David P. Boder Interviews Gert Silberbart; August 27, 1946; Genève, Switzerland

var transcription = { interview: [ David Boder

[Knocking sound] [In German] In dieser Richtung wird aufgezeigt, Sie brauchen nicht einfach da, aber Sie, eh, ge, eh, kommen Sie n bissel nÃher, eh, dort, nech, sagen Sie mal eins, zwei, drei . Hier.

Gert Silberbart

Eins, zwei, drei.

David Boder

Lauter?

Gert Silberbart

Eins, zwei, drei.

David Boder

Ja, also, Sie passen aber mal langsam auf, wenn hier das Licht aufleucht-etâ

David Boder

[In English] Geneva, August the 27th, 1946. A recording at the home for displaced boys, predominantly Buchenwald children, who are now being trained for a profession. The interviewee is Gert Silverberg [incorrect], eh, a native of Berlin.

David Boder

[In German] Also, Gert, sagen Sie uns nochmal, was ist Ihr voller Name, wie alt sind . . . ?

Gert Silberbart

Gert Silberbart.

David Boder

Ja?

Gert Silberbart

Gert Silberbart und ich werde in dieser Woche 18 Jahre alt.

David Boder

Sie werden in dieser Woche 18 Jahre alt. Also erzÃhlen Sie, Gert, wann hat es angefangen, Ihnen schlecht zu gehen? Denn da ist es ja auch vor dem Kriege schlecht gegangen.

Gert Silberbart

Ja, ja, selbstverstÃndlich, aber bis zu dem Jahre 1938, bis zu der ErschieÃung dieses Rats in Frankâ, in Frankreich haben wir noch nicht so viel von diesem ganzen Hitler-Regime gespÃrt, selbstverstÃndlich etwas, aberâes war nicht soviel. Und als dann dieser Pogrom begann am 8. November, war ich, da wurden die ganzen jÃdischen GeschÃfte und Fabriken geschlossen, die Juden mussten die, ihre Judensterne tragen â

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

. . . und das fiel natÃrlich sofort auf, und die Hitlerjugend und diese ganzen einfach Nazis, die machten sich das zunutze und [es] kam nicht selten vor, dass wir angepÃbelt wurden auf der StraÃe.

David Boder

Also, sagen Sie nochmal, Gert, aus wem bestand ihre Familie, wieviel waren Sie in der Familie?

Gert Silberbart

Wir waren zuerst fÃnf, mein Bruder starb bereits aber vor dem Krieg an Diphterie, so dass nur noch vier Ãbrig blieben, mein Vater, meine Mutter, meine kleinere Schwester und ich.

David Boder

Ja. Und, eh, sagen Sie mal, eh, was war Ihres Vaters BeschÃftigung?

Gert Silberbart

Mein Vater hatte eine groÃe Konfektionsfabrik, die er dann aber verkaufen mussteâ[TAPE NOISE]

David Boder

Also, eh, Sie sagen, die Schwierigkeiten haben angefangen, wie Rat bei GrÃnspâ, von GrÃnspan in Paris ermordet wurde, nicht wahr . . .

Gert Silberbart

Ja. Ja.

David Boder

Haben Sie ne Ahnung, was er [? 2.13] danach passiert?

Gert Silberbart

Davon haben wir keine Ahnung, als die ganze Geschichte verlautbar wurde, warn wir bereits im Konzentrationslager und hatten also keine MÃglichkeit, irgenwelche Zeitungen zu lesen, Ãâ, und uns irgenwie orientieren, was drauÃen vorgeht.

David Boder

Ja. Also, eh, man hat, eh, Sie sagen, die Pogrome haben angefangen . . .

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

Was fÃr Pogrome waren sie, kÃnnen Sie sie beschreiben, wenn Sie sich erinnern?

Gert Silberbart

Ja, ich kann Ihnen im GroÃen und Ganzen beschreiben . . .

David Boder

Doch beâ, eh, beschreiben Sie sie im Kleinen, und im gu, eh, im Kleinen, nicht wahr

Gert Silberbart

Gut

David Boder

Also

Gert Silberbart

Die GeschÃfte, die Schaufenster der jÃdischen GeschÃfte wurden in der selben Nacht und in den darauffolgenden NÃchten nochâzersplittert, durch Steine, durch SteinwÃrfe und wurden oft Karikaturen an die Fenster gemalt, wurden in verschiedenen jÃdischen Wohnungen eingebrochen und verschiedene Juden wurden auch angepÃbelt auf der StraÃe.

David Boder

Ja. [knock] Nun? Sie waren ja bloà 10 Jahre alt, nicht wahr?

Gert Silberbart

Ich war damals 10 Jahre alt, ja.

David Boder

Und wie haben Sieâ wie ist es Ihnen gegangen, und Ihrer Familie?

Gert Silberbart

Ja, kurze Zeit darauf wurden unsere Schulen fÃr einige Zeit geschlossen . . .

David Boder

Welchâ, was heiÃt unsere Schulen?

Gert Silberbart

Die jÃdischen Schulen, die SchÃler besuchten gemeinsam in Berlin . . .

David Boder

Also dieâja?

Gert Silberbart

Und wir durften uns gar nicht auf die StraÃe, weil sie nicht riskieren wollten, von den Banden der Hitlerjugend angepÃbelt und geschlagen zu werdenâund auchâfast kein Jude wagte es in den nÃchsten Tagen, Ãber die StraÃe zu gehen.

David Boder

Ja. Nun?

Gert Silberbart

Das war eigentlich alles, was wir . . .

David Boder

Ja, und was hat mit Ihrem Vater, wegen, mit dem GeschÃft Ihres Vaters passiert?

Gert Silberbart

Mein Vater musste sein GeschÃft sofort verkaufen.

David Boder

Zu wem?

Gert Silberbart

An einen Arier, an einen Klienten.

David Boder

Ja. Hat er den, hat er Ihnen wenigstens bezahlt?

Gert Silberbart

Ja, selbstverstÃndlich nicht den entsprechenden Betrag, den er bei, bei normalen VerhÃltnissen erzielt hÃtte, aber es wurde ihm einfach eine gewisse Summe ausbezahlt.

David Boder

Jaâund die konnte er zu sich nehmen oder musste er . . .

Gert Silberbart

Auch nicht, sondern man musste sie auf die Bank, auf, auf die Bank Ãberweisen lassen und durfte dann immer nur einen ganz geringen Bretâ, Betrag monatlich davon abheben.

David Boder

Ja, und dann, was hat der Familie passiert?

Gert Silberbart

Dann wurden wir alle nach Auschwitz, im Februar '43, wurden wir alle nach Auschwitz deportiert.

David Boder

Wo ist Auschwitz, wo liegt das eigentlich?

Gert Silberbart

Auschwitz ist in Oberschlesien, das polnische StÃdtchen Ostepien. Also, dort wurde eben das grÃÃte Konzentrationslager kurz nach Einmarsch der Deutschen erbaut.

David Boder

Aha, also es war Polen bevor?

Gert Silberbart

Ja ja.

David Boder

Und dann, nach Einmarsch der Deitschen wuâ, Deutschen, wurde dort ein Konzen-. -zentrationslager erbaut, nicht wahr . . .

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

Nun, wie, wurde die ganze Familie nach Auschwitz geschickt?

Gert Silberbart

Ja, wir kamen, bis Auschwitz waren wir noch zusammen,

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

. . . und wurden wir als, wurden wir getrennt. Meine Mutter, mein Vater und meine kleine Schwester [noise] wanderten, was ich annehme, sofort in die Gaskammer, wÃhrend es mir, als JÃngstem, vergÃnnt war, da ich arbeiten, da ich arbeitsfÃhig war, unter den Lebenden zu bleiben.

David Boder

Also, warten Sie mal. Wo wurâ, Sie wurden Sie in Berlin verhaftet. Wo wurden Sie dann, also von Ihrer Home, von Ihrem Haus aus bis Auschwitz gehen

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

Wenn Sie gehen?

Gert Silberbart

Wir wurden von der Gestapo in der Nacht vom 7. zum 8. MÃrz 1943 in, aus unserer Wohnung verhaftet und kamen dann in ein Massenlager in, in Berlin direkt. Dort blieben wir bis zum . . .

David Boder

Wo war das Massenlager

Gert Silberbart

In Berlin, in der groÃen Hamburger StraÃe, es war eine frÃhere Schule, wo alle MÃbel ausgerÃumt wurden und einfach Matratzen in die Zimmer gelegt wurden.

David Boder

Ja, und ist die ganze Familie zusammen gewesen?

Gert Silberbart

Dort sind wir noch zusammen gewesen.

David Boder

MÃnner und Frauen und Kinder zusammen

Gert Silberbart

Ja

David Boder

Ja

Gert Silberbart

Ja, die ganzen Familien wurden noch nicht getrennt

David Boder

Ja. Nun? Dann?

Gert Silberbart

Dann am nÃchsten Morgen wurden wir, bekamen wir noch etwas zu essen, und wurden dann in MÃbelwagen alle verstaut, und zum Bahnhof [noise] in der NÃhe Berlins gefÃhrt.

David Boder

Also, nun sagen Sie mal, eh, was fÃr Sachen haben Sie mitnehmen dÃrfen

Gert Silberbart

Wir haben zwar mitnehmen dÃrfen, was wir wollten, doch bei der Ankunft in Auschwitz wurde uns alles abgenommen, bis auf den . . .

David Boder

Ja, und was hat mit der Wohnung passiert

Gert Silberbart

Ja, wir wurden, und das, das weià ich nicht mehr, ich weià nur, dass die Gestapo-Beamten, nachdem wir die Wohnung verlassen hatten, ein Siegel der Gestapo aufgeklebt hatten, dass nunmehr keener eintreten durfte

David Boder

Ahe. Nun, und so sind Sie nach, ehâwieviel Tage ist der Zug nach Auschwitz gegangen?

Gert Silberbart

Drei Tage

David Boder

In was fÃr einem Wagen sind Sie gefahren

Gert Silberbart

Im Viehwagen, zu achtzig Mann waren wir in einem Viehwagen, mit -.

David Boder

Die Familie zusammen?

Gert Silberbart

Ja, Frauen, Kinder, MÃnner, alle zusammen.

David Boder

Also, waren Sie mit Ihrem Bruder?

Gert Silberbart

Nein, mit meiner kleinen Schwester und mit meinen Eltern zusammen

David Boder

Mit Ihren Eltern zusammen.

Gert Silberbart

Ja

David Boder

Und eh, hat der Zug, ist der Zug stehenbleiben,

Gert Silberbart

Der Zug ist unterwegs oft stehen geblieben, jedoch haben wir davon weiter nichts gespÃrt. Als irgend etwas ist stehen geblieben, weil die Waggons wurden nicht geÃffnet, erst als wir nach Auschwitz kamen, wurden sieâauch dort standen wir dann noch eine halbe Stunde, bis sie dann von den SS-Leuten mit den . . .

David Boder

Also wie haben Sie dann Ihre Toiletten besessen, mit, eh, eh . . .

Gert Silberbart

Na, da wurden so Eimer, Eimer in die Waggons gestellt, die wir dann durch ganz kleine Ritzen ausschÃtten, hinausschÃtten konnten, ins Freie . . .

David Boder

Ja. Und, eh, war da Trinkwasser . . .

Gert Silberbart

Es wurde uns ein Eimer zur VerfÃgung gestellt, der jedoch kaum ein Tag ausreichte.

David Boder

Und wie hat man das Wasser getrunken?

Gert Silberbart

Man hat es getrunken in Bechern oder Tassen oder irgend welchen GefÃÃen, die jeder mithatte . . .

David Boder

Ja. Nun, und, eh, erzÃhlen Sie mal, eh, wie, was hat passiert, die erste zwei Stunden, nachdem der Zug an Auschwitz angelangt hat.

Gert Silberbart

Wir wurden alle, wir wurden alle aus den Waggons entladen, und sofort eine laute Stimme rief sofort: Frauen, MÃnner, Frauen links und MÃnner rechts. Ich stellte mich dann zu den MÃnnern, im Dunkeln hatte ich, wir kamen spat abends schon an und es war ziemlich im Dunklen noch, Anfang MÃrz, es war dunkel, ich hatte die Vater-Mutter Orientierung verloren, und kein, hab kein Mitglied meiner Familie mehr wieder gesehen.

David Boder

Also, Sie meinen , sie haben auch sofort Ihren Vater fÃr sofort nicht mehr wieder gesehen

Gert Silberbart

Nein, ich habe kein Mitglied meiner Familie mehr gesehen

David Boder

Und Sie waren wie alt?

Gert Silberbart

Ich war damals 14 Jahre alt

David Boder

14 Jahre, das war in welchem Jahr?

Gert Silberbart

Das war im Anfang '43.

David Boder

Na, warten Sie malâSie sagen die Schwierigkeiten haben angefangen in '38

Gert Silberbart

Ja

David Boder

Wo waren Sie von '38 bis '43?

Gert Silberbart

Von '38 bis '43 befand ich mich noch in Berlin, ich besuchte bis zum Jahre '41 die Schulen, die dann zwangslÃufig geschlossen wurden.

David Boder

Ja. Und was hat Ihr Vater getan during dieser, durch diese Zeit?

Gert Silberbart

Mein Vater konnte wÃhrend dieser Zeit Ãberhaupt nicht arbeiten, und ist spÃter zwangslÃufig in eine Fabrik geschickt worden,

David Boder

Ja . . .

Gert Silberbart

. . . wo er dann arbeiten musste bis zu seiner Evakuierung.

David Boder

Also wenn er in der Fabrik arbeitete, ist er jeden Tag nach Hause gekommen?

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

. . . da ist er jeden Tag nach Hause gekommen?

Gert Silberbart

Ja

David Boder

. . . also zwischen '38 und '42 haben Sie noch immer in Berlin gelebt, nicht wahr

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

und Sie sind zur Schule gegangen bis '42

Gert Silberbart

Nein, bis zum Jahre '41

David Boder

Bis zum Jahre '41

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

Und was haben Sie das fÃr den Rest der Zeit getan, wo Sie nicht zur Schule gehen konnten?

Gert Silberbart

Da arbeitete ich in KÃchen und auch in, eh, mein Freund, der Mischling war, sein Vater war Apotheker, der hat mich dann mit in sein Labor genommen . . .

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Wo ich mich dann ein wenig ausbilden konnte.

David Boder

War das, eh, erlaubt, nicht wahr?

Gert Silberbart

Das war nicht erlaubt, das war illegal, aber da es eben ein guter Freund von mir war, so kam das nicht an die Ãffentlichkeit.

David Boder

Ja. Und dann haben Sie n bissel Apotheke gelernt, nicht wahr?

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

Und, eh, dann, eh, wurden ehâsind die Leute gekommen und sie wurden ins Konzentrationslager nach Auschwitz geschickt in zweiundâ in '43 . . .

