David P. Boder Interviews Charlotte Schultze; September 20, 1946; München, Germany

var transcription = { interview: [ David Boder

[In English] Munich, September the 20th, 1946, at the transient UNRRA camp at the Funkenkasernen. The interviewee is Miss . . . eh, is Mrs. Doctor Charlotte Schultze, 47 years old, and she is a [words not clear]. She is an Aryan, married to a Aryan physician who was here during the war, because they . . . for various reasons we will hear. And her husband and eleven year old son are already across, and she is expecting now, from week to week, her affidavits to go over to the United States.

David Boder

[In German] Also Frau Doktor, Sie wollen englisch sprechen, stimmt das?

Charlotte Schultze

Nein, deutsch.

David Boder

Sie wollen deutsch sprechen?

Charlotte Schultze

Ja.

David Boder

Gut. Kommen Sie ein bisschen nÃher, dann brauchen Sie nicht so laut zu sprechen. Machen Sie es sich bequem. [unverstÃndlich; spricht sehr leise; allem Anschein, um das Mikrophon richtig zu plazieren]. Also Frau Doktor, wollen Sie mir nochmal sagen, wie heiÃen Sie und wo sind Sie geboren?

Charlotte Schultze

Charlotte Schultzeâaus Dresden, also in Dresden geboren achtzehn hundert neun und neunzig (1899).

David Boder

Ja. Und wer waren Ihre Eltern?

Charlotte Schultze

Direktor Bruno Zumack und . . .

David Boder

Sie sind eine geborene Zumack?

Charlotte Schultze

Zumack, ja

David Boder

Und wer . . . was war die BeschÃftigung Ihrer Eltern?

Charlotte Schultze

Mein Vater war Fabrik Direktor.

David Boder

Ja. Ein bisschen nÃher.

Charlotte Schultze

Ja.

David Boder

Und nun sagen Sie mir mal und wo waren Sie . . . wo waren Sie, wenn der Krieg anfing?

Charlotte Schultze

Als der Krieg anfing waren wir in Dresden und konnten nicht zurÃck, da mein Sohn aus erster Ehe Deutscher war und nicht mehr aus dem Land gelassen wurde.

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

Weil er arbeitsfÃhig war.

David Boder

Also hÃtte man nicht Sie selber rÃber gelassen?

Charlotte Schultze

Ja, mich hÃtte man rÃber gelassen, aber ich wollte meinen Sohn nicht alleine lassen, nicht wahr.

David Boder

Sie wollten Ihren Sohn nicht allein lassen. Und war Ihr Mann damit einverstanden?

Charlotte Schultze

Oh ja. [seufzt] Es ging ja nicht anders.

David Boder

Also, nun sagen Sie mal . . . also, hm, wie lange . . . ich verstehe, dass Sie schon einmal in Amerika gelebt haben.

Charlotte Schultze

Ja.

David Boder

Also wann sind Sie dann nach Deutschland zurÃck gekommen?

Charlotte Schultze

Neunzehn hundert vier und dreiÃig (1934) weil meine Mutter starb und mein Vater Sehnsucht hatte nach uns und wir unseren kleinen Jungen erwarteten und [lacht etwas] . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

. . . und die Grosseltern ihn eben . . .

David Boder

Wollten.

Charlotte Schultze

. . . sehen wollten, nicht. [lacht etwas]

David Boder

Ja. Und da kamen Sie mit Ihrem Mann zurÃck?

Charlotte Schultze

Ja.

David Boder

Wo hat Herr Dr. Schultze studiert?

Charlotte Schultze

In Leipzig.

David Boder

In Leipzig hat er Medizin studiert?

Charlotte Schultze

Ja, ja.

David Boder

Ja. Nun und, hm, so kamen Sie alle zurÃck?

Charlotte Schultze

Kamen wir alle zurÃck, ja.

David Boder

Haben Sie was in Amerika hinterlassen?

Charlotte Schultze

Wir haben, hm, . . .

David Boder

Haben Sie welche VermÃgen . . .

Charlotte Schultze

Ja.

David Boder

Wo haben Sie das gelassen, in Milwaukee?

Charlotte Schultze

Ja, in New York.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

Mein Mann hat . . . hat da eine Lebensversicherung drÃben

David Boder

War er im Stande die ganzen Zeit die Lebensversicherung weiter aufrecht zu erhalten?

Charlotte Schultze

Nein, das ging durch . . . durch, hm. Anleihen . . . hat sich das . . .

David Boder

Oh, es konnte durch eine Anleihe auf die Versicherung . . .

Charlotte Schultze

. . . das zahlen.

David Boder

. . . das weiter . . .

Charlotte Schultze

. . . das zahlen, nicht.

David Boder

Nun und Sie kamen hier her und dann hat Ihr Mann die Praxis der Medizin wieder aufgenommen?

Charlotte Schultze

Erst hat er hier Sch . . . Kurse genommen, und deshalb waren wir eigentlich rÃber gekommen.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

Wurden aber dann hier fest gehalten durch die Krankheit seines Vaters . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

. . . der eine Augen . . . eine schwere Augenoperation durchmachen musste und wir dadurch nicht wieder zurÃck kehren konnten die erste Zeit.

David Boder

Was ist dem Doktor seine SpezialitÃt? Hat er welche?

Charlotte Schultze

Nein, er war ein . . .

David Boder

Allgemeine . . . allgemeine Praxis.

Charlotte Schultze

Er war ein praktischer Arzt.

David Boder

Also wollen Sie mir dann sagen, was hat dann passiert wenn der Krieg angefangen . . . anfing?

Charlotte Schultze

Ja, wir blieben dann hier und . . .

David Boder

Sie lebten in Dresden?

Charlotte Schultze

Wir lebten in Dresden, mein Mann praktizierte da und . . .

David Boder

Sie sagten mir bevor, dass etwas mit Ihrem Jungen . . . mit dem Ãltesten vor sich gegangen ist. Wollen Sie mir das sagen?

Charlotte Schultze

Ja. Mein Sohn war dann der Einzige in der Schule, der nicht zur Hitler Jugend gehÃrte und, hm, da mein Mann viele jÃdische Patienten behandelte, hatte er sich einen Freund angeschafft, der Jude war und dadurch hatten wir, hm, sehr viele Schwierigkeiten. Und . . . nachdem ein Jahr Krieg war, versuchte er Ãber die Schweizer Grenze zu entkommen mit seinem Freund, um uns den Weg frei zu machen wieder nach Amerika zu gehen, weil er wusste, dass er der . . .

David Boder

Die Hinderung.

Charlotte Schultze

. . . Hinderungspunkt war, nicht.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Und da wurde er fest gehalten an der Schweizer Grenze. Die zwei Jungs wurden drei Monate ins GefÃngnis geschickt und dann habe ich die Beiden in Bregenz wieder abgeholt.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

Und von da an waren wir immer ziemlich unter Beobachtung der Gestapo.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Dann kam der Junge zum Arbeitsdienst. Da hat er nochmal versucht das Lager zu verlassen, wurde aber dann wieder zurÃck geholt. Dann wurde er eingezogen neunzehn hundert ein und vierzig (1941).

David Boder

Als Soldat?

Charlotte Schultze

Als Soldat. Und war dann so unglÃcklich, weil er eben glaubte, er kann nicht fÃr diese Sache dienen und . . .

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

Jedenfalls neunzehn hundert ein und vierzig (1941) hat er dann wieder die Truppe verlassen und hat versucht Ãber die italienische Grenze zu gehen, weil ein amerikanischer Pfarrer, der in unserer Kirche war, mit dem er sehr befreundet war, von dem er wusste, dass er in Rom in der Botschaftskircheâein gewisser Pfarrer [unverstÃndlich] Wolf . . .

