÃber auf eine Seite. Die ganze Halle war vollgestopft, dass man konnte sich nicht bewegen, und der hat uns geheiÃen rÃbergehen auf eine Seite. Also man konnte nicht, er hat uns geschlagen. Und dann . . .

David Boder

[unterbricht] Womit hat er euch geschlagen?

Wolf Nehrich

Mit einer Reitpeitsche.

David Boder

Oh, er hatte eine Reitpeitsche?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Nun.

Wolf Nehrich

Dann hat er gesagt, wenn ihr kÃnnt [unverstÃndlicher Satzteil], dann alles raus, und wir mussten noch bis morgens stehen. Also drauÃen auf dem Appell, man hat gezÃhlt die ganzen Tag. Also drei, vier Tage waren wir dort. Gearbeitet haben wir nicht, wir haben nur die Tote zusammengeklaubt die auf dem Platz gelegen haben. Und im Kot die Erfrorene, man musste sie zeichnen mit einer Nummer auf, aufschreiben auf die FÃÃe ganz groà und ins Krematorium dann.

David Boder

Womit?

Wolf Nehrich

Mit ein Tuschblei.

David Boder

Was?

Wolf Nehrich

Mit ein Tuschbleistift.

David Boder

Mit einem Tuschbleistift.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Hat man denen eine Nummer draufgeschrieben.

Wolf Nehrich

Ja. Die Nummer die er auf der Arm gehabt hat oder auf der Hose nicht wahr, muss halt beim Ausgezogen wird auf die Knochen aufgeschrieben werden. Alle Menschen waren doch mager, so dass man konnte auf die Knochen schreiben. Dann hat man sie ins Krematorium gefÃhrt. Nach vier Tage hat man gesagt wir fahren weiter. Wir wussten nicht wohin man hat uns gefÃhrt mit in, in so einer Waggon, waren wir 100 Mann in ein Waggon. Sie, Ãh, Tierwaggon. Und zwei Posten sind diesen Waggon.

David Boder

Zwei Soldaten?

Wolf Nehrich

Zwei Posten. Ja das waren die zwei SS-MÃnner. Bewaffnet.

David Boder

Im Waggon auch mit drin?

Wolf Nehrich

Ja. Aber die haben Viertel Waggon vernommen die zwei, und wir das Dreiviertel.

David Boder

Wieso haben sie Viertel Waggon vernommen? Was haben sie getan?

Wolf Nehrich

Sie haben, die waren doch Deutsche, die haben gesagt, wir wollen doch nicht mit euch zusammen hier sich stoÃen. Wir mÃssen bissel bequemer haben.

David Boder

So was haben sie getan?

Wolf Nehrich

Also haben sie sich ein Viertel Waggon genommen mit ein Brett Ãh, durchgeteilt nicht wahr. Und bis zu diesem Brett durften wir zu und weiter nicht.

David Boder

Nun.

Wolf Nehrich

Und wir sind so gelegen einer auf dem zweiten. Wir sind nachher vier Tage gefahren. Am 9. Feb Ãh.

David Boder

Wie ist man rausgegangen wenn man wenn man nÃtig hatte zur Toilette oder so?

Wolf Nehrich

Ja, da haben sie abgestellt, und Ãh man konnte nicht den ganzen Weg auch fahren. Paar mal Zug ist gestanden, man hat immer bombardiert die Wege verschiedenes. Musste man abstellen sich. Da mussten Ãh Einzelne raus, wer es brauchte immer zu eins. Und zuerst waren wir daraus bekommen 15 deka pro Tag. 15 deka Brot pro Tag und dann einen schwarzen Kaffee.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Wir sind angekommen am 9. April sind wir gekommen am . . .

David Boder

45.

Wolf Nehrich

Am 9. Februar 45 sind wir angekommen nach Weimar. Das ist bei Buchenwald.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

So wie wir Ãh einige Waggon waren keine GÃterwaggon, aber so fÃr Arbeitswaggon, fÃr Ziegel und so, ganz offen. Ãh, wie wir angekommen sind um elf um zwÃlf Uhr ungefÃhr nach Weimar Ãh, kam ein Angriff.

David Boder

[spricht Ãber Nehrich] Nachts?

Wolf Nehrich

Nein bei Tag. Mittags. Ist gekommen ein Flie-, Fliegerangriff, zuerst ein AufklÃrer ein amerikanische Flugzeug und hat ein Zeichen gemacht, dass Ãberall auf dem Bahnhof steht MilitÃr. Wir waren das, aber der Flugzeug glaubte, dass wir sind MilitÃr. Und nach fÃnf Minuten spÃter ist bald gekommen eine ganze, ein ganzer Fliegerangriff, und man hat uns bombardiert. Und die Posten hier mussten uns runterbringen, und die Posten wollten sich schÃtzen. Sind die Posten rausgelaufen von die Waggon, haben sie gesehen, dass da MilitÃr ist, und haben sie uns bombardiert. Sind viele damals, ich wurde damals [unverstÃndliches Wort] ins Knie hier, hab ich noch etw- hier ein Zeichen, schon zum zweitem Mal von Bombe. Die HÃnde hab ich Splitter bekommen, auf die HÃnde auch, und Ãh viele Tote, waren manche wurden ganz durch durch, Ãh, was man konnte durch nicht mehr finden. Nur StÃckchen von sich. Und es waren 2 SS-MÃnner auch Ãh Tote. Von alle SS-MÃnner waren nur zwei. Und weil die zwei waren Tote, da haben sie uns nachher geschlagen, weil sie gesagt haben: eure amerikanische Kameraden haben uns bombardiert.

David Boder

Eure amerikanischen Kameraden.

Wolf Nehrich

Kameraden haben uns zwei Ãh, haben von unsere zwei Kameraden tot gesch-, tot gemacht. Nachher, dann wir mussten wieder zurÃck zum Appell. Alles anstÃndig, lebend geblieben sind. Von die alle waren noch, von die 4300 Mann, die wir aus Blechhammer rausgekommen sind, sind geblieben bis nach Buchenwald 1200 noch.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Wir sind nach Buchenwald zurÃckgekommen in der Nacht.

David Boder

[spricht Ãber Nehrich] Alles MÃnner?

Wolf Nehrich

Ja. Nein, es sind auch mitgekommen Frauen, aber die Frauen sind nachher von Groà Rosen woanders gefahren.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Soda, also wir sind nachher gekommen 1200 Mann, in der Nacht sind wir erst nach Buchenwald reingekommen. Weil wir mussten noch drei-, dreizehn Kilometer zu Fuà gehen.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Nach, Ãh, von Weimar nach Buchenwald. Sind wir in der Nacht reingekommen hat man uns gebracht in so ein Waschraum. Dort hat man uns gebadet. Man hat uns alle Sachen, die wir angehabt haben weggenommen. Man hat uns nur gegeben eine HÃftlingshose wieder, eine andere, die neu gewaschen war. Ãh, frisch gewaschen, die war sauber. Und eine Jacke und ein Hemd. Und ein MÃtze, irgendeine HÃftlingsmÃtze. Ohne Unterhosen, nur so.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Man hat uns reingegeben in eine groÃe so, eine Baracke von Pferdestall, StÃllebaracke. Dort sind wir gesessen eine lange Zeit. Bis man hat uns wieder reingebracht ein wenig Suppe. In Buchenwald waren schon, kamen grÃne Winkel, wie Ãh Kapos, und so. Das waren hm, meisten die Leute waren Russen, es waren auch Franzosen, Tschechen verschiedene. Dort war vo-, von ganz Europa alle NationalitÃten, die den Krieg gehabt haben, waren dort HÃftlinge.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Also, nachher war ich da fÃr zwei Wochen in Buchenwald. Haben wir auch sehr wenig zu essen bekommen. Man hat uns daher noch Injektionen gemacht gegen Typhus. Wir mussten auf die Baracken, Ãh, schlafen in den Baracken auf Pritschen. Haben wir anderthalb Meter gehabt Elf Menschen. Einer mit dem Kopf, und der die FÃÃe so, und quer Ãber Verschiedenes wie man nur konnte. Sind viele dort gestorben vor Typhuskrankheiten und LungenentzÃndung. Ich bin mit die alle zusammen gelegen, und ich weià nicht irgendwie ein Wunder, dass ich bin nicht, dass mir kein Fehler dabei nicht Ãh war. Ich hab kein Fehler dabei gehabt. Wir sind nachher, ra, nachher hat man mich geschickt nach Ãh, Hannover, als Ãh, Fachmann, ich war, ich war noch jung aber . . .

David Boder

[unterbricht] Sie waren Tischler.

Wolf Nehrich

Ja, Tischler. Hat man mich geschickt nach Hannover. In eine groÃe . . .

David Boder

[unterbricht] Nach Hannover?

Wolf Nehrich

Ja. Hat man uns geschickt ein Transport, Ãh 200 Mann aus Buchenwald sind gekommen nach Hannover in eine Flugzeugfabrik, und V2 hat man dort ausgearbeitet.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Dort haben wir gearbeitet in dem Werk, nicht wahr, das war unter der Erde. 15 Me, 50 Meter unter der Erde in ein Werk war das . . .

David Boder

[unterbricht] Und, in Hannover.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Ein Werk unter der Erde?

Wolf Nehrich

Ja. Und, dort haben wir gemacht, nicht wahr, die Flugzeug Ãh produzierten. Wir haben sie nicht alleine gemacht, aber wir haben die Teilen dazu gemusst abladen und zusammenstellen und die Aluminium fÃr die V2 geschnitten mit die Scheren, mit die Maschinenscheren, und das alles mussten wir machen. Schwereres Arbeit bei diesen Sachen.

David Boder

Alles bloà Juden?

Wolf Nehrich

Nein, es waren dort Italiener auch und es waren Juden. Es waren ge-, andere NationalitÃten auch von verschiedene LÃnder . . .

David Boder

[unterbricht mit einer unverstÃndlichen Frage]

Wolf Nehrich

Nein. Die waren nicht. Es waren Franzosen, Tschechen, Jugoslawe, Italiener und Pole und Ãsterreicher auch und Deutsche. Von verschiedene die NationalitÃten.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Nachher, Ãh, war dort eine Halle, die kei- Juden Eintritt verboten gehabt haben dort. Das war nur fÃr Ãh fÃr Reichsdeutsche. Dort hat man die PlÃne gemacht, und dort waren Maschine, die, die die V2 schnell zusammengestellt haben und das Dynamit reingeschrau-, reinge-, reingetan in die V2.

David Boder

Waren die auch HÃftlinge da?

Wolf Nehrich

Nein. Dort durften nur die Reichsdeutsche, die hÃhere Sachen waren, hÃhere FachmÃnner . . .

David Boder

[unterbricht] Rein.

Wolf Nehrich

. . . reinkommen. Einmal musste ein, Ãh, ein Meister, das war also ein Reichsdeutsche, der musste eine groÃe Platte mit Aluminium hereinbringen in diesem, in diesen Raum wo die Juden nicht durften reingehen und hat mich gesagt ich soll mit reinnehmen. Hab ich ihm gezeigt: da steht doch da ein Schild Ãh ich hab mit der Hand gezeigt, dass dort steht ein Schild aufgeschraubt: Nur fÃr Reichsdeutsche. Juden Eintritt verboten.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Da sagt Ãh da macht er mit der Hand schaut er mich, komm, niemand sieht. Der Posten war gerade umgedreht.

David Boder

[In English] Spool Number 76. Wolf Nehrich continues the interview.

David Boder

[In German] Also, wie, wo waren Sie?

Wolf Nehrich

Also, ich hab nachher reingenommen die Platte mit diesen Aluminium

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Ãh, in dies, Ãh in diesen Raum, wo die Juden durften nicht reingehen und geh vorbei durch eine Maschine wo, Ãh, eine groÃe Maschine, nicht wahr, und wollte irgendetwas machen, damit, damit ein, ein wenig Sabo Sabotage gemacht wird, und dass niemand mich schaut dabei. Hab die eine, nur eine Mutterschraube rausgedreht und bin da wieder weggegangen. Niemand hat mich dabei gesehen. Gemacht hab ich's deswegen grad in diesem Raum, weil dort waren Juden verboten reinzutreten, und dann wÃr's klar, wenn was passiert dann sind nur die Reichsdeutschen schuldig und nicht wir. Niemand hat Schaden, nur diese. Und Ãh, das war streng, das wird streng bewacht, und wenn man mich nicht sieht, dann gelingt es mir. Und, ich hab nur eine Sch Mutterschraube runtergedreht und sie weg, mit dem Fuà weggeschoben. Nachher bin ich rausgegangen. Zwei Tage ist die Maschine gegangen, und am zweiten Tag schon so gegen Feierabend hÃrt man ein groÃen Krach, die Maschine fÃllt zusammen.

David Boder

Nu.

Wolf Nehrich

Man wusste nicht, wer das gemacht hat. Man wollte nachforschen, aber die Meister selbst haben nicht wollen nachforschen, weil sie dachten, dass das sei ihre Schuld. Aber das durfte noch niemand sagen. Dieser Meister, der mich reingenommen hat, wo, wollte, wusste, ist vielleicht auf diesen gekommen, dass ich das gemacht hab. Aber da er Angst gehabt hat zu sagen, weil er mich doch reingerufen hat. Er durfte mich nicht. Wenn er etwas sagt, dann nimmt man mich, und man nimmt ihn auch. Ihn selbst. Deswegen hat er nichts gesagt. Und es war fÃr sie schon damals kein Unterschied die Deutsch, weil sie wussten, dass sie schon bald verspielt haben.

David Boder

Die haben das gewusst?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Nun wie haben, hat sich das herausgezeigt? Dass sie gewusst haben?

Wolf Nehrich

Das was?

David Boder

Ãh, wie haben . . .

Wolf Nehrich

[unterbricht] Dass Sie verspielt haben?

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Sie haben gesehen, dass die amerikanische Front schon langsam mal nÃher kommt. Sie waren schon nicht weit von Hannover und immer vorne. Nach zwei Tage spÃter, wie ich das gemacht hab, hat man uns schon wieder zurÃck nach Buchenwald gebracht, weil dort schon die amerik-, die amerikanische Front war.

David Boder

Wer hat Sie zurÃckgebracht nach Buchenwald?

Wolf Nehrich

Die Deutschen. Die SS hat uns, genauso wie man uns von Buchenwald nach Hannover gebracht hat, hat man uns wieder von Hannover zurÃck nach Buchenwald . . .

David Boder

[unterbricht] Im Zug oder gegangen?

Wolf Nehrich

Auf dem Wagen. Nur Zug.

David Boder

Man hat's nach, nach Buchenwald.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Und, was war dort?

Wolf Nehrich

Ja. Kamen wir zurÃck nach Buchenwald. Dort hat man mich schon wieder evakuiert mit dem ganzen Transport. Da hat's geheiÃen auf Evakuation nach Theresienstadt, aber die haben reingenommen in ein Zelt vom Lager in ein Ãh Wald und man hat sie alle ausgeschossen,

David Boder

Wieso wissen Sie das?

Wolf Nehrich

Weil nach der Befreiung sind wir, haben wir die, das doch gesehen. Wir haben nachher, die armen Toten waren in SÃcken, und man hat sie nachher gebracht in, ins Lager, und man hat sie begraben.