Gert Silberbart

Ja, ja.

David Boder

Was, eh, haben die irgendwelche GrÃnde angegeben oder was war?

Gert Silberbart

Gar keine, wir warn ja noch ziemlich die letzten, wir hatten das GlÃck, unter den Letzten zu sein, und wir wussten schon, dass Tausende vor uns dorthin gewandert sind.

David Boder

Aha. Und dann sind Sieâwie alt war Ihre kleine Schwester?

Gert Silberbart

Meine kleine Schwester war damals acht Jahre alt.

David Boder

Aha. Und Sie waren, eh, 14 Jahre alt

Gert Silberbart

Ja

David Boder

Und Sie haben sich unter die MÃnner gemischt?

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

Hat sich nicht Ihr, Ihr Vater mit den MÃnnern hingestellt?

Gert Silberbart

Wahrscheinlich, ich hab ihn nicht mehr gesehen, wir wurden aufgerufen, jeder musste laut und deutlich seinen Beruf und sein Alter angeben, und, eh, auf einen Wink des SS-Oberkommandanten musste man sich dann eben rechts oder links aufstellen, rechts bedeutete die Gaskammern, links waren die Lebenden.

David Boder

Und was fÃr einen Beruf haben Sie angegeben?

Gert Silberbart

Ich hatte gar keinen Beruf angegeben, einfach SchÃler. Da ich aber damals ziemlich krÃftig aussah, erschien ich ihnen eben arbeitsfÃhig und, eh, ich stellte mich zu den Lebenden.

David Boder

Ja. Und dann, was passierte nachher in wie [?]

Gert Silberbart

Dann wurden wir in eine Desinfektion gefÃhrt . . .

David Boder

War das in Birkenau oder in Auschwitz?

Gert Silberbart

Direkt in Auschwitz, wo wir ankamen.

David Boder

Jaâund wo waren die Krematorien?

Gert Silberbart

Die Krematorien waren in Birkenau, das ich jedoch zu dieser Zeit noch nicht gesehen hatte.

David Boder

Aha. Man konnte von Auschwitz Birkenau nicht sehen?

Gert Silberbart

Wir sahen ein groÃes Feuer, wir wussten aber nicht, was es bedeutete. Erst spÃter wurde uns klar, dass es, dass das die GasÃfen, die Krematorien von Birkenau waren [noise]

David Boder

Aha. Aber man konnte von Auschwitz die Birkenau, eh, Feuer sehen?

Gert Silberbart

Ja, sehr gut.

David Boder

Ja. Nun? Und dann, was hat in der Nacht passiert?

Gert Silberbart

Wir wurden dann in ein Nebenlager von Auschwitz, das Arbeitslager Buna gefÃhrt . . .

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Wo wir alle entkleidet wurden, desinfiziert und alles abgenommen wurde, was wir auf dem Leibe hatten. Wir wurden gebadet, die Haare wurden uns abgeschnitten, und wir wurden in HÃftlingskleidung gesteckt.

David Boder

Wer hat Ihnen die Haare abgeschnitten und wie wurde das getan?

Gert Silberbart

Schon laâ, schon HÃftlinge, die schon lange im Konzentrationslager waren, deren Beruf es eben war, als [?] zu funktionieren.

David Boder

Und was haben die gebraucht, Scheren oder, oder

Gert Silberbart

Einfache gewÃhnliche Haarschneidemaschinen, mit der Hand zu bedienen.

David Boder

Was Hand?

Gert Silberbart

Mit der Hand zu bedienen, Haarschneidemaschinen.

David Boder

Also Handschneidemaschinen.

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

Ja. Und man hat Ihnen das Haar vom Kopf abgeschnitten und?

Gert Silberbart

Ja Ãberall, wo wir nur Haare hatten.

David Boder

Ja. Und dann, was hat man getan?

Gert Silberbart

Dann kamen wir in die einzelnen Baracken, man nahm unsere Namen und Personalien auf, unser Alter, steckte uns in die einzelnen Buchsen . . . .

David Boder

Wie, was haben Sie als Ihr Alter angegeben?

Gert Silberbart

Mein richtiges Alter, 14 Jahre.

David Boder

Ja. Nun?

Gert Silberbart

Wir schliefen dann bis morgens um fÃnf, morgens um fÃnf bekamen wir erst ein wenig Kaffee, ein StÃck Brot, und mussten uns dann vor den Block stellen, wo uns dieses Strammstehen und diese ganzen Schritte, dieser Marschschritt beigebracht wurden. Und dann . . .

David Boder

In welcher Weise?

Gert Silberbart

Verschieden. Wir mussten uns in FÃnferreihen aufstellen, was noch ganz gut ging, dann wurde rechts und linksum geÃbt, dann marschieren, was zu Anfang nicht ganz so gut klappte, uns dann aber eben durch KolbenschlÃge besser beigebracht wurde.

David Boder

Ja nun? Eh, essen Sie?

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

Bisschen zu essen? [Pause]

David Boder

Also vor dem Essen sind wir ja dabei geblieben, wie Sie uns erzÃhlt haben, dass man Ihnen beigebracht hat, wie zu marschieren. Nun gehen Sie mal weiter.

Gert Silberbart

Ja, und dann kam ein Mitglied des Arbeitsdienstes, dessen Aufgabe es war, unsere Berufe zu erfahren, und in welchem, in welcher Richtung wir eben arbeiten konnten.

David Boder

War das ein HÃftling?

Gert Silberbart

Das war auch ein HÃftling, der jedoch schon lange im Konzentrationslager war.

David Boder

Ja, war das ein Jude?

Gert Silberbart

. . . und das Vertrauen der SS-FÃhrung hatte. Nein, das war kein Jude. Das war ein deutscher politischer HÃftling.

David Boder

Ja. Ja.

Gert Silberbart

Und, da ich eben keinen Beruf hatte, wurde ich in ein Kommando gesteckt, in ein Arbeitskommando, wo ich den ganzen Tag Zement tragen musste und Waggons mit Eisen abladen musste, was mir natÃrlich mit 14 Jahren ziemlich schwerfiel, den ganzen Tag SÃcke zu 50 Kilo zu schleppen, ohne Pause, ein Junge von 14 Jahren, ich meine, ich war das nicht gewohnt, es fiel mir ein wenig schwer.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Aber dann gewÃhnte ich mich dran, ich musste mich dran gewÃhnen,

David Boder

Nun, und?

Gert Silberbart

Nun, und so arbeitete ich dann eben von sechs Uhr frÃh bis gegen sechs Uhr, sieben Uhr manchmal nachmittags, sechs oder sieben Tage in der Woche, es kam manchmal vor, dass wir sonntags Pause hatten, aber das hing dann nicht von uns ab, von unserer Arbeitsleistung, sondern eben von der, von den SS-Posten, die einfach sonntags nicht mit uns austreten wollten, uns bewachen, und selber im Lager bleiben wollten, oder auÃerhalb des Lagers in ihren Baracken waren.

David Boder

So was haben Sie dann am Sonntag getan?

Gert Silberbart

Am Sonntag hatten wir dann auch keine Ruhe, dann war LÃusekontrolle, was uns zwar, was uns ziemlich unangenehm war, aber das war unserer Gesundheit zum Vorteil war, denn es waren viele unter uns, die sich schon nach kurzer Zeit LÃuse geholt hatten, und die hÃtten uns sicher alle angesteckt, und wir, viele von uns wÃren dem Ungeziefer zum Opfer gefallen, wenn diese LÃusekontrolle nicht gewesen ware.

David Boder

Also beschreiben Sie mal die LÃusekontrolle.

Gert Silberbart

Ja, wir mussten uns halt alle nackend ausziehen und einer nach dem andern wurde vor den Arzt gefÃhrt, der dann eben uns grÃndlich untersuchte, ob wir LÃuse hatten, einer nach dem andern.

David Boder

Ja, aber es waren nicht die LÃuse in em Kleidern?

Gert Silberbart

Auch die Kleider wurden durchsucht.

David Boder

Nun, und wenn Sie LÃuse hatten, dann was?

Gert Silberbart

Wir wurden sofort in eine Desinfektion gefÃhrt, vollkommen desinfiziert, untersucht, ob sie irgendwelche Anzeichen von Typhus aufweisen, wenn nicht, dann eben sofort wieder in den Block zurÃck gesteckt.

David Boder

Und wenn man alle, wenn man welche, eh, Zeiâ, Symptome von Typhus anzeigte, dann . . . ?

Gert Silberbart

Dann blieben sie sofort im Krankenbau, wurden untersucht, und falls der Fall bereits so schlimm war, dass sie nicht im Lager geheilt wurden, werden konnte, dann kamen sie in das groÃe Hauptlager von Auschwitz, wo der Krankenbau ein wenig besser ausgebildet war, und wo sie mehr MÃglichkeiten hatten, den Patienten genauer zu unterâ, zu untersuchen.

David Boder

Und? Wenn er Typhus hatte?

Gert Silberbart

Dann wurde er in eine spezielle Baracke gesteckt, bekam genau so zu essen wie alle anderen und wenn er eben geheilt wurde, wars gut, wurde er wieder zur Arbeit geschickt, wenn nicht, ja dann starb er eben.

David Boder

Ja. Nun? Also, eh, das war am Sonntag . . .

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

. . . und wie lange hat das gedauert? Das war im '43?

Gert Silberbart

Das war im Jahre '43.

David Boder

Sommer, Winter?

Gert Silberbart

Anfang '43, MÃrz, April, Mai.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Dann wurde ich krank, hatte '40 Fieber, ging sofort in den Krankenbau, in das K, in das KB, wie man das dort nannte, sie konnten aber . . .

David Boder

KB, Krankenbau

Gert Silberbart

KB, Krankenbau

David Boder

Ja?

Gert Silberbart

Sie konnten aber nicht feststellen, was ich hatte, mein Fieber hielt an und sie schickten mich mit einem Krankenwagen in das Hauptlager Auschwitz.

David Boder

Ja?

Gert Silberbart

Dort wurde ich in den groÃen Krankenbau gefÃhrt, man maà nochmal Fieber, ich hatte auch wieder etwas Ãber '40. Man ahâ sah mir in den Hals, konnte aber wirklich nichts feststellen. Da stellten sie mich dann unter eine eiskalte Dusche, das mir ziemlich schwerfiel, darunter zu bleiben, ich musste aber, und diese Dusche wirkte dann einfach Wunder. Am nÃchsten Tag hatte ich bereits normale Temperaturen, man schickte mich sofort wieder in ein anderes Lager.

David Boder

Wie lange waren Sie unter der Dusche?

Gert Silberbart

Ich war unter der Dusche circa 15 Minuten.

David Boder

Wer hat das verordnet?

Gert Silberbart

Das ist, war gar keine Verordnung, jeder, jeder Patient, der von irgendeinem anderen Lager kam, wurde sofort desinfiziert und unter eine kalte Dusche gesteckt, und scheinbar hatten sie die Erfahrung, dass diese kalte Dusche massiv das Fieber runter gedrÃckt hatte und so machten sie sich das halt, dann eben zur Gewohnheit . . .

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

. . . jeden Patienten unter eine Dusche zu stellen

David Boder

Und der Fieber war runter den nÃchsten Tag?

Gert Silberbart

Ja, ich war selbstverstÃndlich stark geschwÃcht, aber das machte ihnen ja nichts aus hauptsache das Thermometer zeigte auf 36 und ich wurde sofort zur Arbeit geschickt.

David Boder

Ja. Nun, und dann was haben Sie dann wieder gearbeitet . . .

Gert Silberbart

Dort arbeitete . . .

David Boder

. . . und wie ist die Arbeit gegangen?

Gert Silberbart

Dort arbeitete ich auf Ãhnlichen Kommandos, auch als Maurergehilfe oder als Schlossergehilfe ganz wie man mich einteilte. Es war dort ein Teilâ, teils Mangel auf diesem Kommando, an einem anderem Tag fehlten Leute auf jenem Kommando, so dass man uns von einem Tag auf dem anderen in die verschiedensten Kommandos steckte.

David Boder

Ja, nun?

Gert Silberbart

Dort blieb ich dann bis Ende '44. Bis zur . . .

David Boder

Und wie ist es wÃhrend der Arbeit gegangen, war die Behandlung mehr oder weniger gut?

Gert Silberbart

Die Behandlung . . . wir wurden selbstverstÃndlich stark geschlagen aber das ist eben . . .

David Boder

Warum ist das so selbstverstÃndlich?

Gert Silberbart

Das ist selbstverstÃndlich, glaub ich . . . Ich glaube, dass das eben von BÃchern und VortrÃgen und Filmen genug bekannt ist, dass ich das gar nicht mehr erwÃhnen brauch. Denn die SchlÃge waren einfach etwas, was so, was zum Konzentrationslager gehÃrt genauso wie in einem BÃro eine Schreibmaschine gehÃrt.

David Boder

Wer haben Sie meistens geschlagen?

Gert Silberbart

Die Kapos sowie auch die SS-MÃnner.

David Boder

Wie, wer waren die Kapos? Beschreiben Sie die bitte.

Gert Silberbart

Die Kapos, das waren HÃftlinge, die schon seit Jahren im KZ saÃen, die die SS genauer kannte, und die dann eben von der SS oder vom Arbeitsdienst, von dem Arbeitsdienst der SS eine gelbe Binde mit der Aufschrift Kapo bekamen und die dann einfach fÃr die Verantâ, fÃr die Arbeitsleistung des Tages verantwortlich waren.

David Boder

Was ist der, eh, die Herkunft des Wortes Kapo? Warum haben die Deutschen das gebraucht?

Gert Silberbart

Das weià kein Mensch. Das ist bis heut noch nicht bekannt.

David Boder

Kapos ist im Lateinischen Kopf oder FÃhrer oder . . .

Gert Silberbart

Es kann sein, dass es daher kommt.

David Boder

Sagen Sie, haben Sie das Wort Muselmann gehÃrt?

Gert Silberbart

SelbstverstÃndlich, als MuselmÃnner wurden die bezeichnet, die da eben durch, durch schwere Arbeit stark abgemagert, stark abgemagert waren und geschwÃcht und bei dem, diesen MuselmÃnner, das waren die, das einfach nach Beendigung der Arbeit alle durchs Tor ins Lager einmarschieren mussten, sich ausziehen und sich vor dem Lagerarzt einer nach dem andern kamen. Dieser Lagerarzt entschied dann auch wieder durch ein Wink seiner Hand rechts oder links, links die wanderten in den Gasofen rechts sie blieben weiter bei ihrer Arbeit.

David Boder

Ja, was heiÃt das, sie wanderten in den Gasofen?

Gert Silberbart

Sie wurden alle sofort gesammelt von der SS,

David Boder

Ja, was heiÃt das, sie wanderten in den Gasofen?