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

. . . von Elmira.

David Boder

War das ein amerikanischer Pfarrer?

Charlotte Schultze

Ein amerikanischer Pfarrer.

David Boder

Von Elmira, New Jersey.

Charlotte Schultze

Ja, mit dem er sehr, sehr befreundet war.

David Boder

Elmira, New York?

Charlotte Schultze

Ja.

David Boder

Ja, und?

Charlotte Schultze

Und . . . also wir nehmen an, dass das der Grund war, warum er gerade Ãber die italienische Grenze ging.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Und von dort . . . von da an wissen wir nichts mehr. Uns hat dann die Gestapo seine Sachen gebracht und behauptete er hÃtte sich erschossen.

David Boder

Ach so, die Gestapo hat Ihnen seine Sachen gebracht?

Charlotte Schultze

Ja, aber ich weià heute noch nicht . . .

David Boder

Hat er keinen Brief hinterlassen?

Charlotte Schultze

Gar nichts.

David Boder

Sagen Sie mir, warum hat sich die Gestapo Ãberhaupt darum gekÃmmert seine Sachen zu bringen?

Charlotte Schultze

Hm. Ja, das wissen wir auch nicht. Jedenfalls haben wir erst nach drei (3) Wochen, nachdem wir Ãberall Vermissten Anzeigen gemacht haben und alles - dann bekamen wir erst mal nach Ãber drei (3) Wochen, da bekamen wir erst mal Bescheid, dass er Ãberhaupt tot war. Und man hatte ihn beerdigt auf italienischem Boden.

David Boder

Oh, auf italienischem Boden.

Charlotte Schultze

Ja. Wahrscheinlich . . . [beide sprechen]

David Boder

Ja, zu dieser Zeit waren die Italiener schon mit den Deutschen in VerbÃndnis, nicht wahr? Es war Mussoliniâs Italien.

Charlotte Schultze

Ja. [seufzt]

David Boder

Nun sagen Sie mal, Sie sind dann . . . und ihr jÃngerer Junge, wie alt war der?

Charlotte Schultze

Der Junge ist jetzt elf (11) Jahre alt.

David Boder

Elf (11) Jahre, er war niemals in Amerika?

Charlotte Schultze

Nein. Er ist also . . . wir sind im Oktober hier her und im Dezember ist er geboren worden.

David Boder

Und er ist im Dezember geboren.

Charlotte Schultze

Hm.

David Boder

Nun und was hat der Doktor die ganze Zeit getan?

Charlotte Schultze

Er hat praktiziert in Dresden.

David Boder

Er hat in Dresden als Arzt praktiziert.

Charlotte Schultze

Praktiziert.

David Boder

Konnten Sie ihn nicht einberufen?

Charlotte Schultze

Nein. Er hat immer seine amerikanische BÃrgerschaft aufrecht erhalten. Bekam allerdings dadurch keine Krankenkassen zugewiesen und . . .

David Boder

Ja. Ja. Und er ist ein geborener Amerikaner?

Charlotte Schultze

Ja, er ist drÃben geboren, ja.

David Boder

Ja. Einem Deutschen wÃrde man das nicht erlaubt haben. Sagen Sie mir, wenn ein Deutscher nachher ein amerikanischer BÃrger geworden wÃre, dann hÃtten die Deutschen das nicht anerkannt?

Charlotte Schultze

Ja, er war naturalisiert. Er war zwar drÃben geboren . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

. . . und ist dann als Kind wieder zurÃck gekommen.

David Boder

Ja?

Charlotte Schultze

Und hat sich dann erst naturalisieren lassen.

David Boder

Nochmal?

Charlotte Schultze

Ja.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Weil er dadurch seine StaatsbÃrgerschaft verloren hatte.

David Boder

Ja. Weil er als Kind zurÃck gekommen ist?

Charlotte Schultze

Wie bitte?

David Boder

Weil er als Kind zurÃck gebracht wurde?

Charlotte Schultze

Ja, weil . . .

David Boder

Er wurde von seinen Eltern zurÃck gebracht?

Charlotte Schultze

Ja, ja.

David Boder

Aha, nun, also sagen Sie mir, Sie haben in Dresden gelebt?

Charlotte Schultze

Ja.

David Boder

Wie ist es in Dresden wÃhrend des Krieges vorgegangen? Ich habe so viel gehÃrt von Leuten, die in Lagern waren, aber so wenig gehÃrt von Leuten, die frei waren. Wie ging das in Dresden vor sich?

Charlotte Schultze

Oh, wir hatten so nichts.

David Boder

Also, wie ist es dort zugegangen?

Charlotte Schultze

JaâfÃr uns persÃnlichâwir durften nur die Stadt nicht verlassen.

David Boder

Warum?

Charlotte Schultze

Wegen der StaatsangehÃrigkeit.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Ah hm. Ja und sonst . . . es war . . . wir waren alle eben unter strenger Bewachung [lacht etwas]. Niemand durfte sprechen, was er wollte [lacht].

David Boder

So, ja. Haben Sie Ihr Radio behalten?

Charlotte Schultze

Ja, wir konnten das Radio behalten.

David Boder

Sie durften das Radio behalten?

Charlotte Schultze

Ja, wir durften nur keine fremden Sender hÃren. Das heiÃt, ich habâs getan, indem ich KopfhÃrer hatte. [lacht]

David Boder

Ah, Sie hatten hm, hm, Ohren . . . [lacht]

Charlotte Schultze

KopfhÃrer. [lacht]

David Boder

KopfhÃrer . . . und so konnten Sie mehr oder weniger . . . haben Sie geglaubt, was die auslÃndischen Sender . . . [beide sprechen]

Charlotte Schultze

Die konnte ich jeden Abend hÃren und dadurch waren wir doch Ãber alles orientiert.

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

Und dadurch, dass mein Mann sehr viele, hm, jÃdische Patienten hatte, waren wir auch orientiert Ãber alles, was vorkam, indem er einen Patienten hatte, der aus Buchenwald kam und seine Kopfschwarte vollkommen zerschlagen war und alles. Ein gewisser Doktor Magen . . .

David Boder

Ach, ein Doktor, der in Buchenwald war, nicht?

Charlotte Schultze

Ja.

David Boder

Wieso haben die ihn heraus gelassen?

Charlotte Schultze

Gut, die haben ihn fÃr eine kurze Zeit eingesperrt. Und zwar war er der Vater des Jungen mit dem mein Sohn da . . .

David Boder

Weg gegangen ist.

Charlotte Schultze

. . . Ãber die Grenze gegangen war.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Und dieser Herr Dr. Magen war dann nach Buchenwal gekommen und dann haben sie ihn wieder frei gelassen. Dann nach einem Jahr wieder eingesperrt. Und, hm, damit war er so unglÃcklich und hat sich dann in der Zelle das Leben genommen, indem er seine WÃsche zerrissen hat und sich aufgehÃngt hat.

David Boder

Das war der Doktor Magen?

Charlotte Schultze

Ja.

David Boder

Und was hat seinem Sohn passiert?

Charlotte Schultze

Und dessen Sohn hat dann spÃter auch noch einmal versucht die Schweizer Grenze zu erreichen, ist aber dann auch erwischt worden und man hat . . .

David Boder

Haben sie . . . ja.