David Boder

Hat man sie in Buchenwald begraben?

Wolf Nehrich

Ja. Also neben Lager.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

War ein groÃer Friedhof nach der Befreiung gemacht.

David Boder

War das der Platz, wo man hat gemacht die Deutschen zu sagen wie [unverstÃndliches Satzende].

Wolf Nehrich

Ja, die Deutschen mussten nachher kommen mit diesem, die Tote hintereinander auf den Friedhof. Zu dem komm ich noch nachher.

David Boder

Ja. Nun?

Wolf Nehrich

Also, ich hab mich damals gedreht in verschiedenste, ich hab mich zwischen die Tote gelegt, wo es waren schon paar.

David Boder

Warum?

Wolf Nehrich

Man soll meinen, dass ich bin tot. Dann evakuiert man mich doch nicht.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Die Tote bleiben [unverstÃndliches Satzende]. Wenn ich auf Evakuation geh, dann weià ich, dass ich schon kaputt bin. Und damit die Leute gehen Ãh alleine, dass war damit man sie nicht Ãh ziehen muss, oder Ãh suchen, hat man gesagt, dass beim Ausgang gibt man zwei Brote.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Das ist wenn sie eher dann gehen. Manche waren so, dass, die haben sich voll Tasch, die wollten haben die zwei Brote sind schnell hin und die zwei Brote haben sie nicht gesehen nur sie haben gesehen den Tod nachher vor sich. Und ich hab gesagt, wenn sterben, dann kann ich sterben hungrig, muss ich nicht essen und bin nicht gegangen. Hab mich versteckt in verschiedene KanÃle und zwischen die Tote, so dass ich bin immer geblieben. Dann bin ich wieder. Ist gekommen ein Ãh Fliegerangriff mit sieben Flugzeugen, und, und die SS hat gesagt, wir mÃssen warten bis ein Befehl kommt. Und das waren damals 2000 SS-MÃnner haben sich hingelegt auf ein groÃen Platz zwischen die Kasernen rundrum in so [unverstÃndliches Wort]. Und die Flugzeuge haben sich runtergelassen mit Maschinengewehr. Sieben Flugzeugen haben damals die, alle SS-MÃnner ausgeschossen, die 2000 die dort gelegen haben.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Mit Maschinengewehr. Haben nicht bombardiert.

David Boder

Das waren die amerikanische . . .

Wolf Nehrich

[unterbricht] Amerikanische Flugzeuge.

David Boder

Sie haben nicht bombardiert.

Wolf Nehrich

Nein, nicht.

David Boder

Haben Sie erkannt, dass SS, SS-MÃnner sind?

Wolf Nehrich

Ja man sieht doch die Kasernen mit die, Ãh Hakenkreuz und man sieht da auch die Uniform von die SS.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Sieht man doch, dass das MilitÃr ist. Und noch dazu, wenn sie sich schÃtzen.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Liegen doch auf die Erde ausgezogen, weil sie dachten, das vielleicht schÃtze sie irgendwie. Und es war noch im Hellen.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Nachher hat man gesehen, dass was, dass die SS-MÃnner schon nicht da, sie kaputt sind. Hat man bald gemacht ein Zwischenschutz, [unverstÃndlicher Satzteil] Lager, fÃr fÃr das Lager.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

FÃr die Evakuation, fÃr die Bewachung.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Also hat gebracht andere statt die 2000 nicht wahr, und man hat uns vor allem, sind wir damals ausgerissen, alle Lager, die Flugzeuge nach dem, nach der Schlacht sind sie Ãber Lager ein bissel rumgeflogen, dann sind sie wieder weg.

David Boder

Ja. Nun, wer hat diese 2000 SS-MÃnner aufgehoben, weggerÃumt?

Wolf Nehrich

Sind bald gekommen Auto, verschiedene Leute, groÃes Auto. Nicht wahr, die Deutschen und man hat sie reingenommen auf die Auto und sie weggefÃhrt. Wohin weià man nicht. Wir haben nur gesehen die Auto, die Lastauto vom Ãh Roten Kreuz.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Genauso wie die alle, andere Verwundete und Kranke von der Front.

David Boder

Ja. Nun?

Wolf Nehrich

Also, wir waren noch damals, das Ãh, das war ungefÃhr, vielleicht 7. oder 8.

David Boder

8. was?

Wolf Nehrich

Am 8. Ãh . . .

David Boder

April?

Wolf Nehrich

April ja.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Also, wir haben noch Ãh ein paar Tage dort zwischen mein Block wo Jugendliche waren. Nicht wahr, und wir sollten doch evakuieren nÃchsten Tag, das war schon am 10.. Hat man uns gesagt wir mÃssen nÃchsten Tag evakuieren. Damals war noch ein ganzes St, es waren vor dem Tag, eine Woche 70 000, 71 000 HÃftlinge.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Oder 72, je nach, es wurden 51 000 ausgeschossen und 21 000 wurden befreit.

David Boder

Wie? Ein Viertel, wie viel wurden . . .

Wolf Nehrich

[unterbricht] 72 000 waren.

David Boder

Ja. Wie viele wurden ausgeschossen?

Wolf Nehrich

51

David Boder

Wer hat sie geschossen? Und wie?

Wolf Nehrich

SS hat sie genommen in eine Wald und in die Menge reingeschossen, und Ãh, einfach ausgeschossen.

David Boder

Und dann wo sind die KÃrper geblieben?

Wolf Nehrich

Im Wald sind sie geblieben.

David Boder

Die toten KÃrper sind . . .

Wolf Nehrich

[unterbricht] Ja.

David Boder

. . . im Wald geblieben?

Wolf Nehrich

Im Wald. Im Wald, auf dem Feld. Es ist nicht so, wenn man schieÃt auf den ein auf den zweiten. Da nimmt es nicht so viel Platz.

David Boder

Na, haben Sie das gesehen?

Wolf Nehrich

Wir haben nachher die Tote doch gesehen, und sind doch einige ausgerissen von die Toten.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Von diese, die noch mal ausge-, Ãh, geschossen Ãh, wie man sie schieÃen wollte sind einige ausgerissen.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Nach der Befreiung haben wir sie getroffen in StÃdte, und haben uns das alles erzÃhlt.

David Boder

Aha. Nun?

Wolf Nehrich

Und, Ãh, also, die sollten nÃchsten Tag Ãh evakuieren, und dann kamen um vielleicht 11 oder, um elf oder um zwÃlf, denn genau beim Alarm, das heiÃt Handalarm. Das war, das hat geheiÃen, das war fÃnf Minuten eine Sirene, das heiÃt, dass die Front da nÃhert sich. Die amerikanische Panzer sind langsam, kommen langsam immer nÃher. Und da dachten wir, dass wir jetzt ist schon alles in Ordnung, wir werden vielleicht leben. Und manche haben geglaubt, dass nicht. Man kann doch im letzten Moment das Lager sprengen. Es waren Kabel zugezogen von auswÃrts Ãh, von einer anderen von Ãh AuÃenlager ins Lager rein. Das war im Fundament. Konnte man nur auf einen Knopf drÃcken und das Lager wird gesprengt. Wir wussten nicht, ob es gelingt uns da raus, ob nicht. Man konnte den Kabel nicht durchschneiden, weil der Kabel war auÃerhalb vom Lager.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Man konnte nicht zukommen zu. Und der Stacheldraht war mit Ãh elektrisch geladen. Wir sind Ãh, also, nach dem haben wir gesehen, dass die Panzer kommen an, [unverstÃndliches Wort], man hat schon von Weitem get-, die Panzer fahren. Da haben wir durch die Fenster rausgeschaut. Oben waren kleine Ãffnungen in den Fenstern, da hat man rausgeschaut. Und wir haben gesehen, dass, wir haben gesehen den Stern auf, ein weiÃer Stern auf ein Panzer nicht wahr. Wir haben's noch selbst nicht geglaubt, dass das sind die Amerikaner, aber doch hat man gesehen den weiÃen Stern.

David Boder

Und wo waren die SS?

Wolf Nehrich

Die SS hat damals schon rausgezogen sich vom Lager. Einige, sind einige geblieben. Und die Amerikaner waren auf eine Chaussee. Da kommen die, alle, alle SS schon nicht weg. Sind einige geblieben, haben sich Ãberz-, Ãbergezogen andere Sachen, Zivil und wollten rÃber. Haben sie gesehen, dass die Panzer fahren, da sind sie, haben sie Graben gemacht und haben sich in dem Graben versteckt.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Die konnten Ãber die Chaussee nicht durch. Dann ist ein Panzer bald rum, Ãber das Lager. Die wussten, dass das dort Ãh, dass das ein Konzentrationslager war. Weil vor ein Tag frÃher ist ein Flugzeug durchgekommen. Das war am 10. Der Tag, es war schÃne Sonne. Und hat ein paar Zettel runtergelassen, dass morgen, sie geben sich die MÃhe, damit sie morgen kommen. Und hat ein leeres Fass von dem Flugzeug von Benzin rausgeschmissen, mit ein Brot, ein weiÃes amerikanisches Brot.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Die Freude war so groÃ. Es ist klar es jedem, einen jedem dort gefallen. Es haben sich viele auf den Brot geschmissen, so dass jeder nur ein kleines StÃckchen. [UnverstÃndliches Wort] hat's ganz zerrissen.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Die Zettel sind aufgefallen nur bei uns im Lager, und einige Zettel sind gefallen, nur ein paar, zwei, vielleicht drei, sind rÃbergefallen Ãbern Zaun. Hat dann, SS-MÃnner haben die Zettel gefunden, dass Ãh . . .

David Boder

[unterbricht] Und wie waren die Zettel gedruckt?

Wolf Nehrich

Die Zettel waren gedruckt, dass sie morgen kommen. Es war so Blockschrift, oder gedruckt?

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Einfach so.

David Boder

Mimeographiert.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Und Ãh, nachher ist eine Panzer rumgekommen Ãber das Lager, es war um das Lager ganz. Und ist bald in Tor reingefahren.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Ein groÃe Riesenpanzer. Und ist das ganze Lager inwÃndig rumgefahren, hat man weiÃe Fahnen rausgehangen und verschiedene Sachen auf die DÃcher haben wir sie raufgenommen, haben gewunken zu die Flugzeuge. Sind bald Flugzeuge angekommen, zu welche wir gewunken haben.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Und Ãh, wir haben schon gesehen es war das jetzt sind wir befreit. Sie haben behalten Lager Munition und Gewehre und Maschinengewehre verschiedens.

David Boder

Wer hat die behalten?

Wolf Nehrich

Das haben die politische HÃftlinge gehabt vorbereitet, falls kommt der Moment.

David Boder

Wann?

Wolf Nehrich

Und die haben gearbeitet auÃerhalb dem Lager in ein [unverstÃndliches Wort] das, dort hat man Munitionfabrik, Ãh hat man Munition produ-, Ãh produziert. Da haben sie das manches Mal, konnten reinschmuggeln ins Lager solche Kleinigkeiten. Und von da haben sie's zusammengestellt, haben sie nachher gehabt Gewehre und Munition. Und Ãh, die Ãh, Pulver, nicht wahr, die eine Kanone alles zu schieÃen. Wir Ãh, wir haben gesehen, nicht wahr, dass der Panzer schon da ist, und mehrere Panzer kommen an und Lastauto verschiedens. Damals sind gekommen die ganz, die Panzerfahrer, die Amerikaner, die drittisch, die dritte Armee war das.

David Boder

Und was war die [unverstÃndliches Wort] Armee?

Wolf Nehrich

Nein die Panzer, Ãh.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Das war ganz Riesenmenge, die haben sie angeschaut, da hat man sich gewundert, dass die so groà sind, und so weiter. Und, Ãh, zwischen die meisten waren auch Neger.

David Boder

Neger waren da?

Wolf Nehrich

Ja. Zwischen die ersten Fahrer. Und die sind reingekommen ins Lager dort und haben uns Schokolade gegeben und alles zu essen, und wir haben gehabt alles bald was wir wollten. Aber die politischen, die HÃftlinge die Ãlteren, die mehr Kraft gehabt haben, haben genommen Zangen die isoliert waren mit Gummi und haben das Stacheldraht aufgetreten, aufgerissen und die Kabel bald durchgeschnitten.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Und, damit es noch nicht etwas passieren kann. Man hat rausgelassen mit die Gewehre, man hat die SS-MÃnner, die noch hinter dem Lager waren, zwischen der Chaussee und Lager, mitgebracht ins Lager reingenommen. Man hat sie nachher aufgehangen und geschossen, rein in einen Bunker, man hat sie geschlagen Ãh. Sie haben ein wenig Rache genommen. Man kann nicht sagen, die ganze Rache, weil die haben uns mehr gemacht, dass sie uns die Eltern weggenommen haben und das alles. Es war nur eine kleine Rache, muss man sagen.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Nachher, Ãh, zufÃllig . . .

David Boder

[unterbricht] Und darum hat man die SS aufgehangen?

Wolf Nehrich

Ja natÃrlich.

David Boder

Wer hat das getan?

Wolf Nehrich

Die HÃftlinge.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Also wir.

David Boder

Haben die politischen HÃftlinge das zugelassen?

Wolf Nehrich

Ja, die, wir waren doch alles waren nur politische HÃftlinge, wir mussten dass es.

David Boder

Ja. Nun?

Wolf Nehrich

Und, Ãh. Grade am selben Tag wann wir wurden befreit damals im 11. April ist gek-, kommt rein einer, in unseren Block, das war in dem Block 66, ein Jugendblock. Und, wir wussten nicht, gewiss ein Amerikaner . . .

David Boder

[unterbricht] Ein Jugendblock?

Wolf Nehrich

Ein Jugendblock, ja.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Es waren gekommen ein Amerikaner mit ein Helm, von die Panzer auf, also Ãh ja. Er sagte uns, er ist ein Jude, er ist Rabbiner, er hieà Rabbiner SchÃchter aus New York aus Brooklyn.

David Boder

Rabbiner SchÃchter aus Brooklyn?

Wolf Nehrich

Rabbiner SchÃchter aus Brooklyn, ja. Und wir haben uns damals, die Freude, die Freude war sehr groÃ, er hat uns ein paar Worte gesprochen, so dass die Herze haben sich uns ein klein bissel erleichtert, das wir von einem jÃdischen Amerikaner ein, der uns ausgelÃst hat, nicht wahr, hier von diesem mit einer Armee. Und hat uns gesagt, nicht wahr, dass wir Ãh, sie wer, Ãh er wird sich kÃmmern um uns und so weiter. Also wir wurden ja, wurden nachher rÃbergenommen eine andere Ãh schon nicht in Lager. Alle Jugendlichen wurden . . .

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

. . . Ãbersiedelt in ein Ka-, SS Kaserne, wo frÃher die SS war haben wir nachher ge, gewohnt. Weil Ãh die Baracken war verschmutzt, waren viele verschiedene.

David Boder

Haben Sie Ãbergesiedelt in die SS Kasernen?