Gert Silberbart

. . . selbstverstÃndlich gab es groÃes Geschrei, denn die Leute wussten alle, wohin sie kamen. Es war einem . . . Es war nicht das erste Mal, dass solche Situationen vorkamen. Sie kamen dort auf einen Block, alle zusammen unter starker SS-Bewachung, und dann meistens am darauf folgenden Tag sofort in Wagen verladen nach Birkenau und in die Gaskammern.

David Boder

Sie sagen, es war groÃes Geschrei.

Gert Silberbart

SelbstverstÃndlich haben die Menschen geschrien und gebetet. Ich mein', ein Mensch, der weiÃ, dass er in zwei Stunden, drei Stunden vergast wird, der ist nicht mehr menschlich, der ist verzweifelt, nicht?

David Boder

Nun, hat das Bitten mal geholfen?

Gert Silberbart

Sicher hat das nicht geholfen. Daâ, davon, das wussten die Leute auch, aber in dem Moment, wo man soweit ist, da vermag man einfach nicht mehr, logisch zu denken, da ist man nicht mehr der Herr seiner selbst.

David Boder

Haben Sie das selbst gesehen und gehÃrt?

Gert Silberbart

Ich habe es selbst gesehen und gehÃrt.

David Boder

Wie kam es, dass Sie durchgekommen sind?

Gert Silberbart

Ich war eben . . . Ich war eben einfach noch stark genug, um arbeiten zu kÃnnen.

David Boder

Aha. Nun, also, wie lange hat das gedauert in Auschwitz?

Gert Silberbart

Dort lebte ich bis Ende '44, bis gegen September.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Eines Tages kam dann eine Kommision eines deutschen Werkes, Siemens . . . von dem Sie schon gehÃrt haben,

David Boder

Siemens und Halske oder?

Gert Silberbart

Siemens Schuckert.

David Boder

Siemens und Schuckert, ja.

Gert Silberbart

Und einen Tag, bevor diese Kommission kam, hieà es im Lager, alle Jugendlichen sollten im Lager bleiben.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

So blieben wir dann im Lager. Diese Kommission kam. Wir wurden dieser Kommission vorgestellt, und sie prÃften uns einige Fragen, auf unsere Schulbildung hin prÃften sie uns und sie sagten uns, dass sie Schlosserlehrlinge brauchten.

David Boder

Also, das waren nicht mehr die Kapos oder SS.

Gert Silberbart

Nein, das waren Zivilisten.

David Boder

Zivilisten. Waren die hÃflich?

Gert Silberbart

Sie waren sehr hÃflich zu uns. Sie schlugen einen ganz, gÃnzlich ungewohnten Ton an.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Was wir niemals vorher gewohnt waren, weder von den SS-Leuten noch von den Kapos.

David Boder

Ja. Und sie haben mit Ihnen freundlich gesprochen, oder?

Gert Silberbart

Sie haben mit uns ziemlich freundlich gesprochen.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Sie haben uns Verschiedenes gefragt,

Gert Silberbart

. . . betreffs unserer Herkunft unserer Schulbildung,

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

. . . stellten uns verschiedene Fragen und schieden dann 25 von uns aus, die dann eben in ihrem Betrieb als Schlosserlehrlinge eintreten sollten.

David Boder

Und Sie waren darunter.

Gert Silberbart

Und ich war darunter.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Von diesem Tag an brauchten wir dann eben nicht mehr zur Arbeit zu gehen, kamen auf einen QuarantÃne-Block, wo wir circa acht Tage blieben und wurden dann in einem Auto abgeholt, auch von SS-MÃnnern, und kamen in ein kleines Lager, das gerad gegrÃndet wurde, in der NÃhe von Auschwitz.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Dort wurden wir auch wieder desinfiziert, wieder neu eingekleidet, Haare wurden uns geschnitten, die schon . . .

David Boder

. . . wie frÃher . . .

Gert Silberbart

. . . wie frÃher, und wir begannen dann unsere Arbeit, zuerst die Maurerarbeiten, denn die Fabrik war noch nicht gÃnzlich hergestellt, dort hatten wir noch AuÃâ, AuÃenarbeiten zu leisten, bis dann die Fabrik endlich hergestellt worden war, Maschinen wurden hinein gestellt und wir begannen langsam mit dieser Schlosserarbeit.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Zuerst wies man uns noch einige Sachen an, spÃter aber brauchten sie uns doch zu den AuÃenarbeiten, mehr wieder zum Mauern, zum Sandschippen und so weiter, so dass wir kaum einen Unterschied merkten zwischen Auschwitz und diesem kleineren Lager. Wenigstens, dass wir ein bischen mehr Ruhe hatten, wir waren im Ganzen 150 HÃftlinge, nur, auÃer dem Kommando nur, da waren da nur noch einige SS-Posten da, so dass wir es als ziemlich angenehm empfanden, unter so wenig Menschen zu sein.

David Boder

Hat die, war die Behandlung besser?

Gert Silberbart

Die Behandlung war ein wenig besser, einfach deshalb schon, weil ein einziger KommandofÃhrer nicht an allen Stellen sein konnten, wo wir eben dieses, diese Zeit, wo er am, an der anderen Ecke des Lagers war, ausnutzten, um uns ein wenig auszuruhen.

David Boder

Und waren da keine Kapos?

Gert Silberbart

Es war ein Kapo, der aber ziemlich nett war, weil er auch nicht so viel Angst haben brauchte vor dem KommandofÃhrer, denn schlieÃlich machten es die Kapos in Auschwitz auch nur aus Angst, denn sie wurden schlieÃlich gerÃgt, wenn die Arbeitsleistung nicht genÃgend war,

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

SelbstverstÃndlich hatten auch sie es versucht, sich bei den SS-Leuten berÃhmt zu machen, sie bekamen Zigaretten, so dass es ihnen so darauf nicht ankam, ein Schlag mehr oder weniger.

David Boder

Ja. Nun, und so haben Sie bei Siemens und Schuckert gearbeitet?

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

Wie lange hat das gedauert?

Gert Silberbart

Dort habe ich gearbeitet bis Ende des Jahres '44, Anfang '45, bis zum Januar. Als dann die Russen langsam im Osten vorrÃckten, wurde die Lage bedenklich, und wir marschierten von, von diesem Lager, Bobrek [?] hieà es, bis nach Buna [?], wo ich frÃher gewesen war, ganz zu Anfang . . .

David Boder

Buna?

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

Es war Bobrek, das AuÃenlager?

Gert Silberbart

Das, das Lager war Bobrek.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Dann kam ich in das Lager Buna zurÃck, wo ich ganz am Anfang '43 eingeliefert wurde. Dort blieben wir circa drei Stunden, das ganze Buâ, Lager Buna wurde evakuiert, und wir marschierten von Buna nach Buchenwald direkt.

David Boder

Wie weit war das und wie lang hat der, eh, Marsch gedauert?

Gert Silberbart

Ich kann, ich kann Ihnen nicht die geringste Entfernung angeben, ich weià es wirklich nicht,

David Boder

Also Buna ist bei Auschwitz?

Gert Silberbart

Buna ist bei Auschwitz, einen Kilometer von Auschwitz entfernt.

David Boder

Also . . .

Gert Silberbart

Buchenwald ist bei ThÃringen.

David Boder

Und, eh, also Buna ist, Auschwitz ist neben Breslau ungefÃhr .

Gert Silberbart

Nein, nein, Auschwitz ist viel. viel weiter als Breslau, Breslau ist bereits das deutsche Oberschlesien,

David Boder

Ja . . .

Gert Silberbart

. . . wÃhrend Auschwitz Polen ist.

David Boder

Ja, also Auschwitz, und da, is, ging es nach ThÃringen, nicht wahr?

Gert Silberbart

Dann ging es nach ThÃringen

David Boder

Ja, nun?

Gert Silberbart

Wir liefen zuerst von Buna circa 50 Kilometer, bis wir an eine Scheune kamen in Nikolau [?], wo wir das erste Mal Rast machten, einige Stunden.

David Boder

Was heiÃt, Sie liefen?

Gert Silberbart

Wir, wir marschierten

David Boder

Ja

Gert Silberbart

Ununterbrochen, 50 Kilometer

David Boder

Kilometer

Gert Silberbart

. . . was uns natÃrlich sehr schwer fiel in unseren Holz-[?]Schuhen, in unserer dÃnnen Bekleidung und durch den Schnee, und die SS-MÃnner trieben uns an.

David Boder

War es nicht zu schnell fÃr die SS-MÃnner auch, zu gehen?

Gert Silberbart

Es sind verhÃltnismÃÃig viel SS-MÃnner dabei oft schwach geworden und haben nicht mit durchhalten kÃnnen.

David Boder

Und was hat denen passiert?

Gert Silberbart

Die wurden dann auf ein Krankenauto geladen und kamen, wurden heil ins Lazarett gebracht.

David Boder

Ja. Und, eh, was wurde mit den HÃftlingen getan, die nicht mitkonnten?

Gert Silberbart

Die HÃftlinge, die nicht mitkonnten, die liefen einfach aus der Reihe und bekamen den Gnadenschuss und blieben liegen und wurden dann spÃter von einem Auto, das alle Leichen aufsammelte, mit aufgelesen und ins Krematorium gebracht.

David Boder

Einen Gnadenschuss? Nun?

Gert Silberbart

Ja, man kann das Gnadenschuss nennen.

David Boder

Und?

Gert Silberbart

Ja, und dann, nachdem wir diese erste Pause hinter uns hatten, die circa acht Stunden dauerte in Nikolai, marschierten wir weiter bis nach Gleiwitz. In Gleiwitz war auch so ein Konzentrationslager gewesen, das inzwischen aber schon gerÃumt worden war, dort blieben wir eine Nacht.

David Boder

Langsamer, bisschen langsamer, ja? Ja?

Gert Silberbart

NatÃrlich, das Lager war zu klein gewesen, um die ganzen HÃftlinge von Buna und Bobrek in sich aufzunehmen . . .

David Boder

Wieviel Mann, denken Sie, waren das ungefÃhr?

Gert Silberbart

Es waren circa 40â, 45.000 Mann, jedoch weià ich nicht, ob meine SchÃtzung richtig ist, ich hab wirklich keine Ahnung.

David Boder

Nu jaâja?

Gert Silberbart

Auf dem Weg waren auch schon Hunderte liegen geblieben . . .

David Boder

Nun?

Gert Silberbart

Jedenfalls ein Teil des Laâ, ein Teil . . .

David Boder

No, wenn solche Leichen liegen geblieben sind, hat man denen die Kleider angelassen oder haben andere . . .

Gert Silberbart

Man hat sie ihnen angelassen, da man einfach keine Zeit hatte, jeden ihm wegzunehmen, da so wie man sie, diese Leute, die da liegen geblieben waren, die waren aus der Reihe, und jeder, der aus der Reihe lief, wurde sofort erschossen, wegen Fluchtversuch. Folglich hatte keiner die Gelegenheit, aus der Reihe zu laufen und den, die Toten ihrer Kleider zu berauben.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

In diesem Lager Gleiwitz blieben wir nun Ãber Nacht, und am darauf folgenden Tag. Viele schliefen nachts lieber drauÃen, da im Lager nicht genug Platz war fÃr uns alle.

David Boder

Wie war das mit der Verpflegung?

Gert Silberbart

Verpflegung bekamen wir dort kurz vor unserer Abfahrt nach Buchenwald, ein kleines StÃck Brot und einâcirca 50 Gramm Wurst.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Wir wurden also am Abend des darauf folgenden Tages in Waggons aufgeladen, wir, es waren manche Waggons bis zu 150 und 200 Mann voll.

David Boder

Konnte man etwas essen?

Gert Silberbart

Einer wur-âMan, man konnte sie essen, wir fragten in einer solchen, bei einer solchen Gelegenheit schon nicht mehr, was zu essen war und was nicht zu essen war, wir essen manches, wo wir heute, wo wir heute einen Ekel empfinden wÃrden.

David Boder

Zum Beispiel?

Gert Silberbart

Ja, einfach, was wir auâ, was wir aus den MÃllkÃsten auf der StraÃe aufgelesen hatten. Kartoffeln, MohrrÃben, verfaulte, und so weiter, RÃben.

David Boder

Ja, wÃhrend dem, wÃhrend dem, dem Gang. Nun sagen Sie, wenn man so marschierte, wo sind, ist man nicht StÃdte durch gegangen, durch DÃrfer?

Gert Silberbart

Wir sind meistens durch das Land marschiert. Wir, nur einige Bauern sahen uns. NatÃrlich,wir kamen so, passierten auch kleinere StÃdte und auch DÃrfer. Die BevÃlkerung schaute uns nur zu, aber bei dem Anblick der SS verging ihnen sofort alles und sie verzogen sich in ihre HÃuser.

David Boder

Ja, und Sie haben keine Gelegenheit, mit den Leuten zu reden?

Gert Silberbart

Nee, nie.

David Boder

Also, weiter.

Gert Silberbart

Und so waren wir dann eben in die Waggons aufgeladen, der Zug setzte sich in Bewegung, es war in der ersten Zeit furchtbar. Wir hatten keine Gelegenheit, zu sitzen in den Waggons, furchtbar, wir waren 150 Mann, einer stand an den andern gepfercht.

David Boder

Geschlossene Waggons?

Gert Silberbart

Offene Waggons. Oben offen.

David Boder

Oh, das waren die offenen Waggons?

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

. . . und das war im Winter?

Gert Silberbart

Das war im Winter.

David Boder

Ja, nun.

Gert Silberbart

Wir hatten unsere dÃnne Kleidung und von Stunde zu Stunde, kann man beinah sagen, starben welche.

David Boder

Wovon?

Gert Silberbart

Durch die kalâ, durch KÃlte, teils durch Hunger, teils durch SchwÃche, eins hing ja schlieÃlich mit dem andern zusammen. Die Toten wurden dann aus dem Waggon geworfen. Erhielten noch teils, manche noch einen Schuss, manche nicht mehr und dadurch wurde uns immer mehr in den Waggons Platz. Es ist tatsÃchlich schlimm, wie man das jetzt sagen muss, aber wir empfanden es einfach gar nicht mehr als schlimm, wenn jemand starb, wir waren damals so . . . so herunter, dass einfach der Selbsterhaltungstrieb war in dieser Situation Ãber jeden einen Herr geworden, und, wir machten uns eigentlich kaum noch Kopfschmerzen Ãber das Los der andern.

David Boder

Waren das bloà MÃnner oder Frauâ, oder Frauen?

Gert Silberbart

Es waren nur MÃnner.

David Boder

Ja, nun. Und so?

Gert Silberbart

Und so, so blieben wir dann, von unserm 150 Mann starken Waggon kamen in Buchenwald nur 80 Mann an. In Buchenwald wurden wir vollkommen entkrÃftet ausgeladen, manche konnten schon nicht mehr laufen und liefen dann ins Lager.

David Boder

Ja . . .