Charlotte Schultze

. . . ihn in ein Konzentrationslager gebracht und dann nach einigen Wochen hat man der Mutter und der Tochter, die beide noch Ãbrig blieben, die WÃsche geschickt und den Vermerk, dass er gestorben wÃre.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

Und dann wurden die Mutter und die Tochter . . . die kamen dann in eine Baracke und spÃter nach Polen. Seitdem haben wir nie wieder etwas gehÃrt von den beiden.

David Boder

Und der Mann? Und er hat sich das Leben genommen?

Charlotte Schultze

Ja, er hat sich das Leben genommen.

David Boder

Wo?

Charlotte Schultze

In Dresden, im GefÃngnis, weil er hÃrte, dass er wieder in ein Konzentrations-FÃhrungslager kommen wird, nicht.

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

Da war er so verzweifelt, dass er . . .

David Boder

Sagen Sie mal, wie war das im Allgemeinen mit Selbstmord? Gab es da viel davon?

Charlotte Schultze

Ich . . . ich kÃnnte das nicht so sagen. Unter den jÃdischen Leuten natÃrlich sehr viel, mein Mann ist oft zu Patienten gerufen worden unter anderem zu einer gewissen Frau Pick . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

. . . die bei uns in der NÃhe wohnte, eine alte, sehr feine Dame von siebzig (70) Jahren. Sie . . . meistens nahmen sie sich das Leben mit Veronal.

David Boder

Mit Veronal, mit den Schlaftabletten?

Charlotte Schultze

Ja, ja. [seufzt] Mein Mann ist auch zu einem Herrn Fisch gerufen worden, der, als damals der Abtransport nach Polen war . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

. . . und der Mann war schwer krank und sollte noch in der Nacht nach Polen verschickt werden. Und da hat mein Mann selbst die Gestapo angerufen und hat . . . und . . .

David Boder

Gesagt.

Charlotte Schultze

. . . und gemeldet hat, dass es unmÃglich ist, diesem Mann . . .

David Boder

Mit zu nehmen.

Charlotte Schultze

. . . mit zu nehmen, nicht. Dann sind nur die SÃhne abtransportiert worden, weil die Polen waren, das heiÃt, die waren nie in Polen gewesen.

David Boder

Jaânur polnische BÃrger.

Charlotte Schultze

Sie waren in Deutschland geboren, nicht wahr. Die Leute wurden dann an der Grenze dort abgesetzt und . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

. . . kein Mensch hat sich mehr um sie gekÃmmert.

David Boder

Nun sagen Sie mal, Sie haben ja auch mit Deutschen verkehrt, nicht wahr?

Charlotte Schultze

Ja.

David Boder

Und wie haben sich die Deutschen zu der ganzen Hitler Geschichte verhalten?

Charlotte Schultze

Ja, wir hatten jedenfalls das GefÃhl, dass eher sehr, sehr Wenige fÃr Hitler waren . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

. . . denn ich weiÃ, dass in meines Mannes Praxis wohl kaum ein Prozent Nazis waren.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Es kann natÃrlich auch sein, dass diejenigen, die zu uns kamen, nicht [lacht] . . . weil sie wussten erstens, dass mein Mann Amerikaner ist und zweitens wussten sie unsere Einstellung.

David Boder

Nun sagen Sie mal, hat man gewusst, was in Konzentrationslagern vor geht?

Charlotte Schultze

Ach doch, ich denke die Mehrzahl der Menschen nicht.

David Boder

Sie glauben die Mehrzahl . . .

Charlotte Schultze

Nein, nein, hatâs nicht gewusst.

David Boder

Nun . . .

Charlotte Schultze

Wenn wir . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Wenn wir nicht zufÃllig durch die Patientenschaft Vieles gehÃrt hÃtten, hÃtten wir es auch nicht gewusst.

David Boder

Nun sind da nicht Gestapo Leute nach Hause gekommen und haben es ihren Verwandten erzÃhlt, Bekannten und so weiter?

Charlotte Schultze

Hm, ja, es . . .

David Boder

Man kann doch das nicht so [unverstÃndlich].

Charlotte Schultze

Ja, das weià ich nicht. Jedenfalls stand ja bei jedem die Todesstrafe.

David Boder

jedem Gestapo Mann?

Charlotte Schultze

Ja, es konnte ja niemand sprechen. Man musste ja so vorsichtig sein. Auch ich hatte oft Angst, wenn mein Mann spÃt aus der Praxis kam [seufzt und lacht etwas], dass etwas passiert ist.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Weil er auch oft zu frei geredet hat. [lacht etwas]

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

Ja, es war ja alles so furchtbar gefÃhrlich. Es kann sich gar niemand drÃben im Amerika einen Begriff davon machen, wie sehr man eben unter Kontrolle stand und um welche Anzeichen die BevÃlkerung lebte.

David Boder

Nun . . . [Pause] . . . sagen Sie, haben Sie Ihre DienstmÃdchen behalten wÃhrend des Krieges?

Charlotte Schultze

Ja . . . ja.

David Boder

Und was fÃr eine Person war die? Was haben Sie von der zum Beispiel, was fÃr Ideen hat die geÃuÃert?

Charlotte Schultze

Oh, ich hatte ein sehr nettes MÃdchen aus . . . aus Finster . . . na, na, aus der NÃhe von Finsterwaldeâaus einem kleinen Ort da. Die Eltern hatten ein Gut und waren auch vollkommen gegen Hitler eingestellt. Also in dieser Weise [lacht] gabâs da keine Gefahr.

David Boder

Es war nicht gefÃhrlich?

Charlotte Schultze

Nein, wir konnten da ganz offen reden, denn die Eltern waren genau so eingestellt wie wir. Dadurch war in der Weise keine Gefahr. Ebenso hatte ich eine Aufwartefrau, die meine WÃsche mit wusch und so weiter. Der ihr Mann war auch vollkommen gegen Hitler und auch sie. Also es war eigentlich in unserer ganzen Nachbarschaft und Bekanntschaft war niemand fÃr das System.

David Boder

Nun sagen Sie, wer war eigentlich fÃr das System, dass es so . . . [klingt wie das Ende vom Tonband]

Herman Barnett

[In English] Spool 137 recording starts in about one minute. Spool 137 recording starts in about one minute. This is Herman Barnett.

David Boder

Spool 9-137A. The conclusion of interview with Miss Charlotte Schultze. Spool 9-137B will contain the interview with JÃrgen Bassfreundâa part of it.

David Boder

Munich, September the 20th, 1946 in a transient camp maintained by the UNRRA. The interviewee is Miss . . . Charlotte, Mrs. Charlotte Schultze, the wife pf a physician already in the United States and we have yet a short conclusion.

David Boder

[In German] Also sagen Sie mir, wir sprechen nochmal darÃber, hm, was die Deutschen, sagen wir, wussten von Hitler und von Konzentrationslagern und vom Krieg. Zum Beispiel, was haben Sie Ãber den Krieg gedacht?

Charlotte Schultze

Ja, das ist so schwer zu sagen. Jeder hoffte nur, dass der Krieg bald zu Ende . . . bald zum Ende kommen wÃrde und jeder hoffte beinah, dass wir ihn nicht gewinnen, weil jeder Angst davor hatte, was dann werden sollte, wenn die Nazis gewinnen wÃrden.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

So traurig, wie das klingt, aber . . . es war wirklich in den meisten FÃllen so.

David Boder

Haben Sie nicht gefÃhlt, dass Deutschland angegriffen wurde und sich jetzt verteidigen mus?

Charlotte Schultze

Nein, darÃber war sich wohl fast jeder klar, dass Hitler derjenige war, der angriff. [lacht etwas]

David Boder

Nun sagen Sie mir, also wenn es solch eine Stimmung war, wie erklÃrt man sich die StÃrke, diese groÃe Anzahl von SS und die groÃe Anzahl von SA und, hm, die groÃen Kundgebungen immer wenn Hitler sprach und so weiter?

