David P. Boder Interviews Adolph Heisler; August 27, 1946; Genève, Switzerland

  • David Boder: (In English) This is Spool 81. Geneva, August 27th, 1946. The interview is with Adolph Heisler, eighteen (18) years old, from the Czech territory, which presumably has become Russian now. He carries a tattoo number A 4470. (A four, four ,seven, zero)
  • David Boder: Also, Herr Heisler, also wollen Sie uns noch einmal sagen Ihren ganzen Namen und wo sind Sie geboren. Sprechen Sie laut, langsam und ziemlich laut, nun?
  • Adolph Heisler: Also, mein Name ist Adolph Heisler und ich ....
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: ...und ich komme aus der Tschechoslowakei, aus Karpathen Russland. Achtzehn (18) Jahre bin ich alt und ich bin deportiert worden später nach Auschwitz.
  • David Boder: Ja. Also erzählen Sie mir, wo waren Sie und was ist Ihnen passiert, wie der Krieg angefangen hat.
  • Adolph Heisler: Wenn der Krieg angefangen hat, hat man uns genommen in ein Ghetto and da hat man uns sehr mies behandelt. Und nach dem Ghetto ... in dem Ghetto waren wir ein Monat und nach einem Monat hat man uns deportiert mit dem Zug nach Auschwitz.
  • David Boder: Nun warten Sie mal. Ich will diese ganze Geschichte wissen. Das ist doch nicht so schnell gegangen. Wie hat man bekannt gemacht, wie ... Wer waren Ihre Eltern? Was war Ihr Vater und Ihre Mutter?
  • Adolph Heisler: Also wir hatten eine große Landwirtschaft und mein Vater hatte ein großes Holzunternehmen, da hat man in die Wälder ....
  • David Boder: Ja, nun?
  • Adolph Heisler: Alles ... und da hat man uns alles zugenommen ...
  • David Boder: Nun, Ihr Vater war ein Holzhändler und hatte .. war Landwirt?
  • Adolph Heisler: Ja und ...
  • David Boder: In der Stadt oder neben der Stadt?
  • Adolph Heisler: In der Nähe der Stadt.
  • David Boder: In der Nähe der Stadt. Und haben Sie Brüder und Schwestern gehabt?
  • Adolph Heisler: Ja, ich hatte zwei (2) Brüder. Ein Bruder lebt noch jetzt, er ist im russischen Territorium – bei der Tante lebt er.
  • David Boder: In Russland?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Und der Andere?
  • Adolph Heisler: Der Andere .... von dem Anderen weiß ich nichts und von die Eltern weiß ich auch nichts.
  • David Boder: Sie wissen nichts von Ihren Eltern?
  • Adolph Heisler: Nein.
  • David Boder: Haben Sie von Ihrem Bruder im russischen Territorium einen Brief bekommen?
  • Adolph Heisler: Von meinem Bruder nicht, aber ein Mädel hat mir geschrieben, ein bekanntes Mädel, sie wohnte nah bei, hm, neben uns, sie hat mir geschrieben, dass sie hat gesprochen mit meinem Bruder. Und ich hab auch einmal telegraphiert und alles, aber Antwort hab ich nicht bekommen. Ich weiß nicht ... ich kann nicht in Verbindung kommen mit Russland und ich weiß auch nicht wies ihm geht und alles.
  • David Boder: Ja, nun also in der Stadt gelebt, wie hat die Stadt geheißen?
  • Adolph Heisler: Chynadiyovo.
  • David Boder: Chynadiyovo.
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Wie schreibt man das?
  • Adolph Heisler: C.
  • David Boder: Ah, C.
  • Adolph Heisler: Z
  • David Boder: Czyna ....
  • Adolph Heisler: Chynadiyovo.
  • David Boder: Chynadiyovo.
  • Adolph Heisler: Ja, das ist eine tschechische Stadt bei (unverständlich).
  • David Boder: Nun, als erzählen Sie mir, die Deutschen sind dorthin gekommen. Wie sind sie da rein gekommen?
  • Adolph Heisler: Ja, also sie sind sofort hereingekommen, wir haben gesehen die deutsche Besetzung mit dem Militär und es ist auf einmal schwarz geworden vor den Juden ihre Augen. Und nach zwei (2) Wochen am Morgen sind sie gekommen und man hat nichts gewusst, sie besetzen die Häuser und das war dann in 2 Stunden alles zusammen gepackt und deportiert worden. Man hat nicht gewusst wohin. Wir wurden geführt zu einem Haus, in diesem Haus hat man zusammen getrieben und man ... alle mit den Autos in das Ghetto.
  • David Boder: Ja. Wo ... wo war das Ghetto? Wie hat man das Ghetto gemacht?
  • Adolph Heisler: Das Mukachevo Ghetto. Das waren große Barracken von einer Ziegelfabrik. Dort waren große Barracken von Holz, die voll waren mit Ziegel, die man dort gelagert. Und es war sehr (unverständlich) konnte es nicht aushalten, denn es waren schrecklich viele Menschen. In einer Baracke wohnten drei tausend (3000) Mann, da war kein Platz und schrecklich viele Menschen und ...
  • David Boder: Männer und Frauen und Kinder alles zusammen?
  • Adolph Heisler: Alles zusammen. Die Familien waren ... dort waren noch die Familien zusammen.
  • David Boder: Ja, nun, und Sie waren der Ältes....., ja, sie haben einen Bruder und eine ...
  • Adolph Heisler: Ja, zwei Brüder.
  • David Boder: Zwei Brüder haben Sie gehabt?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Waren die älter oder jünger?
  • Adolph Heisler: Jüngere Brüder.
  • David Boder: Jüngere Brüder. Nun, und, hm, wie lange sind Sie gewesen dort in dieser Ziegelfabrik?
  • Adolph Heisler: In der Ziegelfabrik waren wir vier, vier (4) Wochen.
  • David Boder: Ja, und wer hat Ihnen zu Essen gegeben, was hat man zu Essen gegeben?
  • Adolph Heisler: Ja, die Kehille haben sich selbst ausgehalten noch von dieser Verpflegung, weil wir haben gehabt die Lebensmittel und alles haben sie weg transportieren von zu Hause. Die Operation hat alles zugenommen und ....
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: ... und es war nicht genug, was man gebracht hat von der Stadt.
  • David Boder: Ja. Und wer war die Kehille?
  • Adolph Heisler: Das war die jüdische Gemeinde, weil die haben gesagt, dass man soll (unverständlich) haben noch nicht zugenommen das Geld, Protektion und sie waren (unverständlich) zum Transportieren Lebensmittel.
  • David Boder: Lebensmittel. Nun, und nach, hm, .....das hat gedauert, sagen Sie, vier (4) Wochen?
  • Adolph Heisler: Vier (4) Wochen.
  • David Boder: Und was ist dann passiert? Sagen Sie mir die ganzen Einzelheiten, wie es war.