David Boder

Was zirka 1 Kilometer von der Rampe entfernt war.

David Boder

Von dem Zug.

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

Ja nun?

Gert Silberbart

Dort wurden wir dann auch . . . kamen wir zuerst, wir kamen nachts um 12 an, dann kamen wir in eine, in einen Block, zu 2000 Mann in einen Block. Aber wir waren todenâ, wir waren totmÃde und ganz entkrÃftet. Wir schliefen ein, einfach dort, wo man uns hinlegte oder wo wir standen. Am nÃchsten Morgen kamen wir in die Desinfektion, wir waren fast alle verlaust . . .

David Boder

Ja . . .

Gert Silberbart

. . . und wir bekamen neue Kleider, die Haare wurden uns geschoren und wir kamen in das sogenannte Kleine Lager, das war ein, das bestand aus zirka zehn Blocks, die frÃher als Pferdebarracken dienten, wo zirka 2000 Mann drin Platz hatten nach dem RauvermÃgen der Deutschen natÃrlich . . .

David Boder

Ja . . .

Gert Silberbart

. . . und dort blieben wir zirka, dort blieb ich zirka einen Monat, zwei, anderhalb Monate blieb ich dort. Dort hatten wir eigentlich den ganzen Tag ziemlich wenig, wir bekamen auch Ãberhaupt nichts zum Essen und das ist diese Stunden, . . . die Zeit ist uns so langsam herumgeschlichen . . . Das war tatsÃchlich furchtbar.

David Boder

Haben Sie nicht gearbeitet?

Gert Silberbart

Wir haben, ja, wir wurden manchmal zum Steinbruch als Aushilfe aber wir waren, wir waren gar nicht fÃhig zu arbeiten. Ein kleiner Stein von drei, vier Kilo konnten wir nicht mehr heben.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

Wir waren durch die ganze Fahrt in diesen letzten Wochen so entkrÃftet gewesen, wir wÃren einfach nicht fÃhig gewesen, zu arbeiten.

David Boder

Nun?

Gert Silberbart

Diese Zeit, wo wir nicht Arbeit hatten, hat uns auch nicht krÃftiger gemacht, im Gegenteil, noch schwÃcher, denn man schickte uns wÃhrend des ganzen Tages in die KÃlte hinaus, wir hatten nur einen ganz dÃnnen Anzug, der ungefÃhr einem heutigen Pyjama gleicht, ein Paar Holzschuhe, StrÃmpfe hatten wir keine und so blieben wir den ganzen lieben Tag in einem kleinen abgezÃunten Raum vor dem Block stehen. Wir froren, viele hatten Frostbeulen. Frost an den Fingern, zu denen sich manchmal, zu denen manchmal eine Infektion, ein Abzess zukam und viele starben daran.

David Boder

Nun? War das ein, eh, Jugendlicher-Block?

Gert Silberbart

Nein das war kein Jugendlicher-Block, das waren alle durcheinander.

David Boder

Nun?

Gert Silberbart

Ja, und dann nach zirka anderthalb Monaten kam ich dann in das . . . kam ich in das groÃe Lager . . .

Gert Silberbart

. . . dort reihte man mich dann ein Koâ, in ein Kommando, das in der Stadt Weimar, das, die sieben Kilometer zirka von Buchenwald entfernt liegt, AufrÃumungsarbeiten zu verrichten. Dort in Buchenwald war es, was die Arbeit anbetrifft, viel schlimmer, wir mussten schon manchmal um drei Uhr oder um vier Uhr frÃh auf dem Apellplatz stehen und arbeiteten manchmal bis sieben, acht Uhr abends, bis neun Uhr abends sogar manchmal, in der Stadt.

David Boder

Ja, in welcher Stadt, in Weimar?

Gert Silberbart

In der Stadt Weimar, ja.

David Boder

Ja. Was hat man dort gearbeitet?

Gert Silberbart

Die zerstÃrten HÃuser, die durch Sturmangriffe und die durch Lufttorpedos zerstÃrt worden waren, den Schutt wegrÃumen und eben helfen, sie wieder aufzurichten.

David Boder

Wie hat das ausgesehen? War das sehr zerbombt, Weimar?

Gert Silberbart

Weimar war ziemlich start zerstÃrt.

David Boder

Und, eh, haben Sie auch unter dem Schuâ, Schutt Leiâ, Leichen gefunden?

Gert Silberbart

Leichen haben wir ziemlich selten gefunden. Wir hatten . . . suchten unter dem Schutt nach Lebensmitteln, wovon wir jedoch oft ziemlich wenig fanden.

David Boder

Sie fanden wenig. Haben Sie manchmal wertvolle Sachen gefunden?

Gert Silberbart

Nie.

David Boder

Nun weiter. Konnte man was mitnehmen, was man gefunden hatte?

Gert Silberbart

Nein, man wurde bei der Kontrolle beim Eintritt ins Lager geprÃft, prÃften uns nach dem Einsatz bis auf die, bis auf die Knochen durchsucht, so dass nichts ins Lager mit hinein gebracht werden konnte.

David Boder

Nun.

Gert Silberbart

Dort arbeitete ich so bis gegen, bis MÃrz '43

David Boder

Ja . . .

Gert Silberbart

. . . bis MÃrz '45 wollte ich sagen. Und dann rÃckten die Amerikaner langsam nÃher. In der letzten Zeit, als die Amerikaner schon in Erfurt waren . . .

David Boder

Ja . . .

Gert Silberbart

. . . da rÃckten wir nicht mehr aus, denn die Gefahr war so groÃ. Der Lager-Kommandant, ein SS-ObersturmfÃhrer, hatte schon vorher gesagt, wir brauchten keine Angst haben, wir sollten keinen Aufruhr machen. Er wÃrde uns in alle Ruhe den Amerikanern Ãbergeben.

David Boder

Das hat der Lager-Kommandant gesagt.

Gert Silberbart

Das hat der Lager-Kommandant gesagt. Wir, wir glaubten natÃrlich nicht daran.

David Boder

Und glauben Sie, er hat die Wahrheit gesagt?

Gert Silberbart

Er hat selbstverstÃndlich nicht die Wahrheit gesagt, dass haben wir, haben wir schon daran gesehen, dass einige Tage spÃter hieà es: Alle Juden antreten.

David Boder

Ja.

Gert Silberbart

SelbstverstÃndlich versammelte sich, war kein Jude auf dem Apellplatz zu sehen, so dass am nÃchsten, so dass sich die SS am nÃchsten Morgen dazu gezwungen sah, selber ins Lager einzurÃcken um die Juden mit KolbenschlÃgen auf den Apellplatz zu jagen. Von dort aus wurden sie sofort aus dem, aus dem Lager hinaus transportiert. Unter SS-Bewachung traten sie den Marsch an.

David Boder

Waren Sie darunter?

Gert Silberbart

Nein, ich war nicht darunter. Wenn ich darunter gewesen wÃre . . .

David Boder

Wieso [nicht]?

Gert Silberbart

Weil ich, ich hatte mich in verschiedenen Blocks versteckt, in Kellern, teils in Kanaâ, in LÃchern der Kanalisation, auf BÃden, kurz in allen Schlupfwinkeln, wo ich nur irgendwie untertauchen konnte.

David Boder

In LÃchern der Kanalisation?

Gert Silberbart

Ja, . . . in der Kanalisation.

David Boder

Waren sie nicht verschmutzt dort?

Gert Silberbart

SelbstverstÃndlich waren sie verschmutzt, aber ich wusste, we rich, wenn ich aus dem Lager heraus kam, den Marsch antreten musste, das war mein Tod.

David Boder

Wieso haben Sie das gewusst?

Gert Silberbart

Weil ich einfach nicht mehr fÃhig war, 2-3 Kilometer zu laufen, ich war das durch die ganzen letzten Wochen und Monate so entkrÃftet, ich konnte kaum auf den Beinen stehen.

David Boder

Aha, nun?

Gert Silberbart

So hielt ich mich versteckt zirka eine Woche. Dauernd hieà es, Juden raus, Juden raus und als dann die grÃÃte Teil der Juden hinaus war, ging es auf die Christen Ãber. TÃglich gingen Transporte aus dem Lager, so dass im Lager, das vor einer Woche noch 100.000 Menschen beherbergt hatte, bei der Befreiung am elften April durch die Amerikaner nur 22.000 Menschen Ãbrig geblieben waren.

David Boder

Ja, also, wer waren die andere, die man genommen hat?

Gert Silberbart

Einâ, die SS nahm einfach alle, die man, die sie aufschnappen konnte. Zum Schluss gab es . . .

David Boder

Nun ja, konnten Sie nicht alle aufschnappen? Es waren ja . . . die Blocks waren ja offen.

Gert Silberbart

Ja, sie konnten, sie konnten eben nicht alle aufâ, aufschnappen, weil sich einfach ein groÃer Teil verborgen hatte, im Lager. Dann war es ihnen einfach zu viel, sie hatten nicht so viel Posten, so viel SS-MÃnner, die uns bewachen konnten, alle auf den Weg zu schicken.

David Boder

Ja, nun?

Gert Silberbart

Ja, und dann . . .

David Boder

Sind was, welche Leute, die auf dem Weg waren, weggelaufen?

Gert Silberbart

Nein, das war, ist keinem gelungen.

David Boder

Nun? Und so?

Gert Silberbart

Und so kamen dann eben am 11., eben am 11. April gegen 4 Uhr nachmittags, kamen die Amerikaner und befreiten uns.

David Boder

Na, und wie war das? Wollen Sie das, die letzten drei Tage ungefÃhr, dieâ uns erzÃhlen.

Gert Silberbart

Die letzten drei Tagen vor der Befreiung soll ich Ihnen erzÃhlen?

David Boder

Ja. Ja.

Gert Silberbart

Gut, also, ich befand mich wÃhrend diesen, wÃhrend dieser ganzen letzten drei Tage in Kellern und KanalisationslÃchern, habe wÃhrend dieser Tage nichts gegessen, nichts getrunken, immer nur gehÃrt, immer nur Ãngstlich auf den Schrei gehorcht, wann es heiÃt Juden raus, und wenn sich einer, wenn irgendetwas in meiner NÃhe gerÃhrt hatte, wenn ich irgend ein GerÃusch hÃrte, schreckte ich sofort Ãngstlich zusammen.

David Boder

So sagen Sie, drei Tage wirklich nichts gegessen?

Gert Silberbart

Ja. Es war nicht, es war nicht das erste Mal. Ich hatte schon sieben Tage gehungert. Nichts gegessen und nichts getrunken.

David Boder

Na ja. Wo, wann haben Sie sieben Tage gehungert, nichts gegessen, nichts getrunken?

Gert Silberbart

In der ersten Zeit in Buchenwald.

David Boder

Wieso, hat man nichts zu essen gegeben?

Gert Silberbart

Nein, wir hatten nichts zu essen bekommen.

David Boder

Aber Wasser war ja.

Gert Silberbart

Wasser war.

David Boder

So haben Sie doch getrunken.

Gert Silberbart

Gut. Wenn man das als Wassâ als, Latrinenwasser als ein GetrÃnk . . . bezeichnen mÃchte . . .

David Boder

Warum war das Latrinenwasser . . . war da nicht, eh, reines Wasser . . .

Gert Silberbart

Nein, an das reine Wasser konnten wir nicht, an das reine Wasser konnten wir nicht kommen.

David Boder

Und was ist das, was meinen Sie, Latrinenwasser . . . haben Sie in der Latrine eine WasserspÃlung gehabt?

Gert Silberbart

Es war einfach schmutziges Wasser, rostiges Wasser, verschmutztes Wasser, das aus irgend einem Rohr floss, das war dann . . .

David Boder

Und das hat man getrunken.

Gert Silberbart

Das tranken wir.

David Boder

Nun.

Gert Silberbart

Ja, nun . . .

David Boder

Aus welchen . . . Was fÃr einen Sinn war es, nicht Ihnen zu erlauben, sich Wasser zu holen . . .

Gert Silberbart

DarÃber kann ich Ihnen keine Auskunft geben. Da hÃtten Sie bei den Leuten erkundigen sollen, die es, die es uns verboten hatten . . .

David Boder

Ich meine . . . Haben Sie nicht was gesagt?

Gert Silberbart

Wir haben nichts gesagt. Wir nahmen es beinahe als etwas SelbstverstÃndliches hin. Wir waren schon an solche Sachen gewÃhnt, an solche Schikanen.

David Boder

Aha. Nun, und so?

Gert Silberbart

Und so hatte ich, so verlebte ich die letzten drei Tage in KanalisationslÃchern und . . .

David Boder

Ja

Gert Silberbart

Und BÃden und Kellern undsoweiter . . .

David Boder

Nun?

Gert Silberbart

Bis ich dann, am 11. April gegen Nachmittag, einen Jubelschrei hÃrte und aus den Radios die amerikanische Musik und dann sofort hervorkroch, ganz erschÃpft und dann fielen wir uns weinend in die Arme . . .

David Boder

So amerikanische Musik von den Radios . . . ?

Gert Silberbart

Es ist so gewesen. Im Zimmer des Lagerkommandanten, das auÃerhalb des Lagers war, war ein groÃe . . . ein Mikrofon . . .

David Boder

Ja . . .

Gert Silberbart

. . . in jedem Block im Lager . . .

David Boder

. . . ein Lautsprecher.

Gert Silberbart

. . . ein Lautsprecher.

David Boder

Nun?

Gert Silberbart

. . . und in dieses Radio, das beim Lagerkommandanten im Zimmer war, daâ, daraus ertÃnte amerikanische Musik. Sofort standen HÃftlinge . . .

David Boder

Wieso waren, eh . . .

Gert Silberbart

Er hatte ein einfaches Radio dabei. Er, er hat wÃhrend dieser ganzen Zeit sicher diese amerikanische Musik gehÃrt . . .

David Boder

Aha . . .

Gert Silberbart

. . . aber sie wurde eben durch den Lautsprecher nicht, nicht Ãbertragen . . .

David Boder

Nicht, nicht kanalisiert . . .

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

. . . so haben sie die einfach eingetÃnt, die amerikanische Station?

Gert Silberbart

Ja . . .

David Boder

Eingestimmt und man hat amerikanische Musik eingestimmt?

Gert Silberbart

. . . Hat sofort amerikanische Musik gehÃrt. Nun dann die ersten Amerikaner liefen dann sofort Reden durch den Lautsprecher. Wir wurden . . . einfach, dass wir frei waren.

David Boder

Nun.

Gert Silberbart

Wir konnten das einfach in den ersten Stunden gar nicht fassen. Ja, und dann fielen wir uns weinend um den Hals undâes ist eigentlich kaum zu schildern, die letzten, die ersten Stunden nach der Befreiung

David Boder

Probier mal!