Charlotte Schultze

Ja, die Leute waren ja alle dazu befohlen.

David Boder

Zum Beispiel, wer?

Charlotte Schultze

Also die ganzen . . . die Schulen mussten kommen und mussten schreien. Die Hitler Jugend war befohlen, die ganzen Betriebe mussten geschlossen marschieren und mussten ,Heil Hitlerâ schreien. Es hatte ja niemand mehr einen eigenen Willen auÃer einigen freien Berufen.

David Boder

Und welche freien Berufe waren das?

Charlotte Schultze

Also RechtsanwÃlte und irgend . . . Menschen, die nicht organisiert waren.

David Boder

Nun was denken Sie . . . nun mÃchte ich Ihnen noch eine Frage stellen. Ist es, wie Sie sich denken, ist es wahr, dass es den Deutschen eigentlich jetzt nicht so schlecht geht?

Charlotte Schultze

Ja, wir hier in der amerikanischen Zone, wir kÃnnen uns ja schlieÃlich nicht beschweren.

David Boder

[beide sprechen] Ich meine das deutsche Publikum im Allgemeinen.

Charlotte Schultze

Im Allgemeinen, ich meine der Feind ist sehr anstÃndig zu uns; ganz im Gegensatz dazu, wie wir wahrscheinlich in anderen LÃndern waren.

David Boder

Nun.

Charlotte Schultze

Wir haben wohl LÃnder gekannt . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

. . . die fast verhungert sind, als unsere Besatzung drÃben war, weil ja alles weg ge . . . geschafft worden ist von anderen LÃndern, weil bei uns der Feind noch die Lebensmittel her bringt. [lacht etwas]

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

[kichert] In der Weise mÃssen wir ja hier sehr dankbar sein.

David Boder

Nun sagen Sie mal, wie erklÃren Sie, dass die Hauptvaluta da sozusagen die Zigarette ist? Wie ist das doch?

Charlotte Schultze

Die . . .

David Boder

Wollen die Leute wirklich so stark rauchen, dass sie so viel fÃr Zigaretten hingeben wollen?

Charlotte Schultze

Ja, darÃber kann ich schwer reden, weil ich selbst Nichtraucherin bin [lacht] Und so . . .

David Boder

Na ja. Aber, zum Beispiel, man bezahlt einen TrÃger mit zwei (2) Zigaretten. Man gibt dem MÃdel ein Trinkgeld mit zwei (2) Zigaretten. Was machen die damit?

Charlotte Schultze

Ja, die verkauft das am âschwarzen Marktâ einfach.

David Boder

Wer kauft sie?

Charlotte Schultze

Das weià ich nicht. [kichert] Ich nicht. [lacht]

David Boder

Nun ja, sagen Sie mir was kann man austauschen fÃr zwei (2) Zigaretten?

Charlotte Schultze

DarÃber kann ich sehr schwer Auskunft geben, weil ich eben nicht rauche.

David Boder

Aber Sie bekommen ja auch hier mit Zigaretten bezahlt und so weiter.

Charlotte Schultze

Ja, das ist vielleicht nicht richtig.

David Boder

Ja, aber sie haben auch selber kein Geld und sagen, sie sagen, sie kÃnnen fÃr das Geld nichts bekommen.

Charlotte Schultze

Ja, das weià ich auch nicht. [flÃstert]

David Boder

Na ja, tauschen die Bauern fÃr Zigaretten?

Charlotte Schultze

Auchâsicher, wenn sie starke Raucher sind.

David Boder

Wenn . . . und die geben ziemlich viel dafÃr?

Charlotte Schultze

Die geben viel dafÃr. Ich habe gehÃrt, dass jemand neunzig (90) Mark fÃr ein Paket Zigaretten gezahlt hat.

David Boder

Neunzig (90) Mark

Charlotte Schultze

Neunzig (90) Mark.

David Boder

Nun ja, man zahlt in Frankreich dafÃr hundert fÃnfzig (150), hundert fÃnf und siebzig Franc.

Charlotte Schultze

Ja, das ist etwas, was hier die meisten Leute nicht verstehen.

David Boder

Hm. Sagen Sie mir jetzt noch, wie erklÃren Sie das, dass die meisten Deutschen so gut gekleidet sind?

Charlotte Schultze

Viele haben noch VorrÃte gehabt, die die ihr Heim erhalten haben, aber die Meisten gehen ja doch nicht mehr so gut gekleidet, hm? Sehen Sie, die Meisten sind ja ausgebombt und irgendwie haben alles verloren, nicht.

David Boder

Nun wo ist all die Kleidung geblieben, die man von den Juden weg genommen hat, sagen wir in Theresienstadt und die man allen weg genommen hat, bevor man sie alle transportiert hat?

Charlotte Schultze

Hm, Sie mÃssen daran denken, dass die StÃdte alle ausgebrannt sind, nicht wahr und dass doch die ganzen Sachen in Flammen aufgegangen sind.

David Boder

So Sie denken, dass das alles . . .

Charlotte Schultze

Schauen Sie, es ist doch alles weg. Nehmen Sie einmal Dresden . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Dresden ist doch vollkommen zerstÃrt und damit doch auch die ganzen KleidungsstÃcke und alles. Wir sind, zum Beispiel, aus unserem Haus raus nur mit dem, was ich auf dem Leib hatte. Alles Andere war weg.

David Boder

Oh Sie wurden ausgebombt in Dresden?

Charlotte Schultze

Vollkommen ausgebombt.

David Boder

Wann hat das passiert?

Charlotte Schultze

Am dreizehnten (13.) Februar fÃnf und vierzig (45).

David Boder

Was war da? Eine Luftattacke? Von wem?

Charlotte Schultze

Weià nicht, es war nacht.

David Boder

Bei Nacht?

Charlotte Schultze

Eine Nachtattacke. [seufzt]

David Boder

Und da war ein groÃes Bombardement?

Charlotte Schultze

Ja, ein GroÃes . . . [beide sprechen]

David Boder

Und wo haben Sie sich mit der Familie in Sicherheit gesetzt?

Charlotte Schultze

Wir waren in einem Sammelschutzraum am Bahnhof.

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

Dresden hatte keinen einzigen Bunker, war also vollkommen ohne Schutz.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Nur der Stadthalter hatte einen groÃen Bunker fÃr seine Familie. [beide sprechen]

David Boder

Wieso gibt es das, dass [unverstÃndlich; beide sprechen] gegraben hat?

Charlotte Schultze

Ja, ich glaube, dass hÃngt wohl am . . . am Gauleiter.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Von ihm.

David Boder

Nun also, sie gingen zur Station. Das war ja der gefÃhrlichstePlatz!

Charlotte Schultze

Ja, wir waren erst in unserem Keller bei dem ersten Angriff.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Und, hm, dabei wurde unser Haus nicht verletzt. Es fielen nur Brandbomben in der NÃhe.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Und dann gingen wir in die Neustadt, um nach unseren alten Eltern zu sehen.

David Boder

Ihre Eltern oder die Ihres Mannes?

Charlotte Schultze

Meine Eltern. Mein Schwiegervater starb dann mit vier und achtzig (84) Jahren nach dem Angriff.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

Und meine Schwiegermutter lebt noch mit acht und siebzig Jahren.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Und auch mein Vater. Und als wir von dort weg gingen, um nach Haus zu gehen, kam der zweite (2.) Alarm und da erreichten . . .