  • Adolph Heisler: Also sie kommen an einem Morgen und sie haben gesagt, wer die Rechte hat von dieser Stadt, die Zugehörigkeit, dann ist es möglich, dass er da bleiben darf und ... dass er nach Hause gelassen werden. Und so haben wir gebracht alle Papiere, wir haben auch gezeigt Papiere, alles gute Papiere. Und sie haben die zugenommen. Und auf einmal sieht man ein großes Feuer von den Papieren. Sie haben sie nur über uns Spaß gemacht. Und am anderen Tag .....
  • David Boder: Also Sie sagen, man hat die Papiere gesammelt und was hat man dann getan?
  • Adolph Heisler: Man hat sie verbrennt, weil sie wollen selber, dass sie damit wir nicht haben um auszureisen ....
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: ... und am anderen Tag an Morgen hat man nicht erlaubt, dass man verlässt die Baracke und man soll hinein kommen in einen Haufen Wagons. Und dann haben sie gepackt diese Wagonen zu hundert (100) hat man in einen Wagon, ohne Essen, ohne Allem und man hat uns transportiert ... wir wurden transportiert, wohin aber hat niemand gewusst. Wir fahren .... wir fahren zwei (2) Wochen auf dem Zug. Und dann sind wir rausgekommen nach Auschwitz. Wir wussten nicht ......
  • David Boder: Ja, noch ....
  • Adolph Heisler: Wir wussten nichts von Auschwitz .... von der Vernich...., weil wir haben gesehen, die Arbeiter ... Leute in Häftlingskleider, aber wir haben nicht gewusst, was das bedeutet. Dann aber ... dann haben wir die ganze Geschichte gehört.
  • David Boder: Also, wollen wir ein bisserl zurück gehen. Man hat sie auf ....alle hinein gesetzt in die Wagons.
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Was für Wagons waren das?
  • Adolph Heisler: Das waren Lastwagen Wagons für die Vieh. Sehr viele Personen waren da, es war sehr voll gestopft, ohne Wasser. Man hat kein Wasser uns nicht gegeben. Das Essen war gar nichts, weil von zu Hause hat man nicht mehr, wir waren doch schon vier (4) Wochen in dem Ghetto, alles was wir hatten war weg.
  • David Boder: Und wie viele Personen waren in einem Wagon?
  • Adolph Heisler: Wir waren ein hundert (100) Leute in einem Wagon.
  • David Boder: Waren dort Stühle, waren dort Bänke ......
  • Adolph Heisler: Nein, nein, da waren keine. Die Decken hat man zugenommen, alles hat man zugenommen, wir liegen auf die Holzbretter.
  • David Boder: Waren Ihre Mutter und Ihr Vater mit Ihnen?
  • Adolph Heisler: Ja, war noch in dem Wagon auch, aber .....
  • David Boder: Und die zwei (2) Brüder?
  • Adolph Heisler: Auch, also alle waren zusammen. Nur in Auschwitz – wie wir sind dran gekommen, hat man uns verteilt alle.
  • David Boder: Ein Moment .... also hat man sie reingeschoben in die Wagons. War da eine Toilette?
  • Adolph Heisler: Nichts, nichts.
  • David Boder: So wie hat man das getan, wenn man hat wollen gehen ... zum, hm, zum ... Bidet oder?
  • Adolph Heisler: Wir hatten einige Töpfe, so hatten wir ....
  • David Boder: Ja?
  • Adolph Heisler: ... Toiletten gemacht und dann ausgeschüttet.
  • David Boder: Ausgeschüttet wo?
  • Adolph Heisler: Hinaus aus dem Wagon.
  • David Boder: Waren die Wagons offen?
  • Adolph Heisler: Da war eine kleine Öffnung, durch das Fenster....
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: ... und mit Draht ...
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: ... und da hat man kaum die Hand durch.
  • David Boder: Und wie haben die Männer und Frauen ... die Frauen diese Töpfe benutzt?
  • Adolph Heisler: Ja, da war alles gleich, egal ... man hat da nicht sehr viel geschaut, da.
  • David Boder: Ja, also und wir lange sind man gefahren?
  • Adolph Heisler: Zwei (2) Wochen.
  • David Boder: Zwei (2) Wochen?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Und hat man die Wagons da jeden Tag los gemacht?
  • Adolph Heisler: Nein.
  • David Boder: Und Wasser?
  • Adolph Heisler: Auch nicht. Wir hatten ... jeder hat sich noch mitgenommen vom Ghetto einen Eimer Wasser und wir haben bekommen Brot, das heißt zwei (2) Kilo Brot und mit diesem hat man gelebt die ganze Zeit ...
  • David Boder: Also?
  • Adolph Heisler: ... pro Person.
  • David Boder: Haben Sie und Ihre Familie genug zu essen gehabt?
  • Adolph Heisler: Von genug ist leider da nicht, aber was kann man machen?
  • David Boder: Ja, nun .... sind sie alle .... was haben die Menschen den ganzen Tag im Wagon getan?
  • Adolph Heisler: Gar nichts. Wir haben uns gesetzt, Einer hat gesagt, das passiert. Und Einer hat gesagt, das wird sein. Wir haben absolut nichts gewusst und wir waren ganz nervös. Wir waren alle nicht mehr normal von der Geschichte was ist vorher gegangen.
  • David Boder: Aha. Und nun wann sind Sie angekommen und wann? In Auschwitz?
  • Adolph Heisler: In Auschwitz.
  • David Boder: Erzählen Sie, wenn der Zug ist angekommen, was ist dann passiert? Also was hat dort passiert?
  • Adolph Heisler: Also wir sind dort angekommen.
  • David Boder: (Lärm im Mikrophon) Also warten Sie mal ………….nun?
  • Adolph Heisler: Wir sind dort angekommen nach Auschwitz. Es ist dort gestanden ein SS Sturm Führer und der hat aussortiert die alten Menschen und die Kinder auf eine Seite und die Arbeitsfähigen, die die sehr gut und arbeitsfähig ausgesehen haben, die hat er auf die andere Seite. Die Anderen, die haben sie weg geführt und wohin wir haben nicht gewusst. Nur am anderen Tag haben wir gesehen die große Flamme mit Rauch vom Krematorium, wo man hat sie verbrannt. Und wir sind gegangen in Baracken.
  • David Boder: Wer sind das: wir?
  • Adolph Heisler: Wir – die Arbeitsfähigen, ich war auch unter ihnen und ich habe ...
  • David Boder: Also was ist passiert mit Ihrer Familie, wenn sie kamen nach Auschwitz?
  • Adolph Heisler: Zu meiner Familie hat passiert, dass mein Bruder und ich sind wir gestanden auf einer Seite und die Übrigen sind gestanden ....
  • David Boder: Wer war die Übrigen?
  • Adolph Heisler: Die Mutter. Der Vater war nicht da, denn den Vater hat man zugenommen zum, hm, Dienst, zum militärischen Dienst, noch zu Hause.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und die Mutter mit dem kleinen Bruder ist, hm, ..... ist gegang ... wurde genommen auf die andere Seite mit ... so mit den nicht Arbeitsfähigen.