Gert Silberbart

Ja, als ich dann hervorkroch, sah ich einige Kameraden wieder, die ich schon langem kannte, wir fielen uns um den Hals und konnten es fast nicht fassen, dass wir frei waren, waren dann aber so erschÃpft von den letzten Tagen, die wir nichts gegessen hatten, kurz wir waren ganz erschÃpft. Das Schlimme war noch, dass die Deutschen in ihrem RÃckzug die ganze Wasserleitung zerstÃrt hatten, so dass im ganzen Lager kein Wasser war und wir beinahe verdursteten.

David Boder

[In English] This concludes Spool, this concludes Spool 82 reported by Gert eh, by Gert Silbert . . . eh, Silbert, is that the name?

Gert Silberbart

Silberbart . . .

David Boder

Silberbart und we are going over to Spool 83. Geneva, August the 27th, 1946. Illinois Institute of Technology recording.

David Boder

[In German] Sie hÃrten amerikanische Musik . . . also ein Moment . . .

David Boder

[In English] This is Spool 83, a continuation of 84, eh . . . 82, Gert Silberbart concluding his report.

David Boder

[In German] Also, Sie sagten, Sie hÃrten amerikanische Musik . . . nun?

Gert Silberbart

Ja, und dann krochen wir eben alle aus unseren Schlupfwinkeln hervor, freuten uns unserer wieder erhaltenen Freiheit, viele brachen bei diesem Eindruck, bei dieser Begebenheit zusammen . . .

David Boder

Haben Sie auch paar Amerikaner sofort gesehen?

Gert Silberbart

Ja, wir sahen sofort amerikanische Panzer, die die StacheldrÃhte, die elektrischen, sofort durchfuhren. Sofort sah man auf allen DÃchern weiÃe Fahnen, kurz und gut, das ganze Lager brach in ein Jubeln und Lachen aus.

David Boder

Wer hat die weiÃen Fahnen errichtet?

Gert Silberbart

Das waren einfache Bettlaken . . .

David Boder

Ja, aber wer? Die, eh, haben Sie . . .

Gert Silberbart

HÃftlinge, von uns, nein, nein, ja . . .

David Boder

Nun, die HÃftlinge haben sich ja nicht ergeben zu brauchen. Die weiÃen Fahnen meinten was?

Gert Silberbart

Nein, die weiÃen Fahnen meinten einfach, dass wir mit den Amerikanern zusammen sind, dass wir . . .

David Boder

Ja . . .

Gert Silberbart

. . . dass sie nicht etwa ihre Waffen gebrâ, schieÃen sollten oder was . . .

David Boder

Ja, was ist mit den Kapos passiert?

Gert Silberbart

Die Kapos sind, ein Teil der Kapos, die ein unreines Gewissen hatten, die wÃhrend dieser ganzen Zeit mit den SS-MÃnnern kollaboriert hatten, sind mit den SS-MÃnnern geflohen, die in den letzten Minuten noch geflohen sind.

David Boder

Die Juden . . . waren sie? Juden-Kapos?

Gert Silberbart

Ich glaube, in Buchenwald gab es keine Judenkapos, kann man echt sagen.

David Boder

Aha, ja. Nun?

Gert Silberbart

Einfach diese eh, diese deutschen Kapos, Schwerverbrecher, Berufsverbrecher, so was . . .

David Boder

Die sind mit den SS-MÃnnern geflohen. Nun . . .

Gert Silberbart

Die Kapos, die tatsÃchlich ein reines Gewissen hatten, die sich gegen ihren, gegenÃber ihren MithÃftlinge gut benommen hatten, die blieben mit uns und feierten auch ihre Freiheit.

David Boder

Ja. Nun. Ehâhat man welche SS gefangen? Hat man . . .

Gert Silberbart

Man hat sehr viele gefangen noch auf dem Weg, denn . . . viele HÃftlinge nahmen, eh . . . rÃuberten, holten sofort diese Waffenmagazine, diese Arsenale der SS aus . . .

David Boder

Ja . . .

Gert Silberbart

. . . und bewaffneten sich und die, die krÃftig genug waren, liefen die SS hinterher zusammen mit den Amerikanern. Es wurden ziemlich viel noch gefangen genommen.

David Boder

Und was hat man mit denen getan?

Gert Silberbart

Die hat man zuerst ins Lager gebracht . . . in einen Block zusammengehalten. Sie wurden entwaffnet und alles abgenommen. Sie wurden dann einige Tage spÃter von den Amerikanern von der MilitÃr weiter nach Deutschland hinein transportiert.

David Boder

Hatten Sie die Gelegenheit gehabt mit den SS zu reden?

Gert Silberbart

Ich selber hatte keine Gelegenheit, denn ich war die ganze Zeit viel zu schwach um auch nureinige Schritte hinauszugehen.

David Boder

Nun.

Gert Silberbart

Ich musste mich wieder stÃrken.

David Boder

Aber haben andere es getan?

Gert Silberbart

Ja, ich habe mich einfach nur ausgeruht. Andere hatten Gelegenheit mit den SS-Leuten zu sprechen. Viele nahmen auch Rache an Ihnen.

David Boder

In welcher Form?

Gert Silberbart

In einfacher Form, in dem sie sie schikanierten.

David Boder

Ja. Haben die Amerikaner die in irgend welcher Weise die SS verteidigt oder beschÃtzt?

Gert Silberbart

Weder verteidigt noch beschÃtzt. Sie nahmen, in der ersten, in den ersten Tagen sah man ziemlich wenig Amerikaner in unserem Lager, denn das Lager war noch Frontgebiet, diese ganze Gegend. Erst spÃter, als sich die Front weiter nach Deutschland hineinverzogen hatte, kam ein spezieller Lagerkommandos von der amerikanischen Armee, ein groÃe Nummer von Personal, einfach diese, mit der Ordnung des Lagers zu beschÃftigen hatten, und auch viele Tankwagen der amerikanischen Armee kamen, die einfach Wasser ins Lager brachten. Denn es sicher eineinhalb Wochen nach der . . . nach unserer Befreiung war die Wasserleitung wieder in Gang gesetzt.

David Boder

Aha. Nun sagen Sie, eh, da waren ja so viele HÃftlinge, wie kam es, dass man Ãberhaupt die SS am Leben gelassen hat?

Gert Silberbart

Man hat sie am Leben gelassen. Denn wenn wir sie nicht hÃtten am Leben gelassen, dann wÃren wir, wÃren wir ja gar nicht viel anders gewesen als die Deutschen. So, wir mussten, wir wollten ja doch schlieÃlich mit gutem Beispiel vorangehen, wenn nicht mit gutem Beispiel, aber wir sollten doch nicht so handeln, wie sie an uns gehandelt haben, dann wÃren wir ja schlieÃlich die selben.

David Boder

Das war die Philosophie von der Sache?

Gert Silberbart

Das war nicht die Philosophie von der Sache. Das ist meine Ansicht. Sicher haben viele eine andere Ansicht vertreten. Im GroÃen und Ganzen war es aber die Ansicht des Lagers.

David Boder

Ist es wahr, dass die HÃftlinge welche SS gehÃngt haben in Buchenwald?

Gert Silberbart

Dass die HÃftlinge SS-Leute gehÃngt haben?

David Boder

Ja?

Gert Silberbart

Das kam zweimal vor, soviel ich weiÃ.

David Boder

Ja. Wann?

Gert Silberbart

Das waren dannânach der Befreiung.

David Boder

Ja?

Gert Silberbart

Das waren tatsÃchlich SS-Leute, die sich einfach unheimlich schlimm gegen HÃftlinge benommen hatten. Aber davon hatte ich nur gehÃrt, so dass ich genauere Einzelheiten darÃber nicht berichten kann.

David Boder

Das haben Sie selber nicht gesehen?

Gert Silberbart

Nein.

David Boder

Nein. Nun, und wie ging es dann mit dem Essen und mit der Verpflegung?

Gert Silberbart

Das Essen verbesserte sich sofort natÃrlich in einem unheimlich starkem MaÃe. Viele die an diese gute Kost des amerikanischen MilitÃrs nicht gewohnt waren, und das war ja keiner . . .

David Boder

Ja . . .

Gert Silberbart

. . . bekamen sofort Durchfall, Magen . . . MagengeschwÃre, MagenkrÃmpfe. Und es bekam fast keinem gut. Das ganze Lager hatte Durchfall. Und erst spÃter langsam, langsam gewÃhnten wir uns wieder an die normale Kost.

David Boder

Nun? Und wie lange waren Sie dann in Buchenwald?

Gert Silberbart

Dann war ich in Buchenwald noch bis zum, bis Anfang Juni des Jahres 1945, als dann viele Jugendliche sich durch die UN [?] einschreiben lassen mussten und die Transporte nach der Schweiz gingen und darunter war ich auch. Und so bin ich dann in die Schweiz hierher gekommen.

David Boder

Sie haben die Schweiz gewÃhlt?

Gert Silberbart

Ja.

David Boder

Haben Sie probiert, Ihre Familie, jemand aufzufinden?

Gert Silberbart

Ich habe bereits genug Recherchen gemacht. Ich habe aber Ãberhaupt keine Hoffnung mehr, dass irgend jemand von ihnen Leben gelieben ist. Ich hab' nur meine Tante und meinen Onkel in Chile wieder gefunden, die schon wÃhrâ . . . die schon vor dem Kriege dorthin emigriert waren.

David Boder

Wie heiÃen die?

Gert Silberbart

Dahlinger.

David Boder

Dahlinger. Und wie haben Sie sie gefunden? Haben Sie denen geschrieben, haben Sie geantwortet?

Gert Silberbart

Ich habe durchs Rote Kreuz und verschiedene Organizationen Recherchen gemacht und eine ist dann einfach, eine Nachricht ist von ihnen gekommen. Und im September vorigen Jahres hatte ich die erste Nachricht von ihnen.

David Boder

Aha. Und eh, was tun Sie jetzt?

Gert Silberbart

Jetzt im Moment lerne ich Zahntechniker in einem Laboratorium der OSE und besuche nebenbei einen Abendkurs der Handelsschule und lerne Englisch, FranzÃsisch und . . .

David Boder

Welche Handelsschule?

Gert Silberbart

Hier in Bern das Institut Commercial.

David Boder

Das ist eine private Schule?

Gert Silberbart

Nein, das ist eine staatliche Schule.

David Boder

Und Sie dÃrfen diese Schule be-?

Gert Silberbart

Ich durfte diese Schule besuchen, die OSE, die auch das, den Zahntechnikerkurs finanziert, hat mir erlaubt, diesen Kurs zu besuchen und finanziert den auch.

David Boder

. . . und finanziert diesen Kurs. Und wie vertragen Sie sich dort mit Ihren MitschÃlern?

Gert Silberbart

Ich, ich hatte, ich bin noch nicht lange in diesem Kurs, erst einige Tage, da der, das Wintersemester jetzt angefangen hat . . .

David Boder

Ja . . .

Gert Silberbart

. . . hab' noch eigentlich, noch gar keinen nÃheren Kontakt mit meinen MitschÃlern, aber es geht gut.

David Boder

Aha. Wussten Sie, dass Sie, eh, ein frÃherer HÃftling waren?

Gert Silberbart

Ich glaube. Ich weià es nicht. Sie haben mir jedenfalls nichts gesagt.

David Boder

Und Sie sind jetzt wie alt?

Gert Silberbart

Ich werde jetzt 18.

David Boder

Und was sind Ihre Plaâ, PlÃne? Was wollen Sie in der Zukunft tun?

Gert Silberbart

Ich beabsichtige nach Absolvierung dieses Zahntechnikerkurses und dieser Kurs der Handelsschule zu meinen Verwandten nach Chile zu gehen und dann weiter dort als Zahntechniker zu arbeiten.

David Boder

Wollen Sie nicht dann Zahnarzt studieren?

Gert Silberbart

Zahnarzt studieren, ich glaub' dazu werde ich keine MÃglichkeit haben, denn dazu ist die MaturitÃt erforderlich. Ich bin bereits zu alt und . . .

David Boder

. . . zu alt . . .

Gert Silberbart

Nicht zu alt, aber ich habe einfach nicht mehr genug Zeit, um mich darauf vorzubereiten.

David Boder

Nu ja, Sie sind ja bloà eine einzelne Person. Sie kÃnnten ja vielleicht was verdienen und fÃr die MaturitÃt arbeiten, nicht wahr.

Gert Silberbart

Ich hatte nie in der Schweiz eine Gelegenheit, etwas zu verdienen, ich wÃsste nicht als was.

David Boder

Aha. Nun, Gert, das war eine, ein sehr ausfÃhrlicher Bericht. Ich habe von Ihnen Manches gehÃrt, das ich von anderen nicht gehÃrt habe, denn ich habe sehr wenige deutsche HÃftlinge gehabt. Sie haben auch sehr intelligente Sachen beschrieben. Ich bin Ãberzeugt, dass es ein guter Report ist und vielleicht werde ich auch in Chicago gewissen deutschen Gruppen mal diesen [Rat] vorspielen lassen. Ich bin Ãberzeugt sie werden . . . ich kann nicht sagen, freuen, aber sie werden zufrieden sein, etwas davon zu lernen. Danke sehr.

Gert Silberbart

Bitte sehr . . .

David Boder

[In English] This concludes the report with Gert Silberbart at, eh, about seven minutes of Spool 83. Paris, August the 27th, 1946. In a home supported by the Swiss government for refugees of the war. Illinois Institute of Technology wire recording.

David Boder

This concludes the reproduction of Spool 9-83, the interviewee was Silberbart. The sign-off gave by mistake Paris, it really was in Geneva but somehow the interviewer automatically having interviewed people for a number of days in Paris still gave the sign-off as Paris. It is Geneva . . . Switzerland. November the 14th, 1950, Chicago, of course. Boder.

var english_translation = { interview: [ David Boder

[Knocking sound] [In German] In this direction is shown, you only have to, here, but, eh, come a little closer, eh, there. Say one, two, three. Here.

Gert Silberbart

One, two, three.

David Boder

Louder?

Gert Silberbart

One, two, three.

David Boder

Yes, so, now watch, when the light lights up here . . .

David Boder

[In English] Geneva, August the 27th, 1946. A recording at the home for displaced boys, predominantly Buchenwald children, who are now being trained for a profession. The interviewee is Gert Silverberg [incorrect], eh, a native of Berlin.

David Boder

[In German] So, Gert, tell us again your full name, how old are . . . ?

Gert Silberbart

Gert Silberbart.

David Boder

Yes?

Gert Silberbart

Gert Silberbart, and I will be 18 years old this week.

David Boder

You will be 18 years old this week. Now, tell us, Gert, when did it start to go bad for you? Because things were bad for you before the war already.

Gert Silberbart

Yes, yes, certainly, but until the year 1938, until the shooting of of this diplomat, in French, in France we did not perceive as much of the Hitler regime, of course, a little, but it was not that much. And then, when this pogrom started on November 8, all Jewish businesses and factories were closed, the Jews were forced to wear their Jewish Stars . . .