David Boder

[unverstÃndlich; beide sprechen]

Charlotte Schultze

. . . erreichten wir unser Haus nicht mehr. Und mussten dann im Bahnhof unterkommen, im Bahnhofschutzraum.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Und . . .

David Boder

War dieser Bahnhofschutzraum unter der Erde?

Charlotte Schultze

Unter der Erde, ja.

David Boder

Oh, es waren diese Bahnstege, die unter der Erde fÃr FuÃgÃnger . . .

Charlotte Schultze

Nein, nein. Es waren diese SammelschutzrÃume der Eisenbahn-Direktion.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

In einem ganz groÃen Backsteinhaus.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Da sind allerdings, ich glaube, hunderte von Menschen umgekommen. Und wie durch ein Wunder sind wir heraus gekommen, da heiÃt, mein Sohn, mein Kleiner und ich. Wir sind vielleicht nachts um zwei (2) Uhr durch eine Lucke heraus geklettert . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

. . . und . . .

David Boder

Ihr Mann?

Charlotte Schultze

Mein Mann erst am nÃchsten Morgen um acht (8).

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

So haben wir dann den ganzen Tag gedacht mein Mann war tot und er hat von uns gedacht, wir wÃren tot.

David Boder

Aha, Sie haben nicht . . . er hat nicht gewusst, dass die raus kamen.

Charlotte Schultze

Nein. Wir haben uns dann erst am nÃchsten Abend getroffen.

David Boder

Zu Hause?

Charlotte Schultze

Nein, unser Haus war inzwischen auch weg.

David Boder

Oh, das Haus war weg?

Charlotte Schultze

Vollkommen zertrÃmmert.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

Die Praxis war vollkommen zertrÃmmert

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

Das Haus unserer Schwiegereltern ist weg.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

Als meines Vater. Also wir sind alle vollkommen ausgebombt.

David Boder

War Dresden wirklich so schwer . . .

Charlotte Schultze

Ja, es ist vollkommen zerstÃrt.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Die ganze Innenstadt. Auch mein Bruder ist tot und alle meine Freundinnen.

David Boder

Wieso, Ihr Bruder wurde im Bombardement getÃtet?

Charlotte Schultze

Ja wurde er, er kam auch mit um, ja.

David Boder

Und was ist mit Ihren alten Leuten passiert?

Charlotte Schultze

Meine Schwiegereltern, die haben sich noch heraus ge . . . gewÃhlt aus, aus all dem Schutt.

David Boder

Also es war bombardiert das Haus und Sie haben ihnen heraus geholfen?

Charlotte Schultze

Ja, heraus geholfen.

David Boder

Und?

Charlotte Schultze

Und sind dann bis nach ThÃringen gekommen, ihre Heimat.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Und da ist dann mein Schwiegervater noch in der Nacht wegen HerzschwÃche zu Grunde gegangen. Es war eigentlich traurigerweise, da er als junger Mann von 20 Jahren aus ThÃringen weg gegangen ist, erst nach Schweden, dann nach Amerika . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

. . . und ist an seinem Todestag . . .

David Boder

Wieder in ThÃringen . . .

Charlotte Schultze

. . . wieder in ThÃringen gelandet, um zu sterben. Ein eigenartiges Schicksal!

David Boder

Und Ihre Schwiegermutter?

Charlotte Schultze

Meine Schwiegermutter lebt noch in Coburg.

David Boder

Ah hm.

Charlotte Schultze

Die haben wir dann nach Coburg gebracht, damit sie in der amerikanischen Zone bleiben kann.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

Sehen Sie, dass sie mit uns in Verbindung bleibt.

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

Und Dresden gehÃrt zur russischen Zone.

David Boder

Und wer unterstÃtzt sie?

Charlotte Schultze

VorlÃufig hat sie genug zum Leben und wir hoffen, dass wir etwas von drÃben [lacht etwas] was zum Essen schicken kÃnnen.

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

Vielleicht kÃnnen wir auch . . . [unverstÃndlich; beide sprechen]

David Boder

Haben Ihre Bekannten in Amerika Ihnen was geschickt wÃhrend dieser Zeit?

Charlotte Schultze

Nein. Wir haben Briefe bekommen, aber weil alle hofften, dass wir schon eher zurÃck kommen, . . .

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

. . . haben sie gedacht, es lohnt sich nicht. [lacht]

David Boder

Nun, aber jetzt werden Sie ja schon bald in Amerika sein.

Charlotte Schultze

Hoffentlich, ja. [lacht]

David Boder

[In English] This concludes the interview with Mrs. Charlotte Schultze, wife of a physician, hm, what they call here a German Aryan, who is now in the United States with the child, and will probably send over the affidavit for the wife . . . for his wife. We conclude the interview at 8 minutes of the counter index. An Illinois Institute of Technology wire recording. Munich, Germany. September the 20th, 1946.

David Boder

[In German] Danke sehr, Frau Doktor.

Charlotte Schultze

Na also dann . . .

David Boder

[In English] This concludes Spool 137A. The other part will be Spool 137B and is the beginning of Bassfreund's story. It may be advisable since we have only 8 minutes on this spool to combine this one with 136B and have Mrs. Charlotte Schultze all on one spool. But we will leave that for further checkup. Boder. October the 13th, 1950. MH156.

var english_translation = { interview: [ David Boder

[In English] Munich, September the 20th, 1946 [exactly ten years ago at the time of translation], at the transient UNRRA camp at the Funkenkasernen. The interviewee is Miss . . . eh, is Mrs. Doctor Charlotte Schultze, 47 years old, and she is a [words not clear]. She is an Aryan, married to a Aryan physician who was here during the war, because they . . . for various reasons we will hear. And her husband and eleven year old son are already across, and she is expecting now, from week to week, her affidavits to go over to the United States.

David Boder

[In German] Now, Frau doctor. [Whispers] You want to talk English, true?

Charlotte Schultze

No, German.

David Boder

You want to talk German.

Charlotte Schultze

Yes [?].

David Boder

Well, yes. Come a bit nearer so you won't have to talk too loud. Make yourself comfortable. [A few words more in whispers, not clear.] Now Frau doctor, will you please tell me again what is your name and where were you born?

Charlotte Schultze

Charlotte Schultze, from Dresden, born in Dresden, 1899.

David Boder

Yes. And who were your parents, Mrs. Shultze?

Charlotte Schultze

Director Bruno Zomack and . . .

David Boder

You are born [your maiden name is] what? Zomack?

Charlotte Schultze

Zomack, yes.

David Boder

And who . . . What was the occupation of your parents?

Charlotte Schultze

Well, my father was the director of a factory [hence his title].

David Boder

Yes. A bit nearer [to the microphone].

Charlotte Schultze

Yes.

David Boder

And . . . now tell me please, where were you . . . where were you when the war started?

Charlotte Schultze

When the war started we were in Dresden. And we could not go back [to the United States], because my son of [my] first marriage was a German, and was not permitted any more to leave the country.

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

Because he was able to work.

David Boder

Now, would they not have let you go across alone? Permitted you to go?

Charlotte Schultze

I would have been permitted to go across, but I did not want to leave my son alone. No?

David Boder

You did not want to leave your son alone. And did your husband agree to it?

Charlotte Schultze

Oh, yes. I am not [word not clear; she apparently weeps].

David Boder

Now then, tell me please, how long . . . I understand that you have lived already once in America?

Charlotte Schultze

Yes.

David Boder

So when did you return to Germany?

Charlotte Schultze

In 1934, because my mother had died, and my father was nostalgic for us, and we then expected our little boy, and [chuckle] . . .

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

. . . the grandparents wanted to live to see him [chuckle], no?