  • David Boder: Also das habe ich nicht gewusst! Ihr Vater ist nicht mit Ihnen gewählt worden, Ihr Vater wurde genommen zum militärischen Dienst. War Ihr Vater mit Ihnen im Ghetto dabei?
  • Adolph Heisler: Nein.
  • David Boder: Nein, also wo war er da? War er in der ungarischen Armee?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Hm, war er in der tschechischen Armee?
  • Adolph Heisler: Ja, er war in der tschechischen Armee. Und da wurde er einberufen und diese starken Menschen, die gut arbeitsfähig waren zu graben, Schützengraben zu graben.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und er ist auch dort geblieben. Und wir waren im Ghetto.
  • David Boder: Aha. Und Sie haben ihn nicht .... er hat sie nicht gesehen bevor Sie weggefahren sind.
  • Adolph Heisler: Nein.
  • David Boder: Ja und Sie haben nichts von ihm gehört.
  • Adolph Heisler: Nein.
  • David Boder: Also die Mutter und der kleine Junge haben sie in Auschwitz auf die andere Seite gestellt?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Nun, also weiter.
  • Adolph Heisler: Und der Bruder und ich sind gegangen – wie sagt man – baden.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und nach dem Baden hat man abgeschoren alles und hat man uns geführt in eine Baracke.
  • David Boder: Was meinen Sie, man hat abgeschoren alles? War das ....
  • Adolph Heisler: Die Haare und alles abgeschoren.
  • David Boder: Am ganzen Körper.
  • Adolph Heisler: Am ganzen Körper.
  • David Boder: Also weiter (Läuten, wie ein Telefon) Dr. Boder (in English): that was a telephone interruption. (Auf deutsch): Nun?
  • Adolph Heisler: Und dann hat man uns - nach dem Abscheren und nach dem Bad - hat man uns angezogen die Häftlingsanzüge, sie waren so wie die Anderen. Wir haben nicht gewusst, was da los ist. Und wie wir sind rausgekommen, haben wir gesehen, wie die Stecken geflogen sind bei die Häftling über die Rücken und Köpfe.
  • David Boder: Also wer hat sie geschlagen?
  • Adolph Heisler: Es waren die SS und es waren die deutschen Kriegs... nicht Kriegsverbrecher, sondern Verbrecher, die im sechs und dreißiger (36) Jahr noch nicht in den Konzentrationslagern waren und die waren noch ärger als die SS selbst.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und diese hat man genommen als ‚capos’, das heißt sie haben absolute Kraft über die Häftlinge gehabt in dem Lager, selbst haben das gehabt bei dem Kommando, sie haben gehabt (unverständlich).
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und dann hat man uns getrieben in die Baracken. Und dann wenn kommt der andere Tag – auch nichts zu essen und schlafen haben wir überhaupt nicht können, denn es war kalt und es waren die Steine, eine Baracke von Steine und da ....
  • David Boder: Ein Steinboden?
  • Adolph Heisler: Ja. Und da sind wir gesessen. Das war in Birkenau selbst.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Das war noch nicht in Auschwitz, das war, hm, das Quarantäne Lager für Auschwitz.
  • David Boder: Ja. Das war was für ein Lager?
  • Adolph Heisler: Quarantäne Lager.
  • David Boder: Ein Quarantäne Lager für Auschwitz?
  • Adolph Heisler: Die Leute wurden dort gebadet und abgeschoren und angezogen. Und Auschwitz war schon ....es war nahe von Auschwitz und Auschwitz war ein Arbeitslager.
  • David Boder: Ja, nun?
  • Adolph Heisler: Und dort hat man uns dann gefragt, was wir (unverständlich) und sie haben gesagt, wir müssen arbeiten.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und so habe ich gesagt, ich bin ein Schlosser, denn ich habe gewusst, dass es immer besser ist zu sagen, dass man irgend eine Arbeit hat, als im Feld zu arbeiten, aber ...
  • David Boder: Haben Sie verstanden Schlosserei?
  • Adolph Heisler: Ja, ich bin dort in die Schule und zu Haus ich habe immer gern gehabt, so mit dieser Sache herum zu spielen.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und ich wusste ganz genau, dass sie gebraucht haben einen Schlosser da, .... und da habe ich eine Ahnung und so habe ich mich dazu beworben.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und so habe ich mich dazu beworben. Also, ich habe selber kein Glück gehabt für das, weil ....weil ich bin ... sie haben mich nicht zugenommen dazu.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und am nächsten Tag hat man uns hinaus gerufen. Wir haben .... wir haben schon gehabt die .... die Nummern haben wir noch nicht gehabt.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und wir wurden heraus gerufen und man hat uns geführt nach Auschwitz, zum Lager Auschwitz. Dort wie wir sind angekommen hat man uns gegeben eine Supp zu essen. Es war schon am dritten (3.) Tag und so wir haben bekommen einen (1) Liter Supp und man hat uns geführt zum nummerieren.
  • David Boder: Zum Tätowieren.
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Wenn jeder hat bekommen einen (1) Liter Supp, worin hat man die Supp gegeben?
  • Adolph Heisler: Das waren solche Schüssel, die Schüssel ... zerbrochene Schüssel, was waren von die Transporte zusammen geholt, weil sie mitgenommen haben die Töpfe ...
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: ... von den Wagonen ....
  • David Boder: Ja, nun?
  • Adolph Heisler: ... und die haben sie zusammen gesammelt und haben in diesen die Suppe gegeben ...
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: ... zu essen.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Und nachdem wir bekommen haben die Suppe, und danach tätowiert. Wir sind dann noch geblieben zwei (2) Tage und am dritten (3.) Tag hat man uns weg genommen und man hat geteilt vom Bruder und ich mich hat man weggenommen in einer Kohlengrube zu arbeiten. Das war acht (8) Kilometer von Auschwitz, in Jawischowitz (Jawiszowice).
  • David Boder: Jawischowitz?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: In einer Kohlengrube.
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Und hat man Ihnen gegeben Hammer und hat man Ihnen gegeben ....
  • Adolph Heisler: Ja, so wie jeder .... wie jeder Arbeiter hab ich ......
  • David Boder: Und eine Lampe auf dem Kopf?
  • Adolph Heisler: Nicht auf dem .... wir haben gehabt in die Hände Lampen. Und zwar hat sechs (6) Kilo die Lampe und selbst haben wir getragen.
  • David Boder: Warum, warum war die Lampe so schwer? Was war das?
  • Adolph Heisler: Es war ... ich weiß nicht, es waren die ... die Karbid – nicht Karbid Lampen, aber ....
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: ... solche Laternen, elektrische Akkumulator-Laterne.
  • David Boder: Oh, das waren ... ja.
  • Adolph Heisler: Und das waren ....
  • David Boder: Mit Batterien?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Ja?
  • Adolph Heisler: Das waren solche Lampen damit sie es auch aushalten zwölf (12) Stunden, weil wir haben acht (8) Stunden Arbeit ...