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

. . . and of course that attracted attention and the Hitler Youth and all the other simple Nazis, they used that and it happened often that we were attacked in the street.

David Boder

So, now, tell us again, Gert, who was in your family, how many were there in your family?

Gert Silberbart

We were five at first, but my brother died before the war of diphteria, so that only four of us were left, my father, my mother, my little sister, and I.

David Boder

Yes. And, eh, what was your father's profession?

Gert Silberbart

My father had a large clothing factory which he then had to sell . . . [noise]

David Boder

So, eh, you say, the difficulties began when [vom] Rath was murdered by GrÃnspan in Paris, right . . .

Gert Silberbart

Yes. Yes.

David Boder

Do you have any idea what happened after that?

Gert Silberbart

We had no idea of that, when the whole story broke we were already in the concentration camp and had no opportunity to read any papers, [or] to get an idea what was going on out there.

David Boder

Yes. So, eh, one has, you say, the pogroms started . . .

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

What kind of pogroms were they, could you describe them if you can remember?

Gert Silberbart

Well, I can describe in general . . .

David Boder

Well, describe it in detail, and in, eh, in detail, you know . . .

Gert Silberbart

Ok.

David Boder

So.

Gert Silberbart

The businesses, the display windows were smashed that night and in the following nights, by stones, and often caricatures were put on the windows. Jewish apartments were broken into and many Jews were harrassed in the street.

David Boder

Yes. [knock] Now, you were just 10 years old, right?

Gert Silberbart

I was 10 years old back then, yes.

David Boder

And how have youâwhat happened to you and your family?

Gert Silberbart

Well, a short time after that, our schools were closed for a while . . .

David Boder

Which, what do you mean with our schools?

Gert Silberbart

The Jewish schools, that pupils attended together in Berlinâ

David Boder

So theâyes?

Gert Silberbart

And we dared not to go into the street because we did not want to risk to be attacked and beaten by the Hitler youth gangs, and also, hardly any Jew dared to cross the street in the days following this event.

David Boder

Yes. And?

Gert Silberbart

That was pretty much it, what we . . .

David Boder

Yes, and what happened to your father, because, with the business of your father?

Gert Silberbart

My father was immediately forced to sell his business.

David Boder

To whom?

Gert Silberbart

To an Aryan, to a client.

David Boder

Yes. Did he, did he pay you at least?

Gert Silberbart

Yes, of course not the adequate amount which he would have, would have yielded under normal circumstances, but he was paid a certain sum.

David Boder

Yesâand this he could dispose of, or did he have to . . .

Gert Silberbart

Not either, instead one had to have it transferred to the bank, to the bank, and then could only take out a small amount each month.

David Boder

Yes, and then, what happened to the family?

Gert Silberbart

Then, we were all deported to Auschwitz, in February of '43, we were all deported to Ausschwitz.

David Boder

Where is Auschwitz, where is that situated anyway?

Gert Silberbart

Auschwitz is in Upper Silesia, the Polish little town of Oświęcim. So, there, the largest concentration camp was built shortly after the Germans marched in.

David Boder

Aha, so it was Poland before?

Gert Silberbart

Yes, yes.

David Boder

And then, after the Germans marched in, there was a concentration camp built there, right . . .

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

Now, howâwas the whole family sent to Auschwitz?

Gert Silberbart

Yes, we came, up until Auschwitz we were all together.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

. . . and [then] we were separated. My mother, my father and my little sister [noise] went, what I assume, straight for the gas chambers, while I, as the youngest, was meant to be among the living because I could work, was able to work.

David Boder

Now wait a little. Where wereâyou were arrested in Berlin. Where were you then, from your home, how did you go to Auschwitz?

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

When you went?

Gert Silberbart

We were arrested by the Gestapo on the night of the 7th to the 8th of March 1943 at our apartment directly in Berlin, and went directly to a camp in Berlin. We stayed there until . . .

David Boder

Where was that camp?

Gert Silberbart

In Berlin, in the GroÃe Hamburger StraÃe, that was a former school where all furniture had been removed and matresses had been put in the rooms.

David Boder

Yes, and the whole family was together?

Gert Silberbart

There we were still together.

David Boder

Men, women and children together?

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

Yes, the whole families were not separated yet.

David Boder

Yes. And then?

Gert Silberbart

Then, on the next morning, we were, we received something to eat, and then we were loaded into moving vans, and transported to the station [noise] near Berlin.

David Boder

So, now tell me, what things were you allowed to take along?

Gert Silberbart

We were allowed to take along what we wanted, but at the arrival in Auschwitz everything was taken from us, except for the . . .

David Boder

Yes, and what happened to the apartment?

Gert Silberbart

Yes, we were, and that, I don't know anymore, I only know that the Gestapo men put a Gestapo seal on after we left the apartment so that nobody was allowed to enter.

David Boder

Aha. Now, and so, after so, ehâhow many days did the train take to Auschwitz?

Gert Silberbart

Three days.

David Boder

In what kind of car did you ride?

Gert Silberbart

In a cattle car, with eighty men in a cattle car, withâ

David Boder

The family together?

Gert Silberbart

Yes, women, children, men, all together.

David Boder

So, were you with your brother?

Gert Silberbart

No, with my little sister and with my parents together.

David Boder

With your parents together.

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

And, eh, did the train, did the train stop?

Gert Silberbart

The train stopped often along the way, but that had no impact on us. It was just that something stopped, but the cars were not opened until we came to Auschwitz. They wereâand even there we stood for half an hour untill the SS men with the . . .

David Boder

So how were you using toilets then, with, eh, eh . . .

Gert Silberbart

Well, there were buckets, buckets put in the cars, that we could then empty to the outside through little cracks . . .

David Boder

Yes. And, eh, was there drinking water . . .

Gert Silberbart

We were supplied one bucket but that hardly lasted for one day.

David Boder

And how did one drink the water?

Gert Silberbart

It was drunken with cups or any other containers that people had along . . .

David Boder

Yes. Now, and, eh, tell me how, what happened in the first two hours after the train had arrived in Auschwitz.

Gert Silberbart

We were all, we were all unloaded from the car, and immediately a loud voice called: women, men, women to the left, men to the right. I stood with the men, in the dark, I had, we had arrived late in the evening, and it was already very dark, beginning of March, it was dark, and I lost track of father and mother, and saw no member of my family anymore.

David Boder

So, you are saying that immediately, immediately you did not see your father anymore, either . . .

Gert Silberbart

No, I did not see any member of my family anymore.

David Boder

And you were how old?

Gert Silberbart

I was then 14 years old.

David Boder

14 years, that was in which year?

Gert Silberbart

That was in the beginning of '43.

David Boder

Now, waitâyou say the difficulties began in '38.

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

Where were you from '38 to '43?

Gert Silberbart

From '38 to '43 I was still in Berlin, I visited school until the year '41, until they were forced to close.

David Boder

Yes. And what did your father do during this time?

Gert Silberbart

My father was not able to work at all during this time, and was later forced into a factory.

David Boder

Yes . . .

Gert Silberbart

. . . where he had to work until his evacuation.

David Boder

So when he worked in the factory, did he come home every day?

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

. . . he came home every day?

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

. . . so between '38 and '42 you were still living in Berlin, right?

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

. . . and you went to school until '42?

Gert Silberbart

No, until '41.

David Boder

Until '41.

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

And what did you do in the rest of the time where you could not attend school?

Gert Silberbart

There I worked in kitchens and also in, eh, my friend who was a Mischling [literally "cross-breed" in German; a person with mixed Jewish ancestry], his father was a pharmacist, who took me into his labâ

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

. . . where I could receive a little training.

David Boder

Was that, eh, allowed?

Gert Silberbart

That was not allowed, that was illegal. But because he was a good friend of mine, it did not become public.

David Boder

Yes. And then you learned a little bit of pharmacy, right?

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

And, eh, then, eh, were, ehâthe people came and you were sent to the concentration camp in Auschwitz in '42âin '43 '43 . . .

Gert Silberbart

Yes, yes.

David Boder

What, eh, did they give you any reasons as to what?

Gert Silberbart

None, after all, we were pretty much the last ones, we were lucky to be among the last, and we knew already that thousands had gone there before us.

David Boder

Aha. And then you . . . how old was your little sister?

Gert Silberbart

My little sister was eight years back then.

David Boder

Aha. And you were, eh, 14 years old.

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

And you assembled with the men?

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

Didn't your father place himself with the men?

Gert Silberbart

Probably, I did not see him anymore, we were called up, each one had to loudly state his profession and age, and, eh, at the cue of the SS Commander one had to line up to the right or to the left, the right meant the gas chambers, the left meant the living.

David Boder

And what profession did you state?

Gert Silberbart

I gave no profession, just student. But because I looked pretty athletic then, I looked fit for work, and I lined up with the living.

David Boder

Yes. And then, what happened afterwards in, how . . . [?]

Gert Silberbart

Then we were led to a disinfection . . .

David Boder

Was that in Birkenau or in Auschwitz?

Gert Silberbart

Directly in Auschwitz, where we arrived.

David Boder

Yesâand where were the crematoriums?

Gert Silberbart

The crematoriums were in Birkenau, which I had not yet seen at that time.

David Boder

Aha. Could you see Birkenau from Auschwitz?

Gert Silberbart

We saw a big fire, but we did not know what that meant. Only later it became clear to us that those were the gas furnaces, the crematoriums of Birkenau. [noise]

David Boder

Aha. But you could see the fires in Birkenau from Auschwitz?

Gert Silberbart

Yes, very well.

David Boder

Yes. Well? And then, what happened during the night?

Gert Silberbart

Then we were led into a sub-camp of Auschwitz, the labor camp of Buna . . .

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

There we were all stripped, disinfected, and all that we had on us was taken from us. We were bathed, our hair was cut, and we were dressed in prisoner suits.

David Boder

Who cut your hair and how was that done?

Gert Silberbart

Already longâprisoners who had been in the concentration camp for a long time, whose job it was to function as [?].

David Boder

And what did they use, scissors, or, or . . .

Gert Silberbart

Regular, simple regular hair cutting devices, manually operated.

David Boder

Wasâby hand?

Gert Silberbart

. . . hand operated, hair cutting devices.

David Boder

So hand hair cutting machines.

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

Yes. And your hair was cut off your head?

Gert Silberbart

Yes, everywhere where we had hair.

David Boder

Yes. And then, what was done then?

Gert Silberbart

Then we came into the barracks, our names and data were taken, our age, then we were put into the single booths . . . .

David Boder

How, what did you give as your age?

Gert Silberbart

My real age, 14 years.

David Boder

Yes. And?

Gert Silberbart

We slept until five, in the morning at five o'clock we received a little coffee, a piece of bread, and we had to line up in front of the block where we were drilled in this standing at attention and all the steps, the marching steps. And then . . .

David Boder

In what way?

Gert Silberbart

That differed. We had to line up in five rows which still went very well, then we exercised right turns and left turns, then marching, which did not go so well in the beginning, but that was was taught to us via rifle butt hits.

David Boder

Yes, and . . . Eh, you want to eat?

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

A little to eat?

David Boder

So, before the meal, we left off where you told us how you were taught to march. Now go on.

Gert Silberbart

Yes, and then came a member of the Arbeitsdienst [Labor Service] whose task it was to learn about our professions and in which way we could be best put to work.

David Boder

Was that an inmate?

Gert Silberbart

That was also an inmate who had been in the concentration camp for a long time . . .

David Boder

Yes, was that a Jew?

Gert Silberbart

. . . and who was entrusted by the SS leadershipâno, that was not a Jew. That was a German political prisoner.

David Boder

Yes. Yes.

Gert Silberbart

And, since I did not have a profession, I was put into a commando, into a work detail where I had to haul cement all day, and unload iron from train cars, and that was pretty hard for me at 14 years, to carry sacks of 50 kilos, without a break, a boy of 14 years, I mean, I was not used to that, I had a little hard time with that.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

But then I got used to it, had to get used to it.

David Boder

Well, and?

Gert Silberbart

Well, and so I just worked from six o'clock in the morning until six, seven o'clock in the afternoon, six or seven days a week, sometimes it occurred that we had off on Sunday, but that did not depend on us, or on our output, but on the, on the SS guards who just simply did not want to go out there with us on Sundays, and guard us, and who wanted to stay in the camp themselves, or outside the camp in their barracks.

David Boder

So, what did you do then on Sundays?

Gert Silberbart

On Sundays we did not have peace, either, then it was lice checks, what was, which was pretty unpleasant for us, but that was for the benfit of our health, because there were many among us who attracted lice after a short while, and they surely would have infected all of us, and we, many of us, would have fallen prey to the bugs if there had not been those lice checks.

David Boder

So describe the lice checks.

Gert Silberbart

Yes, we just all had to strip naked, and one after the other had to go in front of the doctor who examined us thoroughly whether we had lice, one after the other.

David Boder

Yes, but were there not lice in the clothes?

Gert Silberbart

The clothes were examined, too.

David Boder

Now, and if you had lice, then what?

Gert Silberbart

We were immediately led into the disinfection, we were totally disinfected, examined if we showed any signs of typhoid fever, and if not, we were put back into the block.

David Boder

And if one showed all, if one showed any signs or symptoms of typhoid fever, then . . . ?

Gert Silberbart

Then they stayed in the sick building, were examined, and if the case was so bad already that they could not be healed in the camp they came into the main camp in Auschwitz where the sick block was better equipped, and where they had more possibilities to closer examine the patient.

David Boder

And? If he had typhoid fever?

Gert Silberbart

Then he was put into a special barrack, received to eat like all the others, and if he healed it was good, and he was sent back to work, if not, well, then he just died.

David Boder

Yes. Well? So, eh, that was on Sundays . . .

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

. . . and how long did that take? That was in '43?

Gert Silberbart

That was in the year '43.

David Boder

Summer, winter?

Gert Silberbart

Beginning of '43, March, April, May.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

Then I became sick, had a 40ÂC [104Â Fahrenheit] fever, went directly into the Krankenbau [sick bay] into the K, the KB as it was called, but they could not . . .

David Boder

KB, Krankenbau?

Gert Silberbart

KB, Krankenbau.

David Boder

Yes?

Gert Silberbart

But they could not determine what I had, my fever was persistent, and they sent me in an ambulance to the Auschwitz main camp.

David Boder

Yes?

Gert Silberbart

There I was led into the large Krankenbau, my temperature was taken, and I had something above 40ÂC again. I was, one looked into my throat but nothing could be diagnosed. Then they put me under an ice-cold shower which was pretty hard for me, to stay under there, but I had to, and that shower just worked wonders. The next day I had normal temperatures already, and I was immediately sent to another camp.

David Boder

How long were you under the shower?

Gert Silberbart

I was under the shower for about fifteen minutes.

David Boder

Who ordered that?