David Boder

Yes. And so you returned with your husband?

Charlotte Schultze

Yes.

David Boder

Where did your Herr Doctor Schultze study?

Charlotte Schultze

In Leipzig . . . doctor.

David Boder

He has studied medicine in Leipzig?

Charlotte Schultze

Yes, yes.

David Boder

Yes. Now, so you all returned.

Charlotte Schultze

We all returned, yes.

David Boder

Did you leave anything behind in America?

Charlotte Schultze

Well, we had [chuckle] . . .

David Boder

Did you have any property?

Charlotte Schultze

Yes, we left property behind.

David Boder

Where did you leave it? In Milwaukee?

Charlotte Schultze

Yes, in New York.

David Boder

What?

Charlotte Schultze

My husband had a life insurance there.

David Boder

Aha. Was he able to keep up this life insurance all this time?

Charlotte Schultze

No. That went on . . . on through loans. It . . .

David Boder

Oh, it was possible through a loan on the insurance . . .

Charlotte Schultze

To maintain it further in force.

David Boder

. . . to continue paying for it.

Charlotte Schultze

Maintain it in force.

David Boder

Yes. And you came here. And did your husband resume again the practice of medicine?

Charlotte Schultze

First he attended courses, true? That is what we had really come for.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

But then we were detained here by the illness of his father . . .

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

. . . who had to go through an eye . . . a difficult eye operation, and due to that we at first could not return.

David Boder

What is the doctor's speciality? Did he have any?

Charlotte Schultze

No. He practiced . . .

David Boder

General . . . general practice.

Charlotte Schultze

In general, a practicing physician.

David Boder

Now would you please tell me what happened when . . . when the war started?

Charlotte Schultze

Yes. We remained here then, and . . .

David Boder

You lived in Dresden?

Charlotte Schultze

We lived in Dresden. My husband practiced, and . . .

David Boder

You told me before that something happened with your boy, with your older boy? Will you please tell me about it.

Charlotte Schultze

Yes. My son was then the only one at school who did not belong to the Hitler Youth, and since my husband treated many Jewish patients, so he [the son] had a friend who was a Jew, and due to that we had a lot of trouble. And at the end of the first year of war he attempted to cross the Swiss border with his friend in order to open the road for us [to make it possible for us] to return to America, because he knew that he was . . .

David Boder

The obstacle.

Charlotte Schultze

. . . the obstacle. No?

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

But he was arrested at the Swiss border. He was thrown in jail for three months. Then I fetched them both in Bregenz.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

And from then on we were more or less under the surveillance of the Gestapo.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

Then the boy went into the labor service. There he made a second attempt to leave the lager, but was again returned. Then he was drafted in 1941.

David Boder

As a soldier?

Charlotte Schultze

So. And he was so unhappy there. He believed [felt] he could not serve such a cause.

David Boder

So.

Charlotte Schultze

At any rate, in 1941, he again left his platoon, attempted to cross the Italian border, because an American clergyman who was there, the minister of the church with whom he was very friendly, of whom he knew that he was serving in the church of the embassy, a certain clergyman by the name [name not clear] Wolf . . .

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

. . . from Elmira.

David Boder

He was an American clergyman?

Charlotte Schultze

An American clergyman?

David Boder

From Elmira, New Jersey.

Charlotte Schultze

Yes, with whom he was very, very friendly.

David Boder

Yes. [Recollecting] Elmira, New York.

Charlotte Schultze

Yes.

David Boder

Nu, yes. And?

Charlotte Schultze

And . . . now we assume that that was the reason that he went across the Italian border.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

Now from there on we don't know anything more. At any rate the Gestapo brought us his things, and asserted that he had shot himself.

David Boder

Oh. The Gestapo brought you his things.

Charlotte Schultze

Yes. But I still don't know until this day . . .

David Boder

Did he not leave a letter?

Charlotte Schultze

Nothing. [Pause.]

David Boder

Tell me, why did the Gestapo bother altogether to bring his things?

Charlotte Schultze

Hm. That we don't know. At any rate, only after three weeks, after we had made inquiries [word not clear], only after more than three weeks, we got the first word just that he was dead, and that he was buried on Italian soil.

David Boder

Oh, on Italian soil.

Charlotte Schultze

Yes. Possibly . . .

David Boder

Well, yes. At that time the Italians were already the allies of the Germans. True? It was Mussolini's Italy.

Charlotte Schultze

Yes.

David Boder

Aha. Now tell me, you then . . . And your younger boy, how old was he?

Charlotte Schultze

The boy is now eleven years old.

David Boder

Eleven years. This one was never in America?

Charlotte Schultze

No. We arrived here in October, and he was born in December.

David Boder

He was born in December.

Charlotte Schultze

Hm.

David Boder

And what was the doctor doing here all the time?

Charlotte Schultze

He practiced in Dresden.

David Boder

He practiced in Dresden as a physician.

Charlotte Schultze

Practiced.

David Boder

Could they not draft him?

Charlotte Schultze

No. He maintained all the time his American citizenship. For that reason he did not get anything [any patients] assigned from the 'sickness insurance', and . . .

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

Yes.

David Boder

He was born an American?

Charlotte Schultze

He was born there. Yes.

David Boder

Yes. A German, he would not have been permitted . . . Tell me, if a German would have become an American citizen, the Germans would not have recognized it?

Charlotte Schultze

Yes. But he was naturalized [where?]. Although he was born there . . .

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

. . . he had returned as a child.

David Boder

Yes?

Charlotte Schultze

And then he became naturalized. [She is apparently confused.]

David Boder

Again?

Charlotte Schultze

Yes.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

Because due to that he had lost his citizenship.

David Boder

Because he had returned as a child?

Charlotte Schultze

Please? [Pardon?]

David Boder

Because he was returned as a child?

Charlotte Schultze

Yes. Because . . .

David Boder

He was brought back by his parents?

Charlotte Schultze

Yes, yes.

David Boder

Aha. So. Now tell me, you say you lived in Dresden.

Charlotte Schultze

Yes.

David Boder

How were things going on in Dresden? I heard so much from people who were in lagers. I have heard so little from people who were free.

Charlotte Schultze

We had nothing. [Pause.]

David Boder

How was life there?

Charlotte Schultze

Well, for us personally, we just were not permitted to leave the city.

David Boder

Why?

Charlotte Schultze

On account of our citizenship.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

True? Well, otherwise we were all under strict surveilance. [Chuckle.] Nobody could say what he wanted.

David Boder

So, yes. Did you keep your radio?

Charlotte Schultze

Yes, we were permitted to keep the radio.

David Boder

You could keep it.

Charlotte Schultze

We were just not permitted to listen to foreign transmitters. That means I used to do it, but I had a head-set. [Chuckle.]

David Boder

Oh, you had ear . . . [phones].

Charlotte Schultze

A head-set.

David Boder

A head-set. And so you could more or less . . . Did you believe what the foreign transmitter . . .

Charlotte Schultze

I could listen to it every evening, and for that reason we were oriented about everything.

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

And since my husband had very many Jewish patients we were also oriented about everything that was going on. He had a patient who came from Buchenwald, whose skull [scalp?] was completely battered up and so on. A certain doctor. A certain Doctor Magen . . .

David Boder

Oh, a doctor who was in Buchenwald?

Charlotte Schultze

Yes.

David Boder

How come they let him out?

Charlotte Schultze

Well, they locked him up for a short time, since he was the father of the boy with whom my son at times . . .

David Boder

Has gone away.