  • David Boder: Aha.
  • Adolph Heisler: ... aber (unverständlich) musste leuchten, weil wir ...
  • David Boder: Ja?
  • Adolph Heisler: ... die Appells hatten und das und das.
  • David Boder: Und dann hat man die Lampen jede Nacht wieder chargiert?
  • Adolph Heisler: Ja, abgegeben. Jeder hat eine Lampen Nummer und jeder ...
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: ... hat abgegeben die Lampe.
  • David Boder: Ja. Und haben Sie zuvor gearbeitet mit Kohlen?
  • Adolph Heisler: Nein.
  • David Boder: Nein.
  • Adolph Heisler: Ich habe ... ich habe ....
  • David Boder: Wie alt waren Sie damals?
  • Adolph Heisler: Sechzehn (16) Jahre.
  • David Boder: Aha. Und mit wem sind Sie gegangen? Alle Häftlinge oder waren Sie ...
  • Adolph Heisler: Alle Häftlinge.
  • David Boder: Ja. Und wie tief sind sie runter gegangen.
  • Adolph Heisler: Das war vier und sechzig (64) Meter in die Tiefe.
  • David Boder: Vier und sechzig (64) Meter in die Tiefe.
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: ist man runter gegangen in was? In einem?
  • Adolph Heisler: In einem Lift.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Ist man runter gegangen in einem Lift.
  • David Boder: Wer hat Ihnen gezeigt wie zu arbeiten?
  • Adolph Heisler: Ja, da war überall ein polnischer Zivilist, ein Vorarbeiter.
  • David Boder: Ja. Waren die gut zu Ihnen?
  • Adolph Heisler: Ja, aber die waren doch halbe Verbrecher selbst.
  • David Boder: Warum?
  • Adolph Heisler: Sie haben uns noch viel ärger behandelt als die Deutschen selbst. Sie haben ein ... Anzeigen gemacht, sie haben geschlagen und es war schrecklich, wie die Polen behandelt haben uns ...
  • David Boder: Hm.
  • Adolph Heisler: ... in der Kohlengrube.
  • David Boder: Hm.
  • Adolph Heisler: Und sie haben tot geschlagen die Menschen, die Häftlinge.
  • David Boder: Haben Sie nicht einmal probiert zurück zu schlagen?
  • Adolph Heisler: Ja, wer hat gehabt die Kraft. Wir waren doch ganz abgeplagt und total verhungert von dem Liter Suppe und zwei hundert (200) Gramm Brot, das wir haben bekommen und wir haben in der Kohlengrube gearbeitet. Und sie haben uns tot geschlagen.
  • David Boder: Nun weiter. Wie lange haben Sie dort gearbeitet in den Kohlengruben? Und wo ist Ihr Bruder hin gegangen?
  • Adolph Heisler: Vom Bruder habe ich gewusst nix mehr.
  • David Boder: Aha.
  • Adolph Heisler: Von dem Bruder habe ich erst jetzt von dem Mädel ....
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: .... eine Nachricht bekommen.
  • David Boder: Also wie lange hat das gedauert?
  • Adolph Heisler: Es hat gedauert bis zum Jahr ... Jahr, wo die Russen sind hinein gekommen. Dann nach Auschwitz haben sie angefangen zu überfallen Ober Schlesien, das war in 45.
  • David Boder: Und wie lange waren Sie in Auschwitz?
  • Adolph Heisler: Zwei (2) Jahre.
  • David Boder: Haben Sie die ganze Zeit in den Kohlengruben gearbeitet?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Als Kohlenarbeiter.
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Sind Sie jetzt ein guter Kohlenarbeiter, nicht?
  • Adolph Heisler: Ja, ziemlich ein Guter (lacht etwas).
  • David Boder: Ja. Nun und ...und dann, hm, wenn Sie sind heraus gekommen von den Minen, was ist dann passiert?
  • Adolph Heisler: Wenn wir heraus gekommen sind, hat man uns gezählt, hat jeder geschaut, es fehlt jemand nicht, und dann man uns geführt durchs Lager und dann hat man uns geführt ins Lager. Dann hat man uns gebadet. Jeder hat ...
  • David Boder: Jeden Abend?
  • Adolph Heisler: Jeden Abend gebadet.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Das war eine gute Sache, dass wir haben können baden jeden Abend baden. Und nach dem Baden hat man uns ....
  • David Boder: Ja?
  • Adolph Heisler: ... wir haben bekommen das Nachtessen. Das war ein Stückchen Brot und ein Schale schwarzer Kaffee und dann sind wir alle ins Bett.
  • David Boder: Ja. Was für Betten haben Sie gehabt?
  • Adolph Heisler: Das waren hölzerne Pritschen, die waren gestapelt, die Betten waren 4 Stock hoch. Auf die Bretter wir geschlafen haben. Jeder ...
  • David Boder: Jeder Mensch auf ihren Pritschen?
  • Adolph Heisler: Ja, da waren auf .... ungefähr einem (1) Meter haben geschlafen vier, fünf (4, 5) Leut. Das waren ....
  • David Boder: Habe Sie Ihre Kleider abgezogen?
  • Adolph Heisler: Nein, es war doch zu kalt die Kleider auszuziehen.
  • David Boder: Hat man eine Decke gehabt?
  • Adolph Heisler: Eine Decke hat man gehabt zu zweit, manchmal auch nicht.
  • David Boder: Haben Sie Läuse gehabt?
  • Adolph Heisler: Das ist gar keine Frage, wir hatten sehr viel Läuse.
  • David Boder: Bitte langsam. Sie hatten viele Läuse?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Also Sie sagen Sie haben Läuse gehabt, aber Sie haben jeden Tag gebadet. Nun?
  • Adolph Heisler: Ja, wir haben gebadet, aber es waren Läuse da, leider. Wir haben ... wir haben nicht gehabt genug Seife und in die Pritschen, in diese Betten sind immer geblieben die Läuse. Und wenn wir sind nach Hause gekommen, haben wir uns immer in das Selbe gelegt.
  • David Boder: Nun und was hat man dagegen getan?
  • Adolph Heisler: Also man hat nichts getan dagegen .... dafür, weil es waren sehr viele Massen von Menschen in den Baracken. In einer Baracke waren zwei, drei hundert (2, 300) Leute schon. Und wir haben schon aufgepasst selber, dass sie weg kommen, aber man kann nicht dafür sorgen genug.
  • David Boder: Nun und was ist passiert, wenn Einer krank geworden ist?
  • Adolph Heisler: Wenn Einer krank geworden ist, hat man ihn weg genommen oder man hat ihm (unverständlich), dass er hat er stirbt schneller. Und wenn nicht ....
  • David Boder: Man hat ihm gegeben was?
  • Adolph Heisler: Zugestellt hat man, dass sie schneller tot werden.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Das haben sie auch selbst verlangt, das Leben war nicht gut und es war kein Verlangen gesund zu werden.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Und wenn Einer so schwer krank war, dass ... das war ein Krankenhaus. Und wenn Einer Wunden hatte, Wunden wenn jemand hat sich zerschlagen selber oder was.