Gert Silberbart

That is, that was no order, every, every patient that came from another camp was immediately disinfected and put under a cold shower, and apparently they had made the experience that this cold shower massively reduced the fever, and so they used it, like a regular procedure . . .

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

. . . to put every patient under a shower.

David Boder

And the fever was down the next day?

Gert Silberbart

Yes, of course I was very weakened, but that did not concern them, the main thing was that the thermometer showed 36ÂC [96.8ÂF], and I was sent to work right away.

David Boder

Yes. Now, and then what did you work again?

Gert Silberbart

There I worked . . .

David Boder

. . . and how did the work go?

Gert Silberbart

There I worked in similar commandos, as amasonry or metal worker, just how I was assigned. There was a part of a, lack of personnel on this commando, on another day people were needed on that detail, so that from one day to the next we were assigned very different tasks.

David Boder

Yes, and?

Gert Silberbart

I stayed there until the end of '44. Until the . . .

David Boder

An how did it go with the work , was the treatment more or less good?

Gert Silberbart

The treatment . . . of course, we were naturally beaten very heavily, but that is . . .

David Boder

Why is that so natural?

Gert Silberbart

That is is self-understood, I think . . . I think that this is well known enough from books and reports and films that I don't even hve to mention it. Because the beatings were simplyâpart of the concentration camp, just as a typewriter belongs in an office.

David Boder

Who beat you the most?

Gert Silberbart

The capos as well as the SS men.

David Boder

How, who were the capos? Please describe them.

Gert Silberbart

Capos were inmates who had been in the KZ for years, who were well known by the SS, and who received from the SS,or from Arbeitsdienst, the Labor Service of the SS, a yellow armband with the inscription KAPO on it, and those had then the respâ, were responsible for the daily job perfomance.

David Boder

What is the, eh, the origin of the word "capo"? Why did the Germans use that?

Gert Silberbart

Nobody knows that. That is not known even today.

David Boder

Capos in Latin means head or leader or . . .

Gert Silberbart

Could be that it comes from there.

David Boder

Tell me, have you heard the word Musulmann?

Gert Silberbart

Certainly, as MuselmÃnner were those described who were emaciated, very emaciated through the hard labor, and who were weakened, and with those MuselmÃnner, those were those who had to march through the gate into the camp after the work was finished, who had to strip and then went in front of the camp doctor. This Lagerarzt [camp physician] then decided, again through a cue with this hand to the left or the right, [the people] to the left went to the gas chambers, those one the right remained at work,.

David Boder

Yes, what does that mean, they went to the gas chambers?

Gert Silberbart

They were immediately rounded up by the SS . . .

David Boder

Was there not a great outcry?

Gert Silberbart

. . . certainly there was a lot of outcry because the people all knew where they went. It was, it was not the first time that such situations occurred. They came into a block, all together under heavy SS guard, and then usually they were loaded in cars the next day and went to the gas chambers.

David Boder

You say there was a lot of crying.

Gert Silberbart

Of course, the people were screaming and praying. I mean, a man who knows the he will be gassed in two hours, three hours, is not human anymore, is frantically desperate, you know?

David Boder

Now, did the pleading help sometimes?

Gert Silberbart

Of course it did not help. That was something the people knew, too, but in that moment, when it is there, you cannot think logically anymore, you are not yourself anymore.

David Boder

Have you yourself seen and heard this?

Gert Silberbart

I have seen and heard it myself.

David Boder

How come that you came through?

Gert Silberbart

I was just . . . I was just still strong enough to work.

David Boder

Aha. Now, so, how long did that last in Auschwitz?

Gert Silberbart

I lived there until the end of '44, until about September.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

Then one day came a commission of a German enterprise, Siemens . . . you have heard of it . . .

David Boder

Siemens and Halske, or?

Gert Silberbart

Siemens Schuckert.

David Boder

Siemens and Schuckert, yes.

Gert Silberbart

And one day before this commission came, there was the order that all youths should stay in camp.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

So we stayed in the camp. This commission came. We were introduced to the commission, they asked us some questions, questioned us in regards to our schooling, and they said that they needed trainee mechanics.

David Boder

So, those were not the capos anymore or the SS.

Gert Silberbart

No, those were civilians.

David Boder

Civilians. Were they polite?

Gert Silberbart

They were very polite to us. They used a totally unaccustomed tone.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

Something we were never used before, neither from the SS people nor from the capos.

David Boder

Yes. And they talked friendly to you?

Gert Silberbart

They were pretty friendly with us.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

They asked us different things regarding our origin and our schooling . . .

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

. . . asked us several questions and then selected twenty-five of us who were supposed to join their company as trainee mechanics.

David Boder

And you were among them.

Gert Silberbart

And I was among them.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

From that day on we did not have to go to work anymore, came into a quarantine block, where we stayed about eight days, and were then picked up by a car, also by SS men, and came into a small camp that had just been established in the vicinity of Auschwitz.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

There we went through disinfection again, were dressed again, the hair was cut that had . . .

David Boder

. . . as before . . .

Gert Silberbart

. . . as before, and then we began work outside, first with masonry work, because the factory was not entirely finished yet, so we had to do exterior work, until the factory was finally completed. Machines were installed, and we slowly began our mechanic work.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

At first, we were assigned some jobs, but later they needed us again more for the exterior work, the masonry, hauling sand and so on, so that we did not really feel a difference between Auschwitz and this smaller camp. At least we had a little more peace, we were all in all only 150 inmates, only, except for the commando, there were some SS guards, so that we perceived it as very agreeable to be with so few people.

David Boder

Has the, was the treatment better?

Gert Silberbart

The treatment was a little better, simply because one single commando leader could not be at all places, so we took advantage of that, those times where he was at the other end of the camp to relax a little bit.

David Boder

And were there no capos?

Gert Silberbart

There was a capo, but he was pretty nice, because he himself did not have to be so afraid of the commando leader, after all, the capo,in Auschwitz also just did [it] out of fear, because after all they were punished if the job performance was not sufficient.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

Of course they also tried to kiss up to the SS people, they received cigarettes, so that they did not care about one beating more or less.

David Boder

Yes. Now, and so you worked at Siemens and Schuckert?

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

How long did that last?

Gert Silberbart

There I worked until the end of the year 1944, beginning of '45, until January. Then when the Russians slowly advanced in the East, the situation became critical, and we marched from, from this camp, Bobrek was the name, to Buna, where I had been before, all in the beginning . . .

David Boder

Buna?

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

So Bobrek was the AuÃenlager [subcamp]?

Gert Silberbart

That, that camp was Bobrek.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

Then I came back to camp Buna where I had been interned in the beginning of '43. There we stayed for about three hours, the entire Buna camp was evacuated, and we marched from Buna directly to Buchenwald.

David Boder

How far was that and how long did the march last?

Gert Silberbart

I can't, I really cannot give you the distance, I really don't know.

David Boder

So Buna is close to Auschwitz?

Gert Silberbart

Buna is by Auschwitz, one kilometer away from Auschwitz.

David Boder

So . . .

Gert Silberbart

Buchenwald is in Thuringia.

David Boder

And, eh, so Buna is, Auschwitz is next to Breslau approximately . . .

Gert Silberbart

No, no, Auschwitz is much, much further than Breslau, Breslau is already the German Upper Silesia. . . .

David Boder

Yes . . .

Gert Silberbart

. . . while Auschwitz is in Poland.

David Boder

Yes, so Auschwitz, and then it went to Thuringia, right?

Gert Silberbart

Then it was on to Thuringia.

David Boder

Yes, now?

Gert Silberbart

At first we walked from Buna approximately fifty kilometers, until we reached a barn in Nikolai where we rested for the first time for some hours.

David Boder

What do you mean, you walked?

Gert Silberbart

We, we marched.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

Without pause, fifty kilometer.

David Boder

. . . kilometer . . .

Gert Silberbart

. . . which of course was very hard for us in our wooden shoes, in our thin clothes, and through the snow, and the SS men drove us.

David Boder

Was it not fast to walk for the SS men also?

Gert Silberbart

Relatively many SS men got weak and could not keep up.

David Boder

What happened to them?

Gert Silberbart

They were loaded into an ambulance and were brought to the military hospital.

David Boder

Yes. And, eh, what happened to the prisoners who could not keep up anymore?

Gert Silberbart

The prisoners who could not keep up anymore, just broke ranks and received the Gnadenschuss [coup de grace], and just stayed there, and were then later picked up by a car that collected all corpses and brought them to the crematorium.

David Boder

A Gnadenschuss? Now?

Gert Silberbart

Yes, one can call that a Gnadenschuss.

David Boder

And?

Gert Silberbart

Yes, and then, after we had the first part behind us, that lasted about eight hours in Nikolai, we continued to march on to Gleiwitz. In Gleiwitz was also such a concentration camp which however had been cleared in the meantime. We stayed there for one night.

David Boder

Slower, a little slower, please, yes? Yes?

Gert Silberbart

Of course, the camp was too small to absorb all the prisoners from Buna and Bobrek . . .

David Boder

How many men were there approximately, you think?

Gert Silberbart

There were approximately 40,000 to 45,000 men, I don't know, however, if my estimate is correct, I really don't know.

David Boder

Oh wellâso?

Gert Silberbart

Hundreds had already been left on the way . . .

David Boder

And?

Gert Silberbart

Anyway, a part of the caâ, a part . . .

David Boder

Now, when the bodies were left there, did one leave them their clothes, or have other . . .

Gert Silberbart

They were left like that beause there was simply no time to take anything from them, because so, these people who were left there they were breaking rank, and anyone who strayed from the ranks was shot for attempted flight. So nobody had the opportunity to get out of the line and take clothes from the dead.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

We stayed in this camp Gleiwitz over night and the following day. Many preferred to sleep outside at night because there was not enough space in the camp for us all.

David Boder

How was it with food?

Gert Silberbart

As provisions we received shortly before our departure to Buchenwald, a small piece of bread and a, approximately fifty grams of sausage.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

So in the evening of the following day we were loaded on train cars, we, some of the cars were loaded with 150 to 200 men.

David Boder

Was there anything to eat?

Gert Silberbart

One wasâone could eat, we did not ask in such a situation anymore what was to to eat and what was not eatable, we ate a lot, where nowadays , where we nowadays would be disgusted.

David Boder

For instance?

Gert Silberbart

Yes, simply what we could grab from trash cans in the street. Potatos, rotten carrots, and so on, beet roots.

David Boder

Yes, during the, during the walk. Now tell me, when you marched, where did, did you not pass cities or villages?

Gert Silberbart

We mostly marched through the countryside. Only some farmers saw us. Of course, we also passed smaller cities and villages. The people just looked on, but seeing the SS they got afraid and they retreated into their homes.

David Boder

Yes, and you had no opportunity to talk to the people?

Gert Silberbart

No, never.

David Boder

So, go on.

Gert Silberbart

And so we were loaded onto the cars, the train started moving, and it was horrible at first. We hat no opportunity to sit down in there, horrible, we were 150 men, one pressed to the other.

David Boder

Closed cars?

Gert Silberbart

Open cars. Open on the top.

David Boder

Oh, those were the open cars?

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

. . . and it was in the winter?

Gert Silberbart

That was in the winter.

David Boder

Yes, no carry on.

Gert Silberbart

We only had our thin clothing, and one can almost say, people died by the hour.

David Boder

From what?

Gert Silberbart

From the coldâ, from cold, from hunger, from exhaustion, it all came together after all. The dead were then thrown from the car. Some received a shot, some did not, and thus we had more and more space in the car. It is realy terrible to have to say it that way, but we did not even perceive it as so bad if someone died, we were so down and out that the instinct of self-preservation prevailed for each of usâand we hardly bothered about the fate of the others.

David Boder

Were there only men or also women?

Gert Silberbart

It was only men.

David Boder

Yes, and then?

Gert Silberbart

And there remained, from our car of 150 men, only 80 who arrived in Buchenwald. In Buchenwald we were unloaded, totally exhausted, some could not even walk anymore, and the we walked to the camp.

David Boder

Yes . . .

David Boder

Which was approximately one kilometer away from the ramp.

David Boder

From the train.

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

Yes, and then?

Gert Silberbart

There we were . . . we came first, we arrived late at twelve o'clock at night, then we came in a block, 2,000 men in one block, But we were deadly tired and exhausted. So we just slept wherever one put us or where we stood. The next morning we were disinfected, we almost all had lice . . . . . .

David Boder

Yes . . .

Gert Silberbart

. . . And we received new clothes, our hair was shorn, and we came to the so-called small camp [Kleine Lager] which was, which consisted of about ten blocks that were formerly horse barracks, where approximately 2,000 men had room, according to the planning [?] of the Germans . . .

David Boder

Yes . . .

Gert Silberbart

. . . and there we stayed approximately, there I stayed approximately one month, two, one an a half months. There we had relatively little [to do] we also did not receive anything to eat, and that, these hours . . . the time passed so slowly . . . that was truly terrible.

David Boder

Didn't you work?

Gert Silberbart

We did, yes, sometimes we were assigned as helpers in the quarry, but er wer, we were not capable of working. We could not lift a little stone of three, four kilos anymore.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

We were so exhausted throught the whole journey and the last weeks, we were not even capable of working.

David Boder

And?

Gert Silberbart

These times where we did not work, did not make us stronger, on the contrary, it made us weaker because the whole day long we were sent out into the cold, we only had a thin suit, like a pajama, a pair of wooden shoes, no socks, and so we stayed the whole long day in a small fenced area in front of the block. We were cold, some had frostbite, frost on the fingers, and sometimes that became infected, an abscess, and many died of it.

David Boder

Now, was that a youth block?

Gert Silberbart

No, that was not a youth block, that was everybody together.

David Boder

And?

Gert Silberbart

Yes, and then after approximately one and a half months I came . . . I came into the large camp [GroÃe Lager] . . .

Gert Silberbart

. . . There I was put into a commando that had to to clean-up work in the city of Weimar, approximately seven kilometers from Buchenwald. Regarding the work it was much worse in Buchenwald, much worse, we sometimes had to be at the roll call at three or four o'clock in the morning, and we sometimes worked until seven or eight, sometimes nine o'clock in the evening in the city.

David Boder

Yes, in what city, in Weimar?

Gert Silberbart

In the city of Weimar, yes.

David Boder

Yes. What did you work there?

Gert Silberbart

The destroyed houses that were destroyed through air attacks and air mines, we had to discard the debris and build them up again.

David Boder

How did that look. Was Weimer heavily bombed?

Gert Silberbart

Weimar was pretty heavily detroyed.

David Boder

And, eh, under the debris, did you find bodies?

Gert Silberbart

We seldom found bodies. We had . . . we searched for food under the rubble, but we often found very little.

David Boder

You found little. Did you sometimes find valuables?

Gert Silberbart

Never.

David Boder

Now go on. Were you able to take along what you found?