Charlotte Schultze

. . . had crossed the border.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

This Herr Doctor Magen was then sent to Buchenwald, and then they set him free again. And a year later he was arrested again, and he was so unhappy [in such despair] that he took his own life in his cell. He tore his underwear and hanged himself.

David Boder

That was that Doctor Magen.

Charlotte Schultze

Yes.

David Boder

And what happened to his son?

Charlotte Schultze

And his son, too, attempted to reach again the Swiss border, but was caught and was put . . .

David Boder

Did you . . . Yes.

Charlotte Schultze

. . . into a concentration camp, and in a few weeks they sent to the mother and the daughter, who had still survived, the underwear with a notice that he had died.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

And then the mother and daughter were taken to a barracks, and later on to Poland. Since then we never heard anything from both of them.

David Boder

And the husband? He took his life . . .

Charlotte Schultze

He took his life.

David Boder

Where?

Charlotte Schultze

In jail [?], still in prison, because he learned that he would be taken again to the concentration . . . concentration camp. No?

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

The man was in such despair that he . . . [pause]

David Boder

Tell me please, how was it in general with sui- . . . suicide? Were there many?

Charlotte Schultze

[With deliberation] Well, about that I could not tell much. Among the Jewish people naturally very many, because my husband was often called to patients, and among them to a Frau Pick . . .

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

. . . who lived not far from us, an old, very fine lady of 70 years. Mostly they took their lived with veronal.

David Boder

With veronal, the sleep [remedy] . . .

Charlotte Schultze

Yes, yes. My husband was also called to a Mr. Fisch at the time when there was a transport to Poland.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

And the man was gravely ill and was supposed to be sent away that night to Poland. And so my husband personally called [telephoned] the Gestapo and . . . and . . .

David Boder

Told [them].

Charlotte Schultze

. . . reported that it was impossible that this man . . .

David Boder

Be taken.

Charlotte Schultze

. . . be taken. No? So then only the sons were transported [sent away], because they were Poles, that is they were never in Poland.

David Boder

Yes. [Just] Polish citizens . . .

Charlotte Schultze

They were born in Germany, no? The people were then disembarked there at the border, and . . . [See Matzner, Chapter 10.]

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

. . . and nobody cared about them.

David Boder

Now tell me. You also associated [were friends] with Germans, true?

Charlotte Schultze

Yes.

David Boder

And what was the German attitude toward the whole Hitler affair.

Charlotte Schultze

Yes. We had, of course, the feeling that very, very few were for Hitler.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

Because I knew that, from the practice of my husband, hardly one per cent were Nazis.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

It is, of course, possible that these [chuckle] did not come to us.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

No? [Chuckle.] Because they knew first of all that my husband was an American, and secondly they knew our [political] orientation.

David Boder

Hm. Now tell me, was it known what was going on in the concentration camps?

Charlotte Schultze

Oh well. I think [to] the majority of peopleâno.

David Boder

Hm. You believe the majority . . .

Charlotte Schultze

No, no, they did not know.

David Boder

Now . . .

Charlotte Schultze

If we . . .

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

If we had not heard a great deal by accident from our patients, we, too, would not have know it.

David Boder

Didn't some Gestapo people come home and tell about it to their relatives?

Charlotte Schultze

Yes. Well . . .

David Boder

It is not possible to have covered it up so completely.

Charlotte Schultze

That I don't know. At any rate, everyone was threatened with punishment by death.

David Boder

Every Gestapo man?

Charlotte Schultze

[Words not clear.] Nobody could speak [openly]. One had to be so cautious. I, too, was often afraid when my husband would return late from his calls [chuckle]. That something might have happened to him [chuckle].

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

Because often he spoke too frankly.

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

It was . . . it was . . . everything was so frightfully dangerous. There across in America no one can from for himself any idea about it, how [heavily] we stood under control, and how the whole population lived.

David Boder

Well. [Pause.] Tell me, did you retain your maids during the war?

Charlotte Schultze

Yes, yes.

David Boder

And what kind of a person was she? What, for example, did you learn from her? What kind of ideas did she express?

Charlotte Schultze

Oh, I had a very nice girl from Finster . . . from the proximity of Finsterwalde, from a little village. The parents had a farm, and they were completely oriented against Hitler. So that in this manner we did not have to gag our lips.

David Boder

It was not dangerous [?]?

Charlotte Schultze

No. We could speak very frankly, because her parents were oriented in the same manner as she. From this angle we were not in danger. I also had a cleaning woman who took care of the laundry and such things. Her husband was entirely against Hitler, as well as she. In this manner, of all our neighbors, all of our acquaintances, nobody was in favor of the system.

David Boder

Now tell me, who then was for the system that it took on such [abrupt end of Spool 136B] . . .

Herman Barnett

[In English] Spool 137 recording starts in about one minute. Spool 137 recording starts in about one minute. This is Herman Barnett.

David Boder

Spool 9-137A. The conclusion of interview with Miss Charlotte Schultze. Spool 9-137B will contain the interview with JÃrgen Bassfreundâa part of it.

David Boder

Munich, September the 20th, 1946 in a transient camp maintained by the UNRRA. The interviewee is Miss . . . Charlotte, Mrs. Charlotte Schultze, the wife pf a physician already in the United States and we have yet a short conclusion.

David Boder

[In German] Now tell me, we were discussing again the Germans, let us say, what they knew about Hitler, the concentration camps, and the war. Now what did they think about the war?

Charlotte Schultze

Now that is hard to tell. Everybody hoped that the war would be over soon . . . will come to an end, and everybody hoped near and far that the events that may come to be in case of Nazi victory, will fail to happen [the wire for the last sentence is not clear].

David Boder

Hmm.

Charlotte Schultze

As sad as it may sound I was really in most cases . . .

David Boder

Did they not feel that Germany was attacked and must now defend itself?

Charlotte Schultze

No. About that it was clear to everybody that Hitler was the one who attacked.

David Boder

Nu. Tell me, if the mood was such, how can one explain the strength, the large number of SS [presumably volunteers], the large number of SA [volunteer Storm Troupers], the constant large rallies when Hitler was speaking, and so on?

Charlotte Schultze

Well, the people were simply ordered to it [compelled to act that way].

David Boder

For example, who?

Charlotte Schultze

Well, all the schools had to come and had to yell. The Hitler Youth was ordered out, all the industries had to march as closed units, and had to yell heil Hitler. Nobody had, any more, his own will, except for some of the free [independent] professions.

David Boder

And what free professions were those?

Charlotte Schultze

Well, the lawyers and people who were not organized.

David Boder

Now, what to you think . . . Now I want to ask you one more question. Is it, in your way of thinking, is it true that the Germans at present are actually not so badly off?

Charlotte Schultze

Well, of course. In the American Zone we have . . . we can't complain, after all.

David Boder

You mean the German public in general?

Charlotte Schultze

In general, because I think that the enemy is very decent towards us, in complete contrast to that which we were [how we behaved] in other countries.

David Boder

Now . . .

Charlotte Schultze

Because we have heard about countries . . .

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

. . . which nearly perished from starvation when our occupation was there, because everything was removed from other countries, while in our case there is still something left [last words not clear; chuckle].

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

[Chuckle.] So we have to be very thankful.

David Boder

Now tell me, how do you explain it, that the main value [of exchange] here consists of cigarettes? [Pause.] How does that come about?

Charlotte Schultze

The . . .

David Boder

Do people have really such a strong desire to smoke that they are willing to give so much [in return] for cigarettes?

Charlotte Schultze

Now about that I can hardly speak, because I myself do not smoke. And so I . . .