  • David Boder: Aha. Nun? Und so haben Sie die ganze Zeit gearbeitet in den ....
  • Adolph Heisler: Ja, wir haben gearbeitet, wir haben nicht gehabt einen Samstag oder Sonntag.
  • David Boder: Keinen Sonntag?
  • Adolph Heisler: Nein, nichts!
  • David Boder: Hm.
  • Adolph Heisler: Immer nur arbeiten.
  • David Boder: War da ein Feiertag wo Sie nicht gearbeitet haben?
  • Adolph Heisler: Ja, es war Neujahr ... da haben wir frei gehabt, ja.
  • David Boder: Neujahr.
  • Adolph Heisler: Neujahr.
  • David Boder: Oder Weihnachten?
  • Adolph Heisler: Weihnachten nicht.
  • David Boder: Aber Neujahr, ja.
  • Adolph Heisler: Neujahr, ja.
  • David Boder: So was haben Sie an diesem Tag getan?
  • Adolph Heisler: Was wir ... da waren immer drei (3) Schichten. Ich habe immer gearbeitet die Mittagschicht. So sind wir aufgestanden um acht (8) Uhr morgens ...
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und wir haben sich gewaschen und wir haben bekommen eine Kaffee, einen schwarzen Kaffee und bis Mittags hat man sich herum gedreht.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und dann bin ich ... ich war noch jung und ich war (unverständlich) und ich konnte mich selber halten, so bin ich in einen Block ausfegen geholfen. Und ich hab gehabt ein wenig Protektion von dem Block Ältesten und hab bekommen immer noch ein wenig Supp dazu.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und das hat mich immer gehalten eine Weil.
  • David Boder: Aha. Sie haben aber dafür gearbeitet.
  • Adolph Heisler: Ja, dafür gearbeitet in dem Lager.
  • David Boder: Aha. Nun dann?
  • Adolph Heisler: Und dann ist gekommen ....
  • David Boder: Sind Sie acht (8) Kilometer jeden Tag gegangen zur Arbeit?
  • Adolph Heisler: Nein, die Arbeit war nicht so weit weg. Es waren drei (3) Kilometer.
  • David Boder: Drei (3) Kilometer hin.
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Und drei (3) Kilometer zurück.
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Bitte weiter.
  • Adolph Heisler: Und um 11 Uhr hat man Mittag gegessen und da bekommt ein Jeder einen (1) Liter Supp ... und dann sind wir hinunter gegangen zu die Arbeit. Und wir sind vorbei bei dem Detail, dem Kommando bewacht bei der SS und bis zum runter gehen.
  • David Boder: Haben Sie gesungen, wie sie sind zur Arbeit?
  • Adolph Heisler: Nein, (unverständlich) gesungen auch ohne unserem Singen.
  • David Boder: Also, was meinen Sie damit?
  • Adolph Heisler: Es war nicht in unserem Sinn zu singen.
  • David Boder: Ja, aber man sagte, die SS hat es verlangt.
  • Adolph Heisler: Von uns haben sie es nicht verlangt. Es waren Lager, da haben es verlangt, aber nur um Spaß zu machen, aber nicht von uns.
  • David Boder: Aha.
  • Adolph Heisler: Sie haben nur geschrien ..., wenn die Leut sind gefallen auf die Füß, haben sie geschrien: „Links zwei, links zwei“ um zu halten Schritt.
  • David Boder: Nun und dann?
  • Adolph Heisler: Und dann sind wir runter gefahren. Da unten hat jeder gewusst seinen Arbeitsplatz.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Also wir sind gekommen. Die Arbeit war in die .... in die Stege, Träger. Das heißt die Kohlen .... es war sechzig (60) Meter hoch. Das heißt wir müssen arbeiten abgebogen ... sechzig (60) Zentimeter ..
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: .... hoch. Und da müssen wir liegend arbeiten die acht (8) Stunden.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Und zwar die Schaufeln darüber. Und das hat gedauert acht (8) Stunden ohne ... ohne nichts. Also wir haben gearbeitet acht (8) Stunden, in acht (8) Stunden war Arbeitsschluss, da sind die Anderen gekommen und wir sind weg gegangen und wir sind ins Lager and wie ich hab gesagt, wir haben sich gebadet und sind weiter ins Bett gegangen.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und das hat so gedauert bis tausend neun .... bis vier und vierzig (44).
  • David Boder: Also Sie haben mir gesagt, Sie haben Neujahr einen Tag frei gehabt.
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Was hat man an dem Tag getan?
  • Adolph Heisler: Was? Man hat sich ausgeschlafen. Wir haben uns gefreut, man kann sich ausruhen.
  • David Boder: Ja. Nun?
  • Adolph Heisler: Jeder hat geschlafen den ganzen Tag.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Das haben wir getan.
  • David Boder: Also und das hat gedauert wie lang?
  • Adolph Heisler: Das hat gedauert bis .... ich glaube fünf und vierzig (45). Da sind die Russen ....
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Im Dezember vier und vierzig (44) sind die Russen über Nacht herein gekommen und wir haben angefangen zu ... hm, weg zu gehen von dort. Dann haben wir verlassen die Kohlengruben .und .....
  • David Boder: Was meinen Sie, wer hat verlassen? Man hat Sie weggeführt?
  • Adolph Heisler: Ja, weg genommen.
  • David Boder: Nun und wohin hat man Sie geführt?
  • Adolph Heisler: Also wir wurden gebracht, wir mussten zu Fuß gehen.
  • David Boder: Was haben die getan mit den Kohlengruben? Haben sie die Minen .....
  • Adolph Heisler: Zugemacht.
  • David Boder: Ja, zugemacht.
  • Adolph Heisler: Also wir waren acht (8) Kilometer von Auschwitz und da haben wir gesehen, wie Auschwitz verbrennt. Die haben alles angezündet, sie sind durch das ganze Lager durch, beim Appell und haben zerschlagen alles. Und wir sind gegangen zu Fuß und also jeder hat sich genommen in den paar letzten Minuten mit dem Rücken zum Feuer genommen Brot und alles Mögliche, weil alles war offen und so hat jeder ....
  • David Boder: Also sie konnten Brot stehlen?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und jeder hat sich genommen ein Brot. Man hat sich tot geschlagen nach einem Stückchen Brot.
  • David Boder: Nun.
  • Adolph Heisler: Und wir sind gegangen auf dem Weg. Es war Schnee von fünfzig Zentimeter, einen halben (½) Meter hat es geschneit.
  • David Boder: Langsam, ja.
  • Adolph Heisler: Und wir waren da nicht gut angezogen und natürlich haben wir da sehr schnell gehen müssen, weil sie haben Angst gehabt vor den Russen, dass die Russen werden uns erwischen.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Und wir haben gewusst ...
  • David Boder: Warum haben sie nicht gewollt die Russen sollen die Häftlinge nehmen?