Wolf Nehrich

Ja. In die SS Kasernen.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Und damit, dass wir besser leben so ein wenig schon. Ein bisschen normaler, weil wir waren ganz verwildert damals, und wir wussten ganz viel von der Freude von der Befreiung zu machen. Man ist gesprungen, man ist ganz verrÃckt geworden damals. Und Ãh, zuerst haben wir damals sehr viel bekommen von die Amerikaner, nicht wahr, wir haben die Deutsche von der Stadt, von de Deutschen mussten liefern verschiedenes Fleisch und Ãh Butter verschiedene Sachen. Und alle die haben alle . . .

David Boder

[unterbricht] Gab's all das?

Wolf Nehrich

NatÃrlich, es gab Wirtschaft alles, nicht wahr, ganze Felder, und KÃhe alles, da mussten sie liefern alles nach Buchenwald. Und ein Teilkontingent konnten sie sich nur leisten. Wir sind nachher in die Kasernen gekommen. Hat . . .

David Boder

[unterbricht] Ein Teil von was?

Wolf Nehrich

Von dem Kontingent, nicht wahr was sie abgeben mussten fÃrchten sie sich [unverstÃndliches Wort] nachher in die Kasernen gekommen, hat uns der Ãh Rabbiner SchÃchter nicht mehr abgelassen, der hat uns immerzu uns alles besorgt, ist jeden Tag gekommen mit dem Taxi und hat zu uns gesprochen Verschiedenes und hat Verschiedenes mitgebracht was man nur so brauchte von Kleidung und all den verschiedenen Sachen. Und hat nach sehr viel gesorgt. Nachher hat man genommen [unverstÃndliches Wort]. Drei Monate waren wir noch Buchenwald nach der Befreiung.

David Boder

[spricht Ãber Nehrich] Drei Monate noch in Buchenwald?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Ja. Aber Sie haben schon frei gelebt?

Wolf Nehrich

[spricht UnverstÃndliches Ãber Boder]

Wolf Nehrich

Ja, wir sind ge-, wir waren ganz frei, das Ãh man konnte schon nicht frei sagen, noch zu frei war man.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Man konnte Rache nehmen an die Deutschen. Man konnte SS MÃnner fangen, ist man ein bisschen rumgefahren mit den amerikanischen Jeeps in die DÃrfer, und wir haben, wo wir haben nur eine verdÃchtigt gehabt, haben wir ihn bald mitgenommen, und wir haben in Bunker reingesetzt. Wir haben einige aufgehangen, wir haben den RapportfÃhrer von Buchenwald gefangen, haben wir aufgehangen.

David Boder

Wenn haben Sie gefangen?

Wolf Nehrich

Den RapportfÃhrer aus Buchenwald.

David Boder

Wer war das?

Wolf Nehrich

Das war der im jeden Tag den Appell gemacht hat. [UnverstÃndlicher Satzteil]

David Boder

[spricht Ãber Nehrich] War das ein HÃftling?

Wolf Nehrich

Nein, ein SS-Mann.

David Boder

Ja?

Wolf Nehrich

Das ist . . .

David Boder

[unterbricht] Wo haben Sie ihn gefangen?

Wolf Nehrich

Wir haben ihn in einem Lager, in Weimar.

David Boder

Man hat ihn in Buchenwald aufgehangen?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Haben die Amerikaner das zugelassen?

Wolf Nehrich

NatÃrlich.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Und, die Amerikaner selbst konnten diese Sachen nicht machen, weil bei der ErschieÃung sie haben, sie waren zu weich, haben sie immer gesagt.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

[UnverstÃndlicher Satzanfang] das zu machen. Haben sie immer gesagt, macht ihr, wir wollen nicht sehen. Aber es war unter diese vielen Juden, die mehr Hass gehabt haben. So dass . . .

David Boder

[unterbricht] Unter wem?

Wolf Nehrich

Unter den Amerikanische waren doch manche Juden. Da haben sie mehr Hass gehabt. Da haben sie, weil sie wussten dass, das, haben die Deutsche am meisten nur die Juden umgebracht. Da haben sie ja Rache genommen. Die meisten.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Also, wir waren auch, damals sind wir auch in die DÃrfer gegangen. Wir haben vieles angetan und verschiedenes an die Deutschen. Und dann kam eine Zeit, die wir da, mussten wir sind wir, haben wir mit der Rabbiner SchÃchter zusammen geschafft ein Transport. Ein Judentransport, der nach die Schweiz fahren soll. Und wir sind alle abgefahren, 53 Jugendliche sind wir gekommen nach die Schweiz. Schweiz auf Erholung. Ich bin mit ihnen mitgekommen. Und der Rabbiner SchÃchter war der Transport-, Ãh -leiter von diesem Zug. Wir waren gefahren etwa vier Tage. Aufm Weg durch Deutschland hat der Rabbiner SchÃchter mit uns freitags abends Ãh Ãh ge- . . .

David Boder

gebetet?

Wolf Nehrich

Ja, gebetet. Nicht wahr. Es war sehr schÃn die Weg und so weiter. Es war FrÃhling. Man musste noch ein bissel auch [unverstÃndliches Wort] nach die ganze, nach dem ganzen Zores, wie man sagt. Und wir sind in die Schweiz angekommen.

David Boder

Man hat Sie in die Schweiz gefÃhrt?

Wolf Nehrich

Ja. Mit dem, mit dem Zug.

David Boder

Ja. Mit welchem Zweck?

Wolf Nehrich

Erholung.

David Boder

Auf Erholung.

Wolf Nehrich

Ja. Es hat nur auf drei Monate. Weil von drei Monate . . .

David Boder

[unterbricht] Ja. Die Schweiz hat Sie reingelassen?

Wolf Nehrich

Ja, auf drei Monate. Wir sind gekommen einige, Schweiz hat uns eingeladen auf Erholung.

David Boder

Wer dann?

Wolf Nehrich

Schweizerische Rote Kreuz.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Die nÃchsten drei Monate. Also, drei Monate wo sollten wir dann nachher gehen?

David Boder

Wie viele sind reingekommen?

Wolf Nehrich

350.

David Boder

Und SchÃchter ist mitgekommen?

Wolf Nehrich

SchÃchter ist mitgekommen, nachher musste er aber bald weg.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Wir haben uns mit ihm verabschiedet. Der Abschied, Verabschied war sehr schÃn natÃrlich. Es war uns sehr traurig, dass er uns Ãh, verlÃsst. Wir wollten gerne noch mit ihm sein, und so, aber er durfte nicht da bleiben, natÃrlich. Er war Verantwortung, hat er doch gehabt, weil er doch militÃrisch und so.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Musste er doch gehen zu seiner Armee. Also ist, Ãh er ist weggefahren und hat wieder andere Transporte gemacht, die wieder nach PalÃstina gefahren sind, und so weiter. So, einige auch nach Frankreich gefahren dort geblieben, weil wir sind durch Frankreich gefahren. Nachher waren wir, sollten wir noch drei Monate da sein, aber wir hatten noch nicht Karten zurÃck, in der Heimat wollte niemand Ãh niemand zurÃck.

David Boder

Warum?

Wolf Nehrich

Das, natÃrlich der Antisemitismus war und Verschiedenes, in Polen zum Beispiel was tut sich, hat sich getan und auch noch heute.

David Boder

Nun? Ja?

Wolf Nehrich

Wollte niemand zurÃck. Also, dann sind wir noch geblieben in der Schweiz, man hat verschieden, man hat verschiedene Berufe gelernt.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Zum Beispiel die ORT hat uns Ãh, hat ge-, hat gemacht, wir haben erfahren, dass sie es da ein ORT-Schule, die sehr gut ist, Berufsschule. Man kann verschiedene Kurse lernen.

David Boder

Und die Schweizer haben Ihnen erlaubt zu bleiben?

Wolf Nehrich

Ja. Das wurde schon all erledigt durch irgendwelche FlÃchtlingshilfe und so weiter, damit dass man hier bleibt, bis wir eine MÃglichkeit haben auszureisen. Viele von uns, Ãh, die meisten, grÃÃter Teil wollen nach PalÃstina fahren, andere wollen wieder nach Amerika gehen, hatten Verwandte da. Nur nicht zurÃck in die Heimat.

David Boder

Aha. Sagen Sie, haben Sie was von Ihren Eltern gehÃrt?

Wolf Nehrich

Von meine Eltern hab ich nur gehÃrt im 43. Jahr hab ich einmal gehabt ein GruÃ.

David Boder

Nun?

Wolf Nehrich

Sonst gar nichts.

David Boder

Wo waren sie da, im 43. Jahr?

Wolf Nehrich

Da waren sie noch in Będzin, wo ich wurde weggenommen. Nachher wurden sie ausgesiedelt.

David Boder

Wie wissen Sie das?

Wolf Nehrich

Ich hab Ãh, jetzt gefunden ein Bruder nach der Befreiung.

David Boder

Wo?

Wolf Nehrich

Hat mich ein Bruder zufÃllig gefunden. Der Ãh, war die ganze Zeit in ein Dorf versteckt als [unverstÃndliches Satzende]

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Ist er noch. Und Ãh, als Ãh Nichtjude und hat dort gearbeitet, die wussten nicht, nicht wahr, dass er Jude ist und Verschiedenes, und dann hat er mich auf einer Liste gefunden und hat mir ein Telegramm geschickt.

David Boder

Von wo?

Wolf Nehrich

Eine Liste. Ich war auf einer Befreiungsliste aus Buchenwald. Da hat erfahren, dass ich . . .

David Boder

[unterbricht] Aber wo war er? In Polen?

Wolf Nehrich

In Polen, ja.

David Boder

Und er hat Sie auf der Liste gefunden?

Wolf Nehrich

Ja. Und dann hat er erfahren, dass ich in der Schweiz bin.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Und hat mir ein Telegramm geschickt, nicht wahr. NatÃrlich war die Freude sehr groÃ. Weil von Verfolgter sollte jedem zwei geblieben.

David Boder

Hat er Ihnen nachher . . .

Wolf Nehrich

[unterbricht] Und er hat mir nachher geschrieben, wieso er ist entkommen und wieso die Eltern wurden ausgesiedelt, und wann, und so weiter. Hab noch den Ãlteren Bruder gehabt, schreibt er, hat er mir geschrieben, dass der Ãltere Bruder war mit einer Gruppe jÃdische Jugend versteckt in ein, auch in so ein Dorf, ein kleines StÃdtchen und ein Pole hat sie ausgegeben, und man hat sie alle ausgeschossen.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Mein Bruder.

David Boder

Und wo ist Ihr Bruder jetzt?

Wolf Nehrich

Der jÃngere Bruder ist jetzt in Deutschland. Er war in so einer Kibbutz, nach PalÃstina fahren will. War in Polen in Kibbutz, es ist, war in Deutschland in der amerikanischen Zone, Landsberg, und jetzt ist er wieder in, in der franzÃsischen Zone. Hier an der Schweizer Grenze. Ich gebe mir jetzt die MÃhe, damit ich mit ihm mich . . .

David Boder

Ihn sehen.

Wolf Nehrich

. . . wenn ich ihn sehen kann, ja. Weil schon fÃnf Jahre sind vorbei, [unverstÃndliches Satzende].

David Boder

[spricht Ãber Nehrich] Nun kann er nicht nach der Schweiz kommen?

Wolf Nehrich

Ich gebe mir die MÃhe, aber es geht vorlÃufig nicht. Die Schweiz, Schweiz will nicht reinlassen, jetzt.

David Boder

Ja. Sagen Sie mir diese Sachen, Sie haben sich welche Sachen geschrieben. Ist da etwas, das Sie mir noch sagen wollen? Jetzt sehen Sie nach.

Wolf Nehrich

Da ist alles Ãh. Das hab ich schon gesagt durch diesen.

David Boder

Ja wahrscheinlich haben Sie das Meiste schon gesagt.

Wolf Nehrich

Ich spreche auch nicht gut Deutsch, weil ich, weil ich . . .

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

. . . ja Pole bin.

David Boder

Wann haben Sie das aufgeschrieben?

Wolf Nehrich

Das hab ich geschrieben schon nach der, nach der Befreiung.

David Boder

Aber Sie haben das selber aufgeschrieben, ja?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Was ist das? Wenn haben Sie das geschrieben?

Wolf Nehrich

Das? In, in, also voriges Jahr.

David Boder

Sie haben das schon ein Jahr . . .

Wolf Nehrich

Also.

David Boder

. . . zurÃck geschrieben?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Lesen Sie ein bisschen.

Wolf Nehrich

Weil, das ist, was ich schon einmal gesagt habe.

David Boder

Ja. Sehen Sie, wie sieht das aus hier, wie soll das werden?

Wolf Nehrich

Am 26. 9. 19. Also am 26. 9. 1945 hab ich das geschrieben.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Kurze Ãberlebnisse, kurze beschriebene Ãberlebnisse in elf Konzentrationslager Ãber vier Jahre. Wolf Nehrich, geboren am 26. 12.

David Boder

Langsam.

Wolf Nehrich

1928 in Debice [wahrscheinlich], Polen. Ich habe gewohnt in KÃnigshÃtte bis Jahre 1939. Am 22. 10. 1939 wurde ich mit meiner Familie Ãbersiedelt nach Będzin.

David Boder

Aha. Und dann, das ist das Selbe was wir hier haben.

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Sagen Sie mal, hat man nicht welche Witze in Konzentrationslagern mal erzÃhlt? Ein Moment. [HintergrundgerÃusch]

Wolf Nehrich

Bitte?

David Boder

Hat man nicht welche Witze in Konzentrationslagern mal Ãh Geschichten, so was Ãhnliches, mal ein bissel Spaà gehabt?

Wolf Nehrich

Nein, man hat, vor allem hat man in seinem Kopf gehabt, man einfach, man hatte Hunger gehabt, und man ist gekommen von der Arbeit sehr mÃde. [UnverstÃndlicher Satz]

David Boder

[spricht unverstÃndlich Ãber Nehrich] Ein junger Mann. Haben Sie einmal gedacht an ein MÃdchen oder so?

Wolf Nehrich

Das hat mir Ãberhaupt nie im Sinne gehabt. Niemals.

David Boder

Warum nicht?

Wolf Nehrich

Wie konnte man diese Sachen in dem Sinne haben, wenn man, wenn man Hunger gehabt hat, nicht wahr. Und man schwach war, man hat Arbeit gehabt, weil sich manchen geschaut, dass der Tag durchkommt, weil wir den Tag durchgelebt haben. Und man liegt auf die Pritschen, da hat man nur gesagt: Oder ein Tag nÃher zu der Befreiung, oder ein Tag nÃher zum Tod. Man wusste nicht was.

David Boder

Und was haben Sie gedacht, wie wird sich das dauern. Was, was . . .

Wolf Nehrich

Wer es hat Mut gehabt, der hat sich verschiedene Fantasien vorgestellt, der hat durchgelebt. Und wer hat gesagt, Ãh, weil so gestimmt, es hat Ãh geglaubt, ach, wer wird das durchhalten, man bekommt nichts zu essen, die schwere Arbeit, der ist vom bloà Denken ist er bald gestorben. Und ich hab immer gesagt, der Ãh, ein Jud bin ich geworden, ein Jud werd ich sein. Und Ãh wir Juden sind ein Leidentum, muss man immer weiterleiden, und ich will's hoffen, dass ich, Ãh, dass man uns durchbringt. Doch hat man uns durchgebracht.

David Boder

Sagen Sie Ãh, hat man welche Gedichte im Lager gehabt?