Gert Silberbart

No, everyone was searched at the entrance to the camp, after the deployment we were searched to the bones so that nothing could be brought inside the camp.

David Boder

Well?

Gert Silberbart

I worked there until March of '43 . . .

David Boder

Yes . . .

Gert Silberbart

. . . until March of '45, I meant. And then the Americans advanced slowly. In the end when the Americans were already in Erfurt . . .

David Boder

Yes . . .

Gert Silberbart

. . . we did not go out anymore, the danger was too great. The camp commander, an SS ObersturmfÃhrer had said before we should not be afraid, we should not revolt. He would quietly hand us over to the Americans.

David Boder

That is what the camp commander said?

Gert Silberbart

That is what the camp commander said. We, of course we did not believe him.

David Boder

And you think he said the truth?

Gert Silberbart

Of course, he did not say the truth, we saw that a couple days later when all Jews were called to a roll call.

David Boder

Yes.

Gert Silberbart

Of course, no Jew came, no Jew was to be seen at the assembly place, so that the SS were forced to move into the camp to force the Jews on to the assembly area with rifle butt beatings. From there they were transported out of the camp. Under SS guard they started their march.

David Boder

Were you among them?

Gert Silberbart

No, I was not among them. If I had been among them I would not have been . . .

David Boder

Why not?

Gert Silberbart

Because I, I had hidden in several blocks, in basements, partly in the sewers, the canalization, in holes in the sewage system, in attics, in short, in every hideout where I could disappear.

David Boder

In holes of the sewage system?

Gert Silberbart

Yes . . . in the sewer.

David Boder

Weren't you dirty there?

Gert Silberbart

Of course it was dirty, but I knew, if I left the camp , had to go on the march, that would have been my death.

David Boder

Why did you know that?

Gert Silberbart

Because I was simply not able to walk two to three kilometers anymore, I was so weakened through the past weeks and months that I could hardly stand upright on my legs.

David Boder

Aha, and then?

Gert Silberbart

Thus I was hiding for about a week. Constantly there was the call for the Jews to come out ["Juden raus," literally "Jews out"] and when the largest part of the Jews were gone, they went after the Christians. There were daily transports from the camp, so that in the camp that had held 100,000 people a week before, at the point of liberation by the Americans on April 11, there were only 22,000 people left.

David Boder

Yes, so, who were the others that were taken?

Gert Silberbart

Just . . . the SS took everyone they could get. At the end there was . . .

David Boder

Well, couldn't they just arrest everyone? After all, the blocks were open.

Gert Silberbart

Yes, they could, they just could not get everyone because a large part had hidden in the camp. Then it was just to much for them, they did not have enough guards, enough SS men, who could guard us and send us on the way.

David Boder

Yes, and the?

Gert Silberbart

Yes, and then . . .

David Boder

Did people try to flee along the way, run away?

Gert Silberbart

No, nobody managed to do that.

David Boder

Well? And so?

Gert Silberbart

And so the Americans came on the 11th, on the 11th of April at four o'clock in the afternoon, and liberated us.

David Boder

Now, and how was that. Do you want to tell us about the last three days.

Gert Silberbart

You want me tell about the last three days before the liberation?

David Boder

Yes. Yes.

Gert Silberbart

Well, so. I was during all these last three days in basements and sewage holes, I did not eat or drink during these days, just always anxiously listened to the cry of Juden raus or when something moved close to me, when I heard a sound, I winced.

David Boder

So you say you did not really eat during the three days?

Gert Silberbart

Yes. That was not, that was not the first time. I had already hungered for seven days, Nothing to eat and nothing to drink.

David Boder

Well. Where, when did you hunger for seven days without food or drink?

Gert Silberbart

During the first time in Buchenwald.

David Boder

Why, you did not receive anything to eat?

Gert Silberbart

No, we did not get anything to eat.

David Boder

But water was there.

Gert Silberbart

Water was there.

David Boder

So you did drink.

Gert Silberbart

Well. If you want to consider latrine water as a beverage . . .

David Boder

Why was that waste water . . . wasn't there clean water . . .

Gert Silberbart

No, we could not reach, we could not get to the clean water.

David Boder

And what is that, what do you mean, latrine waste water . . . did you have a water flush in the latrine?

Gert Silberbart

It was just dirty water, rusty water, filthy water that came from some pipe, that was then . . .

David Boder

And that you drank.

Gert Silberbart

We drank that.

David Boder

Well?

Gert Silberbart

Yes, now . . .

David Boder

From what . . . what sense did it make to not allow you to get water . . .

Gert Silberbart

That I cannot tell you. There you should ask the people who forbade us . . .

David Boder

I mean . . . Didn't you say something?

Gert Silberbart

We did not say anything. We took it as something self-understood. We were used to such things, such harrassments.

David Boder

Aha. Now, and then?

Gert Silberbart

And so I lived in sewage holes for the last three days and . . .

David Boder

Yes . . .

Gert Silberbart

And attics and basements and so on . . .

David Boder

And?

Gert Silberbart

Until I heard jubilation cries on April 11th in the afternoon, and heard American music from the loud speakers, and then came out and we embraced each other crying . . .

David Boder

So American music from the radios . . . ?

Gert Silberbart

It was like this. In the room fo the camp commander outside the camp there was a big . . . microphone . . .

David Boder

Yes . . .

Gert Silberbart

. . . and in each block of the camp . . .

David Boder

. . . a loudspeaker.

Gert Silberbart

. . . a loudspeaker.

David Boder

And?

Gert Silberbart

. . . and this radio in the commander's room played American music. The inmates stood up immediately . . .

David Boder

Why were, eh . . .

Gert Silberbart

He had a simple radio. He had probably listened to this American music the whole time . . .

David Boder

Aha . . .

Gert Silberbart

. . . but it was not transferred to the loudspeakers . . .

David Boder

No, was not broadcast . . .

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

. . . so they just tuned in the American station?

Gert Silberbart

Yes . . .

David Boder

Tuned in and one heard American music?

Gert Silberbart

. . . immediately heard American music. And the the first Americans, there were speeches over the loudspeakers. We were . . . we just knew we were free.

David Boder

And?

Gert Silberbart

We just could not grasp it in the first hours. Yes, And then we embraced crying, it is hard to describe the last, the first hours after the liberation . . .

David Boder

Try it!

Gert Silberbart

Yes, when I came up I saw some comrades again that I had known for a long time, and we embraced, and we could not fathom that we were free, but we were so exhausted from the last days that we had not eaten, in short, we were exhausted. The bad thing was also that the Germans in their retreat had destroyed the water pipeline so that there was no water in the whole camp and we almost died of thirst.

David Boder

[In English] This concludes Spool, this concludes Spool 82 reported by Gert eh, by Gert Silbert . . . eh, Silbert, is that the name?

Gert Silberbart

Silberbart . . .

David Boder

Silberbart and we are going over to Spool 83. Geneva, August the 27th, 1946. Illinois Institute of Technology recording.

David Boder

[In English] This is Spool 83, a continuation of 84, eh . . . 82, Gert Silberbart concluding his report.

David Boder

[In German] So you said, you heard American music amerikanische music . . . now go on?

Gert Silberbart

Yes, so we came out of our hiding, and were happy about our new freedom, many actually collapsed on this occasion . . .

David Boder

Did you see some Americans, too?

Gert Silberbart

Yes, we immediately saw American tanks that crushed the barbed wire and the electrical fences. At once you saw white flags on the roofs, and there was jubilation and laughing all over the camp.

David Boder

Who erected the white flags?

Gert Silberbart

Those were simple bed sheets . . .

David Boder

Yes, but who? The, eh, have youâ

Gert Silberbart

Prisoners, from us, no, no, yes . . .

David Boder

Now, the prisoners did not have to surrender. What did the white flags mean?

Gert Silberbart

No, the white flags meant simply, that we were together with the Americans, that we . . .

David Boder

Yes . . .

Gert Silberbart

. . . not that they would use their weapons, or shoot, or what . . .

David Boder

Yes, and what happened to the capos?

Gert Silberbart

The capos were, a part of the capos who had a bad conscience, who had collaborated with the SS men during all these times, fled with the SS men who fled in the last minute.

David Boder

The Jews . . . were they Jewish capos?

Gert Silberbart

I think, there were no Jewish capos in Buchenwald, I can say that.

David Boder

Aha, yes. And?

Gert Silberbart

Just these, eh, German capos, dangerous, hardened, professional criminals, and so . . .

David Boder

Those fled with the SS men. Now . . .

Gert Silberbart

The capos, who had a good conscience, who had been behaving fair towards their fellow prisoners, they stayed with us and also celebrated their freedom.

David Boder

Yes. Now. Ehâdid one catch some SS men? Did one . . .

Gert Silberbart

Very many were still caught on the way because . . . many inmates took eh, plundered right away these weapons arsenals, the arsenals of the SS . . .

David Boder

Yes . . .

Gert Silberbart

. . . and armed themselves and those strong enough ran after the SS, together with the Americans. Quite a few were still arrested.

David Boder

And what was done to them?

Gert Silberbart

They were first brought into the camp, and held in a block. They were disarmed and everything taken from them. Then, several days later, they were transported by the Americans, by the military, into Germany.

David Boder

Did you have the opportunity to talk to the SS?

Gert Silberbart

I did not have the opportunity myself because the whole time I was to weak to just go few steps out.

David Boder

Well.

Gert Silberbart

I had to strenthen myself first.

David Boder

But others did?

Gert Silberbart

Yes, but I just rested. Others had the opportunity to talk to the SS men. Many also took revenge.

David Boder

In what form?

Gert Silberbart

Simply by harrassing them.

David Boder

Yes. Did the Americanse defend or protect the SS in any form?

Gert Silberbart

Neither defended nor protected them. They tookâin the first days you saw rather few Americans in our camp because the camp was still in the front line, the whole area. Only later when the front had moved further into Germany, came a special camp commando of the U.S. Army, a great number of personnel, who took over the order of the camp. Also many tankers came that brought water into the camp. Because it took about a a week and a half until the water pipeline was restored.

David Boder

Aha. Now tell me, there were so many inmates, how come that the SS was even left alive?

Gert Silberbart

They were left alive. Because if we would not have left them live, the we would, we would not have been much different than the Germans. So we had to, we wanted to, after all, be a good example, if not by good example, but we should not have done to them what they did to us, then we would have been just the same.

David Boder

That was the philosophy?

Gert Silberbart

That was not the philosophy, that is my opinion. Surely many others had another opinion. But overall that was the mindset in the camp.

David Boder

Is it true, that inmates hanged SS men in Buchenwald?

Gert Silberbart

Inmates hanged SS men?

David Boder

Yes?

Gert Silberbart

That happened twice as far as I know.

David Boder

Yes. When?

Gert Silberbart

That was thenâafter the liberation.

David Boder

Yes?

Gert Silberbart

Those were indeed SS men who had just acted especially atrociously towards the inmates. But I only heard of it so I cannot tell more details about it.

David Boder

You did not see that yourself?

Gert Silberbart

No.

David Boder

No. Now, and how did it go with food and meals?

Gert Silberbart

Of course, the food improved immediately and immensely. Many were not used to the good fare of the American military, in fact, no one was . . .

David Boder

Yes .

Gert Silberbart

. . . many suffered right away from diarrhea, stomach aches, gastritis. Nobody took well to it. The whole camp suffered from diarrhea. And only later, slowly, slowly, did we get used the the normal diet.

David Boder

Now, and how long were you then in Buchenwald?

Gert Silberbart

I was then in Buchenwald until the beginning of June 1945, when many youths had to had to sign up through the U.N. [?] and the transports went to Switzerland, and I was among them. And so I came to Switzerland.

David Boder

You chose Switzerland?

Gert Silberbart

Yes.

David Boder

Have you tried to find your family or anybody?

Gert Silberbart

I already did enough research. But I have no hope that anyone of them stayed alive. I only found my aunt and my uncle in Chile again who had emigrated there beforeâduring the war.

David Boder

What are their names?

Gert Silberbart

Dahlinger.

David Boder

Dahlinger. And how did you find them? Did you write them, and did they answer?

Gert Silberbart

I did research through the Red Cross and several other organizations, and one, then one message came from them. And in September of last year I had the first message from them.

David Boder

Aha. And, eh, what are you doing now?

Gert Silberbart

Momentarily I am learning to be a dental technician in a laboratory of the OSE and besides I am taking evening classes at the commercial school, learning English, French, and . . .

David Boder

What commercial school?

Gert Silberbart

The Institute Commercial here in Bern.

David Boder

Is that a private school?

Gert Silberbart

No, that is a state school.

David Boder

And you are allowed to attend the -?

Gert Silberbart

I was allowed to attend the school, the OSE that also finances dental technician training, allowed me to attend this course and finances this also.

David Boder

. . . and finances this course. And how do you get along with your co-students?

Gert Silberbart

I, I had, I have not been long in this course, just a couple of days because the winter semester has just begun . . .

David Boder

Yes . . .

Gert Silberbart

. . . and I did not really have nearer contact with my fellow students yet, but it is going well.

David Boder

Aha. Did they know that you, eh, were a former prisoner?

Gert Silberbart

I think, I don't know. They did not say anything, anyway.

David Boder

And how old are you now?

Gert Silberbart

I will be 18.

David Boder

And what are your plans? What do you want to do in the future?

Gert Silberbart

I am intending to finish the dental technician course and the evening course at the commercial school, and then go to my relatives in Chile and work there as a dental technician.

David Boder

Don't you want to study dentistry?

Gert Silberbart

I don't think I will have an opportunity to study dentistry because that requires the MaturitÃt [general qualification for university entrance]. I am already too old and . . .

David Boder

. . . too old . . . ?

Gert Silberbart

Not too old, but I just don't have enough time anymore to prepare for that.

David Boder

Well now, you are just a single person. You could maybe earn some money and work towards the MaturitÃt, no?

Gert Silberbart

I never had an opportunity to earn something, and I would not know as what or how.

David Boder

Aha. Now, Gert, that was a very comprehensive report. I have heard some things from you that I had not heard from others, because I [interviewed] very few German prisoners. You also described things very intelligently. I am convinced that it is a good report, that I may play for certain German groups in Chicago. I am convinced that they willâI cannot say, they will be happy, but very satisfied to learn of this. Many thanks.

Gert Silberbart

You are welcome . . .

David Boder

[In English] This concludes the report with Gert Silberbart at, eh, about seven minutes of Spool 83. Paris, August the 27th 1946. In a home supported by the Swiss government for refugees of the war. Illinois Institute of Technology wire recording.

David Boder

This concludes the reproduction of Spool 9-83, the interviewee was Silberbart. The sign-off gave by mistake Paris, it really was in Geneva but somehow the interviewer automatically having interviewed people for a number of days in Paris still gave the sign-off as Paris. It is Geneva . . . Switzerland. November the 14th, 1950, Chicago, of course. Boder.