  • Adolph Heisler: Warum? Warum, weil sie haben Angst gehabt, dass wir ihnen das erzählen, die ganze Geschichten, so dass die ganze Welt weiß das. Jetzt weiß die ganzen Geschichten die Welt, ... aber damals haben sie uns benutzt, um zu arbeiten. Dann haben sie uns transportiert nach Buchenwald.
  • David Boder: Aha. Also sind sie gegangen. Wie weit sind Sie gegangen?
  • Adolph Heisler: Wir sind gegangen einhundert vierzig (140) Kilometer zu Fuß. Das war in 2 Tagen.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und eine Nacht haben wir geschlafen, weil die SS haben auch nicht mehr gehen können. Die waren gesund, aber die auch nicht mehr Kraft gehabt nach achtzig (80) Kilometer.
  • David Boder: Langsam.
  • Adolph Heisler: Und nach achtzig (80) Kilometer sind wir angekommen und sie haben uns genommen auf ein Feld ...
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: ... von Schnee und dort hat man angefangen zu schießen und da haben sie gesagt, alle sollen sich hin legen, weil sie haben nicht wollen, dass man noch steht.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Es war keine ... es war kein Platz zum Stehen auf dem Feld. Und sie haben gesagt sich hin legen. Und dann haben sie angefangen zu schreien. Und Einer ist auf den Anderen gefallen, weil sie haben geschossen über die Köpfe. Viele sind damals gefallen.
  • David Boder: Warum haben sie wollen, man soll sich hin legen?
  • Adolph Heisler: Sie haben alle Phantasien im Kopf.
  • David Boder: Und?
  • Adolph Heisler: Und alle sind hin gelegt und hat geschneit und ein großer Frost war. Die Nacht war schrecklich kalt. Ich habe mich selbst gewundert, wie ich habe das ausgehalten – eine ganze Nacht. Ich bin in den Schnee reingefallen und dann hab ich geschlafen. Dann in der Früh bin ich auf ganz nass, weil der Schnee hat geschmolzen. Ich wundere mich heute, wie ich hab durch diese Nacht gekommen. Und morgens sind wir aufgestanden und die, hm, .... fünfzig (50) Perzent sind geblieben liegen da im dem Schnee. Und wir, die sind über geblieben haben müssen sie dort begraben, und ausgraben Graben zum Begraben und dann sind wir weiter gegangen.
  • David Boder: Mit was haben Sie ausgegraben da?
  • Adolph Heisler: Sie haben ... sie haben gehabt Werkzeuge.
  • David Boder: Sie haben gebracht Werkzeuge?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Und mit die, die da gelegen sind und die nicht tot waren, was hat man da getan?
  • Adolph Heisler: Also wir haben sie gemusst begraben.
  • David Boder: Die Lebendigen?
  • Adolph Heisler: Nein, die Lebendigen haben begraben die Toten.
  • David Boder: Ja, aber wenn das welche waren, die Kranke waren?
  • Adolph Heisler: Hat man auch lebendig, lebendig geworfen in das Grab. Wer hat nicht gekonnt gehen, hat man geschossen und in das Grab rein.
  • David Boder: Erschossen und in das Grab.
  • Adolph Heisler: Ja, aber viele Menschen waren schon am Weg, die konnten nicht gehen, sie haben sich genommen ein Betttuch über den Kopf gelegt und sich hin gesetzt ...
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: ... und der SS Mann ist gekommen und hat ihn zugeschossen.
  • David Boder: Hat er wenigstens gesehen, ob der Mann tot war, nachdem er ihn erschossen hat?
  • Adolph Heisler: Wenn er ist nicht tot gewesen ist er so geblieben. Und haben gewartet bis er gestorben war.
  • David Boder: Hm, nun?
  • Adolph Heisler: Und am anderen Tag nachdem wir haben sie begraben, sind wir dann weiter gegangen. Sie haben uns gesagt, wir haben noch fünfzig (50) Kilometer bis zu einem Zug. Und dort können wir einsteigen in den Zug, denn hier haben sie keine freie (unverständlich)
  • David Boder: Ein Moment! Also weiter. Es waren fünfzig (50) Kilometer bis zum Zug.
  • Adolph Heisler: Ja und wir sind auch diese fünfzig (50) Kilometer gegangen zu Fuß. Viele Leute sind gefallen auf dem Weg, weil sie haben nicht .... nicht mehr gekonnt zu gehen. Sie würden erschossen auf dem Weg und gerade so lassen sie liegen auf dem Weg. Und wir, wer noch kann zu gehen, wir sind dorthin gekommen auf den Bahnhof, das war in Breslau, glaube ich. Und dort haben wir gewartet auf Wagons. Und in einigen Stunden sind – wo wir gesessen haben im Schnee – in einigen Stunden sind gekommen Wagonen und wir sind eingestiegen in die Wagons. Aber die Wagons waren auch schrecklich, weil die Wagons waren oben ganz offen ohne Dächer. Es waren die halben Wagonen. Und dort war sehr viel Schnee und wir haben ... wir mussten uns in den Schnee setzen.
  • David Boder: Die Wagonen innen haben Schnee gehabt?
  • Adolph Heisler: Ja, weil sie waren ohne Dächer.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und wir sind also gesessen im Schnee. Und die Fahrt hat gedauert acht (8) Tage bis nach Buchenwald. Wir haben nicht gewusst ...
  • David Boder: Waren welchen SS mit Ihnen in den Wagonen?
  • Adolph Heisler: Ja, da war ein SS Mann in jedem Wagon.
  • David Boder: Und ist der SS Mann selbst auch gestanden im Schnee?
  • Adolph Heisler: Ja, aber er war doch gut angezogen.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und zwei Mal am Tag hat die Wache und jede Station hat ein Anderer aufgetreten.
  • David Boder: Aha.
  • Adolph Heisler: Und am Ende waren zwei (2) Wagon, die waren geheizt.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und die SS hat dort gewohnt.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und sie haben immer die Wache getauscht.
  • David Boder: Nun, hat man nicht, wenn man so viel Tage zusammen ist, hat man nicht mit der SS geredet, haben Sie nicht mit ihm gesprochen? Hat er mit sich selbst geredet?
  • Adolph Heisler: Ja, er hat gesagt .... es war ein Guter, der hat gewollt reden. Und dann war ein Schlechter, der war böse und hat genommen das Gewehr und hat geschlagen, wenn man was gesagt .....
  • David Boder: Hm.
  • Adolph Heisler: ....das war die Antwort, wenn man sich getraut hat den Mund aufmachen zu dürfen.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Das haben sie gemacht im Lager auch. Ein Häftling ist gegangen und hat er ihn gegrüßt, dann hat er zu ihm gesagt, ob er sein Kamerad sei, dass er grüßt ihn. Hat er nicht gegrüßt, hat er gesagt, warum er grüßt ihn nicht. So hat er ihn auch geschlagen. Da hat man selbst nicht gewusst, was zu machen.
  • David Boder: Hm.