Wolf Nehrich

Ja, wir haben sogar ein Buchenwalder Lied haben wir auch gehabt. Vielleicht haben Sie es schon gehÃrt?

David Boder

Wie war das, kÃnnen Sie es Ãh langsam singen?

Wolf Nehrich

Ja. Ich hab es hier aufgeschrieben sogar. Ich kann es auswendig auch, aber ich habâs.

David Boder

Ja, aber [unverstÃndliches Wort]. Lesen Sie es schon ein bisschen mit der Melodie. Ja?

Wolf Nehrich

Bitte?

David Boder

Ãh, singen Sie es vielleicht ein bisschen, dass man die Worte klar hÃrt. Ja.

Wolf Nehrich

Ja. Als das ist ein Lied Ãh.

David Boder

[unverstÃndlicher Satz]

Wolf Nehrich

Das ist ein Lied, welches der Lagerkommandant aus Buchenwald hat verlangt, dass man soll ein Lied machen, und dafÃr hat gegeben 100 Zigaretten und Ãh, und Ãh zehn Mark. Aber die 100 Zigaretten hat man natÃrlich nicht gesehen.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Und die zehn Mark auch nicht, nur das Lied hat man gehabt.

David Boder

Aber dann war das Lied Ãh so, dass es den Deutschen gefallen sollte?

Wolf Nehrich

Ja, das Lied war gemacht, nicht wahr, ein bisschen so Ãh weil wir dachten, das wird sie vielleicht nicht gefallen, aber die haben uns lassen das singen.

David Boder

Aha.

Wolf Nehrich

Ja, wir mÃssen's Ãh singen, manches Mal sogar wir haben Tote vom Lager von der Bausstelle reingebracht . . .

David Boder

Aha

Wolf Nehrich

in Lager. Musste man's auch singen.

David Boder

Nun singen Sie.

Wolf Nehrich

Aber das Lied ist so, Buchenwalder Lied: âWenn der Tag erwacht . . . â

David Boder

[unterbricht] KÃnnen Sie, singen Sie mit einer Melodie.

Wolf Nehrich

Ich hab heut schlechte Stimme.

David Boder

[unterbricht] Nein, nein, nein. Ãberhaupt nicht. Singen Sie ganz leise, aber klare Worte.

Wolf Nehrich

[singt] âWenn der Tag erwacht eh` die Sonne lacht. Die Kolonnen ziehen zu den TagesmÃhen. Hinein in den grauenden Morgen. Und der Wald ist schwarz, und der Himmel rot, und der Wind singt leisâ und ich . . . â

David Boder

Lesen Sie, lesen Sie's

Wolf Nehrich

[liest] âund ich trag, und wir tragen im Rucksack ein StÃckchen Brot, und im Herzen, im Herzen die Sorgen. Ach Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen, weil du mein Schicksal bist. Wer dich verlÃsst, der kann es erst ermessen, wie wunderbar die Freiheit ist. Doch Buchenwald, wir jammern nicht und klagen, und was auch unsere Zukunft sei, wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen, weil einmal kommt der Tag, da sind wir frei.â

David Boder

Und das hat man erlaubt zu singen?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Und weiter?

Wolf Nehrich

Ich will's lieber Ãh nicht singen, weil ich habe . . .

David Boder

[unterbricht] Ja!

Wolf Nehrich

. . . keine gute Stimme.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

[liest] âUnd die Nacht ist kurz und der Tag so lang, doch ein Lied erklingt, das die Heimat sang. Wir lassen den Mut uns nicht rauben. Halte Schritt Kamerad, und verlier nicht den Mut, denn wir tragen den Willen zum Leben im Blut, und im Herzen, im Herzen den Glauben. Ach Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen, weil du mein Schicksal bist. Wer dich verlÃsst, der kann es erst ermessen, wie wunderbar die Freiheit ist. Doch Buchenwald, wir jammern nicht und klagen, und was auch uns-, unsere Zukunft sei, wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen, weil einmal kommt der Tag dann sind wir frei.â

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

[liest] âUnd das Blut ist heià und das MÃdel fern, und der Wind singt's leis und ich habe sie so gern. Oh, wenn treu sie, wenn treu sie mir bliebe, und die Steine sind hart aber, hart aber fest und der Schritt, und wir tragen die Pickel und Spaten mit. Und im Herzen, im Herzen die Liebe. Ach Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen, weil du mein Schicksal bist. Wer dich verlÃsst, der kann es erst ermessen, wie wunderbar die Freiheit ist. Doch Buchenwald, wir jammern nicht und klagen, und was auch uns unsere Zukunft sei, wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen, weil einmal kommt der Tag, dann sind wir frei, frei, frei.â

David Boder

Ja. Und das hat man erlaubt zu singen?

Wolf Nehrich

Ja. Wir mussten es sogar singen.

David Boder

Sie mussten es.

Wolf Nehrich

Wenn man manches Mal nicht im Kopf gehabt hat dazu, musste man es singen.

David Boder

Ja. Nun sagen Sie ruhig . . .

Wolf Nehrich

Das ist die Abzeichen von Buchenwald

David Boder

Ja. Soll das das Buchenwald-Zeichen? Dreieck, war das jÃdisch oder politisch?

Wolf Nehrich

Politisch.

David Boder

Aha. Die Juden hat man die politischen [unverstÃndliches Wort].

Wolf Nehrich

Ja. Politisch und noch dazu oben einen gelben. Das war noch [unverstÃndliches Wort].

David Boder

Ah nach oben waren gelbe Zeichen. Nun sagen Sie mir dies: Ãh, wie. Ãh. Ãhm. Was halten Sie jetzt zu tun?

Wolf Nehrich

Jetzt, Ãhm, bin ich in der Fachschule von der ORT, ich lern Tischlerei. Die Fachschule ist sehr gut. Man kann sehr gut das Beruf lernen, vielleicht nicht so, Ãh vielleicht nirgends so gut wie in dieser Schule. Und nachher wenn ich die . . .

David Boder

[unterbricht] Tischlerei, dann.

Wolf Nehrich

Ja, Tischlerei. Wenn ich die Fach schon besser kenne, weià nicht ob ich ihn ganz zu Ende bringen werde, hoffentlich ja, dann fahr ich nach PalÃstina.

David Boder

Ja. Nun sagen Sie mir dies: Ãhm, und was ist dieser Platz wo Sie jetzt wohnen?

Wolf Nehrich

Das ist ein Jugendheim, nicht wahr, das ist eine religiÃse Heim. Die ReligiÃsen, die religiÃs woll-, sein wollen. Nun sind sie hier in diesem Heim, nicht wahr, genauso wie in all alle anderen Heimen.

David Boder

Und wieso haben beschlossen relig-, religiÃs zu sein? [UnverstÃndlicher Satzanfang] waren Sie zwÃlf Jahre ungefÃhr. Waren Ihre Eltern religiÃs?

Wolf Nehrich

Meine Eltern waren religiÃs. Und ich hab anerkannt, dass man muss religiÃs sein.

David Boder

Wann haben Sie das anerkannt?

Wolf Nehrich

Ich hab die ganze, durch die ganze Zeit gesehen, nicht wahr, ich hab immer, trotzdem ich war in die groÃe Gefahr, die ganze Zeit hab ich immer an Gott geglaubt, und ich hab's durchgebracht, dass ich weiter an Gott glaub.

David Boder

Hat man erlaubt den Juden zu beten im Lager?

Wolf Nehrich

Nein, das nicht. Man hat, man hat manches Mal gebetet, ver-, ganz versteckt.

David Boder

Ja.

Wolf Nehrich

Aber es war verboten. Streng verboten. Wenn man jemanden gefun-, gefangen hatte, hat er nachher StockschlÃge bekommen.

David Boder

Aha. So [unverstÃndliches Wort] hat man nicht gehabt?

Wolf Nehrich

Nein, das war nicht.

David Boder

Hat man ein Gebetbuch gehabt?

Wolf Nehrich

Es konnte vielleicht je jemand haben ge-, eingenÃht, und konnte dann vielleicht irgendwo versteckt im ganzen Lager.

David Boder

Aha. So was hat, wie hat man gebetet?

Wolf Nehrich

Auswendig, wie einer konnte.

David Boder

Aha. Und, Ãh, haben viele gewusst die jÃdischen Gebete auswendig? Haben Sie welche gewusst?

Wolf Nehrich

[spricht Ãber Boder] Wer hat gewusst, der hat gewusst. Hat nicht jeder, hat man nicht immer hat man gebetet. Manches mal, man hat gesagt die [unverstÃndliches Wort] auswendig, oder mal die [unverstÃndliches Wort; beides wohl Namen bestimmter jÃdischer Gebete] und damit schon etwas.

David Boder

Aha. Und warum haben Sie gesagt, dass Ãh Sachen geformen die Ãh, na ja. Nun, Ãh, so jetzt planen Sie nach PalÃstina zu gehen?

Wolf Nehrich

Ja.

David Boder

Und ihr Bruder will nach PalÃstina.

Wolf Nehrich

Ja. Zusammen mit dem Bruder.

David Boder

Wie denken Sie, wie werden Sie rÃberkommen?

Wolf Nehrich

Wieso? Was, wie, wie eine MÃglichkeit sein wird, auf so eine Art wird man rÃbergehen.

David Boder

Nun, das war sehr gut Herr Ãh Nehrich. Es freut mich wirklich, dass ich herÃbergekommen bin. Und ich denke, alles wird gut sein. Und wenn ich den Rabbiner SchÃchter sehe, werde ich ihm einen Gruà Ãbergeben.

Wolf Nehrich

Ja. Sehr angenehm.

David Boder

[In English] This concludes the interview with Wolf Nehrich eh, in Geneva, on, eh, August the 26th 1946. We curtail, that we finish that at, eh, the spool of 25 minutes. He has spoken one full spool and 25 minutes on the other. And that is about all. Eh, Illinois Institute of Technology recording.

var english_translation = { interview: [ David Boder

[In English] Geneva, Switzerland, August the 26th, 1946, in a foyer for boys, who are in training in preparation for eh Palestine, mostly. It is a foyer where they live and have other lessons than their professional ones. Rather an old building but surrounded by beautiful gardens. The interviewee, as a matter of fact, I came here when the boys saw me at school and suggested, suggested that I come over. They apparently will be ready subjects. I'm going to stay here this evening. The first interviewee is Wolf Nehrich.

David Boder

[In German] Eh, will you speak German or Yiddish, what do you want to speak?

Wolf Nehrich

It doesn't matter.

David Boder

Yes so, speak whatever you want. Make yourself comfortable, and you don't need to eh worry about whether you speak one language or another. Well, Nehrich, do tell me the full name. What age are you, and where are you born?

Wolf Nehrich

My name is Wolf Nehrich. I am born in Poland in Debice [probably the name of the town] on the 26th of December 1928.

David Boder

Eh, Debice is in which district?

Wolf Nehrich

It is in eh, well, it is, its name is Debice, which is in Poland.

David Boder

Near what, which big city?

Wolf Nehrich

[unintelligible]

David Boder

Was it Russian Poland or German Poland?

Wolf Nehrich

. . . it is Middle Poland.

David Boder

Yes, it was Middle Poland. Well, Nehrich, tell me, eh, what happened to you, when the Germans came to Poland, when the war began, and everything you went through afterwards. Tell it as you like, speak freely, and you don't need to hurry.

Wolf Nehrich

The Germans arrived. We gradually had to flee, but despite everything they caught us. We get to know that the whole school was closed down. We were not allowed to learn anymore because of political reasons.

David Boder

Which school did you go to?

Wolf Nehrich

The college. A Jewish college.

David Boder

Yes. And then?

Wolf Nehrich

[unintelligible]

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

How old where you then?

Wolf Nehrich

Eh, back then I was eh eleven years old.

David Boder

Eleven years.

Wolf Nehrich

When the war began.

David Boder

When the war began? And who was in your family?

Wolf Nehrich

Well, two more brothers and the parents.

David Boder

Your father and your mother?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

What was your father occupied? What was his occupation?

Wolf Nehrich

We had a store.

David Boder

Of which?

Wolf Nehrich

Textile goods.

David Boder

What?

Wolf Nehrich

Textile goods.

David Boder

A manufacture store. Yes. In [unintelligible place name].

Wolf Nehrich

Not in [unintelligible place name], in KÃnigshÃtte.

David Boder

What?

Wolf Nehrich

In KÃnigshÃtte.

David Boder

KÃnigshÃtte?

Wolf Nehrich

In KÃnigshÃtte. We lived in KÃnigshÃtte, afterwards.

David Boder

What is its name? KÃnigs

Wolf Nehrich

KÃnigshÃtte.

David Boder

KÃnigshÃtte. Alright. This sounds English. KÃnigshÃtte.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Now tell me, eh: How were, how old were your brothers and sisters?

Wolf Nehrich

The younger brother is born in 1930, and the older brother in 1924.

David Boder

I see. And, eh, your sister?

Wolf Nehrich

I didn't have one.

David Boder

I see, so it was only two brothers.

Wolf Nehrich

Yes

David Boder

. . . and your parents.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Now, tell me what happened. Make yourself comfortable and talk.

Wolf Nehrich

Then we had to move into a different city, because KÃnigshÃtte was cleaned of Jews, we had to go to Będzin.

David Boder

So the Germans said, this city had to be cleaned of Jews.

Wolf Nehrich

Cleaned of Jews, yes.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Yes, we had to go to Będzin. We arrived in Będzin. I had to do a, some work or other, as not to be forced to go to Germany.

David Boder

But your father had the store? What did he do with the store?

Wolf Nehrich

They took the store away from us.

David Boder

What does that mean? How did they take it away from you?

Wolf Nehrich

The Germans came, took the keys away and threw us out, and we then had to be without everything.

David Boder

And did you go away with some things?

Wolf Nehrich

Yes, you could only take some small things. Whatever you were carrying you could take with you. You had to go to a different city, where there were only Jews. That was a kind of, a kind of, how do you call it, ghetto.

David Boder

Yes. Did you go away by yourself?

Wolf Nehrich

No, with the parents.

David Boder

Yes, but I mean, did the family go away on their own? You bought a ticket and then you were off?

Wolf Nehrich

Yes, yes.

David Boder

Well, go on.

Wolf Nehrich

And then I came to this city Będzin. There you had to do work again, so I got into a factory, a side, in a carpenter's workshop. There I worked for one and a half years.

David Boder

You where eleven years old, back then? Or twelve?

Wolf Nehrich

Eleven.

David Boder

Eleven.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

How tall were you. Were you a tall boy?

Wolf Nehrich

No. Of course, when you are eleven years old you are still small.

David Boder

Well then, how did a side factory accept you?

Wolf Nehrich

Yes, there, eh, there was a Wehrmacht-factory. You produced crates for bombs and for the Wehrmacht desks and beds and such things, and there I worked.

David Boder

What did you do there?

Wolf Nehrich

Eh, working at machines and so on. Although I was still young, I was placed there and I had to work at them. The machines were dangerous, but you weren't allowed to say anything, because you were a Jew.

David Boder

I see. Well?

Wolf Nehrich

And eh, thus dangerously I had soon worked half a year with the foreman. So I was there half a year.

David Boder

As what?