David Boder

Well, yes. But, for example, one pays off a porter with two cigarettes [the porters at the railroad stations as well as the other services were all on fixed salaries]. One gives the waitress a tip of two cigarettes. What do they do with them?

Charlotte Schultze

She apparently sells them on the black market.

David Boder

Who buys them.

Charlotte Schultze

[Chuckle.] That I don't know. Not I. [Laughter.]

David Boder

Well. Now tell me what can one barter out for two cigarettes.

Charlotte Schultze

That I can hardly inform you about, because I just don't [one almost feels that she is afraid that the interview may have some official purpose.]

David Boder

Well, but you also get here [officially in the UNRRA camps] paid in cigarettes, and so on.

Charlotte Schultze

Well, maybe they [words not clear].

David Boder

Yes, but they themselves [the DPs and German traders] do not want [to accept] any money. They can't get anything for the money].

Charlotte Schultze

[Whispers] Well, I don't know that either.

David Boder

Now well. Do the peasants barter for cigarettes?

Charlotte Schultze

Surely they, too, because they are heavy smokers.

David Boder

And they give quite a bit for them?

Charlotte Schultze

They give a lot for them. I heard that someone paid 90 marks for a package of cigarettes [the official exchange, as far as I remember, was about 10 marks to the dollar, or less].

David Boder

90 marks?

Charlotte Schultze

30 [?] marks.

David Boder

Nu, yes. One pays in France about 150 to 175 franks [official exchange of 117 franks to the dollar].

Charlotte Schultze

Hm. Well, that is something that most people would be unable to understand.

David Boder

Hm. Now tell me something else. How do you explain that most of the Germans are so well dressed?

Charlotte Schultze

Hm. Many still had reserves, those who have preserved their homes, but most of the people are really not so well dressed any more. Most of the people were bombed out and had lost everything.

David Boder

Now what has become of all the clothing which was taken from the Jews, let us say in Theresienstadt, and was taken away everywhere before they were transported? [See Mr. Schlaefrig, Chapter 26.]

Charlotte Schultze

Well, you must consider that the warehouses [?] were bombed out, that all the things went up in flames.

David Boder

So that you think . . .

Charlotte Schultze

So everything is gone. Take for instance, Dresden.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

Dresden is completely destroyed, and with it all the clothing and everything. We, for instance, got out of our home only with that which I had on my body. Everything else was gone.

David Boder

Oh, you were bombed out in Dresden?

Charlotte Schultze

Completely bombed out.

David Boder

When did that happen?

Charlotte Schultze

On the 13th of February, '45.

David Boder

What was there, an air attack? By whom?

Charlotte Schultze

I don't know. It was at night.

David Boder

At night?

Charlotte Schultze

And whooo!

David Boder

And there was a big bombardment.

Charlotte Schultze

There was a big bombardment.

David Boder

And where did you and your family go for safety?

Charlotte Schultze

We were in a common shelter at the railroad station.

David Boder

Ah.

Charlotte Schultze

Dresden had not a single bunker. It was completely without protection.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

Only the governer had a large bunker for his family.

David Boder

How come that here they had not dug bunkers?

Charlotte Schultze

Well, that depended on . . . on the Gauleiter [governor appointed by the central government].

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

On him [?].

David Boder

Now then. You went to the railroad station. But that was the most dangerous place?

Charlotte Schultze

Well, yes. We were first in our cellar, at the first attack.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

But then our house was not damaged. There fell only incendiaries in the neighborhood.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

Then we went to the suburb to see our old parents.

David Boder

Your parents or those of your husband?

Charlotte Schultze

My husband's parents. My father-in-law had died then at the age of 84 after the attack.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

My mother-in-law is still alive at the age of 78.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

Also my father [is still alive]. And when we went to the station [?] to get home there was a second alarm.

David Boder

[Words not clear.]

Charlotte Schultze

There was no more time [words not clear]. So we had to take refuge in the railroad station, in the railroad station's shelter.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

And . . .

David Boder

Was the railroad station's shelter underground?

Charlotte Schultze

Underground.

David Boder

Those must have been the tunnels [for pedestrians] which are [located] underground.

Charlotte Schultze

No, no. These were the shelters of the administration of the government bank.

David Boder

Ja.

Charlotte Schultze

In a large all-brick house.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

Very large. There stood [word not clear]. To be sure, hundreds of people have perished. And by a miracle we got out, that is my son, my little one, and I. We climbed out after all clear [?] through a break [in the floor?] . . .

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

And . . .

David Boder

Your husband?

Charlotte Schultze

My husband returned only the next morning at eight.

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

So all day we thought my husband was dead, and he thought that we were dead.

David Boder

You didn't . . . he did not know that you got out.

Charlotte Schultze

No. We met only the next evening.

David Boder

At home.

Charlotte Schultze

No. In the meantime our house, too, was gone.

David Boder

Oh, the house was gone.

Charlotte Schultze

Completely demolished.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

His office was completely demolished.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

The house of my parents-in-law was gone.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

And the house of my father. We were all completely bombed out.

David Boder

So Dresden was really so [badly] hit?

Charlotte Schultze

Yes. It is completely destroyed.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

The whole [word not clear] city. My brother, too, is dead, and all my women friends . . .

David Boder

How come? Was your brother killed in the bombardment?

Charlotte Schultze

He, too, passed on. He, too, perished.

David Boder

And what happened to the [your] old people?

Charlotte Schultze

My parents-in-law still extricated themselves from the rubble.

David Boder

Oh, the house was bombarded and you got them out?

Charlotte Schultze

Yes, completely.

David Boder

And?

Charlotte Schultze

And then they came as far as Cologne, to their home city.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

And there my father-in-law found one night his doom due to a weak heart. Strangely enough he left Thuringia as a young man of 20 years [of age].

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

Then to Sweden.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

Then to America.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

And on the day of his death . . .

David Boder

Again in Thuringia.

Charlotte Schultze

. . . landed again in Thuringia [incorrect: Cologne is not in Thuringia, but is in the Rhine province] in order to die there.

David Boder

And your mother-in-law?

Charlotte Schultze

My mother-in-law still lived in Coburg.

David Boder

Hm.

Charlotte Schultze

We took her then to Coburg so that she could remain in the American Zone.

David Boder

Yes.

Charlotte Schultze

You see [?]? so that she would be in contact with us.

David Boder

Aha.

Charlotte Schultze

And Dresden belongs to the Russian Zone.

David Boder

And who supports her?

Charlotte Schultze

For the time being she has enough to live on, and we hope [chuckle] that we will be able from there to send here somthing to eat. Maybe . . .

David Boder

Aha. Did your acquaintances from America send you anything during this time [after the armistace]?

Charlotte Schultze

No. We received letters, but since everybody hoped that we shall soon return, they thought it not worthwhile [hearty laughter], and that is why . . .

David Boder

[Cordially] Well, now, you will soon be in America.

Charlotte Schultze

We hope . . .

David Boder

[In English] This concludes the interview with Mrs. Charlotte Schultze, wife of a physician, hm, what they call here a German Aryan, who is now in the United States with the child, and will probably send over the affidavit for the wife . . . for his wife. We conclude the interview at 8 minutes of the counter index. An Illinois Institute of Technology wire recording. Munich, Germany. September the 20th, 1946.

David Boder

[In German] Thank you very much, Frau doctor.

Charlotte Schultze

There you are then . . .

David Boder

[In English] This concludes Spool 137A. The other part will be Spool 137B and is the beginning of Bassfreund's story. It may be advisable since we have only 8 minutes on this spool to combine this one with 136B and have Mrs. Charlotte Schultze all on one spool. But we will leave that for further checkup. Boder. October the 13th, 1950. MH156.