  • Adolph Heisler: Wenn es war ein Guter und er hat geredet, dann hat man ihn gefragt, wo man führt uns hin.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Und er hat gesagt, er weiß das selbst nicht. Eben er hat auch einen Befehl vom (unverständlich) bekommen und mehr und wohin weiß er auch nicht.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Also dann haben wir gesehen, dass wir kommen nach Buchenwald – wie wir sind angekommen.
  • David Boder: Ja?
  • Adolph Heisler: Das war nach acht (8) Tagen auf dem Zug gefahren ...
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: ...wir sind nach Buchenwald und wir waren noch sehr schwach so von der Reise.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Mir selbst hat es den Kopf auch verdreht nach dem Bad. Wir haben uns dort selbst gebadet, weil sie haben die Deutschen, die gekommen sind, in ein anderes Lager ... hat man gebadet.
  • David Boder: Nun, also was soll das bedeuten.....
  • Adolph Heisler: Zur Desinfektion.
  • David Boder: ... und Sie sagen Ihr Kopf war verdreht?
  • Adolph Heisler: Ja, ich hab mich da selbst .... ich bin nicht zu mir da selbst gekommen.
  • David Boder: Was soll das heißen?
  • Adolph Heisler: Ich war schwach geworden nach dem Baden. Ich war sehr schwach und habe ein heißes Bad bekommen....
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: ... und das hat mich, mein Beine zerstört, denn ich war doch ganz erfroren.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Ich hab kaum können zum Bad zu gehen.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Und danach bin ich ... nach dem heißen Bad, hat es mir den Kopf verdreht.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Also, dann habe ich mich ein wenig hin gesetzt und bin zu mir ein bisschen gekommen.
  • David Boder: Aha.
  • Adolph Heisler: Und dann hat man und dann geschickt.... nach dem Bad wieder geschickt und die Haare wurden noch einmal abgeschoren alles. Die ganzen Haare abgeschoren, ja, .... und dann hat man uns geführt in Blocken in die Baracken. Und dort waren wir einige ... zwei (2) Tage in den Baracken. Und dann haben wir gehört, wir gehen wieder in die Arbeit - irgendwo anderen Platz. Und auf dem anderen Platz hat man uns heraus getrieben einen Morgen Tag in den Schnee (unverständlich). Und man hat uns nicht gesagt wohin man geht und das war auch ein kalter Tag und man hat uns hinaus gepackt in Wagons. Und wir sind gefahren einen Tag, es war gut, dass es war nicht mehr.
  • David Boder: Wieder von Buchenwald?
  • Adolph Heisler: Von Buchenwald, Deutschland zu einem anderen ... das war in Thüringen.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Trawniki.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und wir sind angekommen im Lager. Also das war noch viel ärger wie die Kohlengruben.
  • David Boder: Ja?
  • Adolph Heisler: Das war ein Lager in (unverständlich) und dort waren Depots von Munition und im Keller haben wir gewohnt – unter die Erde in Bunkern.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: In einem Wald.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Und dort war das ... das Behandeln noch viel ärger wie überall.
  • David Boder: Warum?
  • Adolph Heisler: Weil da hat man nicht gebadet. In anderen Lagern da konnte man da vielleicht noch baden. Wir haben kein Wasser gehabt. Das hat gedauert – in 3 Monaten also wir haben nicht gehabt kein Wasser auf dem Gesicht überhaupt – für waschen sich. Und die Läuse haben uns aufgegessen im Ganzen.
  • David Boder: Und was haben Sie dort denn getan?
  • Adolph Heisler: Gearbeitet, gegraben verschiedene Graben, Munition geladen.
  • David Boder: Aha.
  • Adolph Heisler: Und sie haben gebaut eine große Fabrik in einem ... unter dem Wald.
  • David Boder: Schon in fünf und vierzig (45)?
  • Adolph Heisler: In fünf und vierzig (45).
  • David Boder: Eine unterirdische Fabrik ....
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: ... haben sie gebaut. Nun?
  • Adolph Heisler: Und dort war es doch was Schreckliches. Ich habe dort unterhalten mit Leuten, sie waren Einige von Polen, die waren sechs (6) Jahre schon darin. Haben sie gesagt, dass sie in die ärgsten Lager so wie Majdanek, Treblinka waren, aber in so einem Lager waren sie noch nicht.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Und dort waren wir ... und dann bin ich auch noch krank geworden von die vielen Läuse – die letzten zwei (2) Woche bevor die Befreiung.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und dort bin ich krank geworden und bin ich ganze Zeit beim Arzt – acht (8) Tage. Ich bin hingegangen jeden Abend und hab gesagt, ich kann nicht arbeiten, aber er wollte mir nicht glauben.
  • David Boder: War es ein jüdischer Arzt?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Ja?
  • Adolph Heisler: Von Polen, ein Jude. Das war ein sehr ein Schlechter. Da waren unter die Juden auch sehr schlechte Menschen, weil sie haben sehr .... sehr gemeine Leute.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und hat er mich dann.... er hat mich geschoben, ich war damals jung – ich war siebzehn (17) Jahre alt – und er hat mich dann gegeben ins Spital, das im Revier. Dort war ich acht (8) Tage. Da hat man mich geschickt dann - mit einem Transport auch nach (unverständlich).
  • David Boder: Wo waren die Krematorien denn?
  • Adolph Heisler: Das war in der Nähe – acht (8) Kilometer weiter von dort war auch ein Lager, ein großes Lager Ohrdorf. Und dort haben sie auch gehabt ein Krematorium hergerichtet.
  • David Boder: Haben sie dort die Leute vergast?
  • Adolph Heisler: Nein, sie haben sie nur getötet, aus .... sie waren sowieso schon halb tot. Sie haben sie tot geschlagen mit Gewehr oder was sonst, hm, ...................... aber das war unser Glück, dass die Amerikaner sind schon ....
  • David Boder: Nun wo waren Sie, wenn die Amerikaner sind gekommen?
  • Adolph Heisler: Wir waren da in diesem .....in diesem Lager, wo man hat uns genommen zum Pulver .... zum Vergasen. Und wir ....
  • David Boder: Was heißt das Lager ... welches Lager war das?
  • Adolph Heisler: Das war in Ohrdorf. Nachdem ich krank war, hat man mich weg geführt von dort.
  • David Boder: Wohin?
  • Adolph Heisler: Acht (8) Kilometer weiter war das Lager wo die Leute sollen .... war ein Krematorium. Die Leute waren... die dort hin kamen waren viele krank, weil .... es war schrecklich dort ...
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Die hat man getötet und verbrannt.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Und ... und wie wir sind gekommen schon, das war schon der letzte Transport. Sie haben nicht mehr Zeit gehabt, dass ... dafür. Sie waren schon mit sich selbst zu tun, weil die Amerikaner haben sich schon genähert da.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und wir sind hier gelegen wieder acht (8) Tage. Und es hat geheißen, dass wir bleiben dort bis sie erschießen die ganzen Leute, aufschießen oder explodieren das Lager, oder was immer.
  • David Boder: Hm.