Wolf Nehrich

Well, as a, eh, carpenter, too.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

And one, one and a half years in the factory. Together it was two years. Later on there had already been enough work done in the factory; they didn't need any more crates for bombs and so on. Then they simply took me from home, as I was just returning from work, and they sent me into the camp.

David Boder

I see. Tell me, how did they take you from the house? You came home from work, what happened then?

Wolf Nehrich

Came back from work. Came the Gestapo with a note saying I was on the list, so I should eh turn myself in, no? At this and that time.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

And I went on my own . . .

David Boder

Now hang on. The Gestapo, they were Poles, they were . . .

Wolf Nehrich

[interrupts] no Germans. Imperial Germans [orig.: "Reichsdeutsche"]

David Boder

Imperial Germans came and said . . .

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

. . . you had to . . .

Wolf Nehrich

Yes with the list. I must turn myself in at 3 o'clock in the afternoon.

David Boder

Well? On the next day?

Wolf Nehrich

On the next day.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

And in the mean time I ran away during the night, and I hid.

David Boder

When?

Wolf Nehrich

I hid during the night.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

And then they searched for me, they were told, were told, I'm not there. I'm in the factory. I wasn't in my factory either. I hid in the factory in a tank, on top of it.

David Boder

Oh, you hid in the factory?

Wolf Nehrich

Yes

David Boder

Yes

Wolf Nehrich

And then came, they took my father as hostage. When I don't turn myself in, they send the father to Auschwitz.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

I was scared then. So I turned myself in.

David Boder

And the father, did they . . .

Wolf Nehrich

[interrupts] then they released the father.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

I later came into an armament camp.

David Boder

Who told you, that your father was taken hostage?

Wolf Nehrich

The brother came to the factory and said that they had taken the father.

David Boder

I see. So you came back?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

That was in the year of 1941.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

And then I turned myself in. I went to the police. At the Gestapo they sent me again to in an armament camp, this is in a smaller town. And from there they took us as skilled workers, you know? Was as a carpenter with eleven, with twelve years of age, they took us to, eh, to Germany.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

To a camp. There you already started to be forced to work.

David Boder

In which camp was that?

Wolf Nehrich

Sakrau.

David Boder

Sakrau.

Wolf Nehrich

That was the first camp.

David Boder

Where is it?

Wolf Nehrich

This was in Upper Silesia. German Upper Silesia.

David Boder

Yes, well?

Wolf Nehrich

I worked in a forest. Food was scarce.

David Boder

What did you work there?

Wolf Nehrich

You cut down trees.

David Boder

And what did you do?

Wolf Nehrich

Also cut down trees and carried them to the country road.

David Boder

Was this with other Jews?

Wolf Nehrich

Yes. Only Jews.

David Boder

Only Jews, Well, and where . . .

Wolf Nehrich

[interrupts] under surveillance.

David Boder

What?

Wolf Nehrich

Under surveillance.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Germans kept guard over me.

David Boder

And where did you sleep?

Wolf Nehrich

In barracks.

David Boder

Uh. Well? How long did that last, and what happened then?

Wolf Nehrich

After this, they took me again in, uh, just thinking how long for. They sent us again as 52 skilled workers to eh, Karwin. That was in Czechia, "Sudetenland."

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Yes, and there we were, we worked as skilled workers with concrete. We built a power plant. The power plant wasn't finished yet, when they had to send us away, because there were a lot of guerrillas. They were scared we would flee one after the other, because many fled from the camp. Then they sent us away again to eh, Groà Masselwitz. To another camp. There I stayed again for a while, working.

David Boder

Masselwitz or Misselwitz?

Wolf Nehrich

Masselwitz, Groà Masselwitz.

David Boder

Yes, well?

Wolf Nehrich

In this camp you worked again on eh, new cars for the "Wehrmacht," again. Building new ones and motorways. This means building the country road. Concrete, all these things. Building new motorways. And there they sent us again, there were already to many people there, and food was scarce, they sent us to Klettendorf.

David Boder

Where is it?

Wolf Nehrich

Klettendorf is near Breslau [Polish name: Wroclaw].

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

In a camp. We worked there in the fields, we did, yes, made a trench for grid gas pipes, from gas.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

Those were these big pipes, you know, we layered earth on. You had to work hard doing it. We made a six kilometer shaft. Two meters five, eh, two meters 20 down you had to . . .

David Boder

[interrupts] Dig.

Wolf Nehrich

Yes. Making it in one day. Five meters long.

David Boder

uh.

Wolf Nehrich

Those who could do it, could do it, and those who couldn't were beaten.

David Boder

Every single one had to dig five meters long and two meters twenty [centimeters] deep?

Wolf Nehrich

[interrupts] Long and two meters twenty, yes, in one day.

David Boder

Two meters twenty deep?

Wolf Nehrich

Yes. When it, when it was hard earth or stony, they granted you one more day.

David Boder

I see. And eh, when it wasn't finished? What?

Wolf Nehrich

You got, then you got beaten and maybe sometimes, when somebody had worked even worse, for example, when he was weak, he didn't get food that day.

David Boder

I see. Well? Eh, did you always work enough?

Wolf Nehrich

Yes. I did most times, yes sometimes, when I had good earth it went faster and if not, I got beaten just as much as all the others.

David Boder

Who was that, who beat you?

Wolf Nehrich

The foreman himself.

David Boder

Who is the foreman?

Wolf Nehrich

The foreman was a German guard, no? A foreman . . .

David Boder

[interrupts] Was he prisoner, prisoner?

Wolf Nehrich

No, no. He was an Imperial German.

David Boder

And the foreman himself beat you?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

And afterwards eh, we stayed there eh, roughly five months, and then we were sent again to eh Landeshut. We were taken, only eh youths, up until eh 16 years of age, youths. They sent us there. They said we would then work in a weaving mill. Instead we had to work at a building site, too, with stones, carrying clay stones. And we had to erect stone barracks for the bomb, bombed ones from Germany.

David Boder

Hm.

Wolf Nehrich

Those, who had been bombed on the French border, those had, were homeless, they had to, they came to barracks we had erected. It was a very bad camp. It was very unclean, and it wasn't good to sleep in. You had to sleep solely on the earth, one on top of the other. And we, eh, got little to eat. A lot died there, because of hunger and some because of the beatings and because of the dirt. It was various such things, that are unpleasant to speak of.

David Boder

Yes, but we want to know this.

Wolf Nehrich

Yes, there were lice for example, you see, how to call it, and flees and various other of these elements.

David Boder

Eh, now tell me how? You say the people died of hunger? How does somebody die of hunger?

Wolf Nehrich

Somebody is eh, sick, you know, when he gets little food, and he has to work hard he gets sick and afterwards.

David Boder

I see, they got sick of their own accord.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

And what did . . .

Wolf Nehrich

[interrupts] And when you are ill, when you are unfit for work, you get various injections, such, that you even die. Because they say, who cannot work must, is unfit for work.

David Boder

I see. Well, did they give injections in your camp?

Wolf Nehrich

Yes. Injections, it was even SS doctors, who gave petroleum injections. And even if somebody had pus, they took the pus and injected it the sick.

David Boder

Who had pus?

Wolf Nehrich

There were some, who had an abscess on the foot or something. They took out the abscess with a syringe and injected somebody else, who was already dying, a syringe with pus, and then he was poisoned and died.

David Boder

Did you see that yourself?

Wolf Nehrich

Experienced it myself, saw it, yes.

David Boder

Where did they do it? At the station?

Wolf Nehrich

Yes, in the sick ward.

David Boder

And why were you there?

Wolf Nehrich

That, eh, I came in there now and again. Sometimes you needed a bandage, it was different things. You were [unintelligible word] at the building site, or something hit you, a track, or a stone on the foot or somehow.

David Boder

Then you came to the station, too?

Wolf Nehrich

Of course.

David Boder

And who worked at the station?

Wolf Nehrich

There were doctors, there were prisoner doctors, you see, and there were eh . . .

David Boder

[interrupts] The SS?

Wolf Nehrich

They were Jewish doctors and they were SS doctors, medical officers.

David Boder

And who gave the injections?

Wolf Nehrich

The SS.

David Boder

The SS gave the injections. Simply taking pus from somebody's wounds . . .

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

. . . and injecting it.

David Boder

Well, go on.

Wolf Nehrich

After that, they eh sent us from Landeshut. Already were, they organized a transport of 30 sick people, 20 sick people and 30 eh healthy people, who were still fit for work, who were still fit to work were supposed to go to Blechhammer [Polish name: Blachownia Slaska].

David Boder

To Blechhammer?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Well, I went with, with this . . .

David Boder

[interrupts] Blechhammer is near which eh camp?

Wolf Nehrich

Blechhammer is in Upper Silesia, too.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Well, with, back then I came with the transport to Auschwitz, because I, I was sick too. I was weak, and all. So they sent me to Auschwitz after all. I got there, then they made roll call. And you had to get undressed a bit, half undressed. And a doctor went round and checked who was still fit for work and who wasn't. I was still deemed fit for work for two weeks.

David Boder

What does this mean? They still got two weeks . . .

Wolf Nehrich

[interrupts] Two weeks working. Those who couldn't work at all any more, those of course entered through a big gate and came back out through the chimney, this is the crematorium.

David Boder

[unintelligible]

Wolf Nehrich

They gassed them, they died in the crematorium.

David Boder

Did you see the crematories?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

What did they look like?

Wolf Nehrich

I even have a picture of the crematorium in Buchenwald.

David Boder

What?

Wolf Nehrich

I even have a picture of the crem-, one taken at the crematorium in Buchenwald.

David Boder

Who took the picture?

Wolf Nehrich

An American, the American soldiers after the liberation.

David Boder

Yes, but Buchenwald was no extermination camp.

Wolf Nehrich

It was just like any other camp.

David Boder

Why?

Wolf Nehrich

In Auschwitz the crematorium was a bit bigger than in eh, Buchenwald. They had, in Auschwitz there was gas chamber as well, and in Buchenwald there were no gas chambers. There they hanged. Anyway, I was deemed still clean and fit for work, and so they tattooed a number on my hand.

David Boder

Which number where you?

Wolf Nehrich

178141

David Boder

one hundred seventy eight

Wolf Nehrich

eight, one thousand, you see, hundred

David Boder

one hundred . . .

Wolf Nehrich

forty . . .

David Boder

. . . one

Wolf Nehrich

. . . forty one.

David Boder

one hundred forty one.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

And a triangle, no triangle?

Wolf Nehrich

No.

David Boder

Ah, 141.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Who did the tattoos?

Wolf Nehrich

It was prisoners, who were especially eh, picked for these things.

David Boder

Yes

Wolf Nehrich

To tattoo.

Wolf Nehrich

And then they . . .

David Boder

[interrupts] And how did they tattoo?

Wolf Nehrich

It was a kind of quill, you know, like for an injection, and in the quill was a needle, like an injection needle, and they eh filled it with ink, and it doesn't come off again.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

It stays for a while. The arm [unintelligible ending of sentence]. And then they did, eh, because I was fit for work, they did not leave me in Auschwitz. I did not, I didn't work. You only ever had to do such useless work, carrying stones from one place to the next, eh, tidying up and various things. And you had to stand a few hours during roll call every morning, and every night they woke us up, and afterwards they sent me to eh Blechhammer, too. I came to Blechhammer, they had me, I went onto a building site, where there was a big plant, eh, there they produced gasoline. Coal was dug there. Gasoline was extracted from the coal, and eh, a substance for margarine and a substance for saccharin. The rest was coke.

David Boder

What is a substance for margarine?

Wolf Nehrich

What was extracted from the coal, a kind of substance . . .

David Boder

[interrupts] a substance margarine is made out of?

Wolf Nehrich

[interrupts] Yes, margarine and also a kind of substance you make saccharin out of.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Afterwards, there you, I worked with tracks, railway construction.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

And that was a work, eh that was very hard. We had to work at piece-rate, unloading every day four, five coaches with tracks and crossties additionally.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

And we always loaded the coaches. There were many accidents, because they chased us, we hard to work a lot. The foremen were always screaming, we had to work for the empire, for the FÃhrer, and for the plant [orig.: "fÃr Reich, fÃr FÃhrer und fÃr Werk"] And when . . .

David Boder

[interrupts] For the empire, for the FÃhrer . . .

Wolf Nehrich

For the FÃhrer and for the plant.

David Boder

. . . and for the plant. And?

Wolf Nehrich

We didn't want to do it, just as we didn't want to do anything, I know, that wasn't needed.

David Boder

No.

Wolf Nehrich

Anyway, we had to do it. And eh, towards the end the plant was bombed much, very heavily, and so, eh, after half a year working there, on a coach, there was an air raid by American planes, and they bombed the entire plant.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

And I, eh, a lot, we were never allowed to protect us, trenches against splinters. So I protected myself beneath a, a stack of crossties. And as I . . .

David Boder

[interrupts] a stack of what?

Wolf Nehrich

Of crossties.

David Boder

Crossties?

Wolf Nehrich

Crossties, yes. Railway crossties.

David Boder

[speaks simultaneously with Nehrich] Railway crossties.

Wolf Nehrich

Yes. And all of a sudden, a couple of bombs fell. I protected myself a little, against the splinters, against the bombs you couldn't protect yourself.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Then, eh, a bomb fell, eh a bomb about one and a half meters, about one and a half to two meters away from me. And everything went up in the air, including me. When I came back to earth, I was already unconscious, as I flew up I wanted to scream [unintelligible word], but I couldn't scream do it anymore, because I was already unconscious. I fell down into a hole, where the, a bomb had already landed, a bomb crater. And afterwards I lay down there, unconscious, the hole was closed again by another bomb.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

Was closed again by another bomb, and I was beneath the earth, about two meters. I didn't know at all, whether I would be able to somehow get out from down there. There were . . .

David Boder

[interrupts] Yes, the earth was completely on top of you?

Wolf Nehrich

On top of me. Entire stones with various. I lay down there, I don't know, maybe it was too deep, maybe it was damp, there was a bit of air. I lay down there one hour.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Then, next to me, eh they were maybe ten meters away in a trench against splinters; there were prisoners of war, English and French. The protected themselves there, because they were no, eh, not under the SS, guarded only by the Wehrmacht. They saw how I . . .

David Boder

[interrupts] The French and English were under the Wehrmacht?

Wolf Nehrich

Under the Wehrmacht.

David Boder

[speaks over Nehrich] They could protect themselves.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

And they saw how I flew in the air, after the raid they wanted to search for me. Because they were, we always lived as comrades together on the building site. They searched for me, and luckily they found me after one hour underneath the earth. And the right upper arm was broken.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

After that they brought me to, to the camp. They had to carry me, and the people didn't have strength back then, because about 75, roughly 75 or 76 dead on that day. And over 200 eh wounded. I was amongst them, too. So they didn't even have the strength to carry me onto the building site, they had to drag me on the earth.

David Boder

Why? They had no strength?

Wolf Nehrich

No, they didn't have strength, they carried me a little and the dragged me on the earth a little and various. We didn't have no car, nothing. Couldn't . . .

David Boder

[interrupts] How far was it?

Wolf Nehrich

Three quarters of an hour from the building site on foot . . .

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

. . . into the camp. Afterwards we came near the camp, already ten minutes away from the camp, a car passed, and an SS man stopped and threw us into the car. And they brought me into a, into the camp by car.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Then I came into the sick ward. They, they tried to fix my arm somehow. They, it was only cracked in one, eh, two places, you know, broken through, so they put it back into a joint, the way it had been, and they searched for plaster, to do a bit more. The doctor at the moment was a Polish Jew, he was very decent in this camp, and said, because I was still young, he said, he would save me somehow with this, and he made me a cast, that, eh, I had the cast for three weeks. It should have stayed six weeks on the hand, on the arm, because, it stayed only three weeks, because it was filthy there in the barracks, the bugs crawled underneath and then bit, that I couldn't stand it anymore, so the doctor took the cast off after three weeks. I didn't have the cast anymore, it was only a, a roll of bandage, a packet of bandage, so he made me a strong bandage and I had it for three more weeks. But afterwards the arm didn't grow together straight, it is a little bent.

David Boder

And it is still bent?

Wolf Nehrich

Not very much. Of course, a little.

David Boder

Yes. Where was it broke?

Wolf Nehrich

Here at the top.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

Here, at this spot. And afterwards, eh, I should, rightfully I should only stay four days in the sick ward. Because if you are in the sick ward that long, you don't get food there, you are unfit for work.

David Boder

Sick ward you call it, yes?

Wolf Nehrich

Yes. That's the "Revier." And afterwards they send you to Auschwitz, when you are unable, unfit for work and you end up in the crematorium. But the doctor eh, he liked me, and so, every time the medical officer came, came from Auschwitz to check.

David Boder

Mhm, well?

Wolf Nehrich

When he came, he said, they hid me in a chamber or somewhere, so that the medical officer wouldn't see me, that I stayed that long.

David Boder

And?

Wolf Nehrich

And, eh, when the medical officer came, the doctor said, I was already at the building site, and so I was still there after the six weeks, they took of half the cast, and eh, I, the doctor had to give me the massage. Hand massage. With Vaseline and so on, to make the arm straight again, because it was stiff from the dress-, from the cast.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

Then I worked, in the mean time, in the sick ward with the doctor, assisting variously, boiling out the instruments and various things. He realized, I knew these things a little, I was able to do various things. And sometimes I stood with operations, because the doctor saw, it doesn't bother me much, when I stand with operations. It was various amputations of the finger, and eh cutting various abscesses and phlegmons. And afterwards there came, that was already 1944, end of, eh near the end already. In December, at the end of December. Afterwards it was already cold in December. There were a lot of sick people in the sick ward, so I had to go back to the building site. I came to the building site, I worked, because, in a building that had been bombed, the machines had to be taken out, the machines that had been in the building had to be pulled out of the rubble, where it was bombed. Afterwards, it was on the 21st of January 1945 the Russians, the Russian army was six kilometers away from the camp. And it was very dangerous, so they evacuated us, so the Russians would not meet us, us alive in the camp. 4300 men were evacuated on that occasion. How far and where we would walk we didn't know. We didn't get no food. We didn't know how long we would walk. We had to [unintelligible word] . . .

David Boder

You marched?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

When . . .

David Boder

[interrupts] Tell me more about the march, and what happened on the way.

Wolf Nehrich

Yes. We came out on the 21st of January 1945, and we walked throughout the whole time. There was snow; we walked over mountains and through fields. We were not allowed to walk along the country road, because it was, eh, the Wehrmacht retreated at that time. So the country roads where all blocked, so we had to take various back roads . . .

David Boder

[interrupts] And who led you?

Wolf Nehrich

Food we didn't get. There were guards every few meters, five, six meters there was an SS man, and on the guns stuck bayonets. And we walked, in a few, few hours others fell, because of the frost and the cold and so on. We didn't have anything to drink, and they didn't give us any food. They simply evacuated us. They wanted to see who would last, and those who won't hold out, will hold out, who will not, doesn't have luck on his side.

David Boder

And what did they do with those who didn't hold out?

Wolf Nehrich

They were eh, taken out of the rows and were thrown into the field, snow and on top with the snow and that was it all.

David Boder

Yes, but when they were not yet dead?

Wolf Nehrich

Then they were left there. Or they were, some who would last a while longer, eh, would last a few hours, were shot and were thrown on top, and those would die soon where thrown on top of the snow and then they died on, in the snow.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

And, eh, you had to drink something there. So we want, wanted to drink snow, then the SS men said, we weren't allowed to.

David Boder

Why?

Wolf Nehrich

Because we would become sick from the snow.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

They, first they shoot us with various things, and then they're afraid all of a sudden, we would become sick. But they didn't care for us, they thought it would be worse if we couldn't drink a little.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Afterwards we . . .

David Boder

[interrupts] And what did the SS men eat and drink? They had something with them, didn't they?

Wolf Nehrich

They always bought provisions from one village to the next.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

And if not, they. I once tried, tried to flee on the way. I got away into a village during the night, into a barn. And in the, in this barn I crawled into a straw and I thought, I would be all alone. I was hungry, that was already on the eighth or ninth day. The farmer came when I was there. I told him I was a German, I, we were bombed, I said, and, because I didn't want to say that I was a Jew, that I was with the evacuated. So I said, we were bombed and everybody ran away somewhere, and I went into this barn, he should bring me something to eat. He brought me food, bread, you know, and something cooked. And all of a sudden four SS men enter the barn. He went off, back into his room, and I stayed under this straw, I even couldn't eat anything, because I was afraid. And the SS men start to strike the straw and search if somebody's there. They searched for the Jews in one barn after the other, whether somebody stayed behind.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Well, they started to strike. The bayonet went through my hand, beside this hand. I became scared I would get the next strike, so I threw off the heap with the straw and came out.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

SS men soon positioned themselves in front of me with the guns. And, ehm, they said: Get out! How many are you. I said: I'm on my own. Says he: You're lying. Says I: But, I'm here, I think, I'm here on my own. They continued searching, they found seven more. The seven didn't know I was there, and I didn't know the seven were there. Fortunately they were drunk and they . . .

David Boder

[interrupts] the SS were drunk.

Wolf Nehrich

Yes. They were drunk.

David Boder

[speaks over Nehrich] Not you were drunk.

Wolf Nehrich

No. The SS men were drunk. And so they didn't know what to do, because at that moment they told us: What shall we do with you? And we want to say they should let us live, so they want to say: Don't give us orders. We want to say: Do what ever you want, then they would want to simply shoot us. We didn't answer. Did they say to us: Come on, back into line. And we had to run after them the whole bit, they had already walked on, eh, slowly. We had to run after them through all the snow and over the mountains until we got back to the line.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

I already . . .

David Boder

[interrupts] Where the SS men from your transport?

Wolf Nehrich

Yes. The SS men were from our Jews. Four, five SS men always stayed there in order to search whether somebody had stayed behind here.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

You walked through the fields; afterwards you came into a village.

David Boder

They simply let you run. They said to collect at night with the transport.

Wolf Nehrich

Yes, they followed in a motorized convoy, we had to run on foot.

David Boder

I see. Well?

Wolf Nehrich

And eh, afterwards we eh walked, that was, that was, was already a few days later after I had fled. So, during one of the nights we arrived in GroÃ-Rosen [Polish name: Rogoznica].

David Boder

GroÃ-Rosen is where?

Wolf Nehrich

GroÃ-Rosen, it is near [maybe "Greuslitz" / unclear place name], it is not far from Breslau as well . . .

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

. . . roughly, we went there. It eh is near Schweidnitz [Polish name: Świdnica], this area we went to afterwards, it was a big camp too, a very bad camp. There were many prisoners, the German prisoners of war eh, the professional criminals and dangerous criminals, those, who already had been in concentration camps for ten and twelve years for murder and the like. They were all Germans. And they beat us when we came in. First we got 80 "deka" [i.e., "dekagram"] for twelve men back then. So everybody got one, got one bite, as we came in.

David Boder

This means, everybody took a bite from the same bread?

Wolf Nehrich

No, they gave us one loaf of bread for twelve men.

David Boder

And how did you share it out?

Wolf Nehrich

And you took a knife, everybody got one little piece and that was all.

David Boder

Who had the knife?

Wolf Nehrich

We got them. They lent us one knife for every twelve men for cutting and took it back soon.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

You had to give back the knife soon. Afterwards they chased us inside. You couldn't sleep well. There were already evacuated from different transports, they had come there into the camp. So they told us to walk above all things during the night. Straight down these stairs, and we didn't know where we were going. It was dark. You weren't allowed to have lighting outside because of the air raids. We should have gone right, instead they told us to left, and left there was a heap of feces a whole square, and we stepped into the feces up over the knees. We couldn't get out at all.

David Boder

What kind of feces?

Wolf Nehrich

Feces. Simply. Brought from fields from different places, eh, from sand, made wet with clay and that.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

And you could up over the knees. And it was winter then, of course. It was, it was freezing and that. It was cold after all. Many froze off their feet, the toes and so on. Afterwards they eh they hit us, so that we would get out of the dirt into the barracks into this hall. But you couldn't walk fast, because you couldn't get out of these feces that quickly after all. But you had to, those who could, got out, and those who couldn't stayed put, lying in the feces until in the morning and perhaps were frozen to death when found.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

I too went into the hall. Because, eh, I somehow found a way to get out of the dirt, I tormented myself long enough. Then I went into the hall and lay down on the earth. Came in the camp eldest, an Imperial German, he was with a, such a green triangle [Note: he uses the German word "Winkel," literally "angle." In the Third Reich, a "Winkel" was the term for the color coded concentration camp identification badges, usually triangular. Therefore, "Winkel" is translated as "triangle."] It was red triangle on the left chest, was a political . . .

David Boder

[interrupts] political

Wolf Nehrich

Yes, and green triangle criminal.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

There was also, eh, black triangle: sabotage. It was a green triangle, he told us: everybody ou-, over to that side. The whole hall was crammed, that you couldn't move and he told us to go to one side. So, you couldn't, he beat us. And then . . .

David Boder

[interrupts] What did he hit you with?

Wolf Nehrich

With a riding crop.

David Boder

Oh, he had a riding crop?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Well.

Wolf Nehrich

Then he said: if you can [unintelligible sentence part], then everybody out, and we had to stand until the morning. So outside during the roll call, you counted the whole day. So three, four days we were there. We didn't work, we just collected dead people who lay on the square. And the ones frozen to death in the dirt, you had to mark them with a number, write it onto their feet, very big and then into the crematorium.

David Boder

What with?

Wolf Nehrich

With an ink pencil.

David Boder

What?

Wolf Nehrich

With an ink pencil.

David Boder

With an ink pencil.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

You wrote the number onto them.

Wolf Nehrich

Yes. The number he had on the arm or on the trousers, you know, it has to be written onto the bones when they were undressed. Everybody was skinny after all, so you could write onto the bones. Then they were taken into the crematorium. After four days they said we would move on. We didn't know where to, they led us with, into railway cars, we were 100 men in one car. They, eh, cars for animals. And two sentinels are in this car.

David Boder

Two soldiers?

Wolf Nehrich

Two sentinels. Yes, they were the two SS men. Armed.

David Boder

In the car as well?

Wolf Nehrich

Yes. But they took up a quarter of the car the two, and we the three quarters.

David Boder

Why did they take up a quarter of the car? What did they do?

Wolf Nehrich

They, they were Germans, after all, they said, we don't want to knock against you here. We have to have it a little more comfortable.

David Boder

So what did they do?

Wolf Nehrich

So they took a quarter of the car, parted it with a plank, you know. And up to this plank we were allowed and not further.

David Boder

Well.

Wolf Nehrich

And we lay like that one top of the other. We drove for four days all in all. On the 9th of Feb-, eh.

David Boder

How did you go outside if you needed to, to the toilet or so?

Wolf Nehrich

Yes, then they stopped, and eh you couldn't go all the way as well. A few times the train stopped, the pathways were always variously bombed. You had to stop. Then single people had to go outside, whoever needed to, always alone. And first of all we got 15 deka a day. 15 deka bread a day and then a black coffee.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

We arrived on the 9th of April we arrived on . . .

David Boder

45.

Wolf Nehrich

On the 9th of February 45 we arrived in Weimar. It is near Buchenwald.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

So as we, eh some of the car were no freight cars or the like, but for work cars for bricks and such, entirely open. Eh, as we arrived in Weimar at about eleven at twelve o'clock the raid came.

David Boder

[speaks over Nehrich] At night?

Wolf Nehrich

No, during the day. Midday. Came an air raid. First a scout, an American plane signaled that everywhere at the station there was military. And after five minutes later, there soon came a whole, a whole air raid and they bombed us. And the sentinels here had to get us down, and the sentinels wanted to protect themselves. The sentinels ran out of the coach, did they see that there is military and they bombed us. A lot at that time, I was at that time [unintelligible word] in the knee here, I still have something here a mark, already the second time by a bomb. The hands I got splinters, into the hands, too, and eh a lot of dead, some were, were eh, you couldn't find them anymore. Only bits of them. And there were also two SS men eh dead. Of all the SS men only two. And because the two were dead, they beat us afterwards, because they said: your American comrades bombed us.

David Boder

Your American comrades.

Wolf Nehrich

Comrades shot us two eh, killed our two comrades. Afterwards we had to go back to roll call. All proper, stayed alive. Of all of them, of all the 4300 men who got out of Blechhammer 1200 were left over until Buchenwald.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

We came back to Buchenwald at night.

David Boder

[speaks over Nehrich] All men?

Wolf Nehrich

Yes. No, women also came with us, but the women went somewhere else afterwards from Groà Rosen.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Well, afterwards we came, 1200 men, into Buchenwald at night. Because we first had to walk three-, thirteen kilometers on foot.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

To, eh from Weimar to Buchenwald. We got there at night; they brought us into a kind of wash room. There the bathed us. They took away all our clothes we had worn. They only gave us back prisoner's trousers, other ones, which were newly laundered. Eh, freshly laundered, they were clean. And a jacket and a shirt. And a cap, some kind of prisoner's cap. Without underpants, just like that.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

They brought us into big barracks, a horse stable, stable barracks. There we sat for a long time. Until they brought us in again a little soup. In Buchenwald there were already, came green triangles, such as Capos, and such. They were, uh, most people were Russians. They were also French, Czech, various. There were nationalities prisoners there from all over Europe, which took part in the war.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Well, afterwards I stayed there for two weeks in Buchenwald. We got to eat very little, too. Therefore they also gave us injections against typhus. We had to sleep on the barracks, eh sleep in the barracks on pallets. Eleven people had one and a half meters. One with the head and one the feet like that and diagonally across various, however you could. A lot died there of typhus illnesses and pneumonia. I lay with them all, and I don't know, somehow a miracle, I wasn't, I didn't have anything wrong with me. I didn't have anything wrong with me. Afterwards, afterwards they sent us to eh, Hannover as eh, skilled workers. I was, I was still young, but . . .

David Boder

[interrupts] You were a carpenter.

Wolf Nehrich

Yes, carpenter. They sent me to Hannover. Into a big . . .

David Boder

[interrupts] To Hannover?

Wolf Nehrich

Yes. They sent us in a transport, eh 200 men from Buchenwald came to Hannover into an aircraft factory, and V2 was built there.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

There we worked in the plant that was underneath the earth. 15 me-, 50 meters underneath the earth in a plant it was . . .