  • Adolph Heisler: Und zum Glück hat man uns genommen nach, hm, ... transportiert nach Buchenwald.
  • David Boder: Zurück transportiert nach Buchenwald?
  • Adolph Heisler: Ja, aber ...
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Es war aber ein besonderes Glück mit mir, dass – ich weiß nicht – wie ich das (unverständlich) die ganze Geschichte, weil .... uns alle hat man transportiert mit die Wagon, .....mit ....... zu Fuß.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und ich hab mir gesagt – da waren auch andere kranke Menschen – ich gehe nicht mehr zu Fuß; sie sollen mich hier töten. Ich soll zu Fuß gehen und dann sterben? Hab mich hierher gestellt, um hier zu sterben auf diesem Platz.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Und dann ist gekommen im letzten Moment Autobus und so die Kranken wurden ein .... eingeladen in die Autos und hat man sie weggeführt.
  • David Boder: Nach Buchenwald?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Und das war unser Glück. Wie wir sind gekommen nach Buchenwald ... da haben wir geglaubt .... In Buchenwald hat man uns in die Nähe des Krematoriums und so haben wir geglaubt, dass wir ins das Krematorium genommen werden, aber zum Glück ....
  • David Boder: Ja?
  • Adolph Heisler: ... hat man uns doch nicht ins Krematorium gebracht, sondern in dem alten Lager dort von die Menschen, die gekommen waren in Quarantäne. Und dort hat man uns gehalten einige Tage.
  • David Boder: Und dann?
  • Adolph Heisler: Wir haben gewusst, dass die Amerikaner sind schon nahe, weil sie sind schnell vorwärts, wir haben jede Nacht gehört die Schießerei. Und von Buchenwald hat man auch angefangen zu evakuieren .... weg zu führen viele Leute.
  • David Boder: Wohin?
  • Adolph Heisler: Also ich weiß nicht wohin.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Weil ich bin dort geblieben und es hat geheißen, dass die ... wer kann gehen, kann gehen und wer nicht gehen kann, der ... denn das Lager wird zerstört.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: In letzter Stunde.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und ... die gesunden Leute sind gegangen, aber unser Block hat gesagt, wir gehen nicht. Und sie sollen uns töten, wir werden hier bleiben.
  • David Boder: Hm.
  • Adolph Heisler: Und ... die SS ist gekommen am anderen Tag ... es war ein Sonntag ... da sind gekommen die SS und sie haben angefangen hinaus zu schmeißen aus die Fenster und zu treiben.
  • David Boder: Hinaus zu schmeißen – was?
  • Adolph Heisler: Durch die Fenster.
  • David Boder: Ja, sie haben die Menschen raus geschmissen ....
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Durch die Fenster. Und sie haben angefangen sie zu treiben auf den Appell Platz und von dort hat man uns wollen evakuieren.
  • David Boder: Auf welchem Stock war es?
  • Adolph Heisler: Es war ... es waren nicht mit Stockwerk.
  • David Boder: Warum durch die Fenster, warum nicht durch die Türen?
  • Adolph Heisler: Weil niemand hat nicht wollen gehen!
  • David Boder: Aha, und?
  • Adolph Heisler: Jeder hat sich geweigert vor der Evakuierung.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und sie haben geschüttet Wasser über die Menschen. Niemand hat .... sie haben aber nichts ausgeführt. Die Leute haben sich gesagt, dass ..... sollen sie (unverständlich) ... sollen sie schießen.
  • David Boder: Nun?
  • Adolph Heisler: Und sie haben doch nicht geschossen, ich weiß nicht warum. Und am anderen Tag – wieder die selbe Geschichte. Und dann doch haben sie heraus gekriegt und haben die Leute versammelt am Appell Platz.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und ich bin auch dort hinaus gekommen. Und hab ich gesehen, dass da ein Transport steht mit Jugendliche.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und das war der Grund, sie wurden aussortiert – sie bleiben hier im Lager – sie sind nicht transportfähig. Und dann habe ich mich dorthin zu gestellt. Ich war ja auch Junge.
  • David Boder: Hm.
  • Adolph Heisler: Und hab mich hinzu gestellt und hab mich rein gemischt und bin zurück gegangen ins Lager C und die andere Leute sind weg mit den Transport. Und das war Dienstag schon. Und Mittwoch ... das war der achte Tage wo wir waren ganz ohne Essen. Am Mittwoch hat man gehört eine große Schießerei und um zehn (10) haben wir gehört den Feind-Alarm, der kam an, weil da kam ein amerikanischer Tank. Sie sind zurück gefahren und um elf (11) Uhr haben wir gehört die Flieger. Und um halb vier (4) sind wir befreit worden von die Amerikaner, das waren die ersten Amerikaner. Die ganzen Deutschen haben verlassen das ganze Lager.
  • David Boder: Und wann haben die Deutschen das Lager verlassen?
  • Adolph Heisler: Sie haben es verlassen um ein (1) Uhr Nachmittag.
  • David Boder: Und was haben sie gesagt?
  • Adolph Heisler: Nichts, man hat nur gesehen sie laufen sie weg von der Wache. Es war so. Wir haben nachher dann gewusst ... gehört, dass der von Weimar, der Lager Kommandant hat, hm, telefoniert, sie sollen sprengen die Lager – eine Stunde nach der Befreiung. Er hat noch nicht gewusst damals, dass das Lager ist befreit worden. Es war halb fünf. Und der Lager Älteste – es war ein Häftling – hat geantwortet: ‚Ja, ja, wir werden zersprengen ihre Köpfe.’ Also, wenn wir eine Stunde vorher noch nicht befreit gewesen wären, hätten sie gesprengt das Lager.
  • David Boder: Was hat er ihm geantwortet?
  • Adolph Heisler: Dass es, hm, dass er telefonieren sollte zum Heiland und nicht zu uns hier.
  • David Boder: Aha, nun?
  • Adolph Heisler: Und das war die Befreiung. Und nach der Befreiung die Menschen haben sich vorgestellt dann so Geschichten, ganze Beglückung, aber viele sind auch gestorben nach der Befreiung, weil sie haben bekommen das Essen, das Fett und die ganze Nahrung und haben sich verdorben den Magen. Und sie haben bekommen Bauchschmerzen und sind gestorben davon auch.
  • David Boder: Ja. Und dann wurde ...
  • Adolph Heisler: Und dann hat man mich weg genommen von dem jugendlichen Block, dort war ich eine Zeit lang. Dann bin ich krank geworden mit Fleck-Typhus.
  • David Boder: Nach der Befreiung haben Sie Fleck-Typhus bekommen?
  • Adolph Heisler: Ja.
  • David Boder: Ja.
  • Adolph Heisler: Und dort bin ich gelegen vier (4) Wochen krank. Und dann habe ich gehört von dem Transport in die Schweiz und hab ich mich auch gemeldet dafür zu fahren in die Schweiz.
  • Contributors to this text:
  • Transcription : Dagmar Platt
  • English Translation : David P. Boder