David Boder

[interrupts] And, in Hannover.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

A plant underneath the earth?

Wolf Nehrich

Yes. And there we built, you know, the aircrafts, eh, produced them. We didn't build them alone, but we had to unload the parts for them and assemble them and cut the aluminum for the V2 with scissors, with mechanic scissors, all that we had to do. Hard work with these things.

David Boder

Only Jews?

Wolf Nehrich

No, there were also Italians and there were Jews, There were other nationalities, too from different countries . . .

David Boder

[interrupts with an unintelligible question]

Wolf Nehrich

No. Those were not. There were French, Czech, Yugoslavs, Italians and Poles and Austrians and Germans, too. From various nationalities.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Afterwards, eh, there was a hall, where Jews were not allowed there. It was only for eh for Imperial Germans. There they designed the plans, and there were machines which put together the V2 quickly and screwed in, put in the dynamite into the V2.

David Boder

Where those prisoners there as well?

Wolf Nehrich

No. There only the Imperial Germans, who were higher up, higher up professionals, were allowed . . .

David Boder

[interrupts] In.

Wolf Nehrich

. . . to come in. Once a eh, a foreman, it was an Imperial German, he had to bring in a big plate of aluminum into this, into this room where the Jews were not allowed, and he told me to come, too. I showed him the sign: it says there on the sign, eh, I pointed with my hand that there is a sign put up: only for Imperial Germans. Jews keep out!

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

So he said, eh, so he signals with his hand, looks at me: come, nobody will see. The sentinel was just turned the other way.

David Boder

[In English] Spool Number 76. Wolf Nehrich continues the interview.

David Boder

[In German] Well, where were you?

Wolf Nehrich

Well, I took in with me the plate of this aluminum.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Eh, into this, into this room where Jews were not allowed. And I walk past through a machine where, eh, a big machine, you know, and I wanted to do something, to, do a bit of sabotage, without anybody spotting me doing it. I unscrewed the one, only one bolt and nut and went away from there again. Nobody saw me doing it. I did it in this room, because Jews were not allowed in there, and then it would be clear, if something happens then only the Imperial Germans are guilty and not us. Nobody gets the damage except them. And eh, it was guarded severely, and if they don't see me I'll be successful. And I only unscrewed one bolt and nut and pushed it away with the foot. Afterwards I went outside. Two days the machine worked, and during the second day, already near closing time, you hear a huge crash, the machine collapses.

David Boder

Well.

Wolf Nehrich

They didn't know who had done it. They wanted to investigate, but the foremen themselves didn't want to investigate, because they thought, it was their fault. But nobody was allowed to say this. This foreman, who had taken me inside, wanted, knew, perhaps he realized that it was me, who did it. But he was scared to say so, because it was him, who had called me inside. He hadn't been allowed to. If he says something, then they take me, and they take him, too. Himself. That's why he didn't say anything. And it already didn't make a difference for them anymore, the Germans, because they knew, they would be game over soon.

David Boder

They knew that?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Well, how did they, did that show? That they knew?

Wolf Nehrich

What?

David Boder

Eh, how . . .

Wolf Nehrich

[interrupts] That they had lost?

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

They saw the American front slowly coming closer. Already they were not far from Hannover and always nearer. Two days after I had done that they already brought us back to Buchenwald, because there was the Americ-, the American front.

David Boder

Who brought you back to Buchenwald?

Wolf Nehrich

The Germans. The SS brought us, just as they brought us from Buchenwald to Hannover, they brought us back again to Buchenwald . . .

David Boder

[interrupts] By train or on foot?

Wolf Nehrich

In the coach. Only train.

David Boder

They took to, to Buchenwald.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

And, what was there?

Wolf Nehrich

Yes. We came back to Buchenwald. There they had evacuated again an entire transport. It was said evacuation to Theresienstadt, but they took them into a tent of the camp, in an, eh, forest and they shot them all.

David Boder

How do you know this?

Wolf Nehrich

Because after the liberation we, we saw them, that. We afterwards, the poor dead where in bags, and they afterwards were brought into the camp, and they were buried.

David Boder

Were they buried in Buchenwald?

Wolf Nehrich

Yes. Well, next to the camp.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

There was a big cemetery made after the liberation.

David Boder

Was that the place, where they made the Germans say how [unintelligible sentence ending].

Wolf Nehrich

Yes, the Germans had to come with these, the dead one after the other, into the cemetery. I will turn to that later.

David Boder

Yes. Well?

Wolf Nehrich

Well, at the time, I turned in the various, I lay down amongst the dead, where there were already a few.

David Boder

Why?

Wolf Nehrich

They should think I was dead. Then they won't evacuate me.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

The dead stay [unintelligible sentence ending]. If I go on evacuation, then I know that I am already dead [Note: most of the time, Nehrich uses the German word "kaputt," which he intends to mean "dead"; literally, "kaputt" means "broken," "out of order," or "destroyed."]. And in order to make people come eh of their own choosing, so that they wouldn't need to pull them, or eh, search for them, they said there would be two breads at the exit.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

That is so that they leave sooner. Some were like that, they made their pockets full, they wanted the two breads, went there fast, and the two breads they didn't see. They afterwards only saw death in front of them. And I said: if I die, then I can die hungry, then I don't have to eat and I didn't go. I hid in various canals and amongst the dead, so that I always stayed. Then I again. An air raid came with seven planes, and, and the SS said, we have to wait until we get an order. And back then, there were 2000 SS men lay down on the big square between the casernes roundabout in such [unintelligible word]. And the planes lowered themselves with machine guns. Back then seven planes shot all SS men, the 2,000 that lay there, dead.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

With machine guns. They didn't throw bombs.

David Boder

They were the American . . .

Wolf Nehrich

[interrupts] American planes.

David Boder

They didn't throw bombs.

Wolf Nehrich

No, not.

David Boder

Did they realize those were SS, SS men?

Wolf Nehrich

Yes, you see the barracks after all, with the eh, swastika, and you also see the uniforms of the SS.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

You see after all, that it is military. And even more so when they protect themselves.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

They lie straight on the earth, after all, because they thought maybe that would protect them somehow. And it was still daylight.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

Afterwards they saw, that the SS men are not there, are dead. They soon produced interim guards, [unintelligible sentence part], camp, for, for the camp.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

For the evacuation, for the surveillance.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

So they brought others instead of the 2,000, you know, and they especially, we ran away back then, all camps, the planes after the battle flew above the camp a little, then they flew away again.

David Boder

Yes. Well, who picked up these 2,000 SS men, removed them?

Wolf Nehrich

Cars soon came, various people, big car. You know, they put the Germans on the car and drove them off. Where to you didn't know. We just saw the cars, the trucks of the eh red cross.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Just like all other wounded and sick from the front.

David Boder

Yes. Well?

Wolf Nehrich

So, at that time we were still, that eh, that was around, maybe the 7th or 8th..

David Boder

8th of what?

Wolf Nehrich

On the 8th of eh . . .

David Boder

April?

Wolf Nehrich

April yes.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

So, we still had a few days there amongst my block where there were youths. You know, and we should evacuate the next day, that was already the 10th. They said we had to evacuate the next day. Back then it was still, there were before that day, one week 70,000, 71,000 prisoners.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Or 72, depending on, 51,000 were shot and 21,000 were liberated.

David Boder

What? A quarter how many were . . .

Wolf Nehrich

[interrupts] There were 72,000.

David Boder

Yes. How many were shot?

Wolf Nehrich

51

David Boder

Who shot them? And how?

Wolf Nehrich

SS took them into a forest and shot into the crowd, and eh, simply shot.

David Boder

And then, where did the bodies stay?

Wolf Nehrich

They stayed in the forest.

David Boder

The dead bodies stayed . . .

Wolf Nehrich

[interruptst] Yes.

David Boder

. . . in the forest?

Wolf Nehrich

In the forest. In the forest, in the fields. It's not like that, when you shoot on top of the other. Then it doesn't take up so much space.

David Boder

Well, did you see that?

Wolf Nehrich

We afterwards saw the dead, and some fled from the dead.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

From the ones, who were to be shot, eh, as they wanted to shoot, some ran away.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

After the liberation we met them in the towns, and they told us everything.

David Boder

I see. Well?

Wolf Nehrich

And, eh, well, they should eh evacuate on the next day, and then there came at maybe eleven or twelve, because right on the alarm, that means hand alarm. It was, it was called, it was a siren for five minutes, it means the front comes nearer. The American tanks were slowly, slowly coming nearer. And so we thought, that we, now everything is going to be ok, we will maybe live. And some didn't believe it. You can blow up the camp at the last moment after all. There were wires laid from the outside eh, from another from an, eh, external camp into the camp. It was in the foundation. You could simply press a button and the camp would blow up. We didn't know if we would manage to get out, or not. You couldn't cut the wire, because the wire was outside the camp.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

You couldn't get near it. And the barb wire was eh electrically charged. We were eh, so, after we saw that the tanks were arriving [unintelligible word], you already saw from far away the tanks driving. So we looked out through the windows. At the top there were small openings in the windows, there you looked outside. And we saw that, we saw the star on, a white star on a tank, you know. We didn't yet believe it ourselves, that it was the Americans, but still you saw the white star.

David Boder

And where were the SS?

Wolf Nehrich

The SS at the time had already pulled out of the camp. Some, some stayed. And the Americans were on a country road. They arrive, all, all SS are not gone yet. Some stayed, put on some different clothes, civilian clothing and wanted to get to the other side. They saw the tanks had arrived, the made a trench and hid in the trench.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

They couldn't cross the country road. Then soon a tank was round, across the camp. They knew that there, uh, that this was a concentration camp. Because one day earlier a plane had come through. That was on the 10th. The day, it was nice sunshine. And they let down a few flyers that tomorrow, that they would try to get through tomorrow. And they threw an empty gasoline barrel out of the plane, with one bread, one white American bread.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

We were so happy. It is clear to everybody, everybody liked it. Many threw themselves on the bread, so everybody got just a small piece. [Unintelligible word] tore it entirely apart.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

The flyers came down only in our camp, and some flyers came down only a few, two maybe three, came down across the fence. Then SS men found the flyers, that . . .

David Boder

[interrupts] And how where the flyers printed?

Wolf Nehrich

The flyers were printed they would come tomorrow. It was block capitals, or printed?

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Just like that.

David Boder

Mimeographed.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

And, eh, afterwards a tank came round across the camp, it had circled the entire camp. And soon it drove through the gate.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

A big giant tank. And he circled the entire camp on the inside. White flags were hung out, and we took various things onto the roofs, we waved to the planes. Soon planes came, that we waved to.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

And eh, we already saw, it was, now we are liberated. They had kept camp ammunition and guns and machine guns various.

David Boder

Who had kept these?

Wolf Nehrich

The political prisoners had prepared it, in case the moment comes.

David Boder

When?

Wolf Nehrich

And they worked outside the camp in a [unintelligible word], there was an ammunitions factory, eh, they produced ammunition. There they sometimes, they could smuggle such bits and pieces into the camp. And from there they put them together, afterwards they had guns and ammunition. And eh, the eh, powder, you know, for a canon to shoot. We eh, we saw, you know, that the tanks were already there, and more tanks arrive and trucks and various. Back then all the tank drivers came, the Americans, the 3rd, the 3rd army it was.

David Boder

And that was the [unintelligible word]army?

Wolf Nehrich

No, the tanks, eh.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

It was a huge number, they looked at them, you wondered, that they are so tall, and so on. And eh, amongst most were also Negroes.

David Boder

Negroes were there?

Wolf Nehrich

Yes. Amongst the first drivers. And they came into the camp there and gave us chocolate and everything to eat, and we soon had everything we wanted. But the political, the prisoners, the older ones, that had more strength, took pincers that were isolated with rubber and they kicked open the barbed wire, ripped it open and soon cut through the wires.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

And, so nothing can happen. They let out with guns, they brought the SS men, who were still behind the camp, between the country road and camp, into the camp. They hung them up afterwards and shot them, into the Bunker and they beat them, eh. They took a little bit of revenge. You can't say the entire revenge, because they did more to us, they took our parents away and everything. It was only a small revenge, you have to say.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

Afterwards, eh, by chance . . .

David Boder

[interrupts] And that's why they hanged the SS?

Wolf Nehrich

Yes of course.

David Boder

Who did it?

Wolf Nehrich

The prisoners.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

So we did it.

David Boder

Did the political prisoners let it happen?

Wolf Nehrich

Yes, they, but we were all only political prisoners, we had to.

David Boder

Yes. Well?

Wolf Nehrich

And eh, back then, on the same day we were liberated on the 11th of April, somebody comes in, into our block, it was block 66, a youth block. And we didn't know, surely an American . . .

David Boder

[interrupts] A Youth block?

Wolf Nehrich

A Youth Block, yes.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

An American with a helmet, of the tanks, well eh, yes. He told us, he was a Jew, he was a rabbi, his name was Rabbi SchÃchter from New York, from Brooklyn.

David Boder

Rabbi SchÃchter from Brooklyn?

Wolf Nehrich

Rabbi SchÃchter from Brooklyn, yes. And at that time we were so happy. He said a few words to us, so it was a little relieve of the heart, that we, that it had been a Jewish American who put us out of our misery, here from this, with an army. And he told us, you know, that we, somebody, eh he would look after us and so on. So afterwards we were taken over into another, eh already not in the camp anymore. All youths were . . .

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

. . . moved to a ca-, SS caserne. Where the SS had been earlier, we lived afterwards. Because, eh the barracks were filthy, were many different.

David Boder

You moved into the SS casernes?

Wolf Nehrich

Yes. Into the SS casernes.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

And so we already lived a little better, a bit more normal, because were all roughened back then. And we knew to make very much of happiness of the liberation. You jumped, you became crazy from happiness. And eh, at first we got a great deal from the Americans, you know, we the Germans from the town, from the Germans, they had to deliver various meats and eh butter various things. And everybody, they all . . .

David Boder

[interrupts] Was all that there?

Wolf Nehrich

Of course, there was economy, you know, entire fields and cows everything. So they had to deliver everything to Buchenwald. And only a part contingent they could afford. We came into the caserns afterwards . . .

David Boder

[interrupts] A part of what?

Wolf Nehrich

Of the contingent, you know, what they had to deliver, they were afraid [unintelligible word] came into the casernes afterwards. The Rabbi SchÃchter did not leave us alone anymore, he incessantly got us everything, came every day with the taxi and spoke to us various things and brought various things, whatever you needed, clothes and all the different things. And provided a lot of things. Afterwards they took [unintelligible word]. Three more months we stayed in Buchenwald after the liberation.

David Boder

[interrupts Nehrich] Three more months in Buchenwald?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Yes, but you already lived freely?

Wolf Nehrich

[speaks unintelligibly, simultaneously with Boder]

Wolf Nehrich

Yes, we were, were entirely free, you couldn't say free any more, already too free you were.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

You could take revenge on the Germans. You could catch SS men, you drove around a little in the American jeeps into the villages, and we, where we only suspected someone, and we soon took him with us and sat him into the bunker. We hanged quite a few, we caught the "RapportfÃhrer" of Buchenwald, we hanged him.

David Boder

Who did you catch?

Wolf Nehrich

The "RapportfÃhrer" of Buchenwald.

David Boder

Who was he?

Wolf Nehrich

He was the one, who did the roll call every day [unintelligible sentence part].

David Boder

[speaks over Nehrich] Was he a prisoner?

Wolf Nehrich

No, a SS man.

David Boder

Yes?

Wolf Nehrich

It is . . .

David Boder

[interrupts] Where did you catch him?

Wolf Nehrich

We got him in a camp, in Weimar.

David Boder

He was hung in Buchenwald?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Did the Americans let this happen?

Wolf Nehrich

Of course.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

And the Americans themselves couldn't do these things, because during the shootings they had, they were too soft, they always said.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

[Unintelligible sentence beginning] to do that. They always said, you do it, we don't want to see. But amongst these there were many Jews, who hated more intensely. So that . . .

David Boder

[interrupts] Amongst whom?

Wolf Nehrich

Amongst the Americans there were some Jews. So they hated more intensely. So they had, because they knew, that the Germans mostly only killed the Jews. So they took revenge. Most of them.

David Boder

Mhm.

Wolf Nehrich

Well, we also were, back then we also went into the villages. We did a lot and various things to the Germans. And then came a time, when we, we had to, we organized a transport together with Rabbi SchÃchter. A transport of Jews that should go to Switzerland. And we all left, 53 youths, we came to Switzerland. Switzerland for recreation. I came with them. And the Rabbi SchÃchter was the transport ehm leader of this train. We drove for about four days. Friday evening on the journey through Germany the Rabbi SchÃchter eh, eh . . .

David Boder

prayed?

Wolf Nehrich

Yes, prayed with us, you know. It was very nice, the journey and so on. It was spring. You had to [unintelligible word] a little, after all the, after all the worries [orig.: "Zores"], as you say. And we arrived in Switzerland.

David Boder

They brought you to Switzerland?

Wolf Nehrich

Yes. With the, with the train.

David Boder

Yes. For what purpose?

Wolf Nehrich

Recreation

David Boder

For recreation.

Wolf Nehrich

Yes. It was only for three months. Because for three months . . .

David Boder

[interrupts] Yes. Switzerland let you in?

Wolf Nehrich

Yes, for three months. We arrived, some of us, Switzerland let us in for recreation.

David Boder

Who then?

Wolf Nehrich

Swiss Red Cross.

David Boder

Yes

Wolf Nehrich

The next three months. Well, three months, where should we go afterwards?

David Boder

How many got in?

Wolf Nehrich

350.

David Boder

And SchÃchter came too?

Wolf Nehrich

SchÃchter came too, but afterwards he had to leave soon.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

We said goodbye to him. The farewell was very nice of course. We were very sad that he eh left us. We wanted to stay with him still and that, but he wasn't allowed to stay, of course. He had responsibilities, so he had, because he was military and that.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

He had to go to his army after all. So eh, he went away and he organized other transports again, that went to Palestine and so on. So some also went to France, stayed there, because we drove through France. Afterwards we were, we should stay for three months, but we didn't have return tickets yet, back home nobody eh nobody wanted to go.

David Boder

Why?

Wolf Nehrich

It, of course the anti-Semitism and various things, in Poland for example what was going on, what had been going on and still today.

David Boder

Well? Yes?

Wolf Nehrich

Nobody wanted to go back. So, then we stayed further in Switzerland, and we learned different, different professions.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

For example the ORT made us eh, made, we got to know, there was an ORT school, which is very good, vocational school. You can learn different courses.

David Boder

And the Swiss allowed you to stay?

Wolf Nehrich

Yes. It was all taken care of by some kind of refugee aid organization and so on, so that you stayed, until we had an opportunity to leave. Many of us, eh, most, best part want to go to Palestine. Yet others want to go to America, had relatives there. Just not back home.

David Boder

I see. Tell me, have you heard from you parents?

Wolf Nehrich

I only heard from me parents in the year 43. Once they sent me greetings.

David Boder

Well?

Wolf Nehrich

Nothing at all apart from that.

David Boder

Where were they in the 43rd year?

Wolf Nehrich

Then they were still in Będzin, where I was taken away. Afterwards they were moved.

David Boder

How do you know this?

Wolf Nehrich

I have eh, now found a brother after the liberation.

David Boder

Where?

Wolf Nehrich

A brother found me by chance. He was eh, hidden the whole time in a village as [unintelligible sentence end]

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

He still is. And eh, as eh non Jewish he worked there, they didn't know, you know, he is Jewish and various things, and then he found me on a list and sent me a telegram.

David Boder

Where from?

Wolf Nehrich

A list. I was on a liberation list from Buchenwald. So he got to know, I . . .

David Boder

[interrupts] But where was he? In Poland?

Wolf Nehrich

In Poland, yes.

David Boder

And he found you on the list?

Wolf Nehrich

Yes. And then he got to know I was in Switzerland.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

And he sent me a telegram, you know. Of course we were very happy. Because from persecuted two should remain

David Boder

Did he . . .

Wolf Nehrich

[interrupts] And he wrote to me afterwards, why he got away and why the parents were moved and when, and so on. I also had the older brother, he writes, he wrote, the older brother was hidden in a, in such a village, a small town with a group of Jewish youths, and a Pole gave them away, and they were all shot.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

My brother.

David Boder

And where is your brother now?

Wolf Nehrich

The younger brother now is in Germany. He was in a kind of kibbutz, wanting to go to Palestine. He was in kibbutz in Poland, it is, was in Germany in the American zone, Landsberg, and now he is back in, in the French Zone. Here at the Swiss border. I'm now trying . . .

David Boder

to see him.

Wolf Nehrich

. . . when I can see him, yes. Because already five years have passed, [unintelligible sentence end].

David Boder

[speaks over Nehrich] Well, can he not come to Switzerland?

Wolf Nehrich

I'm trying, but at the moment it isn't possible. Switzerland, Switzerland doesn't want to let in, now.

David Boder

Yes. Tell me these things. You wrote down some things. Is there something else you want to tell me? Now have a look.

Wolf Nehrich

There is everything, eh. I have already said it through this.

David Boder

Yes, probably you have already said most of it.

Wolf Nehrich

I also don't speak German very well, because I, because I . . .

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

. . . am Polish, after all.

David Boder

When did you write it down?

Wolf Nehrich

I wrote it down already after the, after the liberation.

David Boder

But you wrote it down yourself, yes?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

What is this? When did you write this?

Wolf Nehrich

This? In, in, well, last year.

David Boder

One year ago you already . . .

Wolf Nehrich

Well.

David Boder

. . . wrote this?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Read a bit.

Wolf Nehrich

Because, this is what I've already said once.

David Boder

Yes. Look, what does it look like, what shall it be like?

Wolf Nehrich

On the 26th of September 19. Well on the 26th of September 1945 I wrote it.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

Short adventures of survival, short written adventures of survival in eleven concentration camps in four years. Wolf Nehrich, born on the 26th of December.

David Boder

Slowly.

Wolf Nehrich

1928 in Debice [probably], Poland. I lived in KÃnigshÃtte until the year 1939. On the 22nd of October 1939 I was moved with my family to Będzin.

David Boder

I see. And then, this is the same we have here.

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Tell me, were there never any jokes told in concentration camps? One moment. [background noise]

Wolf Nehrich

Sorry?

David Boder

Were there never any jokes in concentration camps sometimes eh, stories, the like, you sometimes had a little fun?

Wolf Nehrich

No, you had, above all it was on your mind, simply, you were hungry, and you came from work very tired. [Unintelligible sentence]

David Boder

[speaks unintelligibly over Nehrich] A young man. Did you sometimes think about a girl or the likes?

Wolf Nehrich

That was never on my mind. Never.

David Boder

Why not?

Wolf Nehrich

How could these things be on your mind, when you, when you were hungry, you know. And you were week, you had work to do, because some looked to get through the day, because we survived the day. And you lie on the pallets, then you just said: or one day nearer to the liberation, or one day nearer to death. You didn't know which.

David Boder

And what did you think, what would it last. What, what . . .

Wolf Nehrich

Who had courage conjured different fantasies, he survived. And who said, eh, because it was true, oh who can bear up here, you get nothing to eat, the hard work, he died soon simply because he thought this. But I always said, eh, I was born a Jew, I will be a Jew. And eh, we Jews are a suffering, you always must suffer, and I just hope, that eh, they will get us through. Indeed they brought us through.

David Boder

Tell me, eh, did you have any poems in the camp?

Wolf Nehrich

Yes, we even had a Buchenwald song, we had. Maybe you have already heard it?

David Boder

How was it, can you sing it eh, slowly?

Wolf Nehrich

Yes. I even wrote it down here. I know it by heart, too, but I.

David Boder

Yes, but [unintelligible word]. Read a little with the melody, yes?

Wolf Nehrich

Sorry?

David Boder

Eh, maybe sing it a little, so you can hear the words clearly, yes.

Wolf Nehrich

Yes. Well, this is a song eh.

David Boder

[unintelligible sentence]

Wolf Nehrich

This is a song the camp commander of Buchenwald requested, that you should make a song and for it you would be given 100 cigarettes and eh, and eh, ten mark. But the 100 cigarettes you never saw of course.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

And neither the ten mark, you only had the song.

David Boder

But then, was the song eh, the way, the Germans would like it?

Wolf Nehrich

Yes, the song was made, you know, a little like that, eh, because we thought, maybe they will not like it, but they let us sing it.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

Yes, sometimes we even have to sing it while bringing in the dead of the camp from the building site.

David Boder

I see.

Wolf Nehrich

into camp. You had to sing it, too.

David Boder

Sing now.

Wolf Nehrich

But the song goes like this, Buchenwald song: "When the day awakes . . . "

David Boder

[interrupts] Can you, sing it with the melody.

Wolf Nehrich

I have a bad voice today.

David Boder

[interrupts] No, no, no, not at all. Sing very softly, but clear words.

Wolf Nehrich

[sings] "When the day awakes before the sun is laughing. The columns march to their daily toils. Into the breaking day. And the forest is black and the heaven red, and the wind sings softly and I . . . "

David Boder

Read, read it.

Wolf Nehrich

[reads] "and I carry, and we carry in the backpack a little piece of bread, and in the heart, in the heart the worries. Oh, Buchenwald, I cannot forget you, because you are my destiny. Only those, who leave you can imagine how wonderful freedom is. But Buchenwald, we won't moan and lament, and whatever our future may be. We want to say yes to life nevertheless, because one time the day will come and we'll be free."

David Boder

And you were allowed to sing this?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

Go on.

Wolf Nehrich

I'd rather not sing it, because I don't have . . .

David Boder

[interrupts] Yes!

Wolf Nehrich

. . . a good voice.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

[reads] "And the night is short and the day so long, but a song sounds out, that home sung. We won't let them rob our courage. Keep marching, comrade, and don't lose the courage, because we carry the will to live in the blood, and in the heart, in the heart the faith. Oh, Buchenwald, I cannot forget you, because you are my destiny. Only those, who leave you can imagine how wonderful freedom is. But Buchenwald, we won't moan and lament, and whatever our future may be. We want to say yes to life nevertheless, because one time the day will come and we'll be free."

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

[reads] "And the blood is hot and the girl so far, and the wind sings softly, and I like her so much. Oh, if faithful, if faithful she would stay to me. And the stones are hard but, hard but strong, and the walk, and we carry pickaxes and spades with us. And in the heart, in the heart, the love. Oh, Buchenwald, I cannot forget you, because you are my destiny. Only those, who leave you can imagine how wonderful freedom is. But Buchenwald, we won't moan and lament, and whatever our future may be. We want to say yes to life nevertheless, because one time the day will come and we'll be free, free, free."

David Boder

Yes. And this they allowed to be sung?

Wolf Nehrich

Yes. We even had to sing it.

David Boder

You had to.

Wolf Nehrich

When sometimes you didn't have the head for it, you had to sing it.

David Boder

Yes, Now tell me . . .

Wolf Nehrich

This is the Buchenwald emblem.

David Boder

Yes. This is supposed to be the Buchenwald sign? Triangle, was it Jewish or political?

Wolf Nehrich

Political.

David Boder

I see. And the Jews had the political [unintelligible word].

Wolf Nehrich

Yes. Political and additionally on top a yellow. That was [unintelligible word].

David Boder

Ah, above were yellow signs. Now tell me this: Eh, how, Eh,eh: What are you planning to do now?

Wolf Nehrich

Now, eh, I'm in the vocational school of the ORT, I'm learning carpentry. The vocational school is very good. You can learn the profession very well, maybe not so, eh, maybe nowhere as good as in this school. And afterwards, when I . . .

David Boder

[interrupts] Carpentry, then.

Wolf Nehrich

Yes, carpentry. Once I know the subject better, I don't know whether I will finish it completely, I hope yes, then I'll go to Palestine.

David Boder

Yes. Now tell me this: Eh, and what is this place in which you now live?

Wolf Nehrich

It is a youth center, you know, it is a religious center. The religious, those who want, want to be religious. Now they are here in this center, you know, just as in all the other centers

David Boder

And why did you decide to be relig-, religious? [Unintelligible sentence part] you were about twelve years old. Were your parents religious?

Wolf Nehrich

My parents were religious. And I have accepted that you have to be religious.

David Boder

When have you accepted this?

Wolf Nehrich

I saw it the whole, throughout the whole time, you know, I always, although I was in grave danger, the whole time I always believed in God, and I made it through, still believing in God.

David Boder

Did they allow the Jews to pray in the camp?

Wolf Nehrich

No, they didn't. You, sometimes you prayed, hid-, hidden away.

David Boder

Yes.

Wolf Nehrich

But it was forbidden. Strictly forbidden. If they found, caught someone, he got beaten with a stick afterwards.

David Boder

I see. So [unintelligible word] you didn't have?

Wolf Nehrich

No, not that.

David Boder

Did you have a prayer book?

Wolf Nehrich

Maybe somebody could have it sown, sown in, and could then have hidden it somewhere in the camp.

David Boder

I see. So, what, how did you pray?

Wolf Nehrich

By heart. However you could.

David Boder

I see. And, eh, did many know the Jewish prayers by heart? Did you know some?

Wolf Nehrich

[speaks over Boder] Those who knew, knew. Not everybody, not always did you pray. Sometimes, you recited the [unintelligible word] by heart, or sometimes the [unintelligible word, both probably Jewish prayers] and that was already something.

David Boder

I see. And why did you say, that eh things, eh, ok, Well, eh, so now you're planning to go to Palestine?

Wolf Nehrich

Yes.

David Boder

And your brother wants to go to Palestine.

Wolf Nehrich

Yes. Together with the brother.

David Boder

How do you think, how will you get there?

Wolf Nehrich

Why. What, how, whatever possibility there is, that is how we'll go there.

David Boder

Well, this was very good Mr., eh, Nehrich. I am really glad I came over. And I think everything will be ok. And if I see the Rabbi SchÃchter I will send him greetings.

Wolf Nehrich

Yes. Great pleasure.

David Boder

[In English] This concludes the interview with Wolf Nehrich, eh, in Geneva, at, eh, August the 26th 1946. We curtail, that we finish that at, eh, the spool of 25 minutes. He has spoken one full spool and 25 minutes on the other. And that is about all. Eh, Illinois Institute of Technology recording.